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Was Juristen über die Berufsunfähigkeitsversicherung wissen sollten, was sie kostet und wie Sie die passende Absicherung finden.
Inhalt dieser Seite- Das sollten Anwälte über die BU wissen
- Warum brauchen gerade Anwälte eine BU?
- BU für Rechtsanwälte, Notare, Richter und Referendare
- Versorgungswerk oder private BU – der direkte Vergleich
- Wann und was genau leistet sie?
- Was kostet eine BU für Juristen?
- Berufsunfähigkeitsversicherung für Rechtsanwälte im Test
- Sondertarife und Rahmenkonzepte für Juristen
- So wählen Sie als Anwalt die beste BU
- Häufige Fragen zur BU für Juristen
Das Wichtigste in Kürze
- Juristen brauchen eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, weil Versorgungswerk und Erwerbsminderungsrente den hohen Lebensstandard im Ernstfall nicht halten.
- Berufsständische Versorgungswerke zahlen erst bei einer Berufsunfähigkeit von 100 % und meist nur gegen Rückgabe der Zulassung.
- Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet bereits ab einer Berufsunfähigkeit von 50 % und sichert genau den zuletzt ausgeübten Beruf ab.
- Verbeamtete Juristen brauchen eine Dienstunfähigkeitsklausel, selbständige Anwälte eine vorteilhafte Umorganisationsklausel.
- Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Rechtsanwälte ist bereits ab 39 € im Monat erhältlich.
- Lassen Sie sich kostenfrei zur passenden Berufsunfähigkeitsversicherung beraten – unsere BU-Beratung ist von Finanztip empfohlen.

Patrick Knittel
Unser Experte für die Berufsunfähigkeitsversicherung
Als Jurist verlassen sich viele auf ihr Versorgungswerk …
Sie haben sich Ihre juristische Laufbahn hart erarbeitet, und vermutlich gehen Sie davon aus, dass Ihr Versorgungswerk Sie im Ernstfall absichert. Genau hier liegt der entscheidende Denkfehler: Das Versorgungswerk zahlt erst bei einer vollständigen Berufsunfähigkeit von 100 Prozent und meist nur gegen Rückgabe Ihrer Zulassung. Wer mit einer Depression nur noch halbtags arbeiten kann, geht damit leer aus.
Für Juristen ist die private Berufsunfähigkeitsversicherung deshalb die wichtigste Säule, um das überdurchschnittliche Einkommen wirklich abzusichern. Welche Klauseln für Anwälte, Richter, Syndikus und Referendare zählen, was die Absicherung kostet und wie Sie den passenden Tarif finden, erfahren Sie auf dieser Seite.
Das sollten Anwälte über die Berufsunfähigkeitsversicherung wissen
Warum können Sie uns vertrauen?
Unsere Berater haften persönlich für ihre Empfehlung. Wenn unsere Beratung falsch ist und Sie dadurch im Leistungsfall Nachteile haben, stehen wir dafür ein. Das unterscheidet unsere Beratung von jeder AI-generierten Auskunft, für die niemand haftet.
Die Inhalte dieser Seite wurden von unserer Fachredaktion in enger Zusammenarbeit mit unseren zertifizierten Experten zu diesem Themenbereich erstellt, um Ihnen aktuelle und fachlich korrekte Informationen zu bieten. Qualitätskontrollen stellen sicher, dass die Inhalte dieser Seite regelmäßig aktualisiert und ergänzt werden.
Juristen brauchen eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, weil die berufsständische und gesetzliche Absicherung im Ernstfall zu spät und zu niedrig greift. Das berufsständische Versorgungswerk zahlt erst bei einer vollständigen Berufsunfähigkeit von 100 Prozent, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung dagegen schon ab 50 Prozent.
Damit ist die private Absicherung für Anwälte, Notare, Richter und Referendare die wichtigste Säule, um das überdurchschnittliche Einkommen abzusichern. Die Versicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen Ihren Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können (Quelle: § 172 VVG).
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den Versicherungen, die nahezu allen empfohlen werden – Juristen sind hier keine Ausnahme, ob selbständig, verbeamtet oder angestellt. Sie schließt die Lücke, die Versorgungswerk, Erwerbsminderungsrente oder Ruhegehalt lassen.
Wie funktioniert die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Sie schließen die Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorglich ab und bestimmen selbst, wie hoch Ihre monatliche Berufsunfähigkeitsrente sein soll. Falls Sie berufs- oder dienstunfähig werden, beantragen Sie die Auszahlung der Rente. Sie erhalten diese bis zum Ende der Vertragslaufzeit oder bis Sie wieder in Ihrem alten oder einem gleichwertigen Beruf arbeiten können.
Sonderangebote für Anwälte
Als primär am Schreibtisch arbeitende Akademiker zahlen Anwälte für ihre Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel niedrigere Beiträge als andere Berufsgruppen. Zudem bieten einige Anbieter Tarife mit besonders attraktiven Bedingungen für Juristen an, etwa über eigene Rahmenkonzepte für Kammerberufe.
Experten-Tipp:
Das Versorgungswerk ist keine Berufsunfähigkeitsabsicherung
„Viele Juristen verlassen sich auf ihr Versorgungswerk – doch das zahlt erst bei 100 Prozent Berufsunfähigkeit und meist nur gegen Rückgabe der Zulassung. Wer mit einer Depression nur noch halbtags arbeiten kann, geht leer aus. Schließen Sie früh eine private BU ab, die schon ab 50 Prozent und für Ihren konkreten Beruf leistet.“
Warum brauchen gerade Anwälte eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Eine BU ist für Anwälte sinnvoll, weil ihr hohes Einkommen weder durch das Versorgungswerk noch durch die gesetzliche Rente ausreichend abgesichert ist. Bereits junge Anwälte erzielen überdurchschnittliche Gehälter, sind aber zugleich hohen psychischen Belastungen ausgesetzt. Die staatliche und die berufsständische Absicherung greifen dabei in zwei getrennten Systemen – und beide reichen nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.
Gesetzliche Rente und Versorgungswerk im Vergleich
Gesetzliche Rentenversicherung
Die gesetzliche Rentenversicherung sichert angestellte Juristen ab, die nicht über ein Versorgungswerk versichert sind. Sie zahlt keine Berufsunfähigkeitsrente, sondern eine Erwerbsminderungsrente nach dem Stundenmodell: Wer aus gesundheitlichen Gründen nur noch drei bis sechs Stunden täglich arbeiten kann, erhält die halbe Erwerbsminderungsrente, bei unter drei Stunden die volle (Quelle: § 43 SGB VI).
Entscheidend ist: Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente prüft, ob Sie überhaupt noch irgendeiner Tätigkeit nachgehen können – nicht, ob Sie noch als Jurist arbeiten können. Ein Anwalt mit Burnout, der theoretisch noch sechs Stunden eine andere Tätigkeit ausüben könnte, geht oft leer aus.
Berufsständisches Versorgungswerk
Die berufsständischen Versorgungswerke sichern selbständige Anwälte und Notare ab. Sie leisten jedoch erst bei vollständiger Berufsunfähigkeit und verlangen in der Regel die Rückgabe der Anwaltszulassung. Die Satzung des Versorgungswerks der Rechtsanwälte in Nordrhein-Westfalen zahlt eine Rente etwa nur, wenn ein Mitglied voraussichtlich auf Dauer weniger als drei Stunden täglich anwaltlich tätig sein kann (Quelle: § 18 Satzung VSW Rechtsanwälte NRW). Die bayerische Satzung verlangt für die Rente ausdrücklich die Rückgabe der Zulassung (Quelle: § 29 Satzung Bayerische Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung).
Wie hoch diese Hürde liegt, zeigt eine Zahl: Beim Versorgungswerk der Rechtsanwälte NRW erhielten 2025 nur 292 von 37.363 Mitgliedern eine Berufsunfähigkeitsrente – das sind nur rund 0,78 Prozent der Mitglieder (Quelle: Versorgungswerk der Rechtsanwälte).
Die Lücke des Versorgungswerks mit der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung schließen
Welche private Absicherung Ihre Versorgungslücke wirklich schließt, hängt von Ihrer Berufsgruppe ab. Wir prüfen das kostenfrei für Sie und finden eine leistungsstarke BU. Finanztip empfiehlt unsere Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
- Anonyme Risikovoranfrage ohne Ablehnungsrisiko
- Persönlicher Tarifvergleich speziell für Juristen
- Kostenfreie und unverbindliche Beratung
Besonders wichtig für Berufseinsteiger
Für junge Juristen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung besonders sinnvoll und eine der wenigen Möglichkeiten, ihr hohes Gehalt abzusichern. Die Erwerbsminderungsrente und die Leistungen der Versorgungswerke werden erst gezahlt, wenn über einen bestimmten Zeitraum Beiträge eingezahlt wurden.
Zudem berechnet sich die Höhe der Leistung über die Dauer der Beitragszahlungen. Gerade junge Juristen erhalten daher eine viel zu geringe Rente, wenn sie überhaupt schon einen Anspruch erworben haben. Bei verbeamteten Juristen wird ein Ruhegehalt erst nach einer Wartezeit von fünf Jahren Dienstzeit gezahlt (Quelle: § 4 BeamtVG).
Experten-Tipp:
Auf den Abschluss zu warten, bis die Kanzlei läuft, ist der teuerste Fehler
„Der Rat, erst nach dem Examen abzusichern, kostet bares Geld. Mit jedem Jahr steigt der Beitrag – und jede dokumentierte Therapie oder Diagnose verschlechtert Ihre Gesundheitsprüfung. Sichern Sie sich schon als Student oder Referendar den niedrigen Einstiegsbeitrag und Ihren heutigen Gesundheitszustand. Über eine Nachversicherungsgarantie erhöhen Sie die Rente später ohne neue Prüfung.“
Vorteile einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Juristen
- Günstige Beiträge, da Juristen in vielen Fällen in die niedrigste Risikogruppe eingeordnet werden
- Absicherung auch von Berufsunfähigkeit durch Burnout und andere psychische Erkrankungen
- Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente bereits ab einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent
- Als angehender Kanzleigründer kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei Banken auch als Kreditsicherung eingebracht werden
Häufigste Ursachen für Berufsunfähigkeit
Psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Nervensystems sind mit rund 38 Prozent die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit – ein besonderes Risiko für Juristen mit hoher Arbeitsdichte und Verantwortung (Quelle: GDV). Es folgen Krebs mit 19 Prozent und Erkrankungen des Bewegungsapparates mit 16 Prozent.
Auch die geprüften Leistungsfälle bestätigen das Bild: Laut der 9. BU-Leistungspraxisstudie von Franke und Bornberg gehen knapp 29 Prozent der anerkannten Leistungsfälle auf psychische Erkrankungen zurück (Quelle: Franke und Bornberg). Insgesamt wird etwa jeder vierte Arbeitnehmer im Lauf des Erwerbslebens berufsunfähig (Quelle: GDV).
Berufsunfähigkeitsversicherung für Rechtsanwälte, Notare, Richter und Referendare
Die juristischen Berufe unterscheiden sich in ihrer Absicherung deutlich – deshalb braucht jede Gruppe eine andere Vertragsgestaltung. Welche Klauseln wichtig sind, hängt davon ab, ob Sie angestellt, selbständig oder verbeamtet arbeiten. Die folgende Zuordnung zeigt, worauf es für Ihre Gruppe ankommt.
Rechtsanwälte mit eigener Kanzlei
Selbständige Rechtsanwälte sind über ihr Versorgungswerk pflichtversichert, das aber erst bei 100 Prozent Berufsunfähigkeit leistet. Für sie ist die Umorganisationsklausel entscheidend: Der Versicherer darf sonst prüfen, ob Sie Ihre Kanzlei so umbauen könnten, dass Sie weiterarbeiten. Achten Sie auf eine Klausel, die eine Umorganisation nur bei zumutbarem und sinnvollem Umfang zulässt.
Angestellte Rechtsanwälte und Syndikusanwälte
Angestellte und Syndikusanwälte sind ein Sonderfall: Sie arbeiten im Anstellungsverhältnis, sind als zugelassene Anwälte aber meist zugleich im berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert. Lassen sie sich deshalb von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien, verlieren sie den Schutz über die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Und das das Versorgungswerk zahlt erst bei vollständiger Berufsunfähigkeit, also bei 100 Prozent. Eine Teilrente kennt es nicht – sie müssen den Beruf ganz aufgeben und die Zulassung zurückgeben..
Für Syndikusanwälte entsteht dadurch eine besonders große Lücke. Seit der Neuordnung 2016 können sie sich für ihre Tätigkeit als Syndikusrechtsanwalt von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen (Quelle: § 6 SGB VI; § 46 BRAO). Die Befreiung kostet sie den Erwerbsminderungsschutz – und das Versorgungswerk springt erst bei vollständiger Berufsaufgabe ein. Sie sollten daher eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, die ihren konkret ausgeübten Beruf absichert – mit Verzicht auf die abstrakte Verweisung.
Richter und Staatsanwälte (Beamtenverhältnis)
Verbeamtete Juristen brauchen eine echte Dienstunfähigkeitsklausel. Sie sorgt dafür, dass die Versicherung leistet, sobald Sie vom Dienstherrn für dienstunfähig erklärt werden – unabhängig davon, ob zusätzlich eine Berufsunfähigkeit im versicherungsrechtlichen Sinn vorliegt. Ohne diese Klausel droht eine Lücke: Sie könnten dienstunfähig sein, ohne die strengeren BU-Kriterien zu erfüllen – und ständen ohne Leistung da.
Referendare und Jura-Studenten
Referendare und Jura-Studenten profitieren von besonders günstigen Einstiegsbeiträgen. Wer früh abschließt, sichert sich niedrige Beiträge und einen guten Gesundheitszustand für die gesamte Laufzeit. Als Student können Sie unter Umständen Ihren angestrebten Beruf bereits mitversichern. Werden Sie noch im Studium berufsunfähig, wird die Rente auch dann gezahlt, wenn Sie später einen anderen Beruf ausüben.
Experten-Tipp:
Der billigste Tarif wird beim Wechsel in die Selbständigkeit zur Falle
„Angestellte Anwälte greifen oft zum günstigsten Standardtarif – und stehen beim Schritt in die eigene Kanzlei plötzlich mit einer ungünstigen Umorganisationsklausel da. Achten Sie schon beim Abschluss auf den Verzicht auf abstrakte Verweisung und eine faire Umorganisationsregel. So trägt Ihr Vertrag den Karrierewechsel mit, ohne dass Sie neu prüfen lassen müssen.“
Versorgungswerk oder private BU – der direkte Vergleich
Das Versorgungswerk ersetzt keine private Berufsunfähigkeitsversicherung, weil es erst bei vollständiger Berufsunfähigkeit und meist nur gegen Zulassungsrückgabe leistet. Die folgende Tabelle stellt beide Systeme gegenüber.
Berufsständisches Versorgungswerk vs. Private BU-Versicherung
| Merkmal | Berufsständisches Versorgungswerk | Private Berufsunfähigkeitsversicherung |
|---|---|---|
| Leistung ab | 100 % Berufsunfähigkeit | 50 % Berufsunfähigkeit |
| Geschützter Beruf | Vollständige Aufgabe der Tätigkeit nötig | Zuletzt ausgeübter Beruf |
| Zulassung | Rückgabe in der Regel erforderlich | Keine Rückgabe nötig |
| Psychische Erkrankungen | Nur bei vollständiger Berufsunfähigkeit | Bereits ab 50 % abgesichert |
| Höhe der Leistung | Abhängig von Beitragsjahren | Frei vereinbarte Rentenhöhe |
| Wartezeit | Mindestbeitragszeit nötig | Schutz ab Vertragsbeginn |
Die genauen Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Versorgungswerk – maßgeblich ist die jeweilige Satzung. Klar ist aber: Die private BU greift früher, schützt Ihren konkreten Beruf und verlangt keine Aufgabe der Zulassung.
Wann und was genau leistet sie?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Juristen leistet ab einer Berufsunfähigkeit von 50 Prozent, wenn diese voraussichtlich mindestens sechs Monate andauert. Mit der passenden Dienstunfähigkeitsklausel zahlt sie bei Beamten bereits bei festgestellter Dienstunfähigkeit.
Versichert ist nicht Ihre Fähigkeit, überhaupt zu arbeiten, sondern Ihr zuletzt ausgeübter Beruf. Die BU deckt dabei viele Ursachen ab, einschließlich psychischer Erkrankungen – das unterscheidet sie von anderen Formen der Arbeitskraftabsicherung. Damit die Versicherung zahlt, stellen Sie einen Leistungsantrag, in dem Sie Ihre Situation schildern. Der Versicherer prüft dann, ob Sie tatsächlich berufsunfähig sind, indem er Ihre Angaben mit denen Ihrer Ärzte abgleicht.
So hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein
Die Berufsunfähigkeitsrente sollte mindestens 1.000 Euro betragen und etwa 70 bis 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens abdecken. Viele Juristen haben ein hohes Einkommen und entsprechend einen hohen Lebensstandard, den sie im Ernstfall halten möchten.
Sie können bis zu 3.000 oder 4.000 Euro vereinbaren, allerdings verlangen Versicherer bei solch hohen Summen unter Umständen zusätzliche ärztliche Untersuchungen. Wer noch kein hohes Einkommen hat, kann zunächst niedrig einsteigen. Die Rente lässt sich später über eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Achten Sie darauf, welche Grenzen für solche Erhöhungen gelten.
Wichtige Klauseln für Anwälte und andere Juristen
- Dienstunfähigkeitsklausel:
Verbeamtete Juristen benötigen eine echte Dienstunfähigkeitsklausel. Sie sorgt dafür, dass die Versicherung leistet, wenn Sie für dienstunfähig erklärt werden – unabhängig davon, ob Sie auch berufsunfähig sind. - Umorganisationsklausel:
Diese Klausel für selbständige Juristen regelt, in welchem Umfang der Versicherer prüfen darf, ob Sie durch eine Umorganisation Ihrer Kanzlei weiterarbeiten können. Im Idealfall schließen Sie eine solche Prüfung aus. Ist das nicht möglich, muss die Umorganisation zumindest als zumutbar und sinnvoll deklariert sein. - Abstrakte und konkrete Verweisung:
Wenn Sie nach Eintritt der Berufsunfähigkeit einen anderen Beruf aufnehmen, darf die Versicherung Sie auf diesen verweisen (konkrete Verweisung) – allerdings nur, wenn Einkommen und sozialer Status der alten Tätigkeit nahekommen. Auf keinen Fall sollten Sie eine BU mit abstrakter Verweisung abschließen, bei der die Versicherung Sie theoretisch auf einen anderen denkbaren Beruf verweisen darf.
Manche Anbieter verzichten bei Juristen ganz auf die Verweisung. So können Sie parallel zur Berufsunfähigkeitsrente einen beliebigen anderen Job ausüben.
Mehr zu Klauseln und Regelungen
Die richtigen Klauseln Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen lassen
Ob Verweisung, Umorganisation oder Dienstunfähigkeit – ob ein Tarif diese Klauseln wirklich fair regelt, erkennen Sie erst im Bedingungsvergleich. Diesen Vergleich übernehmen wir kostenfrei für Sie.
- Finanztip empfiehlt unsere BU-Beratung
- Bedingungsprüfung für Ihre konkrete Berufsgruppe
- Verzicht auf abstrakte Verweisung im Blick
Warum Sie Ihren BU-Antrag nicht selbst stellen sollten
Wenn Sie direkt bei einem Versicherer einen BU-Antrag stellen und abgelehnt werden, wird das in den Datenbanken der Versicherer erfasst. Bei jedem weiteren Antrag – auch bei anderen Anbietern – müssen Sie diese Ablehnung angeben. Das verschlechtert Ihre Chancen erheblich. Wir stellen die Risikovoranfrage für Sie anonym: Ihr Name taucht nicht auf, es wird nichts gespeichert, und Sie erfahren vorab, welcher Versicherer Sie zu welchen Konditionen annehmen würde.
Praxisfall: Jura-Studentin mit Ausschlussklausel für die Wirbelsäule
Eine Jura-Studentin Anfang 20 hatte nach einem Fahrradunfall eine Bandscheibenvorwölbung, dazu Akne und eine Pollenallergie. In der anonymen Risikovoranfrage votierten zunächst alle Versicherer eine Ausschlussklausel für die Wirbelsäule – ohne die Möglichkeit, diese später überprüfen zu lassen. Mit einem fachärztlichen Attest und einer ergänzenden Stellungnahme ließ schließlich ein Versicherer, die HDI, eine Überprüfung der Ausschlussklausel nach drei Jahren zu. So bleibt der Studentin die Chance, den Ausschluss bei stabilem Verlauf wieder aus dem Vertrag zu bekommen.
Was passiert, wenn der Versicherer nicht zahlen will?
Leistungsablehnungen sind seltener als oft befürchtet: In knapp 80 Prozent aller Entscheidungen erkennen die Versicherer ihre Leistungspflicht an. Trotzdem prüfen Versicherer jeden Antrag genau. Als Ihr Experte stehen wir in diesem Fall auf Ihrer Seite: Wir prüfen die Ablehnung, fordern die Begründung an und setzen Ihren Anspruch gegenüber dem Versicherer durch. Das ist unser Job – Sie müssen sich nicht allein durch Widerspruchsverfahren kämpfen. Diesen Beistand bietet keine AI-Auskunft und kein Vergleichsportal.
Was kostet eine BU für Juristen?
Kostenbeispiele für unterschiedliche Juristen
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kostet für Juristen je nach Eintrittsalter und Rentenhöhe meist zwischen 39 und rund 95 Euro im Monat. Anwälte zahlen vergleichsweise wenig, weil sie als Akademiker mit Bürotätigkeit in eine günstige Risikogruppe fallen. Der genaue Beitrag hängt von Alter, Gesundheitszustand, Rentenhöhe und Vertragslaufzeit ab. Je früher Sie abschließen, desto günstiger der Beitrag.
Angestellter Rechtsanwalt
- Eintrittsalter: 32 Jahre
- BU-Rente: 2.500 Euro
- Laufzeit bis: Endalter 67
- Wichtige Klausel: Verzicht auf abstrakte Verweisung
- Monatsbeitrag: ab rund 64 Euro
Referendar oder Jura-Student
- Eintrittsalter: 26 Jahre
- BU-Rente: 1.500 Euro
- Laufzeit bis: Endalter 67
- Wichtige Klausel: Nachversicherungsgarantie für spätere Erhöhung
- Monatsbeitrag: ab circa 30 Euro
Selbständiger Kanzleipartner
- Eintrittsalter: 40 Jahre
- BU-Rente: 3.000 Euro
- Laufzeit bis: Endalter 67
- Wichtige Klausel: Verzicht auf oder enge Umorganisationsklausel
- Monatsbeitrag: etwa 100 bis 150 Euro
Richter im Beamtenverhältnis
- Eintrittsalter: 35 Jahre
- BU-Rente: 1.500 Euro
- Laufzeit bis: Endalter 67
- Wichtige Klausel: echte Dienstunfähigkeitsklausel
- Monatsbeitrag: rund 82 Euro
Kostenfaktoren
- Alter beim Abschluss der Versicherung
- Höhe der Berufsunfähigkeitsrente
- Vorerkrankungen
- Gefährliche Hobbys
- Gewählte Klauseln (zum Beispiel Dienstunfähigkeits- oder Umorganisationsklausel)
Sind die Beiträge steuerlich absetzbar?
Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind als sonstige Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar, sofern es sich um eine eigenständige BU ohne Sparanteil handelt (Quelle: § 10 EStG). Der gemeinsame Höchstbetrag liegt bei 1.900 Euro im Jahr für Angestellte und Beamte sowie bei 2.800 Euro für Selbständige, die ihre Krankenversicherung voll selbst tragen. Praktisch wirkt sich das jedoch oft kaum aus, weil dieser Topf bei vielen Juristen bereits durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft ist.
Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung dagegen mit einer Basisrente (Rürup) kombiniert, lassen sich die Beiträge im Rahmen der Altersvorsorgeaufwendungen besser absetzen. Hier liegt der Höchstbetrag 2026 bei 30.826 Euro für Ledige und 61.652 Euro für zusammenveranlagte Ehegatten (Quelle: § 10 EStG). Dieser Topf gilt allerdings gemeinsam für alle Altersvorsorgeaufwendungen, also auch für die hohen Beiträge ins Versorgungswerk – welche Variante für Sie sinnvoll ist, hängt deshalb von Ihrer Gesamtsituation ab.
Experten-Tipp:
Die Steuerersparnis ist bei Juristen oft ein Scheinargument
„Die BU sei doch absetzbar, heißt es gern im Verkaufsgespräch. Bei vielen Juristen verpufft dieser Vorteil aber, weil der Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft ist. Lassen Sie sich nicht über den Beitrag zu einer Rürup-Kombi locken. Entscheiden Sie zuerst über die Qualität der Bedingungen – die Steuerfrage klären Sie danach.“
Berufsunfähigkeitsversicherung für Rechtsanwälte im Test
Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Anwälte und andere Juristen muss sehr genau auf die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen angepasst werden. Daher sind pauschale Tests zu dieser Versicherung nicht immer leicht durchzuführen. Einige renommierte Analyseinstitute testen die Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch auch speziell für die Berufsgruppe der Juristen.
Alle aktuellen Testsieger für Juristen (2026)
Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) haben Berufsunfähigkeitsversicherungen umfassend getestet. Laut DFSI eignen sich vor allem die R+V, die Swiss Life, die Alte Leipziger und die LV 1871 für Juristen und erreichen die höchste Gesamtbewertung.

Das DFSI-Rating 2025
Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) hat im Jahr 2025 Berufsunfähigkeitsversicherungen unter anderem mit Blick darauf untersucht, ob sich ihr Versicherungsschutz für das Berufsbild des Juristen eignet. Bewertet werden rund 60 Leistungsmerkmale wie beispielsweise die für alle Berufsgruppen gültigen Allgemeinen Versicherungsbedingungen, aber auch Spezialklauseln für die jeweilige Berufsgruppe. Da Juristen in ihrem Beruf auf höchste geistige Konzentration und Genauigkeit angewiesen sind, ist es wichtig, dass die Versicherung im Ernstfall zuverlässig sowie umfassend leistet, insbesondere bei mentalen oder kognitiven Beeinträchtigungen, die die Berufsausübung erheblich beeinträchtigen können.
Finden Sie hier alle Anbieter und ihre Tarife, die für den Modellkunden als Rechtsanwalt und als Staatsanwältin die Gesamtbewertung „hervorragend“ erreichen.
Testsieger Modellkunde Rechtsanwalt
Testsieger Modellkunde Staatsanwältin
Ausschnitt der Testsieger für alle Berufe (2026)
Die ganze Tabelle und die aktuellen Testsieger der Berufsunfähigkeitsversicherung sowie die Empfehlungen unserer Experten finden Sie hier:
Alle Berufsunfähigkeitsversicherer im Test (2026)
Sondertarife und Rahmenkonzepte für Juristen
Sondertarife und Rahmenkonzepte auf einen Blick
Einige Versicherer bieten eigene Rahmenkonzepte und Sondertarife für Kammerberufe an, die auf die Bedürfnisse von Juristen zugeschnitten sind. Die folgende Übersicht ordnet die bekanntesten ein.
| Konzept / Anbieter | Besonderheit für Juristen | Hinweis |
|---|---|---|
| Deutsche Anwalts- und Notarversicherung (DANV) | Auf Kammerberufe ausgerichtetes Konzept, Risikoträger ist die Ergo | Verzicht auf abstrakte Verweisung; Verzicht auf konkrete Verweisung nur für rechts- und wirtschaftsberatende Berufe |
| HDI-Aktionsantrag „Rechtsanwälte im Anwaltverein“ | Vereinfachte Gesundheitsprüfung und günstige Konditionen für Akademiker | Maximales Eintrittsalter 55 Jahre, maximale BU-Rente 2.000 € im Monat; Verzicht auf konkrete Verweisung für alle Berufe |
| LV 1871 für Kammerberufe | Tarifkonzept mit Fokus auf akademische Kammerberufe | Anrechnung des Versorgungswerks erst ab über 60.000 € Jahresrente; Beitragssenkung für viele Kammerberufe um circa 5 % zum Jahreswechsel 2026 |
DANV
Die DANV läuft über die Ergo als Risikoträger. Sie bietet unter anderem folgende Leistungen:
- Verzicht auf die abstrakte Verweisung als Marktstandard
- Verzicht auf die konkrete Verweisung, sofern der Beruf den rechts-, wirtschafts- oder steuerberatenden Berufen zuzurechnen ist
- In der Premium-Variante eine Arbeitsunfähigkeitsklausel, die allerdings erst nach vier Monaten und für maximal 18 Monate leistet und damit schwächer ist als bei spezialisierten Wettbewerbern
Trotz des Namens ist die DANV nicht automatisch die beste Wahl für Juristen: Im Leistungsumfang gilt sie als mittelmäßig bis gut, die Nachversicherung ist für hohe Anwaltseinkommen knapp bemessen.
HDI
Der HDI-Aktionsantrag überzeugt dagegen mit einer vereinfachten Gesundheitsprüfung, die statt der vollen Prüfung nur einen reduzierten Fragenkatalog vorsieht, und verzichtet im Standardtarif für alle Berufe auf die konkrete Verweisung.
LV 1871
Die LV 1871 hat ihre Golden BU zum Jahreswechsel 2026 gezielt für Kammerberufe aufgewertet und rechnet die Versorgungswerksleistung erst ab über 60.000 Euro Jahresrente an.
Anrechnungsregel bei Versorgungswerkleistungen
Nicht nur die LV 1871 geht bei der Anrechnung des Versorgungswerks einen kundenfreundlichen Weg. Für selbständige und freiberufliche Juristen verzichtet auch die Helvetia (Baloise) darauf, die Rente aus dem Versorgungswerk auf die private Berufsunfähigkeitsrente anzurechnen. Das ist wichtig, weil eine solche Anrechnung Ihre private Rente im Leistungsfall spürbar kürzen kann. Wer eine hohe Absicherung anstrebt, sollte die Anrechnungsregel deshalb genauso prüfen wie die Verweisungsklausel.
Welches dieser Konzepte für Sie das richtige ist, lässt sich nicht pauschal sagen – das stärkste Unterscheidungskriterium ist der Verzicht auf die konkrete Verweisung, gefolgt von der Qualität der Arbeitsunfähigkeitsklausel und, bei verbeamteten Juristen, einer echten Dienstunfähigkeitsklausel. Wir vergleichen die Bedingungen dieser und weiterer Tarife für Ihre konkrete Berufsgruppe und finden die passende Absicherung – kostenfrei.
So wählen Sie als Anwalt die beste Berufsunfähigkeitsversicherung
Die beste BU für Juristen ist die, deren Klauseln zu Ihrer konkreten Tätigkeit passen – nicht die mit dem niedrigsten Beitrag. Achten Sie zuerst auf die Bedingungen, dann auf den Preis.
Darauf sollten Sie achten
- Ist die Berufsunfähigkeitsrente ausreichend hoch?
- Besteht eine Nachversicherungsgarantie und zu welchen Anlässen können Sie die Rente erhöhen?
- Wie ist die Verweisung auf andere Berufe geregelt?
- Wie lang ist die Laufzeit des Vertrags?
Da die juristischen Berufe vielfältig sind, sollten Sie genau auf die für Sie zutreffenden Besonderheiten achten. Als verbeamteter Jurist ist das die Dienstunfähigkeitsklausel, als selbständiger Anwalt die Umorganisationsklausel.
Diese Fehler sollten Juristen beim Abschluss vermeiden
- Versicherungsbedarf unterschätzen:
Auch als Jurist können Sie berufsunfähig werden – gerade am Anfang der Karriere sind Sie ohne private Versicherung nicht ausreichend abgesichert. - Zu geringe Berufsunfähigkeitsrente:
Wählen Sie eine ausreichend hohe Rente und nutzen Sie die Nachversicherungsgarantie, um sie an einen steigenden Lebensstandard anzupassen. - Umorganisationsklausel nicht beachten:
Für selbständige Juristen ist eine vorteilhafte Umorganisationsklausel wichtig. Einkommenseinbußen sollten maximal 20 Prozent betragen dürfen. - Keine Risikovoranfrage:
Besonders bei Vorerkrankungen sollten Sie zunächst eine anonyme Risikovoranfrage stellen lassen. - Besondere Tarife ignorieren:
Manche Versicherer haben für Juristen besonders attraktive Tarife im Angebot. - Dienstunfähigkeitsklausel nicht beachten:
Verbeamtete Juristen sollten darauf achten, dass sie auch bei Dienstunfähigkeit eine Rente erhalten. - Kein Vergleich:
Führen Sie einen Tarifvergleich durch und lassen Sie sich beraten, um eine leistungsstarke und kostengünstige BU zu finden.
Ihr persönliches Angebot für die Berufsunfähigkeitsversicherung als Jurist
Sie wissen jetzt, worauf es bei Ihrer Berufsgruppe ankommt. Den passenden Tarif finden wir gemeinsam auf Basis Ihrer konkreten Daten – kostenfrei und unverbindlich. Unsere BU-Beratung ist von Finanztip empfohlen.
- Anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern
- Beratung für Anwälte, Richter, Syndikus und Referendare
- Unsere Berater haften für ihre Empfehlung
Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Juristen
Wann zahlt das Versorgungswerk bei Berufsunfähigkeit eine Rente?
Das berufsständische Versorgungswerk leistet in der Regel erst bei einer vollständigen Berufsunfähigkeit und verlangt meist die Rückgabe der Anwaltszulassung. Eine teilweise Berufsunfähigkeit, etwa wenn Sie nur noch halbtags arbeiten können, ist über das Versorgungswerk meist nicht abgesichert. Die genauen Voraussetzungen stehen in der jeweiligen Satzung, etwa in § 18 der Satzung des Versorgungswerks der Rechtsanwälte NRW. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke, weil sie bereits ab 50 Prozent leistet.
Warum brauchen Syndikusanwälte eine eigene Berufsunfähigkeitsversicherung?
Für Syndikusanwälte ist eine private Absicherung besonders wichtig. Sie arbeiten zwar angestellt, können sich als zugelassene Syndikusrechtsanwälte aber nach § 6 SGB VI von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen und bleiben im berufsständischen Versorgungswerk. Dadurch entfällt oft die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, während das Versorgungswerk erst bei vollständiger Berufsunfähigkeit zahlt. Diese doppelte Lücke schließt nur eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, die den konkret ausgeübten Beruf absichert.
Warum sollten Jura-Studenten und Referendare schon eine BU abschließen?
Ein früher Abschluss bringt klare Vorteile. Jura-Studenten und Referendare profitieren von besonders günstigen Einstiegsbeiträgen und einem meist guten Gesundheitszustand, der sich für die gesamte Laufzeit sichern lässt. Viele Tarife erlauben es zudem, den angestrebten Beruf bereits mitzuversichern. Werden Sie noch im Studium berufsunfähig, zahlt die Versicherung die Rente auch dann, wenn Sie später in einen anderen Beruf wechseln.
Welche Gesundheitsfragen werden beim BU-Antrag gestellt?
Beim Antrag fragt der Versicherer nach Vorerkrankungen, Arztbesuchen, Behandlungen und Klinikaufenthalten der vergangenen Jahre, je nach Anbieter meist der letzten fünf bis zehn Jahre. Auch psychische Behandlungen wie eine Psychotherapie müssen angegeben werden, was gerade für Juristen relevant ist. Wichtig: Beantworten Sie alle Fragen vollständig und wahrheitsgemäß, sonst riskieren Sie im Leistungsfall den Versicherungsschutz. Bei Vorerkrankungen kann eine anonyme Risikovoranfrage vorab klären, welcher Versicherer Sie zu welchen Konditionen annimmt.
Wie bekomme ich als Jurist trotz Psychotherapie eine BU?
Eine zurückliegende Psychotherapie führt nicht automatisch zur Ablehnung. Entscheidend sind Diagnose, Anlass, Dauer und wie lange die Behandlung zurückliegt. Eine abgeschlossene, kurze Behandlung wegen einer akuten Belastung wird oft anders bewertet als eine länger andauernde Therapie. Häufig ist eine Annahme mit einem Beitragszuschlag oder einem zeitlich befristeten Ausschluss möglich. Eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern zeigt Ihre realistischen Chancen, ohne dass ein Ablehnungseintrag entsteht.
Was bedeutet der Verzicht auf abstrakte Verweisung für Juristen?
Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung bedeutet, dass der Versicherer Sie nicht auf einen anderen theoretisch denkbaren Beruf verweisen darf. Ohne diesen Verzicht könnte der Versicherer argumentieren, Sie könnten statt als Anwalt zum Beispiel als Sachbearbeiter arbeiten, und die Leistung verweigern. Für Juristen ist dieser Verzicht entscheidend, weil er sicherstellt, dass nur Ihr zuletzt ausgeübter juristischer Beruf zählt. Achten Sie darauf, dass Ihr Tarif den Verzicht auf die abstrakte Verweisung enthält.
Sind die Beiträge zur BU für Juristen steuerlich absetzbar?
Die Beiträge zu einer eigenständigen Berufsunfähigkeitsversicherung sind als sonstige Vorsorgeaufwendungen absetzbar, sofern kein Sparanteil enthalten ist, laut § 10 EStG. In der Praxis wirkt sich das bei vielen Juristen kaum aus, weil der gemeinsame Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen oft schon durch Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft ist. Ist die BU mit einer Basisrente (Rürup) kombiniert, lassen sich die Beiträge über die Altersvorsorgeaufwendungen besser geltend machen.
Was passiert mit meiner BU, wenn ich von der Anstellung in die Selbständigkeit wechsle?
Ihr bestehender Vertrag bleibt grundsätzlich erhalten, auch wenn Sie als angestellter Jurist in die eigene Kanzlei wechseln. Eine neue Gesundheitsprüfung ist dafür nicht nötig. Wichtig ist aber, ob Ihr Tarif auf die abstrakte Verweisung verzichtet und wie eine mögliche Umorganisationsklausel gestaltet ist, denn als Selbständiger wird Letztere relevant. Prüfen Sie bei einem Wechsel, ob Ihre vereinbarte Rentenhöhe noch zu Ihrem neuen Einkommen passt, und nutzen Sie gegebenenfalls eine Nachversicherungsgarantie.
Warum lohnt sich eine BU auch für verbeamtete Richter und Staatsanwälte?
Das Ruhegehalt allein deckt im Fall der Dienstunfähigkeit selten den gewohnten Lebensstandard. Ein Ruhegehalt wird zudem erst nach einer Wartezeit von fünf Jahren Dienstzeit gezahlt, laut § 4 BeamtVG. Wer früher dienstunfähig wird, steht ohne diese Absicherung schlecht da. Entscheidend ist eine echte Dienstunfähigkeitsklausel: Sie sorgt dafür, dass die Versicherung leistet, sobald der Dienstherr Sie für dienstunfähig erklärt, unabhängig von den strengeren BU-Kriterien.
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