Riester-Rente für Freiberufler

Kosten, Leistungen, aktuelle Testergebnisse & Vergleich (2021)
Wir sind stolz auf eine hohe Kundenzufriedenheit!

Überzeugen Sie sich selbst

Logos von Google, Trustpilot, Trustedshops und ProvenExpert.com
Illustration einer Uhr

Das Wichtige in Kürze

  • Eine Riester-Rente kann auch für Freiberufler eine optimale Form der privaten Altersvorsorge sein.
  • Dabei müssen Freiberufler bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit sie auch eine staatliche Förderung zur Riester-Rente erhalten.
  • Doch auch ein nicht geförderter Riester-Vertrag kann sich lohnen – lesen Sie im Beitrag, welche Vorteile dies für Freiberufler hat.
Inhalt dieser Seite
  1. Riester Rente für Freiberufler: Voraussetzungen
  2. Zulagen und Förderungen
  3. Vorteile & Nachteile
  4. Tipps
  5. Kosten
  6. Aktuelle Testergebnisse
  7. Riester Vergleich für Freiberufler
  8. h weitere ­­versicherungen und themen f r freiberufler

Lohnt sich eine Riester-Rente für Freiberufler?

Grundsätzlich gilt: Einen Riester-Sparvertrag kann ausnahmslos jeder in Deutschland wohnende oder arbeitende Freiberufler abschließen. Um die staatliche Förderung für die Riester-Rente zu erhalten, müssen Freiberufler jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Eine Riester-Rente für Freiberufler kann sich jedoch auch lohnen, wenn kein Anspruch auf die staatliche Förderung besteht. Dies ist vor allem durch die steuerlichen Vorteile möglich, die sich nur aus einem nicht geförderten Vertrag ergeben.

Voraussetzungen für die Riester-Rente für Freiberufler

Eine unmittelbare Förderung ist nur möglich, wenn Freiberufler Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Renten­versicherung zahlen. In anderen Fällen kommt eine mittelbare Förderung in Frage, wenn der Ehepartner unmittelbar förderfähig ist.

Diese Freiberufler sind renten­versicherungspflichtig

lesen

Im Sozialgesetzbuch (SGB) Sechstes Buch (VI) Gesetzliche Renten­versicherung § 2 werden jene selbständig tätigen Berufsgruppen aufgeführt, die renten­versicherungspflichtig sind. Wer einen solchen Beruf ausübt, kann auch Riester-Produkte erwerben und von staatlichen Zulagen profitieren:

  • Lehrer und Erzieher, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keinen ­versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen,
  • Pflegepersonen, die in der Kranken-, Wochen-, Säuglings- oder Kinderpflege tätig sind und im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keinen ­versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen,
  • Hebammen und Entbindungspfleger,
  • Seelotsen der Reviere im Sinne des Gesetzes über das Seelotsenwesen,
  • Künstler und Publizisten nach näherer Bestimmung des Künstlersozial­versicherungsgesetzes,
  • Hausgewerbetreibende,
  • Küstenschiffer und Küstenfischer, die zur Besatzung ihres Fahrzeuges gehören oder als Küstenfischer ohne Fahrzeug fischen und regelmäßig nicht mehr als vier ­versicherungspflichtige Arbeitnehmer beschäftigen,
  • Gewerbetreibende, die in die Handwerksrolle eingetragen sind und in ihrer Person die für die Eintragung in die Handwerksrolle erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, wobei Handwerksbetriebe im Sinne der §§ 2 und 3 der Handwerksordnung sowie Betriebsfortführungen auf Grund von § 4 der Handwerksordnung außer Betracht bleiben; ist eine Personengesellschaft in die Handwerksrolle eingetragen, gilt als Gewerbetreibender, wer als Gesellschafter in seiner Person die Voraussetzungen für die Eintragung in die Handwerksrolle erfüllt,
  • Personen, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keinen ­versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen und auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind; bei Gesellschaftern gelten als Auftraggeber die Auftraggeber der Gesellschaft.
  • Als Arbeitnehmer im Sinne des Satzes 1 Nr. 1, 2, 7 und 9 gelten:
    • auch Personen, die berufliche Kenntnisse, Fertigkeiten oder Erfahrungen im Rahmen beruflicher Bildung erwerben,
    • nicht Personen, die geringfügig beschäftigt sind,
    • für Gesellschafter auch die Arbeitnehmer der Gesellschaft.

Zulagen und Förderungen der Riester-Rente für Freiberufler

Für die Riester-Rente gelten großzügige staatliche Förderregelungen. Im Rahmen der unmittelbaren oder mittelbaren Förderung haben Riester-Sparer, sofern sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, einen Anspruch auf die staatlichen Zulagen, wie die Grundzulage und die Kinderzulage, oder Steuervorteile, mit denen die Riester-Rente gefördert wird. Zwischen förderberechtigten Arbeitnehmern und Freiberuflern gibt es hier keine Unterschiede. 

Jedoch profitieren auch Freiberufler, die für ihre Riester-Rente keine staatliche Förderung erhalten können, durch steuerliche Regelungen, die für Riester-Fondssparpläne sowie die Auszahlungsphase der Riester-Rente gelten.

Mittelbare Förderung

Für Freiberufler, die keinen Anspruch auf eine unmittelbare Förderung ihrer Riester-Rente besitzen, kommt jedoch eine mittelbare Förderung infrage, sofern ihr Ehepartner 

  • unmittelbar förderfähig ist
  • im gleichen Haushalt lebt
  • einen Riester-Sparvertrag besitzt 
  • und sie eine eigene Riester-Rente abschließen, die sie pro Jahr mindestens mit dem Sockelbetrag von 60 Euro bedienen. 

Im Rahmen der mittelbaren Förderung können Freiberufler ebenfalls die komplette staatliche Riester-Förderung in Anspruch nehmen. Wie dies genau funktioniert, lesen Sie hier:

Mittelbar begünstigt in der Riester-Rente

Vorteile der Riester-Rente für Freiberufler

Zwar können Freiberufler, für deren Riester-Rente keine mittelbare oder unmittelbare Förderung in Frage kommt, weder die staatlichen Zulagen noch den für Riester-Renten geltende Steuerfreibetrag geltend machen – trotzdem kann auch ein nicht geförderter Riester-Vertrag für sie von Nutzen sein. Hier wirken sich einige weitere steuerliche Regelungen aus, die den Interessen von Freiberuflern weit entgegenkommen.

Begünstigung für Fondssparpläne

lesen

Riester-Fondssparpläne werden grundsätzlich steuerlich begünstigt. Während für die Renditen anderer Kapitalanlagen oberhalb des Sparerfreibetrags von derzeit 801 Euro (über alle vorhandenen Geldanlagen) eine jährliche Abgeltungssteuer fällig wird, sind Riester-Fondssparpläne und Riester-Fondspolicen während der Ansparphase komplett davon befreit. Dieser Steuervorteil wirkt sich vor allem bei höheren monatlichen Sparbeträgen günstig aus. Er ist auch bei nicht geförderten Riester-Verträgen ohne Einschränkungen gegeben.

Steuervorteile in der Auszahlungsphase

lesen

In der Auszahlungsphase kommen weitere Vorteile für nicht geförderte Riester-Renten zum Tragen. Normale Riester-Renten unterliegen der sogenannten nachgelagerten Besteuerung – bei der Auszahlung werden sie behandelt wie jedes andere Einkommen und müssen mit dem vollen individuellen Steuersatz versteuert werden. Nicht geförderte Riester-Renten werden anders und dagegen vorteilhafter behandelt.

Flexibilität bei der Auszahlung

lesen

Zudem dürfen aus geförderten Riester-Verträgen zum Beginn der Auszahlungsphase maximal 30 Prozent des angesparten Kapitals auf einen Schlag entnommen werden. Freiberufler, die einen nicht geförderten Riester-Vertrag besitzen, können dagegen die gesamte angesparte Summe als Einmalzahlung erhalten. Steuerlich wird eine Einmalzahlung aus einem nicht geförderten Vertrag behandelt wie eine private Lebens­versicherung: Der Anleger muss diese Summe lediglich mit der Hälfte seines individuellen Steuersatzes versteuern, wenn der Vertrag zuvor mindestens zwölf Jahre lang bestanden hat und die Auszahlung nicht vor der Vollendung des 62. Lebensjahres vorgenommen wird.

Vorteile auch bei monatlicher Auszahlung

lesen

Von einem nicht geförderten Riester-Sparvertrag profitieren steuerlich auch Freiberufler, die sich bei der Auszahlung der Riester-Rente statt für eine Einmalzahlung für eine monatliche Rentenzahlung entscheiden. In diesem Fall werden die steuerlichen Regelungen für private Renten­versicherungen angewendet. Zu versteuern ist somit nur der Ertragsanteil der Rente, der sich nach dem Alter des Riester-Sparers richtet. Je älter dieser zum Zeitpunkt des erstmaligen Rentenbezuges ist, desto geringer ist der steuerpflichtige Rentenanteil.

Steuervorteile bei “übersparten” Verträgen

lesen

Die Steuervorteile, die Freiberufler für nicht geförderte Riester-Renten in Anspruch nehmen können, gelten auch für geförderte, jedoch „übersparte“ Verträge, in die mehr als die vorgegebenen vier Prozent des Jahresbruttos geflossen sind. In diesem Fall kann der Riester-Sparer während der Ansparphase auf Kapitalerträge eine entsprechende Reduktion der Abgeltungssteuer geltend machen. In der Auszahlungsphase kann er anteilig die vorteilhafteren steuerlichen Regelungen nutzen.

Nachteile der Riester-Rente für Freiberufler

Die Riester-Rente war in den letzten Jahren immer wieder Zielscheibe teils berechtigter Kritik. Gerade in Zeiten von niedrigen Zinsen fallen die Renten oft geringer aus, als den Sparenden lieb ist. Ob sich die Riester-Rente lohnt, hängt unter anderem von 

  • der Form der Geldanlage
  • der familiären Situation (z.B. Anzahl der Kinder)
  • und der Länge der Ansparphase ab.

Sowohl unmittelbar als auch mittelbar zulageberechtigte Freiberufler sollten also sorgfältig prüfen, ob die Riester-Rente auch ohne staatliche Zulagen genug Vorteile für Sie aufweist, dass Sie über die Nachteile hinwegsehen können. Eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile eines Riester-Vertrages im Allgemeinen finden Sie hier:

Vor- und Nachteile der Riester-Rente 

Eine beliebte Alternative für Freiberufler und andere Selbständige ist die Rürup-Rente. Alle Informationen zu Kosten und steuerlichen Bedingungen sowie die Möglichkeit für ein individuelles Angebot bekommen Sie hier:

Rürup-Rente

Tipps zur Riester-Rente für Freiberufler

Bei der Entscheidung für oder gegen einen Riester-Vertrag gibt es viel zu beachten. Hier sind ein paar Tipps, was sie neben den bereits angesprochenen Punkten beachten sollten:

Kosten der Riester-Rente für Freiberufler

Die Kosten einer Riester-Rente lassen sich nicht pauschal beziffern. Abhängig sind sie insbesondere vom gewählten Riester-Produkt und der monatlichen Beitragshöhe. Für einen geförderten Riester-Vertrag verlangt der Gesetzgeber einen jährlichen Mindestbeitrag von 60 Euro, steuerlich abzugsfähig sind die Kosten einer Riester-Rente bis zur Grenze von 2.100 Euro. Maßgeblich für den Erhalt der vollen Förderung ist auch bei Freiberuflern, dass vier Prozent des letzten Jahresbruttos für die Riester-Rente aufgewendet werden.

Rechenbeispiel

Ein Freiberufler verfügt über ein monatliches Bruttoeinkommen von 2.000 Euro, hat zwei nach 2008 geborene Kinder und ist unmittelbar förderberechtigt. Im vergangenen Jahr hat er ein Bruttoeinkommen von 24.000 Euro erzielt. In dieser Tabelle können Sie sehen, wie sich sein Riester-Beitrag berechnet:

Vorjahresbrutto24.000 €
4% des Vorjahresbrutto60 €
Abzüglich Grundzulage, da bezuschusst-175 €
Abzüglich Kinderzulage, da bezuschusst-600 €
Mindestbeitrag für die Riester-Rente185 € jährlich 
15 € monatlich

Einen Einfluss auf die Kosten für die Riester-Rente haben auch die Konditionen, zu denen Riester-Produkte angeboten werden. Die Abschlusskosten für die Verträge gestalten die Anbieter variabel. Ihre Zahlung muss in den ersten fünf Jahren der Vertragslaufzeit erfolgen. Hinzu kommen Nebenkosten in Form von Verwaltungsgebühren, die selbst bei vergleichsweise günstigen Fondsanbietern meist bei etwa fünf Prozent des Sparbeitrages liegen.

Welche Riester-Rente passt zu mir?

Nutzen Sie unser kostenfreies Vergleichsformular, um einen individuellen Vergleich von Tarifen zu erhalten. Auf Grundlage Ihrer Angaben werden passende Angebote zusammengestellt

Riester-Rente für Freiberufler im Test

Unabhängige Testergebnisse für Riester-Renten für Freiberufler existieren bisher nicht. Die Ratings verschiedener Analysehäuser geben jedoch Hinweise auf die generelle Qualität von Riester-Produkten. In diese Ratings fließen jeweils verschiedene Kriterien – beispielsweise die Wirtschaftskraft des Anbieters, die Flexibilität und die Renditen der angebotenen Produkte, die Transparenz der Verträge sowie von Beratungsleistungen – ein. Welche Anbieter zu den aktuellen Testsiegern gehören, haben wir Ihnen hier zusammengefasst:

Riester-Renten im Test

Hinweise zum Vergleich

Angebote für Riester-Verträge gibt es auf dem Markt in großer Vielfalt. Freiberufler, die sich eine für ihre persönlichen Verhältnisse optimale Riester-Rente wünschen, benötigen einen ausführlichen Versicherungsvergleich. Wichtige Punkte sind auch die Kosten des Vertrages sowie das Ausmaß der Risikoorientierung. Eine Riester-Rente, die durch Fondsgewinne und Überschussbeteiligungen möglichst hohe Erträge erwirtschaften soll, ist mit einem höheren Risiko verbunden, dass allerdings durch eine Beitragsgarantie begrenzt wird. 

Jetzt persönlichen Tarifvergleich anfordern

Weitere Personengruppen in der Riester-Rente

Weitere Versicherungen und Themen für Freiberufler

Die Arbeitsfelder und -bedingungen von Selbstständigen und Freiberuflern sind vielfältig. Damit geht auch eine große Vielfalt von Risiken einher, gegen welche Sie sich jedoch versichern können.