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Direkt­versicherung

Wie können Unternehmen mit Direktversicherungen Fachkräfte langfristig binden und gleichzeitig sparen?
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Direktversicherung ist eine Form der betrieblichen Altersvorsorge (bAV).
  • Dank der Entgeltumwandlung sparen Arbeitnehmer und Arbeitgeber Steuern und Sozialabgaben. Die Auszahlung muss in der Rentenphase jedoch versteuert werden.
  • Angestellte profitieren von Direktversicherungen, wenn ihr Unternehmen Beiträge hinzusteuert und sie ihrer Stelle lange treu bleiben. Firmen können so ihren langfristigen Bedarf an Fachkräften sicherstellen.
  • In unabhängigen Tests zu Direktversicherungen erhielten unter anderem die Versicherer Allianz, Europa und Continentale für ihre Tarife sehr gute Noten (IVFP, 2018).

Was ist eine Direktversicherung?

Eine der sechs Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ist die Direktversicherung. Hier läuft die bAV nicht intern, sondern über eine dritte Partei. Der Arbeitgeber schließt für seine Mitarbeiter eine der folgenden Absicherungen ab:

  • klassische Kapitallebensversicherung
  • Rentenversicherung
  • fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung, bei der ein Teil der monatlichen Sparbeiträge in Aktienfonds angelegt wird.

Im Gegensatz zu anderen Formen der bAV hält sich der Aufwand bei der Direktversicherung in Grenzen. Deshalb wählen diese viele kleine und mittelgroße Unternehmen. Sie sind meist für den Abschluss von Einzel- oder Gruppenverträgen ihrer Mitarbeiter verantwortlich. Bei Gruppen profitiert der Arbeitgeber oft von Rabatten, da der Versicherer mehrere Verträge gleichzeitig verkaufen kann. Wenn man von einer Entgeltumwandlung und etwaigen Arbeitgeberwechseln, ist die Direktversicherung das beste Modell für den Arbeitnehmer, so unser Experte für betriebliche Altersversorgung Stephan Seidenfad.

… mehr zur betrieblichen Altersvorsorge
Unser Service für Sie
Wenn Sie Ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge anbieten möchten, können Sie sich an uns wenden. Wir bieten Ihnen für jeden Durchführungsweg der bAV sowie über PensionCare die reine Verwaltung von bestehenden Unternehmensversorgungen an. Wir stehen Ihnen mit unserem Service zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns!

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Wie funktioniert die Direktversicherung?

Der Arbeitgeber ist bei der Direktversicherung Versicherungsnehmer und Beitragszahler – er überweist also für seinen Mitarbeiter (versicherte Person) Beiträge. Bei der Versicherungswahl sollte der Arbeitgeber auch die Abschluss- und Verwaltungskosten im Auge behalten und sich diese transparent aufschlüsseln lassen.

BERATER-TIPP

»Man tut niemandem einen Gefallen, wenn man in seiner Firma alles zulässt. Das raubt gute Chancen auf Kollektivrabatte, verstärkt die Verwaltung und jagt die Haftung in die Höhe.«

Die Beiträge zur Direktversicherung

Die Beiträge können auf unterschiedliche Weisen finanziert werden:

  • Nur der Arbeitnehmer finanziert die Beträge aus dem Bruttogehalt.
  • Nur der Arbeitgeber zahlt die Beiträge – beispielsweise über eine Gehaltserhöhung.
  • Beide zahlen Beiträge für die Direktversicherung.

Die Beitragshöhe ist dabei nicht festgelegt. Sie kann auch nachträglich gesenkt oder erhöht werden. Finanziert ein Arbeitnehmer die Direktversicherung, passiert dies über die Entgeltumwandlung. Damit profitieren Arbeitgeber- und Arbeitnehmer von Ersparnissen bei den Steuern und Sozialabgaben.

… mehr zur Entgeltumwandlung
Direktversicherungen: Mehr Rendite mit Fonds

Beim Abschluss einer Direktversicherung sollte sich ein Arbeitgeber Gedanken machen, ob für ihn eine Kapitallebensversicherung, Rentenversicherung oder fondsgebundene Lebensversicherung infrage kommt.

Während Niedrigzinsphasen ist die Rendite bei Versicherungen ohne Fonds gering. So liegt der Garantiezins 2020 nach Abzug der Kosten bei 0,9 Prozent pro Jahr. Für den Arbeitgeber lohnt sich dies nur, wenn sein Arbeitnehmer mitzahlt. Mehr Rendite sind da bei Fonds drin, vor allem bei langer Laufzeit. Allerdings ist das Risiko vor Zinsverlusten auch höher.

… mehr zum Thema Geld anlegen

Welche Leistungen bietet die Direktversicherung?

Bei Eintritt des Rentenalters werden die Leistungen als lebenslange Rente oder als einmalige Kapitalauszahlung fällig. Arbeitnehmer können sie ab dem 62. Geburtstag in Anspruch nehmen oder bei vor dem 1. Januar 2012 abgeschlossenen Verträgen ab dem 60. Geburtstag. Die Höhe der Zahlungen hängen von den eingezahlten Beiträgen sowie von der Beitragsdauer ab.

Möglich sind bei vielen Versicherungen gegen Mehrkosten auch weitere Zusatzleistungen, wie eine Berufsunfähigkeitsvorsorge.

… mehr zum Thema Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge

Die Einkünfte werden im Versorgungsfall versteuert. In den meisten Fällen sind die Steuern im Alter allerdings niedriger als im Erwerbsleben. Auf die Leistungen aus der Direktversicherung müssen gesetzlich Versicherte oder freiwillig gesetzlich Versicherte zudem Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.
Im Todesfall des Versicherten werden Leistungen in der Regel an die Hinterbliebenen ausbezahlt.
Rente ist bei der Direktversicherung geschützt

Direktversicherungen unterliegen der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Geht der Arbeitgeber Pleite, ist die Altersvorsorge bei der Direktversicherung geschützt. Der Lebensversicherer übernimmt dann die bAV. Er steht also weiterhin für die Zusage ein. Theoretisch müsste der Arbeitgeber die vereinbarten Leistungen erbringen, wenn die Versicherung Insolvenz anmeldet. Tatsächlich führt die Auffanggesellschaft Protektor die bestehenden Verträge fort.


Welche Vorteile hat die Direktversicherung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?

Für den Arbeitgeber

Für Beiträge, die die Mitarbeiter in die Direktversicherung einzahlen, sparen Arbeitgeber rund 20 Prozent Sozialabgaben. Gewährt ein Unternehmen statt einer Lohnerhöhung einen Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge, reduzieren sich seine Sozialabgaben noch mehr.
Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter mit einer Direktversicherung motivieren und sie langfristig an das Unternehmen binden. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein geschickter Schachzug.
Im Gegensatz zu anderen Formen der bAV hält sich der administrative Aufwand in Grenzen, da die Verwaltung eine Versicherung übernimmt.

Für den Arbeitnehmer

  Die Arbeitnehmer-Beiträge der Direktversicherung sind bis zu einer gewissen Grenze steuer- und sozialabgabenversicherungsfrei. Erst im Alter müssen die Auszahlungen der bAV versteuert werden, in der Regel aber zu einem niedrigeren Satz.
Die Direktversicherung lohnt sich bei einer Niedrigzinsphase für den Arbeitnehmer vor allem dann, wenn der Arbeitgeber Beiträge zuschießt. Mindestens 20 Prozent zu den Arbeitnehmer-Beiträgen oder mehr sollten es sein. Ab 2022 sind Arbeitgeber sowieso verpflichtet, Mitarbeitern 15 Prozent ihres Beitrages hinzuzusteuern. Für neu abgeschlossene Verträge gilt diese Pflicht schon ab dem 1. Januar 2019.
Die Einzahlungen des Arbeitsnehmers sind sicher – im Fachjargon auch unverfallbar genannt. Das gilt auch bei einem Wechsel der Arbeitsstelle. Arbeitgeberbeiträge sind gesichert, wenn der Mitarbeiter mindestens drei Jahre im Unternehmen bleibt und beim Austritt mindestens 21 Jahre alt ist. Gewisse Arbeitgeber sichern ihrem Arbeitnehmer schon von Anfang an eine Unverfallbarkeit zu. Die Vertragsdetails sind entscheidend.
Die Direktversicherung lohnt sich vor allem bei seltenem Jobwechsel. Dann kann sie auf den neuen Arbeitgeber übertragen werden, sofern dieser zustimmt. Alternativ können Versicherte ihr Guthaben auch auf einen neuen Vertrag übertragen oder den alten Vertrag ruhen lassen.
Bei Arbeitslosigkeit hat ein Mitarbeiter weiterhin Anspruch auf die Betriebsrente. Zudem werden Ansprüche aus der bAV, die per Gesetz nicht verfallen können, grundsätzlich nicht auf das Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angerechnet.

Welche Nachteile hat die Direktversicherung?

Ist ein Rentner gesetzlich krankenversichert, muss er die vollen Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Das heißt, er muss für den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil aufkommen.
Die Entgeltumwandlung reduziert den Bruttolohn des Arbeitnehmers. Auf dieser Grundlage werden die Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung wie Renten- oder Arbeitslosenversicherung berechnet. Es ist also möglich, dass ein Angestellter so weniger Arbeitslosengeld oder gesetzliche Rente erhält.
Die Direktversicherung lohnt sich nicht unbedingt für Arbeitnehmer, die häufig ihren Job wechseln. So erhalten sie oft die Arbeitgeber-Beiträge erst nach drei Jahren nach der Rentenzusage. Auch müssen sie mit schlechteren Konditionen oder gar zusätzlichen Kosten rechnen, wenn sie Guthaben aus der Direktversicherung auf den neuen Vertrag übertragen. Da sind andere Formen der Altersvorsorge wie die Riester-Rente empfehlenswerter.
Wird die Direktversicherung in Form einer klassischen Kapitallebensversicherung oder Rentenversicherung abgeschlossen, ist gerade während Niedrigzinsphasen der Garantiezins sehr gering. Bei der fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung sind mehr Rendite drin. Allerdings ist diese nicht garantiert.
Die Versicherungsunternehmen verlangen Gebühren und Verwaltungskosten. Diese sind unterschiedlich noch. Es ist durchaus möglich, dass die Beitragszahlungen aus den ersten Jahren nicht in die Altersvorsorge fließen. Arbeitgeber können jedoch für ihre Angestellten einen Gruppentarif aushandeln, was die Kosten reduziert.
Die Verträge schließen die Arbeitgeber mit der Versicherung ab. Oft ist es für Angestellte deshalb schwer zu erkennen, wie die Konditionen bei der Direktversicherung genau aussehen. Die Versicherung hat keine Pflicht, ihnen die genauen Kosten bei Abschluss nachzuweisen. Angestellte müssen gezielt danach fragen.

Welche Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten auf eine Direktversicherung setzen?

Für welche Arbeitnehmer lohnt sich die Direktversicherung?

Direktversicherungen sind vor allem dann empfehlenswert, wenn der Arbeitgeber mindestens 20 Prozent zum Arbeitnehmer-Beitrag hinzugibt. Zahlt der Angestellte bei geringem Zins seine Beiträge alleine, ist die Gefahr groß, dass er im Alter nicht sein ganzes eingezahltes Geld wiederbekommt. Denn auf die spätere Rente müssen viele Sparer hohe Abgaben zu den gesetzlichen Krankenversicherungen leisten. Auch müssen sie aufgrund der Entgeltumwandlung mit einer geringeren gesetzlichen Rente rechnen. Ab 2022 sind Arbeitgeber sowieso verpflichtet, Mitarbeitern 15 Prozent ihres Beitrages hinzuzusteuern. Für neu abgeschlossene Verträge gilt diese Pflicht schon ab dem 1. Januar 2019.

Für welche Arbeitgeber lohnt sich die Direktversicherung?
Arbeitgeber können mit Direktversicherungen  Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, Lücken in der gesetzlichen Rentenversicherung zu schließen. Dabei hält sich der Aufwand des Unternehmens in Grenzen, da der größte Teil der Administration ausgelagert wird.

Was passiert beim Stellenwechsel?

Kündigt ein Arbeitnehmer bei einem Unternehmen, verfallen seine eingezahlten Beiträge nicht. Bei einer arbeitgeberfinanzierten Direktversicherung besteht ein Leistungsanspruch, sobald die Fristen der Unverfallbarkeit erfüllt sind. 

Die Mitnahme der Direktversicherung ist gesetzlich geregelt. Der Arbeitnehmer kann den Vertrag auf seinen neuen Arbeitgeber oder sein angespartes Kapital auf eine neue Direktversicherung übertragen. Kündigen kann er die Direktversicherung grundsätzlich nicht. Die Beträge können aber auf ruhend gesetzt werden. Nur wenn noch nicht viel angespart wurde und die spätere Rente sehr gering ausfallen würde, können sich Versicherte allenfalls abfinden lassen.

Auch eine private Fortführung der Direktversicherung ist mit einer sogenannten reduzierten Beitragspflicht möglich. Auf den Teil der späteren Betriebsrente, der aus privaten Mitteln finanziert wurden, entfallen die Beträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

… mehr zur betrieblichen Altersvorsorge beim Jobwechsel

Direktversicherungen im Test 2018

Viele Versicherer bieten Direktversicherungen an. Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung hat im März 2018 die Tarife von 48 Versicherungsunternehmen geprüft. Meistens hatten diese nur einige der sechs geprüften Produktkategorien im Angebot (Quelle). In jeder Kategorie wurden Anbieter mit der Note „sehr gut“ bewertet. Folgende dürfen sich mit dieser Bewertung schmücken:

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • Continentale
  • Europa
  • Hannoversche
  • Provinzial NordWest
  • R+V
  • Stuttgarter

Das sind die Testsieger nach Produktkategorien:

ProduktkategorieAnbieterTarifGesamtnote
klassisch BoLzEuropa

Continentale

Betriebliche Rentenversicherung – Direktversicherung

Rente Classic – Direktversicherung

1,3
Klassik Plus BoLzAllianzDirektversicherung Perspektive1,0
fondsgebunden BzMIAllianzDirektversicherung InvestFlex1,0
fondsgebunden BoLzAllianzDirektversicherung InvestFlex1,0
ComfortAllianzDirektversicherung KomfortDynamik1,0
IndexAllianzDirektversicherung IndexSelect (Plus)1,1
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Direktversicherung: Angebote vergleichen und fachliche Beratung nutzen

Bevor sich ein Arbeitgeber für eine Direktversicherung entscheidet, lohnt sich ein Vergleich mit den anderen fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) – eine Übersicht finden Sie hier. Neben den Direktversicherungen sind folgende Wege möglich:

Ist klar, dass eine Direktversicherung für Ihr Unternehmen infrage kommt, dann informieren Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten. Wichtig ist es auch, bei den Anbietern auf die Abschlusskosten und Gebühren zu achten. Wenn Sie eine persönliche Beratung bevorzugen, können Sie sich an uns wenden. Unsere Spezialisten helfen Ihnen, die beste Lösung für Ihr Unternehmen zu finden. Kontaktieren Sie uns unter 030 – 120 82 82 8 oder unter kontakt@transparent-beraten.de.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 04.06.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Maja Sommerhalder
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