Ursachen und Diagnose der Berufs­unfähigkeit

Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit im Überblick

Aktuelle Statistik: Welche Krankheiten führen besonders oft zum Berufs­ausstieg?

Gründe, warum Menschen ihre Arbeit aufgeben

Psychische Erkrankungen31,9 %
Erkrankungen des Bewegungsapparates20,3 %
Krebserkrankungen17,8 %
Unfälle8,4 %
Herzerkrankungen7,0 %
Sonstiges14,5 %

Quelle: Morgen & Morgen 2021 (über Die Versicherer)


Krankheiten, die als Ursache von Berufs­unfähigkeits­versicherern anerkannt werden

Psychische Erkrankungen26,64 %
Muskel-Skelett-System23,76 %
Krebserkrankungen19,11 %
Herz-Kreislauf7,23 %
Unfälle6,31 %
Sonstiges16,95 %
Quelle: Franke und Bornberg 2020

Diagnose der Berufs­­unfähigkeit

Die Diagnose der Berufs­unfähigkeit ist die wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Berufs­unfähigkeits­versicherung leistet. Damit die Versicherer die BU-Rente zahlen, ist mindestens ein BU-Grad von 50 Prozent festzustellen. Konkret gilt es, bei der Diagnose der Berufs­unfähigkeit zu klären, inwiefern die Beeinträchtigung der Arbeits­kraft Einfluss auf die Fähigkeit hat, den Beruf weiter auszuüben. Die Beeinträchtigung ist ärztlich oder durch einen Gutachter nachzuweisen.

Hierbei ist zu berücksichtigen, welche wesentlichen Tätigkeiten im ausgeübten Beruf von der gesundheitlichen Beeinträchtigung betroffen sind. Ebenso ist zu prüfen, welche weiteren Tätigkeiten Betroffene aufgrund ihrer Leiden nicht mehr ausführen können. Für eine korrekte Prüfung ist es wichtig, dass bekannt ist, welche beruflichen Belastungen Versicherte im Arbeits­alltag haben und mit welchen konkreten Anforderungen sie durch ihre Tätigkeit konfrontiert sind. Daher bedarf es einer genauen Beschreibung der ausgeführten Tätigkeiten. Anschließend gilt es, die vorliegenden und von einem Arzt bescheinigten gesundheitlichen Beschwerden im Zusammenhang mit den einzelnen beschriebenen Tätigkeiten zu beurteilen.


Versicherer stellt BU-Grad fest

Der Versicherer legt im Zuge der Prüfung den Grad der Berufs­unfähigkeit fest. Die Feststellung obliegt demnach nicht den behandelnden Ärzten. Diese bescheinigen lediglich die Art der gesundheitlichen Einschränkungen. Da sie Art und Ablauf der Arbeit der Versicherten nicht kennen, können sie die Auswirkungen der diagnostizierten Beschwerden auf den Berufs­alltag nicht bewerten.

Ausgehend von den ärztlich bestätigten gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie den beruflichen Anforderungen schätzen Versicherer den Berufs­­unfähigkeits-Grad ein. Hierbei setzen Versicherer Gutachter ein, die bei der Prüfung unterstützend tätig sind. Dies ist ein Grund dafür, dass Versicherte bereits bei der Antragstellung der BU eine Gesundheits­fragen beantworten müssen. Dies gehört zum Risiko-Management der Versicherer, mit dem sie einschätzen können, welches Risiko sie mit der Berufs­unfähigkeits­versicherung der Antragsteller eingehen.

Experten-Tipp:

„Wurde bei Ihnen eine Berufs­unfähigkeit festgestellt, sind Sie in der Regel zu einer Veränderungsmitteilung gegenüber Ihres Versicherers verpflichtet. Dies kann unter anderem eine Veränderung des Grades der Berufs­unfähigkeit sein, eine eintretende Pflegebedürftigkeit oder die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit.“

Foto von Alexander Velden
Alexander Velden
Berater

Ähnliche Diagnosen und ihre Abgrenzung zur Berufs­unfähigkeit

Im Zuge der Diagnoseverfahren zur Berufs­­unfähigkeit sind auch andere Diagnosen möglich. Die verschiedenen Optionen sind genau voneinander abzugrenzen. Ebenso ist es denkbar, dass statt der Berufs­unfähigkeit eine Arbeits­­unfähigkeit diagnostiziert wird. Diese unterscheidet sich von der Berufs­unfähigkeit durch den zeitlichen Aspekt: Sie gilt nur für einen begrenzten Zeitraum. Es ist also davon auszugehen, dass Berufs­tätige bald wieder arbeitsfähig werden. Bei einer solchen Arbeits­unfähigkeit leistet die sogenannte Arbeits­unfähigkeits­versicherung.

Eine ebenso von der Berufs­unfähigkeit abzugrenzende Diagnose ist die Erwerbs­­unfähigkeit. Diese bescheinigt Versicherten, dass sie nicht mehr imstande sind, am Arbeits­leben teilzuhaben. Anders als bei der Berufs­unfähigkeit sind hierbei auch keine anderen Tätigkeiten mehr vorstellbar. Diese Diagnose ist die Grundlage für die Beantragung der gesetzlichen Erwerbs­minderungsrente. Deren Höhe ist gestaffelt nach dem Umfang der Erwerbs­unfähigkeit. In voller Höhe ist die Erwerbs­minderungsrente zu zahlen, wenn Versicherte nur noch weniger als drei Stunden pro Tag einer Beschäftigung nachgehen können.