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So wird ein privater ETF-Sparplan zu Ihrer Altersvorsorge

Foto von Munkhjin Enkhsaikhan
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei dieser Methode zahlen Sie im Erwerbsleben monatlich in den ETF-Sparplan ein. Im Rentenalter entnehmen Sie regelmäßig Geld aus dem Angesparten.
  • In der Zwischenzeit ist Ihr Kapital durch Rendite und Zinseszinseffekt idealerweise gewachsen.
  • ETFs lohnen sich besonders bei einem langfristigen Investment. Spätestens 10 Jahre vor Rentenbeginn sollte mit einem ETF-Rentensparplan begonnen werden.
  • Erträge aus ETFs werden in der Regel mit 25 % Abgeltungssteuer, evtl. dem Solidaritätszuschlag und ggf. die Kirchensteuer besteuert.

Das erwartet Sie hier

Wie Sie einen ETF-Sparplan als Altersvorsorge nutzen können, welche Vor- und Nachteile es dabei gibt und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen – von der Bestimmung Ihrer Rentenlücke, bis hin zur Auszahlung bei Renteneintritt.

Inhalt dieser Seite
  1. Was bedeutet das?
  2. So funktioniert der ETF Sparplan als Altersvorsorge
  3. Schritt für Schritt Anleitung
  4. Sinnvoll? Vor und Nachteile im Überblick
  5. Aktuelle Testergebnisse
  6. Tipps unserer Experten

ETF-Sparplan als Altersvorsorge: Was bedeutet das?

Die gesetzliche Rente wird für viele Menschen nicht reichen. Neben klassischen Altersvorsorge-Verträgen gibt es die Möglichkeit, in Exchange Traded Funds (ETFs) zu investieren. Dafür kann man einen ETF-Sparplan einrichten, der während des Erwerbslebens regelmäßig mit festen Beträgen bespart wird. Im Rentenalter kann man dann Geld aus dem ETF-Sparplan entnehmen und sich so eine zusätzliche Rente auszahlen.

Dies verspricht Sicherheit und gute Renditen. Voraussetzung dafür ist eine längerfristige Anlage. Je länger der ETF-Sparplan läuft, umso höher sind die Renditechancen. Mindestens 10 Jahre vor Rentenbeginn sollte man damit beginnen.

Was sind ETFs genau?

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Mit ETFs fürs Alter vorsorgen – zwei Möglichkeiten

Prinzipiell haben Sie zwei Möglichkeiten, mit ETFs fürs Alter vorzusorgen:

  1. Sie wählen ein Produkt der klassischen privaten Altersvorsorge, bei dem Sie in ETFs investieren können. Solche Angebote gibt es zum Beispiel für die betriebliche Altersvorsorge, die Riester-Rente, die Rürup-Rente oder eine Renten- oder Lebens­versicherung. Mehr zur Altersvorsorge mit integrierten ETFs
  2. Sie legen Ihr Geld privat in einem ETF-Sparplan fürs Alter an. Wie das geht und was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag, inklusive einer Schritt-für-Schritt-Anleitung – von der Bestimmung Ihrer Rentenlücke bis hin zu Auszahlungsmöglichkeiten bei Rentenbeginn.

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Wie funktioniert der ETF-Sparplan als Altersvorsorge?

Sie eröffnen ein Depotkonto bei einer Bank und erstellen einen Sparplan, in den Sie meist längerfristig regelmäßig einzahlen. Je nachdem, wie hoch Ihre Erträge sind, zahlen Sie Steuern. Bei Rentenbeginn haben Sie dann unterschiedliche Möglichkeiten, sich das Geld auszahlen zu lassen.

Wann Sie am besten mit dem ETF-Sparplan beginnen

Je früher Sie damit beginnen, mit einem ETF-Sparplan fürs Alter vorzusorgen, desto besser. Denn ETFs lohnen sich besonders bei einem langfristigen Investment. Aber auch mindestens 10 bis 15 Jahre vor Rentenbeginn kann ein ETF-Sparplan als Altersvorsorge noch sinnvoll sein. Dafür gibt es drei Gründe:

  1. Langfristige Kursentwicklungen
    Wenn Sie bei Turbulenzen an den globalen Arbeitsmärkten Ihre ETFs verkaufen, erleiden Sie wahrscheinlich hohe Verluste. Meist erholt sich der Markt über einen längerfristigen Zeitraum und starke Kursschwankungen werden ausgeglichen. Es lohnt sich also, Schwankungen oder Kurseinbrüche auf lange Sicht auszusitzen. Bei dieser Anlegestrategie kaufen und halten Sie ETFs, auf Englisch auch “Buy and Hold” genannt.
  2. Reinvestierende ETFs als Vermögensspeicher
    Es werden zwei Arten von ETFs unterschieden: ausschüttende und thesaurierende. Ein thesaurierender ETF funktioniert wie ein Speicher für Ihre Rendite. Dadurch steigt die Zahl der Aktien im ETF und der ETF gewinnt an Wert. Daher eignen diese sich besonders gut für einen langfristigen Vermögensaufbau. Im Gegensatz dazu zahlen Ihnen ausschüttende ETFs die Dividende aus.
  3. Überproportionale Wertsteigerung
    Durch den Zinseszinseffekt kommt es langfristig zu überproportionalen Wertsteigerungen. Bei ETFs gibt es zwar keine Zinsen, aber auch hier tritt dieser Effekt auf: Statt die Rendite auszuzahlen, reinvestieren thesaurierende ETFs die Erträge in die im ETF enthaltenen Wertpapiere, beispielsweise Aktien. Dadurch steigt der Gesamtwert des ETFs und somit auch der Wert von jedem ETF-Anteil. Wenn diese Wertpapiere im Laufe der Zeit an Wert gewinnen, steigt auch der Wert des ETFs pro Anteil. Der erhöhte Wert der Anteile erzeugt dann selbst wieder Erträge.

Wie viel Sie in den ETF-Sparplan einzahlen sollten

Nach der weitverbreiteten 50 – 30 – 20-Regel würden Sie 20 Prozent Ihres monatlichen Nettoeinkommens fürs Sparen aufwenden. Nach dieser Regel können Sie auch erst einmal beginnen, im Laufe Ihres Erwerbslebens werden Sie Ihre Sparrate ohnehin anpassen (müssen). Die Mindestsparsumme liegt bei vielen Brokern bei 10 oder 25 Euro pro Monat. Davon abgesehen ist es prinzipiell Ihnen überlassen, wie viel Sie in Ihren ETF-Sparplan einzahlen. Folgende Faktoren beeinflussen die Höhe der Sparrate:

  • Ihre finanzielle Situation
  • Ihr Anlagezeitraum
  • Ihr Ziel bzw. Ihr Zielbetrag

Letzteres sollte in diesem Fall sein, Ihre Rentenlücke auszugleichen und sich ein passives Einkommen für das Alter aufzubauen. Wie Sie diese berechnen und schließlich den ETF-Sparplan einrichten, erklären wir Ihnen in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Welche ETFs eignen sich für die Altersvorsorge?

Für die Altersvorsorge eignen sich besonders ETFs, die folgende Indizes nachbilden:

  • MSCI-World (über 1.650 Unternehmen aus 23 Industrieländern)
  • MSCI All Country World-Index (ca. 2900 Unternehmen aus 23 Industrieländer und 24 Schwellenländer)
  • FTSE all-World (ca. 4164 Unternehmen aus 49 Industrie- und Schwellenländern)
Icon Hand mit Balkendiagramm

Tipps zur Wahl der passenden ETFs

Wenn Sie ETFs als Altersvorsorge nutzen möchten, dann entscheiden Sie sich für eine Geldanlage über einen langen Zeitraum, in dem viel passieren kann. Im schlimmsten Fall können Sie nicht genügend Geld ansparen, um sich fürs Alter abzusichern. Dieses Risiko sollten Sie möglichst minimieren und gleichzeitig die besten Renditechancen erzielen. ETFs mit langfristig geringem Risiko für hohe Wertverluste bieten sich an. Beachten Sie dazu die folgenden drei Grundregeln:

  1. Auf breite Streuung achten
    Ein ETF fasst zum Beispiel Aktien mehrerer Unternehmen zusammen. Macht eines davon Verluste, fällt dies nicht so stark ins Gewicht, als wenn Sie Aktien von Einzelunternehmen kaufen. Nach dem gleichen Prinzip können Sie auch in mehrere ETFs investieren. Performt ein ETF mal nicht so gut, kann das durch den oder die anderen abgefedert werden. Setzen Sie schließlich nicht nur auf ein Land oder eine Branche. Auch hier gilt: Lassen Sie Ihre Altersvorsorge auf mehreren Beinen stehen.
  2. Reinvestierende ETFs wählen
    Investieren Sie mindestens in einen thesaurierenden ETF. Diese sind besonders für einen langfristigen Vermögensaufbau geeignet.
  3. Kosten minimal halten
    Wählen Sie ETFs mit geringen laufenden Kosten und möglichst keinen Abschlusskosten.

So wählen Sie den passenden ETF aus

Wie Erträge aus dem ETF-Sparplan versteuert werden

Möchten Sie mit ETFs Ihre Altersvorsorge aufbauen, dann müssen Sie früher oder später Steuern zahlen:

  • 25 Prozent Abgeltungssteuer
  • 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag (eventuell)
  • 8 – 9 Prozent Kirchensteuer (eventuell)

Sie zahlen jedoch nur für Erträge und Gewinne, die über dem Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (2.000 Euro für gemeinsam Veranlagte) liegen. Um hiervon zu profitieren, müssen Sie einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Depotbank einrichten. Die Depotbank berechnet Ihre Steuern und führt sie ans Finanzamt ab. Sie brauchen also nichts weiter zu tun.

Wie müssen Gewinne aus Depotkonten versteuert werden?

ETF-Sparplan als Altersvorsorge – so gehen Sie Schritt für Schritt vor

Icon Taschenrechner

1. Wie sehen Ihre Finanzen aus?

  • Wie hoch ist Ihr Einkommen? Welche Fixkosten und weiteren Ausgaben fallen bei Ihnen an? Wie viel Geld können Sie monatlich sparen? Haben Sie Schulden?

Die Beantwortung dieser Fragen kann Ihnen zu einer realistischen Einschätzung verhelfen, wie viel Sie im Monat zum Leben benötigen. Es kann Sie dabei unterstützen, einen machbaren Sparbetrag festzulegen. Oft wird empfohlen, Schulden zu begleichen, bevor Sie Geld für Ihre Altersvorsorge anlegen. Prüfen Sie dies für sich.

Icon Sparschwein

2. Wie sorgen Sie bereits fürs Alter vor?

  • Haben Sie bereits in die gesetzliche Altersvorsorge eingezahlt? Besitzen Sie andere Produkte der privaten Altersvorsorge, etwa eine betriebliche Altersvorsorge oder eine Riester-Rente? Was ist mit Wohneigentum, Aktien oder Erspartem? Können Sie in Zukunft mit größeren Einnahmen durch zum Beispiel ein Erbe rechnen?

Die Beantwortung dieser Fragen kann Ihnen helfen, abzuschätzen, mit wie viel Rente Sie gerade rechnen können. Die Deutsche Renten­versicherung hilft Ihnen dabei durch zwei Angebote: die Kontenklärung und die Altersvorsorgeberatung. Sie können zudem die digitale Rentenübersicht für sich nutzen (mehr dazu hier und hier).

Icon Kreisdiagramm

3. Wie groß ist Ihre Rentenlücke?

  • Wie groß ist Ihre persönliche Rentenlücke?

Die Differenz zwischen dem letzten Gehalt und dem Geld, das durch gesetzliche, aber auch betriebliche oder private Vorsorge­maßnahmen bezogen wird, ist die Rentenlücke. Und so berechnen Sie diese: Ermitteln Sie zuerst die Höhe Ihrer gesetzlichen Rente. Berechnen Sie anschließend, wie viel Geld Sie im Alter voraussichtlich benötigen werden. Die Differenz zwischen diesen beiden Beträgen zeigt Ihnen, wie viel Sie sparen müssen, um die Versorgungslücke zu schließen. Zum Rentenlückenrechner des IVFP gelangen Sie hier.

Icon Hand mit Balkendiagramm

4. Wie sieht eine passende Anlagestrategie für Sie aus?

  • Wie hoch müsste Ihr Sparziel sein? Welcher Anlagezeitraum ist realistisch? Wie hoch müsste Ihre Sparrate mindestens sein, um in dieser Zeit Ihr Sparziel realistisch erreichen zu können?

Sie haben nun einen Überblick, wie viel Sie im Monat für Ihre Altersvorsorge zurücklegen können und müssen, um Ihre Rentenlücke zu schließen. Jetzt können Sie dies in eine individuelle Anlagestrategie übersetzen und wissen, wie viel Sie in Ihren ETF-Sparplan investieren möchten.

Icon Laptop

5. Eröffnen Sie ein Depotkonto

Sie benötigen ein Depotkonto, um in ETFs zu investieren. Dies ist in der Regel schnell und einfach online erledigt – vergleichen Sie aktuelle Depotkonten auf dieser Seite und wählen Sie eines aus, welches von den Kosten und Möglichkeiten her für Sie geeignet ist. Achten Sie auch auf niedrige Gebühren des Depotanbieters, da hohe Kosten die Rendite schmälern können. Vergessen Sie nicht, bei Bedarf, einen Freistellungsauftrag bei der Bank oder dem Online-Broker zu hinterlegen. So können Sie steuerlich entlastet werden.

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Icon Geldschein mit Profit

6. Richten Sie Ihren ETF-Sparplan ein

Bei den meisten Anbietern können Sie eine Vielzahl an ETFs als Sparplan auswählen. Für eine langfristige Altersvorsorge sollten Sie ETFs wählen, die breit gestreut sind. Unsere Empfehlungen für konkrete ETFs finden Sie weiter oben. Haben Sie sich für einen (oder mehrere) ETFs entschieden, bestimmen Sie nun den Sparbetrag und den Stichtag, an dem der Sparplan ausgeführt werden soll. Vergessen Sie nicht, einen Dauerauftrag in Höhe der Sparraten von Ihrem Hauptkonto auf das Depotkonto einzurichten, damit der Sparplan sicher ausgeführt werden kann.

Icon Lupe mit Prozent

7. Pflegen Sie Ihr ETF-Portfolio

  • Entspricht die gewählte Anlagestrategie noch Ihren Anlagezielen? Oder sollten Sie zum Beispiel umschichten? Können Sie mehr investieren?

Zwar gilt für Ihren ETF-Rentensparplan die Devise “Buy and Hold”. Dennoch sollten Sie Ihr ETF-Portfolio regelmäßig überprüfen: Ist Ihr Gehalt gestiegen und haben Sie somit mehr Budget zur Verfügung, so erhöhen Sie Ihre Sparrate. Denn mit höherem Gehalt vergrößert sich auch Ihre Rentenlücke. Dennoch gilt: Bleiben Sie trotz Marktschwankungen geduldig und passen den Plan nur bei wesentlichen Änderungen Ihrer Lebensumstände an.

Icon Kalender

8. Bereiten Sie Ihren Rentenbeginn vor

Gestalten Sie Ihre Geldanlage im Renteneintrittsalter möglichst sicher. Minimieren Sie Ihr Risiko, sobald Ihr Rentenbeginn näher rückt und schützen Sie sich vor Kursverlusten. Ob das prinzipiell nötig ist, ist abhängig vom Risiko der von Ihnen gewählten ETFs. Gegebenenfalls können Sie schrittweise in sichere Anlagen umschichten.

Icon Geldsack

9. Planen Sie Ihre Rentenauszahlung

Nun ist es soweit: Sie haben die letzten 10, 20, 30 oder sogar 40 Jahre regelmäßig in Ihr ETF-Sparplan eingezahlt und den Zinseszinseffekt für sich genutzt, sodass sich Ihr Erspartes wesentlich vergrößert hat. Sie können sich nun eine eigene, zusätzliche Rente auszahlen. Jetzt haben Sie zwei Optionen.

  1. Sie verkaufen die gesamten Anteile und entnehmen das komplette Geld auf einmal.
  2. Sie zahlen sich eine bestimmte Summe jeden Monat aus, entweder mit einem sogenannten Entnahmeplan oder ohne.

Was ist ein Entnahmeplan?

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Ein Entnahmeplan funktioniert wie ein Sparplan – nur umgekehrt. Statt regelmäßig in ETFs einzuzahlen, zahlen Sie sich Geld aus. Sie können die Höhe der monatlichen Entnahme flexibel bestimmen. Es gibt zwei Arten von Entnahmeplänen:

  • Ein Entnahmeplan ohne Kapitalverzehr zahlt Ihnen die laufenden Erträge des Anlagekapitals aus. Die Rendite bestimmt also, wie viel Geld Sie entnehmen können. Bei diesem Entnahmeplan ändert sich Ihr Kapital nicht und Sie können sich eine “ewige”, wenn auch meist niedrige Rente auszahlen lassen.
  • Entscheiden Sie sich für einen Entnahmeplan mit Kapitalverzehr, wird zusätzlich und schrittweise Kapital verkauft. Dabei empfiehlt es sich, Entwicklungen des Kapitalmarktes im Blick zu behalten: Bei schlechten Kursen kann es Sinn ergeben, weniger ETF-Anteile zu verkaufen, bei guten Kursentwicklungen mehr. Der Verkaufserlös wird Ihrem Konto gutgeschrieben. Das bedeutet, dass das Kapital am Ende der Entnahmedauer aufgebraucht ist. Dafür ist der Auszahlungsbetrag in der Regel höher als bei einem Entnahmeplan ohne Kapitalverzehr.

So erstellen Sie einen Entnahmeplan

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  1. Nicht jeder Broker bieten einen Entnahmeplan an. Möglicherweise müssen Sie also den Broker wechseln.
  2. Legen Sie die Höhe des Entnahmebetrags fest. Behalten Sie hierbei Ihre Steuerzahlungen im Blick: Auf Erträge aus Kapitalvermögen wird ab einem bestimmten Sparerpauschbetrag gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fällig.
  3. Bestimmen Sie auch den Auszahlungstermin und das Empfängerkonto.

Ist ein ETF-Sparplan als Altersvorsorge sinnvoll?

Die Vorteile eines ETF-Sparplans als Zusatzvorsorge

Ein privater ETF-Sparplan als Altersvorsorge hat im Vergleich zu Produkten der klassischen Altersvorsorge oder jenen mit integrierten ETFs einige Vorteile:

  • Höhere Renditechancen
    Die Renditechancen eines privaten ETF-Sparplans als Altersvorsorge sind meist bessere als bei Produkten der klassischen Altersvorsorge mit ETFs.
  • Geringere Kosten
    Bei einem ETF-Sparplan als Altersvorsorge entstehen nur wenige Kosten. Wählen Sie Produkten der klassischen privaten Altersvorsorge oder auch aktiv gemanagte Fonds, müssen Sie etwas tiefer in die Tasche greifen.
  • Flexibilität
    Bei einem privaten ETF-Sparplan haben Sie keine festen Vertragslaufzeiten, wie zum Beispiel bei einer Rürup-Rente oder betrieblichen Altersvorsorge mit ETFs. Zudem können Sie die Sparrate jederzeit flexibel anpassen. Bei Produkten der klassischen Altersvorsorge mit ETFs ist die Sparrate fest vorgegeben. Bei einem ETF-Sparplan ist eine Auszahlung der Erträge jederzeit möglich, jedoch müssen Sie hierbei mit großen Verlusten rechnen.
  • Wahlfreiheit
    Privat können Sie sich Ihre ETFs nach Lust und Laune zusammenstellen. Sind Ihnen nachhaltige ETFs wichtig oder möchten Sie bestimmte Branchen ausschließen, können Sie diese problemlos integrieren. Bei der klassischen privaten Altersvorsorge mit ETFs kann es sein, dass Sie das jeweilige Produkt in Ihren Auswahlmöglichkeiten einschränkt.
  • Vererbbarkeit
    Produkte der klassischen privaten Altersvorsorge wie Rürup-Rente, Riester-Rente oder auch betriebliche Altersvorsorge sollen Sie im Alter absichern. Dieses Ersparte anderen Menschen zu vererben, zu verschenken oder ihnen zu übertragen ist daher in den allermeisten Fällen nicht vorgesehen. Mit ETF-Sparplänen können Sie demgegenüber frei verfahren.

Die Nachteile eines ETF-Sparplans als Altersvorsorge

Diese Nachteile können ETFs als Altersvorsorge im Vergleich zu Produkten der klassischen privaten Altersvorsorge (mit integrierten ETFs) haben:

  • Planungsaufwand
    Wie viel Geld Sie im Alter benötigen, auf welche ETFs Sie dafür setzen sollten und wie hoch Ihre Sparrate sein muss, um dies zu erreichen – das sind Dinge, die Sie selbst entscheiden. Fehleinschätzungen oder Planungsfehler können auftreten. Bei der klassischen Altersvorsorge mit ETFs erhalten Sie in den meisten Fällen eine fundierte Beratung, in der Sie Ziele und Möglichkeiten vereinbaren.
  • Größeres individuelles Risiko
    Niemand kann vorhersagen, wie sich der Wert eines ETFs entwickeln wird. Börsencrashs oder Blasenbildung – das ist auch bei ETFs nicht ausgeschlossen. Das ist auch so, wenn Sie im Rahmen der klassischen Altersvorsorge in ETFs investieren. Einige Produkte wie die betriebliche Altersvorsorge mit ETFs oder die Riester-Rente mit ETFs bieten jedoch eine Mindestrente.
  • Steuerbelastung
    Auf die Erträge Ihres privaten Sparplans wird ab einem bestimmten Sparerpauschbetrag die Abgeltungssteuer, ggf. der Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer fällig. Auch bei Produkten der klassischen Altersvorsorge müssen Sie Steuern zahlen. Diese werden aber in der Regel erst bei Rentenbeginn berechnet. Haben Sie ETFs im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge, können die Steuerentlastungen und Förderungen durch den Arbeitgeber sogar dazu führen, dass Ihre ETFs eine bessere Performance erzielen als ein privater Sparplan.

ETFs als Altersvorsorge im Test

Icon Stern

Ein privater ETF-Rentensparplan ist kein Produkt im klassischen Sinne, das getestet oder verglichen werden kann. Vielmehr setzen Sie ein bestehendes Finanzprodukt – ETFs – für einen bestimmten Zweck – Ihre Altersvorsorge – ein. Daher gibt es aktuell hierzu auch keine Tests oder Vergleiche. Allerdings werden zwei Bausteine regelmäßig getestet, die Sie für Ihren ETF-Rentensparplan benötigen:

Die besten Depotkonten (2024)
Die besten ETFs (2024)

Wichtige Tipps unserer Experten für Sie

Experten-Tipp 1:
ETF-Rentensparplan vs. ETF-Renten­versicherung

„Ein privater ETF-Sparplan, mit dem Sie für Ihre Rente sparen, wird manchmal auch ETF-Rentensparplan genannt. Ein ETF-Rentensparplan ist nicht das gleiche wie eine Renten­versicherung mit ETFs, auch als ETF-Renten­versicherung bezeichnet. Eine ETF-Renten­versicherung ist ein Produkt der klassischen privaten Altersvorsorge. Sie ist also eine Renten­versicherung, bei der Sie auch in ETFs investieren können. Eine ETF-Renten­versicherung schließen Sie mit einem Versicherungs­makler oder direkt mit einer Versicherung ab. Für einen ETF-Rentensparplan eröffnen Sie ein Depotkonto bei einer Bank.“

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Experten-Tipp 2:
Ihr ETF ist abgesichert

„Der Gesetzgeber hat hier für Sie vorgesorgt: Falls ein ETF-Anbieter Konkurs anmeldet, behalten Sie Ihre Fondsanteile. Ihr Geld ist geschützt. Die Fondsgesellschaften bewahren die Fondsanteile Ihrer Kunden in den meisten Fällen bei einer unabhängigen Depotbank auf. Diese verwaltet dann bei einer Insolvenz den ETF weiter. Sollte diese wiederum pleitegehen, übernimmt ein Treuhänder die ETFs.“

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Experten-Tipp 3:
Besonderheit: Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs

Thesaurierende ETFs eignen sich besonders für die Altersvorsorge, da sie Erträge sofort wieder reinvestieren und es somit keine zu versteuernden Ausschüttungen gibt. Steuern müssen trotzdem gezahlt werden. Es wird eine Vorabpauschale und damit Steuern auf fiktive Rendite berechnet. Dieser Rechnung liegen zwei Werte zugrunde: das Fondsvolumen zu Beginn und zum Ende des Jahres und der Basiszins, der von der Deutschen Bundesbank bestimmt wird. Die Vorabpauschale wird später mit der Abgeltungssteuer verrechnet. So haben Sie mit ausschüttenden ETFs im Vergleich zu thesaurierenden ETFs steuerlich nicht das Nachsehen.“

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Experten-Tipp 4:
Mehr Sicherheit mit Altersvorsorge-Mix

„Es ist in der Regel am besten, sich nicht zu 100 Prozent auf ETFs zu verlassen, um Ihre Rentenlücke zu schließen. Setzen Sie auf einen Mix aus unterschiedlichen Anlageformen zum Beispiel Festgeld, Fonds oder Aktien. Falls möglich und sinnvoll, kombinieren Sie Ihre Anlage mit Produkten der privaten Altersvorsorge oder einer betrieblichen Altersvorsorge. So streuen Sie Risiko und schaffen mehr Sicherheit. Wenden Sie sich gern an uns: Wir haben sowohl Experten für Altersvorsorgeplanung als auch für Kapitalanlage im Haus, die Ihnen gern zur Seite stehen.“

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Die häufigsten Fragen zu ETFs als Altersvorsorge

Wie viele ETF sind sinnvoll?

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Sie sollten mehr als einen ETF besitzen, wenn Sie damit für Ihr Alter sparen wollen. Prinzipiell gilt: Sorgen Sie bei Ihren ETFs für eine breite Streuung zum Beispiel bei Land oder Branche. Denn so könnten negative Wertentwicklungen eines ETFs durch andere ausbalanciert werden.

Wie lange muss ich einen ETF halten?

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Wenn Sie Ihren ETF-Sparplan als Altersvorsorge nutzen möchten, gilt grundsätzlich: je länger, desto besser. Denn ETFs sind als langfristige Anlage am rentabelsten. Damit Sie sinnvoll mit ETFs für Ihr Alter sparen können, sollten Sie mindestens 10 bis 15 Jahre vor Rentenbeginn mit Ihrer Investition in ETFs beginnen und der Strategie „Buy and Hold“ folgen.

ETF als Altersvorsorge sinnvoll?

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ETFs können als Altersvorsorge sinnvoll sein. Denn Produkte der klassischen Altersvorsorge wie zum Beispiel die betriebliche Altersvorsorge, die Riester-Rente oder auch eine Lebens­versicherung können durch die aktuell niedrigen Zinsen und hohen Kosten nur wenig rentabel sein. ETFs bieten hingegen gute Renditechancen. Wenn Sie ETFs für Ihre Altersvorsorge nutzen möchten, haben Sie grundsätzlich zwei Möglichkeiten: entweder Sie sparen mit einem privaten ETF-Sparplan oder Sie investieren in ETFs unter dem Dach der klassischen Altersvorsorge wie Riester-Rente, betriebliche Altersvorsorge und Co.

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Katharina Burnus
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50 – 30 – 20-Regel Eine Sparformel, nach der man 50 % seines Nettoeinkommens für Fixkosten, 30 % für persönliche Bedürfnisse und Freizeit und 20 % fürs Sparen aufwendet. Buy and Hold Eine Anlagestrategie, bei der man Wertpapiere kauft und langfristig hält, um von Kursgewinnen und Dividenden zu profitieren. Sie setzt auf die positive Entwicklung der Märkte und erfordert Geduld, um kurzfristige Schwankungen zu ignorieren. Zinseszinseffekt Auf bereits verdiente Zinsen werden neue Zinsen berechnet. Dies führt zu einem exponentiellen Wachstum des investierten Kapitals über die Zeit. thesaurierend Erträge, wie Zinsen oder Dividenden, werden nicht ausgezahlt, sondern automatisch wieder angelegt. Dadurch wächst das investierte Kapital kontinuierlich und nutzt den Zinseszinseffekt.
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