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Riester-Rente für Selb­ständige

Unter bestimmten Bedingungen können auch Selbständige Riester-Förderung bekommen.
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Riester-Rente kann für Selbständige staatlich gefördert werden, wenn sie in der gesetzlichen Renten­versicherung pflichtversichert sind.
  • Einige Selbständige sind dies automatisch, wie z. B. Lehrer oder Künstler.
  • Selbständige, die mit einem unmittelbar Förderberechtigten verheiratet sind, können Zulagen durch die mittelbare Förderberechtigung erhalten.
  • Steuervorteile erhalten Selb­ständige auch bei der un­ge­förderten Riester-Rente – sogar andere, als normale Riester-Sparer.
  • In aktuellen Tests schneiden v. a. Allianz, Alte Leipziger, Concordia und R+V sehr gut ab (Franke/­Bornberg, IVFP 2019)

Die Riester-Rente für Selbständige

Eine attraktive Option ist die Riester-Rente als private Altersvorsorge unter anderem aufgrund der staatlichen Riester-Förderungen. Doch Selbständige gehören nicht zur der Gruppe der unmittelbar begünstigten Riester-Sparer. Voraussetzung für den Erhalt staatlicher Förderungen ist die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Dazu gehören Selbständige in den meisten Fällen nicht. Dennoch gibt es Wege, wie Selbständige die Riester-Rente profitabel für sich nutzen können.

… mehr zur Riester-Rente

Wie können Selb­ständige Riester-Förderung erhalten?

1. Freiwillige Pflichtversicherung in der gesetzlichen Ren­ten­ver­sicherung

Es gibt auch die Möglichkeit, freiwillig in die Rentenkasse einzuzahlen. Entscheiden sich Selbständige dafür, dann gelten sie als Pflicht­versicherte der gesetzlichen Renten­versicherung und sind somit förder­berechtigt im Sinne der Riester-Rente.

2. Über den unmittelbar be­günstigten Ehepartner

Zu den unmittelbar Begünstigten in der Riester-Rente gelten vor allem ren­ten­versicherungs­pflichtige Angestellte. Ist man als Selbständiger mit einem solchen verheiratet und bespart dieser einen Riester-Vertrag, kann der Selbständige zum mittelbar Begünstigten werden. Somit würde der selbständige Ehepartner alle Förderungen unter den gleichen Voraussetzungen erhalten, wie unmittelbar Förderberechtigte. Dieser Status bleibt bis zu einer Scheidung erhalten.

… mehr zum Thema unmittelbar & mittelbar begünstigt

3. Bestimmte Selbständige sind pflichtversichert

Es gibt bestimmte Gruppen von Selbständigen, die automatisch in der gesetzlichen Renten­versicherung versichert sind. Dazu gehören u. a. Kammerberufe oder Freiberufler, die in die Künstlersozialkasse einzahlen. Dazu gehören u. a.:

  • Lehrer
  • Erzieher
  • Hebammen, Tagesmütter, Pflegepersonal
  • Publizisten, Texter, Grafiker
  • Freischaffende Künstler
  • Handwerker
Was sind Leistungen der Riester-Rente?
Während der Sparphase bestehen die Leistungen der Riester-Rente vorrangig aus den staatlichen Zulagen. Dazu gehören:

Während der Auszahlungsphase zu Beginn des Renteneintritts besteht die Leistung in der Zahlung einer monatlichen Rente. Bei der Auszahlung der Riester-Rente kann auch vereinbart werden, sich das Kapital auf einmal auszahlen zu lassen.

… mehr zu den Leistungen der Riester-Rente

Warum sich Riestern für Selbständige auch ohne Zulagen lohnt

  • Anders als bei klassischen Fondssparplänen wird bei Riester-Fondssparplänen während des Ansparens keine Abgeltungssteuer erhoben. Der Zinses-Zins-Effekt, der maßgeblich für die Rendite verantwortlich ist, wenn über Jahrzehnte gespart wird, kann damit seine maximale Wirkung entfalten.
  • Die Garantie, dass man bei Auszahlung der Riester-Rente zum Rentenbeginn mindestens seine eingezahlten Beiträge zurückbekommt, gilt auch für nicht-geförderte Riester-Verträge.
  • Im Gegensatz zu geförderten Riester-Renten können Sparer mit ungeförderten Riester-Verträgen das gesamte Riester-Ersparte auf einmal ausgezahlt bekommen. Im Normalfall ist dies nur unter bestimmten Umständen oder bis zu einer bestimmten Höhe möglich. Selbständige, die dies nutzen wollen, müssen ihren Riester-Vertrag jedoch mind. 12 Jahre lang laufen und sich das Geld nicht bis zum 62. Lebensjahr auszahlen lassen.
  • Bei Ungeförderten Riester-Renten, die als monatliche Rente ausgezahlt werden, müssen nicht komplett besteuert werden. Selbständige ohne staatliche Förderungen müssen später also nur den sog. Ertragsanteil versteuern. Je älter der Rentner bei Erstbezug seiner Rente ist, desto niedriger der Ertragsanteil.

Riester- oder Rürup-Rente für Selbständige?

Oft hört man, dass die Riester-Rente besser für Angestellte und die Rürup-Rente besser für Selbständige sein. Speziell bei hohen Einkommen ist es für gewöhnlich tatsächlich die Rürup-Rente, die die größeren Vorteile anbietet. Prinzipiell gilt: Jeder darf eine Riester-Rente und jeder eine Rürup-Rente abschließen. Letztendlich kommt es immer auf die individuelle Situation an, welche Form der privaten Altersvorsorge am besten passt.

Die Riester-Rente ist für Selbständige durchaus ein sinnvolles Zusatzprodukt zu weiteren Maßnahmen wie der Rürup-Rente oder auch einer allgemeinen, nicht staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, beispielsweise über Immobilien oder Wertpapiere. Es ist absolut möglich, beide Rentenmodelle miteinander zu kombinieren, indem zwei Verträge abgeschlossen werden.

… mehr zur Rürup-Rente

Mit Experten-Hilfe zur besten Altersvorsorge

Wenn Sie sich unsicher sind, welche Form der privaten Altersvorsorge am besten zu Ihnen passt, ob Sie als Selbständiger eine Rürup-Rente abschließen sollten oder ob doch eine Riester-Rente vorteilhaft wäre, dann wenden Sie sich an uns. Wir haben Versicherungsexperten im Haus, die sich sowohl mit der Riester- als auch mit der Rürup und weiteren Formen der Altersvorsorge auskennen. Gemeinsam können sie Ihre individuelle Situation analysieren und schauen, was der beste Weg ist, um sich für das Alter ein zusätzliches Polster aufzubauen.

Kontaktieren Sie uns unter 030 120 82 82 8 oder unter kontakt@transparent-beraten.de. Nutzen Sie auch gern das folgende Formular.

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Kosten der Riester-Rente für Selbständige

Mit dem Riester-Vertrag gehen verschiedene Kosten einher, die der Anbieter gegenüber dem Versicherten erhebt. Eine große Position ist die Abschlussgebühr, die in aller Regel in den ersten fünf Jahren erhoben wird. Weil sie in dieser Zeit maßgeblich die Rendite schmälert, sollte ein Riester-Vertrag auch von Selbständigen immer über eine möglichst lange Zeit unterhalten werden.

Weitere Kostenpositionen sind beispielsweise:

  • Provisionen
  • verschiedene Gebühren
  • Verwaltungskosten

Da es den Anbietern der Riester-Rente frei ist, die eigenen Kosten selbst zu bestimmen, ergeben sich teilweise erhebliche Unterschiede. Die Abschluss- und Vertriebskosten bewegen sich zumeist bei etwa 550 Euro, Verwaltungs­kosten werden in einer Höhe von etwa 60 Euro erhoben. In der Auszahlungsphase werden die Verwaltungs­kosten meist prozentual bemessen und machen etwa 1,70 Prozent aus. Wer seinen Riester-Anbieter später einmal wechseln möchte, muss mit weiteren Kosten in dreistelliger Höhe rechnen.

Bedenken Sie, dass es sich hierbei nur um grobe Orientierungswerte handelt und die Kosten­spannen zwischen den Anbietern durchaus groß sind. Es ist außerdem denkbar, dass Vergünstigungen angeboten werden oder Kosten konsequent prozentual erhoben werden, was dann vor allem Riester-Sparer mit hohen regelmäßigen Einlagen treffen würde.

Was muss ich als Selbständiger an Beitrag zahlen?
Wie viel Sie tatsächlich monatlich bzw. jährlich in Ihren Vertrag einzahlen müssen, ist in erster Linie Ihnen überlassen. Dabei gilt natürlich, dass Sie mehr Rendite erwirtschaften und eine höhere Alters­rente erzielen, je mehr Sie einzahlen. Wenn Sie mittelbar begünstigt durch Ihren Ehepartner sind, müssen Sie mind. den Sockelbetrag von 60 Euro im Jahr einzahlen, um die staatlichen Zulagen zu erhalten.
… mehr zu den Kosten der Riester-Rente

Riester-Rente für Selbständige im Test

Verschiedene Tests geben Interessierten Aufschluss darüber, welche Anbieter mit ihrer Riester-Rente eine attraktive Option darstellen. Unabhängige Testergebnisse zur Riester-Rente sollten als erste Orientierung genutzt werden. In einem zweiten Schritt kann man die Testsieger vergleichen und schauen, ob sie mit ihren Tarifen auch auf die eigene individuelle Situation passen.

Franke und Bornberg 2019: Riester-Rente im Test

Das Institut Franke und Bornberg hat Tarife der Riester-Rente in verschiedene Kategorien unterteilt. Diese Kategorien richten sich nach Art der Riester-Rente. Grundlage für die Unter­suchungen sind stets die rechts­verbind­lichen Versicherungs­bedingungen (Quelle).

Bei der klassischen Riester-Rente wurden 15 Anbieter getestet. Dabei ergeben sich, ausschnittsweise, die nachfolgenden Ergebnisse:

  • Die R+V Lebensversicherung AG erhält mit ihrem LZU RiesterRente Tarif die Bestnote von 0,5/FFF+
  • Ebenfalls positiv bewertet wurde die Concordia mit zwei Tarifen, die jeweils die Note 1,0 und 1,2 erhielten
  • Die HanseMerkur sowie die TARGO bieten Riester-Verträge an, die besser als die Note 1,5 abschnitten
  • Das schlechteste Ergebnis im Test erhielt die Itzehoer Lebensversicherungs AG mit einer Note von 3,7

Interessierte können ebenfalls Testergebnisse für beitrags- und garantieorientierte hybride Rentenversicherungen sowie für neue klassische Rentenmodelle finden.

IVFP 2019: Riester-Rating

Vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) wurde ein weiterer umfassender Test zur Riester-Rente durchgeführt (Quelle).

Mehrere Anbieter und Tarife erhielten die Gesamtnote „Exzellent“, dazu gehörten u. a.:

  • Allianz RiesterRente IndexSelect (und Plus-Tarif)
  • Relax RiesterRente Classic von Axa
  • RiesterRente index-safe von Stuttgarter Lebensversicherung

Der Test sieht eine Unterteilung in klassische und fondsgebundene Modelle vor. Ein „Exzellent wurde an fondsgebundene Riester-Verträge mit Garantien an diese vergeben:

  • Allianz RiesterRente InvestFlex
  • Relax RiesterRente Comfort und Chance von Axa
  • RiesterRente performance-safe der Stuttgarter LV
  • Genius RiesterRente Plus der Württembergische LV
  • ALfonds-Riester der Alte Leipziger LV
… mehr zur Riester-Rente im Test


Hinweise zum Vergleich der Riester-Rente für Selbständige

1. Förderberechtigt oder nicht?

Klären Sie zunächst, ob Sie unmittelbar, mittelbar oder nicht förderberechtigt für die Riester-Rente sind. Sind Sie eventuell bereits pflichtversichert in der gesetzlichen Renten­versicherung? Zahlen Sie freiwillig in die Rentenkasse ein? Wenn nicht, kommt Ihr Ehepartner in Frage, damit Sie mittelbar förderberechtigt werden? Falls nicht, wollen Sie ungefördert eine Riester-Rente führen?

2. Für die Art der Riester-Rente entscheiden

Ihre Entscheidung für die Riester-Rente beginnt mit der Auswahl der Art des Riester-Vertrages. Es gibt beispielsweise die klassische Riester-Rentenversicherung, Riester-Fondssparpläne, fondsgebundene Riester-Rentenversicherungen oder Riester-Banksparpläne und Riester-Bausparverträge. Besonders die Verträge, die an die Entwicklung des Kapitalmarktes gebunden sind, erfreuen sich in den vergangenen Jahren großer Popularität. Im Gegenzug werden Riester-Banksparpläne heutzutage kaum noch vermarktet. Entscheiden Sie sich für die Art des Riester-Vertrages, der am ehesten Ihre erwartete Rendite und Risikobereitschaft widerspiegelt.

Unterschied Fondssparplan und fondsgebundener Riester-Rente
Bedenken Sie: Riester-Fondssparpläne bieten laut Stiftung Warentest die höchsten Renditeaussichten bei hohem Aktienfondsanteil. Bei der fonds­gebundenen Riester-Rente können Sie, anders als beim Fondssparplan, selbst ETFs auswählen und Ihre Riester-Rente damit noch individueller beeinflussen. Beide Produkte werden vor allem jüngeren Kunden empfohlen, um möglichst lange von den Entwicklungen am Kapitalmarkt zu profitieren und das Risiko zu minimieren.

3. Kosten beachten

Des Weiteren müssen Sie im weiteren Verlauf die anfallenden Kosten berücksichtigen, insbesondere die Abschlussgebühr sowie die laufenden Kosten. Beachten Sie, dass bei dynamischen Kosten eine regelmäßige Kostenanpassung durch den Anbieter stattfindet.

4. Tarife und Anbieter vergleichen

Gerade bei der Riester-Rente gibt es viele Unterschiede zwischen den Anbietern. Nicht jedes Produkt kann Ihre Bedürfnisse erfüllen. Daher empfehlen wir, einen individuellen Tarifvergleich durchzuführen oder durchführen zu lassen.

5. Holen Sie sich Beratung vom Experten

Wir beraten Sie gern und helfen Ihnen, den richtigen Riester-Vertrag mit möglichst hoher Rendite zu finden. Unsere Riester-Experten schauen sich mit Ihnen zusammen Ihre Situation an, holen Tarifvergleiche auf Grundlage Ihrer Wünsche ein und helfen Ihnen, auf dem besten Wege für Ihr Alter vorzusorgen. Rufen Sie uns an unter 030 – 120 82 82 8 oder schicken Sie uns eine Nachricht an kontakt@transparent-beraten.de. Nutzen Sie auch unser kostenfreies Vergleichsformular. Wie das Formular funktioniert erfahren Sie auf der Seite zu unserem Riester-Rente Rechner.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 02.03.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
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