Mietausfall­versicherung

Absicherungen gegen Mietausfall: Ratgeber und Vergleich (2021)

Das erwartet Sie hier

Was Vermieter im Fall eines Mietausfalls tun können und welche Versicherung die entgangenen Mieteinnahmen ersetzt.

Inhalt dieser Seite
  1. Warum gegen Mietausfall absichern?
  2. Leistungen der Rechtsschutz­­versicherung
  3. Leistungen der Gebäude­­versicherung
  4. Kosten (inkl. Kostenbeispiel)
  5. Aktuelle Testergebnisse
  6. Ratschläge für den Tarifvergleich
  7. Was tun bei Mietausfall?
  8. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Mietausfälle lassen sich durch eine separate Versicherung oder aber durch Zusatzbausteine der Gebäude- und Rechtsschutz­versicherung absichern.
  • Welche der Versicherungen greift, hängt von den Ursachen des Mietausfalls ab.
  • Wer nur eine Wohneinheit vermietet, kann sich bereits für 19,98 € pro Monat eine Kombination aus Rechtsschutz- und Mietausfall­versicherung abschließen.

Darum sollten Sie sich gegen Mietausfall absichern

Mietausfall: Immer ein Risiko

Gerade Vermieter, die ihre Mieteinnahmen als Altersversorgung nutzen, sind in einer schwierigen Situation, wenn Mietzahlungen ausbleiben – rasch entgehen ihnen so mehrere tausend Euro, die unter Umständen bereits fest eingeplant waren. Es ist auch keine Seltenheit, dass Mieter nicht (mehr) in der Lage sind, ihre Miete zu zahlen: Laut dem Statistischen Bundes­amt lebten 2019 1,4 Prozent der Bevölkerung in Haushalten mit Zahlungsrückständen bei Hypotheken- oder Mietzahlungen, 2009 waren es sogar 2,5 Prozent (Quelle).


Kostengünstiger Schutz vor Mietausfall

Eine Mietausfall­versicherung kann die finanziellen Schäden durch einen Mietausfall ausgleichen oder zumindest teilweise abfangen und ist somit eine wichtige Absicherung. Insbesondere Privatvermieter sollten darüber nachdenken. Wer nur wenige Wohnungen vermietet und keine hohen Mieten erhebt, muss auch entsprechend wenig zahlen – der Vermieter einer einzelnen Wohneinheit könnte z.B. ab 19,98 Euro pro Monat sowohl diverse rechtliche Auseinandersetzungen als auch 6 Monate Mietausfall versichern.

Über welche Versicherungen kann man sich absichern?

Je nachdem, wieso die Miete ausbleibt – also ob eine Zahlungsunfähigkeit oder -verweigerung des Mieters vorliegt oder die Wohnung z.B. durch einen Elementar­schaden nicht mehr bewohnbar ist – können die entgangenen Einnahmen durch Zusatzbausteine verschiedener Versicherungen ausgeglichen werden. Bereits abgeschlossene Versicherungen können für wenige Euro mehr um einen entsprechenden Schutz gegen Mietausfälle erweitert werden, falls der Versicherer einen solchen anbietet. Es gibt folgende Optionen für die Absicherung von Mietausfällen:

  • Zusatzbaustein der Gebäude­versicherung
  • Zusatzbaustein der Rechtsschutz­versicherung
  • separate Mietausfall­versicherung (bzw. Mietnomaden­versicherung)

Mietausfall­versicherung und Mietnomaden­versicherung – was ist der Unterschied?

Es gibt bei einigen Anbietern ausgewiesene Mietausfall­versicherungen, die gegen verschiedene Varianten eines Mietausfalls absichern. Bei sogenannten Mietnomaden­versicherungen versichern die Policen, je nach Tarif, nicht nur den Mietausfall selbst, sondern auch eventuelle Folgeschäden wie zum Beispiel die Kosten der Entrümpelung und die Renovierung einer verwahrlosten oder von Ungeziefer befallenen Wohnung.

Mietnomaden­versicherungen sind teurer als einfache Mietausfall­versicherungen und leisten oft nur unter bestimmten Bedingungen, z.B., dass die Bonität des Mieters nachweislich überprüft wurde. Wichtig ist es auch, hier auf eine ausreichend hohe Versicherungs­summe zu achten – die Kosten mehrerer entgangener Mieten zuzüglich der Renovierungskosten können mehrere zehntausend Euro erreichen, wohinter so manche Versicherungs­summe zurückbleibt.

Mietausfall­versicherung als Baustein der Rechtsschutz­versicherung

Mietausfallschäden in der Rechtsschutz­versicherung

Es ist bei weitem nicht bei allen Anbietern der Fall, doch es ist möglich, den eigenen Vermieter­rechtsschutz um eine Mietausfall­versicherung zu ergänzen. Leistungen können z.B. so aussehen:

  • 6 oder 12 Monatsmieten ab Kündigung, bis der nicht zahlende Mieter die Wohnung zurückgibt
  • maximal 3 Monatsmieten ohne Nebenkosten, während eigentlich vom Mieter geschuldete Sanierungs- und Renovierungsarbeiten durchgeführt werden müssen (insgesamt sind aber 6 bzw. 12 Monatsmieten die Obergrenze)
  • Nicht versichert: Kosten der Sanierungs- und Renovierungsarbeiten selbst
  • Nicht versichert: normaler Leerstand
  • Nicht versichert sind auch Mietausfälle, bei denen der Anspruch an den Mieter nicht gerichtlich durchsetzbar ist oder bei denen sich die Ansprüche gegen einen engen Verwandten oder Ehe- bzw. Lebenspartner richten. Ebenfalls nicht versichert sind Mietausfälle in einem Mietverhältnis, bei dem es schon vor Abschluss des Versicherungs­vertrags Stundungen oder Zahlungsrückstände gab.

Leistungen der Vermieter­rechtsschutz­versicherung allgemein

Mit einer Vermieter­rechtsschutz­versicherung sichern Sie sich gegen die Kosten einer juristischen Auseinandersetzung mit den Mietern ab. Die Police übernimmt nicht nur Anwalts- und Prozesskosten, sondern auch die Kosten von eventuell notwendigen Sachverständigen. Es ist auch möglich, z.B. das Forderungsmanagement der Versicherung zu übertragen. Auch eine juristische Telefonberatung gehört zum Service.


Was übernimmt eine Rechtsschutz­versicherung?

Anwaltsgebühren

Freie Wahl des Anwalts

Kostenübernahme Gutachter, Zeugen, Sachverständige

Gebühren der Gegenseite bei verlorenem Prozess

Gerichtskosten

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Wann ist Mietausfall über die Gebäude­versicherung abgesichert?

Brand

Hagel und Sturm

Blitzschlag

Leitungswasser

Überschwemmung

Bei diesen Schäden zahlt die Gebäude­versicherung

Eine Gebäude­versicherung bietet bereits im Basis-Tarif einen umfassenden Schutz. Abgesichert sind sämtliche Schäden, die durch Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser zustande gekommen sind. Eine Erweiterung um Mietausfall-Schäden ist in der Regel für wenige Euro pro Jahr zu haben. Sie ersetzt entgangene Mieteinnahmen inklusive der fortlaufenden Nebenkosten.

Die Mietausfall­versicherung im Rahmen der Gebäude­versicherung gilt grundsätzlich nur für privat genutzte Räume. Wer eine gewerbliche Nutzung einschließen möchte, kann seine Versicherung auch im Nachhinein dahingehend erweitern. In dem Zuge sollten Versicherungs­nehmer gleich die gesamte Gebäude­versicherung auf Wirksamkeit überprüfen, damit der Versicherungs­schutz in jedem Fall ausreicht.


Gewerblich genutzte Gebäude

Auch bei gewerblich genutzten Räumen kann ein Mietausfall entstehen. Wird das gewerblich genutzte und vermietete Gebäude durch einen versicherten Sachschaden so sehr beschädigt, dass die Räume vorläufig nicht mehr vermietet oder selbst genutzt werden können, springt die Mietausfall­versicherung als Teil der gewerblichen Gebäude­versicherung ein, wenn der Baustein in Mietausfall­versicherung Gewerbe enthalten ist.

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Das kostet eine Mietausfall­versicherung

Kostenbeispiel: Rechtsschutz­versicherung inkl. Mietausfall­versicherung

Anzahl der vermieteten Wohneinheiten51
Brutto­jahresmiete42.000 €8.400 €
Absicherung gegen MietsausfallJa, für 6 MonatsmietenJa, für 6 Monatsmieten
Selbstbeteiligung 500 €500 €
Monatliche Versicherungs­prämie107,44 €19,98 €
Anteil Mietausfallschutzca. 32,23 €ca. 16,08 €
Bei einer jährlichen Zahlungsweise wären die Kosten sogar noch etwas niedriger.

Kostenfaktoren

Wie viel ein Versicherungs­nehmer zahlt hängt von mehreren Kostenfaktoren ab. Das sind z.B.

  • die Anzahl der versicherten Wohnungen
  • die Höhe der Selbstbeteiligung
  • die Brutto­jahresmiete
  • bisherige Rechtsstreitigkeiten mit Mietern
  • Leistungs­dauer des Mietausfallschutzes
  • Zahlungsweise (jährlich, halbjährlich, vierteljährlich, monatlich)

Mietausfall­versicherung als Teil der Betriebs­kosten

Falls im Mietvertrag vereinbart ist, dass die Kosten der Gebäude­versicherung auf den Mieter umgelegt werden können, gilt das auch für die Kosten eines Versicherungs­bausteins, der Mietausfall absichert. Handelt es sich bei der Mietausfall­versicherung jedoch um eine separate Versicherung, kann sie nicht auf die Mieter umgelegt werden. Auch der Vermieter­rechtsschutz ist nicht umlagefähig.

Mietausfall­versicherung im Test

Gegenwärtig liegen uns keine aktuellen Testergebnisse zur Mietausfall­versicherung an sich vor. Dafür haben wir jedoch aktuelle Tests und Rankings zu verschiedenen Anbietern der Gebäude­versicherung zusammengetragen. Schauen Sie gerne auf der Seite vorbei. Die Mietausfall­versicherung als Baustein der Vermieter­rechtsschutz­versicherung wird aktuell nur von einem Anbieter angeboten. Wenden Sie sich mit Fragen zu diesem Thema an uns oder nutzen Sie unser Formular, um ein passendes Angebot zu erhalten

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Das sollten Vermieter beim Versicherungs­vergleich beachten

Welche Versicherung brauchen Sie?

Überlegen Sie sich, welche Versicherung Sie tatsächlich brauchen und ob Sie eine separate Versicherung abschließen oder lieber z.B. Ihre Rechtsschutz­versicherung ergänzen wollen. Bei der Entscheidung für einen Tarif sollten Sie neben den Kosten auf Folgendes achten:

  • Wie hoch ist die Versicherungs­summe im Schadensfall?
  • Wie viele Monate Mietausfall sind versichert?
  • Welche Kosten sind genau versichert?
  • Was muss ich im Schadensfall beachten, damit der Versicherer tatsächlich leistet?

Wie immer empfiehlt es sich, die Versicherungs­unterlagen genau zu lesen. Bedenken Sie beim Festlegen des Versicherungs­zeitraums und der Summe auch, dass sich Kündigungs- und Räumungsverfahren sehr lange hinziehen können.

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Mietausfall: So wahren Vermieter ihre Interessen

Was tun, wenn Mieter im Zahlungsverzug sind?

Zunächst sollte man das Gespräch mit den Mietern suchen, da es zahlreiche harmlose Gründe für einen Zahlungsverzug geben kann. Falls das nichts bringt, können Vermieter mit einem Mahnschreiben auf eine unverzügliche Zahlung pochen oder, bei regelmäßigem Zahlungsverzug, eine Abmahnung schreiben.


Wann ist eine außerordentliche Kündigung möglich?

Zahlt der Mieter keine Miete kann der Vermieter unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen eine außerordentliche Kündigung wegen Mietausfall aussprechen. Eine formell korrekte Kündigung muss

  • als Brief zugestellt werden
  • den Kündigungsgrund nennen
  • sich an alle Mieter richten, falls es mehrere sind
  • von allen Vermietern unterschrieben sein, falls es mehrere sind.

Zieht der Mieter dann nicht binnen 2 Wochen aus, kann der Vermieter eine Räumungsklage eröffnen.

Gesetzliche Grundlagen der außerordentlichen Kündigung wegen Mietausfall

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§ 542 Ende des Mietverhältnisses

(1) Ist die Mietzeit nicht bestimmt, so kann jede Vertragspartei das Mietverhältnis nach den gesetzlichen Vorschriften kündigen.
(2) Ein Mietverhältnis, das auf bestimmte Zeit eingegangen ist, endet mit dem Ablauf dieser Zeit, sofern es nicht

  1. in den gesetzlich zugelassenen Fällen außerordentlich gekündigt oder
  2. verlängert wird.

§ 543 Außerordentliche fristlose Kündigung aus wichtigem Grund

(2) 1 Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn
[…]

  1. der Mieter
    a) für zwei aufeinander folgende Termine mit der Entrichtung der Miete oder eines nicht unerheblichen Teils der Miete in Verzug ist oder
    b) in einem Zeitraum, der sich über mehr als zwei Termine erstreckt, mit der Entrichtung der Miete in Höhe eines Betrages in Verzug ist, der die Miete für zwei Monate erreicht (Quelle).

Fristlose Kündigung: Wer haftet für den Mietausfall?

Wer für den Mietausfall nach einer fristlosen Kündigung aufkommt – egal, ob die Kündigung nun vom Mieter oder vom Vermieter ausgesprochen wurde – lässt sich pauschal nicht beantworten. Hat der Vermieter beispielsweise wegen einer Vertragsverletzung des Mieters gekündigt, so hat er Anspruch auf Ersatz des durch die Kündigung entstandenen finanziellen Schadens. Genau anders herum sieht es aus, wenn der Mieter wegen einer Vertragsverletzung durch den Vermieter gekündigt hat.

Erfolgt eine eine Vertragsaufhebung des Mietverhältnisses aufgrund Zahlungsverzug von Seiten des Mieters, ist dieser zum Schadensersatz­ verpflichtet. Dazu zählt auch der Anspruch des Vermieters auf Begleichung des Mietausfalls. In jedem Fall hilft eine Rechtsschutz­versicherung dabei, die eigenen Forderungen juristisch durchzusetzen.

Versicherungs­fall: Das müssen Sie beachten

  • Informieren Sie die Versicherung so schnell wie möglich. Machen Sie vollständige Angaben und halten Sie alle relevanten Unterlagen bereit.
  • Verhindern Sie, dass weitere Schäden entstehen.
  • Halten Sie sich an die Anweisungen der Versicherung und beginnen Sie so schnell wie möglich mit der Renovierung.

Fazit

Gerade Privatvermieter sollten sich für den Fall eines Mietausfalls absichern. Entsteht der Mietausfall, weil die Wohnung z.B. durch einen Brand nicht länger bewohnbar ist, funktioniert das über einen Zusatzbaustein der Gebäude­versicherung. Zahlt der Mieter nicht mehr, ist dies ein Fall für einen Zusatzbaustein der Rechtsschutz­versicherung. Es existieren jedoch auch separate Mietausfall­versicherungen.


Die häufigsten Fragen zur Mietausfall­versicherung

Was kostet eine Mietausfall­versicherung?

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Das hängt von verschiedenen Faktoren ab – der Anzahl der Wohnungen, der Selbstbeteiligung, der Höhe der Jahresbruttomiete, etc. – ebenso wie davon, ob nur die entgangenen Mieten oder auch eventuell nötige Renovierungsarbeiten abgesichert werden können. Wer z.B. nur eine einzige Wohnung vermietet, kann für unter 20 Euro im Monat Rechtsschutzrisiken und sechs entgangene Monatsmieten absichern.

Was bedeutet Mietausfall­versicherung?

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Eine Mietausfall­versicherung zahlt, wenn einem Vermieter Mieten entgehen, z.B. wenn ein Mieter nicht zahlt, aber auch nicht die Wohnung verlässt, sodass diese nicht weitervermietet werden kann. Sie kann verschieden gestaltet sein.

Was tun bei Mietausfall?

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Bei Mietausfall bietet sich zunächst das Gespräch mit dem entsprechenden Mieter an, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Ist dies nicht möglich, können Mahnungen und schließlich eine Kündigung ausgestellt werden. Es ist möglich, die entgangenen Mieteinnahmen ganz oder zumindest teilweise mit einer Mietausfall­versicherung bzw. einem entsprechenden Versicherungs­baustein in anderen Versicherungen abzusichern.

Welche Versicherungen braucht man als Vermieter?

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Eine Gebäude­versicherung schützt das Gebäude an sich gegen Umweltgefahren. Die Haus- und Grundbesitzer­haftpflicht sichert Personenschäden im Zusammenhang mit Ihrer Immobilie ab. Eine Vermieter­rechtsschutz­versicherung zahlt, wenn z.B. eine Auseinandersetzung mit Mietern vor Gericht oder in einem Mediationsverfahren ausgetragen werden muss.

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Foto von Katharina Tennius
Katharina Tennius
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