Pensionskasse

Ratgeber und Vergleich (2021)

Das erwartet Sie hier

Diese Vorteile bietet Ihnen eine Pensionskasse und so gelingt Ihnen die Einführung in Ihr Unternehmen.

Inhalt dieser Seite
  1. Wie funktioniert die Pensionskasse?
  2. Leistungen der Pensionskasse
  3. Vor und Nachteile der Pensionskasse
  4. Wann lohnt sich dieses Modell?
  5. Aktuelle Testergebnisse
  6. bAV Angebote vergleichen
  7. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Die Pensionskasse ist ein Form der betrieblichen Altersvorsorge (bAV), bei der die Beiträge in einen rechtlich selbständigen Versorgungsträger eingezahlt werden.
  • Die Pensionskasse profitiert von staatlicher Förderung. Dank der Entgeltumwandlung sparen Arbeitnehmer und Arbeitgeber Steuern und Sozialabgaben.
  • Auch wenn Pensionskassen Vorteile wie einen höheren Zins oder mehr Rendite versprechen, haben sie auch Nachteile.
  • In unabhängigen Tests zur betrieblichen Altersvorsorge erhalten unter anderem 3 Anbieter die Höchstbewertung, die auch Pensionskassen in ihrem Angebot führen.

Wie funktioniert die Pensionskasse?

Einer der sechs Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ist die Pensionskasse. Das sind rechtlich selbstständige Einrichtungen, die meist von einem oder mehreren Unternehmen gegründet wurden. In der Regel ist die Pensionskasse ein Versicherungs­verein auf Gegenseitigkeit, deren Mitglieder die Arbeitgeber sind. Mittlerweile führen auch viele Versicherungen Pensionskassen als Tochtergesellschaft. Deren Angebote sind aber häufig teurer als die klassischen Pensionskassen.

Pensionskassen sind meist klassische oder fondsgebundene Renten­versicherung. Sie können theoretisch mit einem höherem Zins kalkulieren als beispielsweise Lebens­versicherungen. Dies erhöht die Renditechancen.

Klare Rollenverteilung bei der bAV mit Pensionskasse

Im Prinzip gleicht die Pensionskasse der Direkt­versicherung – mit dem Unterschied, dass die Pensionskasse als eigenständige Institution mitagiert. Entscheidet man sich dazu, die bAV über die Pensionskasse durchzuführen, profitiert man von einer klaren Rollenverteilung:

  • Der Arbeitgeber schließt für seine Mitarbeiter den Versorgungsvertrag als Versicherungs­nehmer mit der Pensionskasse ab. An diese eigenständige Versorgungseinrichtung überweist der Arbeitgeber Beiträge. Für ein Unternehmen sind dies Betriebs­ausgaben.
  • Der Arbeitnehmer ist die versicherte Person.
  • Die Pensionskasse verwaltet die Beiträge und generiert daraus später die Betriebs­rente für den Arbeitnehmer.

Wie gestalten sich die Beiträge an die Pensionskasse?

Die Beiträge können auf unterschiedliche Weisen finanziert werden:

  • Nur der Arbeitnehmer finanziert die Beiträge, wobei der Chef ab 2019 bzw. 2022 einen Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent zahlen muss.
  • Nur der Arbeitgeber zahlt die Beiträge – z.B. über eine Gehaltserhöhung.
  • Beide finanzieren gemeinsam Beiträge für die Pensionskasse.

Die Beitragshöhe sollte die geförderten Höchstbeträge nicht überschreiten. Sie kann auch nachträglich gesenkt oder erhöht werden. Finanziert ein Arbeitnehmer die Pensionskasse, passiert dies über die Entgeltumwandlung. Darauf haben alle Arbeitnehmer, Arbeiter, Angestellte, Auszubildende, Mitglieder des Vorstands einer AG sowie Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH Anspruch. Sie sparen durch die Entgeltumwandlung Steuern- und Sozialabgaben.

Die Entgeltumwandlung einfach erklärt

Die Pensionskasse in Kürze

Art der BeiträgeArbeitgeber über Zuwendungen (keine Pflicht), Arbeitnehmer-Beiträge über Entgeltumwandlung.
Leistungen im AlterAls lebenslange Rente oder Kapitalauszahlung. Möglich ist auch eine Kombination.
KostenArbeitgeber und Arbeitnehmer müssen Abschlusskosten tragen. Arbeitnehmer hat Aufwand für Verwaltung.
Geeignet fürArbeitnehmer, die ihre Rente aufstocken wollen. Privat Krankenversicherte.
Staatliche FörderungDie Beiträge sind bis zu einer gewissen Grenze steuer- und sozial­versicherungsfrei.
Versteuerung im AlterZahlungen müssen während Rente nachträglich versteuert werden.
Optimale BeitragshöheDie Beiträge sollten die Grenze der steuerlichen Förderungen nicht überschreiten.
Nachträgliche Änderung der BeitragshöheBeträge können gesenkt oder erhöht werden.
Private WeiterführungIst möglich.
KündigungKündigung ist in der Regel nicht möglich, Beiträge können aber auf ruhend gesetzt werden.
Absicherung von Invalidität oder TodesfallGegen einen Aufpreis können diese Risiken abgesichert werden.

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Welche Leistungen bietet die Pensionskasse für Ihre Mitarbeiter?

Bei Eintritt des Rentenalters werden die Leistungen der Pensionskasse als lebenslange Rente oder als einmalige Kapitalauszahlung fällig. Bezugsberechtigt sind in der Regel auch die Hinterbliebenen, falls der Arbeitnehmer während der Ansparphase stirbt. Arbeitnehmer können die Leistungen ab dem 62. Geburtstag in Anspruch nehmen oder bei vor dem 1. Januar 2012 abgeschlossenen Verträgen ab dem 60. Geburtstag.

Wie hoch ist die Rente aus der Pensionskasse?

Die Höhe der Zahlungen hängen von den eingezahlten Beiträgen sowie von der Beitragsdauer ab. Sie müssen im Alter als Einkommen versteuert werden, meistens aber zu einem günstigerem Steuersatz . Auch leisten gesetzlich Versicherte Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse und Pflege­versicherung.

Was Sie über die Auszahlung der bAV wissen sollten

Zusätzliche Leistungen sind möglich

Pensionskassen bieten in der Regel gegen einen Aufpreis verschiedene Zusatzbausteine an. So kann ein zusätzlicher Hinterbliebenenschutz abgeschlossen werden in Form einer Todesfallleistung bzw. einer Rentengarantiezeit. Ein weiterer zusätzlicher Baustein ist die Berufs­unfähigkeits­versicherung. Bei einer Berufs­unfähigkeit werden die vereinbarte monatliche Rente sowie die Beiträge zum bestehenden Versorgungsvertrag geleistet. Die Altersvorsorge ist also abgesichert.

So sind Pensionskassen abgesichert

Geht der Arbeitgeber Pleite, sind die Ersparnisse geschützt. Die Pensionskassen sichern dem Arbeitnehmer und dessen Hinterbliebenen einen Anspruch auf künftige Leistungen zu. Besonders hoch ist der Schutz, wenn die Pensionskasse Mitglied der Protektor Lebens­versicherungs-AG ist. Bei einer Insolvenz der Pensionskasse fungiert Protektor als Auffanggesellschaft und übernimmt den Versicherungs­bestand. Sonst muss bei finanziellen Schwierigkeiten der Arbeitgeber einspringen. Wie Versicherungs­unternehmen sind auch Pensionskassen der Versicherungs­aufsicht unterstellt. Damit das Kapital dauerhaft gesichert ist, regelt das Versicherungs­aufsichtsgesetz (VAG) für Pensionskassen die Vermögens­anlage.

Vorteile und Nachteile der Pensionskasse

Vorteile der Pensionskasse

Für den Arbeitgeber

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  • Höhere Rendite: Die Vertriebskosten und Gebühren sind bei Pensionskassen oft niedriger als bei klassischen Versicherungs­unternehmen – insbesondere, wenn Unternehmen dahinter stehen. Deshalb ist diese Art der betrieblichen Altersvorsorge vergleichsweise günstig und höhere Renditen sind theoretisch möglich.
  • Motivation: Die zusätzliche Betriebs­rente erhöht die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber und steigert die Motivation der Mitarbeiter.
  • Geringer Aufwand: Der Verwaltungsaufwand ist für Unternehmen relativ gering, da Pensionskassen in der Regel externe Einrichtungen sind.
  • Bilanzneutral: Durch die Auslagerung der Pensionskasse müssen in der Bilanz keine Rückstellungen gebildet werden. Auch ist kein Insolvenzschutz nötig. Deshalb entfallen auch die Beiträge an den Pensions-Sicherungs-Verein.
  • Weniger Sozialabgaben: Die Beiträge sind Betriebs­ausgaben. Im Rahmen der Entgeltumwandlung sparen Unternehmen bei der Pensionskasse Sozialabgaben.

Für den Arbeitnehmer

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  • Weniger Steuern: Die Arbeitnehmer-Beiträge der Pensionskasse sind bis zu einer gewissen Grenze steuer- und sozialabgabenfrei. Erst im Alter müssen die Auszahlungen der bAV versteuert werden, in der Regel aber zu einem niedrigeren Satz.
  • Jobwechsel: Bei einem Jobwechsel kann der neue Arbeitgeber die Pensionskasse weiterführen. Möglich ist auch eine private Weiterführung durch den Arbeitnehmer.
  • Flexible Beitragshöhe: Die Beitragshöhe an die Pensionskasse kann jederzeit angepasst werden. Bei Zahlungsschwierigkeiten ist auch eine Beitragsfreistellung auf bestimmte Zeit oder für die restliche Vertragslaufzeit eine Option, sofern die Mindestrente erreicht ist.
  • Hartz-IV-sicher: Die erworbenen gesetzlich unverfallbaren Rentenansprüche bleiben auch nach einem Ausscheiden aus dem Betrieb erhalten. Bei Arbeits­losigkeit werden sie nicht auf das Arbeits­losengeld angerechnet. Die Pensionskasse ist also Hartz-IV-sicher.

Nachteile der Pensionskasse

Für den Arbeitgeber

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  • Finanzierungsprobleme: Pensionskassen können in Finanzierungsprobleme geraten. So stellt eine Niedrigzinsphase Pensionskassen vor große finanzielle Herausforderungen. Sie sind dann nicht mehr in der Lage, genug Geld zu erwirtschaften, um ihre Leistungsversprechungen zu erbringen. Es droht unter anderem weniger Rendite und Nachfinanzierungen für den Arbeitgeber.
  • Große Unterschiede: Zwischen den Angeboten der verschiedenen Pensionskassen gibt es große Unterschiede. So sind Tarife von Pensionskassen oft teurer, wenn eine Versicherungs­gesellschaft dahinter steht. Bessere Konditionen gibt es in der Regel von Pensionskassen, die von Unternehmen gegründet wurden.

Experten-Tipp:

„»Bei Pensionskassen, die von Unternehmen gegründet wurden, fehlt oft die Beratung. Bei der Auswahl der Pensionskassen sollte man genau auf die Tarife achten. Man tut niemandem einen Gefallen, wenn man in seiner Firma alles zulässt. Das raubt Chancen auf Kollektivrabatte, potenziert die Verwaltung und jagt die Haftung in die Höhe.«“

Foto von Stephan Seidenfad
Signatur von Stephan Seidenfad
Stephan Seidenfad
Experte für betriebliche Altersvorsorge

Für den Arbeitnehmer

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  • Wenig Mitsprache: Der Arbeitgeber entscheidet über die Pensionskasse. Der Arbeitnehmer hat da in der Regel wenig Mitsprache.
  • Geringere Sozialbeiträge: Die Entgeltumwandlung reduziert den Bruttolohn des Arbeitnehmers. Auf dieser Grundlage werden die Beiträge zur gesetzlichen Sozial­versicherung wie Renten- oder Arbeits­losen­versicherung berechnet. Es ist also möglich, dass ein Angestellter so weniger Arbeits­losengeld oder gesetzliche Rente erhält. Deshalb lohnt sich die Pensionskasse vor allem, wenn der Chef einen ordentlichen Zuschuss bezahlt.
  • Kranken­versicherung: Ist ein Rentner gesetzlich krankenversichert, muss er auf die Zahlungen der Pensionskasse die vollen Beiträge zahlen. Das heißt, er kommt für den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil auf. Immerhin kann er seit 2020 von Freibeträgen profitieren.

Für welche Arbeitgeber und -nehmer lohnt sich die Pensionskasse?

Welche Arbeitgeber profitieren von der Pensionskasse?

Die Pensionskasse lohnt sich im Prinzip für alle Unternehmen. Für den Arbeitgeber kann diese Form der betrieblichen Altersvorsorge relativ kostengünstig und unkompliziert sein. Der administrative Aufwand hält sich in Grenzen. Allerdings muss er sich bewusst sein, dass insbesondere während Niedrigzinsphasen viele Kassen mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen. Entscheidet sich ein Arbeitgeber trotzdem für die Pensionskasse, muss er seit 2019 einen Zuschuss von 15 Prozent des umgewandelten Entgelt leisten, wenn er dadurch Sozial­versicherungsbeiträge einspart.

Für welche Arbeitnehmer macht die Pensionskasse Sinn?

Wie bei anderen Formen der bAV gilt: Die Pensionskasse lohnt sich vor allem, wenn das Unternehmen Zuschüsse bezahlt. Gerade privat Krankenversicherte können von der Sozial­versicherungsfreiheit in der Rentenphase profitieren. Denn im Gegensatz zu gesetzlich Krankenversicherten müssen sie im Alter auf die Betriebs­renten keine Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung bezahlen.

Verdient jemand sehr gut, kann aber diese Form der bAV über die Entgeltumwandlung auch nachteilig sein. Das betrifft vor allem Angestellte, deren Jahresgehalt über der Beitragsbemessungsgrenze der Kranken­versicherung liegt. Auch wenn die steuerfreien Höchstbeträge zur betrieblichen Altersvorsorge bereits ausgeschöpft sind, sind andere Formen der bAV besser geeignet. So gelten bei der Direktzusage und bei der Unterstützungs­kasse keine Höchstgrenzen.

Warum die bAV für Arbeitnehmer sinnvoll ist

Aktuelle Testberichte zur Pensionskasse

Testberichte explizit zu Pensionskassen gibt es derzeit noch nicht. 2020 analysiert das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) 27 Anbieter der betrieblichen Altersvorsorge. Unter anderem erhalten die Allianz, die Alte Leipziger und die Generali die Höchstbewertung. Bei einigen dieser Anbieter ist der Abschluss einer Pensionskasse möglich (Quelle).

Das komplette Testergebnis sowie weitere aktuelle Testberichte zur betrieblichen Altersvorsorge sehen Sie hier:

Alle Testberichte zur bAV

Pensionskasse: Angebote vergleichen und fachliche Beratung nutzen

Bevor sich ein Arbeitgeber für eine Pensionskasse entscheidet, lohnt sich ein Vergleich mit den anderen 5 Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge. Neben der Pensionskasse sind folgende Wege möglich:

Ist klar, dass eine Pensionskasse für Ihr Unternehmen infrage kommt, dann informieren Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten.

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Fazit

Sind Pensionskassen ein Auslaufmodell?

Es gibt zwar noch einige freie Kassen, die solide Renditen erzielen. Dies ist jedoch nur noch mittelfristig zu erwarten. Unsere Experten meinen, dass die Pensionskasse bereits seit längerem eher ein Auslaufmodell ist, was sie kaum noch empfehlen. „Ebenso wie Pensionskassen, die von Versicherungs­unternehmen getragen werden. Diese haben in der Vergangenheit ihren Mitgliedern hohe Zinsversprechen gemacht. Während der anhaltenden Niedrigzinsphase ist es aber schwierig, Geld dafür zu erwirtschaften“, sagt unser Experte Stephan Seidenfad. Hinzu kommt, dass dass Pensionskassen immer weniger Neuabschlüsse machen. Da sind andere Formen der bAV wie die Direkt­versicherung, der Pensionsfonds oder die Unterstützungs­kasse empfehlenswerter.


Alle Durchführungswege der bAV

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Foto von Katharina Tennius
Katharina Tennius
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