Riester-Rente für Menschen mit Behinderung

Kosten, Leistungen, aktuelle Testergebnisse und Vergleich (2021)
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Das erwartet Sie hier

Unter welchen Umständen sich eine Riester-Rente für Menschen mit Behinderung lohnt und wie Sie ihre Altersvorsorge nutzen, um ihren Alltag zu erleichtern.

Inhalt dieser Seite
  1. Menschen mit Behinderung können Riester Rente nutzen
  2. Sozialleistungen in der Ansparphase
  3. Zulagen und Förderung
  4. Aktuelle Testergebnisse
  5. Lohnt sich eine Riester Rente?
  6. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Für Menschen mit Behinderung lohnt sich die Riester-Rente besonders, wenn sie im Alter nicht mit einem erhöhten Pflegebedarf rechnen.
  • In der Ansparphase wird durch Riester gebildetes Vermögen nicht auf den Sozialhilfebezug angerechnet.
  • Mit Hilfe vom Wohn-Riester kann ein behindertengerechter Umbau finanziert werden.
  • Zahlt ein Versicherungs­nehmer aufgrund seiner Behinderung nicht in die gesetzliche Renten­versicherung ein, kann er mittelbar durch den Ehepartner begünstigt werden.

Menschen mit Behinderung können die Riester-Rente nutzen

In den Genuss der staatlichen Förderung für eine Riester-Rente kommen alle Riester-Sparer, die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Renten­versicherung bezahlen und in Deutschland uneingeschränkt steuerpflichtig sind. Auch Menschen mit einer Behinderung haben selbstverständlich die Möglichkeit, mit einer Riester-Rente für ihr Alter vorzusorgen und die staatlichen Riester-Förderungen für diese Rentenform zu nutzen.

Ausführliche Informationen zur Riester-Rente, den Kosten und den Leistungen, erfahren Sie hier:

Riester-Rente: Infos und Tarifvergleich

Sozialleistungen in der Ansparphase

Menschen mit einer Behinderung, die als Arbeitnehmer oder pflichtversicherte Freiberufler tätig sind, haben grundsätzlich die Möglichkeit, einen staatlich geförderten Riester-Sparvertrag abzuschließen. Auch in den folgenden Fällen ist der Abschluss einer staatlich geförderten Riester-Rente möglich:

  • Falls Arbeits­losengeld II erhalten wird,
  • oder falls nicht in einem regulären Arbeits­verhältnis, sondern in einer Behindertenwerkstatt gearbeitet und neben dem Arbeits­entgelt Sozialleistungen bezogen werden.

Keine Anrechnung in der Ansparphase

Beim Bezug von ALG II oder Sozialhilfe wird eine Riester-Rente in der Ansparphase nicht als Einkommen bewertet. Das Sparvermögen aus einem Riestervertrag kann folglich nicht auf die Sozialleistungen angerechnet oder gepfändet werden.

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Zulagen und Förderungen für Menschen mit Behinderung

Für ihre Riester-Rente erhalten Menschen mit Behinderung die gleichen Zulagen und Förderungen wie alle anderen Riester-Sparer, sofern sie die Voraussetzungen dafür erfüllen. Im Einzelnen handelt es sich dabei um:

  • die Grundzulage,
  • die Kinderzulage
  • sowie einen Steuerfreibetrag von maximal 2.100 Euro, von dem die erhaltenen staatlichen Zulagen für die Riester-Rente allerdings abgezogen werden.

Wie die Riester-Förderung genau funktioniert und wie hoch die Zulagen sind, lesen Sie hier:

Riester-Förderung

Einzelheiten zu den steuerlichen Besonderheiten der Riester-Rente haben wir Ihnen hier aufgeführt:

Riester-Rente in der Steuer

Experten-Tipp

„Geringverdiener können bereits ab einem jährlichen Mindesteigenbeitrag von 60 Euro die volle Riester-Förderung erhalten. Für höhere Einkommen gilt, dass Riester-Sparer den Vertrag mit mindestens vier Prozent, jedoch maximal 2.100 Euro pro Jahr inklusive Zulagen, ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens bedienen müssen, um die staatliche Förderung in vollem Umfang zu erhalten.“

Foto von Patrick Knittel
Signatur von Patrick Knittel
Patrick Knittel
Berater

Unmittelbare oder mittelbare Förderung

Neben der unmittelbaren Förderung der Riester-Rente kommt auch für Menschen mit einer Behinderung eine mittelbare Förderung in Frage, wenn sie selbst keine Beiträge zur gesetzlichen Renten­versicherung zahlen und folglich keinen unmittelbaren Förderanspruch haben. Eine mittelbare Förderung ist möglich, wenn der Ehepartner in eine Riester-Rente einzahlt, die unmittelbar gefördert werden kann und der zweite Partner ebenfalls einen Riester-Vertrag abschließt, in den pro Jahr mindestens ein Sparbetrag von 60 Euro fließt.

Wann genau Sie als mittelbar förderberechtigt gelten und was das genau bedeutet, lesen Sie hier:

Mittelbar begünstigt in der Riester-Rente

Riester-Rente im Test: Aktuelle Ergebnisse

Sind Menschen mit Behinderung auf der Suche nach dem passenden Riester-Anbieter, sollten sie sich vorab gründlich informieren. Dabei können Testergebnisse unabhängiger Analyseinstitute helfen. Diese bieten einen guten Überblick über den derzeitigen Markt und eine hilfreiche Orientierung, was Preis, Leistung und Service angeht.

Testergebnisse 2021 im Überblick

Lohnt sich für Menschen mit Behinderungeine Riester-Rente?

Wer über den Abschluss einer Riester-Rente nachdenkt, fragt sich im Vorfeld oft, ob diese überhaupt sinnvoll ist. Grundsätzlich ist die Riester-Rente sinnvoll, da sie staatlich gefördert wird – auch für Menschen mit Behinderung. Es gibt jedoch auch einige Fälle, in denen diese Form der Altersvorsorge weniger lohnend ist.

Hier lohnt sich eine Riester-Rente für Menschen mit Behinderung

Eine Riester-Rente für Menschen mit Behinderung lohnt sich, wenn sie ein eigenes Einkommen aus ihrer Arbeits­tätigkeit beziehen. Aber auch dann, wenn sie auf Sozialleistungen angewiesen sind. Den Ausschlag gibt dabei die staatliche Förderung, von der Geringverdiener in besonders hohem Maße profitieren.

Beispiel

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Frank ist schwerbehindert. In einer Behindertenwerkstatt erhält er ein monatliches Arbeits­entgelt von 300 Euro.

Bruttoeinkommen im Jahr3.600 €
Davon 4 %144 €
Davon abgezogen, weil vom Staat bezuschusstGrundzulage 175 €
Übrig bleibt ein Beitrag, der unter der 60-Euro-Grenze liegt. Daher muss Frank nur diesen Sockelbeitrag einzahlen.
Was er jährlich einzahlt60 €
Was in seine Riester-Rente fließt235 € (Einzahlung + Grundzulage)

Mehr dazu, wie hoch der Mindestbeitrag zur Riester-Rente ist und wann der Sockelbeitrag gezahlt werden kann, lesen Sie hier:

Höchstbeitrag, Mindesteigenbetrag und Sockelbeitrag

Wohn-Riester für Menschen mit Behinderung

Eine Riester-Förderung ist auch in Form des sogenannten Wohn-Riesters möglich. Im Regelfall wird durch Wohn-Riester der Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie unterstützt. Menschen mit einer Behinderung können durch Wohn-Riester auch den behindertengerechten Umbau einer bereits vorhandenen Immobilie finanzieren. Ebenso ist mit Wohn-Riester der Erwerb eines sogenannten besonders ausgestalteten Dauerwohnrechts in Senioren- oder Pflegeheimen möglich.

Alle Einzelheiten zum Wohn-Riester sowie der Möglichkeit, einen individuellen Tarifvergleich anzufordern, finden Sie hier:

Wohn-Riester

Hier lohnt sich die Riester-Rente eher nicht

Problematisch kann eine Riester-Rente für Menschen mit Behinderung vor allem in der Auszahlungsphase, also mit Beginn des Rentenbezugs, werden. Zum einen wird das Einkommen aus einer Riester-Rente dann auf Sozialleistungen – beispielsweise auf die Grundsicherung im Alter – angerechnet. Sofern Menschen mit einer Behinderung, die die Grundsicherung erhalten, in ihrer eigenen Wohnung leben, hat der Gesetzgeber ihre finanzielle Situation seit 2018 graduell verbessert: Im Rahmen der Reform des Betriebs­rentenstärkungsgesetzes wurde ein Grundfreibetrag von 100 Euro eingeführt, der auf die Grundsicherung nicht angerechnet wird. Darüber hinausgehende Bezüge aus einer Riester-Rente bleiben zu 30 Prozent anrechnungsfrei.

Betreutes Wohnen oder Pflegeheim

Dagegen wird die Riester-Rente für Menschen mit einer Behinderung in der Auszahlungsphase nutzlos, wenn sie in einer Einrichtung für betreutes Wohnen oder in einem Pflegeheim leben. In beiden Fällen erhöht die Riester-Rente das anrechenbare Einkommen, das vollständig an den Träger der Einrichtung fließt. Auch bei einer ambulanten Betreuung im Alter müssen Menschen mit einer Behinderung damit rechnen, dass die Sozial­versicherungsträger ab einer bestimmten Grenze eine Eigenbeteiligung verlangen, in die dann gegebenenfalls auch die Riester-Rente fließt.

Riester-Rente bei Heimunterbringung vor dem Rentenalter

Ebenso lohnt sich eine Riester-Rente für Menschen mit einer Behinderung nicht, die bereits vor dem Erreichen des Rentenalters auf eine Heimunterbringung oder eine andere betreute Wohnform unter der Regie eines Sozialhilfeträgers angewiesen sind. Der Sozialhilfeträger hat in diesen Fällen Anspruch auf das gesamte Einkommen der Betroffenen. Auch die späteren Auszahlungen aus einer Riester-Rente würden auf ihn übergehen.

Barbetrag zur persönlichen Verfügung

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Bewohner von Pflegeeinrichtungen erhalten lediglich ein Taschengeld, das 27 Prozent der sogenannten Regelbedarfsstufe 1 mit einem Regelsatz von 446 Euro beträgt (Stand: 2021). Unter bestimmten – allerdings sehr eng gefassten – Voraussetzungen ist eine Erhöhung möglich. Für Menschen mit einer Behinderung, die in einem Heim betreut werden und in einer Behindertenwerkstatt arbeiten, gelten Sonderregelungen – sie dürfen das Entgelt für diese Tätigkeit behalten.

Fazit

Menschen mit Behinderung haben ebenfalls die Möglichkeit, mit einer Riester-Rente für das Alter vorzusorgen – inklusive der staatlichen Förderung. Für Menschen mit Behinderung lohnt sich ein Riester-Sparvertrag nur dann, wenn sie zu einem späteren Zeitpunkt oder im Rentenalter nicht mit einem erhöhten Pflegebedarf und insbesondere nicht mit einer Heimunterbringung rechnen müssen. Wenn hierfür eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, sind für Menschen mit Behinderung auch andere Formen der privaten Altersvorsorge wenig sinnvoll.

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Katharina Tennius
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