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Berufs­unfähigkeits­versicherung – Alternativen

Den Lebensunterhalt nicht mehr aus eigener Kraft bestreiten zu können – mit dieser Angst hat ein Großteil aller Arbeitnehmer in Deutschland zu tun. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet hier Schutz. Es gibt allerdings auch sinnvolle Alternativen.
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Ablehnung wirkt abschreckend auf den Versicherungsabschluss

Auch wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung hoch angepriesen wird, ziehen nur wenige ihren Abschluss tatsächlich in Erwägung. Dies ist auf eine Reihe von Gründen zurückzuführen. Einerseits ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, je nach Berufsgruppe und Gesundheitszustand des Interessenten, mit einem hohen Kostenfaktor verbunden, andererseits gehen Versicherungen äußerst selektiv bei der Aufnahme ihrer Versicherungsnehmer vor. Stufen Versicherer die bestehende Vorerkrankung als sehr riskant ein, wird dem Interessenten der Versicherungsschutz verwehrt. Umso wichtiger ist es, sich mit den Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung vertraut zu machen.

Gesetzliche Erwerbsminderungsrente sichert nur bedingt ab

Zwar gibt es eine staatliche Erwerbsminderungsrente, die ausgezahlt wird, wenn der Arbeitnehmer erwerbsunfähig wird, allerdings sind an den Erhalt dieser Rente viele Bedingungen geknüpft und die Höhe der ausgezahlten Rente reicht kaum aus, um den Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Um Anspruch auf volle oder teilweise Erwerbsminderungsrente zu haben, muss der Arbeitnehmer 5 Jahre vor dem Eintritt der Erwerbsminderung mindestens für 3 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Ob der Erwerbsunfähige die volle oder nur eine Teilrente erhält, hängt davon ab, als wie arbeitsfähig der Arzt ihn einstuft. Wer nicht mehr als drei bis unter sechs Stunden pro Woche arbeiten kann, der bekommt eine teilweise Erwerbsminderungsrente ausgezahlt. Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente hat nur derjenige, der nur noch weniger als drei Stunden pro Woche arbeiten kann. Dabei bezieht sich die die Definition des Begriffes „Arbeit“ nicht bloß auf den aktuellen Job, sondern auf jede mögliche Tätigkeit, der Arbeitnehmer kann also auch auf einen anderen Job verwiesen werden. Die gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsversicherung beinhaltet also ähnliche Beschränkungen wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die keinen Verzicht auf die abstrakte Verweisung beinhaltet.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung sichert Menschen ohne Vorerkrankungen ab
Eine alternative Versicherungsmöglichkeit bietet der Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Unabhängig von dem vorher ausgeübten Beruf, wird dem Versicherungsnehmer bei Arbeitsunfähigkeit eine vereinbarte Rente ausgezahlt. Bei der Auslegung der Begriffsdefinition Arbeitsunfähigkeit orientiert sie sich an der Definition der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. In dem Zusammenhang erlangt ein Arbeitnehmer den Status “arbeitsunfähig“, wenn er nicht mehr als drei Stunden am Tag arbeiten kann. Mit ihrem Abschluss gelangt der Versicherungsnehmer an einen bis zu 40 Prozent günstigeren Versicherungsschutz, als bei einer herkömmlichen Berufsunfähigkeitsversicherung. Ist sie im Vergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich günstiger, geht sie bei der Aufnahme in den Versichertenkreis sehr viel strenger vor. Somit müssen sich all diejenigen mit einer Ablehnung abfinden, denen der Versicherungsschutz bereits in der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ermöglicht wurde.

Unfallversicherung zur Absicherung waghalsiger Hobbys und Berufe

Zahlreiche Menschen vermuten sich mit der Unfallversicherung ausreichend abgesichert. Dabei bedenken sie jedoch nicht, dass sich ihr Versicherungsschutz lediglich auf Freizeitunfälle bezieht. Tritt der Versicherungsfall ein, hat der Geschädigte Anspruch auf eine Einmalzahlung, die dem Invaliditätsgrad entspricht. Bei einer Gliedertaxe von 30 Prozent und einer vereinbarten Versicherungssumme von 100.000 Euro stünde dem Versicherten eine Einmalzahlung in Höhe von 30.000 Euro zu. Aus diesem Grund sollte die Unfallversicherung nur dann als Alternative gewählt werden, wenn das Hobby oder der Beruf ein hohes Unfallrisiko birgt.

Grundfähigkeitsversicherung setzt eine dauerhafte Einschränkung der Grundfähigkeit voraus
Seit 2000 wird dem Versicherungsnehmer die Möglichkeit eingeräumt, die Grundfähigkeiten sehen, hören, greifen und sprechen umfassend abzusichern. Dabei erfolgt die Inanspruchnahme der Leistung relativ einfach. Verliert der Versicherungsnehmer sein Hör- oder Sehvermögen, zahlt ihm die Versicherung eine Rente aus. Doch so einfach gestaltet sich der Zuspruch der jeweiligen Versicherungsleistung nicht. Damit der Versicherungsleistung stattgegeben wird, muss der Geschädigte beispielsweise sein Sehvermögen nahezu komplett verloren haben und das für mindestens ein Jahr. Wer die Versicherungsleistungen aufgrund motorischer Einschränkungen wahrnehmen möchte, bei dem müssen mindestens drei Kräfte wie gehen, stehen oder sitzen nicht mehr funktionstüchtig sein.

Dread-Disease-Versicherung sichert den Eintritt der Krankheit ab

Anstelle der Erwerbstätigkeit konzentriert sich die Dread-Disease-Versicherung auf einzelne Grundfunktionen des Körpers. Hinsichtlich ihrer Zusammensetzung behandelt die Dread-Disease-Versicherung drei Versicherungsbereiche: Absicherung der Grundfähigkeiten, Pflegezusatzversicherung und zusätzliche Unfallrente. Mit dem Versicherungsabschluss sichert sich nicht die Arbeitsunfähigkeit ab, sondern den Eintritt bestimmter Krankheitsbilder und Ereignisse. Dabei werden Krankheiten, wie zum Beispiel bestimmte Krebsarten, Multiple Sklerose, Herzinfarkt sowie Leber- und Lungenkrankheiten abgesichert. Der Versicherungsnehmer hat auch nur dann Anspruch auf die Versicherungsleistung, wenn die vertraglich vereinbarten Krankheiten auftreten. In dem Fall wird ihm eine Einmalzahlung ausgeschüttet. Alternativ zur Eimalzahlung kann er auch einen monatlichen Auszahlplan mit der Versicherung vereinbaren.

Funktionsinvaliditätsversicherung kombiniert alle Versicherungsbereiche in einer Police
Haben sich die vorherigen Versicherungen auf einen bestimmten Versicherungsbereich spezialisiert, vereint die Funktionsinvaliditätsversicherung sämtliche Bereiche in einer einzigen Police. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Unfall-, Dread-Disease-, Grundfähigkeits- und Pflegeversicherung. Treten bestimmte Krankheiten bei dem Versicherungsnehmer auf oder verliert er die Kraft zur Ausübung einiger Grundfähigkeiten, hat er Anspruch auf Rentenzahlung. Die Rentenzahlung steht ihm nur zu, wenn ein bestimmter Behinderungsgrad erreicht wurde, die Erkrankung dauerhaft und nicht heilbar ist.

Zu den Alternativen der Berufsunfähigkeitsversicherung erklärt Versicherungsmakler Alexander Vorgerd von transparent-beraten.de:

Alternativen zur BU„Welche der unterschiedlichen Möglichkeiten als Alternative zur Absicherung des existenziellen Risikos genutzt werden sollte, lässt sich pauschal nicht beantworten. Denn jede alternative Absicherung zur Berufsunfähigkeitsversicherung hat ihre Vor- und Nachteile. Mit dem Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung zum Beispiel, erhalten Versicherungsnehmer im Krankheitsfall eine Rente ausgezahlt, die sich nach den Vorgaben der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente richtet. Damit ihr Versicherungsschutz jedoch aktiv wird, darf der Versicherungsnehmer innerhalb der ersten fünf Versicherungsjahre nicht krank werden. Möchten sich körperlich Tätige für den Ernstfall mit einer Grundfähigkeitsversicherung absichern, erhalten sie den Versicherungsschutz nicht gleich bei dem ersten Leiden. Im Zuge dessen müssen sie nachweisen, dass die motorische Fähigkeit ihrer Gelenke dauerhaft eingeschränkt bzw. verloren ist. Nichtsdestotrotz ist eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoller als ohne Versicherungsschutz dazustehen – auch wenn sie nur einen eingeschränkten Versicherungsschutz bietet.“

Wenn Sie weitere Fragen zu den Alternativen der Berufsunfähigkeitsversicherung haben, helfen Ihnen gerne unsere zertifizierten Versicherungsexperten weiter. Telefonisch unter 030 – 120 82 82 8 (Mo – Fr: 9 – 18 Uhr) oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.04.2019 aktualisiert.
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Claudia Täubner
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