Boots­versicherung

Ratgeber und Vergleich (2026)

Das erwartet Sie hier

Was eine Boots­versicherung aus Haftpflicht und Kasko leistet, wer sie braucht, was sie kostet und wie Sie den passenden Schutz für Ihr Boot finden.

Inhalt dieser Seite
  1. Was ist eine Boots­­versicherung?
  2. Wer braucht eine Boots­­versicherung?
  3. Was zahlt die Boots­­haftpflicht­­versicherung?
  4. Was zahlt die Bootskasko, und ist sie sinnvoll?
  5. Was kostet eine Boots­­versicherung?
  6. Welche Versicherung passt zu welchem Boot?
  7. Welche Boots­­versicherer empfehlen unsere Experten?
  8. Wie finden Sie die passende Boots­­versicherung?
  9. Häufige Fragen (FAQ)
Fachlich geprüft durch Martin Hacker
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Haftpflicht und Kasko: Die Boots­haftpflicht zahlt Schäden, die Sie anderen zufügen, die Bootskasko Schäden am eigenen Boot.
  • Keine Pflicht in Deutschland: Sie haften aber unbegrenzt, und die Privat­haftpflicht schließt eigene Motor- und Segelboote nach den Musterbedingungen nicht ein.
  • Summe nach Fahrtgebiet: Im Ausland gelten Mindestsummen, für Italien braucht eine pauschale Deckung mindestens 7.750.000 €.
  • Keine festen Preise: Summe, Fahrtgebiet, Motor und Wert des Boots bestimmen den Beitrag, dazu kommen 19 % Versicherungsteuer.

Was ist eine Boots­versicherung?

Eine Boots­versicherung schützt Sie vor den Kosten von Schäden durch und an Ihrem Boot. Sie besteht meist aus zwei Teilen: der Boots­haftpflicht für Schäden, die Sie anderen zufügen, und der Bootskasko für Schäden am eigenen Boot. Bausteine wie Insassenunfall oder Rechtsschutz kommen auf Wunsch dazu. In Deutschland ist keiner davon Pflicht.

Die Bausteine auf einen Blick

Versicherer nennen das Produkt Boots­versicherung, Wassersport­versicherung oder Yacht­versicherung und stellen es aus mehreren Bausteinen zusammen. Die Tabelle zeigt, was jeder Baustein zahlt und für wen er gedacht ist. Wichtig ist die Trennung: Die Haftpflicht zahlt nie für Ihr eigenes Boot, der Rechtsschutz auch nicht, dafür ist allein die Kasko da.

BausteinWas er zahltFür wen
Boots­haftpflichtPersonen-, Sach- und Vermögensschäden anderer, Abwehr unberechtigter ForderungenJeden Eigner eines Boots mit Motor oder Segel
BootskaskoSchäden am eigenen Boot, an Motor, Ausrüstung und Beiboot, auch DiebstahlEigner, die den Wert ihres Boots nicht selbst tragen wollen
Skipper-HaftpflichtSchäden, die Sie als Führer eines fremden Boots verursachenAlle, die Boote chartern oder leihen
InsassenunfallTod oder Invalidität von Personen an BordEigner, die oft Gäste mitnehmen
Boots­rechtsschutzAnwalts- und Gerichtskosten im Streit rund ums BootEigner, die Streit um Kauf, Reparatur oder Unfall absichern wollen

Welche Boote gemeint sind

Das EU-Recht spricht von Sportbooten und meint Wasserfahrzeuge für Sport und Freizeit mit einer Rumpflänge von 2,5 bis 24 Metern (Quelle: Richtlinie 2013/53/EU). Darunter fallen Motorboote, Segelboote, Jollen und Yachten. Versichern lassen sich auch Schlauchboote, Jetskis, Hausboote und Elektroboote. Ob Ihr Versicherer von Boot oder Yacht spricht, legt er selbst fest, für den Schutz zählen Wert, Antrieb und Fahrtgebiet.

Wer braucht eine Boots­versicherung?

Jeder Eigner eines Boots mit Motor oder Segel braucht eine eigene Boots­haftpflicht, auch wenn das Gesetz sie in Deutschland nicht vorschreibt. Sie haften für Schäden an anderen unbegrenzt, und die Privat­haftpflicht schließt eigene Motor- und Segelboote nach den Musterbedingungen nicht ein. Eine Kasko braucht, wer den Wert seines Boots nicht selbst tragen will.

Keine Pflicht, aber unbegrenzte Haftung

Eine gesetzliche Versicherungspflicht für private Sportboote gibt es in Deutschland nicht. Der Verkehrsausschuss des Bundestags hat 2024 sogar empfohlen, einen Antrag abzulehnen, der sie für Binnenschiffe einführen sollte (Quelle: Deutscher Bundestag, Drucksache 20/13060). Pflichten entstehen über Liegeplatz, Verein oder Charter und im Ausland. Was in Deutschland gilt, erklärt unsere Seite zur Versicherungspflicht für Boote.

Verursachen Sie mit Ihrem Boot einen Schaden, müssen Sie ihn vollständig ersetzen, eine Höchstgrenze für private Bootsführer sieht das BGB nicht vor (Quelle: § 823 BGB). Teuer werden vor allem Personenschäden: Dann zahlen Sie Heilbehandlung, Verdienstausfall, unter Umständen Renten und ein Schmerzensgeld. Ein Zusammenstoß mit einem Schwimmer kann so Ihr Vermögen übersteigen.


Wann reicht die Privat­haftpflicht?

Nur bei kleinen Booten ohne Motor und Segel. Nach den Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind eigene Segel- und Motorboote in der Privat­haftpflicht nicht versichert (Quelle: GDV, Musterbedingungen Privat­haftpflicht A1-6.12). Manche Tarife schließen eigene Boote bis zu einer bestimmten Motorleistung ein. Das ist eine Leistung dieses Tarifs, kein Standard.

BootPrivat­haftpflicht nach MusterWas Sie brauchen
Kajak, Kanu, Ruder- oder TretbootMitversichertKeine eigene Boots­haftpflicht
Fremdes Segelboot ohne MotorMitversichertKeine eigene Boots­haftpflicht
Fremdes Motorboot, gelegentlich und ohne FührerscheinMitversichertBeim Chartern Skipper-Haftpflicht prüfen
Eigenes SegelbootNicht versichertEigene Boots­haftpflicht
Eigenes Motorboot, auch Schlauchboot mit AußenborderNicht versichert, außer Ihr Tarif schließt es einEigene Boots­haftpflicht

Suchen Sie in Ihren Bedingungen nach dem Abschnitt über Wassersportfahrzeuge. Steht Ihr Boot dort nicht ausdrücklich, ist es nicht versichert. Eine Charteryacht, für die Sie einen Führerschein brauchen, deckt Ihre Privat­haftpflicht nach den Musterbedingungen nicht. Ihre Boots­versicherung schützt Sie dort nur, wenn sie eine Skipper­haftpflicht einschließt. Für alle anderen bieten wir über unseren eigenen Rechner eine Skipper­versicherung als Jahresvertrag an.


Wie oft auf dem Wasser etwas passiert

Eine bundesweite Statistik zu Sportbootunfällen gibt es nicht. Die Zahlen vom Bodensee zeigen aber, wo es kracht: 2023 zählte die Polizei dort 148 Schiffsunfälle. 50 davon passierten in Häfen oder an Stegen, also beim Anlegen und Rangieren, 43 in der Uferzone, 36 auf offenem See und 19 auf den Flussstrecken des Rheins (Quelle: Internationale Unfallstatistik Bodensee 2023). In Häfen entstehen typische Haftpflichtschäden an fremden Booten und Stegen.

Auf Nord- und Ostsee rückte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) 2025 zu 1.723 Einsätzen aus und half 3.389 Menschen (Quelle: DGzRS, Jahresbericht 2025). Seit 2021 ist die Zahl insgesamt gesunken, sie bleibt aber hoch. Welche Schäden typisch sind und welche Versicherung sie zahlt, zeigt unsere Seite zu typischen Schadensfällen.

Einsätze der Seenotretter auf Nord- und Ostsee 2021 bis 2025
  • 20212.023 Einsätze
  • 20221.883 Einsätze
  • 20231.938 Einsätze
  • 20241.775 Einsätze
  • 20251.723 Einsätze

Quelle: DGzRS, Jahresberichte 2022 bis 2025


Gewerblich genutzte und vermietete Boote

Die Musterbedingungen der Bootskasko versichern Boote für Sport und Vergnügen. Für eine andere Nutzung gibt es nach dem Muster keinen Ersatz, und wer sein Boot gegen Geld vermietet, erhöht die Gefahr. Das müssen Sie vorher mit dem Versicherer vereinbaren. Bootsverleihe, Charterfirmen und Wassersportschulen fragen deshalb gezielt nach einem Vertrag für gewerbliche Nutzung.

Was kostet Ihre Boots­versicherung?

Im Rechner unseres Partners Nammert geben Sie Boot und Fahrtgebiet ein und sehen Tarife für Haftpflicht und Kasko in drei Stufen.

Was zahlt die Boots­haftpflicht­versicherung?

Die Boots­haftpflicht­versicherung zahlt, wenn Sie mit Ihrem Boot anderen Menschen oder fremden Sachen schaden, etwa einem Schwimmer, einem anderen Boot oder einem Steg. Sie prüft die Forderung, zahlt berechtigte Ansprüche bis zur Deckungssumme und wehrt unberechtigte auf eigene Kosten ab. Schäden an Ihrem eigenen Boot zahlt sie nicht.

Auch bei grober Fahrlässigkeit versichert

Nach dem Gesetz ist der Versicherer in der Boots­haftpflicht nur leistungsfrei, wenn Sie den Schaden vorsätzlich herbeiführen. Grob fahrlässig verursachte Schäden an anderen bleiben versichert (Quelle: § 103 VVG). Daneben gelten die Ausschlüsse Ihrer Bedingungen. Das unterscheidet die Haftpflicht von der Kasko, in der der Versicherer bei grober Fahrlässigkeit kürzen darf. Alte Listen, die grobe Fahrlässigkeit pauschal als Ausschluss nennen, sind für die Haftpflicht falsch.


Wie hoch die Deckungssumme sein sollte

In Deutschland schreibt Ihnen niemand eine Summe vor. Weil Sie unbegrenzt haften, sollte sie trotzdem schwere Personenschäden abdecken. Die Stiftung Warentest empfahl schon 2013 mindestens drei Millionen Euro (Quelle: Stiftung Warentest). Wer ins Ausland fährt, braucht heute oft deutlich mehr. Richten Sie die Summe deshalb nach dem strengsten Land in Ihrem Fahrtgebiet.

Am strengsten ist Italien. Seit 11.06.2022 gelten dort 6,45 Millionen Euro für Personen- und 1,3 Millionen Euro für Sachschäden je Ereignis. Eine pauschale Summe muss also mindestens 7,75 Millionen Euro erreichen, ein Vertrag mit 7,5 Millionen Euro reicht nicht (Quelle: Art. 128 Codice delle Assicurazioni Private).


Boots­versicherung im Ausland

Mehrere Länder schreiben eine Boots­haftpflicht mit Mindestsummen vor. Die Niederlande, Frankreich und Österreich gehören nicht dazu. In Frankreich und den Niederlanden verlangen aber Häfen, Marinas oder Gemeinden oft einen Nachweis, für einzelne Seen in Österreich fragen Sie vor Ort nach. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Pflichtländer.

LandPflicht fürMindestdeckung je Ereignis
ItalienAlle Boote mit Motor, auch mit Außenborder jeder Leistung6.450.000 € Personen- und 1.300.000 € Sachschäden
KroatienBoote über 15 kW Antrieb, auch Segelboote mit Motor, und registrierungspflichtige Yachten, auch ausländische464.520 €, nur Personenschäden
SpanienAlle Boote mit Motor einschließlich Jetskis, ohne Motor über 6 m Länge240.404,84 € Personen- und 96.161,94 € Sachschäden
SchweizBoote mit Motor, Segelboote über 15 m² Segelfläche2.000.000 Franken für Personen- und Sachschäden zusammen
GriechenlandFreizeitbooteBeim Versicherer erfragen

Stand Oktober 2026. Den Nachweis führen Sie mit der Versicherungsbestätigung an Bord mit, für Italien am besten auf Italienisch oder zweisprachig. Liegt Ihr Boot dauerhaft in der Schweiz, muss der Versicherer dort zugelassen sein. Alle Länder, Fristen und Formalitäten erklärt unsere Seite zur Auslandsbestätigung der Boots­versicherung.

Was zahlt die Bootskasko, und ist sie sinnvoll?

Die Bootskasko zahlt Schäden am eigenen Boot, an Motor, Ausrüstung und Beiboot, bis hin zum Totalverlust und zum Diebstahl. Sinnvoll ist sie, wenn ein Schaden Sie finanziell treffen würde, etwa bei einem neueren, wertvollen oder auf Kredit gekauften Boot. Für ein altes Boot mit geringem Wert lohnt sie sich oft nicht.

Allgefahrendeckung statt Teil- und Vollkasko

Die Musterbedingungen des GDV für Wassersportfahrzeuge sind eine Allgefahrendeckung: Versichert ist jede Gefahr, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. „Teilkasko“ und „Vollkasko“ sind dagegen Tarifnamen der Versicherer, deren Umfang abweicht (Quelle: GDV, AVB Wassersportfahrzeuge 2008/2021). Vergleichen Sie deshalb die Liste der Ausschlüsse, nicht den Namen des Tarifs.

Versichert sind nach dem Muster Boot, Maschine, technische Ausrüstung, Zubehör, Inventar, Beiboot und persönliche Gegenstände, auch an Land, beim Kranen und beim Transport. Schäden an Motor und Elektronik ersetzt das Muster aber nur nach Unfall, Brand, Blitz, Explosion, höherer Gewalt, Diebstahl oder Vandalismus, nicht bei Verschleiß.


Feste Taxe, Bergung und Wrack

Die Versicherungssumme gilt als feste Taxe. Bei Totalverlust zahlt der Versicherer die vereinbarte Summe abzüglich eines Restwerts, ohne sich auf eine Unter­versicherung zu berufen. Passen Sie die Summe nach neuer Ausrüstung oder einem Motortausch an. Rettungskosten ersetzt er auch dann, wenn die Rettung erfolglos bleibt, die Wrackbeseitigung zusätzlich bis zur Höhe der Kaskosumme, wenn ein versichertes Ereignis vorausging und Sie zur Beseitigung verpflichtet sind.

Das ist wichtiger, als es klingt. Sinkt Ihr Boot in einer Bundeswasserstraße, kann die Wasserstraßen- und Schifffahrts­verwaltung es selbst beseitigen und die Kosten vom Eigentümer zurückfordern (Quelle: § 30 Bundeswasserstraßengesetz). Ohne Kasko tragen Sie diese Rechnung allein.


Was die Kasko nicht zahlt

Bei grober Fahrlässigkeit darf der Versicherer in der Kasko die Leistung nach der Schwere des Verschuldens kürzen, im Extremfall bis auf null (Quelle: § 81 VVG). Alkohol am Steuer ist im Muster kein eigener Ausschluss, wird aber meist als grob fahrlässig gewertet. Viele Tarife verzichten ganz oder bis zu einer Summe auf die Kürzung. Ausgeschlossen sind nach dem Muster außerdem:

  • Verschleiß, Alter, Rost, Korrosion und Osmose
  • Material- und Konstruktionsfehler selbst, Folgeschäden daraus sind versichert
  • Frost, Eis, Sonne, Regen und Schnee als Ursache
  • Mangelhafte Vertäuung oder Verankerung
  • Handys, Laptops, Bargeld und Wertsachen an Bord

Diebstahl von Boot und Außenborder

Den Diebstahl des Boots und fest eingebauter Ausrüstung trägt die Kasko. Einen Außenbordmotor und ein Boot auf dem Trailer ersetzt sie nach dem Muster aber nur, wenn sie mit einer Sicherung geschützt waren, die der Verband der Schaden­versicherer (VdS, heute VdS Schadenverhütung) oder eine vergleichbare Stelle anerkennt. Lose Teile sind nur versichert, wenn sie verpackt oder im verschlossenen Boot lagen. Fragen Sie vor dem Abschluss, welche Schlösser Ihr Tarif verlangt.

Gestohlen wird weiter. 2023 zählte das Kompetenzzentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg bundesweit 531 gestohlene Außenborder und 160 gestohlene Sportboote, mit einem Schaden von rund 5,05 Millionen Euro (Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg). Das ist weniger als früher, als es in der Spitze knapp 1.500 Motoren im Jahr waren.

Gestohlene Außenbordmotoren in Deutschland 2017 bis 2023
  • 20171.062 Motoren
  • 2018988 Motoren
  • 2019795 Motoren
  • 2020541 Motoren
  • 2021540 Motoren
  • 2022593 Motoren
  • 2023531 Motoren

Quelle: Kompetenzzentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg, Jahresstatistik 2023, Reihe 2017 bis 2022 nach YACHT

Was kostet eine Boots­versicherung?

Einen festen Preis für die Boots­versicherung gibt es nicht. Der Beitrag hängt von Haftpflichtsumme, Fahrtgebiet, Motorleistung oder Segelfläche und dem Wert des Boots ab. Die reine Boots­haftpflicht ist der kleinere Posten, die Kasko richtet sich nach dem Wert. Auf jeden Beitrag kommen 19 Prozent Versicherungsteuer.

Was den Beitrag bestimmt

Für die Haftpflicht zählen vor allem Deckungssumme und Fahrtgebiet, für die Kasko der Wert von Boot, Motor und Ausrüstung. Ein Segelboot wird nach Segelfläche, Länge und Wert eingestuft, ein Motorboot zusätzlich nach der Leistung. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Stellschrauben und worauf Sie dabei achten sollten.

FaktorWirkung auf den BeitragWorauf Sie achten
Deckungssumme der HaftpflichtHöhere Summe, höherer BeitragMindestens so hoch wie die strengste Pflicht im Fahrtgebiet
FahrtgebietKüste, Mittelmeer oder weltweit kosten mehr als BinnengewässerNur versichern, wo Sie wirklich fahren
Motorleistung, Segelfläche, BootstypMehr Leistung und Größe, mehr RisikoMotortausch und Umbauten vorher melden
Wert von Boot, Motor und AusrüstungBestimmt den KaskobeitragSumme als feste Taxe nach Zeitwert
Selbst­beteiligung, Schadenfreiheit, SaisonSenken den BeitragSelbst­beteiligung nur so hoch, wie Sie sie zahlen können

Was eine Boots­haftpflicht kostet

Aktuelle Marktpreise aus einem Test gibt es nicht. Beim letzten Test der Stiftung Warentest im März 2013 kostete eine Boots­haftpflicht mit fünf Millionen Euro Deckung bei günstigen Anbietern 30 bis 80 Euro im Jahr (Quelle: Stiftung Warentest, Finanztest 4/2013). Die Werte sind alt und dienen nur der Einordnung. Für Italien brauchen Sie heute ohnehin mehr Deckung.

Die Versicherungsteuer beträgt für Boots­haftpflicht und Bootskasko 19 Prozent des Beitrags (Quelle: § 6 Versicherungsteuergesetz). Achten Sie beim Vergleich darauf, ob ein Preis mit oder ohne Steuer angegeben ist. Chartern Sie nur fremde Boote, kostet unsere eigene Skipper-Haftpflicht laut unserem Rechner 100 bis 140 Euro im Jahr (Stand Oktober 2026). Ob darin die Versicherungsteuer enthalten ist, nennt der Rechner nicht, das zeigt das Angebot.


Beitrag online berechnen

Den Beitrag für Ihr Boot berechnen Sie im Rechner unseres Kooperationspartners Nammert, eines Assekuradeurs für Boots­versicherungen. Sie geben Boot und Fahrtgebiet ein und sehen Tarife für Haftpflicht und Kasko in drei Stufen, dazu Bausteine für Rechtsschutz und Unfall. Den Vorschlag erhalten Sie als PDF per E‑Mail, den Antrag stellen Sie danach online. Wollen Sie den Kauf finanzieren, hilft unsere Seite zum Kredit für ein Boot.

Welche Versicherung passt zu welchem Boot?

Haftpflicht und Kasko funktionieren für alle Boote gleich, die Besonderheiten unterscheiden sich aber je nach Bootstyp: Beim Schlauchboot geht es um den Außenborder, beim Jetski um Führerschein und Fahrverbote, bei der Yacht um hohe Werte und Auslandstörns. Die Tabelle führt Sie zur passenden Seite.

Bootstypen im Überblick

BootstypBesonderheitMehr dazu
SchlauchbootPrivat­haftpflicht reicht nur ohne Motor, Außenborder gegen Diebstahl sichernSchlauchboot versichern
JetskiFührerschein, Kennzeichen, nur in freigegebenen Bereichen, auf dem Bodensee verbotenJetski-Versicherung
YachtHoher Wert, Auslandstörns, Haftpflicht für Italien mindestens 7,75 Millionen €Yacht­versicherung
HausbootInventar über die Kasko, Liegeplatz und Winterlager, Regeln beim MietenHausboot-Versicherung
ElektrobootAkku und Elektromotor in der Kasko, Führerschein schon über 7,5 kWElektroboot-Versicherung

Für zwei häufige Bootsarten, das Motorboot und das Segelboot, fassen wir die wichtigsten Punkte hier zusammen.


Motorboot versichern

Für ein eigenes Motorboot brauchen Sie eine Boots­haftpflicht, die Privat­haftpflicht deckt es nach den Musterbedingungen nicht. Führerscheinfrei sind in Deutschland Boote mit Verbrennungsmotor bis 11,03 kW, also 15 PS, und mit Elektromotor bis 7,5 kW Dauerleistung (Quelle: § 5 Sportbootführerscheinverordnung). Im Ausland hängt die Pflicht oft am Motor: Italien erfasst jedes Boot mit Motor, Kroatien Boote mit mehr als 15 Kilowatt Antriebsleistung.


Segelboot und Jolle versichern

Auch ein eigenes Segelboot ist in der Privat­haftpflicht nach dem Muster nicht versichert, nur ein fremdes ohne Motor. Hat Ihr Segelboot einen Motor, gilt im Ausland dieselbe Pflicht wie für Motorboote. Ohne Motor verlangt Spanien eine Haftpflicht schon für Boote über sechs Meter, die Schweiz für Segelboote über 15 m² Segelfläche. Fahren Sie Regatten, fragen Sie, ob Ihr Tarif sie einschließt. In der Kasko zählt, dass Rigg und Segel mit der Ausrüstung versichert sind.

Welche Boots­versicherer empfehlen unsere Experten?

Einen aktuellen Test von Boots­versicherungen gibt es nicht, und damit auch keinen Testsieger. Der letzte Test der Stiftung Warentest erschien 2013 als reiner Preisvergleich ohne Noten. Unser Experte Martin Hacker empfiehlt deshalb aus eigener Erfahrung drei Versicherer: die Mannheimer, die Helvetia und die Gothaer.

Was vom letzten Test bleibt

Finanztest verglich in Ausgabe 4/2013 die Preise von 44 Angeboten für Musterboote mit fünf Millionen Euro Haftpflichtsumme. Noten oder einen Testsieger gab es nicht, und seitdem hat weder die Stiftung Warentest noch ein Ratinghaus die Sparte bewertet. Listen mit „Testsiegern 2026“ stammen von Vergleichsportalen oder Vermittlern, nicht aus einem Test.


Unsere Empfehlungen

Die Mannheimer versichert Yachten und Sportboote unter dem Namen NAUTIMA, eine Skipper­haftpflicht ist eingebaut. Die Helvetia bietet ihre Wassersport­versicherung als Vollkasko, Totalschaden­versicherung und Haftpflicht an, ebenfalls mit Skipper­haftpflicht. Die Gothaer hat mit Nautic Plus einen Tarif mit Allgefahrendeckung. Leistungen und Steckbriefe stehen auf unserer Seite Boots­versicherung im Test.

Je nach Boot, Liegeplatz und Fahrtgebiet passen auch andere Anbieter gut zu Ihnen. Online abschließen können Sie über unseren Kooperationspartner Nammert. Ein Assekuradeur ist kein Versicherer: Er schließt Verträge im Namen von Versicherern ab, die das Risiko tragen. Welcher Versicherer hinter Ihrem Vertrag steht, finden Sie im Angebot und im Versicherungsschein.

Boots­versicherungen online vergleichen

Vergleichen Sie die Tarife unseres Partners Nammert für Ihr Boot und Ihr Fahrtgebiet und erhalten Sie den Vorschlag per E‑Mail.

Wie finden Sie die passende Boots­versicherung?

Prüfen Sie zuerst Ihre Privat­haftpflicht und Ihr Fahrtgebiet, dann den Wert Ihres Boots. Daraus ergibt sich, ob Sie eine eigene Boots­haftpflicht brauchen, welche Deckungssumme sie haben muss und ob sich eine Kasko lohnt. Erst danach vergleichen Sie Beiträge, denn nur gleiche Leistungen lassen sich fair vergleichen.

1. Privat­haftpflicht prüfen

Steht Ihr Boot in den Bedingungen? Eigene Motor- und Segelboote sind nach dem Muster nicht versichert.

2. Fahrtgebiet und Summe festlegen

Die Haftpflichtsumme richtet sich nach dem strengsten Land, für Italien mindestens 7,75 Millionen Euro.

3. Kasko nach Wert wählen

Feste Taxe, Winterlager, Transport, Außenborder-Sicherung und Verzicht bei grober Fahrlässigkeit prüfen.

4. Vergleichen und abschließen

Angebote mit gleicher Summe vergleichen, vor Auslandsfahrten die Bestätigung an Bord nehmen.


Diese Punkte gehören in den Vergleich

Neben Summe und Kasko entscheiden einige Klauseln, ob Ihr Vertrag im Schadenfall wirklich passt. Prüfen Sie sie vor allem, wenn Sie Gäste an Bord haben, Regatten fahren oder Ihr Boot auf dem Trailer bewegen. Ändern Sie später Motor oder Fahrtgebiet, zeigen Sie das vorher an, sonst drohen Kündigung, Mehrbeitrag oder Kürzung (Quelle: § 23 VVG).

  • Schäden, die sich Crewmitglieder gegenseitig zufügen
  • Regatten, Transportwege und Winterlager an Land
  • Beiboot und Bootstrailer
  • Schäden an gemieteten Liegeplätzen und Stegen
  • Skipper­haftpflicht für gecharterte Boote

Kündigen, verkaufen, Schaden melden

Kündigen können Sie mit der Frist aus Ihrem Vertrag, gesetzlich ein bis drei Monate zum Ablauf. Bei Verträgen ab Oktober 2016 dürfen die Bedingungen höchstens Textform verlangen, dann genügt eine E‑Mail ohne Unterschrift (Quelle: § 309 Nr. 13 BGB). Ältere Verträge und die Anzeige eines Verkaufs können Schriftform vorschreiben, im Zweifel schicken Sie einen unterschriebenen Brief.

Verkaufen Sie Ihr Boot, geht die Kasko auf den Käufer über. Ob die Haftpflicht übergeht oder endet, regeln Ihre Bedingungen. Alles dazu erklärt unsere Seite Boots­versicherung kündigen.

Einen Schaden melden Sie dem Versicherer unverzüglich, am besten in Textform (Quelle: § 30 VVG). Diebstahl, Brand und Explosion zeigen Sie außerdem bei der Polizei an, im Ausland auch bei Polizei und Hafenbehörde vor Ort. Wie Sie Schäden richtig dokumentieren, lesen Sie in unserem Ratgeber Versicherungsschäden richtig melden.

Musterkündigung für die Boots­versicherung herunterladen (Word)

Muster für die Schadenmeldung herunterladen (Word)

Unverbindliches Muster für typische Fälle, Stand Oktober 2026. Es ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls: Prüfen Sie Fristen und Angaben selbst und holen Sie im Zweifel Rat ein, zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale oder bei einer Anwältin oder einem Anwalt.

Experten-Tipp:
Unser Experte für Boots­versicherungen

„Bei einem neuen Boot kläre ich zuerst drei Fragen. Schließt Ihre Privat­haftpflicht das Boot wirklich ein? Sobald ein Motor oder ein Segel dran ist, meist nicht. Wohin wollen Sie fahren? Danach richtet sich die Haftpflichtsumme, für Italien sind es pauschal mindestens 7,75 Millionen Euro. Und was ist Ihr Boot wert? Die Kasko zahlt nur die vereinbarte Taxe, deshalb gehört neue Ausrüstung sofort in den Vertrag.“

Foto von Martin Hacker
Berater

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Berechnen Sie Haftpflicht und Kasko mit dem Tarifrechner unseres Kooperationspartners Nammert und schließen Sie direkt online ab.

Die häufigsten Fragen zur Boots­versicherung

Was kostet eine Boots­versicherung?

Einen festen Preis gibt es nicht. Der Beitrag hängt von Haftpflichtsumme, Fahrtgebiet, Motorleistung oder Segelfläche und dem Wert des Boots ab, dazu kommen 19 Prozent Versicherungsteuer. Beim letzten Test der Stiftung Warentest im Jahr 2013 kostete eine Haftpflicht mit fünf Millionen Euro bei günstigen Anbietern 30 bis 80 Euro im Jahr. Aktuelle Preise zeigt der Rechner unseres Partners Nammert.

Was kostet eine Versicherung für ein Segelboot?

Auch für Segelboote gibt es keinen Pauschalpreis. Die Haftpflicht richtet sich nach Deckungssumme und Fahrtgebiet, die Kasko nach dem Wert von Boot, Rigg und Ausrüstung. Hat Ihr Segelboot einen Motor und fahren Sie nach Italien, brauchen Sie pauschal mindestens 7,75 Millionen Euro Haftpflicht. Den Beitrag für Ihr Boot berechnen Sie im Rechner unseres Partners Nammert.

Was kostet eine Sportboot­versicherung?

Eine Sportboot­versicherung ist eine Boots­versicherung für Freizeitboote mit 2,5 bis 24 Metern Rumpflänge, also für die meisten Motor- und Segelboote. Ihr Beitrag hängt wie bei jeder Boots­versicherung von Summe, Fahrtgebiet, Motor und Wert ab. Einen aktuellen Preisvergleich mit Durchschnittswerten gibt es nicht, der letzte Test der Stiftung Warentest stammt von 2013.

Ist eine Bootskasko sinnvoll?

Ja, wenn ein Schaden am eigenen Boot Sie finanziell treffen würde, etwa bei einem neueren, wertvollen oder finanzierten Boot. Achten Sie auf eine Allgefahrendeckung mit fester Taxe und auf einen Verzicht auf die Kürzung bei grober Fahrlässigkeit. Für ein älteres Boot mit geringem Wert reicht oft die Haftpflicht. Manche Versicherer bieten als günstigere Alternative eine reine Totalschaden­versicherung an.

Ist eine Boots­versicherung in Deutschland Pflicht?

Nein, für private Sportboote schreibt in Deutschland kein Gesetz eine Haftpflicht­versicherung vor. Häfen, Vereine und Vercharterer können sie aber verlangen, und im Ausland ist sie in mehreren Ländern Pflicht, etwa in Italien, Spanien, Kroatien und der Schweiz. Mehr dazu auf unserer Seite zur Versicherungspflicht für Boote.

Reicht meine Privat­haftpflicht für mein Boot?

Nur bei Booten ohne Motor und Segel, etwa Kajak, Kanu oder Ruderboot. Eigene Segel- und Motorboote sind nach den Musterbedingungen des GDV nicht mitversichert. Manche Tarife schließen eigene Boote bis zu einer bestimmten Motorleistung ein. Steht Ihr Boot nicht ausdrücklich in den Bedingungen, brauchen Sie eine eigene Boots­haftpflicht.

Zahlt die Boots­versicherung bei Diebstahl?

Die Bootskasko zahlt bei Diebstahl des Boots und fest eingebauter Ausrüstung. Einen Außenbordmotor und ein Boot auf dem Trailer ersetzt sie nach den Musterbedingungen nur, wenn sie mit einer anerkannten Sicherung geschützt waren. Handys, Laptops, Bargeld und Wertsachen sind ausgeschlossen. Die Boots­haftpflicht zahlt bei Diebstahl nie, sie gilt nur für Schäden an anderen.

Welche Deckungssumme braucht meine Boots­haftpflicht?

Mindestens so viel, wie das strengste Land in Ihrem Fahrtgebiet verlangt. In Italien sind das laut Art. 128 Codice delle Assicurazioni Private 6,45 Millionen Euro für Personen- und 1,3 Millionen Euro für Sachschäden, pauschal also 7,75 Millionen Euro. Fahren Sie nur in Deutschland, ist keine Summe vorgeschrieben, sie sollte aber schwere Personenschäden abdecken.

Was passiert mit der Boots­versicherung, wenn ich mein Boot verkaufe?

Die Bootskasko geht automatisch auf den Käufer über, der sie innerhalb eines Monats kündigen kann. Den Verkauf müssen Sie oder der Käufer dem Versicherer unverzüglich melden. Ob die Boots­haftpflicht ebenfalls übergeht oder mit dem Verkauf endet, regeln die Bedingungen Ihres Vertrags. Details stehen auf unserer Seite Boots­versicherung kündigen.

Wie kündige ich meine Boots­versicherung?

Ordentlich zum Ende des Versicherungsjahres mit der Frist aus Ihrem Vertrag, gesetzlich zwischen einem und drei Monaten. Bei Verträgen ab Oktober 2016 reicht Textform, also auch eine E‑Mail ohne Unterschrift, bei älteren Verträgen im Zweifel ein unterschriebener Brief. Nach einem Schaden und nach einer Beitragserhöhung ohne bessere Leistung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Kündigen Sie die Haftpflicht erst, wenn der neue Vertrag steht.

Wie versichere ich ein gewerblich genutztes Boot?

Mit einem eigenen Vertrag für gewerbliche Nutzung. Die üblichen Bedingungen der Bootskasko versichern nur Sport und Vergnügen, die Vermietung gegen Geld gilt als Gefahrerhöhung, die Sie mit dem Versicherer vereinbaren müssen. Bootsverleihe, Charterfirmen und Wassersportschulen fragen deshalb gezielt nach einem Gewerbetarif und lassen sich den Umfang schriftlich bestätigen.

Was sind typische Bootsunfälle?

Auf dem Bodensee passierten 2023 von 148 Schiffsunfällen 50 in Häfen und an Stegen, mehr als an jedem anderen Ort, häufigste Ursache war mangelnde Sorgfalt. Bei Seglern auf Nord- und Ostsee riefen 2025 vor allem Motorprobleme und Grundberührungen die Seenotretter. Welche Versicherung welchen Schaden zahlt, zeigt unsere Seite zu typischen Schadensfällen.

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Lena Mierbach
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