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Betriebliche Altersvorsorge

Ratgeber & Beratung für Arbeitgeber & Arbeitnehmer - inkl. Test 2019 und Tarif-Vergleich
Das Wichtigste in Kürze
  • Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eine Form der Altersvorsorge, bei der eine zusätzliche Rente über den Arbeitgeber aufgebaut wird.
  • Es gibt verschiedene Modelle der betrieblichen Altersvorsorge: die reine arbeitgeberfinanzierte bAV, eine arbeitnehmerfinanzierte bAV (mittels Entgeltumwandlung) sowie eine Kombination aus beidem.
  • Für Arbeitnehmer lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge vor allem dann, wenn sich der Arbeitgeber mit einem Zuschuss zum Beitrag beteiligt oder die Beiträge komplett übernimmt.
  • Arbeitgebern bietet eine bAV die Möglichkeit, die Attraktivität des Unternehmens sowie die Mitarbeiterbindung zu stärken.
  • Während der Ansparphase profitieren beide von Steuervorteilen. In der Rentenphase muss die gesamte Auszahlung jedoch voll versteuert werden. Gesetzlich Krankenversicherte zahlen zudem den vollen Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung.
  • In unabhängigen Tests 2019 gehen Europa, Continentale, Aachen Münchener sowie Allianz als Testsieger hervor.

Die betriebliche Altersvorsorge

Arbeitnehmer sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und können somit über den Chef eine Altersvorsorge abschließen. Chef und Angestellter investieren dabei gemeinsam in die Rente des Angestellten – und profitieren beide gleichermaßen.

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) zeichnet sich v. a. durch Steuervorteile – sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer – und durch niedrige Beiträge aus. Die bAV ist in vielerlei Hinsicht eine attraktive Lösung für Arbeitgeber, um die Attraktivität des Unternehmens und die Mitarbeiterbindung zu stärken. Für den Arbeitnehmer bietet die bAV eine optimale Lösung, seine Rente im Alter durch minimalen Aufwand aufzustocken.

Nichtsdestotrotz gibt es bei der betrieblichen Altersvorsorge eine Vielzahl an Aspekten zu beachten. Interessierte sollten sich vorab genau informieren und prüfen, welche Form der Altersvorsorge am besten zur eigenen Lebenssituation und -perspektiven passt.

Wie funktioniert die betriebliche Altersvorsorge?

Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt der Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttogehaltes ab, welches in die jeweilige Form der bAV eingezahlt wird. Dies nennt man Entgeltumwandlung. Dadurch sinkt sein zu versteuerndes Einkommen und er spart in erster Linie Steuer- und Sozialabgaben.

Eine steuerfreie Entgeltumwandlung ist bis zu einer Höhe von 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze (West) möglich. 2019 entspricht dies einem Beitrag von 3.216 Euro im Jahr bzw. 268 Euro im Monat. Dies bedeutet: Der Arbeitnehmer kann bis zu 268 Euro seines Bruttogehaltes in den bAV-Vertrag abgeben, ohne auf diesen Betrag Steuer- und Sozialabgaben zahlen zu müssen.

Auch der Arbeitgeber spart Sozialbeiträge, wenn sein Mitarbeiter sich für eine Entgeltumwandlung entscheidet. Diese Ersparnis (rund 20 Prozent) kann er zum Beitrag der bAV zuschießen. Seit 2019 gilt: Bei neu abgeschlossenen Verträgen muss der Arbeitgeber mit 15 Prozent des Arbeitnehmerbeitrages der Entgeltumwandlung beitragen.

Arbeitgeberzuschuss war früher nicht garantiert
Der Arbeitgeber ist zwar gesetzlich dazu verpflichtet, seinen Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge vorzuschlagen, musste sich jedoch nicht an den Beitragszahlungen beteiligen. Auch über die Höhe des Zuschusses bestimmte der Arbeitgeber selbst. Als Arbeitnehmer konnte man jedoch verhandeln, wenn sich der Chef beispielsweise weigerte, sich mit einem Zuschuss zu beteiligen.
Der Idealfall für Arbeitnehmer besteht, wenn der Chef Firmengelder in die Rente seiner Mitarbeiter investiert. So übernimmt der Arbeitgeber den kompletten Aufbau der Betriebsrente – als Arbeitnehmer erhält man später eine Zusatzrente, ohne je dafür eingezahlt zu haben.

Der Haken an der rein arbeitgeberfinanzierten bAV
Der Chef wird die Betriebsrente nur dann komplett aufbauen, wenn der Mitarbeiter gewisse Voraussetzungen erfüllt. So muss ein Mitarbeiter mindestens 3 Jahre im Unternehmen gearbeitet haben und beim Verlassen der Firma mindestens 21 Jahre alt sein. 2017 sah dies noch anders aus: Zum Erhalt einer Betriebsrente waren fünf Jahre Betriebszugehörigkeit sowie ein Mindestalter von 25 Jahren beim Ausscheiden der Firma vorausgesetzt.

Wer hat Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge?

Jeder Arbeitnehmer, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, hat einen Anspruch darauf, einen Teil seines Lohns oder Gehalts für die betriebliche Altersversorgung zu verwenden.

Für eine bAV berechtigt sind:
  • Unbefristet angestellte Mitarbeiter
  • Angestellte mit einem befristeten Arbeitsvertrag
  • Geringfügig Beschäftigte
  • Teilzeitkräfte
  • Auszubildende
  • Geschäftsführer

Einen Rechtsanspruch können Arbeitnehmer allerdings nur geltend machen, wenn sie den Aufbau einer bAV selbst finanzieren (durch die Entgeltumwandlung). Prinzipiell ist der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, sich an der Ansparung zu beteiligen. Durch ein neues Gesetz müssen Arbeitgeber ab 2019 zu neu geschlossenen bAV-Verträge einen Zuschuss leisten (Mehr dazu im Abschnitt „Betriebsrentenstärkungsgesetz 2018/2019“). Auch gibt es viele Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen, die eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersversorgung vorsehen.

Warum sollte ich als Arbeitnehmer eine betriebliche Altersvorsorge abschließen?

Ohne Zweifel ist die eigene finanzielle Absicherung im Alter ein wichtiges Thema, um das man sich frühzeitig Gedanken machen sollte. Die Formen der Altersvorsorge sind dabei so vielfältig, wie die persönlichen Bedürfnisse.

Die betriebliche Altersvorsorge bietet sich vor allem für Arbeitnehmer an, die einen guten Draht zum Vorgesetzten haben und lange im Unternehmen bleiben wollen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass dieser seine Mitarbeiter bei dem Aufbau der zusätzlichen Rente unterstützt. Nichtsdestotrotz bietet die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitnehmer eine Reihe von Vorteilen.

Vorteile der bAV für Arbeitnehmer auf einen Blick

  • Die Zahlung der Betriebsrente ist garantiert: Sobald Sie in Rente gehen, bekommen Sie eine monatliche Rentenzahlung. Alternativ können Sie sich das Kapital zu Rentenbeginn einmalig oder zu 30 Prozent auszahlen lassen. Höhe und Leistungsdauer sind vorab festgelegt und somit garantiert.
  • Steuern und Sozialabgaben sparen: Die Beiträge zur bAV werden bei der Entgeltumwandlung von Ihrem Bruttogehalt abgezogen. Dies bedeutet, dass nur auf den verbleibenden Bruttobetrag Steuern- und Sozialabgaben anfallen. Unterm Strich bedeutet dies: Sie leisten mehr für Ihre Altersvorsorge, als Sie tatsächlich als “Netto-Verlust” auf dem Lohnzettel sehen.
  • Arbeitgeberzuschuss: Haben Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrem Chef, können Sie mit einem Arbeitgeberzuschuss rechnen. Ihr Chef spart nämlich ebenfalls Steuern und Sozialabgaben ein, die er wiederum in Ihre Zusatzrente stecken kann. Schließen sie nach 2019 eine bAV ab, muss Ihr Chef Sie sogar mit einem 15-prozentigen Zuschuss unterstützen. Welche Vorteile Ihr Chef von der ganzen Sache hat, lesen Sie im nächsten Abschnitt.
  • Wenig Aufwand: Es geht zwar um Ihre Rente, jedoch haben Sie effektiv nicht viel mit dem Papierkram zu tun. Da Sie die Rente über die Firma abschließen, kümmert sich Ihr Arbeitgeber um alle Vertragsangelegenheiten.
  • Im Falle eines Jobwechsels: In den meisten Fällen können Sie Ihr bereits gespartes Kapital einfach zum neuen Arbeitgeber mitnehmen. Entweder übernimmt der neue Chef den Vertrag oder setzt einen neuen auf. Das Kapital wird dann übertragen. Alternativ können Sie ihren bAV-Vertrag beitragsfrei stellen. Mehr dazu lesen Sie im Abschnitt „Was passiert beim Jobwechsel?“.
  • Im Falle einer Insolvenz der Firma: Sollte Ihre Firma bzw. Ihr Arbeitgeber Insolvenz anmelden, ist Ihre betriebliche Altersvorsorge u. U. geschützt. Die Rentenauszahlung wird dann vom sog. Pensionssicherungsverein (PSV) übernommen. Dies hängt jedoch vom Durchführungsweg ab. Weitere Infos lesen Sie im Abschnitt „Was passiert bei Insolvenz?“.
  • Im Falle einer Arbeitslosigkeit: Sollten Sie arbeitslos werden und Arbeitslosengeld II beantragen, ist das bAV-Kapital geschützt. Dieses Kapital wird nicht zum anrechenbaren Vermögen gezählt und ist somit vor dem Zugriff des Staates sicher.
  • Zusatzleistungen: In Ihrer betrieblichen Altersvorsorge können Sie nützliche Zusatzleistungen vereinbaren, z. B. eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder einen Hinterbliebenenschutz.
Die Entgeltumwandlung

Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer das Recht, über die sog. Entgeltumwandlung in den Aufbau einer betrieblichen Zusatzrente einzuzahlen. Bei der Entgeltumwandlung wird ein Teil des unversteuerten Bruttogehaltes genommen und in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt. Dadurch verringert sich das Einkommen, welches ein Arbeitnehmer versteuern muss und der Staat erlässt ihm einen Teil an Steuern und Sozialabgaben.

Was habe ich als Arbeitgeber von der betrieblichen Altersvorsorge?

Auf den ersten Blick scheint die Einrichtung einer betrieblichen Altersvorsorge als eine reine Wohltat des Chefs für seine Mitarbeiter. Doch auch der Arbeitgeber zieht wesentliche finanzielle und steuerliche Vorteile aus der ganzen Sache.

Die Vorteile der bAV für Arbeitgeber auf einen Blick

  • Attraktivität des Unternehmens: Das Angebot einer betrieblichen Zusatzrente kann als schlagendes Argument für alte und neue Mitarbeiter funktionieren. Sie zeigen somit, dass Sie ein erfolgreicher, zukunftsorientierter und mitarbeiterorientierter Arbeitgeber sind.
  • Mitarbeiterbindung: Gut ausgebildete und erfahrene Mitarbeiter sind schwer zu finden – und zu halten. Mit einer betrieblichen Altersvorsorge bieten Sie Ihren Angestellten einen echten Mehrwert und einen Grund, bei Ihnen zu bleiben.
  • Wahl des Durchführungsweges: Welcher Durchführungsweg bzw. welches Modell zum Aufbau der Betriebsrente gewählt wird, entscheiden allein Sie. Welche Durchführungswege es gibt, lesen Sie im nächsten Abschnitt. Einen Überblick über die Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten finden Sie z. B. hier. Durch die volle Entscheidungsfreiheit können Sie den Weg wählen, der für Sie und Ihre Firma am lukrativsten erscheint.
  • Steuervorteile: Entscheidet sich Ihr Arbeitnehmer für eine Entgeltumwandlung, sparen auch Sie Steuern und Sozialabgaben. Die bAV-Beiträge, die Sie in die Lebensversicherung einzahlen, können Sie als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. So leisten sie keine teuren Lohnnebenkosten mehr.
  • Kein Ausweis in der Unternehmensbilanz: Je nach gewählten Durchführungsweg besteht Bilanzneutralität für Sie als Trägerunternehmen.
  • Günstige Gruppentarife: Je mehr Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen eine bAV haben möchten, desto besser. Viele Versicherungsgesellschaften bieten Gruppentarife für die bAV an, die wesentlich günstiger ausfallen, als mehrere einzelne Verträge.
Häufiges Problem: Jeder Mitarbeiter hat einen anderen bAV-Vertrag: Was kann ich als Arbeitgeber tun?

Haben Sie als Arbeitgeber auch das Problem, dass alle Ihre Angestellten unterschiedliche Versicherer für ihre bAV haben und dass dies für Sie schwer zu handhaben ist? Dies kann schnell passieren, wenn neue Mitarbeiter in Ihren Betrieb kommen und ihren alten bAV-Vertrag mitbringen.

Wir bieten Ihnen eine bAV-Lösung an, die besonders einfach zu handhaben ist. Mit unserer bAV-Software läuft alles digital und vereinfacht ab, sodass Sie ohne großen Aufwand den Überblick behalten. Kontaktieren Sie uns einfach per Telefon oder E-Mail. Unsere Versicherungsexperten mit dem Schwerpunkt betriebliche Altersvorsorge beraten Sie dazu gerne.

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Die 6 Durchführungswege

Bei der betrieblichen Altersvorsorge unterscheidet man zwischen verschiedenen Durchführungswegen. Welcher für den individuellen baV-Vertrag gewählt wird, entscheidet allein der Arbeitgeber.

Bei der Direktzusage bildet der Arbeitgeber Rückstellungen, die er seinem Arbeitnehmer bei Erreichen des Rentenalters auszahlt, z. B. in Form einer monatlichen Betriebsrente. Wenn der Arbeitnehmer vor Erreichen des Rentenalters invalide wird oder verstirbt, erhalten er, bzw. die Hinterbliebenen finanzielle Unterstützung vom Arbeitgeber.

Die Höhe der Leistungen richtet sich hierbei nach der Dauer, die der Arbeitnehmer im Betrieb tätig war. Die Altersvorsorge ist im Falle einer Insolvenz des Arbeitgebers geschützt. In diesem Fall übernimmt der Pensionssicherungsverein die Leistungsverpflichtung. Diese Variante ist für den Arbeitgeber besonders risikoreich, da die Wahrscheinlichkeit von vorzeitigen Versorgungsfällen im Betrieb hoch ist.

Die Unterstützungskasse ist eine Versorgungseinrichtung eines oder mehrerer Unternehmen, die zumeist als eingetragener Verein agiert. Die Zahlungen an die Unterstützungskasse leistet der Arbeitgeber, entweder direkt oder vom Bruttogehalt des Arbeitnehmers. Die Ansprüche der Arbeitnehmer bei Insolvenz sind über den Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) geschützt.

Wie hoch die spätere Betriebsrente letztendlich ausfällt, hängt vorrangig von der Zusage des Arbeitgebers ab. Dieser sichert dem Arbeitnehmer nur eine Mindestauszahlung zu, die sich jedoch um die Überschüsse der Unterstützungskasse erhöhen können.

Pensionskassen sind, wie Direktversicherungen auch, rechtlich eigenständige Unternehmen. Sie werden von einem oder mehreren Arbeitgebern oder einer ganzen Branche getragen. Der Arbeitgeber zahlt die Beiträge direkt in die Pensionskasse ein, die das Geld verwaltet und als Rente oder Kapitalleistung im Alter auszahlt. Auch gewähren sie den Arbeitnehmern und deren Hinterbliebenen einen Rechtsanspruch auf die zugesagten Leistungen.
Bei der Direktversicherung schließt der Arbeitgeber per Einzel- oder Gruppenvertrag eine Lebensversicherung für seine Arbeitnehmer ab. Versicherungsnehmer ist somit der Arbeitgeber, Versicherte sind hingegen seine Arbeitnehmer. Direktversicherungen unterliegen der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Beiträge bei einer klassischen Direktversicherung dürfen nur bis zu 35% der Anlagemittel in Aktien investiert werden.

Der Pensionsfonds ist ein rechtlich selbständiger Versorgungsträger, durch den dem Arbeitnehmer ein Rechtsanspruch auf die zugesagten Leistungen eingeräumt wird. Der Fonds bietet Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein höheres Maß an Flexibilität als die herkömmlichen Modelle der betrieblichen Altersvorsorge.

Anders als bei der Direktversicherung können die Beiträge in einem Pensionsfonds auch in höherem Maße angelegt werden, um deren Renditechancen zu erhöhen. Dadurch ergeben sich natürlich auch höhere Risiken, denn die Kurse am Aktienmarkt unterliegen starken Schwankungen.

Seit 2018 ist dieser Weg der Durchführung neu. Beim Sozialpartnermodell vereinbaren Arbeitgeber mit den Gewerkschaften, dass der Arbeitgeber lediglich vertraglich vereinbarte Beiträge an die Versorgungseinrichtung zahlt. Diese Beiträge werden zu einer sog. Zielrente bestimmt, also einer Ziel-Summe über die Höhe der späteren Rente für den Arbeitnehmer. Der Vorteil: Der Arbeitgeber übernimmt keine Haftung für eine garantierte Rente und die Anlage der Beiträge gestaltet sich flexibler.

Steuern und Sozialabgaben

Die betriebliche Altersvorsorge bietet durch die Entgeltumwandlung sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber finanzielle und steuerliche Vorteile. Doch gerade Arbeitnehmer müssen mit erneuten zusätzlichen Abgaben in der Rentenphase rechnen. Hier sollte man dringend den Überblick behalten und Vor- und Nachteile genauestens für sich abwägen. Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, klicken Sie auf den Button.

… mehr zur Entgeltumwandlung

Wann lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?

Die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich nicht für jeden Arbeitnehmer. Prinzipiell lohnt sich eine bAV vor allem, wenn:

  • der Chef sich an den Einzahlungen in die bAV beteiligt.
  • sich die Ersparnisse in der Einzahlphase mit den Abgaben zur Steuer und Krankenversicherung sowie der geringeren gesetzlichen Rente im Alter rechnen.
  • man eine private Krankenversicherung hat und im Rentenalter zumindest keine Krankenversicherungsbeiträge zahlen muss.
  • sich auf dem freien Markt keine geeignete Berufsunfähigkeitsversicherung finden lässt, die trotz Vorerkrankungen versichert oder bezahlbar ist. (Mehr dazu im nächsten Abschnitt.)

Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, seinen Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten. Ob man diese annimmt, sollten Arbeitnehmer also genau durchdenken. Eine unabhängige Beratung kann dabei helfen zu ermitteln, ob sich eine bAV für den persönlichen Fall auszahlt, oder ob doch eine andere Form der Altersvorsorge besser geeignet ist. Wenden Sie sich dazu gern an unsere Versicherungsexperten mit dem Schwerpunkt Altersvorsorge.

Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge leistet hauptsächlich eine Auszahlung der angesparten Beträge als zusätzliche Rente.

Die häufigste Art der Auszahlung ist die monatliche Rentenzahlung. Die Höhe der Rente sowie die Dauer der Leistung sind vertraglich festgelegt. Weiterhin kann man sich das Kapital bei Rentenbeginn in voller Höhe einmalig auszahlen lassen – jedoch nur, wenn als Durchführungsweg die Pensionskasse oder die Direktversicherung gewählt wurde. Alternativ können 30 Prozent der Gesamtsumme zum Rentenbeginn ausgezahlt werden.

Achtung: Die Rentenauszahlung muss in jedem Fall voll versteuert werden, egal, auf welche Art die Auszahlung erfolgt.

Die Leistungen der Betriebsrente können zwar nicht veräußert, beliehen oder vererbt werden, sie sind jedoch auch nicht pfändbar und dadurch Hartz-IV-sicher. Das Kapital wird nämlich nicht zum anrechenbaren Vermögen gezählt.
Muss der Arbeitgeber Insolvenz anmelden, ist das bAV-Kapital durch den Pensionssicherungsverein geschützt. Dieser übernimmt dann die Rentenzahlung – seine Rente erhält man in jedem Fall.
Je nach Anbieter und Tarif können sinnvolle Zusatzleistungen hinzugewählt werden. So haben Angestellte, die auf dem freien Versicherungsmarkt wegen Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, die Möglichkeit, einen entsprechenden Schutz über den Chef bzw. über die bAV zu erhalten. Auch die Absicherung der Hinterbliebenen im eigenen Todesfall kann mitversichert werden.

Kosten einer betrieblichen Altersvorsorge

Die Frage nach den Kosten einer betrieblichen Altersvorsorge lässt sich nicht pauschal beantworten. Wie viel an monatlichen Kosten für diese Form der Altersvorsorge anfällt, wird von verschiedenen Faktoren – und grundsätzlich vom Sparer selbst – beeinflusst. Der Arbeitnehmer sowie der Arbeitgeber entscheiden, wie viel sie in die betriebliche Altersvorsorge einzahlen möchten. Wie hoch die Betriebsrente im Alter tatsächlich ausfällt, wird von der Höhe der Beiträge essentiell beeinflusst.

Faktoren zur Berechnung der Betriebsrente
  • Alter des Arbeitnehmers bei Versicherungsbeginn
  • Alter bei Rentenbeginn
  • Bruttojahreseinkommen
  • Eigenbeitrag des Arbeitnehmers
  • Zuschuss des Arbeitgebers
  • Steuer- und Sozialabgabenersparnisse

Nicht vergessen sollte man bei den Kosten einer bAV: Je nach Durchführungsweg bzw. je nach Versicherungsgesellschaft oder Einrichtung, können zusätzliche Kosten entstehen. Möchte man beispielsweise seinen bAV-Vertrag nach einem Jobwechsel zum neuen Arbeitgeber mitnehmen, und dieser veranlasst eine Übertragung des Kapitals auf einen von ihm neu geschlossenen Vertrag, können dafür Gebühren anfallen.

Erklärvideo: Diese 3 Dinge müssen Sie wissen!

Die betriebliche Altersvorsorge im Test

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sollten sich ausführlich über Durchführungswege und Anbieter der betrieblichen Altersvorsorge informieren, bevor sie diesbezüglich eine Wahl treffen. Die unabhängigen und aktuellen Testergebnisse helfen bei der Wahl des Anbieters und zeigen sowohl Vor- als auch Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge auf.

Testkriterien: Darauf achten die Experten

Je nachdem welches Testinstitut die Untersuchung durchführt, werden andere Schwerpunkte gesetzt. Häufig prüfen die Analysten die Angebote jedoch hinsichtlich folgender Kriterien:

Häufige Testkriterien
  • Rendite
  • Flexibiltät (z.B. Gestaltungsspielraum der Kunden)
  • Transparenz und Service (z.B. Verständlichkeit der Versicherungsunterlagen)
  • Abgesehen von diesen drei Bereichen spielt auch die Unternehmensqualität eine wichtige Rolle. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob das Unternehmen finanziell stabil aufgestellt ist.

IVFP-Kompetenzrating 2018

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) untersuchte 2018 27 Anbieter der betrieblichen Altersvorsorge. Die Ergebnisse sind herausragend: Zwölf Anbieter erhielten die Höchstwertung von fünf Sternen. Damit wird ihre bAV-Kompetenz als „exzellent“ bewertet. Weitere sieben Anbieter erhalten 4 von 5 möglichen Sternen (Quelle).

Versicherer Qualitätsurteil
AachenMünchener Lebensversicherung AG exzellent
Allianz exzellent
Alte Leipziger exzellent
Axa exzellent
Versicherungskammer Bayern exzellent
Generali exzellent
HDI exzellent
Nürnberger exzellent
Stuttgarter exzellent
Swiss Life exzellent
Württembergische Lebensversicherung AG exzellent
Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG exzellent

So wurde getestet

Bereits seit 2010 bewertet das IVFP die „bAV-Kompetenz“ der Anbieter. Dieses Rating erscheint in einem regelmäßigen Abstand von zwei Jahren. Die Gesamtnote setzt sich aus den Ergebnissen von vier Teilbereichen zusammen. Bewertet werden die Qualität der Beratung, die Haftung, der Service und die Verwaltung. Diese Teilbereiche ergeben sich für das Analysehaus aus der Tatsache, dass vor allem Arbeitgeber und Finanzdienstleister als Zielgruppe des Ratings definiert werden.

Datengrundlage des Kompetenzratings

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung arbeitet unabhängig. Die Kompetenzbewertung erfolgt auf der Basis von Daten, die die Anbieter dem Analysehaus zur Verfügung stellen. Dazu zählen zum Beispiel Unternehmenspräsentationen, Broschüren und Musterangebote.

Die vier Teilbereiche – Hauptinhalte und Wichtung

Folgende Informationen und Standards fragen die Analysten in den einzelnen Bereichen ab. Die Ergebnisse der Teilbereiche beeinflussen unterschiedlich stark die Gesamtnote.

Teilbereich Inhalt Wichtung
Haftung Unterstützung in der Haftungsvermeidung und Aufklärungsverhalten 30 %
Beratungsqualität bAV-Geschäftsstrukturen, Beratungssoftware, Analyse bestehender Versorgungswerke 30 %
Servicequalität Flexibilität, Broschüren und Unterlagen, Informationsquellen 20 %
Bewertung des Verwaltungsapparates eigene bAV-Verwaltungseinheit, Bestandsgrößen, Auswahl von Durchführungswegen, Tarif, Zugangsart 20 %

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Direktversicherung im IVFP-Rating 2018

Die Direktversicherung ist eine der (bis vergangenes Jahr noch) fünf möglichen Durchführungswege in der betrieblichen Altersvorsorge. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat sich im März 2018 die aktuell verfügbaren Produkte angeschaut und mehrere sehr gute Versicherungsangebote gefunden (Quelle).

Direktversicherung 2018: Testsieger nach Produktkategorien

Produktkategorie Anbieter Anbieter und Tarif Gesamtnote
klassisch BoLz Europa

Continentale

Betriebliche Rentenversicherung – Direktversicherung

Rente Classic – Direktversicherung

1,3
Klassik Plus BoLz Allianz Direktversicherung Perspektive 1,0
fondsgebunden BzMI Allianz Direktversicherung InvestFlex 1,0
fondsgebunden BoLz Allianz Direktversicherung InvestFlex 1,0
Comfort Allianz Direktversicherung KomfortDynamik 1,0
Index Allianz Direktversicherung IndexSelect (Plus) 1,1
Erläuterungen zu den Produktkategorien

Das IVFP unterscheidet in der Auflistung der Ergebnisse nach sechs Kategorien, die sich vor allem hinsichtlich möglicher Rendite und Sicherheiten unterscheiden.

Klassisch: Die Beiträge werden sicher angelegt und der Sparteil wird zu einem festen Zinssatz (max. gesetzlicher Höchstrechnungszins: 0,9 Prozent) verzinst. Zusageart ist die Beitragsorientierte Leistungszusage (BoLz).

Klassik Plus: klassische Rentenversicherung mit erhöhter Renditechance und weniger Sicherheit.

hybride bzw. fondsgebundene Rentenversicherungen: Beiträge werden zum Teil mindestens während der Ansparphase in Fonds investiert. In den Testergebnissen wird nochmal nach Zusageart unterschieden – BoLz oder Beitragszusage mit Mindestleistung (BzMI).

Comfort: Die Anlage der Beiträge erfolgt in Fonds, aber der Kunde hat kein Mitspracherecht bei der Auswahl der Fonds. Der Versicherer übernimmt das komplette Management.

Index: Beiträge werden ausschließlich sicherheitsorientiert angelegt. Überschüsse kann der Kunde allerdings investieren. Meist gibt es Beschränkungen bei den möglichen Gewinnen. Im Gegenzug gibt es meist eine Bruttobeitragsgarantie.

Ergebnis des Direktversicherungs-Tests 2018

Die Experten prüften die Tarife von 48 verschiedenen Versicherungsunternehmen. Diese hatten meist nur für einige der sechs Produktkategorien ein Angebot im Portfolio.

Die Ergebnisse der Direktversicherungs-Tarife sind insgesamt gut. In jeder Produktkategorie gibt es auch Tarife, die mit sehr guten Noten abschnitten.

Anbieter, deren Tarife sehr gut benotet wurden:
  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Continentale
  • Europa
  • Hannoversche
  • Provinzial NordWest
  • R+V
  • Stuttgarter
BERATER-TIPP

»Da viele Angebote der betrieblichen Altersversorgung auf günstigen Gruppentarifen (zum Beispiel bei Versicherungen) basieren, sind die späteren Leistungen oft besser als bei reinen Privat-Vorsorgeformen.«

So wurde getestet: Verfahren und Bewertungsgrundlagen

Das IVFP ist ein unabhängig arbeitendes Ratingunternehmen, das es sich zum Ziel gemacht hat, Versicherungsprodukte aus Verbrauchersicht zu bewerten. Dementsprechend wurden auch die Bewertungsbereiche des Ratings ausgewählt. Mit Hilfe einer Marktstudie wurden vier Kriterien ermittelt, die für Verbraucher bei Rentenprodukten wichtig sind.

Die Bewertungsbereiche im Test der Direktversicherung

Unternehmensqualität: Dieser Teilbereich umfasst die Bewertung des Versicherungsunternehmens anhand der Kriterien Stabilität, Sicherheit, Ertragskraft und Markterfolg. Dabei werden verschiedene Kennzahlen, wie die Höhe der Beitragseinnahmen, Stornoquoten, Neuabschlüsse und Ähnliches bewertet. Das Ergebnis zur Unternehmensqualität fließt mit 35 Prozent ins Gesamtergebnis ein.

Rendite: 30 Prozent des Gesamtergebnisses werden durch die Rendite bestimmt. Hier spielen die Kosten eine entscheidende Rolle. Die Experten erstellen einen Marktvergleich für die verschiedenen Produkte anhand der jeweiligen Brutto- und Nettobeiträge, die nötig sind, um eine bestimmte Versicherungssumme zu erreichen.

Flexibilität: Im Bewertungsbereich Flexibilität geht es um die Frage, wie hoch der individuelle Gestaltungsfreiraum der Kunden ist. Die Flexibilität der Produkte macht 25 Prozent des Gesamtergebnisses aus.

Transparenz und Service: Den geringsten Einfluss auf das Gesamtergebnis hat mit 10 Prozent der Bereich Transparenz und Service. Hier erfolgt eine Bewertung der Versicherungsbedingungen hinsichtlich Sprache, Aufbau und Umfang. Darüber hinaus prüft das IVFP, ob das Unternehmen alle Kosten offen kommuniziert und ob beispielsweise die Versicherungsbedingungen online zur Verfügung stehen.

Als Datenbasis nutzen die Experten des IVFP öffentlich zugängliche Daten. Dazu zählen nach Angaben des IVFP die Versicherungsbedingungen, verbindliche Verbraucherinformationen,
Antragsformulare, Geschäftsberichte, Werbematerialien und Produktinformationen.

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) 2018/2019

Seit dem 1. Januar 2019 gilt das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz, kurz: BRSG. Die wichtigsten Änderungen und relevanten Informationen finden Sie hier im Überblick.

  • Der Arbeitgeber muss sich bei Neuabschlüssen zur bAV seines Angestellten beteiligen. Spart er durch die Entgeltumwandlung seines Angestellten Sozialversicherungsbeiträge, muss er 15 Prozent des Umwandlungsbeitrages obendrauf legen und an die durchführende Versorgungseinrichtung leisten. Diese Regelung gilt nur für die Durchführungswege Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung.
  • Für Verträge ab 2019 gilt dies sofort, für ältere Verträge gilt diese Regelung ab 2022.
  • Die Beitragsfreiheit des Arbeitgeberzuschusses muss unter den vier Prozent der Sozialversicherungsfreigrenze liegen. Alles, was darüber hinausgeht, ist sozialversicherungspflichtig. An der gesetzlichen Mindesthöhe des Arbeitgeberzuschusses ändert dies jedoch nichts.
  • Der sozialversicherungsfreie Höchstbetrag bleibt bei vier Prozent – der steuerfreie Höchstbetrag der Entgeltumwandlung wurde auf acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (West) angehoben.
  • Das Sozialpartnermodell ergänzt die bestehenden fünf Durchführungswege der bAV. Der Vorteil: Beim Sozialpartnermodell wird eine sog. Zielrente per Tarifvertrag mit einem Tarifpartner vereinbart. Auch neu: Der Arbeitgeber haftet erstmals nicht für das dauerhafte Leistungsniveau der Betriebsrente
…mehr zum Betriebsrentenstärkungsgesetz

Tipps für den Vergleich

Eine zusätzlich Altersvorsorge über den Arbeitgeber rechnet sich, denn der Betrieb übernimmt den Aufbau einer Betriebsrente zu einem Großteil oder finanziert sie sogar vollständig. Eigene Beiträge werden zudem vom Staat bezuschusst – und können bis zu einer Höchstgrenze sogar steuer- und sozialabgabenfrei vom eigenen Bruttogehalt gezahlt werden. Bevor eine betriebliche Altersvorsorge zu Stande kommt, sollten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber gut informieren. Auf die folgenden Kriterien sollten Sie achten.

Es gibt derzeit sechs Formen der betrieblichen Altersvorsorge – mit verschiedenen Vor- und Nachteilen. Eine betriebliche Altersvorsorge ist möglich:

Welche Form gewählt wird, entscheidet der Arbeitgeber.

Die Verwaltungs- und Abschlusskosten unterscheiden sich voneinander. Einige Anbieter erstellen zudem speziell auf das Unternehmen zugeschnittene Tarife.
Einige Anbieter passen die Leistungen auf die beruflichen Risiken der Versicherungsnehmer an – entweder zum Vorteil oder zum Nachteil des Versicherungsnehmers, je nach Berufsgruppe.
Einige Anbieter sichern Versicherungsnehmern günstigere Konditionen zu, wenn Verträge für mehrere Mitarbeiter geschlossen werden.
Beachten Sie eventuelle Tarifverträge. Diese können die Auswahl des Durchführungsweges und des Versorgungsträgers einschränken.

Was passiert bei Insolvenz der Firma?

Geht die Firma pleite oder muss der Arbeitgeber Insolvenz anmelden, geht das angesparte bAV-Kapital nicht verloren. Bei Direktzusagen, Pensionsfonds und Unterstützungskassen kümmert sich der Pensionssicherungsverserein (PSVaG) um die Betriebsrente. Hat der Arbeitgeber bei Vertragsabschluss den Weg der Direktversicherung oder Pensionskasse gewählt, wirkt sich dies gar nicht auf die Zahlung der Betriebsrente aus. Diese Institutionen fungieren nämlich als eigenständige Versicherungen und sind somit unabhängig vom Arbeitgeber.

Was passiert bei einem Jobwechsel?

Wenn Arbeitnehmer den Arbeitgeber wechseln, gelten besondere Regelungen, die beachtet werden müssen. Grundsätzlich können Arbeitnehmer ihren bAV-Vertrag zum neuen Arbeitgeber mitnehmen. Wie genau die Übernahme erfolgen kann, hängt vom Produkt und dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses ab.

Folgende Möglichkeiten bestehen beim Jobwechsel:

  • Der neue Arbeitgeber steigt in den bestehenden Vertrag mit ein bzw. übernimmt den mitgebrachten bAV-Vertrag
  • Der neue Arbeitgeber überträgt das mitgebrachte Kapital in sein eigenes Versorgungssystem bzw. schließt einen neuen bAV-Vertrag ab
  • Der Arbeitnehmer führt den Vertrag privat weiter. Dann ist jedoch keine Entgeltumwandlung mehr möglich (d. h. keine Steuervorteile mehr), da die Beitragszahlungen aus dem Nettogehalt erfolgen.
Prinzipiell gilt beim Jobwechsel:
  • Die Mitnahme des bAV-Vertrages muss innerhalb eines Jahres nach Jobwechsel erfolgen
  • Für die Übertragung des Kapitals können Gebühren anfallen
  • Der neue Arbeitgeber ist nicht dazu verpflichtet, den gleichen Zuschuss zu zahlen, wie der alte Arbeitgeber
  • Zusatzleistungen, wie etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung, muss der Arbeitnehmer eventuell selbst bezahlen

Regeln zur Unverfallbarkeit

Arbeitnehmer können zudem nur diejenigen Rentenansprüche in den neuen Job mitnehmen, die „unverfallbar“ sind. Beiträge, die man als Arbeitnehmer selbst eingezahlt hat, etwa durch die Entgeltumwandlung, sind sofort unverfallbar. Die Beiträge, mit denen der Arbeitgeber den bAV-Vertrag bezuschusst hat, ordnen sich verschiedenen Fristen unter. Diese Fristen richten sich nach Alter des Arbeitnehmers und der Länge der Betriebszugehörigkeit. Auch der Zeitpunkt des Vertragsabschlusses spielt eine große Rolle.

  • Verträge vor 2000: Arbeitnehmer muss 35 Jahre alt sein, Rentenzusage muss seit 10 Jahren bestehen
  • Verträge zwischen 2001 und 2008: Arbeitnehmer muss mind. 30 Jahre alt sein, Rentenzusage muss seit 5 Jahren bestehen
  • Verträge ab 2009: Arbeitnehmer muss 25 Jahre alt sein, Rentenzusage muss seit 5 Jahren bestehen
  • Verträge ab 2018: Arbeitnehmer muss 21 Jahre alt sein, Rentenzusage muss seit 3 Jahren bestehen
…mehr zum Jobwechsel

Betriebliche Altersvorsorge kündigen

Die betriebliche Altersvorsorge kann nur gekündigt werden, wenn der Betrieb bzw. der Arbeitgeber den Vertrag auf den Arbeitnehmer überträgt. Der Arbeitnehmer muss also Versicherungsnehmer werden.

Hat der Arbeitnehmer von Anfang an den Vertrag selbst finanziert, ist eine Kündigung theoretisch möglich, jedoch nicht sinnvoll. Auf das angesparte Kapital kann er nach wie vor erst zu Rentenbeginn zugreifen. Zudem muss er die gesparten Steuern und Sozialabgaben bei vorzeitiger Kündigung nachzahlen.

Bei finanziellen Engpässen oder anderen Umständen, die zu einer Kündigung eines Versicherungsvertrages führen können, ist es viel sinnvoller, den Vertrag ruhen zu lassen. Dies bedeutet, dass der Vertrag beitragsfrei gestellt wird und man keine Beiträge mehr zahlen muss. Dies wirkt sich im Umkehrschluss jedoch auf die Höhe der späteren Betriebsrente aus.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.09.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Müni Enkhsaikhan
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