Betriebliche Altersvorsorge ist ein Sammelbegriff für alle finanziellen Leistungen zur Altersvorsorge, die ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer  aufgrund eines Arbeitsverhältnisses zahlt. Hierzu zählen die Versorgungen bei Alter, Invalidität und/oder Tod. Die betriebliche Altersvorsorge ist in Deutschland gesetzlich geregelt: Das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (BetrAVG) hält in etwa 30 Paragraphen die wichtigsten Aspekte der betrieblichen Altersvorsorge fest.

Wer hat einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge?

Jeder Arbeitnehmer, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, hat einen Anspruch darauf, einen Teil seines Lohns oder Gehalts für die betriebliche Altersversorgung zu verwenden. Berechtigt sind:

  • Unbefristet angestellte Mitarbeiter
  • Geringfügig Beschäftigte
  • Teilzeitkräfte
  • Auszubildende
  • Angestellte mit einem befristeten Arbeitsvertrag
  • Geschäftsführer

Der Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge besteht allerdings nur, wenn der Arbeitnehmer den Aufbau selbst finanziert (Entgeltumwandlung). Der Arbeitgeber ist grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, sich an der Alterssicherung seiner Arbeitnehmer zu beteiligen. Allerdings gibt es viele Tarifverträge und auch Betriebsvereinbarungen, die eine Arbeitgeber-finanzierte betriebliche Altersversorgung vorsehen.

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Betriebliche Altersvorsorge

Die verschiedenen Arten der betrieblichen Altersversorgung

Bei der betrieblichen Altersvorsorge unterscheidet man zwischen verschiedenen Durchführungswegen:

Direktzusage

Bei dieser Art der betrieblichen Altersvorsorge bildet der Arbeitgeber Rückstellungen, die er seinem Arbeitnehmer bei Erreichen des Rentenalters auszahlt, z. B. in Form einer monatlichen Betriebsrente. Wenn der Arbeitgeber vor Erreichen des Rentenalters invalide wird oder verstirbt, erhalten er, bzw. die Hinterbliebenen finanzielle Unterstützung vom Arbeitgeber. Die Höhe der Leistungen richtet sich hierbei nach der Dauer, die der Arbeitnehmer im Betrieb tätig war. Die Altersvorsorge ist im Falle einer Insolvenz des Arbeitgebers geschützt. In diesem Fall übernimmt der Pensionssicherungsverein die Leistungsverpflichtung. Diese Variante ist für den Arbeitgeber besonders risikoreich, da vorzeitige Versorgungsfälle im Betrieb auftreten können.

Unterstützungskasse

Die Unterstützungskasse ist eine Versorgungseinrichtung eines oder mehrerer Unternehmen, die zumeist als eingetragener Verein agiert. Die Zahlungen an die Unterstützungskasse leistet der Arbeitgeber, entweder direkt oder vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers. Die Ansprüche der Arbeitnehmer bei Insolvenz sind über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) geschützt.

Pensionskasse

Pensionskassen sind, wie Direktversicherungen auch, rechtlich eigenständige Unternehmen. Sie werden von einem oder mehreren Arbeitgebern getragen und sind im aufsichtsrechtlichen Sinne Versicherungen. Sie gewähren den Arbeitnehmern und deren Hinterbliebenen einen Rechtsanspruch auf die zugesagten Leistungen. Finanziert werden sie über Zuwendungen der Trägerunternehmen sowie aus Vermögenserträgen.

Direktversicherung

Bei der Direktversicherung schließt der Arbeitgeber per Einzel- oder Gruppenvertrag eine Lebensversicherung für seine Arbeitnehmer ab. Versicherungsnehmer ist somit der Arbeitgeber, Versicherungsnehmer sind hingegen seine Arbeitnehmer. Direktversicherungen unterliegen der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Beiträge bei einer klassischen Direktversicherung dürfen nur bis zu 35% der Anlagemittel in Aktien investiert werden.

Pensionsfonds

Der Pensionsfonds ist ein rechtlich selbständiger Versorgungsträger, durch den dem Arbeitnehmer ein Rechtsanspruch auf die zugesagten Leistungen eingeräumt wird. Der Fonds bietet Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein höheres Maß an Flexibilität als die herkömmlichen Modelle betrieblicher Altersvorsorge. Pensionsfonds unterliegen nicht den strengen Restriktionen der herkömmlichen Lebens- und Rentenversicherung. Anders als bei der Direktversicherung können die Beiträge in einem Pensionsfonds auch in höherem Maße angelegt werden, um dessen Renditechancen besser nutzen zu können. Dadurch ergeben sich natürlich auch höhere Risiken, denn die Kurse am Aktienmarkt unterliegen starken Schwankungen.

Info: Entgeltumwandlung

In der gesetzlichen Rentenversicherung wandelt der Arbeitgeber Entgelt in einer Höhe von bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) in eine Anwartschaft auf Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge um. Im Jahr 2015 entspricht dies einem Beitrag von 2.904 Euro jährlich (242 € monatlich). Auf den umgewandelten Teil dieses Entgelts, der in eine Direktversicherung, in eine Pensionskasse oder in einen Pensionsfonds eingezahlt werden kann, werden keine Steuer- und Sozialabgaben erhoben.

Info-Podcast des GDV zur betrieblichen Altersvorsorge

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Welche Leistungen bietet die betriebliche Altersvorsorge?

  • Die Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung sind bis zu einer bestimmten Höhe steuer- und sozialabgabefrei. Bei Rentenauszahlung sind die Leistungen mit dem persönlichen Steuersatz nachgelagert zu versteuern. Der Arbeitnehmer profitiert von dieser Regelung, denn die Steuern sind in der Rentenzeit in der Regel niedriger als zur Zeit der Berufstätigkeit.
  • Bein einem Jobwechsel kann die Betriebsrente bei dem neuen Arbeitgeber fortgeführt werden, sodass dem Arbeitnehmer durch den Wechsel des Arbeitsplatzes keine Nachteile entstehen.
  • In der Regel gibt es außerdem die Möglichkeit von günstigeren Gruppenkonditionen zu profitieren.
  • Die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung können zwar nicht veräußert, beliehen oder vererbt werden, sie sind jedoch auch nicht pfändbar und dadurch Hartz-IV-sicher.

>> Alle Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge im Überblick

Für wen eignet sich die betriebliche Altersvorsorge?

Grundsätzlich haben alle Arbeitnehmer die Chance, in die betriebliche Altersversorgung einzuzahlen. Obwohl die bAV ein wichtiger Stützpfeiler in der Altersvorsorge ist (betriebliche Altersvorsorgen im Test), nimmt nicht jeder diese Möglichkeit war. Denn auf die angesparten Beträge werden im Rentenalter Steuern und Sozialabgaben fällig, im ungünstigsten Fall kann so eine sehr hohe Summe fällig werden. Seit dem Jahr 2004 muss zudem jeder gesetzlich Krankenversicherte, der eine betriebliche Altersvorsorge ausgezahlt bekommen hat, Beiträge zur Krankenkasse und Pflegeversicherung zahlen.

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