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Feuer­versicherung

Unsere Empfehlungen für Ihren Schutz - inkl. Test 2019 und Tarif-Vergleich
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Feuerversicherung deckt Schäden, die durch Feuer, Brand, Blitzschlag, Explosion und Anprall von gelenkten Flugkörpern entstehen.
  • Die Kosten werden individuell anhand verschiedener Faktoren berechnet. Dazu zählen u. a. die Fläche und Bauart des Gebäudes. Gerade im industriellen Sektor spielen außerdem die Betriebsart und Brandschutzmaßnahmen eine entscheidende Rolle.
  • Da sowohl die Leistungen als auch die Kosten individuell an das Unternehmen angepasst werden, kann die Feuerversicherung kaum aussagekräftig getestet werden.
  • In einer Umfrage unter Firmenkunden standen 2018 Gewerbeversicherer im Test. Neben der Allianz wurden u. a. AxaProvinzial und Württembergische mit „sehr gut“ bewertet (Service Value).
  • Die eigenständige Feuerversicherung ist nur noch im gewerblichen Sektor üblich. Im privaten Bereich ist sie meist Teil der Wohngebäudeversicherung.

Die gewerbliche Feuerversicherung

Die Feuerversicherung (auch Brandversicherung oder Gebäudebrandversicherung genannt) schützt neben dem Gebäude auch die Bausubstanz (wie Fenster und Türen) und mit dem Gebäude fest verbundene Gegenstände, wie fest verankerte Maschinen. Für Gewerbetreibende ist die Versicherung vor allem dann wichtig, wenn wertvolles Eigentum des Betriebs vorhanden ist.

Was ist versichert?

Generell ist die Bausubstanz (Mauerwerk, Fenster, Türen, Dach) des Gebäudes versichert. Hinzu kommen Gegenstände, die innen mit dem Gebäude fest verbunden sind und bestimmte Objekte, die außen fest ans Gebäude angebracht sind.

Außen am Gebäude angebrachte Objekte sind je nach Versicherer beitragsfrei mitversichert oder müssen gegen Aufpreis in den Versicherungsschutz aufgenommen werden.

Diese Gefahren versichert die Feuerversicherung

Eine Feuerversicherung kommt für Schäden auf, die am Betriebsgebäude, in den Räumen oder an Anlagen und Mobiliar durch:

  • Feuer,
  • Explosion,
  • Brand,
  • Blitzschlag und
  • Anprall oder Absturz eines gelenkten Flugkörpers entstehen.

Die Feuerversicherung leistet bei Schäden durch direkten Blitzschlag oder durch atmosphärisch bedingte Überspannungen.

Die Feuerversicherung leistet bei Schäden, die durch Anprall oder Absturz von Flugzeugen bzw. gelenkten Flugkörper oder deren Ladung entstehen.

Die Feuerversicherung leistet bei Schäden, die durch Brandstiftung entstehen. Wenn der Täter ermittelt werden konnte, nimmt die Versicherung diesen auch für die Schadenregulierung in Regress.

Ausgeschlossen ist Brandstiftung durch den Versicherungsnehmer selbst.

Was ist nicht versichert?

Versicherungsunternehmen können bestimmte Schadenursachen vom Versicherungsschutz ausschließen.

Ausschlüsse in der Feuerversicherung
  • Vorsatz (Brandstiftung durch den Versicherungsnehmer)
  • Krieg
  • Kernenergie
  • nukleare Strahlung
  • radioaktive Substanzen
  • innere Unruhen
  • Erbeben

feuerversicherung

Wer braucht eine Feuerversicherung?

Wer ein Gebäude (Gebäudeversicherung), Grundstücksteile oder Inventar besitzt, deren Wiederbeschaffungswert eine erhebliche Größenordnung ausmacht, sollte eine Feuerversicherung abschließen. Die Versicherung ist immer dann wichtig, wenn Büroräume oder Gebäude zum Betriebsvermögen gehören.

Gerade für landwirtschaftliche und industrielle Betriebe kann eine eigenständige Feuerversicherung sinnvoll sein.

Allein 2017 wurden rund 200.000 Schäden gemeldet, deren Ursache Feuer war. Rund 1,04 Milliarden Euro zahlten die Versicherungen an die Versicherten aus.

Mehr zur Gebäudeversicherung

Brandursachenstatistik 2018

Brandursache Anteil in Prozent
Elektrizität 31
Menschliches Fehlverhalten 20
Brandstiftung 9
Überhitzung 8
Offenes Feuer 2
Selbstentzündung 2
Feuergefährliche Arbeiten 3
Explosion 2
Blitzschlag 0,5
Sonstige und unbekannte Ursachen 22,5
Quelle
Mehr zu den Naturgefahren je nach Bundesland

Einzelvertrag oder Deckung über Gebäudeversicherung?

Das Schadenrisiko Feuer kann über eine eigenständige Feuerversicherung oder innerhalb der Gebäudeversicherung abgesichert werden.

Ein Einzelvertrag macht vor allem dann Sinn, wenn die Gefahren Leitungswasser, Sturm und Hagel für den jeweiligen Betrieb keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Entscheidung für eine eigenständige Feuerversicherung ist meist eine Kostenfrage, denn die Feuerversicherung ist sehr viel günstiger als eine Gebäudeversicherung, in der alle Gefahren abgedeckt werden.

Betriebe, die jedoch durch einen Leitungswasserschaden erheblich geschädigt werden können, sollten eine Gebäudeversicherung vorziehen und ihr Unternehmen darüber umfassend absichern.

Mehr zur Gebäudeversicherung für Gewerbe

Lassen Sie sich von unseren Versicherungsexperten beraten, welche Variante die bessere für Ihr Unternehmen ist. Eine reine Feuerversicherung macht in der Regel nur dann Sinn, wenn die anderen Gefahren keine Rolle für Ihren Betrieb spielen.

Kostenfreier Tarif-Vergleich zur Feuerversicherung

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Leistungen der Feuerversicherung

Da ein Brand zahlreiche Ursachen haben kann, sollten möglichst viele Gefahrenquellen von der Versicherung abgedeckt werden. Achten Sie hier besonders darauf, dass Brände aufgrund von Fahrlässigkeit im Leistungsumfang eingeschlossen sind. Für leichte Fahrlässigkeit trifft das bei den meisten Versicherungen zu, bei grober Fahrlässigkeit muss jedoch mit Abschlägen bei der späteren Zahlung gerechnet werden.

Bei Bedarf können einzelne Teile des Betriebsgrundstücks ebenso versichert werden wie das Inventar des Betriebs. In der Regel deckt die Feuerversicherung auch Schäden ab, die durch eine Brandstiftung verursacht wurden. Der Versicherungsschutz greift allerdings nicht, wenn die versicherte Person den Brand selbst ausgelöst hat.

Die Feuerversicherung deckt Schäden, die durch Brand (offenes Feuer), Blitzschlag, Explosion, Implosion oder den Anprall bzw. Absturz von Luftfahrzeugen entstehen. Die Schäden sind bis zur vereinbarten Deckungssumme versichert. Die Kostenübernahme umfasst dabei nicht nur die Beseitigung der Brandschäden selbst, sondern auch alle Ausgaben, die damit in Zusammenhang stehen.

Die Feuerversicherung übernimmt die Kosten für:
  • Aufräumarbeiten
  • Abbrucharbeiten
  • Sicherungsmaßnahmen auf dem betroffenen Gelände
  • Gutachter und Sachverständige

Absicherung sekundärer Schäden

Die Feuerversicherung kommt für Schäden am betrieblichen Eigentum auf. Zusätzlich können jedoch immense sekundäre Schäden entstehen, deren Beseitigung weitere Kosten verursachen. Dazu gehören beispielsweise der Feuerwehreinsatz, Rußschäden oder Löschwasserschäden. Ist eine Betriebsunterbrechung aufgrund des ausgebrochenen Feuers nötig, bis der Betrieb wieder reibungslos funktioniert, können diese Kosten über die Feuerversicherung abgerechnet werden oder man sichert das Risiko über eine separate Beriebsunterbrechungsversicherung ab. Vor allem die Kosten der Betriebsunterbrechung machen in der Regel einen erheblichen Anteil aus und sind deshalb auf jeden Fall in der Feuerversicherung zu berücksichtigen.

Mehr zur Betriebsunterbrechungsversicherung

Kosten der Feuerversicherung

Die Kosten einer reinen Feuerversicherung sind im Vergleich zur Gebäudeversicherung sehr viel geringer. Denn die Gebäudeversicherung deckt neben Feuer auch die Gefahren Sturm, Hagel und Leitungswasser ab.

Die Höhe der Versicherungsbeiträge für eine Feuerversicherung sind abhängig von verschiedenen Faktoren. Meist werden die Kosten der Feuerversicherung durch Tarifierung und eine Brandschutzbesichtigung ermittelt.

Weitere Kostenfaktoren
  • Betriebsart / Art der Nutzung
  • Bauliche Brandschutzmaßnahmen (z.B. Brandwände)
  • Abwehrende Brandschutzmaßnahmen (z. B. Sprinkleranlagen)
  • Gesamtfläche und Bauart des Objekts
  • Standort des Gebäudes (zur Ermittlung der Tarifzone)
  • Ausstattung
  • Gewählter Leistungsumfang
  • Versicherungssumme

Die Versicherungssumme wird vor Vertragsabschluss gemeinsam mit der Versicherung ermittelt. Hier können unter Umständen auch Sachverständige zum Einsatz kommen, die den Wert des Betriebsgebäudes schätzen.

Bei Neubauten sollte die Versicherungssumme mindestens dem Neuwert der Immobilie entsprechen. Bei älteren Gebäuden arbeiten Versicherer meist mit dem gleitenden Neuwert. So können Kostensteigerungen berücksichtigt werden, die im Verlauf der Jahre entstehen.

Das zu versichernde Gebäude wird anhand verschiedener Kriterien in eine Bauartklasse eingruppiert. Dazu zählen beispielsweise die Dacheindeckung oder die Bauweise der Außenwände.

Die Art der Nutzung bzw. des Gewerbes spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewertung des Risikos. Ein Silo in dem Getreide gelagert wird, stellt ein höheres Risiko dar, als eine Lagerhalle für Bürozubehör.

Feuerversicherung in der Steuer

Tipp: Versicherungsbeiträge können als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Die Kosten für die Feuerversicherung senken so den Unternehmensgewinn und reduzieren die Steuerlast.

Feuerversicherung im Test

Die Feuerversicherung wurde bisher nicht als eigenständige Absicherung für Industriebetriebe getestet. Das liegt vor allem daran, dass Gewerbeversicherungen meist sehr individuell an das jeweilige Unternehmen angepasst werden müssen. Dies ist auch bei der Feuerversicherung der Fall. Denn die Risiken sind je nach Art des Gewerbes unterschiedlich hoch.

Neben den Konditionen einer Versicherung spielen jedoch auch Merkmale wie Fairness und Leistungsbereitschaft eine Rolle bei der Suche nach dem passenden Anbieter.

Firmenversicherer im Fairness-Test 2018

Service Value hat 2018 eine Umfrage unter Gewerbetreibenden durchgeführt. Diese sollte die Frage beantworten, als wie fair die Unternehmer ihre Versicherungen einschätzen. Die Fragen drehten sich um die Bereiche Kundenberatung, Kundenkommunikation, Preis-Leistungs-Verhältnis, Schutz und Vorsorge sowie um die Qualität des Kundenservices.

Anhand von mehr als 1.200 Kundenurteilen ergibt sich folgendes Bild (Quelle):

Die Top-10 der fairsten Firmenversicherer 2018 (in alphabet. Reihenfolge)

Anbieter Ergebnis
Allianz sehr gut
Axa sehr gut
Debeka sehr gut
Continentale sehr gut
LVM sehr gut
Provinzial sehr gut
Sparkassenversicherung sehr gut
Württembergische sehr gut
Arag gut
Concordia gut

Feuerversicherung im Vergleich – So gehen Sie vor

Die Feuerversicherung wird wie andere Gewerbeversicherungen auch individuell auf das jeweilige Unternehmen angepasst. Hier spielt die Risikobewertung der Versicherer eine große Rolle. Diese kann sich je nach Versicherungsunternehmen unterschieden, sodass die Beiträge unterschiedlich hoch kalkuliert werden.

Hinzu kommen Unterschiede im Leistungsumfang. Einige Versicherer behalten sich das Recht vor, jeden Schadensfall auf das Vorliegen von Fahrlässigkeit zu prüfen. Dies kann zu unangenehmen Verzögerungen bei der Leistungserbringung führen. Empfehlenswerte Tarife decken zumindest leichte Fahrlässigkeit als Schadensursache ab.

Obliegenheiten in der Feuerversicherung

Im gewerblichen Bereich ist das Risiko von Bränden häufig sehr hoch und auch die Auswirkungen können sehr weitreichend sein, daher müssen Unternehmen meist umfangreiche Obliegenheiten (Vorgaben des Versicherers) erfüllen.

Typische Verpflichtungen des Versicherungsnehmers:

  • Elektrische Anlagen müssen einmal im Jahr von Sachverständigen geprüft werden.
  • Es sind individuelle Sicherheitsvorkehrungen, wie z. B. der Einbau von Sprenkleranlagen und Feuermeldern zu treffen.

Feuerversicherung bei Wohngebäuden

Im privaten Bereich spielt die Feuerversicherung keine Rolle mehr, da die Gefahr Feuer über die Wohngebäudeversicherung versichert wird.

Achtung: Werden bauliche Änderungen an der Immobilie vorgenommen (z. B. An- und Umbauten) müssen diese der Versicherung gemeldet werden. Sonst kann sich die Versicherung im Schadensfall auf die Verletzung der vertraglichen Anzeigepflichten berufen und die Zahlung verweigern.

Mehr zur Wohngebäudeversicherung
Feuerversicherung für den Rohbau eines Wohnhauses

Mit der Feuer-Rohbauversicherung wird ein Immobilien-Rohbau während der Bauphase (von Baubeginn bis -ende) versichert. Gedeckt sind Schäden durch Feuer, Brand, Blitzschlag und Explosion. Schäden durch Leitungswasser sind ausgeschlossen.

Einige Versicherer bieten die Absicherung beitragsfrei an, wenn nach Fertigstellung des Gebäudes eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen wird. Diese deckt dann auch die Gefahren Leitungswasser, Sturm, und Hagel.

Wird der Hausbau über eine Bank finanziert, ist der Abschluss einer Feuer-Rohbauversicherung häufig Bedingung für den Erhalt eines Kredites.

Mehr zum Thema Kredite

Mieter brauchen keine Feuerversicherung

Wer zur Miete wohnt, benötigt keine eigene Feuerversicherung, da diese im Rahmen der Wohngebäudeversicherung vom Eigentümer des Hauses abgeschlossen wird.

Um seine Besitztümer gegen Brandschäden abzusichern, sollten Mieter jedoch eine Hausratversicherung abschließen.

Mehr zur Hausratversicherung
Die Entwicklung der Feuerversicherung

Die Feuerversicherung ist eine der ältesten Versicherungen. Im späten Mittelalter fingen die Menschen an sich zu Feuerschutzvereinen zusammenzuschließen. Denn die Auswirkungen von Bränden waren verheerend. Gegen Ende 18. Jahrhunderts wurden Feuer- und Brandkassen sowie Feuersozietäten gegründet. Hinzu kamen öffentlich-rechtliche Feuerversicherungsanstalten.

Noch bis zum Jahr 1994 war eine Feuerversicherung für die Eigentümer von Immobilien eine Pflichtversicherung. Wer bis zum damaligen Zeitpunkt eine Immobilie besaß, musste sie auch gegen die Zerstörung durch einen Brand oder Blitzschlag versichern lassen. Heute gilt diese Versicherungspflicht nicht mehr – weder für Privatpersonen noch für Gewerbetreibende.

Dessen ungeachtet ist die Feuerversicherung von großer Bedeutung, damit man bei einem Brand nicht vor dem finanziellen Ruin steht, wenn das Betriebsgebäude und wichtige Anlagen und Maschinen zerstört sind.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.06.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
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