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Gebäude­versicherung für Gewerbe­

Das Risiko für Schäden am Gebäude kann bei gewerblicher Nutzung steigen. Daher ist für die Gebäudeversicherung entscheidend, um welches Gewerbe es sich im Einzelnen handelt. Mischnutzung und Saisongeschäfte stellen besondere Anforderungen an die gewerbliche Gebäudeversicherung.
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Gebäudeversicherung für Gewerbe

Immobilien, die von einem Gewerbe genutzt werden, benötigen genauso wie Wohnhäuser eine Gebäudeversicherung. Je nachdem, wie ein Gebäude konkret wirtschaftlich genutzt wird, können die Leistungen höchst unterschiedlich ausfallen. Das gilt entsprechend auch für die Kosten der gewerblichen Gebäudeversicherung.

Häufig genug stellt die Tatsache, dass eine Immobilie gewerblich genutzt wird, in sich selbst ein Risiko für das Gebäude dar. Vor allem außerhalb der Dienstleistungswirtschaft. Landwirtschaftsbetriebe, Industrieanlagen und Handwerksstätten können bei Betriebsunfällen größere Schäden anrichten. Anders als Wohngebäude liegen die Schadensursachen nicht ausschließlich außerhalb.

Pflichtangaben zur Gewerbeimmobilie

Zunächst einmal zählen bei der Gebäudeversicherung für Gewerbe die gleichen Angaben wie bei Gebäuden, die ausschließlich zum Wohnen genutzt werden. Da wären vor allem das Baujahr, die nutzbare Fläche und die Bauartklasse. Die gewerbliche Nutzung muss selbstverständlich ebenfalls konkret angegeben werden. Nur so können der Wert der Immobilie und das Schadensrisiko angemessen bestimmt werden.

Zusätzlich ist der genaue Standort für den Versicherer von entscheidender Bedeutung. Nur so können regional spezifische Risikofaktoren berücksichtigt werden. Alle genannten Angaben müssen vollständig und wahrheitsgemäß gemacht werden. Dazu zählt auch eine möglichst genaue Beschreibung der gewerblichen Nutzung.

Vorschäden bis zu 5 Jahre zurück dokumentieren!
Bereits bei der Anfrage gilt es, bekannte Vorschäden am Gebäude anzugeben. Auch wenn nur Angebote von Gebäudeversicherung für Gewerbe verglichen werden sollen, darf die Zahl der bisherigen Schadensfälle nicht fehlen. Versicherer verlangen in der Regel eine schriftliche Dokumentation für die letzten 5 Jahre.

Man sollte auf keinen Fall bekannte Vorschäden verschweigen. Die Aussicht auf vergünstigte Beiträge mag verlockend sein. Doch man setzt seinen kompletten Versicherungsschutz aufs Spiel. Sobald der Versicherer von nicht gemeldeten Vorschäden erfährt, kann er die Leistung im Schadensfall verweigern und den Vertrag kündigen. Eigentümer von gewerblich genutzten Immobilien werden es nach einer Kündigung durch den Versicherer sehr schwer haben, eine neue Gebäudeversicherung zu finden.

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Umfang der Gebäudeversicherung für Gewerbeimmobilien

Grundstücke und Gebäude, die von einem Gewerbe genutzt werden, sind dank der Gebäudeversicherung gegen die häufigsten äußeren Ursachen für Schäden abgesichert. Für die mitunter enormen Kosten für Schadensbereinigung, Instandsetzung oder Abriss kommt die Versicherung auf. Stellt die jeweilige gewerbliche Aktivität ein zusätzliches Risiko für das versicherte Gebäude dar, wird dies entsprechend vom Versicherer eingepreist.

Die grundsätzlich vom Versicherungsschutz jeder Gebäudeversicherung abgedeckten Schadensursachen sind:

  • Überschwemmung
  • Blitzeinschlag
  • Brände
  • Wasser- und Abwasserleitungsschäden
  • Sturm und Hagel

Mitunter sind Tarife von Gebäudeversicherungen im Angebot, bei denen die Glasversicherung für Türen, Fenster usw. enthalten ist. Ansonsten müssen Glasbruchversicherungen eigenständig abgeschlossen werden.

Gefahren gewerblicher Nutzung
Bestimmte Formen der gewerblichen Nutzung bergen besondere Gefahren. So stellen Fertigungstechniken und Rohmaterialien im verarbeitenden Gewerbe mitunter ein Risiko für die genutzten Räume und das Gebäude dar. Deshalb kann es, je nach Art des Gewerbes, Beitragsaufschläge geben.

Beispielsweise ist bei einem Holzbetrieb die Gefahr eines Brandes ungleich höher. Ähnlich ist es beim Umgang mit gefährlichen Stoffen wie Säuren oder Gasen. Versicherer verlangen hier besondere Sicherheitsvorkehrungen, um  das Risiko kalkulierbar zu halten.

Gebäudeversicherung bei Wechsel des Eigentümers

Bei jedem Eigentümerwechsel wird automatisch die Gebäudeversicherung übertragen. Das gilt für Gewerbe wie für die private Nutzung. Der neue Eigentümer ist fortan für die Versicherung von Gebäude und Grundstück verantwortlich. An ihn wird sich der Versicherer wegen der Zahlung zukünftiger Beiträge wenden.

Allerdings müssen die neuen Eigentümer einer gewerblichen Immobilie nicht bis zum nächsten ordentlichen Kündigungstermin warten. Dem neuen Eigentümer wird ein Sonderkündigungsrecht mit einer Frist von 4 Monaten eingeräumt. Diese Zeit sollte genutzt werden. Teilweise sind die übernommenen Konditionen nicht mehr aktuell. Ein Vergleich von verschiedenen Gebäudeversicherungen kann sich lohnen.

Gebäudeversicherung bei Umbauten und Renovierungen

Ist die Nutzung einer Immobilie durch Gewerbe geplant, können Umbaumaßnahmen notwendig werden. Wie alle Veränderungen am Gebäude, sind bauliche Schritte rechtzeitig dem Versicherer mitzuteilen. Vor allem die Umwidmung von Wohnraum in Gewerbeflächen hat bedeutende Auswirkungen auf die Gebäudeversicherungen.

Schließlich kann sich neben dem Wert des Objekts auch die Risikoeinstufung erheblich verändern. Bisher kleine Gefahren können je nach erstrebter Nutzung zu deutlichen Risiken werden. Um den Versicherungsschutz daran angleichen zu können, sollten derartige Maßnahmen nicht zu spät dem Versicherer kommuniziert werden. Andernfalls droht akute Unterversicherung. Das kann den Versicherungsnehmer im Schadensfall teuer zu stehen kommen.

Gebäudeversicherung bei gemischter Nutzung

Nicht selten werden Immobilien sowohl gewerblich als auch zum Wohnen genutzt. Für die Gebäudeversicherung handelt es sich dann um eine Mischnutzung. Weil Wohnräume anders bewertet werden als Gewerbeflächen, ist der Gewerbeanteil ausschlaggebend für die Versicherung des gesamten Objektes.

Für den Versicherer gilt eine Immobilie ab einem Anteil von 50 Prozent als gewerblich. Von 100 qm werden also 50 oder mehr für wirtschaftliche Zwecke genutzt. Eine Umwidmung muss somit dem Versicherer bekannt gemacht werden. Andernfalls stimmt die Berechnungsgrundlage nicht mit der tatsächlichen Nutzung überein. Daraus kann eine Überversicherung genauso resultieren wie eine Unterversicherung.

Höhere Kosten für Saisongeschäfte

Analog zum Ferienhaus kommen auf Versicherte mit Saisongeschäft höhere Kosten zu. Die Gebäudeversicherung ist teurer, weil die Anbieter von Zeiten des Leerstands ausgehen. Während die Geschäfte ruhen, könnten Schäden eintreten und unentdeckt bleiben. Dann würde der Schaden größer ausfallen, als wenn das ganze Jahr über jemand die Räumlichkeiten nutzt.

Manche Eigentümer haben die Möglichkeit, ihre Gebäude abwechselnd von verschiedenen Saisongeschäften nutzen zu lassen. So wäre die ganzjährige Nutzung sichergestellt. In anderen Fällen jedoch stehen die Geschäftsräume beispielsweise außerhalb der Urlaubssaison leer. So ist gerade die Tourismusbranche von höheren Kosten für Gebäudeversicherungen betroffen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.11.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Mario Müller
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