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Private Pflege­versicherung

Unsere Empfehlungen für Ihren Schutz - inkl. Test 2019 und Tarif-Vergleich
Das Wichtigste in Kürze
  • Im Pflegefall kommt die gesetzliche Versicherung nicht für sämtliche Kosten auf. Diese Lücke schließt die private Pflegeversicherung.
  • Eine private Absicherung ist in drei Formen möglich: als Pflegetagegeld-, als Pflegekosten- und als Pflegerenten-Versicherung.
  • Die Pflegetagegeld-Variante wird vom Staat mit 5 Euro pro Monat gefördert („Pflege-Bahr„).
  • Wie hoch die Kosten einer privaten Pflegeversicherung ausfallen, hängt nicht nur von der gewählten Versicherungsform ab, sondern u. a. auch vom Alter und dem Gesundheitszustand des Versicherten.
  • Im aktuellen Test 2019 durch das Wirtschaftsmagazin Euro bewährten sich vor allem s. g. Kombi-Produkte. Unter anderem schnitten die Tarife von Allianz, Barmenia und Arag gut ab.
So gehen Sie beim Abschluss vor
  • Ermittleln Sie, welche Leistungen Ihnen wirklich wichtig sind. Ansonsten wählen Sie womöglich einen zu großen Leistungsumfang – und zahlen unnötig hohe Prämien.
  • Vergleichen Sie die aktuellen Angebote miteinander. Mitunter gibt es deutliche Leistungs- und auch Preis-Unterschiede. Unsere Versicherungsexperten helfen Ihnen dabei.

Warum braucht man eine private Pflegeversicherung?

Die Leistungen aus der staatlichen Gesundheitskasse reichen in der Regel nicht aus, um eine umfassende Versorgung zu gewährleisten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, eine zusätzliche private Absicherung in Form einer privaten Pflegeversicherung abzuschließen. Auch im hohen Alter will man sich wohlfühlen & das geht oftmals nur in einem Pflegeheim oder im betreuten Wohnen.

Die Preisunterschiede aber auch die Qualität variieren enorm. Genauso, wie Sie im Urlaub in Ein-Stern-Hotel oder ein Fünf-Sterne-Hotel einchecken können. Sollen es vergleichbar im Alter mindestens 3 Sterne sein, so können Sie schnell mit mehreren tausend Euro im Monat rechnen, wovon die gesetzliche Pflegeversicherung oft nicht viel mehr als ein Drittel bezahlt. Die Lücke von 2/3 kann also schnell mehrere tausend Euro kosten, die Sie dann privat tragen müssen.

Im Idealfall bezahlt hierfür dann die private Pflegeversicherung. Zusätzliches Plus, wenn Sie Kinder haben: Auch diese sichern Sie mit einer privaten Absicherung ab, weil Sie sonst die Kosten tragen werden müssen.

Was zahlt der Staat im Fall der Pflegebedürftigkeit

Wie viel Geld die staatliche Versicherung im Pflegefall zahlt, hängt von der Einstufung in die fünf Pflegegrade ab. Diese Einstufung nimmt ein medizinischer Gutachter vor.

Pflegegrade

Pflegrade Art und Grad der Pflegebedürftigkeit
1 Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
2 Erhebliche Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
3 Schwere Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
4 Schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
5 Schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung stellen

Wurde der Pflegegrad festgelegt, richtet sich die Höhe der monatlichen Pflegeleistungen nach der Art der Pflege. Achtung: in Pflegestufe 1 & 2 gibt es häufig nichts oder nur sehr sehr wenig vom Staat. Häufig kommt es zu langen Auseinandersetzungen mit den Behörden, wenn es um den Pflegegrad geht. Mit einer privaten Pflegeversicherung kann man deutlich beruhigter sein & ist finanziell auch im hohen Alter stets abgesichert.

PFLEGEGRAD 1 2 3 4 5
Geldleistung ambulant (in Euro) 316 545 728 901
Sachleistung ambulant (in Euro) 689 1.298 1.612 1.995
Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden) (in Euro) 125 125 125 125 125
Leistungsbetrag vollstationär (in Euro) 125 770 1.262 1.775 2.005

Erklärvideo: 2 wichtige Fragen & Antworten zur Pflegeversicherung

Welche 3 Arten der Pflegeversicherung gibt es?

Aufgrund der Fülle des Angebots an Pflegeversicherungen und der vielen Fallstricke empfehlen wir in jedem Fall eine Expertenberatung. Kontaktieren Sie uns gern jederzeit & fordern Sie einen Tarifvergleich an.

Pflegetagegeld

Die Pflegetagegeldversicherung lässt dem Versicherten die Wahl, für welche Dienstleistungen er im Pflegefall das Geld verwendet. Aus diesem Grund wird die Pflegetagegeldversicherung häufig von unabhängigen Test-Instituten wie z. B. der Stiftung Warentest empfohlen.

Bei Vertragsschluss wird die Höhe des Pflegetagegeldes vereinbart. Im Pflegefall wird dann für jeden Tag, an dem Pflege benötigt wird, dieser Betrag ausgezahlt.

Die ausgezahlte Höhe hängt von der Pflegebedürftigkeit und dem Pflegegrad ab. In dieser Variante ist allerdings das Risiko einer Kostensteigerung der Pflegekosten nicht abgesichert.

Pflegekostenversicherung

Die Pflegekostenversicherung orientiert sich an der Praxis der Krankenversicherer. Sie erstattet Ihnen die tatsächlich entstandenen Kosten bis zu einem Höchstbetrag.

Diese Variante ist besonders sinnvoll, wenn die Pflege durch professionelles Personal erfolgen soll (im Gegensatz zur Pflege durch z. B. Familienangehörige). Welchen Anteil der Kosten die Pflegeversicherung übernehmen soll, wird bei Vertragsabschluss festgelegt.

Der Nachteil dieser Form der Pflegeversicherung ist, dass Familien- und Freundschaftshilfe finanziell oftmals nur gering unterstützt wird.

Pflegerentenversicherung

Die Pflegerentenversicherung bietet lebenslang monatliche Leistungen, wenn der Versicherte pflegebedürftig wird. Sie ist eine spezielle Form der Lebensversicherung.

Eine Pflegerentenversicherung ist oftmals teurer als andere Policen, bietet dafür allerdings auch eine größere Flexibilität. So kann beispielsweise eine Zeit lang der Beitrag ausgesetzt werden.

Welche Variante für Sie am sinnvollsten ist, finden unsere Versicherungsfachleute gemeinsam mit Ihnen heraus.

Kostenloser Tarif-Vergleich zur privaten Pflegeversicherung

Aktuelle Tarife aus 2019 für Sie persönlich angepasst und optimiert.

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Pflegeversicherung

Bei der Pflegesachleistung wird ein Pflegebedürftiger zu Hause durch einen ambulanten Pflegedienst betreut.
Wenn ein Pflegebedürftiger von Angehörigen, Bekannten, Freunden oder Nachbarn gepflegt wird, kann eine Geldleistung an den Pflegebedürftigen ausgezahlt werden, die er beliebig ausgeben kann.
Bei der Kombination von Sach- und Geldleistungen erhält der Pflegedienst einen Teil der Leistungen direkt von der Pflegekasse. Welche Leistungen dies genau betrifft, kann der Pflegebedürftige mit seinem Pflegedienst absprechen.
Bei vollstationärer Pflege zahlt die Pflegeversicherung an das Pflegeheim ein monatliche Pauschale, die sich nach der Höhe des Pflegegrades richtet. Für Pflegegrad 3 zahlt die Versicherung beispielsweise 1.000 Euro, bei Pflegegrad 4 1.300 Euro und für bei Pfleggrad 5 1.600 Euro.
Kostenerstattungen gibt es vor allem für Heil- und Hilfsmittel. Dort muss allerdings streng zwischen den Zuständigkeiten der Krankenversicherung und der Pflegeversicherung unterschieden werden. Die Pflegeversicherung zahlt nur für Pflegehilfsmittel wie Pflegebetten, Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe etc.
Wenn eine pflegende Person, die einen Angehörigen pflegt und aus diesem Grund Pflegegeld aus der Pflegeversicherung erhält wegen Krankheit, Erholungsurlaubs oder aus anderen Gründen ihre Pflegeaufgabe nicht wahrnehmen kann, so hat der Pflegebedürftige einen Anspruch auf Pflegeersatz. Sowohl ein ambulanter Pflegedienst als auch Privatpersonen können diesen Ersatz übernehmen.
Sowohl bei der Pflegetagegeldversicherung, als auch bei der Pflegerentenversicherung kann der Kunde je nach Tarif die Leistungen später nachträglich ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.
In der privaten Pflegerentenversicherung steigen die Beiträge nicht an.
Bei der Pflegerentenversicherung brauchen die Kunden keine Beiträge zahlen, wenn der Pflegefall eintritt.
In der Pflegerentenversicherung ist es möglich, statt monatlicher Beiträge die Option „Einmalzahlung“ zu wählen.
Checkliste zur privaten Pflegeversicherung

Wenn Sie eine private Pflegeversicherung abschließen wollen, sollten Sie neben einem günstigen Beitrag und der Höhe des Tagegeldes auf folgende Leistungsmerkmale achten:

  • Leistung sollte auch bei Pflege durch Laien gewährleistet werden (beispielsweise Familienangehörige)
  • Einfacher Nachweis der Pflegebedürftigkeit
  • Beitragsfreistellung der Pflegezusatzversicherung im Leistungsfall
  • Versicherungs- bzw. Leistungsdynamik ohne Gesundheitsprüfung
  • Leistung ab Pflegegrad 1
  • Verzicht auf Wartezeit

Kosten der privaten Pflegeversicherung

Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung orientieren sich die Prämien bei der privaten Pflegeversicherung nicht am Einkommen des Versicherten, sondern an mehreren anderen Faktoren (s. folgender Abschnitt auf dieser Seite). Aus diesem Grund befürchten einige Verbraucher, dass eine private Absicherung kaum zu bezahlen ist. Die Kosten halten sich bei guter Planung allerdings in Grenzen – und sind womöglich gut investiert, denn die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, steigt mit fortschreitendem Alter.

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Die monatlichen Kosten für eine private Absicherung hängen von vielen Faktoren ab. Auf einige dieser Punkte haben Versicherte sogar einen direkten Einfluss.

Diese Faktoren geben den Ausschlag für den monatlichen Beitrag:

  • Alter des Kunden beim Abschluss des Vertragsabschluss
  • Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers
  • Typ der Pflegeversicherung
  • Vereinbarte Leistungen, zum Beispiel nach Pflegegraden
Risiko der Pflegebedürftigkeit nach Alter
  • 40 bis unter 60 Jahre: 23,9 Prozent
  • 60 bis unter 70 Jahre: 25,7 Prozent
  • 70 bis unter 80 Jahre: 42,5 Prozent
  • 80 bis unter 90 Jahre: 62,7 Prozent
  • über 90 Jahre: 74 Prozent

(Quelle: Altenbericht der Bundesregierung, Stand: 2016, Pflegebedürftigkeit in allen fünf Pflegegraden)

BERATER-TIPP

»Bei der Einstufung können manchmal wenige Minuten entscheidend sein, die der Gutachter mit dem Versicherten verbringt! Achten Sie deshalb darauf, dass der Gutachter wirklich jede erforderliche Hilfe festhält. Scheuen Sie sich nicht, Widerspruch gegen den folgenden Bescheid einzulegen, wenn Sie der Meinung sind, dass nicht alle Umstände berücksichtigt wurden.«

Alter des Versicherten bei Vertragsschluss

Die günstigsten Prämien für eine private Pflegeversicherung zahlen Kunden, die sich im jungen Alter um einen Vertrag bemühen. Mit Mitte 30 sind die meisten Menschen gesund, das Risiko, pflegebedürftig zu werden, ist vergleichsweise gering. Versicherer bieten deshalb Verträge zu niedrigen Beiträgen an.

Mit steigendem Alter steigen auch die monatlichen Kosten für eine private Pflegeversicherung. Wer über vierzig Jahre alt ist, muss für die Absicherung im Pflegefall bereits spürbar mehr zahlen.

Gesundheit des Versicherten

Neben dem Alter beeinflusst der Gesundheitszustand des Kunden die Kosten einer privaten Pflegeversicherung. Ist der Kunde vollkommen gesund, halten sich die monatlichen Beiträge für eine Pflegepolice vergleichsweise in Grenzen. Wer bereits mit Vorerkrankungen zu tun hat, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Versicherungen lassen sich das höhere Risiko, dass bei Vorerkrankungen vorhanden ist, mit höheren Versicherungsbeiträgen bezahlen.

Um dieses Risiko bestmöglich abschätzen zu können, erbitten die Versicherungsgesellschaften vor einem Vertragsabschluss die Beantwortung von Gesundheitsfragen. Die Antworten dieses Fragebogens sind mitentscheidend für die Kosten einer privaten Krankenversicherung. Unter Umständen werden einige gemachten Angaben durch Nachfrage bei Ärzten oder Krankenkassen überprüft.

Ganz wichtig: Die Gesundheitsfragen müssen unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden! Ist dieses nicht der Fall und kommt es zu einem Schadensfall, kann es passieren, dass die Versicherung nur einen Teil der Versicherungssumme auszahlt oder die Auszahlung sogar komplett verweigert. Aus diesem Grund kann es unter Umständen ratsam sein, Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten, um ausschließlich Angaben zu machen, die sich mit den Arztberichten decken.

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Pflegeversicherung im Test

Das Wirtschaftsmagazin Euro hat zuletzt einen ausführlichen Pflegeversicherungs-Test durchgeführt (Stand: 2018/2019). In Kooperation mit der Analysegesellschaft für Anlage- und Versicherungsprodukte haben die Tester mehrere Pflege-Bahr-Tarife unter die Lupe genommen.

Da die Leistungen der geförderten Pflege nicht ausreichen, um die Versorgungslücke zu schließen, wurden auch Kombi-Angebote untersucht, in denen private Pflegeversicherung und Pflege-Bahr in Kombination abgeschlossen werden können.

Kombi-Tarife schneiden insgesamt besser ab

Von den 15 Pflege-Bahr-Tarifen ist nur das Angebot der Central wirklich überzeugend. Die Police central.pflege schneidet für alle Altersgruppen mit dem Qualitätsurteil „sehr gut“ ab. Der größte Teil der geprüften Angebote erhielt zumindest ein „gut“.

Bei den 13 Kombi-Tarifen fallen die Wertungen deutlich besser aus. Für jede Altersgruppe gibt es mehrere sehr gute Tarife.

Kombi-Tarife – Testsieger

Anbieter Tarif
Allianz PflegeBahr (PZTG02)+PflegetageldBest (PZTB03)
Barmenia DFPV (gefördert), Pflege100D (ungefördert)
Arag ARAG FörderPflege PF – ARAG IndividualPflege PIN

Pflege-Bahr – Testsieger

Anbieter Tarif
Central central.pflege
Hallesche FÖRDERbar
Bayerische Beamtenkrankenkasse FörderPflege

So wurde getestet

Der Test liefert Ergebnisse für zwei Produkte der privaten Pflegeversicherung. Es wurden sowohl reine Pflege-Bahr-Tarife als auch Kombi-Tarife bewertet, die geförderte Pflege-Bahr-Tarife und ungeförderte Policen kombinieren.

Zusätzlich untersuchten die Experten die Konditionen der Versicherungspolicen für jeweils drei verschiedene Altersgruppen und legten dabei Anfangsalter von 25, 45 und 55 Jahren fest.

Diese Kriterien wurden bewertet

  • Beitragshöhe
  • Höhe der Auszahlungen je nach Pflegegrad
  • Dynamisierung
  • Geltungsbereich
  • Wartezeit
  • Höchstalter
  • Mindestvertragsdauer
  • Leistungen bei Suchterkrankungen

Private Pflegeversicherung für Beamte

Beamte besitzen in der privaten Pflegeversicherung einen Sonderstatus. Sie genießen den sogenannten Beihilfestatus. Dies bedeutet, dass bei Eintritt einer Pflegebedürftigkeit der Dienstherr zwischen 50 und 70 Prozent der anfallenden Pflegekosten übernimmt. Sie benötigen einen Beihilfe-Tarif in der privaten Krankenversicherung. Dieser deckt die Kosten ab, die nicht vom Staat getragen werden. Dennoch ist eine weitere Pflegezusatzversicherung zu empfehlen, da die private Pflegeversicherung für Beamte in Kombination mit der Beihilfe nicht die kompletten Pflegekosten abdecken wird.

Private Pflegeversicherung möglichst früh abschließen
Verbraucher sollten spätestens zwischen Mitte 40 und Ende 50 eine private Pflegeversicherung abgeschlossen haben. Denn in diesem Alter sind die empfehlenswerten Tarife noch bezahlbar. Wer sich noch früher für eine private Pflegeversicherung entscheidet, kann noch mehr Geld sparen. Je jünger die Versicherten beim Vertragsabschluss sind, desto geringer ist die Beitragshöhe. Personen ab 70 Jahre werden in der Regel keine private Pflegeversicherung mehr abschließen können.

Auszahlungen bei den einzelnen Versicherungstypen

Pflegetagegeldversicherung zahlt Tagessätze

Bei der Pflegetagegeldversicherung bekommt der Kunde im Pflegefall pro Tag eine feste Summe als Zuschuss ausgezahlt. Über dieses Geld kann er frei verfügen und somit selbst entscheiden, ob professionelle Pflegekräfte beauftragt oder Familienangehörige zur Pflege hinzugezogen werden. Damit ist diese private Pflegepolice flexibel, gleichzeitig ist sie am preiswertesten.

Wie teuer ein Vertrag ist, hängt von den Leistungen ab. Grundsätzlich gilt: Je höher der Pflegegrad ist, umso höher sollten die Leistungen sein.

Beispiel für eine gute Absicherung:

  • Pflegegrad 5: bis 1.500 Euro monatlich
  • Pflegegrad 4: bis 1.200 Euro monatlich
  • Pflegegrad 3: bis 900 Euro monatlich
  • Pflegegrad 2: bis 450 Euro monatlich
  • Pflegegrad 1: bis 150 Euro monatlich

Achtung: Pflegetagegeldversicherungen werden auch staatlich gefördert. Möglich ist es, eine private Absicherung mit dem „Pflege-Bahr“ zu kombinieren. Dann gibt es monatlich einen Zuschuss von 5 Euro bzw. einen Jahreszuschuss von 60 Euro. Um in den Genuss des Zuschlags zu kommen, muss eine Pflegetagegeldpolice für einen monatlichen Beitrag von mindestens zehn Euro abgeschlossen werden.

Pflegekostenversicherung berücksichtigt tatsächliche Kosten

Die Pflegekostenversicherung zahlt keinen festen Betrag pro Tag aus, sondern richtet die Auszahlung nach den tatsächlich benötigten Pflegeleistungen. Wer also mehr Pflege braucht, bekommt diese auch bezahlt. Dafür sind im Vergleich zur Pflegetagegeldpolice die Kosten allerdings auch etwas höher.

Die tatsächlichen Kosten hängen von den Leistungen ab, die im Pflegefall übernommen werden: Einige Anbieter übernehmen die nachgewiesenen Ausgaben für die Pflege vollständig, andere begrenzen ihre Leistungen auf eine bestimmte Höhe.

In der Pflegekostenversicherung gibt es ganz unterschiedliche Tarife, wie etwa:

  • Tarife, die gesetzliche Leistungen prozentual aufstocken, etwa zu 50 oder bis zu 100 Prozent
  • Tarife, die Kosten für den stationären Aufenthalt in Pflegeheimen zur Hälfte oder vollständig übernehmen
  • Tarife, die sämtliche Restkosten absichern

Vorteil: Die Mehrzahl der Tarife decken nicht nur die Pflegekosten ab. Sie zahlen darüber hinaus auch für Hilfsmittel wie etwa Bettenlifter oder Rollstühle oder kommen für einen Teil der Ausgaben bei der behindertengerechten Anpassung des Wohnraums auf.

Pflegerentenversicherung zahlt eine private Rente

Bei der privaten Pflegerentenversicherung erhält der Versicherungsnehmer im Pflegefall eine monatliche Rente. Über das Geld kann der Versicherungsnehmer frei verfügen, muss allerdings auch höhere Versicherungsprämien in Kauf nehmen.

Auch bei der Pflegerente gilt: Mit steigenden Pflegegraden sollte auch die Rente steigen. Denn die Ausgaben für das Pflegeheim steigen entsprechend der Pflegebedürftigkeit.

Planung das A und O

Vor dem Abschluss einer privaten Pflegeversicherung sollten Sie gut überlegen, was Sie im Pflegefall benötigen. Folgende Fragen sollten Sie sich stellen:

    • Wie will ich gepflegt werden?
    • Was kann ich mit meiner Rente und meinem Vermögen abdecken?
    • Wie groß ist meine Lücke zwischen gesetzlicher Pflege und tatsächlichen Ausgaben?
    • Gibt es Unterstützer im privaten Umfeld?
    • Pflegen mich Freunde oder Angehörige zu Hause?
    • Will und kann ich sie bezahlen, etwa mit dem Tagegeld aus eine Police?
    • Bin ich Single und bleibe es auch im Alter?
    • Möchte ich deshalb lieber in einem Seniorenstift gepflegt werden?
    • Kann mir eine Pflegerente finanzielle Unabhängigkeit sichern?

Bei der Beantwortung von diesen und weiteren Fragen unterstützt Sie selbstverständlich unser Versicherungs-Team.

Kosten steuerlich geltend machen

Ausgaben für die private Pflegeversicherung können gegenüber dem Finanzamt als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Beamte, Selbstständige, Pensionäre und Rentner profitieren hier besonders: Eine abzugsfähige Höchstgrenze entfällt hier.

Einen jährlichen steuerlichen Höchstbetrag für die Abzugsfähigkeit haben dagegen Arbeitnehmer. Meist ist dieser bereits durch andere Vorsorgeausgaben für Versicherungspolicen abgedeckt. Höhere Kosten akzeptiert der Fiskus, wenn sie der Grundversorgung dienen.

Private Pflegeversicherung kündigen

Der Versicherungsvertrag einer privaten Pflegezusatzversicherung wird in der Regel unbefristet abgeschlossen. Bei vielen Gesellschaften gibt es jedoch eine Mindestvertragsdauer: Eine Kündigung ist dann beispielsweise frühestens zum Ende des dritten Versicherungsjahres möglich.

Der Versicherungsnehmer hat ein außerordentliches Kündigungsrecht, wenn der Versicherer die Beiträge erhöht, ohne gleichzeitig die Leistungen anzupassen.

Wenn sich herausstellen sollte, dass der Versicherungsnehmer bei der Gesundheitsbefragung falsche Angaben gemacht hat, kann der Vertrag vom Versicherungsunternehmen außerordentlich gekündigt und bereits geleistete Zahlungen zurückgefordert werden.

Vergleich der wichtigsten Kriterien

Prüfen Sie mit Ihrem Versicherungskaufmann, welche Leistungen bzw. Rahmenbedingungen für Sie wichtig sind und welche eher nicht. Dieses können sein:

  • Wartezeit – Wegfall oder nur kurze Wartezeit nach Vertragsabschluss
  • Leistungsbeginn bei anerkannter Pflegebedürftigkeit
  • Flexible Anpassungsmöglichkeiten des Vertrags bei Leistungs- oder Preisänderungen
  • Leistungsübernahme bei verspätet gemeldeten Versicherungsfall
  • Leistungen schon ab erstem Pflegegrad
  • Voller Leistungserhalt, wenn Angehörige die Pflege (oder einen Teil der Pflege) übernehmen

Wenn Sie Hilfe beim Tarifvergleich benötigen oder sich nicht sicher sind, welche Dinge für Sie wichtig sind, wenden Sie sich gerne vertrauensvoll an unsere Versicherungsfachleute. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.05.2019 aktualisiert.
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