Das erwartet Sie hier
Ob sich eine Risikolebensversicherung für Sie lohnt, was sie kostet und welche Summe und Laufzeit Ihre Familie braucht.
Inhalt dieser Seite- Was ist eine Risikolebensversicherung?
- Ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll?
- Wie sichern Familien und Paare ihre Hinterbliebenen ab?
- Welche Summe und Laufzeit braucht Ihre Risikolebensversicherung?
- Konstant oder fallend: Welche Summe passt zu einem Kredit?
- Was kostet eine Risikolebensversicherung?
- Welche Anbieter empfehlen wir für die Risikolebensversicherung?
- Wie berechnen Sie Ihre Risikolebensversicherung?
- Wie wird die Risikolebensversicherung bei Steuer und Erbe behandelt?
- Wie läuft die Auszahlung der Risikolebensversicherung?
- Wie kündigen Sie eine Risikolebensversicherung?
- Häufige Fragen (FAQ)
Das Wichtigste in Kürze
- Die Risikolebensversicherung zahlt eine vereinbarte Summe, wenn die versicherte Person in der Laufzeit stirbt, sonst gibt es nichts zurück.
- Als Summe nennt der GDV 3 bis 5 Bruttojahresgehälter plus offene Kredite, die Laufzeit reicht, bis die Kinder selbständig sind.
- Ein 30-jähriger EDV-Ingenieur, Nichtraucher, zahlte im September 2026 für 200.000 € Summe und 30 Jahre Laufzeit je nach Versicherer 8,82 bis 15,94 € im Monat.
- Für Kredite passt eine annuitätisch fallende Summe, fallende Summen kosten beim GDV-Standardkunden 37 bis 52 % weniger.

Marc Björn Wolter
Unser Experte für die Risikolebensversicherung
Für Ihre Familie zählt nicht der billigste Tarif, sondern die richtige Summe …
… und eine Laufzeit, die reicht, bis Ihre Kinder auf eigenen Beinen stehen. Die Risikolebensversicherung zahlt eine vereinbarte Summe, wenn die versicherte Person während der Laufzeit stirbt. Sie ersetzt damit das Einkommen, das Ihrer Familie fehlen würde, oder hilft, einen Kredit zu tilgen. Die gesetzliche Witwenrente deckt nur einen Teil, unverheiratete Partner bekommen gar keine. Günstig ist der Schutz vor allem, wenn Sie jung und gesund abschließen. Mit 40 Jahren kostet er beim Standardkunden des Versichererverbands GDV gut doppelt so viel wie mit 30 Jahren. Wir zeigen, für wen sich die Versicherung lohnt, welche Summe und Laufzeit passen und was sie kostet. Dazu kommen die Absicherung eines Kredits, die Anbieter, die wir empfehlen, und was bei Steuer, Auszahlung und Kündigung gilt.
Das ist neu in 2026
Witwenrente: Seit dem 01.07.2026 bleiben bei der gesetzlichen Witwen- und Witwerrente 1.122,53 Euro eigenes Nettoeinkommen im Monat anrechnungsfrei. Was darüber liegt, wird zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.
Was ist eine Risikolebensversicherung?
Eine Risikolebensversicherung zahlt eine vereinbarte Summe, wenn die versicherte Person während der Laufzeit stirbt. Das Geld bekommen die Menschen, die im Vertrag als Bezugsberechtigte stehen. Läuft der Vertrag ohne Todesfall ab, wird nichts ausgezahlt. Sie ist kein Sparprodukt, sondern reiner Schutz für Hinterbliebene oder einen Kredit.
Wer im Vertrag welche Rolle hat
Jeder Vertrag kennt drei Rollen. Oft liegen zwei davon bei derselben Person, nötig ist das aber nicht. Der Versicherungsnehmer bestimmt über den Vertrag und darüber, wer das Geld bekommt (Quelle: § 150 VVG).
Versicherungsnehmer
Er schließt den Vertrag ab, zahlt die Beiträge und bestimmt den Bezugsberechtigten. Zahlt ein Dritter die Beiträge, erwirbt dieser dadurch keine Rechte.
Versicherte Person
Ihr Tod während der Laufzeit löst die Leistung aus. Ist sie nicht selbst Versicherungsnehmer, muss sie schriftlich in den Vertrag einwilligen.
Bezugsberechtigter
Er erhält das Geld direkt vom Versicherer, ohne Umweg über den Nachlass. Ein widerrufliches Bezugsrecht können Sie jederzeit ändern.
Risikoleben, Kapitalleben, Restschuld oder Sterbegeld: der Unterschied
Alle vier zahlen beim Tod, aber für verschiedene Zwecke. Die Risikolebensversicherung ist die reine Form der Lebensversicherung: Ihr Beitrag deckt nur das Todesfallrisiko. Ein Sparanteil fehlt, deshalb gibt es auch keinen Rückkaufswert.
| Versicherung | Zahlt bei | Gedacht für |
|---|---|---|
| Risikolebensversicherung | Tod in der Laufzeit | Hinterbliebene und Kredite |
| Kapitallebensversicherung | Tod oder Ablauf | Todesfallschutz plus Sparen |
| Restschuldversicherung | Tod, oft auch Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit | Einen bestimmten Kredit |
| Sterbegeldversicherung | Tod, meist lebenslang, oft erst nach einer Wartezeit | Bestattungskosten |
Eine Restschuldversicherung ist in der Regel teurer und hat ungünstigere Bedingungen. Die Risikolebensversicherung gehört dagegen Ihnen und kann den Kredit überdauern. Sterbegeld deckt nur die Bestattung, kein wegfallendes Einkommen. Risikoschutz und Sparen trennen Sie am besten in zwei Verträge, so rät es auch die Verbraucherzentrale Hamburg (Quelle: Verbraucherzentrale Hamburg).
Ist eine Risikolebensversicherung sinnvoll?
Ja, wenn andere Menschen auf Ihr Einkommen angewiesen sind oder ein Kredit offen ist. Das gilt vor allem für Familien mit Kindern, unverheiratete Paare und Kreditnehmer. Haben Sie weder Angehörige zu versorgen noch Schulden, brauchen Sie meist keine.
Für wen sich die Risikolebensversicherung lohnt
Entscheidend ist, wer nach Ihrem Tod eine finanzielle Lücke hätte. Die gesetzliche Rente für Hinterbliebene ersetzt nur einen Teil des Einkommens. Manche Gruppen bekommen sie gar nicht, andere brauchen das Geld für einen Kredit.
| Lebenslage | Brauchen Sie sie? | Warum |
|---|---|---|
| Familie mit Kindern | Ja, meist dringend | Ein Einkommen fällt weg, die Waisenrente beträgt nur 10–20 % der Rente des Verstorbenen |
| Unverheiratete Paare | Ja | Keine Witwenrente, nur 20.000 € Freibetrag bei der Erbschaftsteuer |
| Kredit oder Baufinanzierung | Ja, für die Restschuld | Sonst tragen die Hinterbliebenen den Kredit allein |
| Selbständige und Geschäftspartner | Oft | Ohne Rentenversicherungspflicht gibt es keine gesetzliche Hinterbliebenenrente |
| Ohne Angehörige und ohne Kredit | Meist nicht | Niemand ist auf Ihr Einkommen angewiesen |
Wie groß das Risiko ist
Ein früher Tod ist selten, aber kein Einzelfall. Im Jahr 2025 starben in Deutschland 71.221 Menschen im Alter zwischen 20 und 59 Jahren (Quelle: Destatis). Nach unserer Rechnung aus der aktuellen Sterbetafel des Statistischen Bundesamts stirbt von den 35-Jährigen bis zum 60. Geburtstag etwa jeder 14. Mann und jede 24. Frau. Versicherte mit Gesundheitsprüfung sterben seltener, die Werte sind eine Obergrenze.
Was einer Familie nach einem Todesfall fehlt
Fällt eines von zwei Einkommen weg, bleibt kaum mehr als der Grundbedarf. Arbeitet der Hinterbliebene danach weniger, reicht das Geld nicht mehr. Das zeigt eine Beispielrechnung des Versichererverbands GDV. Sie geht von einem Haushalt mit vier Personen und zwei gleichen Einkommen aus.
Rechenbeispiel: Was einer Familie nach einem Todesfall fehlt
Vier Personen, zwei gleiche Einkommen, Beispiel des GDV nach der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023
| Posten | Betrag im Monat |
|---|---|
| Verfügbares Einkommen vorher | 7.159 € |
| Nach Wegfall eines Einkommens | 3.580 € |
| Hinterbliebener arbeitet 30 % weniger | 2.506 € |
| Grundbedarf der Familie | 3.473 € |
| Lücke zum Grundbedarf | Fast 1.000 € |
Arbeitet der Hinterbliebene 30 Prozent weniger, fehlen der Familie fast 1.000 Euro im Monat schon für das Nötigste (Quelle: GDV).
Trotzdem hat nicht einmal jede zweite Familie mit minderjährigen Kindern eine Risikolebensversicherung. Auch mehr als die Hälfte der Haushalte mit offenem Immobilienkredit ist nicht abgesichert. Nach Schätzung des GDV fehlt in mehr als 20 Millionen Haushalten potenziell eine Absicherung.
- Paare mit minderjährigen Kindern45 %
- Mit offenem Immobilienkredit44,8 %
- Alleinerziehende19,2 %
- Paare ohne Kind15,9 %
- Ohne Immobilienkredit11,1 %
- Alleinlebende7,7 %
Quelle: GDV-Studie Hinterbliebene finanziell absichern, 2026
Ob und in welcher Höhe Sie den Schutz brauchen, hängt von Ihrem Einkommen, Ihren Kindern und Ihren Krediten ab. Einen ersten Monatsbeitrag sehen Sie mit wenigen Angaben im Rechner. Den Bedarf rechnen unsere Berater danach mit Ihren Zahlen durch.
Ihren Risikoschutz berechnen
Der Rechner fragt Summe, Alter, Laufzeit, Raucherstatus, schwere oder chronische Krankheiten und Ihre Berufsgruppe ab und zeigt sofort einen Monatsbeitrag. Danach prüft Marc Björn Wolter mit Ihnen, welche Summe und Laufzeit Ihre Familie braucht.
- Monatsbeitrag für Ihre Summe und Laufzeit sofort berechnen
- Tarife mehrerer Versicherer im Vergleich
- Haftung nach § 63 VVG
Wie sichern Familien und Paare ihre Hinterbliebenen ab?
Mit einer Summe, die das wegfallende Einkommen ersetzt, und einer Laufzeit, bis die Kinder finanziell selbständig sind. Paare ohne Trauschein schließen am besten zwei Verträge über Kreuz ab. Eltern sind mit zwei Einzelverträgen meist besser geschützt als mit einer verbundenen Leben.
Was die gesetzliche Rente für Hinterbliebene zahlt
Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt Witwen, Witwern und Waisen nur einen Teil der Rente des Verstorbenen. Voraussetzung ist unter anderem, dass er die Wartezeit von fünf Jahren erfüllt hat (Quelle: § 46 SGB VI). Eigenes Einkommen über dem Freibetrag wird auf die Witwenrente zu 40 Prozent angerechnet (Quelle: § 97 SGB VI).
| Leistung | Höhe | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Kleine Witwen- oder Witwerrente | 25 % der Rente des Verstorbenen | Höchstens 24 Monate lang |
| Große Witwen- oder Witwerrente | 55 % der Rente des Verstorbenen | Kind unter 18, ab 47 Jahren oder erwerbsgemindert |
| Waisenrente | 10 % für Halbwaisen, 20 % für Vollwaisen | Bis 18, in Ausbildung bis 27 |
| Unverheiratete Partner | Keine Rente | Ehe oder eingetragene Partnerschaft nötig |
Beamte sind über Witwen- und Waisengeld abgesichert, Selbständige ohne Rentenversicherungspflicht gar nicht. Für alle Familien gilt: Die staatliche Leistung ersetzt das Einkommen nur zum Teil. Den Rest schließt die Risikolebensversicherung, wenn die Summe hoch genug ist.
Wer das Geld für Ihre Kinder verwaltet
Sind Ihre Kinder bezugsberechtigt und noch minderjährig, verwaltet das Geld grundsätzlich der überlebende sorgeberechtigte Elternteil. Einen Vormund gibt es nur, wenn niemand die elterliche Sorge hat. War der Verstorbene allein sorgeberechtigt, entscheidet das Familiengericht (Quelle: § 1680 BGB).
Soll der andere Elternteil das Geld nicht verwalten, etwa nach einer Trennung, legen Sie das bei der Zuwendung fest. Dann wird ein Ergänzungspfleger bestellt, der das Geld für das Kind verwaltet. Das gilt auch für Alleinerziehende, die ihr Kind als Bezugsberechtigten eintragen und den anderen Elternteil von der Verwaltung ausschließen wollen.
Paare: über Kreuz statt verbundener Leben
Unverheiratete Partner bekommen keine Witwenrente und haben bei der Erbschaftsteuer nur 20.000 Euro Freibetrag. Erbschaftsteuerfrei bleibt die Leistung bei der Risikolebensversicherung über Kreuz: Jeder Partner versichert das Leben des anderen, zahlt den Beitrag aus eigenem Geld und bekommt das Geld aus dem eigenen Vertrag. Eine verbundene Leben für beide ist dagegen nicht erbschaftsteuerfrei.
Für Eltern passt die verbundene Leben, also ein Vertrag für zwei Personen, auch sonst schlecht. Sie zahlt nur einmal beim ersten Todesfall, danach ist der Überlebende ohne Schutz. Sterben beide zugleich, gibt es die Summe ebenfalls nur einmal. Eltern sind mit zwei Einzelverträgen meist besser abgesichert.
Welche Summe und Laufzeit braucht Ihre Risikolebensversicherung?
Als Faustregel nennt der Versichererverband GDV drei bis fünf Bruttojahresgehälter zuzüglich offener Kredite. Die Laufzeit richtet sich danach, wie lange Ihr Einkommen ersetzt werden muss. Mit Kindern heißt das: bis sie finanziell selbständig sind.
Die Faustregel als Rechenbeispiel
Eher drei Gehälter reichen, wenn zwei ähnliche Einkommen im Haushalt sind oder keine Kinder da sind. Eher fünf brauchen Allein- oder Hauptverdiener mit kleinen Kindern. Stiftung Warentest nennt dieselbe Spanne als Richtwert. So rechnet der GDV für eine Familie:
Rechenbeispiel: Versicherungssumme nach der Faustregel des GDV
60.000 Euro Bruttojahresgehalt, zwei Kinder, 120.000 Euro Restschuld
| Posten | Betrag |
|---|---|
| 5 Bruttojahresgehälter | 300.000 € |
| Plus offene Kredite | 120.000 € |
| Versicherungssumme | 420.000 € |
Mit Kredit und kleinen Kindern liegt die passende Summe schnell bei über 400.000 Euro (Quelle: GDV).
Genauer rechnen: die Versorgungslücke
Genauer wird es, wenn Sie die Versorgungslücke berechnen. Sie schätzen, welches Einkommen wie lange wegfällt, und ziehen Witwen- und Waisenrente ab. Bei Stiftung Warentest kostete der günstigste Tarif für die 4,5-fache Summe knapp das Vierfache (Finanztest 02/2023, Angebote vom 01.12.2022).
Im Durchschnitt bleiben die Verträge unter der Faustregel: Die durchschnittliche Summe je Vertrag lag 2024 bei 121.000 Euro. Das ist weniger als drei bis fünf durchschnittliche Bruttojahresgehälter, laut GDV war das in jedem Jahr seit 1999 so.
Experten-Tipp:
Die Summe nicht knapp rechnen: der Beitrag steigt langsamer als die Summe
„Viele rechnen die Summe knapp, um ein paar Euro Beitrag zu sparen. Das ist der falsche Hebel, denn der Beitrag steigt langsamer als die Summe. In einer Beispielfamilie des GDV fehlen nach einem Todesfall fast 1.000 Euro im Monat zum Grundbedarf. Mein Rat: Rechnen Sie mit drei bis fünf Bruttojahresgehältern plus Krediten und wählen Sie im Zweifel die höhere Summe.“
Wie lange die Laufzeit sein sollte
Die Laufzeit sollte so lange dauern, wie das wegfallende Einkommen ersetzt werden muss. Bei einem Kredit reicht sie mindestens bis zum Ende der Tilgung. Eine Verlängerung ohne neue Gesundheitsprüfung bieten nur bestimmte Tarife, kündigen können Sie dagegen jederzeit. Im Zweifel wählen Sie deshalb die längere Laufzeit. Wie lange ein Vertrag höchstens laufen kann, legt jeder Tarif selbst fest.
Wenn sich Ihr Bedarf ändert
Heirat, ein Kind oder ein Hauskauf erhöhen den Bedarf. Mehr Schutz ohne neue Gesundheitsprüfung gibt es nur über Optionen, die Ihr Tarif vorsieht. Weniger Schutz ist einfacher: Eine Teilkündigung senkt die Summe, im Marktbeispiel bis auf mindestens 20.000 Euro.
Nachversicherungsgarantie
Erhöhung bei Heirat, Geburt, Adoption oder Immobilienkauf, manchmal auch ohne Anlass. In Marktbeispielen bis 25 Prozent der Summe, höchstens 50.000 Euro je Erhöhung.
Verlängerungsoption
Bei bestimmten Tarifen verlängern Sie die Laufzeit ohne neue Prüfung, laut GDV um bis zu 15 Jahre. Die Option ist an Bedingungen geknüpft.
Beitragsdynamik
Summe und Beitrag steigen jedes Jahr um einen festen Satz, im Marktbeispiel 2 bis 5 Prozent. Sie können die Dynamik jederzeit widerrufen.
Umtauschrecht
Manche Tarife erlauben den Wechsel in eine Kapital- oder Rentenversicherung ohne neue Prüfung. Zum Standard gehört das nicht.
Ob sich eine Dynamik lohnt, ist eine Abwägung. Sie gleicht steigende Preise aus, kostet aber jedes Jahr mehr Beitrag. Werden die Kinder älter, sinkt der Bedarf oft, weil sie bald eigenes Geld verdienen. Wer von Anfang an eine ausreichende Summe wählt, braucht die Dynamik seltener.
Konstant oder fallend: Welche Summe passt zu einem Kredit?
Für einen Kredit passt eine Summe, die mit der Restschuld sinkt. Bei einer Baufinanzierung mit gleichbleibender Rate ist das die annuitätisch fallende Summe, nicht die linear fallende. Für den Schutz der Familie bleibt die konstante Summe die Regel.
Die Varianten der Versicherungssumme
Die Summe kann gleich bleiben, fallen oder vereinzelt steigen. Fallende Summen gibt es in zwei Formen. Beim Standardkunden des Versichererverbands GDV kostet eine fallende Summe je nach Eintrittsalter 37 bis 52 Prozent weniger als eine konstante (Quelle: GDV).
| Variante | So verläuft die Summe | Passt für |
|---|---|---|
| Konstant | Bleibt über die ganze Laufzeit gleich | Familie und Ersatz des Einkommens |
| Linear fallend | Sinkt jedes Jahr um denselben Betrag | Kredite, deren Restschuld gleichmäßig sinkt |
| Annuitätisch fallend | Folgt der Restschuld, sinkt anfangs langsam, später schneller | Baufinanzierung mit gleichbleibender Rate |
| Steigend | Wächst mit der Zeit, nur vereinzelt angeboten | Wachsenden Bedarf |
Bei fallender Summe sinkt der Beitrag nur bei manchen Tarifen jedes Jahr mit. Bei anderen bleibt er über die ganze Laufzeit gleich. Fragen Sie danach, bevor Sie vergleichen.
Warum linear fallend nicht zur Baufinanzierung passt
Bei einem Annuitätendarlehen zahlen Sie jeden Monat dieselbe Rate. Am Anfang besteht sie vor allem aus Zinsen, deshalb sinkt die Restschuld zuerst langsam.
Eine linear fallende Summe sinkt bei 30 Jahren Laufzeit jedes Jahr um 10.000 Euro. Sie liegt damit über viele Jahre unter der Restschuld. Stirbt der Kreditnehmer in dieser Zeit, reicht das Geld nicht für die ganze Restschuld.
Rechenbeispiel: Restschuld und linear fallende Summe
Kredit über 300.000 Euro, 3,5 Prozent Sollzins (Annahme), 2 Prozent Anfangstilgung, Versicherung über 30 Jahre linear fallend
| Posten | Nach 10 Jahren | Nach 15 Jahren | Nach 20 Jahren |
|---|---|---|---|
| Restschuld des Kredits | 229.612 € | 184.226 € | 130.322 € |
| Linear fallende Summe | 200.000 € | 150.000 € | 100.000 € |
| Lücke | 29.612 € | 34.226 € | 30.322 € |
Die linear fallende Summe lässt nach 15 Jahren über 34.000 Euro Restschuld offen, die annuitätisch fallende folgt dem Tilgungsplan.
Was die Bank verlangen darf
Bei einer Baufinanzierung darf die Bank den Kredit von einer Risikolebensversicherung abhängig machen. Den Versicherer dürfen Sie aber frei wählen (Quelle: § 492b BGB). Den Kredit tilgt die Versicherung nur, wenn Sie die Leistung an die Bank abtreten oder Ihre Hinterbliebenen das Geld dafür nehmen. Eine Abtretung geht einem widerruflichen Bezugsrecht vor.
Eine Restschuldversicherung der Bank sichert nur diesen einen Kredit ab. Zu einem gewöhnlichen Verbraucherkredit darf sie seit 2025 erst eine Woche nach dem Kreditvertrag geschlossen werden, sonst ist sie nichtig (Quelle: § 7a VVG). Die Risikolebensversicherung bleibt Ihr eigener Vertrag und kann den Kredit überdauern.
Experten-Tipp:
Für den Kredit nur eine Summe, die der Restschuld folgt
„Für die Baufinanzierung wählen viele eine linear fallende Summe, weil sie am günstigsten aussieht. Beim Annuitätendarlehen sinkt die Restschuld aber anfangs langsamer. Im Beispiel mit 300.000 Euro fehlen nach 15 Jahren über 34.000 Euro. Mein Rat: Lassen Sie die Summe annuitätisch fallen, passend zum Tilgungsplan Ihrer Bank, und fragen Sie, ob der Beitrag mitsinkt.“
Ändert sich der Tilgungsplan, etwa durch eine Sondertilgung oder eine Anschlussfinanzierung, prüfen Sie die Summe neu. Sichert ein Vertrag Familie und Kredit zugleich ab, rechnen Sie die Restschuld zur Summe für die Familie hinzu. Eine konstante Summe passt dann meist besser als eine fallende.
Was kostet eine Risikolebensversicherung?
Für junge Nichtraucher mit kleiner Summe und kurzer Laufzeit nennen Versicherer in Beispielrechnungen wenige Euro im Monat. Im Schnitt zahlen Kunden deutlich mehr: Im Neugeschäft 2023 waren es rund 48 Euro im Monat für durchschnittlich gut 200.000 Euro Summe, Kollektivverträge und erschwerte Risiken eingerechnet. Den Preis bestimmen vor allem Eintrittsalter, Summe, Laufzeit, Gesundheit und Rauchen.
Beispielbeiträge aus den Jahren 2025 und 2026
Die Beispiele stammen aus veröffentlichten Beispielrechnungen von Versicherern, alle für Nichtraucher. Sie zeigen den Zahlbeitrag im Monat. Wo mehrere Versicherer verglichen wurden, steht die Spanne vom günstigsten bis zum teuersten Tarif.
| Modellkunde | Summe und Laufzeit | Beitrag im Monat | Stand |
|---|---|---|---|
| 25 Jahre, Industriekaufmann | 100.000 €, 10 Jahre | 2,16 bis 2,60 € (zwei Tarifstufen), 4,20 € mit Unfallbaustein | Juli 2026 |
| 30 Jahre, EDV-Ingenieur | 200.000 €, 30 Jahre | 8,82 bis 15,94 € (5 Versicherer) | September 2026 |
| 40 Jahre, Industriekaufmann | 100.000 €, 20 Jahre | 8,19 bis 16,33 € (3 Tarifstufen) | März 2025 |
| 45 Jahre, Kfz-Mechatroniker | 150.000 €, 10 Jahre | 13,95 bis 17,96 € (3 Versicherer) | Juli 2026 |
Im Beispiel des 30-Jährigen kostete der teuerste Tarif das 1,8-Fache des günstigsten. Stiftung Warentest fand 2023 sogar Angebote, die mehr als das Dreifache kosteten. Bei solchen Unterschieden lohnt ein Risikolebensversicherung-Vergleich, der neben dem Beitrag auch die Bedingungen bewertet.
Wie Alter, Rauchen und Gewicht den Beitrag verändern
Das Eintrittsalter wirkt am stärksten. Beim Standardkunden des Versichererverbands GDV kostet der Abschluss mit 35 Jahren rund 45 Prozent mehr als mit 30, mit 40 gut das Doppelte. Raucher zahlen bei Abschluss mit 30 Jahren 112 Prozent mehr, mit 45 Jahren 183 Prozent mehr (Quelle: GDV).
- 25 Jahre77 Index
- 30 Jahre100 Index
- 35 Jahre145 Index
- 40 Jahre225 Index
- 45 Jahre359 Index
- 50 Jahre635 Index
Quelle: GDV-Studie Hinterbliebene finanziell absichern, 2026
Starkes Übergewicht verteuert den Beitrag beim GDV-Standardkunden um 18 Prozent, der Beruf hatte im Modell kaum Einfluss. Gefährliche Hobbys wie Motorradfahren oder Tauchen fragt der Versicherer gesondert ab. Früh abzuschließen spart deshalb Geld, solange Sie gesund sind.
Ist der Beitrag ein Festpreis?
Nicht ganz. Versicherer verrechnen laufende Überschüsse sofort mit dem Tarifbeitrag, Sie zahlen den niedrigeren Zahlbeitrag. Sinken die Überschüsse, kann er bis zum Tarifbeitrag steigen. Vergleichen Sie deshalb im Angebot beide Werte, nicht nur den Zahlbeitrag.
Was Ihr Schutz kostet
Im Rechner geben Sie Summe, Alter, Laufzeit und Raucherstatus ein und sehen sofort Ihren Monatsbeitrag. Danach vergleicht Marc Björn Wolter mit Ihnen Beitrag und Bedingungen mehrerer Tarife.
- Monatsbeitrag für Ihre Summe und Laufzeit sofort berechnen
- Anonyme Risikovoranfrage bei Vorerkrankungen
- Persönliche Beratung durch Marc Björn Wolter
Welche Anbieter empfehlen wir für die Risikolebensversicherung?
Wir empfehlen die Allianz, die Dialog und die Europa, ohne Rangfolge. Alle drei erhalten im Rating 2026 des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) die Höchstnote „Exzellent“. Welcher Tarif am besten passt, hängt von Summe, Laufzeit, Gesundheit und Beruf ab.
Unsere drei Empfehlungen in den Tests
Bei der Auswahl achtet unser Experte Marc Björn Wolter auf Leistungsumfang, Beitrag und die Zufriedenheit unserer Kunden. So schneiden die drei in den Tests ab, die Punkte fassen bis zu sechs Tests zusammen. Die Noten von Franke und Bornberg sind der Durchschnitt aller Tarife eines Anbieters.
| Anbieter | Punkte | Franke und Bornberg | IVFP 2026 | DFSI 2026 |
|---|---|---|---|---|
| Allianz | 88 aus 6 Tests | FFF | Exzellent | Sehr gut |
| Dialog | 88 aus 5 Tests | FFF | Exzellent | Hervorragend |
| Europa | 82 aus 6 Tests | FF+ | Exzellent | Hervorragend |
Beim Deutschen Finanz-Service Institut (DFSI) erhält die Europa in allen fünf Berufsgruppen „Hervorragend“, die Dialog für Angestellte, Heilberufe und Berufsanfänger. Die Allianz bekommt im Kundenurteil Fairness von ServiceValue „sehr gut“. Die Europa liegt mit 0,86 Beschwerden je 100.000 Verträge unter dem Median von 1,42 in der Statistik der Finanzaufsicht BaFin für 2025.
Wer in den Tests insgesamt vorn liegt
Über alle Tests liegt die Ideal mit 92 von 100 Punkten vorn, sie ist in vier Tests vertreten. Es folgen die Deutsche Lebensversicherung mit 90 sowie Dialog und Allianz mit je 88 Punkten. Eingerechnet sind Franke und Bornberg, Morgen und Morgen, IVFP, DFSI, ServiceValue und die Beschwerdestatistik der BaFin. Die Testsieger unterscheiden sich je nach Berufsgruppe. Unsere Empfehlungen folgen nicht allein der Punktzahl: Allianz, Dialog und Europa sind in fünf oder sechs Tests vertreten, die Ideal in vier.
Stiftung Warentest hat Risikolebensversicherungen zuletzt in Finanztest 02/2023 verglichen, als reinen Beitragsvergleich ohne Qualitätsurteil. Die Angebote stammen von Dezember 2022, also aus der Zeit vor dem höheren Rechnungszins ab 2025.
Wie berechnen Sie Ihre Risikolebensversicherung?
Mit unserem Rechner: Sie geben Summe, Alter, Laufzeit, Raucherstatus, schwere oder chronische Krankheiten und Ihre Berufsgruppe ein. Sofort sehen Sie einen Monatsbeitrag. Danach vergleichen unsere Berater mit Ihnen Tarife mehrerer Versicherer.
Gesundheitsfragen ehrlich beantworten
Vor dem Abschluss fragt der Versicherer nach Erkrankungen, Gewicht, Rauchen und gefährlichen Hobbys, ab bestimmten Summen auch nach einem Arztbericht. Alles, wonach er in Textform fragt, beantworten Sie vollständig und wahr. Eine Risikolebensversicherung ohne Gesundheitsprüfung gibt es praktisch nicht, nur Wege mit weniger Fragen.
So kommen Sie zu Ihrer Risikolebensversicherung
Vier Schritte führen vom Bedarf zum passenden Vertrag. Am wichtigsten sind die richtige Summe und ein sauber gesetztes Bezugsrecht.
1. Bedarf berechnen
Rechnen Sie drei bis fünf Bruttojahresgehälter plus offene Kredite. Legen Sie die Laufzeit fest, bis die Kinder selbständig sind.
2. Gesundheit vorab klären
Bei Vorerkrankungen fragen unsere Berater anonym bei mehreren Versicherern an. Im Hinweissystem der Versicherer entsteht so kein Eintrag.
3. Tarife vergleichen
Achten Sie neben dem Zahlbeitrag auf den Tarifbeitrag, die Nachversicherung, die Verlängerungsoption und die Variante der Summe.
4. Bezugsrecht festlegen
Tragen Sie die Begünstigten ein. Unverheiratete Paare schließen über Kreuz ab, für einen Kredit klären Sie die Abtretung mit der Bank.
Ein Vertrag läuft meist viele Jahre. Fehler bei Summe, Variante oder Bezugsrecht fallen oft erst im Todesfall auf, wenn niemand mehr nachbessern kann. Lassen Sie deshalb vor dem Abschluss prüfen, ob alles zu Ihrer Familie und zu Ihrem Kredit passt.
Mit uns die passende Risikolebensversicherung finden
Berechnen Sie Ihren Monatsbeitrag für Summe, Alter und Laufzeit. Danach vergleicht Marc Björn Wolter mit Ihnen Tarife mehrerer Versicherer und klärt Vorerkrankungen über eine anonyme Risikovoranfrage.
- Tarife mehrerer Versicherer im Vergleich
- Anonyme Risikovoranfrage bei Vorerkrankungen
- Haftung nach § 63 VVG
Wie wird die Risikolebensversicherung bei Steuer und Erbe behandelt?
Die Auszahlung ist einkommensteuerfrei. Erbschaftsteuer kann anfallen, wenn ein Dritter das Geld aus dem Vertrag des Verstorbenen erhält, auch mit Bezugsrecht. Die Beiträge wirken sich in der Steuererklärung meist nicht aus. Unsere Hinweise sind keine Steuerberatung und ohne Gewähr.
Beiträge in der Steuererklärung
Beiträge zur Risikolebensversicherung zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen. Zusammen mit Kranken- und Pflegeversicherung gilt ein Höchstbetrag von 1.900 Euro im Jahr, wenn Sie steuerfreie Zuschüsse oder Beihilfe bekommen, sonst 2.800 Euro. Meist schöpfen die Kranken- und Pflegebeiträge den Rahmen schon aus, die Risikolebensversicherung in der Steuer wirkt sich dann nicht aus.
Erbschaftsteuer auf die Auszahlung
Mit Bezugsrecht fällt das Geld nicht in den Nachlass, sondern geht direkt an den Begünstigten. Erbschaftsteuerlich zählt es trotzdem als Erwerb von Todes wegen. Die Freibeträge gelten für das gesamte Erbe vom selben Verstorbenen, nicht nur für die Versicherung (Quelle: § 16 ErbStG).
| Empfänger | Persönlicher Freibetrag | Zusätzlicher Versorgungsfreibetrag |
|---|---|---|
| Ehepartner, eingetragener Lebenspartner | 500.000 € | 256.000 €, gekürzt um erbschaftsteuerfreie Hinterbliebenenbezüge wie die Witwenrente |
| Kind | 400.000 € | 10.300 bis 52.000 € je nach Alter |
| Enkel | 200.000 €, 400.000 €, wenn der Elternteil verstorben ist | Keiner |
| Unverheiratete Partner | 20.000 € | Keiner |
Für unverheiratete Partner liegt der Steuersatz über dem Freibetrag bei 30 Prozent. Bei 300.000 Euro aus dem Vertrag des Verstorbenen und ohne weiteres Erbe fallen so 84.000 Euro Erbschaftsteuer an, über Kreuz nichts. Wer die Leistung erhält, muss einen steuerpflichtigen Erwerb binnen drei Monaten, nachdem er davon erfahren hat, dem Finanzamt melden, der Versicherer meldet die Auszahlung ebenfalls.
Wie läuft die Auszahlung der Risikolebensversicherung?
Stirbt die versicherte Person in der Laufzeit, zahlt der Versicherer die vereinbarte Summe an die Bezugsberechtigten. Den Todesfall müssen Sie dem Versicherer unverzüglich melden. Endet der Vertrag ohne Todesfall, gibt es kein Geld zurück.
So kommen die Hinterbliebenen an das Geld
Der Versicherer zahlt, sobald er die nötigen Erhebungen beendet hat. Dauert das länger als einen Monat ab der Meldung, können Sie eine Abschlagszahlung verlangen (Quelle: § 14 VVG). Welche Unterlagen nötig sind, nennen die Bedingungen des Vertrags. Meldung, Fristen und Bezugsrecht laufen bei jeder Auszahlung der Lebensversicherung gleich ab.
Wann der Versicherer nicht zahlt
Bei vorsätzlicher Selbsttötung in den ersten drei Jahren nach Vertragsschluss zahlt der Versicherer nicht. Das gilt nicht bei einer krankhaften Störung der freien Willensbestimmung. Viele Bedingungen schließen außerdem Tod im Zusammenhang mit kriegerischen Ereignissen aus. Tötet der Bezugsberechtigte die versicherte Person vorsätzlich, verliert er seinen Anspruch.
Zahlt die Versicherung auch vor dem Tod?
Manche Tarife zahlen die Summe vorab, wenn der Tod absehbar ist. In einem Marktbeispiel gibt es die volle Summe, wenn eine unheilbare, fortschreitende Krankheit nach fachärztlicher Prognose binnen zwölf Monaten zum Tod führt. Liegt die Restlaufzeit unter zwölf Monaten, gilt das nicht. Diese vorgezogene Todesfallleistung gibt es nur, wenn der Tarif sie vorsieht.
Was nach Ablauf übrig bleibt
Nichts, denn die Risikolebensversicherung hat keinen Sparanteil. Wer neben dem Schutz Vermögen aufbauen möchte, legt getrennt an, etwa über eine fondsgebundene Vorsorge mit ETFs. Getrennt bleiben Sie flexibel: Den Schutz können Sie anpassen oder beenden, ohne Folgen für das Sparen.
Wie kündigen Sie eine Risikolebensversicherung?
Sie können jederzeit zum Ende der laufenden Versicherungsperiode kündigen. Geld zurück gibt es nicht, denn die Risikolebensversicherung hat keinen Rückkaufswert. Bevor Sie kündigen, prüfen Sie, ob eine niedrigere Summe reicht.
Was beim Kündigen passiert
Mit der Kündigung endet der Schutz, gezahlte Beiträge bekommen Sie nicht zurück. Anders als beim Kündigen einer Lebensversicherung mit Sparanteil gibt es keinen Rückkaufswert, weil die Leistung nicht sicher eintritt. Bei konstanter Summe können Sie den Vertrag auch beitragsfrei stellen, die Summe sinkt dann stark. Bei fallender Summe geht das meist nicht.
Was Sie vor einer Kündigung bedenken sollten
Ein neuer Vertrag ist später teurer, weil Sie älter sind und die Gesundheit neu geprüft wird. Beim GDV-Standardkunden kostet der Abschluss mit 45 Jahren rund 3,6-mal so viel wie mit 30. Sinkt nur Ihr Bedarf, senkt eine Teilkündigung die Summe. Kurz nach Abschluss können Sie ohne Begründung widerrufen: innerhalb von 30 Tagen, nachdem Sie Versicherungsschein, Bedingungen und Belehrung erhalten haben (Quelle: § 152 VVG).
Häufige Fragen zur Risikolebensversicherung
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Risikolebensversicherung?
Sobald jemand von Ihrem Einkommen abhängt oder ein Kredit offen ist, etwa beim ersten Kind oder beim Kauf einer Immobilie. Früh abzuschließen spart Geld, solange Sie gesund sind. Beim Standardkunden des GDV kostet der Abschluss mit 35 Jahren rund 45 Prozent mehr als mit 30, laut GDV.
Was passiert mit der Risikolebensversicherung bei einer Trennung?
Der Vertrag läuft weiter. Als Versicherungsnehmer können Sie ein widerrufliches Bezugsrecht jederzeit ohne Zustimmung des Versicherers ändern, laut Versicherungsvertragsgesetz. Ein unwiderrufliches Bezugsrecht lässt sich nicht einseitig ändern. Bei einer verbundenen Leben hängt es vom Tarif ab, ob sich der Vertrag teilen lässt.
Wer bekommt das Geld, wenn kein Bezugsberechtigter im Vertrag steht?
Dann fällt der Anspruch in den Nachlass und geht an die Erben. Fällt der eingetragene Bezugsberechtigte weg, steht das Recht dem Versicherungsnehmer zu, war er selbst die versicherte Person, seinem Nachlass. Die Leistung wird dann zusammen mit dem übrigen Erbe versteuert. Ein gültiges Bezugsrecht bringt das Geld direkt an die Person, die Sie absichern wollen.
Wann gelten Sie bei der Risikolebensversicherung als Nichtraucher?
Das hängt vom Tarif ab. Üblich sind zwölf Monate ohne Rauchen, bessere Tarifstufen verlangen zehn Jahre. E-Zigaretten und Wasserpfeifen zählen als Rauchen, Gelegenheitsraucher gelten meist als Raucher. Nach einem Rauchstopp ist bei manchen Versicherern nach meist zwölf Monaten ein Wechsel in den Nichtrauchertarif möglich.
Wie sind Beamte im Todesfall abgesichert?
Über Witwengeld und Waisengeld. Das Witwengeld beträgt 55 Prozent des Ruhegehalts, das Waisengeld 12 Prozent für Halbwaisen und 20 Prozent für Vollwaisen. Voraussetzung sind unter anderem mindestens fünf Jahre Dienstzeit. Das gilt nach dem Beamtenversorgungsgesetz des Bundes, die Länder regeln es meist gleich.
Was gilt für Selbständige und Geschäftspartner?
Selbständige ohne Rentenversicherungspflicht haben keine gesetzliche Hinterbliebenenrente. Eine Risikolebensversicherung kann auch Geschäftspartner, Schlüsselpersonen oder Betriebskredite absichern. Beiträge von Gesellschaftern zu solchen Verträgen sind aber keine Betriebsausgaben, auch wenn sie betriebliche Kredite absichern. Das hat der Bundesfinanzhof 2013 entschieden (Aktenzeichen VIII R 4/10).
Worin unterscheiden sich Risikolebensversicherung und Restschuldversicherung?
Die Restschuldversicherung sichert nur einen bestimmten Kredit ab und deckt oft auch Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit. Sie ist in der Regel teurer und hat ungünstigere Bedingungen. Die Risikolebensversicherung gestalten Sie frei, sie gehört Ihnen und kann den Kredit überdauern. Bei Baufinanzierungen dürfen Sie den Versicherer selbst wählen, laut Bürgerlichem Gesetzbuch.
Wann passt eine Sterbegeldversicherung besser?
Wenn es nur um die Bestattungskosten geht und kein Einkommen ersetzt werden muss. Sterbegeld ist eine kleine, meist lebenslange Kapitalversicherung, ohne Gesundheitsfragen oft mit Wartezeit. Stiftung Warentest hält sie nur für wenige für sinnvoll, weil viele mehr einzahlen, als die Angehörigen später erhalten, laut Stiftung Warentest.
Wie hoch ist die durchschnittliche Versicherungssumme?
Rund 121.000 Euro je Vertrag, Stand 2024. Insgesamt gab es 7,3 Millionen Risikolebensversicherungen mit fast 885 Milliarden Euro Summe. Der Durchschnitt liegt unter drei bis fünf durchschnittlichen Bruttojahresgehältern, die der GDV als Faustregel nennt, laut GDV.
Wo gilt der Schutz der Risikolebensversicherung?
Im Marktbeispiel gilt der Schutz weltweit, was genau gilt, steht in den Bedingungen Ihres Tarifs. Viele Bedingungen schließen aber Tod im Zusammenhang mit kriegerischen Ereignissen aus. Ausnahmen gibt es unter anderem für ein passives Kriegsrisiko im Ausland und bestimmte Einsätze der Bundeswehr. Was genau gilt, steht in den Bedingungen Ihres Tarifs.
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