Das erwartet Sie hier
Wann Sie bei der Riester-Rente mittelbar begünstigt sind, wer unmittelbar begünstigt ist, welche Zulagen Sie bekommen und was die Reform 2027 für Paare ändert.
Inhalt dieser SeiteDas Wichtigste in Kürze
- Mittelbar begünstigt ist, wer selbst nicht förderberechtigt ist, aber mit einem unmittelbar begünstigten Partner verheiratet oder verpartnert ist. Er bekommt die Zulagen über den Partner.
- Unmittelbar begünstigt sind vor allem Pflichtversicherte der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamte mit Einwilligung. Sie bekommen Zulagen und Steuervorteil aus eigenem Recht.
- Mittelbar Begünstigte zahlen in ihren bestehenden Vertrag nur 60 Euro im Jahr und bekommen dafür 175 Euro Grundzulage und gegebenenfalls Kinderzulagen. Das gilt auch nach 2026 weiter.
- Ab 2027 lauert eine Falle: Behält Ihr Partner seinen alten Riester-Vertrag und schließen nur Sie einen neuen Vertrag ab, gibt es für Sie keine Zulage.

Oliver Karp
Unser Experte für Altersvorsorge
Ab 2027 kann ein einziger neuer Vertrag mittelbar Begünstigte ihre Riester-Zulage kosten…
… nämlich dann, wenn nur Sie neu abschließen, etwa ein Altersvorsorgedepot, und Ihr Partner seinen alten Riester-Vertrag behält. Bis dahin bleibt es bei der bisherigen Regel: Wer selbst nicht förderberechtigt ist, aber mit einem unmittelbar begünstigten Partner verheiratet oder verpartnert ist, bekommt mit 60 Euro im Jahr dieselben Zulagen. Beispielsweise stehen 60 Euro Beitrag 660 Euro Zulagen gegenüber, als unmittelbar Begünstigte wären 940 Euro fällig. Wir zeigen, wer mittelbar und wer unmittelbar begünstigt ist, wie Sie die Zulage bekommen, was bei Trennung, Nachwuchs oder Kündigung des Partners gilt und warum Paare beide Verträge zusammen prüfen sollten.
Was bedeutet mittelbar begünstigt bei der Riester-Rente?
Mittelbar begünstigt sind Sie, wenn Sie selbst keinen Anspruch auf Riester-Förderung haben, Ihr Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner aber schon. Dann bekommen Sie mit einem eigenen Vertrag und 60 Euro Beitrag im Jahr dieselben Zulagen wie Ihr Partner, nur ohne eigenen Steuervorteil.
Reform 2027: Was das für mittelbar Begünstigte bedeutet
Für Ihren bestehenden Riester-Vertrag bleibt alles, wie es ist: 60 Euro Mindestbeitrag und 175 Euro Grundzulage gelten auch nach 2026 weiter, bis die Auszahlung beginnt. Neue Riester-Verträge gibt es nur noch bis zum 31.12.2026. Im neuen Recht ab dem 01.01.2027, etwa beim Altersvorsorgedepot, zahlen mittelbar Begünstigte mindestens 120 Euro, und ihre Grundzulage richtet sich nach den Beiträgen des Partners. Behält Ihr Partner seinen alten Vertrag und schließen nur Sie neu ab, bekommen Sie keine Zulage.
Überblick: Unmittelbar, mittelbar, nicht förderberechtigt
Einen Riester-Vertrag darf jeder abschließen, gefördert wird aber nur ein bestimmter Personenkreis. Das Gesetz unterscheidet drei Gruppen: Wer unmittelbar begünstigt ist, bekommt die Förderung aus eigenem Recht. Wer mittelbar begünstigt ist, bekommt sie über den Ehepartner. Alle anderen können zwar einzahlen, bekommen aber weder Zulagen noch Steuervorteil.
| Merkmal | Unmittelbar begünstigt | Mittelbar begünstigt | Nicht förderberechtigt |
|---|---|---|---|
| Voraussetzung | Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung oder ein anderer Fördertatbestand | Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft mit einem unmittelbar Begünstigten | Weder eigener Fördertatbestand noch begünstigter Partner |
| Zulagen | Grundzulage, Kinderzulage, einmalig Berufseinsteigerbonus | Grundzulage und Kinderzulage, kein Berufseinsteigerbonus | Keine |
| Mindestbeitrag | 4 % der Vorjahreseinnahmen minus Zulagen, mindestens 60 € | 60 € im Jahr | Entfällt |
| Steuervorteil | Eigener Sonderausgabenabzug bis 2.100 € einschließlich Zulagen | Kein eigener, Beiträge zählen beim Partner mit | Keiner |
Rechtsgrundlage für die mittelbare Begünstigung ist § 79 Satz 2 EStG, für den Kreis der unmittelbar Begünstigten § 10a EStG. Wie Grundzulage, Kinderzulage und Steuervorteil insgesamt zusammenspielen, erklärt unsere Übersicht zur Riester-Förderung.
Alte und neue Regeln für mittelbar Begünstigte
Welche Regel für Sie gilt, hängt davon ab, in welchem Förderrecht Ihr Vertrag läuft. Ein Riester-Vertrag, der bis zum 31.12.2026 abgeschlossen ist, bleibt im alten Recht, solange weder Sie noch Ihr Partner wechseln oder neu abschließen. Die rechte Spalte betrifft Sie erst dann.
| Regel | Riester-Vertrag bis 31.12.2026 | Neues Recht ab 2027 (neuer Vertrag oder Wechsel) |
|---|---|---|
| Mindestbeitrag | 60 € im Jahr | 120 € im Jahr |
| Grundzulage | 175 € | 50 % der Beiträge des Partners, höchstens 175 € |
| Kinderzulage | 185 € bis Jahrgang 2007, 300 € ab 2008 | 100 % der Beiträge des Partners, höchstens 300 € je Kind |
| Volle Zulage nur, wenn | Der Partner seinen Mindesteigenbeitrag zahlt | Der Partner selbst genug einzahlt |
| Neuer Vertrag nur für Sie | Bis 31.12.2026 möglich | Keine Zulage, solange der Partner einen alten Vertrag hat |
Lassen Sie Ihre Riester-Verträge als Paar prüfen
Wir prüfen kostenfrei beide Verträge, ob alle Zulagen ankommen und ob sich ein Wechsel in die neue Förderung für Sie als Paar lohnt.
- Prüfung Ihres Vertrags, eines neuen Riester-Vertrags und des Altersvorsorgedepots
- Prüfung beider Verträge und Zulagenanträge
- Ehrliche Rechnung alte gegen neue Förderung
Wer ist mittelbar begünstigt in der Riester-Rente?
Mittelbar begünstigt ist, wer selbst nicht förderberechtigt ist, mit einem unmittelbar begünstigten Partner verheiratet oder verpartnert ist, nicht dauernd getrennt lebt, einen eigenen Riester-Vertrag hat und darauf mindestens 60 Euro im Jahr einzahlt.
Mittelbare Begünstigung: eine Regelung nur für Paare
Die mittelbare Förderung gibt es nur für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner. Unverheiratete Paare sind ausgeschlossen, auch wenn sie seit Jahren zusammenleben. Typische Fälle sind Hausfrauen und Hausmänner, Selbständige ohne Rentenversicherungspflicht und Ehepartner von Beamten, die selbst keinen Fördertatbestand erfüllen.
Alle fünf Bedingungen aus § 79 Satz 2 EStG müssen im Beitragsjahr erfüllt sein:
- Ihr Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner ist selbst unmittelbar begünstigt, bei Beamten also mit erteilter Einwilligung.
- Sie leben nicht dauernd getrennt.
- Sie wohnen beide in einem Staat der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums.
- Sie haben einen eigenen Riester-Vertrag auf Ihren Namen.
- Sie zahlen mindestens 60 Euro im Jahr ein, und die Auszahlung aus Ihrem Vertrag hat noch nicht begonnen.
Eine Ehe allein reicht also nicht, Sie brauchen einen eigenen Vertrag. Die Partner können keinen gemeinsamen Vertrag besparen, jeder Vertrag läuft auf einen Namen. Mehr zur Abstimmung beider Verträge lesen Sie auf unserer Seite zur Riester-Rente für Ehepaare und zur Riester-Rente für Hausfrauen und Hausmänner.
Diese Zulagen erhalten Sie
Als mittelbar Begünstigter bekommen Sie die volle Grundzulage von 175 Euro im Jahr. Dazu kommt die Kinderzulage von 185 Euro für Kinder bis Jahrgang 2007 und 300 Euro für Kinder ab Jahrgang 2008, solange Kindergeld für das Kind festgesetzt ist.
Die Kinderzulage gibt es je Kind nur einmal. Bei verheirateten Eltern verschiedenen Geschlechts geht sie an die Mutter, auf gemeinsamen Antrag an den Vater. Bei gleichgeschlechtlichen Paaren bekommt sie der Elternteil, der das Kindergeld erhält. Ist die Mutter mittelbar begünstigt, fließt die Kinderzulage also in ihren Vertrag.
Diese staatliche Förderung erhalten Sie nicht
Den Berufseinsteigerbonus von einmalig 200 Euro bekommen nur unmittelbar Begünstigte unter 25 Jahren, mittelbar Begünstigte nie. Auch einen eigenen Sonderausgabenabzug haben Sie nicht. Ihre Beiträge zählen stattdessen beim Partner mit: Dessen Höchstbetrag von 2.100 Euro erhöht sich um 60 Euro auf 2.160 Euro im Jahr.
Zum Vergleich: Sind beide Ehepartner unmittelbar begünstigt, hat jeder seinen eigenen Höchstbetrag von 2.100 Euro, zusammen also 4.200 Euro. Wie das Finanzamt Steuervorteil und Zulagen gegeneinander rechnet, erklärt unsere Seite zur Günstigerprüfung.
Wer ist unmittelbar begünstigt?
Unmittelbar begünstigt sind vor allem alle, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, dazu Beamte, Richter und Soldaten mit Einwilligung. Sie haben Anspruch auf Zulagen und können bis zu 2.100 Euro im Jahr einschließlich Zulagen als Sonderausgaben abziehen.
Beispiele für unmittelbar Begünstigte
Für die volle Zulage zahlen unmittelbar Begünstigte den Mindesteigenbeitrag: vier Prozent ihrer beitragspflichtigen Einnahmen aus dem Vorjahr, höchstens 2.100 Euro, abzüglich ihrer Zulagen und mindestens 60 Euro. Rechtsgrundlage ist § 10a EStG. Unmittelbar begünstigt sind unter anderem:
- Pflichtversicherte Arbeitnehmer und Auszubildende in der gesetzlichen Rentenversicherung und Versicherte der Alterssicherung der Landwirte
- Beamte, Richter und Soldaten, die der Datenübermittlung an die Zulagenstelle zugestimmt haben
- Rentenversicherungspflichtige Selbständige, zum Beispiel über die Künstlersozialkasse oder als Handwerker
- Minijobber, die sich nicht von der Rentenversicherungspflicht haben befreien lassen, und nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen mit Rentenversicherungspflicht
- Eltern während der Kindererziehungszeiten, Bezieher von Arbeitslosengeld sowie Bezieher von Grundsicherungsgeld, die vorher begünstigt waren
- Bezieher einer vollen Erwerbsminderungsrente oder Dienstunfähigkeitsversorgung bis 67, wenn sie vorher begünstigt waren
Für Beamte gilt eine Besonderheit: Ohne Einwilligung gegenüber der Besoldungsstelle sind sie nicht begünstigt, und dann kann auch ihr Ehepartner nicht mittelbar gefördert werden. Details auf unserer Seite zur Riester-Rente für Beamte.
Können beide Ehepartner unmittelbar begünstigt sein?
Ja. Erfüllen beide Partner selbst einen Fördertatbestand, sind beide unmittelbar begünstigt. Dann zahlt jeder seinen eigenen Mindesteigenbeitrag, bekommt eigene Zulagen und hat einen eigenen Höchstbetrag von 2.100 Euro. Eine mittelbare Begünstigung gibt es nur, wenn genau einer der beiden unmittelbar begünstigt ist und der andere nicht.
Was bedeutet „nicht förderberechtigt“?
Nicht förderberechtigt ist, wer selbst keinen Fördertatbestand erfüllt und auch keinen unmittelbar begünstigten Ehepartner hat. Diese Menschen dürfen einen Riester-Vertrag besparen, bekommen aber keine Zulagen und keinen Steuervorteil. Ohne Förderung lohnt sich ein Riester-Vertrag in aller Regel nicht.
Beispiele für Personen, die nicht förderberechtigt sind
- Freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung
- Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke, etwa Ärzte, Apotheker, Architekten oder Rechtsanwälte
- Selbständige ohne Rentenversicherungspflicht
- Minijobber, die sich von der Rentenversicherungspflicht haben befreien lassen
- Altersrentner
Wer in diese Gruppen fällt, aber verheiratet ist, sollte prüfen, ob der Partner unmittelbar begünstigt ist. Dann ist eine mittelbare Förderung möglich. Ab dem 01.01.2027 werden Selbständige unter 67 und angestellte Mitglieder von Versorgungswerken im neuen Recht selbst förderberechtigt, mehr dazu beim Altersvorsorgedepot und auf unserer Seite zur Riester-Rente für Selbständige.
Wie bekommen mittelbar Begünstigte ihre Zulage?
Sie brauchen einen eigenen Riester-Vertrag, zahlen mindestens 60 Euro im Jahr ein und beantragen die Zulage über Ihren Anbieter. Mit einem Dauerzulagenantrag übernimmt der Anbieter den Antrag jedes Jahr für Sie.
In vier Schritten zur Zulage
1. Eigenen Vertrag haben
Die Zulage fließt nur in einen Vertrag auf Ihren Namen. Neue Riester-Verträge gibt es nur noch bis zum 31.12.2026, ein bestehender Vertrag läuft weiter.
2. Mindestens 60 Euro einzahlen
Zahlen Sie im Beitragsjahr mindestens 60 Euro ein, also fünf Euro im Monat. Darunter gibt es für dieses Jahr keine Zulage.
3. Zulage beantragen
Der Antrag muss bis Ende des zweiten Jahres nach dem Beitragsjahr beim Anbieter sein, für 2024 also bis zum 31.12.2026.
4. Steuererklärung abgeben
Ihre Beiträge gehören in die Anlage AV. Das Finanzamt rechnet sie beim Partner mit und prüft von selbst, ob der Steuervorteil höher ist.
Der Sockelbetrag
Mittelbar Begünstigte zahlen nur den Sockelbetrag von 60 Euro im Jahr, also fünf Euro im Monat. Dafür bekommen sie die volle Grundzulage und ihre Kinderzulagen. Unmittelbar Begünstigte müssen dagegen vier Prozent ihrer beitragspflichtigen Vorjahreseinnahmen abzüglich ihrer Zulagen einzahlen. Mehr dazu auf unserer Seite zu Höchstbetrag und Mindesteigenbeitrag.
Ein Haken steht im Gesetz: Die ungekürzte Zulage bekommen Sie nur, wenn Ihr Partner seinen eigenen Mindesteigenbeitrag zahlt (§ 86 Absatz 2 EStG). Bei dessen Berechnung werden die Zulagen von Ihnen beiden abgezogen, das senkt seinen Beitrag. Zahlt Ihr Partner zu wenig, betrifft das auch Ihre Zulage.
Rechenbeispiel: 60 Euro Beitrag, 660 Euro Zulagen
Angenommen, Sie sind selbständige Grafikdesignerin ohne Rentenversicherungspflicht, verheiratet und haben zwei Kinder der Jahrgänge 2006 und 2012. Ihr Mann ist angestellt, hat einen eigenen Riester-Vertrag und zahlt seinen Mindesteigenbeitrag. Sie haben im Vorjahr 40.000 Euro verdient und nutzen über ihn die mittelbare Förderung.
| Posten | Betrag pro Jahr |
|---|---|
| Ihr eigener Beitrag als mittelbar Begünstigte | 60 € |
| Grundzulage vom Staat | 175 € |
| Kinderzulagen vom Staat | 185 € für Kind 1 und 300 € für Kind 2 |
| Das landet in Ihrem Riester-Vertrag | 720 € |
Rechenbeispiel: Was die mittelbare Förderung spart
Mittelbar begünstigt mit zwei Kindern und 660 Euro Zulagen, zum Vergleich als unmittelbar Begünstigte mit 40.000 Euro Vorjahreseinkommen
| Posten | Betrag |
|---|---|
| 4 % von 40.000 € | 1.600 € |
| Minus Zulagen | 660 € |
| Mindesteigenbeitrag als unmittelbar Begünstigte | 940 € |
| Minus Ihr Beitrag als mittelbar Begünstigte | 60 € |
| Ersparnis an Eigenbeitrag | 880 € |
Für dieselben 660 Euro Zulagen sparen Sie 880 Euro Eigenbeitrag im Jahr, solange für beide Kinder Kindergeld festgesetzt ist (Rechnung nach §§ 84 bis 86 EStG).
Art der Riester-Rente spielt keine Rolle
Für die mittelbare Förderung ist egal, welche Vertragsart Sie besparen. Ihr Partner kann eine klassische Riester-Rentenversicherung haben, während Sie einen Riester-Fondssparplan besparen. Wichtig ist nur, dass jeder Vertrag auf einen eigenen Namen läuft. Beachten Sie, dass je nach Vertrag unterschiedliche Abschluss- und Verwaltungskosten anfallen.
Dauerzulagenantrag hilft auch mittelbar begünstigten Personen
Ohne weiteres Zutun müssen Sie die Zulage für jedes Beitragsjahr neu beantragen. Mit einem Dauerzulagenantrag bevollmächtigen Sie Ihren Anbieter schriftlich, das jedes Jahr für Sie zu tun. Diesen Service können auch mittelbar Begünstigte nutzen. Änderungen wie ein neues Kind oder einen Wechsel Ihres Status müssen Sie trotzdem selbst melden, mehr unter Dauerzulagenantrag.
Mittelbar begünstigt in der Steuererklärung
In der Anlage AV geben Sie an, ob Sie für das Beitragsjahr unmittelbar oder mittelbar begünstigt sind. Als mittelbar Begünstigter haben Sie keinen eigenen Abzug, Ihre Beiträge werden beim unmittelbar begünstigten Partner berücksichtigt. Mindestens 60 Euro Ihrer Beiträge zählen dabei mit, sein Höchstbetrag steigt um diese 60 Euro.
Die Günstigerprüfung macht das Finanzamt von Amts wegen, Sie müssen sie nicht beantragen. Ist der Steuervorteil höher als die Zulagen, bekommen Sie die Differenz als Steuerermäßigung. Wie Sie die Anlage AV Zeile für Zeile ausfüllen, steht auf unserer Seite zur Riester-Rente in der Steuererklärung.
Wann verlieren mittelbar Begünstigte ihre Zulage?
Die mittelbare Zulage geht verloren, wenn Sie weniger als 60 Euro einzahlen, sich dauernd trennen, Ihr Partner seine Förderberechtigung verliert oder Sie ab 2027 allein einen neuen Vertrag abschließen. Zahlt Ihr Partner seinen Mindesteigenbeitrag nicht, wird Ihre Zulage gekürzt, zahlt er gar nichts, entfällt sie.
Die typischen Fehler
- Weniger als 60 Euro eingezahlt:
Für dieses Beitragsjahr gibt es keine Zulage, Beiträge lassen sich nicht nachzahlen. - Statuswechsel nicht gemeldet:
Werden Sie selbst unmittelbar begünstigt, etwa durch einen neuen Job oder Kindererziehungszeiten, ändert sich Ihr Mindesteigenbeitrag. - Partner zahlt zu wenig:
Erreicht er seinen Mindesteigenbeitrag nicht, bekommen Sie nicht mehr die ungekürzte Zulage. - Antrag versäumt:
Nach Ablauf der Zweijahresfrist ist die Zulage für dieses Jahr verloren. - Ab 2027 allein neu abgeschlossen:
Behält Ihr Partner seinen alten Vertrag, gibt es für Ihren neuen Vertrag keine Zulage.
Wenn Ihr Partner kündigt oder beitragsfrei stellt
Ihr Status hängt laut § 79 Satz 2 EStG an der Förderberechtigung Ihres Partners, nicht an seinem Vertrag. Einen eigenen Vertrag oder eigene Beiträge des Partners nennt das Gesetz dort nicht als Bedingung. Kündigt Ihr Partner oder stellt er beitragsfrei, bleiben Sie nach dem Wortlaut also mittelbar begünstigt.
Ihre volle Zulage hängt aber an seinen Beiträgen: Ungekürzt gibt es sie nur, wenn er seinen Mindesteigenbeitrag zahlt. Zahlt er weniger, wird Ihre Zulage im selben Verhältnis gekürzt wie seine. Zahlt er nach einer Kündigung oder Beitragsfreistellung gar nichts mehr ein, bekommen auch Sie keine Zulage mehr, obwohl Sie mittelbar begünstigt bleiben.
Verliert Ihr Partner seine Förderberechtigung ganz, etwa durch den Wechsel in eine Selbständigkeit ohne Rentenversicherungspflicht oder den Beginn seiner Altersrente, endet auch Ihre mittelbare Förderung. Im neuen Recht ab 2027 werden Ihre Grund- und Kinderzulage direkt aus seinen Beiträgen berechnet, ohne seine Beiträge gibt es also ebenfalls keine. Wann beitragsfrei stellen besser ist als die Kündigung, erklären die beiden verlinkten Seiten.
Scheidung: Was passiert mit dem Riester-Vertrag?
Die mittelbare Begünstigung ist an die Ehe oder Lebenspartnerschaft gebunden. Sobald Sie dauernd getrennt leben, spätestens mit der Scheidung, endet sie. Ihr Vertrag bleibt bestehen, Sie können ihn beitragsfrei stellen oder weiter besparen, dann allerdings ohne Zulage.
Zulagen bekommen Sie danach nur, wenn Sie selbst unmittelbar begünstigt werden, etwa durch eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung. Dann zahlen Sie den Mindesteigenbeitrag von vier Prozent Ihrer beitragspflichtigen Vorjahreseinnahmen abzüglich Zulagen. Was beim Versorgungsausgleich mit beiden Verträgen passiert, steht auf unserer Seite zur Riester-Rente bei Scheidung.
Wenn Sie Nachwuchs bekommen
Bekommen Sie als mittelbar Begünstigter ein Kind, kann sich Ihr Status ändern. Während der Kindererziehungszeiten sind Sie in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und damit selbst unmittelbar begünstigt. Voraussetzung ist, dass Sie die Kindererziehungszeiten bei der Deutschen Rentenversicherung beantragen.
Als unmittelbar Begünstigter bekommen Sie weiter Ihre Zulagen und können einen eigenen Steuervorteil nutzen, müssen aber den Mindesteigenbeitrag prüfen. Vergessen Sie die Kinderzulage nicht: 300 Euro im Jahr für jedes Kind ab Jahrgang 2008. Mehr auf unserer Seite zur Riester-Rente während der Elternzeit.
Ab 2027: Änderungen durch die Riester-Reform
Für Ihren bestehenden Vertrag gilt das alte Recht weiter, auch die 60 Euro Mindestbeitrag. Das ändert sich, wenn Ihr Partner ab 2027 in die neue Förderung wechselt oder einen neuen geförderten Vertrag abschließt, etwa ein Altersvorsorgedepot. Beantragen Sie danach eine Zulage, gilt das neue Recht auch für Sie: 120 Euro Mindestbeitrag und Zulagen aus seinen Beiträgen.
Die größte Falle betrifft den umgekehrten Fall. Behält Ihr Partner seinen alten Riester-Vertrag und schließen nur Sie ab 2027 einen neuen Vertrag ab, bekommen Sie dafür keine Zulage. Das steht ausdrücklich im Gesetz. Wer neu abschließen will, sollte das als Paar planen und vorher durchrechnen, mehr unter Riester-Vertrag wechseln.
Experten-Tipp:
Bei Paaren immer beide Verträge prüfen
„Die Förderung des mittelbar begünstigten Partners hängt am anderen Vertrag. Zahlt der Partner zu wenig oder schließt er ab 2027 neu ab, ändert sich die Förderung für beide. Und wer als mittelbar Begünstigter allein ein Altersvorsorgedepot eröffnet, während der Partner seinen Riester-Vertrag behält, bekommt keine Zulage. Wir rechnen deshalb immer beide Verträge zusammen durch.“
Sichern Sie Ihre Zulagen als Paar ab
Wir prüfen kostenfrei, ob beide Verträge die volle Förderung bekommen und was ein Wechsel ab 2027 für Sie beide bedeutet.
- Prüfung Ihres Vertrags, eines neuen Riester-Vertrags und des Altersvorsorgedepots
- Prüfung von Sockelbetrag und Mindesteigenbeitrag
- Rechnung für beide Partner zusammen
Die häufigsten Fragen zur mittelbaren Begünstigung in der Riester-Rente
Was bedeutet „mittelbar begünstigt“ bei der Riester-Rente?
Mittelbar begünstigt sind Personen, die selbst nicht unmittelbar förderberechtigt sind, aber über ihren Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner, der unmittelbar förderberechtigt ist, Anspruch auf die Riester-Zulagen haben. Voraussetzung ist, dass beide nicht dauernd getrennt leben und der mittelbar Begünstigte einen eigenen Riester-Vertrag hat.
Welche Voraussetzungen müssen für die mittelbare Förderberechtigung erfüllt sein?
Ihr Ehe- oder eingetragener Lebenspartner ist unmittelbar förderberechtigt, Sie leben nicht dauernd getrennt und wohnen beide in der Europäischen Union oder im Europäischen Wirtschaftsraum. Außerdem haben Sie einen eigenen Riester-Vertrag, zahlen mindestens 60 Euro im Jahr ein, und Ihre Auszahlung hat noch nicht begonnen (§ 79 EStG).
Wie hoch ist der Mindestbeitrag für mittelbar Begünstigte?
Mittelbar Begünstigte müssen mindestens 60 Euro im Jahr in ihren Riester-Vertrag einzahlen. Für Verträge, die bis zum 31.12.2026 abgeschlossen sind, bleibt es dabei, auch nach 2026. Die volle Zulage gibt es allerdings nur, wenn auch der Partner seinen eigenen Mindesteigenbeitrag zahlt.
Welche staatlichen Zulagen erhalten mittelbar Begünstigte?
Mittelbar Begünstigte bekommen die Grundzulage von 175 Euro im Jahr und die Kinderzulage von 185 Euro je Kind bis Jahrgang 2007 und 300 Euro je Kind ab Jahrgang 2008, wenn die Kinderzulage ihnen zugeordnet ist. Den Berufseinsteigerbonus von 200 Euro und einen eigenen Sonderausgabenabzug bekommen sie nicht.
Was passiert, wenn der Mindestbeitrag nicht eingezahlt wird?
Zahlen Sie in einem Beitragsjahr weniger als 60 Euro ein, sind Sie für dieses Jahr nicht mittelbar zulageberechtigt und bekommen keine Zulage. Nachzahlen lassen sich Beiträge für vergangene Jahre nicht. Ein Dauerauftrag über fünf Euro im Monat verhindert das.
Können auch unverheiratete Paare die mittelbare Förderung nutzen?
Nein. Die mittelbare Förderberechtigung gilt ausschließlich für Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften. Unverheiratete Paare können diese Form der Förderung nicht nutzen, auch wenn sie zusammenleben und gemeinsame Kinder haben.
Was passiert bei einer Scheidung mit dem Riester-Vertrag des mittelbar Begünstigten?
Mit der dauernden Trennung, spätestens mit der Scheidung, endet die mittelbare Förderberechtigung. Der Vertrag bleibt bestehen. Zulagen gibt es danach nur, wenn der bisher mittelbar Begünstigte selbst unmittelbar förderberechtigt wird, etwa durch eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung.
Verliere ich meine Zulage, wenn mein Partner seinen Riester-Vertrag kündigt oder beitragsfrei stellt?
Ihr Status hängt nach dem Gesetz an der Förderberechtigung Ihres Partners, nicht an seinem Vertrag. Die ungekürzte Zulage bekommen Sie aber nur, wenn er seinen Mindesteigenbeitrag zahlt (§ 86 EStG). Zahlt er weniger, wird auch Ihre Zulage gekürzt. Zahlt er nach einer Kündigung oder Beitragsfreistellung gar nichts mehr ein, bekommen Sie keine Zulage mehr.
Bekomme ich ab 2027 eine Zulage, wenn ich ein Altersvorsorgedepot abschließe und mein Partner seinen Riester-Vertrag behält?
Nein. Schließt nur der mittelbar Begünstigte ab 2027 einen neuen Vertrag ab, während der unmittelbar begünstigte Partner einen alten Riester-Vertrag hat, gibt es für den neuen Vertrag keine Zulage. Planen Sie einen Neuabschluss deshalb als Paar, mehr beim Altersvorsorgedepot.
Muss ich als mittelbar Begünstigter ab 2027 120 Euro einzahlen?
Nur im neuen Recht. Für Ihren bestehenden Riester-Vertrag bleibt es bei 60 Euro im Jahr. Die 120 Euro gelten, wenn Ihr Partner ab 2027 in die neue Förderung wechselt oder einen neuen geförderten Vertrag abschließt. Wechseln dagegen nur Sie oder schließen nur Sie neu ab, während Ihr Partner seinen alten Vertrag behält, bekommen Sie gar keine Zulage.
Können beide Ehepartner unmittelbar begünstigt sein?
Ja. Erfüllen beide selbst einen Fördertatbestand, etwa weil beide rentenversicherungspflichtig arbeiten, sind beide unmittelbar begünstigt. Dann zahlt jeder seinen eigenen Mindesteigenbeitrag und hat einen eigenen Höchstbetrag von 2.100 Euro, zusammen 4.200 Euro.
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