Das erwartet Sie hier
Welche Zulagen und welchen Steuervorteil die Riester-Förderung bietet, wer den Berufseinsteigerbonus bekommt und was die Reform 2027 für Ihren Vertrag ändert.
Inhalt dieser SeiteDas Wichtigste in Kürze
- Die Riester-Förderung hat 4 Bausteine: 175 € Grundzulage, 185 oder 300 € Kinderzulage je Kind, einmalig 200 € Berufseinsteigerbonus und den Steuervorteil über den Sonderausgabenabzug.
- Die vollen Zulagen gibt es nur mit dem Mindesteigenbeitrag: 4 % Ihrer beitragspflichtigen Vorjahreseinnahmen, höchstens 2.100 €, abzüglich der Zulagen, mindestens 60 €.
- Den Berufseinsteigerbonus bekommen unmittelbar Förderberechtigte, die zu Beginn ihres ersten Beitragsjahres mit Zulagenantrag jünger als 25 sind.
- Ihr bestehender Vertrag behält die alte Förderung auch nach 2026. Wer ab 2027 in die neue Förderung wechselt oder neu abschließt, bekommt bis zu 540 € Grundzulage, braucht dafür aber 1.800 € Eigenbeitrag.

Oliver Karp
Unser Experte für Altersvorsorge
Mehr als die Hälfte dessen, was eine Familie in ihren Riester-Vertrag spart, kann vom Staat kommen…
… vorausgesetzt, der eigene Beitrag stimmt. Beispielsweise zahlt eine Sparerin mit zwei Kindern 625 Euro selbst und bekommt 775 Euro Zulagen. Die volle Summe fließt aber nur, wenn der Eigenbeitrag zum Vorjahreseinkommen passt und die Zulage beantragt ist, und zwar für jedes Beitragsjahr. Wer nach einer Gehaltserhöhung nicht nachzieht, Änderungen nicht meldet oder den Antrag versäumt, verliert einen Teil der Förderung. Wir erklären Grundzulage, Kinderzulage, Berufseinsteigerbonus und Steuervorteil, zeigen, wie Sie die Förderung beantragen, und rechnen vor, für wen sich der Wechsel in die neue Förderung ab 2027 lohnt und für wen nicht.
Wie viel Förderung gibt es bei der Riester-Rente?
Die Riester-Förderung besteht aus Zulagen und einem Steuervorteil. Jeder Förderberechtigte bekommt 175 Euro Grundzulage im Jahr, dazu 185 oder 300 Euro für jedes Kind mit Kindergeld und unter 25 einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus. Das Finanzamt prüft zusätzlich, ob der Sonderausgabenabzug mehr bringt.
Reform 2027: Was das für Ihre Förderung bedeutet
Für Ihren bestehenden Riester-Vertrag gelten Grundzulage, Kinderzulage, Berufseinsteigerbonus und Steuerabzug unverändert weiter, auch nach 2026 und bis die Auszahlung beginnt. Neue Riester-Verträge gibt es nur noch bis zum 31.12.2026. Ab dem 01.01.2027 gilt für neue Verträge wie das Altersvorsorgedepot und nach einem Wechsel in die neue Förderung eine Grundzulage, die mit Ihrem Beitrag wächst, bis zu 540 Euro im Jahr. Alle neuen Zulagen mit Rechenbeispielen finden Sie auf unserer Seite zur Förderung im Altersvorsorgedepot.
Alte und neue Riester-Förderung im Vergleich
Welche Spalte für Sie gilt, hängt vom Förderrecht Ihres Vertrags ab. Wer einen Riester-Vertrag hat und nichts unternimmt, bleibt im alten Recht, die linke Spalte gilt also für fast alle Leser. Die rechte Spalte betrifft Sie nur, wenn Sie ab 2027 ausdrücklich wechseln oder einen neuen geförderten Vertrag abschließen.
| Regel | Riester-Vertrag bis 31.12.2026 | Neues Recht ab 2027 (neuer Vertrag oder Wechsel) |
|---|---|---|
| Grundzulage | 175 € im Jahr | 50 % auf die ersten 360 €, 25 % bis 1.800 €, höchstens 540 € |
| Kinderzulage | 185 € bis Jahrgang 2007, 300 € ab Jahrgang 2008 | 100 % des Beitrags, höchstens 300 € je Kind |
| Berufseinsteigerbonus | Einmalig 200 €, wenn jünger als 25 | Einmalig 200 €, wenn jünger als 25 |
| Mindesteigenbeitrag | 4 % der Vorjahreseinnahmen, höchstens 2.100 €, minus Zulagen, mindestens 60 € | 120 € im Jahr |
| Steuerabzug | Bis 2.100 € einschließlich Zulagen | Bis 1.800 € plus Zulage |
Rechtsgrundlage sind § 84 EStG für Grundzulage und Berufseinsteigerbonus, § 85 EStG für die Kinderzulage und § 10a EStG für den Steuerabzug. Für Verträge, die vor dem 01.01.2027 abgeschlossen sind, gelten diese Vorschriften in der bisherigen Fassung weiter, bis die Auszahlung beginnt.
Wo Sie die Einzelheiten finden
Diese Seite zeigt, wie die Bausteine der Förderung zusammenspielen. Wem die Kinderzulage zusteht und wie lange sie läuft, erklärt unsere Seite zur Riester-Kinderzulage. Wie Sie Mindesteigenbeitrag, Sockelbetrag und Höchstbetrag Schritt für Schritt berechnen, steht unter Mindestbeitrag und Höchstbetrag.
Wie das Finanzamt Zulagen und Steuervorteil gegeneinander rechnet, zeigt die Seite zur Günstigerprüfung. Wann Ihr Ehepartner ohne eigene Förderberechtigung über Sie Zulagen bekommt und welchen Beitrag er dafür zahlen muss, lesen Sie unter mittelbar begünstigt.
Wer bekommt welche Riester-Zulage?
Jede Zulage hat eigene Bedingungen. Gemeinsam ist allen: Sie müssen förderberechtigt sein, einen zertifizierten Riester-Vertrag haben, den Mindesteigenbeitrag zahlen und die Zulage beantragen.
Wer gefördert wird
Unmittelbar gefördert werden alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind: Arbeitnehmer, Auszubildende, rentenversicherungspflichtige Minijobber und versicherungspflichtige Selbständige. Dazu kommen Beamte, Richter und Soldaten mit Einwilligung, Bezieher von Arbeitslosengeld und Eltern in der Kindererziehungszeit. Ehepartner ohne eigene Berechtigung werden über den Partner mittelbar gefördert.
Wer Grundsicherungsgeld bezieht, das am 01.07.2026 das Bürgergeld abgelöst hat, bleibt gefördert, wenn er unmittelbar vorher förderberechtigt war. Das Riester-Vermögen zählt dabei nicht als Vermögen. Selbständige ohne Versicherungspflicht sind im alten Recht nicht gefördert, sondern erst im neuen Recht ab 2027. Alle Gruppen im Einzelnen finden Sie unter Riester-Rente für Personengruppen.
Die Grundzulage: 175 Euro im Jahr
Die Grundzulage beträgt seit dem Beitragsjahr 2018 jährlich 175 Euro. Sie bekommen sie in voller Höhe, wenn Sie den Mindesteigenbeitrag zahlen. Zahlen Sie weniger, kürzt die Zentrale Zulagenstelle die Zulage im Verhältnis von gezahltem zu nötigem Beitrag. Mehr einzuzahlen erhöht die Zulage nicht, kann aber Ihren Steuervorteil vergrößern.
Weil die Zulage ein fester Betrag ist, profitieren Geringverdiener am stärksten. Das gilt auch im Alter: Bekommen Sie Grundsicherung, bleiben von der Riester-Rente 100 Euro im Monat plus 30 Prozent des übersteigenden Betrags anrechnungsfrei, höchstens die Hälfte der Regelbedarfsstufe 1 (§ 82 SGB XII).
Berufseinsteigerbonus bei Riester: 200 Euro für Sparer unter 25
Der Berufseinsteigerbonus erhöht die Grundzulage einmalig um 200 Euro. Ihn bekommen unmittelbar Förderberechtigte, die zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Gezahlt wird er für das erste Beitragsjahr ab 2008, für das Sie überhaupt eine Zulage beantragen. Mittelbar begünstigte Ehepartner bekommen ihn nicht.
Entscheidend ist also nicht das Datum des Vertragsabschlusses, sondern Ihr Alter am 1. Januar des ersten Jahres mit Zulagenantrag. Einen eigenen Antrag brauchen Sie nicht, der Bonus läuft über den normalen Zulagenantrag. Die Vertragsart spielt keine Rolle. Bei der Günstigerprüfung wird der Bonus nicht gegengerechnet, er bleibt Ihnen also auch bei einem höheren Steuervorteil.
Der Bonus senkt im ersten Jahr auch Ihren Mindesteigenbeitrag, weil alle Zulagen abgezogen werden. Im Folgejahr fällt er weg, und Ihr Eigenbeitrag steigt, auch wenn sich Ihr Einkommen nicht ändert. Das Beispiel zeigt einen 21-jährigen Angestellten mit 22.000 Euro beitragspflichtigen Einnahmen im Vorjahr.
| Rechenschritt | Erstes Jahr mit Bonus | Folgejahr ohne Bonus |
|---|---|---|
| Beitragspflichtige Einnahmen des Vorjahres | 22.000 € | 22.000 € |
| Davon 4 % | 880 € | 880 € |
| Minus Grundzulage | 175 € | 175 € |
| Minus Berufseinsteigerbonus | 200 € | Entfällt |
| Mindesteigenbeitrag im Jahr | 505 € | 705 € |
Im ersten Jahr zahlt er also 505 Euro, gut 42 Euro im Monat, im zweiten Jahr 705 Euro, knapp 59 Euro im Monat. Erhöhen Sie den Beitrag nach dem Bonusjahr, sonst kürzt die Zulagenstelle die Grundzulage. Wer im Vorjahr wenig verdient hat, kommt rechnerisch oft unter den Sockelbetrag und zahlt dann 60 Euro. Mehr unter Riester-Rente für Azubis.
Die Kinderzulage: 185 oder 300 Euro je Kind
Für jedes Kind, für das Ihnen gegenüber Kindergeld festgesetzt ist, gibt es eine Kinderzulage: 185 Euro im Jahr für Kinder bis Jahrgang 2007, 300 Euro für Kinder ab Jahrgang 2008. Bei verheirateten Eltern geht sie an die Mutter, auf gemeinsamen Antrag an den Vater. Alle Regeln zu Zuordnung und Dauer stehen auf unserer Seite zur Riester-Kinderzulage.
Der Steuervorteil: Sonderausgabenabzug bis 2.100 Euro
Zusätzlich zu den Zulagen können Sie Ihre Beiträge in der Steuererklärung als Sonderausgaben angeben, bis 2.100 Euro im Jahr einschließlich der Zulagen. Das Finanzamt rechnet von selbst aus, ob der Steuervorteil höher ist als Ihre Zulagen. Ist er höher, bekommen Sie die Differenz als Steuerermäßigung, sonst bleibt es bei den Zulagen.
Beantragen müssen Sie diese Günstigerprüfung nicht, Sie müssen aber die Anlage AV abgeben. Sie lohnt sich vor allem bei höherem Einkommen. Wie das Finanzamt rechnet, zeigt die Seite zur Günstigerprüfung, wie Sie die Anlage AV ausfüllen, die Seite zur Riester-Rente in der Steuererklärung.
Rechenbeispiel: So viel Förderung bekommt eine Familie
Sabine F. hat zwei Kinder der Jahrgänge 2010 und 2015 und hatte im Vorjahr 35.000 Euro beitragspflichtige Einnahmen. Für die volle Förderung müssen vier Prozent davon in ihren Vertrag fließen, Eigenbeitrag und Zulagen zusammen. Was nach Abzug der Zulagen übrig bleibt, zahlt sie selbst ein.
| Rechenschritt | Betrag |
|---|---|
| 4 % von 35.000 € | 1.400 € |
| Minus Grundzulage | 175 € |
| Minus Kinderzulage für 2 Kinder ab Jahrgang 2008 | 600 € |
| Eigenbeitrag im Jahr | 625 € |
Sabine F. zahlt 625 Euro selbst, 775 Euro kommen vom Staat: mehr als die Hälfte dessen, was im Jahr in ihren Vertrag fließt. Ob sich zusätzlich ein Steuervorteil ergibt, prüft das Finanzamt in der Günstigerprüfung (§§ 84 bis 86 EStG).
Wie bekomme ich die Riester-Förderung?
Die Zulagen gibt es nur auf Antrag, den Sie über Ihren Anbieter stellen, und zwar für jedes Beitragsjahr. Am einfachsten ist ein Dauerzulagenantrag. Den Steuervorteil holen Sie sich über die Anlage AV in Ihrer Steuererklärung.
In vier Schritten zur vollen Förderung
1. Zulagenantrag stellen
Den Antrag bekommen Sie von Ihrem Anbieter. Mit einem Dauerzulagenantrag stellt der Anbieter ihn jedes Jahr für Sie.
2. Beitrag prüfen
Rechnen Sie jedes Jahr vier Prozent Ihrer Vorjahreseinnahmen, höchstens 2.100 Euro, minus Zulagen nach, damit die Zulagen nicht gekürzt werden.
3. Frist einhalten
Der Antrag muss bis Ende des zweiten Jahres nach dem Beitragsjahr vorliegen, für 2024 also bis zum 31.12.2026.
4. Anlage AV abgeben
Tragen Sie Ihre Beiträge in der Steuererklärung ein, dann prüft das Finanzamt den Steuervorteil von selbst.
Dauerzulagenantrag: einmal erteilen, jedes Jahr Zulage
Mit einem Dauerzulagenantrag bevollmächtigen Sie Ihren Anbieter schriftlich, die Zulagen jedes Jahr für Sie zu beantragen. Sie können die Vollmacht bis zum Ende eines Beitragsjahres widerrufen. Änderungen müssen Sie trotzdem melden: ein neues Kind, das Ende des Kindergelds, Heirat, Trennung oder einen neuen Status. Geänderte rentenversicherungspflichtige Einnahmen melden Sie nicht. Mehr dazu unter Dauerzulagenantrag.
Wann die Zulage auf Ihrem Vertrag ankommt
Die Zulagen fließen nicht auf Ihr Girokonto, sondern in Ihren Riester-Vertrag und werden dort mit angelegt. Seit dem Beitragsjahr 2024 zahlt die Zentrale Zulagenstelle erst nach vollständiger Prüfung aus, also wenn Berechtigung und Kinderzulage geklärt sind. Das dauert länger als früher. Weicht das Ergebnis von Ihrem Antrag ab, erhalten Sie einen Bescheid.
Stimmt die Zulage nicht, die Ihr Anbieter in der jährlichen Bescheinigung ausweist, können Sie eine Festsetzung beantragen. Dafür haben Sie ein Jahr ab Erteilung der Bescheinigung Zeit (§ 90 EStG). Ausgezahlt werden die angesparten Zulagen mit Ihrem Vertrag ab Beginn der Auszahlung, mehr dazu unter Riester-Rente Auszahlung.
Wann verlieren Sie die Riester-Förderung?
Sie verlieren Förderung, wenn Sie den Antrag versäumen, zu wenig einzahlen, Änderungen nicht melden oder den Vertrag kündigen. Ab 2027 kommt eine neue Falle dazu: der unwiderrufliche Wechsel in die neue Förderung.
Die typischen Fehler
- Antrag zu spät:
Nach Ablauf der Zweijahresfrist ist die Zulage für dieses Jahr verloren, Beiträge für vergangene Jahre lassen sich nicht nachzahlen. - Beitrag nicht angepasst:
Nach einer Gehaltserhöhung oder dem Bonusjahr reicht der alte Beitrag oft nicht mehr, und die Zulagen werden gekürzt. - Änderungen nicht gemeldet:
Läuft der Dauerzulagenantrag mit alten Angaben weiter, fordert die Zulagenstelle zu viel gezahlte Zulagen zurück. - Mehr als zwei Verträge:
Zulagen gibt es höchstens für zwei Verträge, bei mehreren nur für die zwei mit den höchsten Beiträgen. - Kündigung:
Eine Auszahlung außerhalb der erlaubten Formen ist schädliche Verwendung, alle Zulagen und der Steuervorteil gehen zurück.
Kündigen kostet die gesamte Förderung
Bei einer Kündigung zahlen Sie alle Zulagen samt Berufseinsteigerbonus und die gesondert festgestellten Steuervorteile zurück (§ 93 EStG). Zusätzlich werden die Erträge im Vertrag steuerpflichtig. Fehlt gerade das Geld, ist beitragsfrei stellen fast immer die bessere Wahl: Der Vertrag ruht, und die bisherige Förderung bleibt darin.
Ohne Rückzahlung können Sie Kapital für die selbst genutzte Immobilie entnehmen, als Altersvorsorge-Eigenheimbetrag über Wohn-Riester. Zu Unrecht gezahlte Zulagen kann die Zulagenstelle auch Jahre später direkt bei Ihnen zurückfordern, mehr dazu unter Rückforderung von Riester-Zulagen. Alle Folgen einer Auflösung erklärt die Seite zur Kündigung.
Vorsicht beim Wechsel in die neue Förderung
Ab 2027 können Sie gegenüber Ihrem Anbieter erklären, dass Ihre Verträge in die neue Förderung wechseln. Diese Erklärung ist unwiderruflich und gilt für alle Ihre Riester-Verträge zugleich. Dasselbe passiert automatisch, wenn Sie nach dem 31.12.2026 einen neuen geförderten Vertrag abschließen, etwa ein Altersvorsorgedepot. Die alten Zulagen gelten danach nicht mehr.
Für Gutverdiener ohne Kinderzulage kann sich der Wechsel lohnen. Bei 50.000 Euro beitragspflichtigen Vorjahreseinnahmen zahlen Sie im alten Recht 1.825 Euro für 175 Euro Grundzulage, im neuen Recht bringen 1.800 Euro Eigenbeitrag 540 Euro Grundzulage. Der Vorteil ist aber kleiner, als die Zulagen vermuten lassen: Bei diesem Einkommen bringt die Günstigerprüfung in beiden Fällen mehr als die Grundzulage. Entscheidend ist, dass Sie im neuen Recht 2.340 statt 2.000 Euro als Sonderausgaben abziehen, je nach Steuersatz sind das rund 100 Euro im Jahr. Für Familien mit kleinem Einkommen ist es dagegen meist ein schlechter Tausch, denn im alten Recht reichen 60 Euro für die vollen Zulagen.
Eine Falle betrifft Ehepaare: Behält der unmittelbar geförderte Partner seinen alten Riester-Vertrag und schließt der mittelbar geförderte Partner ab 2027 einen neuen Vertrag ab, bekommt dieser dafür keine Zulage. Welche Wege es für Ihren Vertrag gibt und was sie kosten, erklärt unsere Seite Riester-Rente wechseln.
Experten-Tipp:
Die Förderung kommt nicht von allein
„Grundzulage, Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus gibt es nur auf Antrag und nur in voller Höhe, wenn der Eigenbeitrag zum Vorjahreseinkommen passt. Ich rate jedem, einmal im Jahr die Bescheinigung des Anbieters mit dem eigenen Beitrag abzugleichen, besonders nach einer Gehaltserhöhung oder dem Bonusjahr. Und bevor jemand 2027 in die neue Förderung wechselt, rechnen wir beide Wege durch. Die Erklärung gilt für alle Verträge und ist endgültig.“
Lassen Sie prüfen, ob Ihre Riester-Förderung vollständig ankommt
Wir prüfen kostenfrei, ob Ihr Vertrag alle Zulagen bekommt, ob Ihr Eigenbeitrag reicht und ob sich für Sie ein Wechsel in die neue Förderung lohnt.
- Prüfung Ihres Vertrags, eines neuen Riester-Vertrags und des Altersvorsorgedepots
- Prüfung von Zulagen und Mindesteigenbeitrag
- Ehrliche Rechnung alte gegen neue Förderung
Die häufigsten Fragen zur Riester-Förderung
Wie hoch ist die staatliche Riester-Förderung?
Die Grundzulage beträgt 175 Euro im Jahr. Für Kinder, die bis Ende 2007 geboren sind, gibt es 185 Euro Kinderzulage, ab Jahrgang 2008 sind es 300 Euro je Kind. Wer zu Beginn seines ersten Beitragsjahres mit Zulagenantrag jünger als 25 ist, bekommt einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus. Dazu kommt ein möglicher Steuervorteil über den Sonderausgabenabzug bis 2.100 Euro.
Was ist der Unterschied zwischen Riester-Zulage und Riester-Förderung?
Riester-Zulagen sind nur die direkten Zahlungen des Staates in Ihren Vertrag: Grundzulage, Kinderzulage und Berufseinsteigerbonus. Die Riester-Förderung umfasst zusätzlich den Steuervorteil, den das Finanzamt über die Günstigerprüfung gewährt, wenn er höher ist als die Zulagen.
Was ist der Sockelbetrag?
Der Sockelbetrag ist der Mindestbetrag von 60 Euro im Jahr, den Sie für die volle Förderung immer einzahlen müssen. Er gilt, wenn Ihr rechnerischer Mindesteigenbeitrag, also vier Prozent der Vorjahreseinnahmen minus Zulagen, darunter liegt. Wer weniger als den rechnerischen Betrag einzahlt, bekommt gekürzte Zulagen. Mittelbar begünstigte Ehepartner zahlen mindestens 60 Euro im Jahr.
Wer bekommt den Berufseinsteigerbonus bei Riester?
Unmittelbar Förderberechtigte, die zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Gezahlt wird er einmalig für das erste Beitragsjahr, für das Sie eine Zulage beantragen (§ 84 EStG). Mittelbar begünstigte Ehepartner bekommen ihn nicht.
Kann ich den Berufseinsteigerbonus noch nachholen?
Der Bonus hängt am ersten Beitragsjahr, für das Sie eine Zulage beantragen. Waren Sie zu Beginn dieses Jahres jünger als 25, bekommen Sie ihn, auch wenn Sie den Antrag erst später stellen. Die Frist endet mit dem zweiten Jahr nach dem Beitragsjahr: Für 2024 können Sie den Antrag noch bis zum 31.12.2026 stellen.
Gibt es die Riester-Förderung nach 2026 noch?
Ja. Für Riester-Verträge, die bis zum 31.12.2026 abgeschlossen sind, gelten Grundzulage, Kinderzulage, Berufseinsteigerbonus und Steuerabzug weiter, bis die Auszahlung beginnt. Nur wer ab 2027 in die neue Förderung wechselt oder einen neuen geförderten Vertrag abschließt, wechselt in das neue Recht.
Wie hoch ist die neue Förderung ab 2027?
Im neuen Recht gibt es 50 Prozent Zulage auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag und 25 Prozent auf jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro, zusammen höchstens 540 Euro im Jahr. Die Kinderzulage beträgt 100 Prozent des Beitrags, höchstens 300 Euro je Kind. Der Berufseinsteigerbonus von 200 Euro bleibt.
Für wie viele Riester-Verträge bekomme ich Zulagen?
Für höchstens zwei Verträge im Jahr (§ 89 EStG). Haben Sie mehr, gibt es die Zulage nur für die zwei Verträge mit den höchsten Beiträgen.
Muss ich die Förderung zurückzahlen, wenn ich kündige?
Ja. Eine Kündigung ist eine schädliche Verwendung, Sie zahlen alle Zulagen und die gesondert festgestellten Steuervorteile zurück, auch den Berufseinsteigerbonus. Zusätzlich werden die Erträge steuerpflichtig. Beitragsfrei stellen ist meist besser, weil die Förderung im Vertrag bleibt.
Bekomme ich Riester-Förderung, wenn ich Grundsicherungsgeld beziehe?
Ja, wenn Sie unmittelbar vor dem Bezug förderberechtigt waren. Grundsicherungsgeld hat am 01.07.2026 das Bürgergeld abgelöst. Ihr gefördertes Riester-Vermögen bleibt dabei unberücksichtigt (§ 12 SGB II), Sie müssen den Vertrag also nicht auflösen.
Wann wird die Riester-Zulage gutgeschrieben?
Seit dem Beitragsjahr 2024 zahlt die Zentrale Zulagenstelle die Zulagen erst nach vollständiger Prüfung aus. Sie fließen dann über den Anbieter in Ihren Vertrag, nicht auf Ihr Girokonto. Bis die Zulage auf dem Vertrag steht, kann deshalb deutlich mehr Zeit vergehen als früher.
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