Betriebliche Krankenversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung deckt häufig nur eine medizinische Grundversorgung ab. Eine betriebliche Krankenversicherung sorgt hier für Abhilfe – wovon sowohl Arbeitnehmer, als auch Arbeitgeber profitieren.

Betriebliche Krankenversicherung erhöht Attraktivität des Arbeitgebers

Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern verschiedene Zusatzleistungen wie zum Beispiel eine betriebliche Krankenversicherung, um die Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen. Dieses hat Vorteile für beide Seiten, sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. Während der Arbeitgeber einen echten Mehrwert für den eigenen Arbeitsstandort herstellt, erhält der Arbeitnehmer verschiedene Zusatzleistungen wie zum Beispiel erweiterte Kostenübernahmen bei Zahnbehandlungen, gesonderte Bezuschussungen für Sehhilfen oder auch Behandlungen beim Heilpraktiker. Möglich sind zudem Aufstockungen zum gesetzlichen Krankentagegeld.

Alexander Vorgerd
Das sagt Experte Alexander Vorgerd:

„Der Arbeitgeber kann seinen Angestellten verschiedene Formen der betriebliche Krankenversicherung anbieten. Hierbei obliegt es dem Arbeitgeber, wie umfangreich der Versicherungsschutz sein soll und wer der Versicherungsanbieter ist. Der Arbeitgeber kann entscheiden, ob er sich an den Kosten freiwillig beteiligen möchte.“

Bündnis aus privaten Zusatzversicherungen

Bei der betrieblichen Krankenversicherung handelt es sich in erster Linie um unterschiedliche private Einzel-Zusatzversicherungen, die zusammengenommen eine sinnvolle Ergänzung zum gesetzlichen Krankenversicherungsschutzes ergeben. Damit genießen Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, in vielen medizinischen Bereichen die Leistungen, die sonst nur Privatpatienten vorbehalten sind.

Während Arbeitgeber per Gesetz zur Ermöglichung einer privaten Altersvorsorge verpflichtet sind, stellt die betriebliche Krankenversicherung eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers dar. Welche Zusatzversicherungen tatsächlich in den Versicherungsvertrag integriert werden sollen, kann zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer frei entschieden werden. Hierbei können sie aus einer Vielzahl von Versicherungen wählen, z. B. aus

Funktion der betrieblichen Krankenversicherung

Die betriebliche Krankenversicherung ist als eine Art Gruppenversicherung anzusehen, die entweder für die gesamte Belegschaft oder aber für eine bestimmte Personengruppe wie Angestellte oder Führungskräfte abgeschlossen werden kann. Im Falle des Versicherungsabschlusses agiert der Arbeitgeber stets als Vertragspartner. Anders sieht es bei der Kommunikation aus. Diese sollte zwischen dem Versicherten und der jeweiligen Versicherungsgesellschaft stattfinden.

Wie schließt man eine betriebliche Krankenversicherung ab?

Der Arbeitgeber sollte zu Beginn bestenfalls die Angebote mehrerer Anbieter vergleichen, um so die besten Tarife für seine Angestellten zu finden. Er kann die gesamte Belegschaft versichern lassen oder auch nur eine bestimmte Gruppe von Personen. Der Arbeitgeber muss anschließend die Beiträge für die ausgewählten Zusatzversicherungen im Voraus bezahlen, denn er ist der Vertragspartner der Versicherung. Wenn Sie bei der Wahl der optimalen betrieblichen Krankenversicherung Hilfe benötigen, helfen Ihnen gerne unsere unabhängigen Versicherungsmakler kostenfrei weiter. Telefonisch unter 030 – 922 77 527 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.

Zu erfüllende Voraussetzungen
Damit der Abschluss einer betrieblichen Krankenversicherung erfolgreich durchgeführt werden kann, müssen Unternehmen einige Voraussetzungen erfüllen:

  • Mindestanzahl von 5 oder 10 Mitarbeitern (abhängig von der ausgewählten Versicherungsgesellschaft, bei der SDK besteht z. B. eine Mindestanzahl von 5 Mitarbeitern)
  • Bei mittelständischen Unternehmen ein Versichertenkreis von mindestens 50 Prozent der Belegschaft, bei größeren mindestens 25 Prozent der Belegschaft

Versichertenkreis der betrieblichen Krankenversicherung

Im Allgemeinen können sämtliche Arbeitnehmer, die eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung nachweisen, in die betriebliche Krankenversicherung aufgenommen werden. Neben einer gesetzlichen Krankenversicherung müssen sie auch nachweisen, das sie sich in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis befinden. Nicht nur der Arbeitnehmer kann in die betriebliche Krankenversicherung eintreten, sondern mit ihm auch sein Ehepartner und seine Kinder. Jedoch wird ihnen der Versicherungsschutz nicht ohne Weiteres gewährt. Damit sie in den Versichertenkreis der betrieblichen Krankenversicherung aufgenommen werden, müssen sie Gesundheitsfragen beantworten. Dadurch erhalten sie den Krankenschutz zu weitaus günstigeren Bedingungen. Ferner bleiben Kinder bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres in der betrieblichen Krankenversicherung der Eltern mitversichert.

Leistungen der betrieblichen Krankenversicherungen

Die zur Verfügung stehenden Leistungen der betrieblichen Krankenversicherung hängen im hohen Maße von dem Umfang der abgeschlossenen Versicherung ab. Zu den beliebtesten bKV-Leistungen gehören, laut einer Umfrage der Allianz, Zahnersatz, Sehhilfe und Krankentagegeld. Hierbei können Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus einem breitgefächerten Angebot unterschiedlicher Bausteine wählen, wie z. B.

  • Zahnersatz
  • Zahnvorsorge- und Behandlung: (Füllungen, Prophylaxe, Paradontosebehandlung, Wurzelbehandlung)
  • Kurzfristige psychologische Behandlungen
  • Krankentagegeld: Private Ergänzung zum gesetzlichen Krankentagegeld ab 7. Woche der AU
  • Heilpraktiker: 70 Prozent für Heipraktikerbehandlungen (inklusive Arzneimittel)
  • Sehhilfe: 100 Prozent für Brillen und Kontaktlinsen (maximal 150 Euro)
  • Reise: Reisekrankenversicherung (zur Auslandskrankenversicherung) inklusive Rücktransport (bis zu 8 Wochen Reisedauer)
Besteuerung der betrieblichen Krankenversicherung
Seit dem 1.1.2014 gilt die Steuerfreigrenze von 44 Euro pro Monat und Mitarbeiter nicht mehr. Bisher hatten sich viele Unternehmen eben aufgrund dieser Vorzüge für das Modell der betrieblichen Krankenversicherung entschieden. Seit 2014 gelten Beiträge zur bKV jedoch nicht mehr als Sach- sondern als Barlohn, dies gilt sowohl für die Zahlung der Beiträge durch den Arbeitgeber als auch durch den Arbeitnehmer.

Lohnenswert für größere Unternehmen

Inwieweit sich die betriebliche Krankenversicherung für das eigene Unternehmen lohnt, hängt in erster Linie von der Unternehmensgröße und dem jeweiligen Bedarf an Fachkräften ab. Ihr Versicherungsabschluss lohnt sich insbesondere für beständige Wirtschaftsberereiche wie zum Beispiel Industriebetriebe. Sie haben einen erhöhten Bedarf an Fachkräften und dürften ein größeres Interesse daran haben, diesen mit etwaigen Zusatzangeboten an das Unternehmen zu binden.  Weniger interessant dürfte die betriebliche Krankenversicherung für kleinere bis mittelständische Unternehmen sein. Sie haben häufig mit einer fluktuierenden Belegschaft zu tun und kommen aufgrund der geringen Mitarbeiterzahl teilweise nicht in den Genuss angebotener Mengenrabatte.

Fazit

Der Abschluss einer betrieblichen Krankenversicherung wirkt sich sowohl auf Arbeitgeberseite, als auch auf Arbeitnehmerseite sehr positiv aus. Schließlich erhöhen Unternehmen damit ihre Attraktivität als Arbeitgeber und binden die Mitarbeiter stärker an das eigene Unternehmen. Im Gegensatz dazu erhalten Arbeitnehmer mit dem Kollektivvertrag einen vereinfachten Zugang zu einem umfassenden Krankenschutz und können dadurch in den Genuss einiger Vorteile kommen.

Lesen Sie auch: Betriebliche Krankenversicherungen im Test sowie Die Vor- und Nachteile einer betrieblichen Krankenversicherung