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Berufs­unfähigkeits­versicherung und Burnout

Die meisten BU-Versicherer leisten, wenn Sie wegen chronischer Erschöpfung nicht mehr arbeiten können.
Das Wichtigste in Kürze
  • Psychische Erkrankungen wie das Burnout-Syndrom stellen heute die häufigste Ursache für Berufs­unfähigkeit dar.
  • Eine gute Berufs­unfähig­keits­ver­sicherung (BU) leistet auch, wenn Sie aufgrund eines Burnouts nicht mehr arbeiten können.
  • Grundsätzlich ist Burnout keine anerkannte Krankheit. Viele BU-Versicherer erkennen die chro­nische Erschöpfung oftmals dennoch als Ursache für Berufs­unfähig­keit an.
  • Dennoch sollten bereits vor Vertragsabschluss die Ver­sicherungs­bedingungen genau geprüft werden.
  • Eine private BU ist die einzige Möglichkeit, psychische Erkrankungen wie Burnout zu versichern.

Burnout als Ursache für Berufsunfähigkeit

Bei über 35 Prozent der Frauen und 25 Prozent der Männer lässt sich die Berufsunfähigkeit auf psychische Erkrankungen zurückführen. Das zeigt eine Teilerhebung unter Mitgliedsunternehmen des Branchenverbandes GDV. Der Burnout gehört neben Depressionen zu der häufigsten Form psychischer Leiden. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass 4,2% der Erwachsenen, 5,2% der Frauen und 3,3% der Männer, vom chronischen Erschöpfungssyndrom betroffen sind.

Leistungsdruck und Stress im Beruf, zu hohe Erwartungen an sich selbst, das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen: Diese Faktoren begünstigen das Entstehen eines Burnouts. Betroffen sein können mittlerweile alle Berufsgruppen, egal ob Anwalt, Büroangestellter, Lehrer, Projektmanager oder auch Student. Sie können ihrer beruflichen Tätigkeit oft für mehrere Monate oder gar Jahre nicht mehr nachgehen. Ohne Absicherung droht zur psychischen die finanzielle Krise. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig gegen Burnout als Ursache für Berufsunfähigkeit abzusichern.

Burnout-Betroffene in Deutschland 2012
Alle (7.800 Befragte)4,2 %
Frauen5,2 %
Männer3,3 %
18 – 29 Jahre1,4 %
50 – 59 Jahre6,6 %
70 – 79 Jahre1,9 %
niedriger sozioökonomischer Status2,6 %
mittlerer sozioökonomischer Status4,2 %
hoher sozioökonomischer Status5,8 %

(Quelle: Statista 2020)

… mehr zu den Ursachen für Berufsunfähigkeit

Zahlt die Berufs­unfähig­keits­ver­sicherung bei einem Burnout?

Ein Burnout ist heilbar, die Genesung kann allerdings mehrere Monate bis Jahre in Anspruch nehmen. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall endet jedoch nach sechs Wochen. Wurde bei Ihnen Burnout diagnostiziert und können Sie deswegen Ihre aktuelle Arbeit zu mind. 50 % und für mind. 6 Monate nicht ausüben, können Sie Leistungen aus Ihrer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) beziehen. Dafür stellen Sie den Leistungs­antrag bei Ihrem Anbieter und fügen diesem alle nötigen Unterlagen bei, damit der Prozess schnell und problemlos erfolgt. Leistungs­starke Tarife sehen auch eine rückwirkende Zahlung der Berufs­unfähig­keits­rente vor, falls die Annahme länger dauern sollte.

… mehr zum Leistungsantrag

Vertragsbedingungen genau prüfen

Die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD) sieht das Burnout-Syndrom nicht als eigenständige Krankheit an. Das kann zu Konflikten mit der Berufsunfähigkeitsversicherung führen. Die Versicherungsbedingungen definieren einen Leistungsfall nämlich zumeist als eine durch eine spezifische Krankheit hervorgerufene Berufsunfähigkeit. Damit es im Ernstfall nicht zu Problemen kommt, sollten Sie bereits bei Abschluss Ihrer BU auf die Vertragsbedingungen prüfen.

Die meisten BU-Versicherer erkennen das Burnout-Syndrom als psychische Erkrankung und damit als Ursache für eine Berufsunfähigkeit an.

… mehr zum Thema ‚Wann ist man berufsunfähig?‘

Burnout – Was bedeutet das eigentlich?

Für das Burnout-Syndrom gibt es keine einheitliche Definition, bei den Betroffenen äußern sich die Symptome äußerst individuell. Generell beschreibt der Begriff einen Krank­heits­zustand, der auf einen Zeitraum hoher Arbeitsbelastung folgt und mit völliger körper­licher, geistiger und emotionaler Erschöpfung einhergeht. Beim Burnout handelt es sich keineswegs um eine „Mode-Diagnose“. Chronische Erschöpfungszustände wurden bereits vor mehr als hundert Jahren diagnostiziert, allerdings fehlte damals ein übergreifender Begriff. Die Bezeichnung Burnout geht auf Patien­ten­be­schrei­bungen zurück: Betroffene äußern häufig, sich wie ausgebrannt zu fühlen.

Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Burnout bis 2018

Laut einer Erhebung der Krankenkasse AOK hat sich die Zahl der Burnout-bedingten Arbeitsunfähigkeitstage im letzten Jahrzehnt mehr als verdreifacht. Zählte die AOK im Jahr 2008 noch 39,8 Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund von Burnout, waren es im Jahr 2018 bereits 120,5 Tage.

Auch wird die Diagnose Burnout heute häufiger gestellt. Im Jahr 2005 kam ein Fall auf je 1.000 AOK-Mitglieder, im Jahr 2018 waren es 5,7 Fälle je 1.000 Mitglieder. Hochgerechnet auf alle gesetzlich kranken­versicherten Beschäftigten ergibt sich für 2018 eine Zahl von 3,9 Millionen Krankheitstagen bei 176.000 Burnout-Betroffenen.
(Quelle: Statista 2020)


Welche Anzeichen deuten auf einen Burnout hin?

Ein Burnout entsteht nicht von heute auf morgen. Das Erschöpfungssyndrom entwickelt sich meist langsam, über einen Zeitraum von mehreren Monaten oder Jahren hinweg. Da die Krankheit zudem individuell verläuft, fällt es vielen Betroffenen schwer, die ersten Anzeichen richtig zu deuten.

Die US-amerikanische Forscherin Christina Maslach (Maslach, C., 1982: Burnout: The Cost of Caring, Quelle) definiert drei Hauptkriterien, an denen sich ein Burnout-Syndrom erkennen lässt:

  • Emotionale Erschöpfung: Betroffene fühlen sich von den Anforderungen ihres Berufes überfordert
  • Depersonalisierung: Betroffene entfremden sich von ihrem Beruf und nehmen eine zynische, distanzierte Haltung ein
  • Eingeschränkte Leistungsfähigkeit: Betroffene haben das Gefühl, keine Erfolge mehr zu erzielen und zweifeln am Sinn ihrer Arbeit

Diese Kriterien wurden später um weitere psychische und körperliche Symptome ergänzt. W. B. Schaufeli und D. Enzmann (Schaufeli, W. B., Enzmann, D., 1998: The Burnout Companion to Study and Practice: A Critical Analysis, Quelle) zufolge geht ein Burnout mit folgenden Anzeichen einher:

  • Erschöpfung
  • Innere Unruhe und Anspannung
  • Verringerte Effektivität
  • Gesunkene Motivation
  • Dysfunktionale Einstellungen und Verhaltensweisen bei der Arbeit

Welche Möglichkeiten zur Burnout-Behandlung gibt es?

Da es keine einheitliche Möglichkeit gibt, einen Burnout zu erkennen, ist der Weg bis zur Diagnose oft lang. Eine Reihe von Burnout-Tests sollen die Diagnosestellung erleichtern. Wichtig ist zudem eine genaue Analyse der individuellen Situation des Patienten, um den Burnout von anderen psychischen Erkrankungen wie einer Depression abzugrenzen.

Ebenso individuell und auf den Patienten bezogen erfolgt die Therapie. Die Psychotherapie unterstützt die Betroffenen dabei, die Ursachen für den Burnout zu erkennen und mit den Symptomen umzugehen. Bis zu vollständigen Genesung braucht es jedoch Geduld. Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung nimmt Ihnen in diesen schwierigen Zeiten zumindest die finanzielle Last von den Schultern, wenn Sie aufgrund fehlender Arbeit kein Einkommen mehr erwirtschaften.


Wie können Sie einem Burnout vorbeugen?

Um nicht an die Grenze Ihrer Belastbarkeit zu stoßen, sollten Sie lernen, die Alarmsignale Ihres Körpers richtig zu deuten und frühzeitig gegen­zusteuern. Fühlen Sie sich fast dauerhaft erschöpft, sind Sie leichter reizbar und macht Ihnen Ihre Arbeit weniger Spaß, sollten Sie Gegenmaßnahmen einleiten und sich gege­benen­falls professionelle Hilfe holen.

Die folgenden Maßnahmen helfen Ihnen, sich im Alltag etwas zurückzunehmen und Stress zu vermeiden:

  • Nicht immer erreichbar sein: Widerstehen Sie der Versuchung, auch in Ihrer Freizeit beruflich erreichbar zu sein. Räumen Sie Zeiten ein, die wirklich nur Ihnen gehören.
  • Aufgaben delegieren: Viele Burnout-Betroffene neigen dazu, alles selbst zu erledigen zu wollen. Lernen Sie, Aufgaben und Verantwortung aus der Hand zu geben.
  • Zeit für Freunde und Familie nehmen: Vertraute Menschen sind in stressigen Phasen besonders wichtig. Sie können Ihnen in schwierigen Momenten Unterstützung bieten.
  • Gesunde Lebensführung: Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Nikotin und Alkohol machen den Körper weniger anfällig für stressige Phasen.
Private Be­rufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung für finanzielle Absicherung

Eine private BU hilft Ihnen zwar nicht, ein Burnout zu verhindern. Arbeiten Sie in einer Branche oder besetzen Sie eine Position in der Firma, die anfällig für ein Burnout ist, sollten Sie sich mit einer BU finanziell absichern. Denn sollte es zum Fall der Fälle kommen, leistet diese schneller und mehr, als etwa die staatliche Erwerbsminderungsrente. Zudem ist die Berufsunfähigkeitsversicherung nahezu die einzige Möglichkeit, psychische Er­krankungen, wie auch Burnout, abzusichern.

Bevor Sie die erst beste BU abschließen, sollten Sie vorher verschiedene Angebote miteinander vergleichen, oder – noch besser – den Versicherungsschutz pass­genau auf sich zuschneiden lassen. Unsere BU-Experten helfen Ihnen dabei, den besten Tarif auf dem Ver­sicherungs­markt für Sie zu finden. Auch helfen sie Ihnen bei der Antragsstellung, Vertragsprüfung und natürlich auch im Nachgang. Sie erreichen uns unter 030 120 82 82 8 oder unter kontakt@transparent-beraten.de. Nutzen Sie auch unser kostenfreies Vergleichsformular.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.03.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
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