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Gefährliches Hobby und Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung

Bestimmte Extrem­sportarten können zur Ablehnung führen, einige Sport­arten sind jedoch problemlos versicherbar
Das Wichtigste in Kürze
  • Gefährliche Hobbys können in der Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung (BU) zu Risiko­aufschlägen oder zur Ablehnung führen.
  • Typische Beispiele für gefährliche Hobbys umfassen Extrem­sportarten, Auto­rennen oder bestimmte Kampf­sport­arten.
  • Versicherte können bestimmte Hobbys auch von der BU ausschließen. Bei Berufs­unfähig­keit infolge dieses Hobbys besteht kein Anspruch auf eine BU-Leistung.
  • Angaben zu gefährlichen Hobbys müssen ehrlich und lückenlos sein. Versicherer achten im Leistungsfall auf sämtliche Einzelheiten.
  • Mit einer Risiko­voranfrage lässt sich abschätzen, ob mit Risiko­zuschlägen oder Ablehnung zu rechnen ist.
  • Eine Nach­melde­pflicht für nach Versicherungs­antritt aufgenommene Hobbys liegt nicht vor.

Hobbys als Risiko­faktor in der Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung

Wer eine Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung bzw, Arbeitsunfähigkeitsversicherung abschließen will, stellt sich die Frage, welche seiner Hobbys in welchem Umfang als riskant gelten und welche Konsequenzen dies für die Versicherung hat. Nicht nur das Hobby selbst kann Ursache dafür sein, dass Versicherer Aufschläge verlangen oder gar den Antrag auf BU ablehnen. Art und Umfang, indem Versicherte der Frei­zeit­akti­vität nachgehen, sind ausschlag­gebend. Beispielsweise sind Bergsteigen und Tauchen Hobbys, bei denen konkrete Angaben zur Tauchtiefe oder zum bevorzugten Bergsteige-­Terrain für Versicherer maßgeblich sind.

Hobbys und Frei­zeit­akti­vitäten in der BU
Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen:

  • ohne Aufschlag mit­versicher­baren Hobbys
  • mit Risiko­zuschlag versicher­baren Hobbys und
  • nicht versicher­baren Hobbys
Typischer­weise sind Sportarten mit überschau­barer Verletzungs­gefahr problemlos und ohne Risiko­zuschlag mitversicherbar. Dazu gehören Wandern, Schwimmen oder viele Ball­sport­arten wie Fußball oder Volleyball.
Aufschläge fallen bei Hobbys an, die eine erhöhte Verletzungs­gefahr aufweisen. Dazu gehören etwa wettkampf­mäßig ausgeübte Kampf­sport­arten, Radrennen oder Tauchen. Auch Bergwandern, Bergsteigen oder Klettern im Outdoor-­Bereich gehören dazu. Bei Hobbys wie Fall­schirm­springen oder Drachen­fliegen können Risiko­zuschläge von bis zu 100 Prozent anfallen.
Bestimmte Hobbys sind aufgrund ihres unabschätzbaren Risikos nicht versicherbar. Wer etwa Autorennen fährt, Hochsee­angeln betreibt oder ohne Absicherung Bergsteigen geht, kann auf eine Ablehnung der Versicherer stoßen. Auch Höhlen­tauchen oder Canyoning sind Extrem­sportarten, die unter hoher Wahrschein­lichkeit zur Ablehnung führen.
… mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Gefährliche Hobbys im BU-Antrag: So gehts

Versicherer legen Wert auf ehrliche und lückenlose Angaben beim Antrag. Dies umfasst auch genaue Angaben zu möglicherweise riskanten Hobbys. Im Leistungs­fall prüfen Sach­verständige exakt die Korrektheit der Angaben. Ehrliche Antworten sind daher Voraussetzung für die Inanspruch­nahme der Versicherungs­leistungen. Ebenso ist es nicht sinnvoll, bestimmte Angaben zu verschweigen, die eine private Gefahr darstellen können.

Ver­sicherungs­gesell­schaften wollen daher detailliert wissen, welchem Hobby Versicherte in welchem Umfang nachgehen. Wer etwa häufiger auf Auslands­reisen ist, um an Wettkämpfen teilzunehmen, erfährt eine andere Behandlung als jemand, der das gleiche Hobby im unmittelbaren Umkreis von zu Hause ausübt. Versicherer verfügen über umfassende Frage­bögen, in denen genaue Angaben zum Hobby möglich sind.

Das fragen Versicherer im Antrag ab
Angaben zu besonderen Gefahren
Sind Sie in der Freizeit besonderen Gefahren ausgesetzt (z.B. Wettfahrten, Motorsport, Flugsport, Fall­schirm­springen, Wasser-/Tauchsport, Kampfsport, Berg-/Klettersport, Pferdesport, Radsport, Fun-/Extremsport, Leistungs-/Profisport)? Bitte ggf. entsprechenden Fragebogen beifügen.“
Bei vielen Hobbys liegt es im Ermessen des Risiko­managements der Versicherer, ob und unter welchen Risiko­aufschlägen sie eine Versicherung anbieten. Gerade bei Hobbys wie Tauchen, Bergsteigen und Klettern fragen sie daher exakt nach. Dem Antrag zur BU muss dann der entsprechende, gesonderte Fragebogen ausgefüllt und eingereicht werden. Der Versicherer erkundigt sich darin über die Orte, die Sicherungen, das Equipment und die Häufigkeit, in der Kunden dem Hobby nachgehen. Bergwanderungen ohne steile Aufstiege, Klettern im Indoor-­Bereich oder auch Klettern mit Sicherungen bis zum Grad 3 versichern die meisten Anbieter ohne Risiko­zuschlag.

Risiko­prüfung in der Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung und ihre Konsequenzen

Beim Abschluss einer BU ist die Durchführung einer umfassenden Risiko­prüfung der Standard bei den Ver­sicherungs­gesell­schaften. Dies umfasst neben regulären BU-Gesundheitsfragen auch sämtliche Frei­zeit­akti­vitäten der Versicherten. In Abhängigkeit des Risikos, von dem Versicherer ausgehen, kann es zu Risiko­zuschlag, Ausschluss vom Versicherungs­schutz oder sogar zur Ablehnung des Versicherungs­antrags kommen.

Der Risiko­zuschlag entspricht einer prozentualen Erhöhung des regulären Versicherungs­beitrags. Diese Höhe ist vor Vertrags­abschluss zu bestimmen sowie schriftlich zu fixieren.

Risiko­zuschläge sind nicht nur bei gefährlichen Hobbys, sondern auch bei gesund­heitlichen Beschwerden oder bei besonders riskanten Berufen mit hoher Verletzungs­gefahr üblich.

Ein Ausschluss definiert bestimmte Voraussetzungen, unter denen der Versicherungs­schutz nicht greift und keine Versicherungs­leistungen gezahlt werden. Versicherer können Ausschlüsse im eigenen Ermessen selbst festlegen.

Einige Ausschlüsse sind in BU-Verträgen standardmäßig vorgesehen. Dazu gehören etwa Berufs­unfähig­keit infolge von Krieg, Kern­energie oder fehl­geschlagenem Selbstmord. Nach individueller Situation formulieren Versicherer Ausschlüsse infolge von Vorer­krankungen, Berufs­risiken oder riskanten Hobbys.

Die vollständige Ablehnung des Versicherungs­vertrags ist Folge eines als unverhältnis­mäßig eingestuften Risikos. Eine Versicherung wird Kunden den Vertrag verweigern, wenn die Wahr­schein­lichkeit einer eintretenden Berufs­unfähig­keit als zu hoch einstuft. Die Ursache kann in besonders riskanten Berufen (z. B. Soldat oder Sprengmeister) liegen oder in besonders riskanten Frei­zeit­be­schäf­ti­gun­gen.
BERATER-TIPP

»Sind Sie in der Vergangenheit einem gefährlichen Hobby nachgegangen, das Sie aber mittlerweile aufgegeben haben, müssen Sie dieses natürlich nicht in der Risikoprüfung angeben.«

Risiko­zuschlag bedeutet höhere BU-Beiträge

Während gefährliche Hobbys Risiko­aufschläge nach sich ziehen, kann die Höhe dieser Zuschläge stark variieren. Beitrags­erhöhungen von 50 Prozent bis zu 100 Prozent sind möglich. Kampfsport wie Boxen oder Kickboxen ist etwa mit Beitrags­zuschlägen von 100 Prozent verbunden, kann aber auch zur Ablehnung des Antrags führen. Für Sportarten wie Radrennen oder Eishockey sind Risiko­zuschläge von 50 Prozent geläufig.

Ausschlüsse als Alternative zu hohen Beiträgen

Wer ein riskantes Hobby ausübt, jedoch keine Risiko­zuschläge zahlen will, hat aber auch die Möglichkeit, das Hobby aus dem Versicherungsschutz auszugliedern. Ist das Hobby im Vertrag exkludiert, so können Versicherte dieser Frei­zeit­be­schäf­ti­gun­g nachgehen, ohne mit Mehrkosten zu rechnen.

In diesem Falle ist alles versichert, bis auf das ausgeschlossene Hobby. Wenn nun aber ein Unfall im Zusammen­hang mit diesem Hobby zur Berufs­unfähig­keit führt, ist die Versicherung nicht in der Leistungs­pflicht und zahlt somit keine Berufs­unfähig­keits­rente. Die Leistungs­pflicht infolge von Schäden durch andere Tätigkeiten bleibt jedoch davon unberührt.

Ablehnung bei der Antragstellung ver­mei­den?

Da Versicherer die Risiken von Hobbys und Freizeit­gestaltungen verschieden­artig bewerten, sind vorherige Risiko­voranfragen sinnvoll. Diese erfolgen meist anonym und dienen dazu, die Wahr­schein­lichkeit der Risiko­aufschläge oder einer Ablehnung abzuschätzen.

Bei der Voranfrage helfen z. B. unsere speziali­sierten Versicherungs­berater. Diese verfügen über das Wissen und die Erfahrung, trotz gefährlichem Hobby eine optimale Versicherung für Sie zu finden. Zu diesem Zwecke schicken sie eine Risiko­anfrage an mehrere Versicherungs­gesell­schaften. Die Anfragen basieren auf genauen Daten zu Risiko­faktoren wie gesund­heitlichen Befunden oder Hobbys. Anschließend erstellen die Versicherer Angebote für die BU. Hierbei kommt es vor, dass ein bestimmter Versicherer auf die gleiche Anfrage mit einem Ausschluss oder dem Verlangen eines Risiko­zuschlags reagiert und ein anderer nicht.

Das Besondere an diesen Vorab-Risiko­anfragen ist, dass persönliche Angaben anonymisiert sind. Name, Anschrift oder Geburts­datum sind entsprechend in der Risiko­voranfrage geschwärzt und lassen keinen Rückschluss auf den Versicherten oder Interessenten zu. Es kommt vor, dass sich Versicherungs­träger weigern, anonymisierte Voranfragen zu beantworten oder zu bearbeiten. In diesen Fällen können unsere BU-Experten die Anfragen auch unter Angabe der Daten an Versicherer weiterleiten. Hierbei lassen sich Verein­barungen mit den Versicherungs­unternehmen treffen, diese Daten nicht an andere Firmen weiter­zuleiten. Eine alternative Vorgehens­weise ist eine Risiko­voranfrage unter Verwendung eines Pseudonyms.

… mehr zur Risikovoranfrage zur BU

Benötigen Sie Hilfe? Unsere Experten helfen
Wenn Sie einer der genannten Hobbys nachgehen und sich nicht sicher sind, wie sich dieses auf Ihren Antrag auf Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung auswirkt, dann wenden Sie sich gern an uns. Unsere BU-Experten kennen den Markt und die verschiedenen BU-Tarife und helfen Ihnen mit einer ausführlichen BU-Beratung, die passende Absicherung zu finden. Gern können Sie über uns eine anonyme Risikovoranfrage stellen lassen. Sie erreichen uns unter 030 120 82 82 8 oder unter kontakt@transparent-beraten.de. Nutzen Sie auch unser kostenfreies Vergleichsformular.

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Nachmelde­pflicht: Was, wenn ich erst später ein gefähr­liches Hobby aufnehme?

Es kann vorkommen, dass Versicherte ein gefährliches Hobby erst nach Versicherungs­antritt bzw. nach Antrag­stellung für sich entdecken. Ebenso ist es vorstellbar, dass Versicherte ein Hobby im Laufe der Vertrags­laufzeit aufgeben. Eine Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung läuft oftmals über mehrere Jahre oder Jahr­zehnte. Während dieser Zeit sind viele Änderungen möglich, auch und insbesondere im Freizeit­bereich.

Versicherer verzichten auf eine Nachmeldung möglicher neuer und riskanter Hobbys. In der Versicherungs­praxis sind diese Tätigkeiten dann automatisch im laufenden Vertrag mitversichert. Der abgeschlossene Vertrag bleibt über die gesamte Vertrags­laufzeit gültig, so lange die Angaben zum Zeitpunkt der Antragstellung korrekt und vollständig waren. Nichts­desto­trotz sollten die Vertrags­bedingungen der BU gründlich überprüft werden, bevor der Vertrag unterschrieben wird.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.08.2020 aktualisiert.
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Mario Müller
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