Private Pflege­versicherung

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Das Wichtige in Kürze

  • Im Pflegefall kommt die gesetzliche Versicherung nicht für sämtliche Kosten auf. Diese Lücke schließt die private Pflege­versicherung.
  • Eine private Absicherung ist in drei Formen möglich: als Pflegetagegeld-, als Pflegekosten- und als Pflegerenten-Versicherung.
  • Die Pflegetagegeld-Variante wird vom Staat mit 5 Euro pro Monat gefördert (Pflege-Bahr).
  • Wie hoch die Kosten einer privaten Pflege­versicherung ausfallen, hängt nicht nur von der gewählten Versicherungs­form ab, sondern u. a. auch vom Alter und dem Gesundheits­zustand des Versicherten.
  • Im aktuellen Test durch das Wirtschaftsmagazin Euro bewähren sich vor allem s. g. Kombi-Produkte.

Warum braucht man eine private Pflege­versicherung?

Ist eine private Pflege­versicherung Pflicht? Nein. Aber die Leistungen aus der staatlichen Gesundheits­kasse reichen in der Regel nicht aus, um eine umfassende Versorgung zu gewährleisten. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, eine zusätzliche private Absicherung in Form einer privaten Pflege­versicherung abzuschließen. Auch im hohen Alter will man sich wohlfühlen & das geht oftmals nur in einem Pflegeheim oder im betreuten Wohnen.

Die Preisunterschiede aber auch die Qualität variieren enorm. Genauso, wie Sie im Urlaub in Ein-Stern-Hotel oder ein Fünf-Sterne-Hotel einchecken können. Sollen es vergleichbar im Alter mindestens 3 Sterne sein, so können Sie schnell mit mehreren tausend Euro im Monat rechnen, wovon die gesetzliche Pflege­versicherung oft nicht viel mehr als ein Drittel bezahlt. Die Lücke von 2/3 kann also schnell mehrere tausend Euro kosten, die Sie dann privat tragen müssen.

Im Idealfall bezahlt hierfür dann die Versicherung. Zusätzliches Plus, wenn Sie Kinder haben: Auch diese sichern Sie mit einer privaten Absicherung ab, weil Sie sonst die Kosten tragen werden müssen.


Was zahlt der Staat im Fall der Pflegebedürftigkeit

Wie viel Geld die staatliche Versicherung im Pflegefall zahlt, hängt von der Einstufung in die fünf Pflegegrade ab. Diese Einstufung nimmt ein medizinischer Gutachter vor.

Pflegegrade:

PflegegradArt und Grad der Pflegebedürftigkeit
1Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
2Erhebliche Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
3Schwere Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
4Schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
5Schwerste Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten, die besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung stellen

Wurde der Pflegegrad festgelegt, richtet sich die Höhe der monatlichen Pflegeleistungen nach der Art der Pflege. Achtung: in Pflegestufe 1 und 2 gibt es häufig nichts oder nur sehr sehr wenig vom Staat. Häufig kommt es zu langen Auseinandersetzungen mit den Behörden, wenn es um den Pflegegrad geht. Mit einer privaten Pflege­versicherung kann man deutlich beruhigter sein und ist finanziell auch im hohen Alter stets abgesichert.

Pflegegrad12345
Geldleistung ambulant (in Euro)316545728901
Sachleistung ambulant (in Euro)6891.2981.6121.995
Entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden) (in Euro)125125125125125
Leistungsbetrag vollstationär (in Euro)1257701.2621.7752.005

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Warum ist die private Pflege­versicherung sinnvoll?

Pflege in Deutschland ist teuer. Die hohen Kosten für eine professionelle Versorgung zu Hause oder im Pflegeheim müssen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zum großen Teil selbst finanzieren. Für eine Vollversorgung ist die gesetzliche Pflege­versicherung allerdings nicht gedacht. Sie ist so konzipiert, dass sie nur einen Teil der Leistungen trägt. Bei jedem vierten Pflegebedürftigen decken schon heute die gesetzliche Pflegekasse plus Rente plus Vermögen die Kosten nicht mehr ab.

Etwa eine halbe Million Menschen müssen deswegen zum Sozialamt und dort „Hilfe zur Pflege“ beantragen. Aber selbst diese Leistungen gibt es nicht geschenkt. Sind die Kinder der Pflegebedürftigen dazu in der Lage, müssen sie das Geld später zurückzahlen. Wer diese Belastungen für seine Angehörigen nicht will und sich stattdessen im Fall der Pflege ein selbstbestimmtes Leben sichern möchte, braucht eine Absicherung. Hier ist eine private Pflege­versicherung sinnvoll.


So sehen die Pflegelücken aus

Experten haben den Bedarf an Geld für die professionelle Pflege geschätzt. Trotz der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegekasse kamen sie auf eine Lücke, die zu schließen ist. So ergeben sich für die ambulante Pflege in der Wohnung des Pflegebedürftigen durch Pflegekräfte folgende monatliche Zusatzkosten:

  • Pflegegrad 1 – 125 Euro
  • Pflegegrad 2 – 500 Euro
  • Pflegegrad 3 – 1.100 Euro
  • Pflegegrad 4 – 2.200 Euro
  • Pflegegrad 5 – 2.200 Euro

(Angaben pro Monat; Quelle: test.de)


Welche Pflegegrade sollte man mit einer privaten Pflege­versicherung absichern?

Nach übereinstimmender Ansicht vieler Fachleute ist eine private Pflege­versicherung sinnvoll für sämtliche Pflegegrade. Allein von den seit Beginn des Jahres 2017 neu eingestuften Pflegebedürftigen werden rund vier Fünftel zu Hause versorgt – etwa 85 Prozent davon mit den Pflegegraden eins bis drei. Mit einer guten Pflege können diese Menschen noch für eine lange Zeit in der eigenen Wohnung versorgt werden. Deshalb ist es wichtig, für die Fälle vorzusorgen, die besonders häufig vorkommen. Das bedeutet: Eine private Pflege­versicherung muss ausreichende Leistungen für die niedrigen Pflegegrade vorsehen. Da viele Menschen am liebsten in den eigenen vier Wänden versorgt werden wollen, muss für die ambulante Pflege in allen Pflegegraden ausreichend Geld da sein.

Experten-Tipp:

„Eine zusätzliche Pflege­versicherung ergibt in jedem Fall Sinn. Vor allem, wenn Sie auch im höheren Alter frei entscheiden wollen, wie Sie leben und gepflegt werden möchten. Manch einer hat sich einen guten Lebensstandard aufgebaut, auf den er auch im Alter nicht verzichten sollte.“

Foto von Robert Böhrk
Signatur von Robert Böhrk
Robert Böhrk
Berater

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Drei Arten der privaten Pflege­versicherung

Aufgrund der Fülle des Angebots an Pflege­versicherungen und der vielen Fallstricke empfehlen wir in jedem Fall eine Expertenberatung. Kontaktieren Sie uns gern jederzeit und fordern Sie einen Tarifvergleich an.


Pflegetagegeld

Die Pflegetagegeld­versicherung lässt dem Versicherten die Wahl, für welche Dienstleistungen er im Pflegefall das Geld verwendet. Aus diesem Grund wird die Pflegetagegeld­versicherung häufig von unabhängigen Test-Instituten wie z. B. der Stiftung Warentest empfohlen. Bei Vertragsschluss wird die Höhe des Pflegetagegeldes vereinbart. Im Pflegefall wird dann für jeden Tag, an dem Pflege benötigt wird, dieser Betrag ausgezahlt. Egal ob häusliche Pflege, ambulante Pflege oder stationäre Pflege. Die ausgezahlte Höhe hängt von der Pflegebedürftigkeit und dem Pflegegrad ab. In dieser Variante ist allerdings das Risiko einer Kostensteigerung der tatsächlichen Pflegekosten nicht abgesichert.


Pflegekosten­versicherung

Die Pflegekosten­versicherung orientiert sich an der Praxis der gesetzlichen Kranken­versicherer. Sie erstattet Ihnen die tatsächlich entstandenen Kosten bis zu einem Höchstbetrag. Diese Variante ist besonders sinnvoll, wenn die Pflege durch professionelles Personal – ambulante Pflege oder stationäre Pflege – erfolgen soll (im Gegensatz zur häuslichen Pflege durch z. B. Familienangehörige). Welchen Anteil der Kosten die Pflege­versicherung übernehmen soll, wird bei Vertragsabschluss festgelegt. Der Nachteil dieser Form der Pflege­versicherung ist, dass Familien- und Freundschaftshilfe finanziell oftmals nur gering unterstützt wird.


Pflegerenten­versicherung

Die Pflegerenten­versicherung bietet lebenslang monatliche Leistungen, wenn der Versicherte pflegebedürftig wird. Sie ist eine spezielle Form der Lebens­versicherung. Eine Pflegerenten­versicherung ist oftmals teurer als andere Policen, bietet dafür allerdings auch eine größere Flexibilität. So kann beispielsweise eine Zeit lang der Beitrag ausgesetzt werden.

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Leistungen der privaten Pflege­versicherung

Pflegesachleistungen

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Bei der Pflegesachleistung wird ein Pflegebedürftiger zu Hause durch einen ambulanten Pflegedienst betreut.

Geldleistungen

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Wenn ein Pflegebedürftiger von Angehörigen, Bekannten, Freunden oder Nachbarn gepflegt wird, kann eine Geldleistung an den Pflegebedürftigen ausgezahlt werden, die er beliebig ausgeben kann.

Kombination aus Sach- und Geldleistungen

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Bei der Kombination von Sach- und Geldleistungen erhält der Pflegedienst einen Teil der Leistungen direkt von der Pflegekasse. Welche Leistungen dies genau betrifft, kann der Pflegebedürftige mit seinem Pflegedienst absprechen.

Vollstationäre Pflege

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Bei vollstationärer Pflege zahlt die Pflege­versicherung an das Pflegeheim ein monatliche Pauschale, die sich nach der Höhe des Pflegegrades richtet. Für Pflegegrad 3 zahlt die Versicherung beispielsweise 1.000 Euro, bei Pflegegrad 4 1.300 Euro und für bei Pfleggrad 5 1.600 Euro.

Kostenerstattungen

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Kostenerstattungen gibt es vor allem für Heil- und Hilfsmittel. Dort muss allerdings streng zwischen den Zuständigkeiten der Kranken­versicherung und der Pflege­versicherung unterschieden werden. Die Pflege­versicherung zahlt nur für Pflegehilfsmittel wie Pflegebetten, Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe etc.

Verhinderungspflege

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Wenn eine pflegende Person, die einen Angehörigen pflegt und aus diesem Grund Pflegegeld aus der Pflege­versicherung erhält wegen Krankheit, Erholungsurlaubs oder aus anderen Gründen ihre Pflegeaufgabe nicht wahrnehmen kann, so hat der Pflegebedürftige einen Anspruch auf Pflegeersatz. Sowohl ein ambulanter Pflegedienst als auch Privatpersonen können diesen Ersatz übernehmen.

Nachträgliche Leistungserhöhung (Dynamik)

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Sowohl bei der Pflegetagegeld­versicherung, als auch bei der Pflegerenten­versicherung kann der Kunde je nach Tarif die Leistungen später nachträglich ohne erneute Gesundheits­prüfung erhöhen. Bei Verträgen mit Dynamik steigt die Prämie jährlich um einen vereinbarten Prozentsatz. Auch ein Ausgleich der Inflation wird so erreicht. Das macht Sinn, weil zwischen Vertragsbeginn und der Pflegebedürftigkeit gut dreißig Jahre und mehr vergehen können. Die Pflege ist dann noch teurer. Für den Pflegebedürftigen spielt das keine Rolle, wenn er die Möglichkeit hat, regelmäßig Beiträge und Leistungen zu erhöhen. Der automatische Anstieg kann auch im Vertrag vorgesehen sein. Maßstab sollte die jährliche Inflationsrate sein.

Beitragsstabilität in der Pflegerenten­versicherung

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In der privaten Pflegerenten­versicherung steigen die Beiträge nicht an.

Beitragsfreiheit im Pflegefall

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Bei der Pflegerenten­versicherung brauchen die Kunden keine Beiträge zahlen, wenn der Pflegefall eintritt.

Einmalzahlung in der Pflegerenten­versicherung

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In der Pflegerenten­versicherung ist es möglich, statt monatlicher Beiträge die Option „Einmalzahlung“ zu wählen.

Checkliste zur privaten Pflege­versicherung

Wenn Sie eine private Pflege­versicherung abschließen wollen, sollten Sie neben einem günstigen Beitrag und der Höhe des Tagegeldes auf folgende Leistungsmerkmale achten:

  • Leistung sollte auch bei häuslicher Pflege durch Laien gewährleistet werden (beispielsweise Familienangehörige)
  • Einfacher Nachweis der Pflegebedürftigkeit
  • Beitragsfreistellung der Pflegezusatz­versicherung im Leistungsfall
  • Versicherungs­- bzw. Leistungsdynamik ohne Gesundheits­prüfung
  • Leistung ab Pflegegrad 1
  • Verzicht auf Wartezeit

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Kosten der privaten Pflege­versicherung

Wie viel kostet eine private Pflege­versicherung? Anders als bei der gesetzlichen Kranken­versicherung orientieren sich die Prämien bei der privaten Pflege­versicherung nicht am Einkommen des Versicherten, sondern an mehreren anderen Faktoren (s. folgender Abschnitt auf dieser Seite). Aus diesem Grund befürchten einige Verbraucher, dass eine private Absicherung kaum zu bezahlen ist. Die Kosten halten sich bei guter Planung allerdings in Grenzen – und sind womöglich gut investiert, denn die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, steigt mit fortschreitendem Alter.


Diese Faktoren geben den Ausschlag für den monatlichen Beitrag:

  • Alter des Kunden beim Abschluss des Vertragsabschluss
  • Gesundheits­zustand des Versicherungs­nehmers
  • Typ der Pflege­versicherung
  • Vereinbarte Leistungen, zum Beispiel nach Pflegegraden

Risiko der Pflegebedürftigkeit nach Alter

  • 40 bis unter 60 Jahre: 23,9 Prozent
  • 60 bis unter 70 Jahre: 25,7 Prozent
  • 70 bis unter 80 Jahre: 42,5 Prozent
  • 80 bis unter 90 Jahre: 62,7 Prozent
  • über 90 Jahre: 74 Prozent

(Quelle: Altenbericht der Bundesregierung, Stand: 2016, Pflegebedürftigkeit in allen fünf Pflegegraden)

Experten-Tipp:

„Bei der Einstufung können manchmal wenige Minuten entscheidend sein, die der Gutachter mit dem Versicherten verbringt! Achten Sie deshalb darauf, dass der Gutachter wirklich jede erforderliche Hilfe festhält. Scheuen Sie sich nicht, Widerspruch gegen den folgenden Bescheid einzulegen, wenn Sie der Meinung sind, dass nicht alle Umstände berücksichtigt wurden.“

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Robert Böhrk
Berater

Alter des Versicherten bei Vertragsschluss

Die günstigsten Prämien für eine private Pflege­versicherung zahlen Kunden, die sich im jungen Alter um einen Vertrag bemühen. Mit Mitte 30 sind die meisten Menschen gesund, das Risiko, pflegebedürftig zu werden, ist vergleichsweise gering. Versicherer bieten deshalb Verträge zu niedrigen Beiträgen an. Mit steigendem Alter steigen auch die monatlichen Kosten für eine private Pflege­versicherung. Wer über vierzig Jahre alt ist, muss für die Absicherung im Pflegefall bereits spürbar mehr zahlen.

Verbraucher sollten spätestens zwischen Mitte 40 und Ende 50 eine private Pflege­versicherung abgeschlossen haben. Denn in diesem Alter sind die empfehlenswerten Tarife noch bezahlbar. Wer sich noch früher für eine private Pflege­versicherung entscheidet, kann noch mehr Geld sparen. Je jünger die Versicherten beim Vertragsabschluss sind, desto geringer ist die Beitragshöhe. Personen ab 70 Jahre werden in der Regel keine private Pflege­versicherung mehr abschließen können.


Gesundheit des Versicherten

Neben dem Alter beeinflusst der Gesundheits­zustand des Kunden die Kosten einer privaten Pflege­versicherung. Ist der Kunde vollkommen gesund, halten sich die monatlichen Beiträge für eine Pflegepolice vergleichsweise in Grenzen. Wer bereits mit Vorerkrankungen zu tun hat, muss tiefer in die Tasche greifen. Die Versicherungen lassen sich das höhere Risiko, dass bei Vorerkrankungen vorhanden ist, mit höheren Versicherungs­beiträgen bezahlen.

Um dieses Risiko bestmöglich abschätzen zu können, erbitten die Versicherungs­gesellschaften vor einem Vertragsabschluss die Beantwortung von Gesundheits­fragen. Die Antworten dieses Fragebogens sind mitentscheidend für die Kosten einer privaten Kranken­versicherung. Unter Umständen werden einige gemachten Angaben durch Nachfrage bei Ärzten oder Krankenkassen überprüft.

Ganz wichtig: Die Gesundheits­fragen müssen unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden! Ist dieses nicht der Fall und kommt es zu einem Schadensfall, kann es passieren, dass die Versicherung nur einen Teil der Versicherungs­summe auszahlt oder die Auszahlung sogar komplett verweigert. Aus diesem Grund kann es unter Umständen ratsam sein, Rücksprache mit dem Hausarzt zu halten, um ausschließlich Angaben zu machen, die sich mit den Arztberichten decken.

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Private Pflege­versicherung im Test (2021)

In regelmäßigen Abständen überprüfen unabhängige Testinstitute und Analysehäuser die Tarifangebote und Leistungen der einzelnen Versicherungen. Im Fokus stehen dabei häufig auch Service, Unternehmensqualität und Finanzstärke der Anbieter. Die jeweiligen Testergebnisse bieten Verischerungsnehmern eine gute Orientierung bei der Wahl ihrer Pflege­versicherung. Alle aktuellen Testergebnisse für 2021 finden Sie hier:

Zum vollständigen Test und den Testsiegern (2021)

Private Pflege­versicherung für Beamte

Beamte besitzen in der privaten Pflege­versicherung einen Sonderstatus. Sie genießen den sogenannten Beihilfestatus. Dies bedeutet, dass bei Eintritt einer Pflegebedürftigkeit der Dienstherr zwischen 50 und 70 Prozent der tatsächlichen Pflegekosten übernimmt. Sie benötigen einen Beihilfe-Tarif in der privaten Kranken­versicherung. Dieser deckt die Kosten ab, die nicht vom Staat getragen werden. Dennoch ist eine weitere Pflegezusatz­versicherung zu empfehlen, da die private Pflege­versicherung für Beamte in Kombination mit der Beihilfe nicht die kompletten Pflegekosten abdecken wird.

Auszahlung bei den einzelnen Versicherungs­typen

Pflegetagegeld­versicherung zahlt Tagessätze

Bei der Pflegetagegeld­versicherung bekommt der Kunde im Pflegefall pro Tag eine feste Summe als Zuschuss ausgezahlt. Über dieses Geld kann er frei verfügen und somit selbst entscheiden, ob professionelle Pflegekräfte (z. B. für eine ambulante Pflege) beauftragt oder Familienangehörige zur häuslichen Pflege hinzugezogen werden. Damit ist diese private Pflegepolice flexibel, gleichzeitig ist sie am preiswertesten. Wie teuer ein Vertrag ist, hängt von den Leistungen ab. Grundsätzlich gilt: Je höher der Pflegegrad ist, umso höher sollten die Leistungen sein.

Beispiel für eine gute Absicherung:

  • Pflegegrad 5: bis 1.500 Euro monatlich
  • Pflegegrad 4: bis 1.200 Euro monatlich
  • Pflegegrad 3: bis 900 Euro monatlich
  • Pflegegrad 2: bis 450 Euro monatlich
  • Pflegegrad 1: bis 150 Euro monatlich

Achtung: Pflegetagegeld­versicherungen werden auch staatlich gefördert. Möglich ist es, eine private Absicherung mit dem „Pflege-Bahr“ zu kombinieren. Dann gibt es monatlich einen Zuschuss von 5 Euro bzw. einen Jahreszuschuss von 60 Euro. Um in den Genuss des Zuschlags zu kommen, muss eine Pflegetagegeldpolice für einen monatlichen Beitrag von mindestens zehn Euro abgeschlossen werden.


Pflegekosten­versicherung berücksichtigt tatsächliche Pflegekosten

Die Pflegekosten­versicherung zahlt keinen festen Betrag pro Tag aus, sondern richtet die Auszahlung nach den tatsächlich benötigten Pflegeleistungen. Wer also mehr Pflege braucht, bekommt diese auch bezahlt. Dafür sind im Vergleich zur Pflegetagegeldpolice die Kosten allerdings auch etwas höher. Die tatsächlichen Pflegekosten hängen von den Leistungen ab, die im Pflegefall übernommen werden: Einige Anbieter übernehmen die nachgewiesenen Ausgaben für die Pflege vollständig, andere begrenzen ihre Leistungen auf eine bestimmte Höhe.

In der Pflegekosten­versicherung gibt es ganz unterschiedliche Tarife, wie etwa:

  • Tarife, die gesetzliche Leistungen prozentual aufstocken, etwa zu 50 oder bis zu 100 Prozent
  • Tarife, die Kosten für den stationären Aufenthalt in Pflegeheimen zur Hälfte oder vollständig übernehmen
  • Tarife, die sämtliche Restkosten absichern

Vorteil: Die Mehrzahl der Tarife decken nicht nur die tatsächlichen Pflegekosten ab. Sie zahlen darüber hinaus auch für Hilfsmittel wie etwa Bettenlifter oder Rollstühle oder kommen für einen Teil der Ausgaben bei der behindertengerechten Anpassung des Wohnraums auf.


Pflegerenten­versicherung zahlt eine private Rente

Bei der privaten Pflegerenten­versicherung erhält der Versicherungs­nehmer im Pflegefall eine monatliche Rente. Über das Geld kann der Versicherungs­nehmer frei verfügen, muss allerdings auch höhere Versicherungs­prämien in Kauf nehmen. Auch bei der Pflegerente gilt: Mit steigenden Pflegegraden sollte auch die Rente steigen. Denn die Ausgaben für das Pflegeheim steigen entsprechend der Pflegebedürftigkeit.


Planung ist das A und O

Vor dem Abschluss einer privaten Pflege­versicherung sollten Sie gut überlegen, was Sie im Pflegefall benötigen. Folgende Fragen sollten Sie sich stellen:

  • Wie will ich gepflegt werden?
  • Was kann ich mit meiner Rente und meinem Vermögen abdecken?
  • Wie groß ist meine Lücke zwischen gesetzlicher Pflege und tatsächlichen Ausgaben?
  • Gibt es Unterstützer im privaten Umfeld?
  • Pflegen mich Freunde oder Angehörige zu Hause?
  • Will und kann ich sie bezahlen, etwa mit dem Tagegeld aus eine Police?
  • Bin ich Single und bleibe es auch im Alter?
  • Möchte ich deshalb lieber in einem Seniorenstift gepflegt werden?
  • Kann mir eine Pflegerente finanzielle Unabhängigkeit sichern?

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Kosten steuerlich geltend machen

Ausgaben für die private Pflege­versicherung können gegenüber dem Finanzamt als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Beamte, Selbstständige, Pensionäre und Rentner profitieren hier besonders: Eine abzugsfähige Höchstgrenze entfällt hier. Einen jährlichen steuerlichen Höchstbetrag für die Abzugsfähigkeit haben dagegen Arbeitnehmer. Meist ist dieser bereits durch andere Vorsorgeausgaben für Versicherungs­policen abgedeckt. Höhere Kosten akzeptiert der Fiskus, wenn sie der Grundversorgung dienen. Trotzdem sollten die Aufwendungen in der Steuererklärung angegeben werden. Leistungen aus der privaten Pflege­versicherung sind im Übrigen steuerfrei.

Private Pflege­versicherung kündigen

Der Versicherungs­vertrag einer privaten Pflegezusatz­versicherung wird in der Regel unbefristet abgeschlossen. Bei vielen Gesellschaften gibt es jedoch eine Mindestvertragsdauer: Eine Kündigung ist dann beispielsweise frühestens zum Ende des dritten Versicherungs­jahres möglich. Der Versicherungs­nehmer hat ein außerordentliches Kündigungsrecht, wenn der Versicherer die Beiträge erhöht, ohne gleichzeitig die Leistungen anzupassen. Wenn sich herausstellen sollte, dass der Versicherungs­nehmer bei der Gesundheits­befragung falsche Angaben gemacht hat, kann der Vertrag vom Versicherungs­unternehmen außerordentlich gekündigt und bereits geleistete Zahlungen zurückgefordert werden.

Vergleich der wichtigsten Kriterien

Für wen lohnt sich eine private Pflege­versicherung? Und welche Pflege­versicherung ist die beste? Prüfen Sie mit Ihrem Versicherungs­kaufmann, welche Leistungen bzw. Rahmen­bedingungen für Sie wichtig sind und welche eher nicht. Dieses können sein:

  • Wartezeit – Wegfall oder nur kurze Wartezeit nach Vertragsabschluss
  • Leistungsbeginn bei anerkannter Pflegebedürftigkeit
  • Flexible Anpassungsmöglichkeiten des Vertrags bei Leistungs- oder Preisänderungen
  • Leistungsübernahme bei verspätet gemeldeten Versicherungs­fall
  • Leistungen schon ab erstem Pflegegrad
  • Voller Leistungserhalt, wenn Angehörige die Pflege (oder einen Teil der Pflege) übernehmen

Wenn Sie Hilfe beim Tarifvergleich benötigen oder sich nicht sicher sind, welche Dinge für Ihre private Pflege­versicherung wichtig sind, wenden Sie sich gerne vertrauensvoll an unsere Versicherungs­fachleute. Die Beratung ist kostenlos und unverbindlich.

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Foto von Katharina Tennius
Katharina Tennius
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