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Vollzugsdienstunfähigkeits­versicherung

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Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung sorgt für die finanzielle Absicherung bei Dienstunfähigkeit bzw. vorzeitigem Ruhestand von Beamten der Polizei, der Justiz oder des Zolls (Vollzugsbeamte). Das gesetzliche Ruhegehalt reicht in den meisten Fällen nicht aus.
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet keinen ausreichenden Schutz für Vollzugsbeamte. Wichtig sind die sog. Vollzugsdienstunfähigkeitsklauseln.
  • Bei voller Vollzugsdienstunfähigkeit wird eine vertraglich vereinbarte Rente ausgezahlt. Die Versicherung leistet bereits bei einer Teildienstunfähigkeit.
  • Die Kosten einer Absicherung hängen u. a. von der Höhe der gewünschten Rente, dem Einsatzgebiet, dem Dienstgrad sowie dem persönlichen Gesundheitszustand ab.
  • Im Test von Arbeitskraftabsicherern konnten Signal Iduna, Axa und Württembergische überzeugen (Service Value, 2018). Diese Versicherer bieten auch eine Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung an.

Was ist eine Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung?

Für viele Beamte der Polizei, der Justiz oder des Zolls kann Vollzugsdienstunfähigkeit das Ende der Arbeit im Außendienst bedeuten. Vor den finanziellen Einbußen des vorzeitigen Ruhestands schützt die private Absicherung über eine Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung (VDU).

Wer braucht die Absicherung?

Wer gilt als Vollzugsbeamter?

Mit § 6 UZwG liegt eine Definition von Vollzugsbeamten für den Zuständigkeitsbereich des Bundes vor. Nach diesem Gesetz handelt es sich dabei um Vollzugsbeamte der Bundespolizei, des Zollgrenzdienstes sowie der Bundesfinanzbehörden, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, der Bundesgerichte sowie Behörden der Bundesjustizverwaltung und schließlich um mit der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten betraute Unterstellte von Bundesbehörden.

Gesetz über den unmittelbaren Zwang bei Ausübung öffentlicher Gewalt durch Vollzugsbeamte des Bundes (UZwG):§ 6 Vollzugsbeamte des Bundes

Gesonderter Schutz für Polizeivollzugsbeamte

Viele Versicherer bieten eine gesonderte Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung für Polizeivollzugsbeamte an. Als sog. Polizeivollzugsbeamte gelten jene Polizistinnen und Polizisten, die dem Bundespolizeigesetz unterliegen, polizeiliche Aufgaben ausführen und – im Gegensatz zu anderen Mitarbeitern der Polizei – zur Anwendung von Gewalt befugt sind. Als besondere Beamtengruppe benötigen sie somit auch einen speziellen Versicherungsschutz, wenn es um die Vollzugsdienstunfähigkeit geht.

Mehr zur Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung für Polizeivollzugsbeamte

Darum ist die Absicherung wichtig

Beamten droht prinzipiell die Versetzung in den Ruhestand, sobald der Dienstherr die Dienstunfähigkeit feststellt. Sollte es dazu kommen, ist mit erheblichen finanziellen Einbußen zu rechnen.

Ruhegehalt wird nur Beamten auf Lebenszeit und verunfallten Beamten auf Probe gezahlt. Doch selbst mit Ruhegehalt muss die Versorgungslücke durch private Vorsorge geschlossen werden.

Im Vergleich mit Angestellten und Arbeitnehmern scheint das “Rentenniveau” eines Beamten mit bis zu 71,75 Prozent auf den ersten Blick besonders hoch zu sein. Jedoch darf man nicht vergessen, dass Beamte ihre private Kranken- und Pflegeversicherung komplett aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Die 71,75 Prozent schmelzen somit schnell auf ein Niveau herab, mit dem der gewohnte Lebensstandard nicht mehr zu halten ist. Im Fall von Vollzugsbeamten hilft der Abschluss einer Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung. Mit ihr führt das kurzzeitige oder permanente Ausscheiden aus dem Dienst nicht zum finanziellen Absturz.

Die absolute Begrenzung des Ruhegehalts ist gesetzlich festgelegt. Aber auch das Ausmaß der Minderungen ist auf insgesamt 10,8 Prozent beschränkt. Für jedes Jahr ruhegehaltsfähiger Dienstzeit beträgt das Ruhegehalt exakt 1,79375 Prozent der Bezüge (§ 14 BeamtVG).

Ursachen für Vollzugsdienstunfähigkeit

Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung

Statistisch gesehen passieren die meisten Unfälle in der Freizeit. Doch auch Dienstunfälle können zur Vollzugsdienstunfähgikeit führen. Im Einsatz und während des Trainings können sich Vollzugsbeamte derart verletzen, dass sie vorübergehend oder dauerhaft vollzugsdienstunfähig werden.

Nun sind allerdings Vollzugsbeamte einer Vielzahl von zusätzlichen Gefahren ausgesetzt. Sei es im Rahmen der Bewachung von Gefahrengütern, bei der Aufsicht über gefährliche Personen oder weil ein Polizeieinsatz eskaliert. Selbst bei Einsätzen wegen häuslicher Unruhen besteht für die Vollzugsbeamten vor Ort ein Verletzungsrisiko.

Neben den offensichtlichen Gefahren für Vollzugsbeamte sind oft genug auch psychische Belastungen die Ursache für eine Dienstunfähigkeit. Jeder Beamte geht anders mit Erlebnissen im Dienst um. Die Folge sind Formen von Traumatisierung. Auch direkte Gewalt gegen Polizisten oder gegen Justizvollzugsbeamte kann dazu führen, dass einzelne Vollzugsbeamte nicht länger im Außendienst eingesetzt werden können. Betroffene mit solchen Gewalterfahrungen reagieren häufig gereizter und aggressiver in Stresssituationen. Das kann unter Umständen zur Eskalation beitragen. Aus diesem Grund könnte ein Dienstherr die Versetzung in den Ruhestand vorziehen, um weitere Vorkommnisse zu vermeiden.

Kurz erklärt: Warum Vollzugsbeamte dreifach betroffen sind

Am besten versteht man die besondere Situation von Vollzugsbeamten, wenn man sich das Prinzip der Berufsunfähigkeitsversicherung in Form von drei Stufen vorstellt.

Der allgemeine Fall ist die Berufsunfähigkeit, die jeden treffen kann. Etwas spezieller ist die Dienstunfähigkeit, weil sie ausschließlich Beamte betrifft. Nur Vollzugsbeamte werden von der dritten Stufe erfasst, der Vollzugsdienstunfähigkeit. Je nachdem, zu welcher Beamtengruppe man zählt, muss die individuelle Absicherung gestaltet werden.

Berufsunfähigkeit
+ Dienstunfähigkeit bei Beamten
+ Vollzugsdienstunfähigkeit bei Vollzugsbeamten

Die drei Stufen schließen sich nicht gegenseitig aus – sie bauen aufeinander auf. Aus diesem Grund ist die Versicherung für Beamte gegen Dienstunfähigkeit eine auf sie angepasste Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung ist noch spezieller, denn sie allein bietet den vollständigen Schutz für die Gruppe der Vollzugsbeamten.

Die Grundlage bildet deshalb immer ein Vertrag über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Dieser wird um eine Klausel für die Dienstunfähigkeit und eine für die Vollzugsdienstunfähigkeit erweitert.

Mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Vollzugsdienstunfähigkeitsklausel

Das Abschließen einer herkömmlichen Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Dienstunfähigkeitsklausel reicht für Beamte im Vollzugsdienst nicht aus. Erst wenn in den Leistungen des Versicherers explizit eine Vollzugsdienstunfähigkeitsklausel enthalten ist, sind auch Polizisten, Zoll- und JVA-Beamte abgesichert. Ohne diese Klausel ist man wie jeder Beamte ausschließlich für den Fall einer Dienst- bzw. Berufsunfähigkeit geschützt.

Die Klausel muss zusätzlich vereinbart werden. Dann ist auch die vom Dienstherren festgestellte Vollzugsdienstunfähigkeit abgesichert. Manche Versicherer bieten spezielle Dienstunfähigkeitsversicherungen an und richten sich damit direkt an Vollzugsbeamte – in der Regel handelt es sich dabei um Polizeibeamte.

Echte und unechte Klauseln

Echte Vollzugsdienstunfähigkeitsklauseln erkennt man daran, dass in den Vertragsbedingungen explizit Leistungen ohne Einschränkung vereinbart werden. Nur diese echten Klauseln garantieren dem Versicherten im Falle einer Vollzugsdienstunfähigkeit die festgelegte Rente.

Unechte Klausel meint, dass die Auszahlung der versicherten Rente an Bedingungen geknüpft ist, die man an eine Berufsunfähigkeit anlehnt. In ihrer besonderen Situation bieten Produkte mit unechten Klauseln Vollzugsbeamten nicht den benötigten Schutz.

Erklärvideo: Diese Dinge sollten Sie wissen!


Ein Fall für sich: Die allgemeine Dienstunfähigkeit

Es ist möglich, für vollzugsdienstunfähig erklärt zu werden, ohne vollständig aus dem Dienst ausscheiden zu müssen. Beispielsweise können Wachtmeister der Polizei, obwohl vollzugsdienstunfähig, weiter mit ihren Kollegen im Innendienst arbeiten – sofern die Betroffenen nur in dem Maße eingeschränkt sind, dass sie den hohen Anforderungen des Vollzugsdienstes nicht mehr genügen.

Allerdings können Vollzugsbeamte auch vollständig aus dem Beamtendienst ausscheiden, wenn sie für dienstunfähig erklärt werden. Ihr Dienstherr hat für sie dann weder im Außen- noch im Innendienst Verwendung.

Wirklich dienstunfähig sind Beamte dann, wenn sie ihre Dienstpflichten dauerhaft nicht länger erfüllen können. Gründe dafür können körperliche und psychische Erkrankungen oder Einschränkungen sein. Auch wer länger als drei Monate keinen Dienst leisten konnte und dabei keine Aussicht hat, nach weiteren sechs Monaten wieder voll genesen zu sein, kann für dienstunfähig erklärt werden.

Die Definition findet sich im Bundesbeamtengesetz: § 44 Dienstunfähigkeit

Bloße „Basisrente“ für Beamte: Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit

Beamte, die auf Lebenszeit ernannt worden sind, haben einen Anspruch auf die Versorgung durch ihren Dienstherren. Wenn dieser die Dienstunfähigkeit feststellt, steht den Betroffenen Ruhegehalt zu. Es wird außerdem an Beamte auf Probe gezahlt, die durch einen Dienstunfall dauerhaft dienstunfähig werden.

Normalerweise müssen Beamte mindestens fünf Jahre lang im Dienst gewesen sein, ehe sie Anspruch auf Ruhegehalt besitzen. Bei Vollzugsdienstunfähigkeit hingegen entfällt die Wartezeit. Allerdings richtet sich die Höhe des Ruhegehalts weiterhin nach den zuvor geleisteten Dienstjahren. Zusätzliche Abstriche in der Versorgung müssen daher vor allem die Beamte auf Lebenszeit sowie verunfallte Beamte auf Probe hinnehmen, die noch nicht auf ein langes Dienstleben zurückblicken können. Ihnen fehlen wertvolle Jahre, in denen sie sich ein höheres Ruhegehalt hätten erarbeiten können.

Vollzugsdienstunfähigkeit als Sonderfall

Für Vollzugsbeamte gibt es keine eigenen gesetzlichen Regelungen. Aus diesem Grund orientiert man sich in der Regel am Bundespolizeibeamtengesetz (BPolBG). Der § 4 des BPolBG definiert die Dienstunfähigkeit für Polizeivollzugsbeamte.

Von der allgemeinen Dienstunfähigkeit unterscheidet sich die Vollzugsdienstunfähigkeit dadurch, dass der akzeptierte Zeitrahmen zur Rehabilitation bei zwei Jahren liegt. Innerhalb dieser Zeit kann der Vollzugsbeamte seine Verwendungsfähigkeit vollständig wiedererlangen, ohne für vollzugsdienstunfähig erklärt werden zu können.

Versorgung abhängig vom Beamtenstatus

Die Versorgung von Beamten im Allgemeinen ist gesetzlich geregelt und unterscheidet nicht nach dem konkreten Einsatzfeld. Entscheidend ist der eigene Beamtenstatus. Man unterscheidet zwischen Beamten auf Widerruf, Beamten auf Probe und Beamten auf Lebenszeit.

Zeitweise Verbeamtete haben keinen Anspruch auf die Beamtenversorgung. Erst die Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit ermöglicht die Versetzung in den Ruhestand. Dann wird auch vom Dienstherren das Ruhegehalt gezahlt. Ist ein Dienstunfall die Ursache für die Vollzugsdienstunfähigkeit, erhalten Beamte auf Probe immerhin noch ein Unfallruhegehalt. Ansonsten werden sie und Beamte auf Widerruf ohne Versorgungsanspruch aus dem Dienst entlassen. Daraufhin zahlt der Dienstherr nachträglich Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung für sie ein.

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Die Leistungen der Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung

Für den Fall, dass nur eine teilweise (Vollzugs-)Dienstunfähigkeit festgestellt wird, werden Einkommensverluste durch die eingeschränkte Dienstfähigkeit dennoch mitversichert.
Die im Versicherungsvertrag vereinbarte Rente wird ausbezahlt, sobald der Versicherungsnehmer aufgrund eines amtsärztlichen Zeugnisses wegen Vollzugsdienstunfähigkeit entlassen oder in den Ruhestand versetzt wird. Anders als bei der Berufsunfähigkeit, bedarf es bei Vollzugsbeamten keiner prozentualen Mindesteinschränkung. Stattdessen kommt es darauf an, dass der Versicherte zur Erfüllung seiner Dienstpflichten dauerhaft unfähig ist.
Die monatlich ausbezahlte Rente legt der Versicherungsnehmer im Vertrag fest. Sie unterliegt allerdings einer effektiven Begrenzung. Überschreitet die ausgezahlte Rente die gesetzlich geregelten Ansprüche, werden die Zahlungen des Dienstherrn entsprechend gekürzt.
Vollzugsbeamte, die zu Beamten auf Lebenszeit ernannt werden, können sich verstärkt privat absichern. Wer seine VDU-Rente nach dem Aufstieg in den höchsten Beamtenstatus nachträglich erhöhen möchte, kann dies ohne erneute Überprüfung seines Gesundheitszustandes tun.
Auch nachträglich können Ansprüche der Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung geltend gemacht werden. Der Versicherer zahlt die vereinbarten Leistungen dann rückwirkend ab dem Tag der Versetzung in den Ruhestand bzw. ab dem Tag der Entlassung.
Versicherungsnehmern empfiehlt es sich dringend, den Verzicht des Versicherers auf die abstrakte Verweisung im Vertrag zu vereinbaren. Andernfalls kann dieser Leistungen verweigern und auf die Beschäftigung des Versicherten in anderen Tätigkeiten verweisen.
Gerade für Vollzugsbeamte, die sich im Dienst größeren Gefahren aussetzen müssen, empfiehlt sich das Vereinbaren einer Todesfallleistung. Damit sind die eigenen Angehörigen abgesichert.
Vor Abschluss der Versicherung ist unbedingt darauf zu achten, dass in den Vertragsbedingungen die Vollzugsdienstunfähigkeitsklausel enthalten ist. Nur dann ist dieser Sonderfall auch tatsächlich abgesichert. Die Leistungspflicht dieser Klausel kann nach 30 bzw. 72 Monaten enden.
Wie jeder Beamte können Vollzugsbeamte von allgemeiner Dienstunfähigkeit betroffen sein. Daher ist vor Vertragsabschluss unbedingt darauf zu achten, dass in den Versicherungsbedingungen die Dienstunfähigkeitsklausel enthalten ist.

Kosten einer Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung

Die Höhe der Kosten ist von den Risikofaktoren abhängig, welche die Wahrscheinlichkeit einer Vollzugsdienstunfähigkeit zusätzlich erhöhen können. Entscheidend für Vollzugsbeamte sind somit, neben dem Alter sowie der allgemeinen Gesundheit, vor allem die konkreten Risiken des Einsatzbereichs. Generell gilt: Die Kosten der Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung variieren von Fall zu Fall.

Faktoren zur Kostenberechnung
  • Höhe der Versicherungssumme
  • Vertragslaufzeit
  • Vereinbarung einer Beitragsdynamik
  • Persönliche Risiken (Gesundheit, Alter, Dienstgrad)
  • Einsatzgebiet
BERATER-TIPP

»Damit man sich mit der richtigen Rentenhöhe absichert, sollte man seine Versorgungslücke kennen. Dabei geht jeder Versicherer anders vor. Aber eine Reihe von Angaben müssen Beamte in jedem Fall machen.«

Die richtige Versicherungssumme wählen

Die Höhe der vereinbarten Versicherungssumme, also des Betrags der monatlich ausbezahlten Rente, sollte sich am letzten Sold orientieren. Um zu wissen, wie groß die eigene Versorgungslücke ausfallen wird, bildet man die Differenz zwischen dem verfügbaren Einkommen und der Höhe des Ruhegehalts.

Zur Ermittlung sind folgende Daten wichtig:

  • Beamtenstatus (+ Besoldungsgruppe)
  • Steuerklasse
  • Bundesland
  • Anzahl der Kinder
Obergrenze beachten!

Wie hoch die ausgezahlten Bezüge einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind, hängt von den eingezahlten Beträgen ab. Allerdings gibt es bei der Auszahlung eine Obergrenze!

Vollzugsunfähige Beamte können sich über eine private Absicherung maximal 1.250 Euro pro Monat auszahlen lassen. Der Ausgleich einer zu hohen Absicherung erfolgt über die Kürzung des Ruhegehalts.

Es lohnt sich also, die Versicherungssumme vorab genau zu berechnen! Unser Versicherungsmakler hilft Ihnen gerne dabei – selbstverständlich kostenlos.

Weitere Kostenfaktoren

Die Vertragslaufzeit sollte in jedem Fall der geltenden bzw. der erwartbaren Altersgrenze angepasst werden. Neben den gesetzlichen Regelungen ziehen die Versicherer zur Bestimmung der Versicherungsdauer außerdem ihre Risikoeinschätzung hinzu. Je nach Zugehörigkeit fällt die für Vollzugsbeamte unter Umständen anders aus.

Für Vollzugsbeamte kommt hinzu, dass ihr jeweiliges Einsatzgebiet auf die Höhe der Prämien Einfluss hat. Je risikoreicher der Versicherer den konkreten Tätigkeitsbereich einschätzt, desto größere Beitragszahlungen wird er unter Umständen verlangen. Daneben greifen die allgemeinen Risikofaktoren wie das Alter und der Gesundheitszustand (Stichwort Vorerkrankungen).

Berufseinsteigern wird geraten, so früh wie möglich eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit bzw. Dienstunfähigkeit abzuschließen. Denn die Kosten steigen mit fortschreitendem Alter. Dies gilt auch für junge Beamte. Die fehlende Berufserfahrung junger Vollzugsbeamter hat hierbei keinen Einfluss auf die Prämienhöhe.

Dienstjunge Vollzugsbeamte können über zwei parallel laufende Verträge eine höhere Absicherung vereinbaren. So können sie ihrem höheren Risiko Rechnung tragen. Vollzugsbeamte höherer Dienstgrade steht eine entsprechend höhere Monatsrente zu. Beamte des einfachen, mittleren oder gehobenen Dienstes können nur etwas niedrigere Auszahlungen vereinbaren.

Mit fortschreitendem Dienstalter und dem Aufsteigen in höhere Besoldungsgruppen sowie Erfahrungsstufen steht Vollzugsbeamten eine größere VDU-Rente zu. Weil im Fall von Beamten der Karriereweg deutlich planbarer ist als beispielsweise bei Angestellten in der Privatwirtschaft, ist die Vorabvereinbarung einer Beitragsdynamik sinnvoll.

Wird eine Beitragsdynamik vereinbart, steigen Jahr für Jahr die Prämien, um eine höhere Absicherung im Versicherungsfall zu ermöglichen. Der auf diese Weise gleichmäßige Anstieg der Beiträge für die Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung kann vom Versicherten selbst bestimmt werden. Den Prozentsatz der Beitragsdynamik vereinbart man im Versicherungsvertrag.

Gerade weil sich die Beiträge am Einzelfall orientieren, lohnt sich die Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsexperten. Makler haben Zugriff auf die Kataloge für die Leistungen einer Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung und können anhand der Eckdaten des Verbrauchers die genauen Kosten ermitteln. Kontaktieren Sie uns gerne oder fordern Sie direkt Ihren kostenfreien Vergleich an.

VDU-Kosten von der Steuer absetzen
Wie auch bei der BU können die Kosten der Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung bzw. der Polizeidienstunfähigkeitsversicherung prinzipiell von der Steuer abgesetzt werden. Als “andere Versicherungen” angegeben, erhält man z. T. die Beiträge vom Finanzamt zurück, sofern die Kranken- und Pflegeversicherung einen bestimmten Betrag nicht überschreiten. Daher lohnt sich das Gespräch mit einem Steuerberater über die konkrete Absetzbarkeit der VDU-Kosten.

Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung im Test

Die Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung wurde bisher nicht explizit von unabhängigen Ratingagenturen getestet (Stand: 06/2019). Bei dieser Art der Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um ein individuelles Produkt, welches eine vergleichsweise kleine Zielgruppe anspricht. Daher sollten Interessierte das Angebot einer Beratung durch unabhängige Versicherungsexperten in Anspruch nehmen. Unsere Versicherungsberater helfen Ihnen gerne dabei, den passenden Anbieter für Ihren individuellen Fall zu finden.

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Arbeitskraftabsicherung: Fairness von Versicherern im Test 2018

Nichtsdestotrotz bietet beispielsweise eine Studie zu Versicherern, die eine Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung anbieten, eine gute Orientierung. Diese Versicherungen fallen ebenso wie die Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung in die Sparte “Arbeitskraftabsicherung”. Ende 2018 überprüfte das Institut Service Value 28 Versicherer auf ihre Fairness unter folgenden Kriterien:

  • Leistungsangebot
  • Kundenservice
  • Kundenberatung
  • Kundenkommunikation
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

(Quelle)

Folgende Versicherer erhielten “sehr gute” oder “gute” Bewertungen und bieten auch eine Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung an:

VersichererQualitätsurteil
Signal Idunasehr gut
Axagut
Württembergischegut

Weitere Anbieter einer Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung

Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung im Vergleich

Je nach den individuellen Anforderungen ist der eine oder andere Versicherer mit seinen Tarifen und Leistungen am besten geeignet. Die Übersichtlichkeit der Anbieter mit VDU-Klausel bzw. PDU-Klausel erleichtert den Vergleich. Mit der Unterstützung unserer Versicherungsexperten können anonyme Voranfragen an jeden Versicherer verschickt werden. Diese antworten mit den entsprechenden Antragsdokumenten. Dazu gehören neben den zu beantwortenden Gesundheitsfragen auch die zu zahlenden Prämien.

Berufsunfähigkeitsversicherung reicht nicht aus

Jeder Arbeitnehmer kann berufsunfähig werden. Damit die Versicherung in diesem Fall greift, muss eine Einschränkung der Arbeitskraft von mindestens 50 Prozent bzw. für die Dauer von länger als 6 Monaten festgestellt werden. Beispielsweise reichen Gelenkerkrankungen wie Arthritis, Rheuma oder Gicht nicht aus, um als berufsunfähig anerkannt zu werden.

Dagegen liegt die Schwelle der Vollzugsdienstunfähigkeit deutlich niedriger. Hier reicht es aus, dass zum Beispiel die Dienstwaffe nicht mehr gebraucht werden kann. Betroffene Vollzugsbeamte sind dann zwar nicht berufsunfähig und auch nicht zwangsläufig dienstunfähig. Sie gelten jedoch wenigstens als vollzugsdienstunfähig und müssen mit einer Versetzung in einen anderen Dienst oder ggf. mit vorzeitigem Ruhestand rechnen.

Mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Auf die VDU-Klauseln achten

Vollzugsbeamte im Dienst der Polizei, der Justiz oder des Zolls sind für Versicherer eine besondere Risikogruppe. Aus diesem Grund müssen sich Vollzugsbeamte zusätzlich gegen den Verlust ihres Einkommens absichern. Aber auch die Versicherungsunternehmen sind darauf angewiesen, dieser besonderen Risikogruppe maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Die Kalkulationen der Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen wären sonst nicht für den Vollzugsdienst geeignet.

Daher ist es für Vollzugsbeamte wichtig, auf die Vollzugsdienstunfähigkeitsklausel (VDU-Klausel) bzw. Polizeidienstunfähigkeitsklausel (PDU-Klausel) zu achten – nur Anbieter, die in ihren Verträgen diese Klauseln berücksichtigen, kommen für eine geeignete Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung in Frage! Ohne extra Klauseln für Vollzugsbeamte und Polizeibedienstete müssten Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen deutlich höhere Prämien verlangen, um diese Gruppe gegen Berufsunfähigkeit versichern zu können.

Beide Seiten sind also daran interessiert, dass es spezialisierte Angebote gibt. Nur so können die Versicherer das Risiko eines Versicherungsfalls angemessen kalkulieren und Vollzugsbeamte als Kundschaft gewinnen. Die wiederum wollen keine exorbitanten Beiträge für ihre Vollzugsdienstunfähigkeitsversicherung zahlen müssen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 15.11.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Müni Enkhsaikhan
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