Jetzt Anfragen
ic_local_phone_black_24px Created with Sketch.
sandwich Created with Sketch.
Wir versichern Sie gern!

Unsere Berater freuen sich von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr (oder nach Vereinbarung) auf Ihre Fragen.

030 – 120 82 82 8 kontakt@transparent-beraten.de
Zweigstellen
Kostenfreies Angebot
  • Werbefrei und kostenlos
  • aktuelle Tarife aus 2019
  • Ihr unabhängiger Versicherungsmakler

D&O-Versicherung

Unsere Empfehlungen für Ihren Schutz - inkl. Test 2019 und Tarif-Vergleich
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit der D&O-Versicherung (Directors & Officers) schützen Unternehmen ihre leitenden Angestellten gegen Haftungsrisiken, die mit deren Tätigkeit zusammenhängen.
  • Die Versicherung deckt ausschließlich Vermögensschäden ab und bietet dabei einen reinen Haftpflichtschutz.
  • Neben börsennotierten Unternehmen kann eine D&O-Versicherung auch für kleine und mittelständische Unternehmen oder auch für Vereine interessant sein.
  • Da es sich bei der D&O-Versicherung um ein Produkt handelt, dass sehr individuell auf das jeweilige Unternehmen angepasst werden muss, eignet es sich nicht für einen standardisierten Test.
  • Die Kosten der D&O-Versicherung werden anhand verschiedener Faktoren berechnet. Dazu zählen u. a. die Anzahl der zu versichernden Personen, die Versicherungssumme und den spezifischen Risiken.

D&O-Versicherung – Wer braucht diese Absicherung?

Das Kürzel „D&O“ steht für „Directors & Officers“ und zeigt, worum es bei der D&O-Versicherung geht – um die Versicherung von Haftpflichtrisiken im Rahmen der Haftung von Geschäftsführern, Vorständen und Aufsichtsräten. Abgesichert sind also die s. g. Organmitgliedern eines Unternehmens.

Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte von Aktiengesellschaften und GmbHs sind gesetzlich verpflichtet, bei ihrer Tätigkeit die „Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsmanns“ walten zu lassen. Aus der Verletzung der Sorgfaltspflicht und verursachter Schäden können Schadensersatzansprüche entstehen. Diese werden durch eine D&O-Versicherung abgedeckt.

Dadurch werden leitende Manager und Aufsichtsrats-Mitglieder existenziell abgesichert, denn im Ernstfall müssten sie mit ihrem Privatvermögen haften.

Versicherungsvarianten im D&O-Segment
  • D&O-Versicherungen für Einzelpersonen, die vom Versicherungsnehmer individuell abgeschlossen werden
  • D&O-Policen für kleine und mittelständische, nicht börsennotierte Unternehmen
  • D&O-Policen für international agierende, börsennotierte Unternehmen
  • D&O-Versicherungen speziell für Vereine und Verbände

D&O-Versicherungen werden üblicherweise vom Unternehmen für Vorstände und/oder Aufsichtsratsmitglieder abgeschlossen, nicht dagegen von den begünstigten Personen selbst.

Andere Bezeichnungen für die D&O-Versicherung
Anstatt der Bezeichnung „D&O-Versicherung“ wird häufig auch synonym von Manager-Haftpflicht-Versicherung, Organ-Haftpflicht-Versicherung, Vorstands-Haftpflicht-Versicherung oder Geschäftsführer-Haftpflicht-Versicherung gesprochen.

Welche Leistungen bietet die D&O-Versicherung?

D&O-Versicherungen leisten immer nur bei Vermögensschäden. Die Versicherung bietet dabei ausschließlich Haftpflichtschutz, keinen Kaskoschutz. Das heißt: Vermögensschäden, die Organ-Mitglieder im Rahmen ihrer Tätigkeit selbst erleiden, sind nicht abgedeckt.

Die D&O-Versicherung schützt grundsätzlich nur die betreffenden Personen, nicht das Unternehmen. Dieses bleibt gegenüber Dritten weiter und unabhängig von der Organ-Verantwortlichkeit in der Haftung.

Directors and Officers VersicherungDie wichtigsten Leistungen im Überblick

Die D&O-Versicherung sichert Führungskräfte gegen Forderungen ab, die vom eigenen Unternehmen oder einer Aktiengesellschaft an das Management gestellt werden.

Bei der Innenhaftung bestehen Haftpflichtansprüche des Unternehmens selbst gegen (meist ehemalige) Manager oder Aufsichtsräte wegen Verletzungen ihrer Sorgfaltspflicht. Vielfach sind dann bereits Schadensersatzansprüche von außen geltend gemacht worden und das Unternehmen möchte sich durch Regressforderungen im Innenverhältnis „schadlos“ halten.

Die D&O-Versicherung deckt Schadenersatzanforderungen, die von Dritten (z. B. andere Unternehmen, Lieferanten, Behörden, Insolvenzverwalter oder auch Privatpersonen) gegenüber dem Unternehmen oder dem Führungspersonal geltend gemacht werden. Bei der Außenhaftung richten sich Haftpflichtansprüche von Geschäftspartnern, Kunden, Lieferanten, Wettbewerbern usw. direkt gegen die betreffenden Personen.

Der Versicherer prüft alle Schadensersatzforderungen auf Berechtigung. Bei berechtigten Ansprüchen übernimmt die Versicherung die Schadensregulierung. Unbegründete Ansprüche wehrt der Versicherer ab, notfalls auch vor Gericht, und übernimmt die Kosten des Rechtsstreits.
Erhält eine Führungskraft von ihrem Arbeitgeber unverschuldet eine Abmahnung, Abberufung oder Kündigung, übernimmt die D&O-Versicherung die Kosten für die Verteidigung. Darunter fallen auch die Kosten für einen möglichen Rechtsstreit.
Je nach Police bietet die D&O-Versicherung dem Versicherungsunternehmer auch Unterstützung bei weiteren gerichtlichen und behördlichen Verfahren. Hinzu können Unterstützungen bei aufsichtsrechtlichen Untersuchungen kommen.
Viele Tarife decken nicht nur die Kosten für eine gerichtliche Auseinandersetzung, sondern übernehmen auch Anwaltskosten und weitere Gebühren für außergerichtliche Streitigkeiten.
Abhängig von der gewählten Police zahlt die D&O-Versicherung für einen gewissen Zeitraum das Gehalt des Versicherungsnehmers bis zu einer vertraglich vereinbarten Obergrenze.
Ein Schadensfall kann das berufliche und private Ansehen des Versicherungsnehmers gefährden. Einige D&O-Versicherungen übernehmen die Kosten für einen externen Public Relations-Berater, der sich darum bemüht, den guten Ruf der Führungskraft wiederherzustellen. Die Deckung ist in der Regel auf einen gewissen Prozentsatz der Versicherungssumme begrenzt.
Wird einem Verein die Gemeinnützigkeit aberkannt, ergeben sich dadurch einige Nachteile bei der Besteuerung. Besteht ein schützenswertes Interesse auf Fortbestand der Gemeinnützigkeit, übernimmt die D&O-Versicherung die Kosten der Verteidigung.
Der Leistungsumfang einer D&O-Versicherung sollte möglichst auch die sogenannte Rückwärtsdeckung umfassen. Das bedeutet, die Versicherung übernimmt Ansprüche aus Schäden, die bereits vor Beginn der Versicherungslaufzeit entstanden sind. Das ist sinnvoll, da ein Schaden dem Versicherungsnehmer eventuell erst nach dem Versicherungsabschluss bekannt wird.
Eventuell wird ein Schaden erst bekannt, nachdem der Versicherungsnehmer die D&O-Versicherung bereits gekündigt hat oder der Vertrag ausgelaufen ist. Für diesen Fall enthalten viele Policen sogenannte Nachmeldefristen: Die Versicherung übernimmt den Schaden auch nach Beendigung des Vertrags. Die Nachmeldefrist beträgt je nach Anbieter zwischen drei und zehn Jahren.
Für international agierende Unternehmen ist eine weltweite Absicherung sinnvoll. Bei Schadensfällen im Ausland sind häufig andere Rechtsgrundlagen zu beachten als in Deutschland. Die Versicherung sollte daher die Kosten für einen geeigneten rechtlichen Beistand übernehmen.
Achtung beim Dienstleistungsausschluss
Vergibt ein Bank-Vorstand selbst einen Kredit an einen Kunden, der wegen mangelnder Bonitätsprüfung zu einem Vermögensschaden führt, fällt dieser beim Dienstleistungsausschluss nicht unter die D&O Versicherung, weil die Kreditvergabe außerhalb der originären Vorstands-Funktion erfolgt ist.

Mögliche Leistungsgrenzen der D&O-Versicherung

Durch bestimmte Klauseln im Versicherungsvertrag kann die D&O-Versicherung die Deckung im Schadensfall eingrenzen. Sie leistet dann nicht den vollen oder eventuell auch gar keinen Schadensersatz.

Leistungsgrenzen und Ausschlüsse
  • Dienstleistungsausschluss: Die Police greift nicht bei Schäden im operativen Geschäft.
  • Kein Kaskoschutz: Wie jede Haftpflichtversicherung greift auch die D&O-Versicherung nur bei begründeten Ansprüchen. Wer eine Forderung an den Versicherungsnehmer stellt, muss zunächst nachweisen, dass diese begründet ist. Umgekehrt tritt bei Feststellung des Schadens eine Beweislastumkehr in Kraft. Der Versicherungsnehmer muss belegen, dass keine Fehlentscheidung seinerseits für den Schaden verantwortlich ist.
  • Leistungsbegrenzung bei Innenansprüchen: Meldet das eigene Unternehmen Ansprüche gegen eine Führungskraft an, schränken die Versicherungen ihre Haftung meist ein.
  • Kompromiss statt Schadenregulierung: In vielen Schadensfällen versuchen die Versicherungen, einen Kompromiss zwischen den beiden Streitparteien zu finden, bevor es zur eigentlichen Regulierung des Schadens kommt.

Wann zahlt die Versicherung nicht?

Bei vorsätzlichen Pflichtverletzungen leistet die D&O-Versicherung grundsätzlich nicht. Ebenfalls ausgeschlossen sind Schäden, die wegen mangelnder Eignung oder Kenntnisse des Betreffenden verursacht wurden. In anderen Fällen ist der Versicherungsschutz häufig eingeschränkt. Das gilt insbesondere bei:

  • Eigenschaden-Ausschluss: In vielen D&O-Policen ist der Versicherungsschutz ausgeschlossen oder eingeschränkt, wenn Organ-Mitglieder in nennenswertem Umfang selbst Unternehmensanteile besitzen.
  • Dienstleistungsausschlusses: Ist im Versicherungsvertrag ein Dienstleistungsausschluss vorgesehen, tritt die Versicherung nur dann ein, wenn ein Vermögensschaden in Ausübung der Organfunktion entsteht, nicht dagegen bei „Fehlentscheidungen“ im operativen Tagesgeschäft.
  • Ausschluss der Rückwärtsdeckung: Ist keine Rückwärtsdeckung vorgesehen, leistet die Versicherung nur bei Schäden, die erst nach Vertragsabschluss verursacht wurden.

In der Praxis ist es häufig schwer und kompliziert festzustellen, ob und in welchem Umfang eine Verletzung der Sorgfaltspflicht vorliegt. Daher kommt es im Schadensfall bei D&O-Versicherungen oft zu Vergleichslösungen.

BERATER-TIPP

»Mit dem „Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung“ ist seit 2009 ein Selbstbehalt bei Vorständen von AGs und KGaAs verpflichtend vorgeschrieben. Der Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung muss danach mindestens 10 Prozent des Schadens betragen, darf aber das Anderthalbfache der jährlichen Vorstandsvergütung nicht überschreiten. Eine vergleichbare Regelung ist auch für Aufsichtsräte zu empfehlen.«

Auch bei anderen D&O-Versicherungen sind Selbstbeteiligungen üblich, um Organ-Mitglieder nicht „zur Sorglosigkeit zu verleiten“. Vom Selbstbehalt abgesehen leistet die Versicherung Schadensersatz in tatsächlicher Höhe des Schadens, maximal jedoch bis zur Deckungssumme.

Welche Faktoren bestimmen bei der D&O-Versicherung die Kosten?

Wie bei jeder anderen Versicherung hängen bei der D&O-Versicherung die Kosten vom jeweils versicherten Risiko ab. Dies bemisst sich zum einen nach der Versicherungssumme und der Zahl der versicherten Personen. Zum anderen spielen die Gegebenheiten des jeweiligen Unternehmens eine Rolle. Dabei geht es unter anderem um die Unternehmensgröße, die Art der Unternehmenstätigkeit, die Branche und um spezifische Risiken des jeweiligen Unternehmens.

Bei Großunternehmen ist zum Beispiel der mögliche Schaden wesentlich höher als bei einem mittelständischen Betrieb. Bei Unternehmen in „umweltkritischen“ Branchen ist die Wahrscheinlichkeit eines Schadens größer als in „sauberen“ Industrien. Last but not least ist auch der vereinbarte Leistungsumfang für die Versicherungsprämie relevant. Das gilt auch für Selbstbehalte.

Bei größeren Unternehmen wird die Prämie der D&O-Versicherung individuell berechnet. Bei kleinen und mittleren Unternehmen behilft man sich oft mit Standard-Werten (Branchen-Kennzahlen) für die Kalkulation.

Je höher die Versicherungssumme und je größer die Zahl der versicherten Mandate ist, desto höher fallen die Kosten für die D&O-Versicherung aus. Als Mandat wird dabei die Tätigkeit als Geschäftsführer, Vorstand oder Aufsichtsrat verstanden. Eine im Versicherungsvertrag begünstigte Person kann mehrere Mandate ausüben. Dann ist der Versicherungsumfang größer als bei einem einzelnen Mandat, die Prämie entsprechend höher. Die Versicherungssumme sollte sich an möglichen Vermögensschäden orientieren, was naturgemäß nicht ganz einfach einzuschätzen ist.

Die Jahres-Prämie für eine D&O-Versicherung mit einer Versicherungssumme von 2,5 Mio. Euro und einem versicherten Mandat beläuft sich derzeit in einer Größenordnung von 2.000 Euro. Bei vier Mandaten sind es wenigstens 5.000 Euro. Das sind natürlich nur Orientierungswerte. Im Einzelfall kann es Abweichungen geben.

Bei der D&O-Versicherung sind häufig bestimmte Leistungsfälle ausgeschlossen. Das betrifft zum Beispiel:

  • den Dienstleistungsausschluss (keine Leistung bei Fehlern im operativen Geschäft)
  • Nachmeldefristen (keine Leistung bei Meldung eines Schadens nach Ende der Laufzeit/Nachmeldefrist)
  • den Ausschluss einer Rückwärtsversicherung (Versicherung leistet nicht bei „Alt-Fehlern“ vor Vertragsbeginn)

Auf der anderen Seite können zum Grundschutz in der D&O-Versicherung Leistungserweiterungen vereinbart werden – unter anderem:

  • Erweiterung des Versicherungsschutzes auf Tochterunternehmen
  • unbegrenzte Nachmeldefrist
  • unbegrenzte Rückwärtsversicherung
  • erweiterter Vermögensschaden-Begriff
  • usw.

Ausschlüsse führen tendenziell zu niedrigeren Prämien, Leistungserweiterungen dagegen zu höheren. Bei einer zu starken Leistungseinschränkung stellt sich allerdings die Frage, was der Versicherungsschutz tatsächlich wert ist.

Seit 2009 ist bei D&O-Versicherungen für Vorstände von Aktiengesellschaften (AG), Kommanditgesellschaften auf Aktien (KgaA) und einigen anderen Gesellschaftsformen eine mindestens zehnprozentige Selbstbeteiligung beim Versicherungsschutz vorgeschrieben. Der Selbstbehalt darf allerdings das Achtfache der jährlichen Vorstandsvergütung nicht überschreiten. Rechtsgrundlage ist das „Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung“. Ein entsprechende Regelung für Aufsichtsräte von AG’s und KgaA’s verlangt der Deutsche Corporate Governance Kodex.

Auch unabhängig von solchen gesetzlichen bzw. regulatorischen Vorgaben sind Selbstbehalte bei der D&O-Versicherung üblich. Dabei gilt das Prinzip: je höher der Selbstbehalt, umso geringer das Risiko des Versicherers und umso günstiger die D&O-Versicherung-Kosten. Mit der Vereinbarung einer Selbstbeteiligung soll verhindert werden, dass Manager oder Aufsichtsräte wegen des Versicherungsschutzes zu leichtfertigem Handeln verleitet werden.

Kostenloser Tarif-Vergleich zur D&O-Versicherung

Aktuelle Tarife aus 2019 für Sie persönlich angepasst und optimiert.

D&O-Versicherung im Test

Da es sich bei der D&O-Versicherung um eine Versicherung im Bereich von Unternehmen handelt, gibt es keine Testberichte von gängigen Verbraucher- oder Verbraucherschutz-Portalen dazu. Tests werden von Versicherungsmaklern und Experten, die sich in dieser speziellen Versicherungssparte auskennen, durchgeführt.

Vergleiche sind auch dadurch erschwert, dass die D&O-Versicherung kein standardisiertes Produkt darstellt wie zum Beispiel die private Haftpflichtversicherung. Im Gegenteil: Der Versicherungsschutz wird in der Regel individuell auf das jeweilige Unternehmen abgestellt.

Für Test-Zwecke ist es außerdem notwendig, die Versicherungsbedingungen im Detail zu prüfen. Bei Vergleichen wird häufig untersucht, wie bestimmte „kritische“ Vertragsklauseln in den einzelnen Verträgen ausgestaltet sind oder wie weit sich der Versicherungsschutz tatsächlich erstreckt. Dies wird dann zusammen mit den anfallenden Prämien und Erfahrungen aus der Versicherungspraxis zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt.

Erklär-Video: Die wichtigste Police für Geschäftsführer

Worauf es beim D&O-Versicherung-Vergleich ankommt

D&O-Versicherungen sind kein standardisiertes Produkt. Das bedeutet, dass der Versicherungsschutz stets auf die personelle und rechtliche Konstellation in dem jeweiligen Unternehmen abgestellt wird. Was und wann eine Versicherung leistet, hängt dabei wesentlich von den Vertragsbedingungen ab. Hier gibt es einige wichtige Klauseln, in denen sich die Versicherungsangebote häufig unterscheiden. Beim Vergleich der Leistungen sollte daher besonders auf solche Vertragsbestandteile geachtet werden.

Rückwärtsdeckung

Bei der Rückwärtsdeckung tritt die Versicherung auch bei Vermögensschäden ein, die durch Pflichtverletzungen vor Versicherungsabschluss verursacht worden sind. Viele D&O-Versicherungen sehen eine Rückwärtsdeckung vor, die entsprechenden Klauseln fallen aber unterschiedlich aus. Manchmal ist auch keine Rückwärtsdeckung enthalten.

Nachmeldefristen

Ein typisches Problem bei D&O-Versicherungen: Zwischen der Verursachung eines Schadens und der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen – dem Versicherungsfall – liegt oft eine lange Zeitspanne. Nicht selten treten Vermögensschäden erst nach Versicherungsablauf zutage. Bei Nachmeldefristen kann ein Versicherungsschaden auch noch bestimmte Zeit nach Ende des Versicherungsschutzes gemeldet werden. Übliche Fristen liegen zwischen sechs Monaten und drei Jahren.

Eigenschäden

Die D&O-Versicherung ist keine Kaskoversicherung. Daher gibt es in der Regel enge Grenzen oder Ausschlüsse beim Schadensersatz, wenn ein Manager selbst in größerem Umfang an dem Unternehmen beteiligt ist, das Forderungen geltend macht (typischer Fall: Gesellschafter-Geschäftsführer). Eine „nennenswerte“ Beteiligung liegt je nach Anbieter ab 15 bis 25 Prozent vor. Einige Versicherer verzichten inzwischen auf den Eigenschaden-Ausschluss.

Dienstleistungsausschluss

Viele D&O-Versicherungen treten nicht bei Vermögensschäden ein, die Unternehmensverantwortliche außerhalb ihrer eigentlichen Funktion im operativen Geschäft verursacht haben. Der Dienstleistungsausschluss bedeutet eine wesentliche Leistungseinschränkung. Verträge ohne oder mit einer „großzügigeren“ Ausschlussklausel sind daher „leistungsstärker“.

Geltungsbereich

Der Versicherungsschutz erstreckt sich auf alle im Vertrag genannten Personengruppen und gilt in der Regel nicht nur für Funktionen im jeweiligen Unternehmen, sondern auch in Tochtergesellschaften. Bei Fremdmandaten – Funktionen in externen Unternehmen, Joint Ventures, Verbänden – kommt es auf die jeweilige Versicherung an. Oft wird eine Absicherung für sogenannte ODL-Mandate (ODL = Outside Directorship Liability) optional angeboten. Der Versicherungsschutz gilt vielfach weltweit, einige Versicherer schließen aber bestimmte Regionen (USA, Kanada, Common Law-Staaten) aus.

Wie ist das Verhältnis zu anderen betrieblichen Haftpflichtversicherungen?

Die D&O-Versicherung ist eine besondere Form der Betriebshaftpflichtversicherung. Die Betriebshaftpflichtversicherung tritt bei Vermögens-, Personen- und Sachschäden ein, die Mitarbeiter im Rahmen ihrer Funktionsausübung bei der betrieblichen Leistungserstellung verursachen bzw. die sonst im Zusammenhang mit der Unternehmenstätigkeit entstehen. Vermögensschäden, die durch Verletzungen der Sorgfaltspflicht von Vorstandsmitgliedern oder Aufsichtsräten gegenüber Dritten verursacht werden, sind nicht durch die normale Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt. Hier bietet die D&O-Versicherung einen Versicherungsschutz. Sie stellt damit auch ein Pendant zur Berufshaftpflicht- bzw. Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung dar, die bei vielen freien Berufen üblich und zum Teil sogar gesetzlich vorgeschrieben ist.

Welche Vor- und Nachteile hat eine D&O-Versicherung?

Die Vorteile einer D&O-Versicherung
  • Manager und Aufsichtsräte werden existenziell abgesichert.
  • Der Versicherungsschutz sorgt dafür, dass wichtige Unternehmens-Entscheidungen nicht aus Furcht vor Haftungsrisiken unterbleiben oder aufgeschoben werden.
  • Das Unternehmen wird gegen die finanziellen Folgen von „Fehlentscheidungen“ seiner Organ-Mitglieder geschützt und in seinem Fortbestand gesichert.
  • Geschädigte Dritte erhalten finanzielle Sicherheit bezüglich der Erfüllung ihrer Schadensersatzansprüche durch Pflichtverletzungen der Organ-Mitglieder.
Welche Nachteile im Zusammenhang mit einer D&O-Versicherung zu nennen sind, hängt u. a. vom Einzelfall ab. Es gibt allerdings zwei Punkte, die regelmäßig genannt werden.
Die Nachteile einer D&O-Versicherung
  • Ein regelmäßig geäußerter Kritikpunkt ist, dass D&O-Versicherungen wegen der Haftungs-Entlastung unter Umständen fahrlässigem Verhalten des „Spitzenpersonals“ in Unternehmen Vorschub leisten. Dem wirkt jedoch der Selbstbehalt entgegen.
  • Nicht ausreichende Deckungssummen und Leistungsausschlüsse können einen unzureichenden Versicherungsschutz bewirken. Das ist jedoch in erster Linie eine Frage der vertraglichen Vereinbarung.

Nicht nur für Spitzenkräfte in Großunternehmen

Die D&O-Versicherung ist keineswegs ein Versicherungsschutz nur im Bereich von Großunternehmen. Auch in mittelständischen Unternehmen, die nicht inhabergeführt sind, kann eine solche Versicherung Sinn machen. Geschäftsführer und ggf. Aufsichtsräte können so wirksam gegen Haftungsrisiken aus ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit abgesichert werden. Im Verhältnis zum möglichen Schaden sind die Kosten eines solchen Versicherungsschutzes üblicherweise eher gering.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 14.05.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Leοn Κnigge
Leon Knigge
mehr erfahren
ic_arrow_upward_black_24px Created with Sketch. zum Seitenanfang D&O Versicherung
transparent-beraten.de
star Created with Sketch. star Created with Sketch. star Created with Sketch. star Created with Sketch. star Created with Sketch.