Das erwartet Sie hier
Wie viel Sie von Ihren Beiträgen zur Riester-Rente von der Steuer absetzen, wo Sie Beiträge und Rente in der Steuererklärung eintragen und wie die Auszahlung versteuert wird.
Inhalt dieser SeiteDas Wichtigste in Kürze
- Beiträge zur Riester-Rente können Sie bis zu 2.100 Euro im Jahr als Sonderausgaben absetzen, Ihre Zulagen eingerechnet. Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Steuervorteil höher ist als die Zulage.
- In der Ansparphase tragen Sie die Riester-Rente in die Anlage AV ein, die Beiträge selbst meldet Ihr Anbieter. In der Auszahlphase gehört sie in die Anlage R-AV/bAV.
- Die Auszahlung unterliegt der nachgelagerten Besteuerung: Die Riester-Rente wird im Alter voll mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert, auch ein Einmalbetrag von bis zu 30 Prozent.
- Ihr Vertrag behält die alten Steuerregeln auch nach 2026. Wer ab 2027 in die neue Förderung wechselt oder neu abschließt, setzt 1.800 Euro plus Zulage ab.
Wie wird die Riester-Rente in der Steuer behandelt?
In der Ansparphase setzen Sie Ihre Riester-Beiträge mit der Anlage AV als Sonderausgaben ab, bis 2.100 Euro im Jahr einschließlich Zulagen. In der Auszahlphase ist die Riester-Rente voll steuerpflichtig und steht in der Anlage R-AV/bAV.
Reform 2027: Was das für Ihre Steuererklärung bedeutet
Für Ihren bestehenden Riester-Vertrag ändert sich steuerlich nichts: Sie setzen bis zum Beginn der Auszahlung weiter höchstens 2.100 Euro einschließlich Zulagen ab, die Auszahlung wird wie bisher voll versteuert. Neue Riester-Verträge gibt es nur noch bis zum 31.12.2026. Ab dem 01.01.2027 gilt für neue Verträge wie das Altersvorsorgedepot und nach einem Wechsel in die neue Förderung ein Abzug von 1.800 Euro plus Zulage. Wie die neue Zulage und der Steuervorteil im Altersvorsorgedepot funktionieren, erklärt unser Ratgeber zur Förderung im Altersvorsorgedepot.
Alte und neue Steuerregeln im Vergleich
Welche Spalte für Sie gilt, hängt vom Förderrecht Ihres Vertrags ab. Solange Sie nichts unternehmen, bleibt Ihr Riester-Vertrag im alten Recht. Die rechte Spalte betrifft Sie nur, wenn Sie ab 2027 ausdrücklich in die neue Förderung wechseln oder einen neuen geförderten Vertrag abschließen, denn dann gilt das neue Recht für alle Ihre Verträge.
| Regel | Riester-Vertrag bis 31.12.2026 | Neues Recht ab 2027 (neuer Vertrag oder Wechsel) |
|---|---|---|
| Sonderausgabenabzug | Höchstens 2.100 € einschließlich Zulagen | Höchstens 1.800 € Beiträge plus Zulage |
| Günstigerprüfung | von Amts wegen durch das Finanzamt | Bleibt, ebenfalls von Amts wegen |
| Grundzulage | 175 € | bis 540 €, abhängig vom Beitrag |
| Wer absetzen darf | Pflichtversicherte der Rentenversicherung, Beamte mit Einwilligung | Zusätzlich Selbständige und Mitglieder von Versorgungswerken unter 67 |
| Besteuerung der Auszahlung | Voll nachgelagert, persönlicher Steuersatz | Ebenfalls voll nachgelagert |
Rechtsgrundlage für den Abzug ist § 10a EStG, für die Besteuerung der Auszahlung § 22 Nummer 5 EStG. Wie das Finanzamt Zulage und Steuervorteil vergleicht, steht auf unserer Seite zur Günstigerprüfung. Wie viel Sie einzahlen müssen und dürfen, erklärt die Seite Höchstbetrag und Mindesteigenbeitrag.
Ansparphase
In der Ansparphase zahlen Sie in die Riester-Rente ein und profitieren von Steuervorteilen: Auf den Teil Ihres Einkommens, den Sie bis zur Höchstgrenze für die Altersvorsorge aufwenden, zahlen Sie keine Steuern. Je mehr Sie einzahlen und je höher Ihr Steuersatz, desto größer die Ersparnis. Deshalb profitieren Gutverdiener besonders.
Auszahlphase
In der Auszahlphase erhalten Sie die Riester-Rente ausgezahlt, jetzt greift die nachgelagerte Besteuerung. Die Rente wird zusammen mit Ihren übrigen Einkünften versteuert. Weil das Einkommen im Alter meist niedriger ist als im Berufsleben, fällt auch der Steuersatz geringer aus. Unter dem Strich bleibt dann eine echte Steuerentlastung.
In einigen Fällen gleichen sich Ersparnis und spätere Steuer wie bei einem Nullsummenspiel aus. Das passiert vor allem, wenn Sie im Alter hohe Einkünfte haben, etwa aus Vermietung, einer Betriebsrente oder einer weiteren privaten Rente. Wie Sie die Riester-Rente später auszahlen lassen können, lesen Sie auf unserer Seite zur Auszahlung der Riester-Rente.
Riester-Rente ohne Abgeltungssteuer
Auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne innerhalb eines Riester-Vertrags fällt keine Abgeltungsteuer an, auch nicht bei Riester-Fondssparplänen oder Banksparplänen. Das gilt für die Ansparphase und die Auszahlphase. Versteuert werden stattdessen die Leistungen im Alter, und zwar voll mit Ihrem persönlichen Steuersatz nach § 22 Nummer 5 EStG.
Lassen Sie Ihren Steuervorteil durchrechnen
Wir prüfen kostenfrei, ob Ihr Vertrag die volle Förderung bekommt, ob sich die Anlage AV für Sie lohnt und was ein Wechsel in die neue Förderung ab 2027 steuerlich bedeutet.
- Prüfung Ihres Vertrags, eines neuen Riester-Vertrags und des Altersvorsorgedepots
- Prüfung von Eigenbeitrag und Zulagenantrag
- Ehrliche Rechnung alte gegen neue Förderung
Wie funktioniert die Versteuerung in der Ansparphase?
Beiträge zur Riester-Rente sind bis 2.100 Euro im Jahr und Person als Sonderausgaben absetzbar, Grundzulage und Kinderzulage eingerechnet, der Berufseinsteigerbonus bleibt außer Betracht. Sind beide Ehepartner unmittelbar begünstigt, kann jeder diesen Betrag nutzen, zusammen also 4.200 Euro.
Wer Beiträge absetzen kann
Absetzen können Sie Ihre Beiträge nur, wenn Sie selbst zulageberechtigt sind, also unmittelbar begünstigt. Das sind vor allem Pflichtversicherte der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamte, die der Datenübermittlung zugestimmt haben. Ist Ihr Ehepartner nur mittelbar begünstigt, zählen seine Beiträge bei Ihnen mit, und Ihr Höchstbetrag steigt um 60 Euro.
Den vollen Vorteil gibt es mit dem Mindesteigenbeitrag: vier Prozent Ihrer beitragspflichtigen Einnahmen aus dem Vorjahr, höchstens 2.100 Euro, abzüglich Ihrer Zulagen, mindestens 60 Euro. Auch wer nur diesen Sockelbetrag von 60 Euro einzahlt, kann von der Steuerersparnis profitieren. Alle Zulagen erklärt unsere Seite zur Riester-Förderung, Kinder die Seite zur Kinderzulage.
Rechenbeispiel
Ein Sparer hatte im Vorjahr beitragspflichtige Einnahmen von 45.358 Euro und hat ein Kind, das 2008 oder später geboren ist. Sein Mindesteigenbeitrag liegt bei vier Prozent davon abzüglich der Zulagen. Die Tabelle zeigt, wie viel er absetzen kann und ab welchem Eigenbeitrag er den Höchstbetrag ausschöpft.
| Rechenschritt | Betrag |
|---|---|
| Vier Prozent der beitragspflichtigen Vorjahreseinnahmen von 45.358 € | 1.814 € |
| Zulagen: Grundzulage 175 € und Kinderzulage 300 € | 475 € |
| Mindesteigenbeitrag: 1.814 € minus 475 € | 1.339 € |
| Absetzbar bei Mindesteigenbeitrag: Eigenbeitrag plus Zulagen | 1.814 € |
| Eigenbeitrag, mit dem der Höchstbetrag von 2.100 € genau erreicht ist | 1.625 € |
Zahlt der Sparer die vollen vier Prozent selbst ein, also 1.814 Euro, kommen mit den Zulagen 2.289 Euro auf den Vertrag. Absetzen kann er davon höchstens 2.100 Euro. Die 189 Euro, die über den Höchstbetrag hinausgehen, bleiben steuerlich unberücksichtigt, sie verzinsen sich aber im Vertrag weiter.
- Eigenbeitrag bis zum Höchstbetrag1.625 €
- Zulagen475 €
- Eigenbeitrag über dem Höchstbetrag189 €
Quelle: Beispielrechnung nach §§ 10a und 86 EStG, Stand 2026
Günstigerprüfung durch das Finanzamt
Das Finanzamt führt von Amts wegen eine Günstigerprüfung durch. Es rechnet Ihre Steuer mit und ohne Riester-Abzug und vergleicht die Ersparnis mit Ihrem Zulagenanspruch. Ist der Steuervorteil höher, bekommen Sie die Differenz über den Steuerbescheid, die Zulagen behalten Sie. Ist die Zulage höher, bleibt es bei ihr. Sie müssen nichts beantragen.
Mehr als die Zulage bringt der Abzug vor allem bei höherem Einkommen und wenigen Kinderzulagen. Rechenbeispiele für Singles, Familien und Gutverdiener stehen auf unserer Seite Günstigerprüfung in der Riester-Rente, Regeln für Paare unter Riester-Rente für Ehepaare.
Wie wird die Riester-Rente in der Auszahlphase versteuert?
Die Riester-Rente wird im Alter voll versteuert, soweit sie auf geförderten Beiträgen und Zulagen beruht. Das gilt für die monatliche Rente und für einen Einmalbetrag zu Rentenbeginn. Steuern zahlen Sie aber nur, wenn Ihre gesamten Einkünfte über dem Grundfreibetrag liegen.
„Normale“ Besteuerung im Alter
Nachgelagerte Besteuerung heißt: Die Rentenzahlungen sind im Alter sonstige Einkünfte und werden wie andere steuerpflichtige Einkünfte mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert. Das gilt nicht nur für die Riester-Rente, sondern auch für die Rürup-Rente und die betriebliche Altersvorsorge.
Haben Sie zusätzlich ungeförderte Beiträge eingezahlt, etwa über den Höchstbetrag hinaus, wird der Teil der Rente aus diesen Beiträgen milder besteuert: bei einer lebenslangen Rente nur mit dem Ertragsanteil. Welcher Betrag wie zu versteuern ist, teilt Ihnen Ihr Anbieter jedes Jahr auf einer Bescheinigung nach amtlichem Muster mit (§ 22 Nummer 5 EStG).
Umstellung der Besteuerung bis 2058
Die schrittweise Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung betrifft die gesetzliche Rente und die Rürup-Rente, nicht die Riester-Rente. Bei der gesetzlichen Rente steigt der steuerpflichtige Anteil mit jedem Jahrgang, seit 2023 nur noch um einen halben Prozentpunkt im Jahr. Wer 2026 in Rente geht, versteuert 84 Prozent, ab 2058 sind es 100 Prozent.
Die Riester-Rente aus geförderten Beiträgen ist dagegen schon heute zu 100 Prozent steuerpflichtig, egal in welchem Jahr die Rente beginnt. Für Ihre Steuerplanung zählen deshalb beide Renten zusammen: Der Besteuerungsanteil der gesetzlichen Rente und die volle Riester-Rente bestimmen, ob und wie viel Steuer im Alter anfällt.
Mit dem Altersentlastungsbetrag Steuern reduzieren
Neben dem Grundfreibetrag kann der Altersentlastungsbetrag Ihre Steuer im Ruhestand senken. Ihn bekommen Sie, wenn Sie vor Beginn des Kalenderjahres 64 Jahre alt geworden sind. Prozentsatz und Höchstbetrag richten sich nach dem Jahr, das auf Ihren 64. Geburtstag folgt, und bleiben für Sie dann dauerhaft gleich. Für das Jahr 2026 sind es 12,8 Prozent, höchstens 608 Euro (§ 24a EStG).
Berechnet wird der Betrag nicht vom zu versteuernden Einkommen, sondern vom Arbeitslohn und den übrigen positiven Einkünften. Die gesetzliche Rente zählt dabei nicht mit, Leistungen aus der Riester-Rente in der Regel schon. Der Altersentlastungsbetrag sinkt Jahrgang für Jahrgang und fällt 2058 weg. Das Finanzamt berücksichtigt ihn automatisch.
Wann Sie keine Steuern zahlen
Steuern zahlen Sie nur, wenn Ihr zu versteuerndes Einkommen aus Renten und Nebeneinkünften über dem Grundfreibetrag liegt, 2026 sind das 12.348 Euro (§ 32a EStG). Bei Ehepaaren mit Zusammenveranlagung gilt der doppelte Betrag. Eine kleine Riester-Rente neben einer niedrigen gesetzlichen Rente bleibt deshalb oft steuerfrei.
Eine Steuererklärung müssen Rentner ohne Arbeitslohn nur abgeben, wenn ihr Gesamtbetrag der Einkünfte über dem Grundfreibetrag liegt (§ 56 EStDV). Die Riester-Rente allein löst also keine Pflicht aus. Weil Anbieter und Rentenversicherung Ihre Renten aber elektronisch melden, fällt eine Überschreitung dem Finanzamt auf.
Besteuerung von Einmalzahlungen
Zu Beginn der Auszahlung können Sie sich bis zu 30 Prozent Ihres Riester-Kapitals auf einmal auszahlen lassen, der Rest kommt als monatliche Rente. Dieser Einmalbetrag ist im Jahr der Auszahlung voll mit Ihrem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Eine ermäßigte Besteuerung nach der Fünftelregelung gibt es dafür nicht.
Anders bei einer Kleinbetragsrente: Liegt die Monatsrente unter 1,5 Prozent der Bezugsgröße, 2026 also unter 59,33 Euro, darf der Anbieter sie in einem Betrag abfinden. Das ist keine schädliche Verwendung, die Abfindung ist steuerpflichtig, aber mit der Fünftelregelung ermäßigt. Mehr unter Einmalzahlungen in der Altersvorsorge.
Riester-Rente und betriebliche Altersvorsorge
Auf Ihre Riester-Rente zahlen Sie als Pflichtversicherter in der Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner keine Beiträge. Das gilt seit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz auch für Riester-Renten aus der betrieblichen Altersvorsorge, die früher als Versorgungsbezüge beitragspflichtig waren (§ 229 SGB V).
Sind Sie im Alter freiwillig gesetzlich versichert, sieht es anders aus: Dann zählt die Riester-Rente zu Ihren beitragspflichtigen Einnahmen, und die Krankenkasse berechnet darauf Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (§ 240 SGB V). Rechnen Sie das bei der Planung Ihrer Nettorente mit ein.
Ausnahme Wohn-Riester
Beim Wohn-Riester fließt im Alter keine monatliche Rente, Ihr Vorteil ist das mietfreie Wohnen. Versteuert wird trotzdem: über das Wohnförderkonto, in dem Entnahme, geförderte Tilgung und Zulagen stehen. Das Konto wird bis zum Rentenbeginn jährlich mit zwei Prozent erhöht und ist die Grundlage der Besteuerung im Alter.
Den Stand versteuern Sie verteilt bis zum 85. Lebensjahr oder auf Antrag auf einmal. Bei der Einmalbesteuerung sind für Entnahmen vor 2028 nur 70 Prozent steuerpflichtig, auch wenn Ihre Rente erst später beginnt. Für Entnahmen ab 2028 entfällt die Verzinsung, und das Konto wird über fünf Jahre verteilt versteuert. Alles zum Eigenheim-Riester finden Sie unter Wohn-Riester.
Wo trage ich die Riester-Rente in der Steuererklärung ein?
In der Ansparphase tragen Sie die Riester-Rente in die Anlage AV ein, in der Auszahlphase in die Anlage R-AV/bAV. Die Beiträge selbst und die Rentenzahlungen meldet Ihr Anbieter elektronisch, Sie machen vor allem Angaben zu Ihrer Förderberechtigung.
Steuererklärung in der Ansparphase
Den Steuervorteil der Riester-Rente bekommen Sie nur mit der Anlage AV, „AV“ steht für Altersvorsorgebeiträge. Geben Sie die Anlage jedes Jahr ab, solange Sie einzahlen. Ohne sie gibt es keinen Sonderausgabenabzug und keine Günstigerprüfung, Ihre Zulagen bekommen Sie aber trotzdem über Ihren Anbieter.
Die Höhe Ihrer Beiträge müssen Sie nicht eintragen. Ihr Anbieter übermittelt sie mit Ihrer Einwilligung elektronisch an die Zentrale Zulagenstelle, eine Bescheinigung legen Sie nicht bei (§ 10a Absatz 5 EStG). Die Steuererklärung gilt immer für das abgelaufene Jahr, die Einnahmen in der Anlage AV stammen aus dem Jahr davor.
Welche Angaben wo eintragen?
Die Anlage AV ist kurz, auch ohne Erfahrung mit diesem Formular ist sie schnell ausgefüllt. Alle Zeilen beziehen sich auf die Anlage AV 2025, also die Steuererklärung für das Jahr 2025. Bei Zusammenveranlagung füllen Sie eine gemeinsame Anlage für beide Partner aus.
Zeilen 1 bis 3: Grundangaben
Wie bei allen Anlagen Ihrer Steuererklärung tragen Sie hier Ihren Namen, Ihren Vornamen und Ihre Steuernummer ein.
Zeile 4: Unmittelbar begünstigt
Wer 2025 selbst förderberechtigt war, etwa als rentenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer oder Beamter mit Einwilligung, trägt eine „1“ ein und füllt die Zeilen 5 bis 13 aus.
Zeilen 5 bis 13: Einkommen
Hier stehen die Einnahmen des Vorjahres, für die Steuererklärung 2025 also aus 2024: beitragspflichtige Einnahmen, Besoldung, Entgeltersatzleistungen, Erwerbsminderungsrenten. Das Finanzamt braucht sie für die Günstigerprüfung.
Zeile 14: Mittelbar begünstigt
Das Gegenstück zu Zeile 4: Hier tragen Sie eine „2“ ein, wenn Sie nur über Ihren Ehepartner mittelbar begünstigt riestern.
Kinder: Anlage Kind, Zeile 26
Angaben zu Kindern, für die Sie Kinderzulage bekommen, stehen nicht mehr in der Anlage AV, sondern in Zeile 26 der Anlage Kind des jeweiligen Kindes.
Seite 2, Zeilen 16 bis 25: Verträge ohne Abzug
Nur ausfüllen, wenn Sie für einzelne Verträge keinen Sonderausgabenabzug wollen. Anbieter-, Zertifizierungs- und Vertragsnummer stehen auf der Jahresbescheinigung Ihres Anbieters.
In Zeile 7 tragen Sie Entgeltersatzleistungen ein, etwa Arbeitslosengeld oder Krankengeld, die Höhe steht auf den Bescheinigungen der zahlenden Stelle. Elterngeld gehört nicht dazu. Zeile 8 zum tatsächlichen Entgelt füllen Sie nur aus, wenn Ihre beitragspflichtigen Einnahmen höher angesetzt wurden, als Sie tatsächlich verdient haben. Sonst bleibt sie frei.
Zeile 15 ist nur für Mitglieder der landwirtschaftlichen Alterskasse. Wo Sie Anbieternummer und Zertifizierungsnummer finden, erklärt unsere Seite zur Zertifizierungsnummer. Wollen Sie für keinen Ihrer Verträge einen Abzug, geben Sie keine Anlage AV ab. Lässt ein Steuerberater Ihre Erklärung machen, geben Sie ihm die Jahresbescheinigung Ihres Anbieters.
Steuererklärung rechtzeitig abgeben!
Wer zur Abgabe verpflichtet ist, muss die Steuererklärung bis zum 31. Juli des Folgejahres abgeben, mit Steuerberater gilt eine längere Frist (§ 149 AO). Für das Jahr 2026 ist das der 31. Juli 2027. Die Riester-Rente in der Ansparphase macht Sie nicht zur Abgabe verpflichtet.
Sind Sie nicht verpflichtet, können Sie die Erklärung freiwillig abgeben, um den Riester-Steuervorteil zu bekommen. Dafür haben Sie vier Jahre Zeit, die Erklärung für 2022 also bis Ende 2026. Lohnt sich der Abzug, holen Sie den Vorteil so auch nachträglich. Hinweise für Arbeitnehmer finden Sie unter Riester-Rente für Angestellte.
Elster: Zeit sparen mit Ausfüllhilfe
Sie sparen Zeit mit der vorausgefüllten Steuererklärung in Mein ELSTER, einem kostenlosen Angebot der Steuerverwaltung. Daten, die Anbieter, Arbeitgeber und Rentenversicherung elektronisch melden, werden dann in Ihr Formular übernommen. Sie prüfen sie und übernehmen sie mit einem Klick. Dafür brauchen Sie ein Benutzerkonto und stimmen dem Belegabruf zu.
In Mein ELSTER finden Sie die Riester-Angaben unter der Anlage AV mit den Berechnungsgrundlagen auf der zweiten Seite. Die Rente selbst tragen Sie im Alter in der Anlage R-AV/bAV ein. Auch beim Abruf gilt: Prüfen Sie, ob alle Riester-Verträge erfasst sind, bevor Sie absenden.
Steuererklärung in der Auszahlphase
Im Alter gehören Leistungen aus der Riester-Rente in die Anlage R-AV/bAV. Die private Riester-Rente tragen Sie im Bereich für Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen ein, eine betriebliche Riester-Rente im Bereich für betriebliche Verträge. Die Beträge stehen auf der Leistungsmitteilung, die Ihr Anbieter Ihnen nach Ablauf jedes Jahres schickt.
Zeilen, die farbig hinterlegt und mit einem eingekreisten „e“ markiert sind, müssen Sie nicht ausfüllen. Diese eDaten übermittelt der Anbieter direkt an die Finanzverwaltung. Füllen Sie sie nur aus, wenn die Daten fehlen, falsch sind oder Sie abweichende Angaben machen wollen, und kreuzen Sie dann das Feld „Wichtiger Hinweis“ an.
Welche Fehler kosten Sie bei der Riester-Steuer Geld?
Am häufigsten fehlt die Anlage AV, der Zulagenantrag kommt zu spät oder das Geld wird vorzeitig entnommen. Dann verschenken Sie Steuervorteile oder müssen Förderung zurückzahlen.
Die typischen Fehler
- Keine Anlage AV abgegeben:
Die Zulage kommt trotzdem, der zusätzliche Steuervorteil der Günstigerprüfung fehlt. - Zulage nicht beantragt:
Das Finanzamt rechnet Ihren Zulagenanspruch trotzdem gegen den Steuervorteil, die Zulage selbst ist nach Ablauf der Antragsfrist verloren. - Vermögenswirksame Leistungen eingerechnet:
Sie zählen nicht als Riester-Beitrag und sind nicht absetzbar. - Auf die Lohnsteuer gehofft:
Einen Freibetrag für Riester-Beiträge gibt es beim Lohnsteuerabzug nicht, der Vorteil kommt erst mit dem Steuerbescheid. - Riester-Rente im Alter vergessen:
Sie ist steuerpflichtig, auch wenn Sie die Zeilen mit eDaten nicht selbst ausfüllen.
Der Zulagenantrag läuft über Ihren Anbieter und muss bis zum Ende des zweiten Jahres nach dem Beitragsjahr vorliegen, für 2024 also bis zum 31.12.2026. Ein Dauerzulagenantrag nimmt Ihnen das ab. Kinder, Heirat oder einen neuen Status müssen Sie Ihrem Anbieter aber weiter selbst melden.
Wann Sie die Steuerersparnis zurückzahlen müssen
Wird Geld aus einem Riester-Vertrag vorzeitig entnommen und nicht für eine erlaubte Form der Altersvorsorge oder für Wohneigentum verwendet, ist das eine schädliche Verwendung. Dann müssen Sie die Zulagen und die gesondert festgestellte Steuerermäßigung zurückzahlen. Zusätzlich sind die Erträge im Vertrag, also Zinsen und Kursgewinne, steuerpflichtig.
Typisch ist die Kündigung: Fehlt Ihnen gerade das Geld, ist beitragsfrei stellen fast immer besser, weil die Förderung im Vertrag bleibt. Was eine Kündigung genau kostet, steht unter Kündigung und Rückkaufswert, wann die Zulagenstelle zurückfordert, unter Rückforderung von Riester-Zulagen.
Vorsicht beim Wechsel in die neue Förderung
Ab 2027 können Sie erklären, dass Ihre Verträge in die neue Förderung wechseln. Die Erklärung ist unwiderruflich und gilt für alle Ihre Riester-Verträge zugleich. Dasselbe passiert automatisch, wenn Sie nach dem 31.12.2026 einen neuen geförderten Vertrag abschließen. Danach gilt in der Steuererklärung der neue Abzug von 1.800 Euro plus Zulage.
Für Gutverdiener ohne Kinder kann sich das lohnen, weil die Grundzulage bis 540 Euro steigt. Für Familien mit kleinem Einkommen ist der Wechsel oft schlechter. Garantien und Kosten Ihres Vertrags bleiben beim Wechsel der Förderung unverändert. Rechnen Sie beide Wege mit Ihrem Steuersatz durch, mehr unter Riester-Vertrag wechseln.
Experten-Tipp:
Die Steuer gehört zur Riester-Rechnung
„Der teuerste Fehler bei der Riester-Steuer ist eine fehlende Anlage AV. Die Zulage kommt dann zwar, aber bei gutem Einkommen bleibt der Steuervorteil liegen. Und viele unterschätzen das Alter: Die Riester-Rente ist voll steuerpflichtig, auch der Teil aus den Zulagen. Ich rate, schon einige Jahre vor Rentenbeginn die Riester-Rente zusammen mit der gesetzlichen Rente durchzurechnen, dann gibt es beim ersten Steuerbescheid keine Überraschung.“
Lassen Sie Ihren Riester-Vertrag steuerlich prüfen
Wir prüfen kostenfrei, ob Sie Zulagen und Steuervorteil voll nutzen, was Sie im Alter versteuern müssen und ob sich ab 2027 ein Wechsel in die neue Förderung für Sie lohnt.
- Prüfung Ihres Vertrags, eines neuen Riester-Vertrags und des Altersvorsorgedepots
- Prüfung von Anlage AV und Zulagenantrag
- Ehrliche Rechnung alte gegen neue Förderung
Die häufigsten Fragen zur Riester-Rente in der Steuer
Wie kann ich meine Riester-Rente steuerlich absetzen?
Beiträge zur Riester-Rente sind bis zu 2.100 Euro pro Jahr und Person als Sonderausgaben absetzbar, Grundzulage und Kinderzulage eingerechnet, der Berufseinsteigerbonus bleibt außer Betracht. Sind beide Ehepartner unmittelbar begünstigt, hat jeder seinen eigenen Höchstbetrag. Ist einer nur mittelbar begünstigt, steigt der Höchstbetrag des anderen um 60 Euro.
Wo trage ich die Riester-Rente in der Steuererklärung ein?
In der Ansparphase in die Anlage AV, die Beiträge selbst meldet Ihr Anbieter elektronisch. In der Auszahlungsphase gehören die Leistungen in die Anlage R-AV/bAV, in den Bereich für Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen.
Wie wird die Riester-Rente im Alter besteuert?
Die Riester-Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung. Soweit sie auf geförderten Beiträgen und Zulagen beruht, wird sie im Alter vollständig mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert. Steuern fallen aber erst an, wenn Ihr Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt.
Kann ich mir einen Teil der Riester-Rente auf einmal auszahlen lassen?
Ja, zu Beginn der Auszahlungsphase können Sie bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals als Einmalbetrag entnehmen. Dieser Betrag ist vollständig steuerpflichtig, eine Ermäßigung nach der Fünftelregelung gibt es dafür nicht.
Was passiert, wenn ich mir die gesamte Riester-Rente auf einmal auszahlen lasse?
Eine vollständige Auszahlung außerhalb der erlaubten Formen ist eine schädliche Verwendung. Sie zahlen alle Zulagen und die gesondert festgestellten Steuervorteile zurück. Zu versteuern sind dann nicht der ganze Betrag, sondern die Erträge, die im Vertrag entstanden sind. Ausgenommen ist die Abfindung einer Kleinbetragsrente.
Gibt es Ausnahmen von der vollständigen Besteuerung der Riester-Rente?
Ja, für Rententeile aus ungeförderten Beiträgen, die nur mit dem Ertragsanteil besteuert werden. Eine Kleinbetragsrente unter 59,33 Euro im Monat (2026) darf der Anbieter auf einmal abfinden, ohne dass Zulagen zurückgezahlt werden. Diese Abfindung ist steuerpflichtig, aber mit der Fünftelregelung ermäßigt.
Wie wirkt sich die Riester-Rente auf meine Steuerlast aus?
In der Ansparphase senkt der Sonderausgabenabzug Ihre Steuer, wenn er mehr bringt als die Zulage. In der Auszahlungsphase erhöht die Riester-Rente Ihr zu versteuerndes Einkommen, was zu einer höheren Steuerlast führen kann. Weil der Steuersatz im Alter meist niedriger ist, bleibt in der Regel ein Vorteil.
Was ist die Günstigerprüfung bei der Riester-Rente?
Mit der Günstigerprüfung prüft das Finanzamt automatisch, ob der Sonderausgabenabzug oder die staatlichen Zulagen für Sie günstiger sind. Ist der Steuervorteil höher, bekommen Sie die Differenz zusätzlich zur Zulage. Einen Antrag brauchen Sie nicht, nur die Anlage AV.
Muss ich die Riester-Rente in der Steuererklärung angeben?
In der Ansparphase nein, die Zulage bekommen Sie auch ohne Steuererklärung. Den zusätzlichen Steuervorteil gibt es aber nur mit der Anlage AV. Im Alter ist die Riester-Rente steuerpflichtig und gehört in die Anlage R-AV/bAV, sobald Sie eine Steuererklärung abgeben.
Wo trage ich die Riester-Rente bei Elster ein?
In Mein ELSTER wählen Sie in der Einkommensteuererklärung die Anlage AV und füllen die Berechnungsgrundlagen aus, also Ihre Begünstigung und Ihre Vorjahreseinnahmen. Mit dem Belegabruf übernimmt ELSTER gemeldete Daten automatisch. Im Alter tragen Sie die Rente in der Anlage R-AV/bAV ein.
Zählen vermögenswirksame Leistungen als Riester-Beitrag?
Nein. Vermögenswirksame Leistungen gehören nach § 82 Absatz 4 EStG nicht zu den Altersvorsorgebeiträgen. Sie bringen weder Zulage noch Sonderausgabenabzug und zählen nicht zum Mindesteigenbeitrag. Tilgungen für ein Wohn-Riester-Darlehen zählen dagegen als Beitrag.
Was ändert sich 2027 in der Steuererklärung für meinen Riester-Vertrag?
Für Ihren bestehenden Vertrag nichts: Bis zum Beginn der Auszahlung gilt weiter der Abzug von höchstens 2.100 Euro einschließlich Zulagen. Erst wenn Sie in die neue Förderung wechseln oder ab 2027 einen neuen geförderten Vertrag wie das Altersvorsorgedepot abschließen, gilt der Abzug von 1.800 Euro plus Zulage.
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