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Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung für Lehrer

Die staatliche Hilfe bei Berufsunfähigkeit reicht oftmals nicht aus. Lehrer sollten sich privat absichern.
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung schützt Lehrerinnen und Lehrer vor den finanziellen Verlusten, wenn sie aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten können.
  • Eine Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung (BU) für Lehrer ergänzt den Schutz, der ihnen von ihrem Dienstherrn bei Dienst­un­fähig­keit gewährt wird
  • Beim Abschluss einer BU sollten Lehrer darauf achten, dass das Berufsbild des Lehrers explizit versichert ist. Auch die Dienst­un­fähig­keits­klau­sel für Beamte ist enorm wichtig.
  • Wie hoch die Kosten für eine Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung für Lehrer sind, hängt u. a. von Alter, Vorerkrankungen und der Risikoeinstufung des Berufes durch den Versicherer ab.
  • Zu den besten Anbietern einer BU für Lehrer laut Tests 2019 gehören z. B. DBV, Alte Leipziger und Condor (Softfair, 2019)

Die Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung für Lehrer

Lehrerinnen und Lehrer gehören zu einer Berufsgruppe, die in der Regel keiner starken körperlichen Tätigkeit nachgehen. Daher scheint zunächst einmal die Absicherung gegen eine mögliche Berufsunfähigkeit nicht dringend. Doch als Ursache für die Berufsunfähigkeit gelten immer mehr psychische Belastungen, Burnout und Depression. Was dies angeht, trifft es Lehrer vergleichsweise oft. Der tägliche Arbeitsalltag zeugt von Stress und Zeitdruck und der Umgang mit Kindern und jungen Erwachsenen erfordert viel Verantwortungsbewusstsein.

Obschon Beamte auf Lebenszeit – was viele, aber nicht alle Lehrer sind – als gut abgesichert gelten, kann der Schutz für Lehrer vonseiten des Gesetzgebers als lückenhaft charakterisiert werden. Grundsätzlich sollten sich daher Lehrer, ebenso wie Angestellte oder Selbständige, für den Fall absichern, dass sie ihre berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben können. Eine private Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung kann für Lehrer oftmals als eine Dienst­un­fähig­keits­ver­siche­rung abgeschlossen werden. Im Fall der Fälle erhalten sie dann eine monatliche Dienst­un­fähig­keitsrente.

… mehr zur Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung

Staatliche vs. private Leistungen bei Berufsunfähigkeit

Lehrer erhalten ebenso wie alle anderen Beamten dann eine Dienst­un­fähig­keitsrente von ihrem Dienstherrn, wenn sie ihre berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben können. Die Höhe der monatlichen Rente variiert und ist vom jeweiligen Nettogehalt ebenso abhängig wie von der Anzahl der geleisteten Berufsjahre. Mit anderen Worten: Verbeamtete Lehrer, die ihrem Beruf schon viele Jahre nachgehen, erhalten eine höhere Dienst­un­fähig­keitsrente als Beamte, die erst seit kurzer Zeit als Lehrer arbeiten. Vor allem für Letztere ist es ratsam, eine private Dienst­un­fähig­keits­ver­siche­rung bzw. Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung für Beamte abzuschließen.

Wie sieht die staatliche Absicherung für Lehrer bei Berufsunfähigkeit aus?

Im Prinzip richtet sich die staatliche Absicherung von Lehrern im Falle einer Dienst­un­fähig­keit bzw. Berufsunfähigkeit entweder nach dem Beamtenstatus oder aber nach der Anstellungsart.

Werden Beamte auf Lebenszeit dienstunfähig, werden sie in den Ruhestand versetzt. Ist dies der Fall, erhalten sie ihr Ruhegehalt nach einer Wartezeit von 60 Monaten.
Werden Beamte auf Probe dienstunfähig, und zwar irrelevant, ob durch einen Unfall in ihrer Freizeit oder durch eine Krankheit, werden sie entlassen. Im Anschluss erfolgt in der gesetzlichen Renten­versicherung eine Nachversicherung. Hierdurch erhalten sie im besten Fall geringe und im schlechtesten Fall keine Ansprüche auf eine Er­werbs­minde­rungs­rente. Ansprüche auf Leistungen bestehen in Allgemeinen nur dann, wenn es sich um einen Dienstunfall handelt, d.h. eine sogenannte Dienstbeschädigung besteht.
Angestellte Lehrer verfügen nicht über beamtenrechtliche Versorgungsansprüche. Für sie besteht lediglich ein Anspruch auf Er­werbs­minde­rungs­rente der Deutschen Renten­versicherung.
Die Leistungen einer privaten Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung für Lehrer
Gegen die unzureichenden staatlichen Leistungen ist die Absicherung über eine private BU für Lehrer durchaus sinnvoll. Die Leistungen gleichen denen der Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung im allgemeinen. Dies sind die wichtigsten Leistungen:

  • Im Falle einer Berufsunfähigkeit wird die vereinbarte Berufs­un­fähig­keits­rente ausgezahlt.
  • Es ist explizit der Beruf versichert, der zu Vertrabsabschluss ausgeübt wurde, nicht die allgemeine Fähigkeit, zu arbeiten.
  • Dank der Nach­versicherungs­garantie kann der Versicherungs­schutz jederzeit ohne erneute Gesundheitsprüfung angepasst werden.
  • Ist die Vertrags­laufzeit bis zum Renteneintrittsalter gesetzt (z. B. 67 Jahre), besteht eine lückenlose finanzielle Absicherung.
  • Wird die Berufsunfähigkeit von der Versicherung erst später anerkannt, zahlt sie die BU-Rente rückwirkend bis zum Eintritt der Berufsunfähigkeit zurück (rückwirkende Leistung)
  • Mit einer Vereinbarung zur Beitragsdynamik wird die zukünftige Inflation ausgeglichen.
  • Versicherte werden an den Überschüssen der Versicherungs­gesell­schaft beteiligt.

Was, wenn ich wieder arbeiten gehen kann?

Es ist auch möglich, dass eine Berufsunfähigkeit lediglich vorübergehend besteht. Die Zahlung der Berufs­un­fähig­keits­rente wird dann eingestellt, wenn der Versicherte Lehrer seine berufliche Tätigkeit wieder ausüben kann. Nichtsdestotrotz bleibt der Versicherungs­schutz bestehen. Die Versicherungs­gesell­schaft ist nicht zur Kündigung des Vertrages berechtigt, wenn der Versicherungs­nehmer berufsunfähig geworden ist. In der Regel dürfen auch die Beiträge der Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung nicht erhöht werden.

… mehr zu den Leistungen der BU

Verbeamtete Lehrer: Warum die Dienst­un­fähig­keits­klau­sel relevant ist

Lehrer, die Beamte sind, sollten unbedingt eine Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung auswählen, die die sogenannte Dienst­un­fähig­keits­klau­sel beinhaltet. Im Fall der Fälle ist der Versicherer dann an die Feststellung der Dienst­un­fähig­keit durch den Dienstherrn gekoppelt. Doch Achtung: Verbeamtete Lehrer sollten unbedingt darauf achten, dass es sich auch um eine „echte“ Dienst­un­fähig­keits­klau­sel handelt.

Eine echte Dienst­un­fähig­keits­klau­sel besagt, dass der versicherte Beamte dann als berufsunfähig im Sinne der Versicherung gilt, wenn der Dienstherr denjenigen wegen allgemeiner Dienst­un­fähig­keit entlassen bzw. in den Ruhestand versetzt hat. Bedeutet: Die Bescheinigung über Dienst­un­fähig­keit des Dienstherrn reicht aus, damit der Versicherer die BU-Rente auszahlt.
Eine „unechte“ Dienst­un­fähig­keits­klau­sel gibt dem Versicherer das Recht, die Bescheinigung des Dienstherrn nochmals zu prüfen und anzufechten. Außerdem kann der Versicherer mit einem solchen BU-Vertrag andere als gesundheitliche Gründe für eine Dienst­un­fähig­keit festlegen. Stellt sich heraus, dass es keine gesundheitlichen Beschwerden sind, die zur Berufsunfähigkeit geführt haben, zahlt der Versicherer nicht.

… mehr zu BU-Klauseln & Regelungen

Dienstunfähig vs. berufsunfähig: Was ist der Unterschied?
Sind Lehrer verbeamtet und sind sie nicht mehr in der Lage, ihren Dienst dauerhaft zu verrichten, dann besteht eine Dienst­un­fähig­keit. Bei einer Dienst­un­fähig­keit handelt es sich also um das Pendant der Beamten zur Berufsunfähigkeit bei Angestellten. Bei einer privaten Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung wird in der Regel dann von einer Berufsunfähigkeit ausgegangen, wenn der Inhaber der Versicherungs­police seine berufliche Tätigkeit zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann.
… mehr zum Thema „Wann ist man berufsunfähig?“

Kosten einer privaten BU für Lehrer

Die Kosten einer Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung können meist nicht pauschal beziffert werden. Da es sich um eine Risikoabsicherung handelt, werden die Kosten individuell für jeden Fall berechnet. Daher wird auch zunächst ein Antrag auf Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung gestellt, in dem verschiedene Gesundheitsfragen und andere Risikoangaben auszufüllen sind. Die Versicherung prüft diese Angaben und kann erst dann ein Angebot mit konkreter Angabe einer zu zahlenden Versicherungs­prämie machen.

Rechenbeispiel unserer Kunden: BU für verbeamtete Lehrerin
  • Beruf: Lehrerin, verbeamtet
  • Eintrittsalter: 31 Jahre
  • Vertragslaufzeit: bis 65 Jahre
  • Monatliche BU-Rente: 1.000 Euro
  • Monatlicher Beitrag: 76 Euro
… mehr zu den Kosten einer BU

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Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung für Lehrer im Test

Bei der Wahl des richtigen BU-Anbieters ist es am wichtigsten, dass er Tarife im Angebot hat, die perfekt zur eigenen Situation passen. Unabhängige Testergebnisse mit Modellkunden, wie beispielsweise Lehrer, sind eine gute Orientierungshilfe. Darüber hinaus können Sie auf die Erfahrung von unseren Versicherungsexperten vertrauen:

Dies ist nur eine Auswahl der BU-Anbieter, mit denen unsere Experten besonders gute Erfahrungen gemacht haben. Sprechen Sie uns für eine unabhängige und persönliche Beratung gerne an. Gemeinsam finden wir den passenden BU-Tarif für Sie.

Unabhängige Testergebnisse zur BU

Das Analysehaus Softfair führte 2019 einen umfangreichen Test von Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rungen durch. Das Unternehmen hat insgesamt 49 unterschiedliche Leistungsbereiche untersucht und dabei BU-Versicherungs­tarife für verschiedene Zielgruppen in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Auch BU-Tarife für Beamte und damit auch viele Lehrer wurden von Softfair analysiert (Quelle).

Versicherer mit der Bewertung 'hervorragend'
… mehr zur BU im Test

Spezielle Versicherungs­unter­nehmen für Beamte

In Bezug auf die Versicherung von Beamten wie Lehrerinnen und Lehrern gibt es unter den Versicherern einige, die sich auf sogenannte Beamtenversicherungen spezialisiert haben. Spezielle Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rungen bzw. DDienst­un­fähig­keits­ver­siche­rungen bieten beispielsweise die Axa sowie die Deutsche Beamtenversicherung (DBV). Die DBV verfügt über viele Jahre Erfahrung im Bereich der Versicherung von Lehrern, weshalb ihre Angebote auch eine echte Dienst­un­fähig­keits­klau­sel beinhalten.


Das müssen Lehrer beim BU-Vergleich beachten

Aufgrund der Tatsache, dass eine klassische Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung erst dann monatliche Rentenzahlungen leistet, wenn der Lehrer zu mindestens 50 Prozent dienstunfähig ist, er durch seinen Dienstherrn allerdings schon bei einem weitaus geringeren Prozentsatz in den Ruhestand versetzt werden kann, ist sie im Normaltarif nicht ausreichend. Wichtig ist es deshalb, dass die Be­rufs­unfähig­keits­ver­siche­rung für verbeamtete Lehrer die Dienst­un­fähig­keits­klau­sel enthält.
Wenn Sie eine BU abschließen, müssen Sie sich für eine Rentenhöhe entscheiden. Die Höhe der Berufs­un­fähig­keits­rente sollte wohl überlegt sein: Im Fall der Fälle sollte sie den Lebensstandard sichern können. Daher gilt die Faustregel, dass die BU-Rente etwa 65-75 % des Nettogehaltes entspricht. Doch beachten Sie: Eine höhere BU-Rente bedeutet auch höhere Beiträge.
Entscheiden Sie sich nicht blindlings für den erstbesten Versicherer. Nutzen Sie unabhängige Testergebnisse zur Orientierung. So bekommen Sie einen Überblick über Versicherer und deren Leistungen, Service und Qualität. Idealerweise führen Sie dann einen persönlichen Vergleich von Tarifen durch, die Ihren Anforderungen entsprechen. So können Sie nicht nur den Anbieter mit den günstigsten Beiträgen finden, sondern auch mit dem besten Leistungsumfang. Lassen Sie sich an dieser Stelle helfen. Nutzen Sie unser kostenfreies Vergleichs­formular oder kontaktieren Sie uns direkt. Rufen Sie uns an unter 030 120 82 82 8 oder schreiben Sie uns an kontakt@transparent-beraten.de und vereinbaren Sie einen Beratungs­termin mit unseren BU-Experten.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.04.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Müni Enkhsaikhan
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