Sozialpartner­modell

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Diese Vorteile bietet Ihnen das Sozialpartner­modell und so gelingt Ihnen die Einführung in Ihr Unternehmen.

Inhalt dieser Seite
  1. So funktioniert das Sozialpartner­­modell
  2. Leistungen des Sozialpartner­­modells
  3. Vorteile und Nachteile
  4. Wann lohnt sich dieses Modell?
  5. Aktuelle Testergebnisse
  6. bAV Vergleich für Unternehmen
  7. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Das Sozialpartner­modell ist der jüngste Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge (bAV).
  • Beim Sozialpartner­modell vereinbaren Unternehmen mit den Gewerkschaften eine Zielrente für den Arbeitnehmer.
  • Für die Erfüllung dieser Zielrente haften weder Arbeitgeber noch die Vorsorge­einrichtung. Dadurch soll sich die Anlage­ der Beträge flexibler gestalten und mehr Rendite erwirtschaftet werden.
  • Durch das Sozialpartner­modell soll die bAV vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen attraktiver werden.

Wie funktioniert das Sozialpartner­modell?

Das Sozialpartner­modell ist der jüngste „Durchführungsweg“ der betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Es wird auch Nahles-Rente genannt, nach der einstigen Arbeits­ministerin Andrea Nahles (SPD). Es ist das Herzstück des Betriebs­rentenstärkungsgesetz (BRSG), das seit Anfang 2018 in Kraft ist. Beim BRSG hatte Nahles die Federführung.

Bei den „Sozialpartner­n“ handelt es sich um die Tarifparteien Arbeitgeber und Gewerkschaften. Alle Unternehmen, die einem Tarifvertrag verabschieden, können vom Sozialpartner­modell Gebrauch machen. Es können auch nichttarifgebundene Arbeitgeber diese Form der bAV vereinbaren. Voraussetzung dafür ist aber eine entsprechende Öffnungsklausel im Tarifvertrag. Eine gesetzliche Verpflichtung besteht jedoch nicht.

Wie gestalten sich die Beiträge im Sozialpartner­modell?

Der Arbeitgeber zahlt für seine Angestellten einen vertraglich vereinbarten Beitrag an eine Vorsorge­einrichtung oder Versicherung. Die Vorsorge­einrichtung kann von den Tarifparteien getragen und organisiert werden. Alternativ kann die Durchführung auch über eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder Direkt­versicherung erfolgen. Entscheidend ist, dass sich die Sozialpartner­ auf eine bestimmte Vorsorge­einrichtung verständigt haben. Zudem müssen die Mitwirkungsrechte der Tarifpartner sichergestellt sein.

Wer zahlt die Beiträge und wie hoch sind diese?

Die Beiträge müssen laut Gesetz in einem separaten Anlage­stock oder Sicherungsvermögen angelegt werden. Zudem dürfen für die Leistungen aus diesen Beiträgen keine Garantien zugesagt werden. Die Beiträge können auf unterschiedliche Weisen finanziert werden:

  • Nur der Arbeitgeber finanziert die Beiträge – beispielsweise über eine Gehaltserhöhung.
  • Nur der Arbeitgeber finanziert die Beiträge – beispielsweise über eine Gehaltserhöhung.
  • Beide zahlen die Beiträge.

Die Beitrags­höhe sollte die geförderten Höchstbeträge nicht überschreiten. Sie kann auch nachträglich gesenkt oder erhöht werden. Finanziert ein Arbeitnehmer das Sozialpartner­modell, passiert dies über die Entgeltumwandlung. Darauf haben alle Arbeitnehmer, Arbeiter, Angestellte, Auszubildende, Mitglieder des Vorstands einer AG sowie Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH Anspruch.

Entgeltumwandlung einfach erklärt

Sozialpartner­modell: Der wichtigste Unterschied

Beim Sozialpartner­modell wurde eine reine Beitrags­zusage eingeführt. Damit zahlt der Arbeitgeber für seinen Arbeitnehmer lediglich vertraglich vereinbarte Beiträge an die Versorgungseinrichtung. Diese Beiträge werden zu einer sog. Zielrente bestimmt –  also eine bestimmte Summe, die er später erhalten soll. Für die Erfüllung einer bestimmten Leistung haften anders als bei den anderen Formen der bAV weder der Arbeitgeber noch die Versorgungseinrichtung. Auch können die späteren Leistungen nur als lebenslange Rente und nicht als Kapital ausgezahlt werden.

Alle Durchführungswege der bAV im Überblick

Das Sozialpartner­modell in Kürze

Art der BeiträgeArbeitgeber über Zuwendungen (keine Pflicht), Arbeitnehmer-Beiträge über Entgeltumwandlung.
Leistungen im AlterAls lebenslange Rente, Kapitalauszahlung ist in der Regel nicht möglich.
BesonderheitWeder der Arbeitgeber noch die Vorsorge­einrichtung haften für eine bestimmte Rentenhöhe.
Geeignet fürArbeitgeber, die sich von ihrer Haftung befreien wollen. Arbeitnehmer, die sich eine höhere Rendite bei der Altersvorsorge erhoffen.
Staatliche FörderungDie Beiträge sind bis zu einer gewissen Grenze sozial­versicherungs­frei und unbegrenzt steuerfrei.
Versteuerung im AlterZahlungen müssen während Rente nachträglich versteuert werden.
Optimale Beitrags­höheDie Beiträge sollten die Grenze der steuerlichen Förderungen nicht überschreiten.
Nachträgliche Änderung der Beitrags­höheBeträge können gesenkt oder erhöht werden.
Private WeiterführungIn der Regel nicht möglich.
KündigungKündigung ist in der Regel nicht möglich, Beiträge können aber auf ruhend gesetzt werden.
Absicherung von Invalidität oder TodesfallGegen einen Aufpreis können diese Risiken abgesichert werden.

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Was leistet das Sozialpartner­modell?

Die betriebliche Altersrente wird in der Regel frühestens ab dem 62. Geburtstag ausgezahlt. Für die Höhe gibt es im Gegensatz zu anderen Formen der bAV keine Garantie. Bei einer reinen Beitrags­zusage trägt der Arbeitnehmer die Risiken. In der Rentenphase wird das angesparte Kapital nicht einmalig, sondern als laufende Rente ausgezahlt. Während des Bezuges kann die Rente sinken. Planungssicherheit geht für den Arbeitnehmer dadurch verloren, allerdings besteht beim Geld anlegen der Beiträge auch mehr Flexibilität als bei anderen Formen der bAV. Dadurch erhöhen sich die Renditechancen. Damit dennoch ein bestimmtes Versorgungsniveau erreicht wird, darf im Tarifvertrag ein zusätzlicher Sicherungsbetrag vereinbart werden. Allerdings reduzieren sich dabei die Renditechancen.

Zusatzleistungen möglich

Beim Sozialpartner­modell gibt es wie bei anderen Formen der bAV auch zusätzliche Leistungen gegen Mehrkosten. So können die Angehörigen im Todesfall mit einer Hinterbliebenen­rente abgesichert werden. Möglich ist auch, die Absicherung der Berufs­unfähigkeit. Kann ein Versicherungs­nehmer während der Ansparphase seinen Beruf nicht mehr ausüben, werden die Beiträge weitergezahlt.

Diese Abgaben werden bei Auszahlung fällig

Die Einkünfte werden im Versorgungsfall versteuert. In den meisten Fällen sind die Steuern im Alter allerdings niedriger als im Erwerbs­leben. Auf die Leistungen aus der Direkt­versicherung müssen gesetzlich Versicherte oder freiwillig gesetzlich Versicherte zudem Beiträge zur gesetzlichen Kranken­- und Pflege­versicherung zahlen.

Diese Abgaben werden bei Auszahlung fällig

So ist das Sozialpartner­modell abgesichert

Die Bundes­anstalt für Finanzdienst­leistungsaufsicht überwacht das Sozialpartner­modell auf der Grundlage spezifischer neuer Aufsichtsvorschriften. Zudem müssen die Sozialpartner­ mit den Vorsorge­einrichtungen möglichst effiziente und sichere Betriebs­systeme einführen und steuern. Eine Pflicht zur Insolvenzabsicherung besteht nicht. So springt auch der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) nicht bei möglichen Zahlungsausfällen ein. Geht ein Unternehmen Pleite, so hat der betroffene Arbeitnehmer ein Eintrittsrecht in eine neue Versorgung.

Vorteile und Nachteile des Sozialpartner­modells

Vorteile des Sozialpartner­modells

Für den Arbeitgeber

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  • Keine Haftung: Beim Sozialpartner­modell werden die Beiträge nach dem Motto „pay and forget“ (zahle und vergesse) eingezahlt. Der Arbeitgeber haftet also nicht mehr für die vereinbarten Leistungen, was die reine Beitrags­zusage sehr interessant macht.
  • Geringverdiener: Leistet ein Arbeitgeber einen Zuschuss in die bAV von Geringverdienern (max 2.200 Euro Monatsgehalt) profitiert er von staatlicher Förderung der bAV.
  • Motivation: Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter mit dem Sozial­versicherungs­modell motivieren und sie langfristig an das Unternehmen binden.
  • Weniger Sozialabgaben: Für Beiträge, die die Mitarbeiter in die Pensionskasse einzahlen, sparen Arbeitgeber Sozialabgaben. Die Lohnnebenkosten werden dadurch gesenkt.
  • Bilanzneutral: Durch die Auslagerung des Sozialpartner­modells müssen in der Bilanz keine Rückzahlungen gebildet werden. Das verbessert die Kennzahlen.
  • Wenig Aufwand: Der administrative Aufwand hält sich in Grenzen, da die Verwaltung eine externe Vorsorge­einrichtung oder Versicherung übernimmt.

Für den Arbeitnehmer

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  • Höhere Renditechancen: Weil die Haftung des Arbeitgebers wegfällt, besteht bei der Kapitalanlage mehr Flexibilität als bei anderen Formen der bAV. Dies erhöht die Renditechancen.
  • Stellenwechsel: Wechselt ein Arbeitnehmer die Stelle, so kann er sämtliche eingezahlten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge mitnehmen – egal wie lange er im Unternehmen war. Bei anderen Formen der bAV gibt es bei den arbeitgeberfinanzierten Beiträgen Fristen.
  • Steuern sparen: Die Arbeitnehmerbeiträge sind bis zu einer gewissen Grenze steuer- und sozialabgaben­versicherungs­frei. Erst im Alter müssen die Auszahlungen der bAV versteuert werden, in der Regel aber zu einem niedrigeren Satz.
  • Zuschüsse vom Arbeitgeber: Der Chef muss die Altersvorsorge im Rahmen der Entgeltumwandlung mitfinanzieren.

Nachteile des Sozialpartner­modells

Für den Arbeitgeber

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  • Wenig Angebote: Dieser neue Durchführungsweg der bAV ist noch wenig bekannt. Dementsprechend gibt es derzeit noch relativ wenige Angebote auf dem Markt. Ob und inwieweit eines dieser Angebote auf Ihr Unternehmen passt, finden Sie am besten mit einem Experten heraus – kontaktieren Sie uns hierzu oder nutzen Sie unser kostenfreies Formular auf dieser Seite.

Für den Arbeitnehmer

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  • Unsichere Rentenhöhe: Für den Arbeitnehmer verringert sich die Planungssicherheit, da er nicht weiß, mit welcher Rentenhöhe er kalkulieren darf. Im schlimmsten Fall verliert er sogar sein gesamtes eingezahltes Geld. Damit sich sein Risiko minimiert, können die Arbeitgeber Sicherungsbeiträge leisten.
  • Keine Kapitalauszahlung: Im Pensionsalter dürfen die Beiträge nur als laufende Rente geleistet werden. Eine einmalige Kapitalauszahlung ist in der Regel nicht möglich.
  • Geringere Sozialbeiträge: Die Entgeltumwandlung reduziert den Brutto­lohn des Arbeitnehmers. Auf dieser Grundlage werden die Beiträge zur gesetzlichen Sozial­versicherung wie Renten- oder Arbeits­losen­versicherung berechnet. Es ist also möglich, dass ein Angestellter so weniger Arbeits­losengeld oder gesetzliche Rente erhält.
  • Kranken­­versicherung: Ist ein Rentner gesetzlich krankenversichert, muss er auf die Rentenauszahlungen die vollen Beiträge zahlen. Das heißt, er muss für den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil aufkommen. Dies gilt jedoch für jeden Durchführungsweg der bAV.

Für welche Arbeitgeber und Arbeitnehmer eignet sich das Sozialpartner­modell?

Welche Arbeitgeber profitieren vom Sozialpartner­modell?

Das Sozialpartner­modell ist nur dann möglich, wenn Unternehmen Tarifverträge mit Gewerkschaften geschlossen haben. Beim Sozialpartner­modell müssen sie keine Leistungs­zusagen geben wie bei den anderen Formen der bAV. Will sich ein Unternehmen von dieser Haftung befreien, ist das Sozialpartner­modell attraktiv. Ganz nach dem Motto „pay and forget“ kann er die Beiträge einzahlen und muss sich danach nicht weiter darum kümmern.

Für welche Arbeitnehmer lohnt sich die bAV per Sozialpartner­modell?

Die Kapitalanlage gestaltet sich beim Sozialpartner­modell flexibler als bei anderen Durchführungswegen der bAV, weil die Haftung des Arbeitgebers entfällt. Will ein Arbeitnehmer die Renditechancen bei seiner Altersvorsorge erhöhen, kann das Sozialpartner­modell interessant sein. Besonders jüngere Personen können davon profitieren. Der Arbeitnehmer muss sich aber auch bewusst sein, dass seine Rentenhöhe unsicher ist.

Experten-Tipp:

„Im schlimmsten Fall erhält der Arbeitnehmer bei diesem Modell gar nichts, auch wenn das Risiko dafür sehr gering ist. Daher ist dieses Modell der bAV vor allem zu empfehlen, wenn der Arbeitgeber die Beiträge einzahlt.“

Foto von Stephan Seidenfad
Signatur von Stephan Seidenfad
Stephan Seidenfad
Experte für betriebliche Altersvorsorge

Aktuelle Testberichte zum Sozialpartner­modell

Testberichte zum Sozialpartner­modell gibt es noch keine, da das Modell noch sehr jung und in der Praxis noch kaum zum Einsatz kommt. 2020 bewertete das Institut für Vorsorge­ und Finanzplanung (IVFP) jedoch 27 Anbieter der betrieblichen Altersvorsorge allgemein. So erhalten etwa die Allianz, die Alte Leipziger und die Generali die Höchstbewertung (Quelle).

Alle aktuellen Testsieger zur betrieblichen Altersvorsorge sowie weitere Testberichte sehen Sie hier:

bAV im Test: Alle Testberichte

Sozialpartner­modell: Angebote vergleichen und fachliche Beratung nutzen

Möchten Sie Ihren Mitarbeitern das Sozialpartner­modell anbieten? Bevor es soweit ist, ist ein Vergleich mit den 5 anderen Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge sinnvoll. Neben dem Sozialpartner­modell gibt es folgende Möglichkeiten:

Ist das Sozialpartner­modell für Ihr Unternehmen interessant, dann informieren Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten.

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Fazit

Sollten Unternehmen 2021 auf das Sozialpartner­modell setzen?

Das Sozialpartner­modell wurde erst 2018 eingeführt. Zwei Jahre danach kann es Stephan Seidenfad, Geschäftsführer der von Buddenbrock Unternehmensgruppe, noch nicht empfehlen: „Das Sozialpartner­modell ist ein Versuch, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände enger in die Pflicht zu nehmen, um risikofreier Rentenabsicherungen für Arbeitnehmer anzubieten.“

Besonders für Arbeitgeber ein spannendes Konzept, findet Seidenfad. Nur sei es bis dato am erzwungenen Zusammenspiel zwischen den Sozialpartner­n gescheitert, sodass die Umsetzung vor allem an 2 Dingen scheitere: „Der Einigkeit der Parteien und der Unattraktivität für Berater, dieses Modell zu vermarkten.“


Alle Durchführungswege der bAV

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