Das erwartet Sie hier
Was eine Bootsversicherung aus Haftpflicht und Kasko leistet, wer sie braucht, was sie kostet und wie Sie den passenden Schutz für Ihr Boot finden.
Inhalt dieser Seite- Was ist eine Bootsversicherung?
- Wer braucht eine Bootsversicherung?
- Was zahlt die Bootshaftpflichtversicherung?
- Was zahlt die Bootskasko, und ist sie sinnvoll?
- Was kostet eine Bootsversicherung?
- Welche Versicherung passt zu welchem Boot?
- Welche Bootsversicherer empfehlen unsere Experten?
- Wie finden Sie die passende Bootsversicherung?
- Häufige Fragen (FAQ)
Das Wichtigste in Kürze
- Haftpflicht und Kasko: Die Bootshaftpflicht zahlt Schäden, die Sie anderen zufügen, die Bootskasko Schäden am eigenen Boot.
- Keine Pflicht in Deutschland: Sie haften aber unbegrenzt, und die Privathaftpflicht schließt eigene Motor- und Segelboote nach den Musterbedingungen nicht ein.
- Summe nach Fahrtgebiet: Im Ausland gelten Mindestsummen, für Italien braucht eine pauschale Deckung mindestens 7.750.000 €.
- Keine festen Preise: Summe, Fahrtgebiet, Motor und Wert des Boots bestimmen den Beitrag, dazu kommen 19 % Versicherungsteuer.
Was ist eine Bootsversicherung?
Eine Bootsversicherung schützt Sie vor den Kosten von Schäden durch und an Ihrem Boot. Sie besteht meist aus zwei Teilen: der Bootshaftpflicht für Schäden, die Sie anderen zufügen, und der Bootskasko für Schäden am eigenen Boot. Bausteine wie Insassenunfall oder Rechtsschutz kommen auf Wunsch dazu. In Deutschland ist keiner davon Pflicht.
Die Bausteine auf einen Blick
Versicherer nennen das Produkt Bootsversicherung, Wassersportversicherung oder Yachtversicherung und stellen es aus mehreren Bausteinen zusammen. Die Tabelle zeigt, was jeder Baustein zahlt und für wen er gedacht ist. Wichtig ist die Trennung: Die Haftpflicht zahlt nie für Ihr eigenes Boot, der Rechtsschutz auch nicht, dafür ist allein die Kasko da.
| Baustein | Was er zahlt | Für wen |
|---|---|---|
| Bootshaftpflicht | Personen-, Sach- und Vermögensschäden anderer, Abwehr unberechtigter Forderungen | Jeden Eigner eines Boots mit Motor oder Segel |
| Bootskasko | Schäden am eigenen Boot, an Motor, Ausrüstung und Beiboot, auch Diebstahl | Eigner, die den Wert ihres Boots nicht selbst tragen wollen |
| Skipper-Haftpflicht | Schäden, die Sie als Führer eines fremden Boots verursachen | Alle, die Boote chartern oder leihen |
| Insassenunfall | Tod oder Invalidität von Personen an Bord | Eigner, die oft Gäste mitnehmen |
| Bootsrechtsschutz | Anwalts- und Gerichtskosten im Streit rund ums Boot | Eigner, die Streit um Kauf, Reparatur oder Unfall absichern wollen |
Welche Boote gemeint sind
Das EU-Recht spricht von Sportbooten und meint Wasserfahrzeuge für Sport und Freizeit mit einer Rumpflänge von 2,5 bis 24 Metern (Quelle: Richtlinie 2013/53/EU). Darunter fallen Motorboote, Segelboote, Jollen und Yachten. Versichern lassen sich auch Schlauchboote, Jetskis, Hausboote und Elektroboote. Ob Ihr Versicherer von Boot oder Yacht spricht, legt er selbst fest, für den Schutz zählen Wert, Antrieb und Fahrtgebiet.
Wer braucht eine Bootsversicherung?
Jeder Eigner eines Boots mit Motor oder Segel braucht eine eigene Bootshaftpflicht, auch wenn das Gesetz sie in Deutschland nicht vorschreibt. Sie haften für Schäden an anderen unbegrenzt, und die Privathaftpflicht schließt eigene Motor- und Segelboote nach den Musterbedingungen nicht ein. Eine Kasko braucht, wer den Wert seines Boots nicht selbst tragen will.
Keine Pflicht, aber unbegrenzte Haftung
Eine gesetzliche Versicherungspflicht für private Sportboote gibt es in Deutschland nicht. Der Verkehrsausschuss des Bundestags hat 2024 sogar empfohlen, einen Antrag abzulehnen, der sie für Binnenschiffe einführen sollte (Quelle: Deutscher Bundestag, Drucksache 20/13060). Pflichten entstehen über Liegeplatz, Verein oder Charter und im Ausland. Was in Deutschland gilt, erklärt unsere Seite zur Versicherungspflicht für Boote.
Verursachen Sie mit Ihrem Boot einen Schaden, müssen Sie ihn vollständig ersetzen, eine Höchstgrenze für private Bootsführer sieht das BGB nicht vor (Quelle: § 823 BGB). Teuer werden vor allem Personenschäden: Dann zahlen Sie Heilbehandlung, Verdienstausfall, unter Umständen Renten und ein Schmerzensgeld. Ein Zusammenstoß mit einem Schwimmer kann so Ihr Vermögen übersteigen.
Wann reicht die Privathaftpflicht?
Nur bei kleinen Booten ohne Motor und Segel. Nach den Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind eigene Segel- und Motorboote in der Privathaftpflicht nicht versichert (Quelle: GDV, Musterbedingungen Privathaftpflicht A1-6.12). Manche Tarife schließen eigene Boote bis zu einer bestimmten Motorleistung ein. Das ist eine Leistung dieses Tarifs, kein Standard.
| Boot | Privathaftpflicht nach Muster | Was Sie brauchen |
|---|---|---|
| Kajak, Kanu, Ruder- oder Tretboot | Mitversichert | Keine eigene Bootshaftpflicht |
| Fremdes Segelboot ohne Motor | Mitversichert | Keine eigene Bootshaftpflicht |
| Fremdes Motorboot, gelegentlich und ohne Führerschein | Mitversichert | Beim Chartern Skipper-Haftpflicht prüfen |
| Eigenes Segelboot | Nicht versichert | Eigene Bootshaftpflicht |
| Eigenes Motorboot, auch Schlauchboot mit Außenborder | Nicht versichert, außer Ihr Tarif schließt es ein | Eigene Bootshaftpflicht |
Suchen Sie in Ihren Bedingungen nach dem Abschnitt über Wassersportfahrzeuge. Steht Ihr Boot dort nicht ausdrücklich, ist es nicht versichert. Eine Charteryacht, für die Sie einen Führerschein brauchen, deckt Ihre Privathaftpflicht nach den Musterbedingungen nicht. Ihre Bootsversicherung schützt Sie dort nur, wenn sie eine Skipperhaftpflicht einschließt. Für alle anderen bieten wir über unseren eigenen Rechner eine Skipperversicherung als Jahresvertrag an.
Wie oft auf dem Wasser etwas passiert
Eine bundesweite Statistik zu Sportbootunfällen gibt es nicht. Die Zahlen vom Bodensee zeigen aber, wo es kracht: 2023 zählte die Polizei dort 148 Schiffsunfälle. 50 davon passierten in Häfen oder an Stegen, also beim Anlegen und Rangieren, 43 in der Uferzone, 36 auf offenem See und 19 auf den Flussstrecken des Rheins (Quelle: Internationale Unfallstatistik Bodensee 2023). In Häfen entstehen typische Haftpflichtschäden an fremden Booten und Stegen.
Auf Nord- und Ostsee rückte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) 2025 zu 1.723 Einsätzen aus und half 3.389 Menschen (Quelle: DGzRS, Jahresbericht 2025). Seit 2021 ist die Zahl insgesamt gesunken, sie bleibt aber hoch. Welche Schäden typisch sind und welche Versicherung sie zahlt, zeigt unsere Seite zu typischen Schadensfällen.
- 20212.023 Einsätze
- 20221.883 Einsätze
- 20231.938 Einsätze
- 20241.775 Einsätze
- 20251.723 Einsätze
Gewerblich genutzte und vermietete Boote
Die Musterbedingungen der Bootskasko versichern Boote für Sport und Vergnügen. Für eine andere Nutzung gibt es nach dem Muster keinen Ersatz, und wer sein Boot gegen Geld vermietet, erhöht die Gefahr. Das müssen Sie vorher mit dem Versicherer vereinbaren. Bootsverleihe, Charterfirmen und Wassersportschulen fragen deshalb gezielt nach einem Vertrag für gewerbliche Nutzung.
Was kostet Ihre Bootsversicherung?
Im Rechner unseres Partners Nammert geben Sie Boot und Fahrtgebiet ein und sehen Tarife für Haftpflicht und Kasko in drei Stufen.
Was zahlt die Bootshaftpflichtversicherung?
Die Bootshaftpflichtversicherung zahlt, wenn Sie mit Ihrem Boot anderen Menschen oder fremden Sachen schaden, etwa einem Schwimmer, einem anderen Boot oder einem Steg. Sie prüft die Forderung, zahlt berechtigte Ansprüche bis zur Deckungssumme und wehrt unberechtigte auf eigene Kosten ab. Schäden an Ihrem eigenen Boot zahlt sie nicht.
Auch bei grober Fahrlässigkeit versichert
Nach dem Gesetz ist der Versicherer in der Bootshaftpflicht nur leistungsfrei, wenn Sie den Schaden vorsätzlich herbeiführen. Grob fahrlässig verursachte Schäden an anderen bleiben versichert (Quelle: § 103 VVG). Daneben gelten die Ausschlüsse Ihrer Bedingungen. Das unterscheidet die Haftpflicht von der Kasko, in der der Versicherer bei grober Fahrlässigkeit kürzen darf. Alte Listen, die grobe Fahrlässigkeit pauschal als Ausschluss nennen, sind für die Haftpflicht falsch.
Wie hoch die Deckungssumme sein sollte
In Deutschland schreibt Ihnen niemand eine Summe vor. Weil Sie unbegrenzt haften, sollte sie trotzdem schwere Personenschäden abdecken. Die Stiftung Warentest empfahl schon 2013 mindestens drei Millionen Euro (Quelle: Stiftung Warentest). Wer ins Ausland fährt, braucht heute oft deutlich mehr. Richten Sie die Summe deshalb nach dem strengsten Land in Ihrem Fahrtgebiet.
Am strengsten ist Italien. Seit 11.06.2022 gelten dort 6,45 Millionen Euro für Personen- und 1,3 Millionen Euro für Sachschäden je Ereignis. Eine pauschale Summe muss also mindestens 7,75 Millionen Euro erreichen, ein Vertrag mit 7,5 Millionen Euro reicht nicht (Quelle: Art. 128 Codice delle Assicurazioni Private).
Bootsversicherung im Ausland
Mehrere Länder schreiben eine Bootshaftpflicht mit Mindestsummen vor. Die Niederlande, Frankreich und Österreich gehören nicht dazu. In Frankreich und den Niederlanden verlangen aber Häfen, Marinas oder Gemeinden oft einen Nachweis, für einzelne Seen in Österreich fragen Sie vor Ort nach. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Pflichtländer.
| Land | Pflicht für | Mindestdeckung je Ereignis |
|---|---|---|
| Italien | Alle Boote mit Motor, auch mit Außenborder jeder Leistung | 6.450.000 € Personen- und 1.300.000 € Sachschäden |
| Kroatien | Boote über 15 kW Antrieb, auch Segelboote mit Motor, und registrierungspflichtige Yachten, auch ausländische | 464.520 €, nur Personenschäden |
| Spanien | Alle Boote mit Motor einschließlich Jetskis, ohne Motor über 6 m Länge | 240.404,84 € Personen- und 96.161,94 € Sachschäden |
| Schweiz | Boote mit Motor, Segelboote über 15 m² Segelfläche | 2.000.000 Franken für Personen- und Sachschäden zusammen |
| Griechenland | Freizeitboote | Beim Versicherer erfragen |
Stand Oktober 2026. Den Nachweis führen Sie mit der Versicherungsbestätigung an Bord mit, für Italien am besten auf Italienisch oder zweisprachig. Liegt Ihr Boot dauerhaft in der Schweiz, muss der Versicherer dort zugelassen sein. Alle Länder, Fristen und Formalitäten erklärt unsere Seite zur Auslandsbestätigung der Bootsversicherung.
Was zahlt die Bootskasko, und ist sie sinnvoll?
Die Bootskasko zahlt Schäden am eigenen Boot, an Motor, Ausrüstung und Beiboot, bis hin zum Totalverlust und zum Diebstahl. Sinnvoll ist sie, wenn ein Schaden Sie finanziell treffen würde, etwa bei einem neueren, wertvollen oder auf Kredit gekauften Boot. Für ein altes Boot mit geringem Wert lohnt sie sich oft nicht.
Allgefahrendeckung statt Teil- und Vollkasko
Die Musterbedingungen des GDV für Wassersportfahrzeuge sind eine Allgefahrendeckung: Versichert ist jede Gefahr, die nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. „Teilkasko“ und „Vollkasko“ sind dagegen Tarifnamen der Versicherer, deren Umfang abweicht (Quelle: GDV, AVB Wassersportfahrzeuge 2008/2021). Vergleichen Sie deshalb die Liste der Ausschlüsse, nicht den Namen des Tarifs.
Versichert sind nach dem Muster Boot, Maschine, technische Ausrüstung, Zubehör, Inventar, Beiboot und persönliche Gegenstände, auch an Land, beim Kranen und beim Transport. Schäden an Motor und Elektronik ersetzt das Muster aber nur nach Unfall, Brand, Blitz, Explosion, höherer Gewalt, Diebstahl oder Vandalismus, nicht bei Verschleiß.
Feste Taxe, Bergung und Wrack
Die Versicherungssumme gilt als feste Taxe. Bei Totalverlust zahlt der Versicherer die vereinbarte Summe abzüglich eines Restwerts, ohne sich auf eine Unterversicherung zu berufen. Passen Sie die Summe nach neuer Ausrüstung oder einem Motortausch an. Rettungskosten ersetzt er auch dann, wenn die Rettung erfolglos bleibt, die Wrackbeseitigung zusätzlich bis zur Höhe der Kaskosumme, wenn ein versichertes Ereignis vorausging und Sie zur Beseitigung verpflichtet sind.
Das ist wichtiger, als es klingt. Sinkt Ihr Boot in einer Bundeswasserstraße, kann die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung es selbst beseitigen und die Kosten vom Eigentümer zurückfordern (Quelle: § 30 Bundeswasserstraßengesetz). Ohne Kasko tragen Sie diese Rechnung allein.
Was die Kasko nicht zahlt
Bei grober Fahrlässigkeit darf der Versicherer in der Kasko die Leistung nach der Schwere des Verschuldens kürzen, im Extremfall bis auf null (Quelle: § 81 VVG). Alkohol am Steuer ist im Muster kein eigener Ausschluss, wird aber meist als grob fahrlässig gewertet. Viele Tarife verzichten ganz oder bis zu einer Summe auf die Kürzung. Ausgeschlossen sind nach dem Muster außerdem:
- Verschleiß, Alter, Rost, Korrosion und Osmose
- Material- und Konstruktionsfehler selbst, Folgeschäden daraus sind versichert
- Frost, Eis, Sonne, Regen und Schnee als Ursache
- Mangelhafte Vertäuung oder Verankerung
- Handys, Laptops, Bargeld und Wertsachen an Bord
Diebstahl von Boot und Außenborder
Den Diebstahl des Boots und fest eingebauter Ausrüstung trägt die Kasko. Einen Außenbordmotor und ein Boot auf dem Trailer ersetzt sie nach dem Muster aber nur, wenn sie mit einer Sicherung geschützt waren, die der Verband der Schadenversicherer (VdS, heute VdS Schadenverhütung) oder eine vergleichbare Stelle anerkennt. Lose Teile sind nur versichert, wenn sie verpackt oder im verschlossenen Boot lagen. Fragen Sie vor dem Abschluss, welche Schlösser Ihr Tarif verlangt.
Gestohlen wird weiter. 2023 zählte das Kompetenzzentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizei Baden-Württemberg bundesweit 531 gestohlene Außenborder und 160 gestohlene Sportboote, mit einem Schaden von rund 5,05 Millionen Euro (Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg). Das ist weniger als früher, als es in der Spitze knapp 1.500 Motoren im Jahr waren.
- 20171.062 Motoren
- 2018988 Motoren
- 2019795 Motoren
- 2020541 Motoren
- 2021540 Motoren
- 2022593 Motoren
- 2023531 Motoren
Was kostet eine Bootsversicherung?
Einen festen Preis für die Bootsversicherung gibt es nicht. Der Beitrag hängt von Haftpflichtsumme, Fahrtgebiet, Motorleistung oder Segelfläche und dem Wert des Boots ab. Die reine Bootshaftpflicht ist der kleinere Posten, die Kasko richtet sich nach dem Wert. Auf jeden Beitrag kommen 19 Prozent Versicherungsteuer.
Was den Beitrag bestimmt
Für die Haftpflicht zählen vor allem Deckungssumme und Fahrtgebiet, für die Kasko der Wert von Boot, Motor und Ausrüstung. Ein Segelboot wird nach Segelfläche, Länge und Wert eingestuft, ein Motorboot zusätzlich nach der Leistung. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Stellschrauben und worauf Sie dabei achten sollten.
| Faktor | Wirkung auf den Beitrag | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Deckungssumme der Haftpflicht | Höhere Summe, höherer Beitrag | Mindestens so hoch wie die strengste Pflicht im Fahrtgebiet |
| Fahrtgebiet | Küste, Mittelmeer oder weltweit kosten mehr als Binnengewässer | Nur versichern, wo Sie wirklich fahren |
| Motorleistung, Segelfläche, Bootstyp | Mehr Leistung und Größe, mehr Risiko | Motortausch und Umbauten vorher melden |
| Wert von Boot, Motor und Ausrüstung | Bestimmt den Kaskobeitrag | Summe als feste Taxe nach Zeitwert |
| Selbstbeteiligung, Schadenfreiheit, Saison | Senken den Beitrag | Selbstbeteiligung nur so hoch, wie Sie sie zahlen können |
Was eine Bootshaftpflicht kostet
Aktuelle Marktpreise aus einem Test gibt es nicht. Beim letzten Test der Stiftung Warentest im März 2013 kostete eine Bootshaftpflicht mit fünf Millionen Euro Deckung bei günstigen Anbietern 30 bis 80 Euro im Jahr (Quelle: Stiftung Warentest, Finanztest 4/2013). Die Werte sind alt und dienen nur der Einordnung. Für Italien brauchen Sie heute ohnehin mehr Deckung.
Die Versicherungsteuer beträgt für Bootshaftpflicht und Bootskasko 19 Prozent des Beitrags (Quelle: § 6 Versicherungsteuergesetz). Achten Sie beim Vergleich darauf, ob ein Preis mit oder ohne Steuer angegeben ist. Chartern Sie nur fremde Boote, kostet unsere eigene Skipper-Haftpflicht laut unserem Rechner 100 bis 140 Euro im Jahr (Stand Oktober 2026). Ob darin die Versicherungsteuer enthalten ist, nennt der Rechner nicht, das zeigt das Angebot.
Beitrag online berechnen
Den Beitrag für Ihr Boot berechnen Sie im Rechner unseres Kooperationspartners Nammert, eines Assekuradeurs für Bootsversicherungen. Sie geben Boot und Fahrtgebiet ein und sehen Tarife für Haftpflicht und Kasko in drei Stufen, dazu Bausteine für Rechtsschutz und Unfall. Den Vorschlag erhalten Sie als PDF per E‑Mail, den Antrag stellen Sie danach online. Wollen Sie den Kauf finanzieren, hilft unsere Seite zum Kredit für ein Boot.
Welche Versicherung passt zu welchem Boot?
Haftpflicht und Kasko funktionieren für alle Boote gleich, die Besonderheiten unterscheiden sich aber je nach Bootstyp: Beim Schlauchboot geht es um den Außenborder, beim Jetski um Führerschein und Fahrverbote, bei der Yacht um hohe Werte und Auslandstörns. Die Tabelle führt Sie zur passenden Seite.
Bootstypen im Überblick
| Bootstyp | Besonderheit | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Schlauchboot | Privathaftpflicht reicht nur ohne Motor, Außenborder gegen Diebstahl sichern | Schlauchboot versichern |
| Jetski | Führerschein, Kennzeichen, nur in freigegebenen Bereichen, auf dem Bodensee verboten | Jetski-Versicherung |
| Yacht | Hoher Wert, Auslandstörns, Haftpflicht für Italien mindestens 7,75 Millionen € | Yachtversicherung |
| Hausboot | Inventar über die Kasko, Liegeplatz und Winterlager, Regeln beim Mieten | Hausboot-Versicherung |
| Elektroboot | Akku und Elektromotor in der Kasko, Führerschein schon über 7,5 kW | Elektroboot-Versicherung |
Für zwei häufige Bootsarten, das Motorboot und das Segelboot, fassen wir die wichtigsten Punkte hier zusammen.
Motorboot versichern
Für ein eigenes Motorboot brauchen Sie eine Bootshaftpflicht, die Privathaftpflicht deckt es nach den Musterbedingungen nicht. Führerscheinfrei sind in Deutschland Boote mit Verbrennungsmotor bis 11,03 kW, also 15 PS, und mit Elektromotor bis 7,5 kW Dauerleistung (Quelle: § 5 Sportbootführerscheinverordnung). Im Ausland hängt die Pflicht oft am Motor: Italien erfasst jedes Boot mit Motor, Kroatien Boote mit mehr als 15 Kilowatt Antriebsleistung.
Segelboot und Jolle versichern
Auch ein eigenes Segelboot ist in der Privathaftpflicht nach dem Muster nicht versichert, nur ein fremdes ohne Motor. Hat Ihr Segelboot einen Motor, gilt im Ausland dieselbe Pflicht wie für Motorboote. Ohne Motor verlangt Spanien eine Haftpflicht schon für Boote über sechs Meter, die Schweiz für Segelboote über 15 m² Segelfläche. Fahren Sie Regatten, fragen Sie, ob Ihr Tarif sie einschließt. In der Kasko zählt, dass Rigg und Segel mit der Ausrüstung versichert sind.
Welche Bootsversicherer empfehlen unsere Experten?
Einen aktuellen Test von Bootsversicherungen gibt es nicht, und damit auch keinen Testsieger. Der letzte Test der Stiftung Warentest erschien 2013 als reiner Preisvergleich ohne Noten. Unser Experte Martin Hacker empfiehlt deshalb aus eigener Erfahrung drei Versicherer: die Mannheimer, die Helvetia und die Gothaer.
Was vom letzten Test bleibt
Finanztest verglich in Ausgabe 4/2013 die Preise von 44 Angeboten für Musterboote mit fünf Millionen Euro Haftpflichtsumme. Noten oder einen Testsieger gab es nicht, und seitdem hat weder die Stiftung Warentest noch ein Ratinghaus die Sparte bewertet. Listen mit „Testsiegern 2026“ stammen von Vergleichsportalen oder Vermittlern, nicht aus einem Test.
Unsere Empfehlungen
Die Mannheimer versichert Yachten und Sportboote unter dem Namen NAUTIMA, eine Skipperhaftpflicht ist eingebaut. Die Helvetia bietet ihre Wassersportversicherung als Vollkasko, Totalschadenversicherung und Haftpflicht an, ebenfalls mit Skipperhaftpflicht. Die Gothaer hat mit Nautic Plus einen Tarif mit Allgefahrendeckung. Leistungen und Steckbriefe stehen auf unserer Seite Bootsversicherung im Test.
Je nach Boot, Liegeplatz und Fahrtgebiet passen auch andere Anbieter gut zu Ihnen. Online abschließen können Sie über unseren Kooperationspartner Nammert. Ein Assekuradeur ist kein Versicherer: Er schließt Verträge im Namen von Versicherern ab, die das Risiko tragen. Welcher Versicherer hinter Ihrem Vertrag steht, finden Sie im Angebot und im Versicherungsschein.
Bootsversicherungen online vergleichen
Vergleichen Sie die Tarife unseres Partners Nammert für Ihr Boot und Ihr Fahrtgebiet und erhalten Sie den Vorschlag per E‑Mail.
Wie finden Sie die passende Bootsversicherung?
Prüfen Sie zuerst Ihre Privathaftpflicht und Ihr Fahrtgebiet, dann den Wert Ihres Boots. Daraus ergibt sich, ob Sie eine eigene Bootshaftpflicht brauchen, welche Deckungssumme sie haben muss und ob sich eine Kasko lohnt. Erst danach vergleichen Sie Beiträge, denn nur gleiche Leistungen lassen sich fair vergleichen.
1. Privathaftpflicht prüfen
Steht Ihr Boot in den Bedingungen? Eigene Motor- und Segelboote sind nach dem Muster nicht versichert.
2. Fahrtgebiet und Summe festlegen
Die Haftpflichtsumme richtet sich nach dem strengsten Land, für Italien mindestens 7,75 Millionen Euro.
3. Kasko nach Wert wählen
Feste Taxe, Winterlager, Transport, Außenborder-Sicherung und Verzicht bei grober Fahrlässigkeit prüfen.
4. Vergleichen und abschließen
Angebote mit gleicher Summe vergleichen, vor Auslandsfahrten die Bestätigung an Bord nehmen.
Diese Punkte gehören in den Vergleich
Neben Summe und Kasko entscheiden einige Klauseln, ob Ihr Vertrag im Schadenfall wirklich passt. Prüfen Sie sie vor allem, wenn Sie Gäste an Bord haben, Regatten fahren oder Ihr Boot auf dem Trailer bewegen. Ändern Sie später Motor oder Fahrtgebiet, zeigen Sie das vorher an, sonst drohen Kündigung, Mehrbeitrag oder Kürzung (Quelle: § 23 VVG).
- Schäden, die sich Crewmitglieder gegenseitig zufügen
- Regatten, Transportwege und Winterlager an Land
- Beiboot und Bootstrailer
- Schäden an gemieteten Liegeplätzen und Stegen
- Skipperhaftpflicht für gecharterte Boote
Kündigen, verkaufen, Schaden melden
Kündigen können Sie mit der Frist aus Ihrem Vertrag, gesetzlich ein bis drei Monate zum Ablauf. Bei Verträgen ab Oktober 2016 dürfen die Bedingungen höchstens Textform verlangen, dann genügt eine E‑Mail ohne Unterschrift (Quelle: § 309 Nr. 13 BGB). Ältere Verträge und die Anzeige eines Verkaufs können Schriftform vorschreiben, im Zweifel schicken Sie einen unterschriebenen Brief.
Verkaufen Sie Ihr Boot, geht die Kasko auf den Käufer über. Ob die Haftpflicht übergeht oder endet, regeln Ihre Bedingungen. Alles dazu erklärt unsere Seite Bootsversicherung kündigen.
Einen Schaden melden Sie dem Versicherer unverzüglich, am besten in Textform (Quelle: § 30 VVG). Diebstahl, Brand und Explosion zeigen Sie außerdem bei der Polizei an, im Ausland auch bei Polizei und Hafenbehörde vor Ort. Wie Sie Schäden richtig dokumentieren, lesen Sie in unserem Ratgeber Versicherungsschäden richtig melden.
Musterkündigung für die Bootsversicherung herunterladen (Word)
Muster für die Schadenmeldung herunterladen (Word)
Unverbindliches Muster für typische Fälle, Stand Oktober 2026. Es ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls: Prüfen Sie Fristen und Angaben selbst und holen Sie im Zweifel Rat ein, zum Beispiel bei einer Verbraucherzentrale oder bei einer Anwältin oder einem Anwalt.
Experten-Tipp:
Unser Experte für Bootsversicherungen
„Bei einem neuen Boot kläre ich zuerst drei Fragen. Schließt Ihre Privathaftpflicht das Boot wirklich ein? Sobald ein Motor oder ein Segel dran ist, meist nicht. Wohin wollen Sie fahren? Danach richtet sich die Haftpflichtsumme, für Italien sind es pauschal mindestens 7,75 Millionen Euro. Und was ist Ihr Boot wert? Die Kasko zahlt nur die vereinbarte Taxe, deshalb gehört neue Ausrüstung sofort in den Vertrag.“
Ihre Bootshaftpflicht jetzt berechnen
Berechnen Sie Haftpflicht und Kasko mit dem Tarifrechner unseres Kooperationspartners Nammert und schließen Sie direkt online ab.
Die häufigsten Fragen zur Bootsversicherung
Was kostet eine Bootsversicherung?
Einen festen Preis gibt es nicht. Der Beitrag hängt von Haftpflichtsumme, Fahrtgebiet, Motorleistung oder Segelfläche und dem Wert des Boots ab, dazu kommen 19 Prozent Versicherungsteuer. Beim letzten Test der Stiftung Warentest im Jahr 2013 kostete eine Haftpflicht mit fünf Millionen Euro bei günstigen Anbietern 30 bis 80 Euro im Jahr. Aktuelle Preise zeigt der Rechner unseres Partners Nammert.
Was kostet eine Versicherung für ein Segelboot?
Auch für Segelboote gibt es keinen Pauschalpreis. Die Haftpflicht richtet sich nach Deckungssumme und Fahrtgebiet, die Kasko nach dem Wert von Boot, Rigg und Ausrüstung. Hat Ihr Segelboot einen Motor und fahren Sie nach Italien, brauchen Sie pauschal mindestens 7,75 Millionen Euro Haftpflicht. Den Beitrag für Ihr Boot berechnen Sie im Rechner unseres Partners Nammert.
Was kostet eine Sportbootversicherung?
Eine Sportbootversicherung ist eine Bootsversicherung für Freizeitboote mit 2,5 bis 24 Metern Rumpflänge, also für die meisten Motor- und Segelboote. Ihr Beitrag hängt wie bei jeder Bootsversicherung von Summe, Fahrtgebiet, Motor und Wert ab. Einen aktuellen Preisvergleich mit Durchschnittswerten gibt es nicht, der letzte Test der Stiftung Warentest stammt von 2013.
Ist eine Bootskasko sinnvoll?
Ja, wenn ein Schaden am eigenen Boot Sie finanziell treffen würde, etwa bei einem neueren, wertvollen oder finanzierten Boot. Achten Sie auf eine Allgefahrendeckung mit fester Taxe und auf einen Verzicht auf die Kürzung bei grober Fahrlässigkeit. Für ein älteres Boot mit geringem Wert reicht oft die Haftpflicht. Manche Versicherer bieten als günstigere Alternative eine reine Totalschadenversicherung an.
Ist eine Bootsversicherung in Deutschland Pflicht?
Nein, für private Sportboote schreibt in Deutschland kein Gesetz eine Haftpflichtversicherung vor. Häfen, Vereine und Vercharterer können sie aber verlangen, und im Ausland ist sie in mehreren Ländern Pflicht, etwa in Italien, Spanien, Kroatien und der Schweiz. Mehr dazu auf unserer Seite zur Versicherungspflicht für Boote.
Reicht meine Privathaftpflicht für mein Boot?
Nur bei Booten ohne Motor und Segel, etwa Kajak, Kanu oder Ruderboot. Eigene Segel- und Motorboote sind nach den Musterbedingungen des GDV nicht mitversichert. Manche Tarife schließen eigene Boote bis zu einer bestimmten Motorleistung ein. Steht Ihr Boot nicht ausdrücklich in den Bedingungen, brauchen Sie eine eigene Bootshaftpflicht.
Zahlt die Bootsversicherung bei Diebstahl?
Die Bootskasko zahlt bei Diebstahl des Boots und fest eingebauter Ausrüstung. Einen Außenbordmotor und ein Boot auf dem Trailer ersetzt sie nach den Musterbedingungen nur, wenn sie mit einer anerkannten Sicherung geschützt waren. Handys, Laptops, Bargeld und Wertsachen sind ausgeschlossen. Die Bootshaftpflicht zahlt bei Diebstahl nie, sie gilt nur für Schäden an anderen.
Welche Deckungssumme braucht meine Bootshaftpflicht?
Mindestens so viel, wie das strengste Land in Ihrem Fahrtgebiet verlangt. In Italien sind das laut Art. 128 Codice delle Assicurazioni Private 6,45 Millionen Euro für Personen- und 1,3 Millionen Euro für Sachschäden, pauschal also 7,75 Millionen Euro. Fahren Sie nur in Deutschland, ist keine Summe vorgeschrieben, sie sollte aber schwere Personenschäden abdecken.
Was passiert mit der Bootsversicherung, wenn ich mein Boot verkaufe?
Die Bootskasko geht automatisch auf den Käufer über, der sie innerhalb eines Monats kündigen kann. Den Verkauf müssen Sie oder der Käufer dem Versicherer unverzüglich melden. Ob die Bootshaftpflicht ebenfalls übergeht oder mit dem Verkauf endet, regeln die Bedingungen Ihres Vertrags. Details stehen auf unserer Seite Bootsversicherung kündigen.
Wie kündige ich meine Bootsversicherung?
Ordentlich zum Ende des Versicherungsjahres mit der Frist aus Ihrem Vertrag, gesetzlich zwischen einem und drei Monaten. Bei Verträgen ab Oktober 2016 reicht Textform, also auch eine E‑Mail ohne Unterschrift, bei älteren Verträgen im Zweifel ein unterschriebener Brief. Nach einem Schaden und nach einer Beitragserhöhung ohne bessere Leistung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Kündigen Sie die Haftpflicht erst, wenn der neue Vertrag steht.
Wie versichere ich ein gewerblich genutztes Boot?
Mit einem eigenen Vertrag für gewerbliche Nutzung. Die üblichen Bedingungen der Bootskasko versichern nur Sport und Vergnügen, die Vermietung gegen Geld gilt als Gefahrerhöhung, die Sie mit dem Versicherer vereinbaren müssen. Bootsverleihe, Charterfirmen und Wassersportschulen fragen deshalb gezielt nach einem Gewerbetarif und lassen sich den Umfang schriftlich bestätigen.
Was sind typische Bootsunfälle?
Auf dem Bodensee passierten 2023 von 148 Schiffsunfällen 50 in Häfen und an Stegen, mehr als an jedem anderen Ort, häufigste Ursache war mangelnde Sorgfalt. Bei Seglern auf Nord- und Ostsee riefen 2025 vor allem Motorprobleme und Grundberührungen die Seenotretter. Welche Versicherung welchen Schaden zahlt, zeigt unsere Seite zu typischen Schadensfällen.
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