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Grenzgänger­versicherung

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Das Wichtigste in Kürze
  • Grenzgänger sind Arbeitnehmer, die in einem EU- bzw. EFTA-Staat wohnen und in einem anderen arbeiten und mindestens einmal in der Woche ins Heimatland zurückkehren.
  • Prinzipiell versichern sich Grenzgänger in dem Land, in dem sie wohnen. Außer bei der Krankenversicherung: Da unterliegen sie zunächst der Versicherungspflicht des Arbeitslandes.
  • In der Schweiz gibt es drei Möglichkeiten für die Krankenversicherung: die Schweizer Pflichtversicherung, die deutsche gesetzliche Versicherung oder die deutsche private Krankenversicherung.
  • Grenzgänger in der Schweiz haben ein Behandlungswahlrecht: Sie können sich entweder in ihrem Wohnland oder in der Schweiz behandeln lassen.
  • Deutsche Arbeitnehmer in Österreich müssen sich in Österreich gesetzlich versichern. Dies geschieht über die jeweilige Gebietskrankenkasse.
  • Grenzgänger, die nach Deutschland zum arbeiten kommen, unterliegen dem deutschen Sozialversicherungsrecht. Dies bedeutet, dass Kranken-, Pflege-, Unfall-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung nach deutschem System geregelt sind.
  • Versicherungen zur privaten Altersvorsorge können als Grenzgänger weitergeführt werden – ausgenommen der Riester-Rente. Die gesetzliche Rente wird in bspw. Deutschland pausiert und in der Schweiz begonnen. Bei Rentenbeginn bezieht der Grenzgänger aus beiden Ländern Rente.
  • Sachversicherungen sowie Arbeitskraftversicherungen können problemlos weitergeführt werden. Voraussetzungen sind ein Wohnsitz und ein Bankkonto in Deutschland. Zudem muss die Versicherung vor Arbeitswechsel ins Ausland abgeschlossen werden.

Was sind Grenzgänger?

Grenzgänger sind allgemein Arbeitnehmer oder Selbständige, die in einem EU- bzw. EFTA-Staat wohnen und regelmäßig über die Grenze hinweg in ein Nachbarland zum Arbeiten pendeln. Wohnsitz und Arbeitsstelle liegen demnach in zwei verschiedenen Staaten, üblicherweise jeweils in Grenznähe. Nach EU-Recht ist ein Grenzgänger jemand, der in einem EU-Land wohnt, in einem anderen arbeitet und meist täglich, aber mindestens einmal wöchentlich zu seiner Wohnung im Heimatland zurückkehrt. Bei der Sozialversicherung gilt allgemein das Prinzip, das Grenzgänger nach dem System des Landes zu versichern sind, in dem die Arbeit stattfindet. Dabei gibt es aber Ausnahmen und Besonderheiten.

Die meisten Grenzgänger aus Deutschland pendeln in die Schweiz zum Arbeiten. Das hohe Schweizer Lohnniveau und die vergleichsweise geringen deutschen Lebenshaltungskosten machen diesen Schritt verlockend. Etwa 60.000 Bundesbürger nutzen diese Chance. Rund 38.000 pendeln regelmäßig von zu Hause nach Österreich zur Arbeit. Andere Länder sind bezüglich „Grenzgängertum“ vergleichsweise unbedeutend. In umgekehrter Richtung kommen die meisten Grenzgänger aus Frankreich zum Arbeiten nach Deutschland – etwa 50.000. Es folgen Grenzgänger aus den Niederlanden und Österreich mit jeweils etwas mehr als 10.000. Alle anderen Länder sind vernachlässigenswert.

Warum sind Grenzgängerversicherungen notwendig?

In einem Land wohnen, in einem anderen Land arbeiten – in Europa ist das inzwischen recht problemlos realisierbar. Der gemeinsame Binnenmarkt und harmonisierte Regelungen machen es möglich. Trotzdem gibt es immer noch Unterschiede – insbesondere, wenn es um Sozialversicherung geht. Grenzgänger bewegen sich sozusagen in zwei rechtlichen Welten. Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld über die Regelungen des neuen Arbeitsortes zu informieren.

Wo muss ich mich als Grenzgänger versichern?

Prinzipiell gilt für Grenzgänger: Man versichert sich in dem Land, indem man wohnt – also seinen sog. Lebensmittelpunkt hat. Dies gilt vor allem für Sachversicherungen, also Hausrat, Haftpflicht oder Rechtsschutz.

Was allerdings die Sozialversicherungen betrifft, werden diese in dem Land abgeschlossen, wo man arbeitet. Grenzgänger obliegen damit dem Sozialversicherungsrecht des jeweiligen Arbeitslandes.

BERATER-TIPP

»Grenzgänger, die aus dem Ausland nach Deutschland zur Arbeit pendeln, unterliegen grundsätzlich dem deutschen Sozialversicherungsrecht. Das heißt: Hier gilt die obligatorische Kranken- und Pflegeversicherung nach dem deutschen System. Ebenso ist es bei der Unfall-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung.«

Eine Ausnahme bilden deutsche Grenzgänger in der Schweiz: Diese haben drei Wahlmöglichkeiten, was ihre Krankenversicherung betrifft. Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt ”Drei Varianten der Krankenversicherung in der Schweiz”.

Schweizer Grenzgänger

Bei deutschen Grenzgängern, die in der Schweiz arbeiten, besteht die Besonderheit, dass der Arbeitsplatz in einem Nicht-EU-Land liegt. EU-Recht gilt hier daher nicht automatisch. Über eine Reihe sogenannter „bilateraler Verträge“ zwischen der Schweiz und der EU ist aber inzwischen doch eine weitgehende Rechtsangleichung realisiert. Das gibt Grenzgängern aus Deutschland in die Schweiz Rechtssicherheit – auch beim Thema Grenzgängerversicherung.

Mehr zu Grenzgängern Deutschland-Schweiz

Krankenversicherung

Für Grenzgänger in die Schweiz gilt grundsätzlich das Erwerbsortprinzip. Dieses besagt, dass man sich als Grenzgänger innerhalb von drei Monaten ab Tätigkeitsbeginn krankenversichern muss. In der Schweiz stehen Grenzgängern drei Varianten zur Verfügung.

Zudem profitieren Grenzgänger in der Schweiz vom sog. Versicherungswahlrecht und dem Behandlungswahlrecht. Diese räumen dem Grenzgänger gewisse Freiheiten ein.

Das Versicherungswahlrecht

Deutsche Grenzgänger in die Schweiz haben bei der Krankenversicherung ein sog. Versicherungswahlrecht. Sie können sich nach Schweizer Recht krankenversichern oder sich von der Schweizer Versicherungspflicht befreien lassen (innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Beschäftigung). Es besteht dann die Möglichkeit, sich in Deutschland entweder freiwillig in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) oder mit einer Privaten Krankenversicherung (PKV) zu versichern. Der Nachteil ist: Schweizer Arbeitgeber zahlen keine Arbeitgeberbeiträge – Arbeitnehmer müssen die Beiträge zu hundert Prozent alleine tragen.

Mehr zur privaten Krankenversicherung
Zudem ist die Entscheidung für eine der Optionen für den gesamten Zeitraum des Grenzgänger-Status bindend. Eine Änderung ist nicht möglich, es sei denn, der Familienstand ändert sich z. B. durch Heirat oder Geburt eines Kindes.

Das Behandlungswahlrecht

Als Grenzgänger hat man die Wahl, sich entweder in der Schweiz oder im eigenen Wohnland behandeln zu lassen. Die Leistungsabrechnung erfolgt in Deutschland dann nach der deutschen Gesetzgebung. Zu beachten gilt: Es werden nur Sachleistungen vergütet. Für Behandlungen in der Schweiz wird je nach Variante der Krankenversicherung abgerechnet. In der Regel sendet man die Rechnungen direkt an seinen Versicherer.

Drei Varianten der Krankenversicherung in der Schweiz

Die Schweiz kennt das „duale“ System von gesetzlicher und privater Krankenversicherung nicht. Alle Krankenkassen sind privatwirtschaftlich organisiert, müssen aber bestimmte Leistungen auf der Grundlage des Schweizer Krankenversicherungsgesetzes (KVG) anbieten. Bezüglich der Grundversicherung (obligatorische Krankenpflegeversicherung) besteht Versicherungspflicht, Zusatzversicherungen sind möglich und freiwillig.

Eine kostenlose Familienversicherung wie in Deutschland gibt es nicht. Bei Behandlungen in der Schweiz muss der Versicherungsnehmer einen gewissen Teil der Kosten selbst tragen (die sog. Franchise). Behandlungen in Deutschland mit Kostenübernahme sind über das sogenannte Formular 106 möglich. Die Krankenversicherungsbeiträge sind einkommensunabhängig und unterscheiden sich regional.

Das große Plus der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung ist die kostenlose Familienversicherung. Dadurch stellen sich Familien mit Kindern oft günstiger. Die Beiträge sind bis zur Beitragsbemessungsgrenze einkommensabhängig (Beitragssatz 14,6 Prozent + Zusatzbeitrag), wodurch die Krankenversicherung vor allem für „Besserverdiener“ teuer wird. Die Krankenversicherung übernimmt nur die Kosten für die medizinische Regelversorgung, darüber hinausgehende Leistungen sind selbst zu tragen. Hier ist Versicherungsschutz über private Krankenzusatzversicherungen möglich.

In der privaten Krankenversicherung ist das Leistungsniveau üblicherweise deutlich höher als in der GKV. Die Beiträge sind einkommensunabhängig und werden nach dem versicherten Risiko kalkuliert. Es gibt keine Familienversicherung. Versicherte können sich ihren Versicherungsschutz nach Bedarf selbst „zusammenbauen“ und damit Beiträge beeinflussen. Für jüngere, alleinstehende Versicherte mit gutem Einkommen kommt die PKV oft günstiger. Ein Manko: Eine spätere Rückkehr in die GKV ist nur schwer möglich.

Mehr zu den Vor- und Nachteilen der privaten Krankenversicherung.

Pflegeversicherung

In der Schweiz gibt es keine Pflegepflichtversicherung wie in Deutschland. Grenzgänger müssen sich daher um ausreichende Pflegeabsicherung selbst kümmern, wenn von der Schweizer Krankenversicherung Gebrauch gemacht wird. Private Pflegeversicherungen sind (ebenso wie Pflegezusatzversicherungen) sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland möglich.

Sonstige Sozialversicherungen in der Schweiz
Eine Wahlmöglichkeit wie bei der Krankenversicherung besteht bei anderen Schweizer Sozialversicherungen nicht. Hier erfolgt für deutsche Grenzgänger die Versicherung nach Schweizer Recht. Die Unfallversicherung wird vom Arbeitgeber übernommen. Bei obligatorischen Arbeitslosenversicherung trägt der Arbeitgeber die Hälfte (Beitragssatz 2,2 Prozent). Das Schweizer Rentensystem ist anders aufgebaut als das deutsche und funktioniert nach einem Drei-Säulen-Modell (Alters- und Hinterlassenenversicherung, Berufliche Vorsorge, steuerbegünstigte private Vorsorge). Bei der beruflichen Vorsorge trägt der Arbeitgeber mindestens die Hälfte der Beiträge.

Grenzgänger nach Österreich

Anders als in der Schweiz, besteht für Grenzgänger in Österreich kein Wahlrecht bei der Krankenversicherung. Hier muss die Versicherung dort erfolgen, wo die Arbeitsstelle ist – also in Österreich. Das gilt auch für die übrigen Sozialversicherungen.

Mehr zu Grenzgängern Deutschland-Österreich

Krankenversicherung

In Österreich besteht wie in Deutschland Krankenversicherungspflicht. Die Krankenvollversicherung ist nur bei gesetzlichen Krankenkassen möglich. Dazu gibt es in jedem Bundesland eine sogenannte Gebietskrankenkasse. Für einige Unternehmen und Berufszweige existieren eigene Krankenkassen. Für Selbständige ist die „Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft“ (SVA) zuständig.

Der Beitrag ist einkommensabhängig. Der Beitragssatz liegt bei 7,56 Prozent, wobei Arbeitnehmer 3,87 Prozent und Arbeitgeber 3,78 Prozent tragen. Es gibt auch eine Familienversicherung, für die – anders als in Deutschland – aber überwiegend Zusatzbeiträge anfallen. Mit einem sogenannten Betreuungsauftrag an eine deutsche Krankenkasse durch die zuständige österreichische Krankenkasse ist es für Grenzgänger möglich, sich in Deutschland „wie ein Kassenpatient“ mit Kostenübernahme behandeln zu lassen.

Für medizinische Leistungen über Kassenleistungen hinaus empfehlen sich private Krankenzusatzversicherungen. Die werden auch von österreichischen Versicherungsunternehmen angeboten. Der Markt ist allerdings klein und die Auswahl entsprechend beschränkt. Die Alternative ist der Abschluss einer deutschen privaten Krankenzusatzversicherung, deren Schutz üblicherweise sowohl in Deutschland als auch im EU-Ausland greift.

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherungssysteme in Deutschland und Österreich sind ähnlich. Das Manko für deutsche Grenzgänger nach Österreich besteht darin, dass das österreichische Pflegegeld an einen Wohnsitz im Land gebunden ist. Den können Grenzgänger üblicherweise nicht vorweisen. Deshalb ist in puncto Grenzgängerversicherung eine zusätzliche Pflegeabsicherung erforderlich.

Sonstige Sozialversicherungen in Österreich
In Österreich erfolgt die Unfallversicherung ebenfalls über den Arbeitgeber. Bei der obligatorischen Arbeitslosenversicherung zahlt der Arbeitgeber einen Beitragssatz von 3 Prozent, bei Arbeitnehmern ist der Satz einkommensabhängig zwischen 0 Prozent und 3 Prozent gestaffelt. Das Inkasso erfolgt über die Krankenkassen. Die österreichische Pensionsversicherung ist das Pendant zur deutschen Rentenversicherung und wie diese umlagefinanziert. Der Beitragssatz beträgt 22,8 Prozent, wobei Arbeitnehmer 10,25 Prozent zahlen und Arbeitgeber 12,55 Prozent. Das Rentenniveau ist allgemein höher als in Deutschland.

Wie sieht es mit meiner Altersvorsorge aus?

Die gesetzliche Rente

Die gesetzliche Rentenversicherung gehört zu den Sozialversicherungen, die sich an den jeweiligen staatlichen Regelungen orientiert. Dies bedeutet, dass man als Arbeitnehmer an den Staat gebunden ist, in dem man arbeitet. Wohnt ein Grenzgänger also in Deutschland und arbeitet in der Schweiz, “pausiert” seine deutsche Rentenversicherung und seine schweizer Rentenversicherung beginnt. Demzufolge erhält er bei Renteneintritt zwar weniger aus der deutschen Rente, bezieht jedoch zusätzlich Rente aus der Schweiz.

Die private Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge kann trotz des Wechsels der Arbeitsstelle in einen anderen EU- bzw. EFTA-Staat i. d. R. weitergeführt werden. Dies gilt z. B. für Formen der Lebensversicherung, also der Kapitallebensversicherung oder der Risikolebensversicherung sowie für die Rürup-Rente oder die Sofortrente.

Mehr zur Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) kann u. U. nicht mehr fortgeführt werden, wenn die Arbeitsstelle von Deutschland beispielsweise in die Schweiz verlagert wird. Als Arbeitnehmer kann man anfragen, ob der neue Arbeitgeber im Ausland den Vertrag übernimmt. Ist dies nicht möglich, hat man die Option, den bAV-Vertrag privat weiterzuführen. Andernfalls wird dieser eingestellt.

Mehr zur betrieblichen Altersvorsorge

Eine Besonderheit bildet die Riester-Rente. Die Riester-Rente ist die einzige Form der privaten Altersvorsorge, die nicht weitergeführt werden kann, da sie an das Einkommen im Heimatland gebunden ist. Zahlt man keine Beiträge mehr in das deutsche Rentensystem ein, verliert der Grenzgänger seine Zulagenberechtigung – eine Voraussetzung für die Riester-Rente. Grenzgänger haben dann die Möglichkeit, die Riester-Rente beitragsfrei zu stellen und fortzuführen, sobald sie wieder eine Arbeitsstelle in Deutschland haben.

Mehr zur Riester-Rente

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann problemlos im Ausland weitergeführt werden. Eine solche Police beinhaltet i. d. R. einen weltweiten Versicherungsschutz. Einzige Voraussetzung ist, dass die Versicherung vor Wechsel der Arbeitsstelle in einen anderen Staat abgeschlossen wurde.

Mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Kann ich meine Sachversicherungen weiterführen?

Für Sachversicherungen, wie etwa die Hausratversicherung, die Haftpflichtversicherung, die Rechtsschutzversicherung oder die private Unfallversicherung, gilt: Der Versicherungsnehmer muss einen Wohnsitz in Deutschland sowie ein deutsches Bankkonto haben. Somit können Grenzgänger, die lediglich ihren Arbeitsort woandershin verlagern, ihren Wohnsitz aber in Deutschland behalten, ihre privaten Sachversicherungen problemlos weiterführen.

Mehr zur Haftpflichtsversicherung

Vorab sollte in den Versicherungsbedingungen geprüft werden, wie sich die Leistungen im Ausland verhalten. Meistens ist ein Versicherungsschutz im Ausland enthalten – in EU-Ländern sogar unbegrenzt. Kommt es also beispielsweise zu einem Rechtsstreit oder einer Schadensersatzforderung in der Schweiz oder Österreich, dann ist dies mitversichert. Jedoch kann es auch sein, dass der Versicherungsschutz für Auslandsaufenthalte auf einige Monate beschränkt ist. Sollte dies der Fall sein, können sich Grenzgänger an ihre Versicherungsgesellschaft wenden, und ihren Leistungsumfang erweitern.

Mehr zur Rechtsschutzversicherung

Wie sind Familienmitglieder versichert?

Ist der Partner eines Grenzgängers erwerbstätig, so muss dieser sich im Wohnland versichern. Ist der Partner bereits Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse, so ändert sich für diesen nichts. Die Kinder können dann beitragsfrei in der Familienversicherung des Elternteils im Heimatland mitversichert werden.

Ist der Partner entweder nicht erwerbstätig, arbeitslos oder Rentenbezieher, so muss dieser sich mit den Kindern ebenfalls im Arbeitsland versichern. In der Schweiz haben Grenzgänger die Möglichkeit, ihre Familienangehörigen in der gesetzlichen Schweizer Pflichtversicherung mitzuversichern. Die Beiträge richten sich dann nach der Anzahl der Personen, sind aber auf diesem Wege vergleichsweise günstiger.

Bei Sachversicherungen, in denen ein Familien-Tarif gewählt wurde und wo sozusagen Ehepartner sowie Kinder im Versicherungsschutz enthalten sind, ändert sich durch das Grenzgängertum des Versicherungsnehmers nichts. Der Versicherungsschutz bleibt für die ganze Familie bestehen.

Was passiert bei Aufhebung des Grenzgänger-Status?

Der Status als Grenzgänger endet z. B. nach Beendigung der Tätigkeit durch Arbeitslosigkeit oder Kündigung des Jobs. Damit endet auch die Versicherungspflicht in der Schweiz. Kündigungsfristen beim Krankenversicherer müssen dann nicht eingehalten werden. Es reicht, ein kurzes Schreiben mit Kündigungsbestätigung des Arbeitsvertrages zu übersenden.

Kosten von Grenzgängerversicherungen

Die Kosten von Grenzgängerversicherungen variieren je nach Versicherungssparte. Im Folgenden eine Kostenaufstellung von zwei Modellkunden.

Versicherungen für einen 30-jährigen Grenzgänger, ledig, ohne Kinder, Wohnort in Deutschland, angestellt in der Schweiz

Versicherung Beitrag (monatlich)
Haftpflichtversicherung 25-50 €
Rechtsschutzversicherung (privat, Beruf, Verkehr) 15-40 €
Krankenversicherung, wenn gesetzlich in Deutschland versichert 187-201 € (je nach Bruttoeinkommen und Zusatzbeitrag der Krankenkasse)
Krankenversicherung, wenn gesetzlich in der Schweiz versichert 200-250 €
Krankenversicherung, wenn privat in Deutschland versichert 450-650 €

Versicherungen für einen 30-jährigen Grenzgänger, verheiratet, zwei Kinder (4 und 6 Jahre), Wohnort in Deutschland, angestellt in der Schweiz

Versicherung Beitrag (monatlich)
Haftpflichtversicherung 60-80 €
Rechtsschutzversicherung (privat, Beruf, Verkehr) 20-45 €
Krankenversicherung, wenn gesetzlich in Deutschland versichert 187-201 € (je nach Bruttoeinkommen und Zusatzbeitrag der Krankenkasse); Kinder beitragsfrei mitversichert, Ehepartner zahlt nach eigenen Konditionen.
Krankenversicherung, wenn gesetzlich in der Schweiz versichert 200-250 € für jeweils beide Ehepartner, sowie 50-60 € für jeweils beide Kinder
Krankenversicherung, wenn privat in Deutschland versichert 450-650 € für jeweils beide Ehepartner, sowie 150-200 € für jeweils beide Kinder

Grenzgängerversicherungen vergleichen

Wie bei anderen Versicherungen empfiehlt es sich auch als Grenzgänger, vor Versicherungsabschluss verschiedene Anbieter und deren Tarife miteinander zu vergleichen. So findet man den passenden Schutz für sich und seine individuelle Lebenssituation.

Viele Anbieter unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch im Leistungsumfang. Daher ist es wichtig, genau zu wissen, worauf man als Grenzgänger wert legt und welchen individuellen Bedarf man hat. Bei einer privaten Rechtsschutzversicherung oder einer Haftpflichtversicherung spielt es eine große Rolle, dass der Versicherungsschutz entsprechend auch im EU-Ausland gilt. Im besten Falle sollte dies für unbegrenzte Zeit gelten.

Bezüglich der Krankenversicherung lohnt es sich, sich umfassend beraten zu lassen. Kontaktieren Sie hierzu gerne unsere Versicherungsfachleute. Diese haben sich auf Grenzgänger in der Schweiz spezialisiert und können mit Ihnen gemeinsam prüfen, welche Möglichkeiten der Krankenversicherung für Sie, Ihre Familie und Ihre persönliche Situation am besten geeignet ist. Nutzen Sie hierzu das folgende Kontaktformular.

Tarifvergleich & Beratung
Grenzgänger-Versicherungen
Erstinformationen

Auch ist es besonders hilfreich, für einige Versicherungssparten entsprechende Online-Tarifvergleiche zu nutzen. Bei einem Versicherungsvergleich machen Sie einfach Ihre persönlichen und versicherungsrelevanten Angaben und sehen im nächsten Schritt, welche Anbieter für Sie in Frage kommen. Sowohl der Leistungsumfang als auch die monatlichen Kosten können so direkt gegenübergestellt werden.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 26.07.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Müni Enkhsaikhan
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