Kritik an der Riester-Rente und mögliche Alternativen

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von Swantje Niemann
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Aktuelle Kritikpunkte zur Riester-Rente, Reformvorschläge und Alternativen, auf die Sie für Ihre Altersvorsorge ausweichen können.

Inhalt dieser Seite
  1. Die 9 häufigsten Kritikpunkte
  2. Alternativen zur Riester Rente
  3. Aktuelle Reformvorschläge
  4. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Seit der Einführung der Riester-Rente steht sie unter starker Kritik, z.B. wegen hoher Verwaltungsgebühren und niedriger Rendite.
  • Trotz der teilweise berechtigten Kritik ist das Vorsorge­produkt dennoch für viele interessant. Wichtig ist, welche Art von Riester-Rente abgeschlossen wird.
  • Alternativen zur Riester-Rente sind z.B. die Rürup-Rente oder private Lebens­versicherungen.

Die häufigsten Kritikpunkte an der Riester-Rente

Überschaubare Rendite? Steuerliche Abgaben in der Auszahlungsphase? Es gibt durchaus berechtigte Kritik an der Riester-Rente – die das Vorsorge­produkt für viele Sparer aber dennoch nicht uninteressant macht. Wir haben Ihnen im Folgenden die häufigsten Kritikpunkte an der Riester-Rente zusammengetragen – und ob diese berechtigt sind.

1. Zu hohe Kosten für Abschluss und Verwaltung

Der häufigste Kritikpunkt an der Riester-Rente sind die hohen Abschluss- und Verwaltungskosten in der Ansparphase. Bei einer Riester-Rente investiert der Versicherte seine Beiträge über einen Versicherer in unterschiedliche Wertpapier­e am Markt. Je nach gewähltem Tarif kommen Investments in klassische festverzinsliche Wertpapier­e oder in Fonds in Frage. Aus diesem Investment wird zum Ablauf der Versicherung eine Rente bezahlt. Je höher die Kosten des Versicherers sind, desto geringer wird die Ablaufleistung sein. Im besten Fall entscheidet man sich für eine Gesellschaft, die geringe Kosten mit einer attraktiven Ablaufleistung kombiniert.

2. Riester-Rente bringt kaum Rendite

Oftmals wird behauptet, dass die Riester-Rente – und hier besonders die vielversprechenden fondsgebundenen Riester-Verträge sowie Riesterbanksparpläne – kaum wirkliche Rendite bringen. Dies kann natürlich verschiedene Einflussfaktoren haben, wie etwa die Auswahl der Fonds. Versicherte haben in der Regel das Recht, das Kapital umschichten zu lassen und andere Fonds auszuwählen, jedoch verursacht dies häufig extra Gebühren.

Auf der anderen Seite sind Anbieter der Riester-Rente aufgrund der Niedrigzinsphase müssen einen großen Teil der Beiträge in sichere Wertpapier­e zu investieren, um die Kapitalgarantie zu sichern. Dies bedeutet, dass Beiträge weniger in renditestarke Wertpapier­e investiert werden können, damit der Versicherte bei Auszahlung der Riester-Rente mindestens das eingezahlte Kapital zurück bekommt.

3. Sparer müssen sehr alt werden, damit es sich lohnt

Dieser Kritikpunkt hält sich besonders hartnäckig: Damit sich die Riester-Rente lohnt, muss der Riester-Sparer sehr alt werden. In vielen Riester-Verträgen – besonders der klassischen Riester-Renten­versicherung – müssten Sparer teilweise 90 – 100 Jahre alt werden, damit die vom Anbieter versprochenen Erträge tatsächlich erhalten werden. Oftmals wird dies darauf zurückgeführt, dass Riester-Anbieter mit einer unrealistisch hohen Lebenserwartung rechnen würden.

Dieser Kritik muss man jedoch entgegnen, dass man dies nicht pauschal auf die Riester-Rente beziehen kann. Wie bei anderen Altersvorsorgeprodukten gibt es auch bei der Riester-Rente gute und schlechte Tarife und Anbieter. Mittlerweile gibt es vier verschiedene Riester-Produkte am Markt. Somit haben die Verbraucher zu wählen, welches Produkt den größten Nutzen mit sich bringt. Umso höher die Verwaltungskosten des gewählten Produktes, desto geringer fällt die Rendite aus.

4. Änderungen müssen mitgeteilt werden

Wenn sich die berufliche oder familiäre Situation oder das Einkommen ändert, müssen diese Änderungen umgehend dem Anbieter mitgeteilt werden. Andernfalls geht die staatliche Riester-Förderung verloren oder man riskiert gar eine Rückforderung. Dies liegt daran, dass gerade die staatlichen Zulagen ans Einkommen, an der Anzahl der Kinder oder an die berufliche Anstellung (oder eben Selbständigkeit oder Arbeits­losigkeit) gekoppelt sind. Dies lässt sich auch mit einem Dauerzulagenantrag nicht vollends lösen. Dieser dient lediglich dazu, die Beantragung der Zulagen und damit die ebenfalls kritisierte komplexe Bürokratie der Riester-Rente zu vereinfachen. Ansonsten müsste man dies jedes Jahr erneut tun. Trotz Dauerzulagenantrag müssen Änderungen mitgeteilt werden.

Jedoch gilt dies nicht einzig und allein für die Riester-Rente. Als Versicherter muss man an dieser Stelle aufmerksam bleiben und sich um seine Verträge und die dazugehörigen Bedingungen kümmern.

5. Riestern lohnt sich nur für Gutverdiener und nicht bei niedrigem Einkommen

Die Riester-Rente wurde ihrer Zeit eingeführt, um Familien und Geringverdiener dabei zu unterstützen, eine zusätzliche Altersvorsorge aufzubauen. Viele Kritiker behaupten, dass dies nicht gelungen sei. Mehrere Statistiken in den vergangenen Jahren bestätigen diese Kritik: Ein Großteil der staatlichen Förderung fiel auf die einkommensstärkeren Riester-Sparer. Dem wirkt zum einen das in 2018 in Kraft getretene Betriebs­rentenstärkungsgesetz entgegen: Zukünftig bleiben 202 Euro anrechnungsfrei – zuvor konnte die Riester-Rente auf die Grundsicherung im Alter angerechnet werden.

Zum anderen gilt für die Beiträge zur Riester-Rente: Umso geringer das tatsächliche Brutto­einkommen, desto geringer die zu zahlenden Beiträge. Denn es gibt nicht den absoluten Mindest­eigenbeitrag – dieser orientiert sich am individuellen Einkommen (4-Prozent-Regel). Einkommens­schwächere Personengruppen steht außerdem die Möglichkeit offen, auf den Sockelbeitrag von 60 Euro im Jahr auszuweichen und trotzdem die vollen staatlichen Zulagen zu erhalten.

Was sagen Stiftung Warentest und Co.?

Analyseinstitute wie Stiftung Warentest, das IVFP und Franke und Bornberg prüfen regelmäßig die verschiedenen Formen der Riester-Rente. Solche Tests können Interessierten eine gute Orientierung bieten. So bekommt man nicht nur einen Überblick über den derzeitigen Markt, sondern bekommt auch einen Eindruck über mögliche Renditechancen, Flexibilität der Anbieter und Kosten.

Wir haben Ihnen aktuelle Testergebnisse zur Riester-Rente zusammengetragen. Diese finden Sie hier im Überblick:

Riester-Rente im Test 2021

6. Hohe Provisionen für Anbieter und Makler

Neben der Kritik zu den hohen Abschlusskosten und der schmalen Rendite kommt noch die zu hohe Provision an den Riester-Anbieter oder Riester-Vermittler hinzu. Die Zahlung dieser Provision soll den Anlegern auferlegt sein. Provisionsfrei können unter anderem Riester-Banksparpläne abgeschlossen werden. Diese werden nur leider nicht mehr so häufig angeboten und die zu erwartende Rendite ist ohnehin schmal. Im Vergleich weist eine klassische Riester-Rente die höchsten und ein Riester-Fondssparplan die geringsten Kosten auf.

Auch in diesem Fall gilt, dass Verbraucher sich im Vorfeld genau über die Konditionen der Tarife informieren sollten. Wer dies nicht tut, der kann letztendlich selbst viel Geld verschenken. Dann profitieren tatsächlich nur die Anbieter vom Vertragsabschluss. Auch sollte Wert darauf gelegt werden, sich zu einer Beratung und zum Abschluss einer Riester-Rente an einen unabhängigen Versicherungs­makler zu wenden. Wir von transparent-beraten.de erhalten beispielsweise unsere Vermittlerprovision direkt vom Versicherer – nicht vom Kunden.

7. Fehlende Flexibilität

Die Produkte der Riester-Rente werden oftmals als unflexibel bezeichnet: Die Auszahlung findet frühestens ab dem 60. Lebensjahr (und das nur unter bestimmten Bedingungen) statt. Wer vorher an sein Gespartes möchte, muss den Vertrag kündigen. Dadurch werden jedoch die erhaltenen Riester-Zulagen zurückgefordert, wodurch sich das Kapital erheblich schmälert. Jedoch ist die vorzeitige Entnahme des Kapitals ohne Abzüge unter Altersvorsorgeprodukten ohnehin selten.

Einzig in der Auszahlung bietet die Riester-Rente eine gewisse Flexibilität: Anleger können entscheiden, ob sie sich die Summe als monatliche Rente oder 30 Prozent vom Kapital direkt zu Beginn auszahlen lassen. Doch dies bieten auch andere Vorsorge­formen, wie etwa die betriebliche Altersvorsorge oder eine fondsgebundene Renten­versicherung. Bei diesen Formen ist es unter Umständen sogar möglich, sich das komplette Kapital zu Rentenbeginn auszahlen zu lassen.

Für wen lohnt sich die Riester-Rente überhaupt?

Die Riester-Rente lohnt sich für einige mehr, für andere eher weniger. Welche das sind und warum die Riester-Rente für sie sinnvoll ist, erfahren Sie auf unserer Hauptseite zum Thema:

Für wen ist die Riester-Rente sinnvoll?

8. Wenig Transparenz in der Vertragsgestaltung

Häufig heißt es, die Bedingungen eines Riester-Vertrages sind schwer zu verstehen und intransparent gestaltet. Auch können viele Riester-Sparer die Konditionen zum Erhalt der Zulagen schlecht nachvollziehen, was sich darin äußert, dass eine Vielzahl ihre Zulagen einfach nicht beantragen. Jedoch muss man an dieser Stelle zugeben, dass die Allgemeinen Vertrags­bedingungen von nahezu jedem Versicherungs­- oder Finanzprodukt für Laien schwer zu verstehen sind.

Nichtsdestotrotz sollten gerade für Anlage­produkte beispielsweise die Kostengestaltung transparent offengelegt werden. Dies wird zu einem großen Teil durch das Produktinformations­blatt der Riester-Rente erreicht. Seit 2017 sind Anbieter dazu verpflichtet, ein solches Blatt vor Vertragsabschluss bereitzustellen. In diesem sind neben der Kostenaufstellung auch die Chancen-Risiko-Klassen aufgeführt.

9. Erschwerte Vererbbarkeit der Riester-Rente

Verstirbt der Riester-Sparer, geht das Kapital verloren, so heißt es. Dies ist nur bedingt richtig. Im Todesfall und auch in Sachen Vererben der Riester-Rente spielt es eine große Rolle, ob der Sparer in der Anspar- oder Auszahlphase verstorben ist, welche Art von der Riester-Rente geführt wurde und ob eine Rentengarantiezeit vereinbart wurde. Generell gilt, dass Ehepartner sowie Kinder, die noch kindergeldberechtigt sind, das Riester-Guthaben ohne Rückzahlungen von Förderungen übernehmen können. Wurde eine Rentengarantiezeit vereinbart, wird die Rente an die Hinterbliebenen­ weiter ausgezahlt. Bei allen anderen Szenarien wird das Vererben der Riester-Rente tatsächlich kompliziert.

Alternativen zur Riester-Rente

Viele Optionen bei der Altersvorsorge

Die deutliche Kritik an der Riester-Rente ist der Grund dafür, dass sich viele Versicherte andere Möglichkeiten für den Aufbau der privaten Altersvorsorge wünschen. Natürlich ist die Riester-Rente für bestimmte Personen noch immer eine sinnvolle Altersvorsorge, sofern man sich für einen Anbieter mit einem guten Preis-Leistungs­-Verhältnis entscheidet. Doch es gibt auch gute Alternativen zur Riester-Rente. Das Spektrum an Möglichkeiten ist so weit gefasst, dass für jeden Versicherten interessante Varianten gegeben sind. Letztlich findet man in allen drei Schichten des Rentenmodells vernünftige Produkte, die sich zur Ergänzung der gesetzlichen Rente eignen.

Rürup-Rente

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Eine interessante Alternative ist die Basisrente, oder auch Rürup-Rente genannt. Sie ist als lebenslange Leibrente konzipiert und ähnelt der gesetzlichen Rente. Beiträge zur Basisrente können steuerlich geltend gemacht werden. Anders als die zulagengeförderte Riester-Rente kommt die Rürup-Rente für jedermann in Frage, sie kann explizit von Versicherten abgeschlossen werden, die nicht zum Kreis der Zulagenberechtigten der Riester-Rente gehören, wie z. B. Selbständige und Freiberufler, für die die Rürup-Rente auch ursprünglich konzipiert wurde.

Alle Informationen zur Rürup-Rente sowie die Möglichkeit für eine individuelle Angebotserstellung finden Sie hier:

Rürup-Rente

Betriebliche Altersvorsorge

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Auch die betriebliche Altersvorsorge kommt als Ergänzung zur gesetzlichen Rente für viele Arbeitnehmer in Frage. Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf den Abschluss einer Direkt­versicherung, darüber hinaus bieten viele Arbeitgeber ergänzende arbeitnehmer- oder arbeitgeberfinanzierte Lösungen für die betriebliche Altersvorsorge an. Sie ist heute ein fester Bestandteil der zusätzlichen Vorsorge­ und wird von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen geschätzt.

Die betriebliche Altersvorsorge ist ein sehr komplexes Thema. Wenn Sie sich dafür interessieren, sollten Sie sich umfassend informieren. Tun Sie dies gern auf unseren zahlreichen Themenseiten – dort haben Sie auch die Möglichkeit zur Angebotsanfrage:

Betriebliche Altersvorsorge

Private Lebens­versicherungen

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Die private Lebens­versicherung ist ebenfalls gut zum Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge geeignet. Je nach Tarif gibt es auch hier Varianten mit geringerer Verzinsung oder mit attraktiver Rendite, und auch die Kosten sollte man immer im Blick behalten. Es stehen dabei grundsätzlich zwei Varianten zur Auswahl: die Kapitallebens­versicherung und die Risikolebens­versicherung – beide mit unterschiedlichen Zielen.

Eine fondsgebundene Lebens­versicherung ist ebenfalls eine gute Alternative. Dabei werden die Beiträge in Fondsanlagen investiert. Das kann eine bessere Rendite bedeuten, allerdings ist das Risiko bei dieser Vorsorge­-Form auch höher. Die Höhe der Rendite hängt in diesem Fall stark von dem gewählten Investmentfonds ab. Besonders für jüngere Versicherte kann sich diese Anlage­form lohnen, denn über eine lange Laufzeit hinweg können eventuelle Kursschwankungen besser ausgeglichen werden.

Weiterführende Informationen und die Möglichkeit für einen individuellen Tarifvergleich finden Sie hier:

Lebens­versicherung

Alternative Altersvorsorge: Direkte Kapitalanlage

Eine Alternative, die nichts mit bestimmten Produkten der Versicherungs­wirtschaft zu tun hat, ist die direkte Anlage­ am Kapitalmarkt, etwa durch Fonds, ETFs oder Aktien. Beachten Sie jedoch, dass der Kapitalmarkt mitunter starken Schwankungen je nach politischen und wirtschaftlichen Geschehnissen unterliegen kann. Nutzen Sie diese Form der Geldanlage als am besten nur, wenn Sie sich bereits gut auskennen oder Lust und Zeit haben, sich damit zu beschäftigen. Alternativ können Sie eine Vermögens­­verwaltung nutzen und ausgebildete Vermögens­verwalter damit beauftragen, Ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Als Altersvorsorge lohnt sich diese Alternative übrigens besonders, wenn Sie in jungen Jahren anfangen. Je länger Ihr Anlage­horizont ist, desto leichter können Schwankungen ausgesessen werden und desto größere Chancen bestehen für eine hohe Rendite.

Aktuelle Reformvorschläge zur Riester-Rente

Reformvorschläge von verschiedenen Seiten

Seit einigen Jahren gibt es von verschiedenen Seiten Vorschläge für eine Reform der Riester-Rente, sei es seitens des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungs­wirtschaft e.V. (GDV), des Institutes für Vorsorge­ und Finanzplanung (IVFP) oder von einzelnen Initiativen oder Ministern.

Hessen stellt die Deutschland-Rente vor

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Die hessische Landesregierung stellte Ende 2016 die Deutschland-Rente als staatlich organisierte Altersvorsorge und als Reform der Riester-Rente vor. Bei der Deutschland-Rente handelt es sich um eine staatlich organisierte Altersvorsorge, bei der der Versicherte nur aktiv werden muss, wenn er diese Art der Vorsorge­ nicht wünscht. Die Anlage­produkte müssen ähnlich wie bei der Riester-Rente bestimmte Mindest­voraussetzungen erfüllen. Mit dem Ziel, dass auch ein späterer Wechsel zwischen den Produkten möglich ist. Außerdem sollen die Garantien flexibler gestaltet werden, sodass sich die Versicherten auch für Produkte entscheiden können, die keine Garantien bieten, dafür jedoch höhere Rendite ermöglichen.

GDV: Förderkreis erweitern, Zulagenverfahren vereinfachen

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Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungs­wirtschaft e.V. (GDV) bekennt sich klar zur Riester-Rente und steht den verschiedenen neuen Modellen, wie auch der Deutschland-Rente, eher kritisch gegenüber. Nichtsdestotrotz sieht auch der GDV Verbesserungsbedarf bei der geförderten Altersvorsorge.

Der Verband wünscht sich vor allem eine Vereinfachung des Zulagenverfahrens und eine Erweiterung der förderfähigen Personen auf Selbständige. Des Weiteren müssen die Förderung und der Förderhöchstbetrag nach Ansicht des GDV angepasst werden.

IVFP fordert Riester II

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Das IVFP möchte die Riester-Rente einfacher und renditestärker machen. Das IVFP hat in Kooperation mit der DWS (Teil der Deutschen Bank Gruppe) und im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge ein Studie zum Thema „Die Renditechancen der (fondsgebundenen) Riester-Rente im aktuellen Marktumfeld“ (PDF-Datei) erstellt. Das Fazit der Studie: “Die Riester-Rente ist nicht mehr zeitgemäß.” Daher sieht Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des IVFP, dringenden Handlungsbedarf.

Riester II soll folgende Überarbeitungen enthalten:

  • Beitrags­garantie abschaffen oder flexibler gestalten
  • Riester-Rente für alle öffnen (Riestern darf bisher nur, wer verpflichtend in die gesetzliche Renten­versicherung einzahlt.
  • Aufgaben der zentralen Zulagenstelle sollen Finanzämter übernehmen
  • Riester-Sparer soll frei wählen zwischen Sicherheit und höheren Renditen

Initiative Pro Riester: Steuervorteile reinvestieren

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Die Initiative Pro Riester zielt mit ihren Reformvorschlägen in eine ähnliche Richtung wie das IVFP. Auch der Riester-Experte Joachim Haid ist der Meinung, dass die Beitrags­garantie abgesenkt werden muss, damit die Riester-Rente attraktiv bleibt. Des Weiteren plädiert auch er im Namen der Initiative Pro Riester dafür, dass die Riester-Rente für alle zugänglich gemacht wird. Einig sind sich IVFP und Pro Riester auch hinsichtlich der Aufgabenverteilung. Da die Finanzämter bereits über die relevanten Daten verfügen, sollen sie die Bearbeitung der Zulagen übernehmen.

Haid geht mit seinen Reformvorschlägen allerdings noch weiter und plädiert dafür, gewährte Steuervorteile automatisch in der Riester-Rente zu investieren und nicht an die Versicherten auszuzahlen. Mit dem Ziel, die Rentenansprüche weiter zu erhöhen. Schließlich sieht auch Haid ein Problem beim Förderhöchstbetrag. Sein Vorschlag lautet, sich hier an der Beitrags­bemessungsgrenze zu orientieren.

2020: Bund der Versicherten stellt Basisdepot-Vorsorge­ vor

Der jüngste Reformvorschlag stammt vom Bund der Versicherten (BdV). Diese schlagen vor, mehr „Freiheit und Wettbewerb in der Altersvorsorge“ zu ermöglichen, so der Vorstandssprecher des BdV Axel Kleinklein. Die Basisdepot-Vorsorge­ soll dabei Bankeinlagen sowie die Verwaltung von Wertpapier­en und Genossenschaftsanteilen beinhalten. So könnten Riester-Sparer mithilfe von Aktien, Fonds und ETFs direkt am Kapitalmarkt investieren. Alles in Allem soll für mehr Flexibilität gesorgt und die Riester-Rente als staatliche Altersvorsorge einfacher und günstiger werden (Quelle).

Fazit

Seit der Einführung steht die Riester-Rente unter Kritik. Einige Kritikpunkte sind durchaus berechtigt, andere wiederum nicht. Zumindest nicht in dem Sinne, dass sie ausschließlich für die Riester-Rente gelten. Man sollte jedoch ohnehin stets verschiedene Formen der Altersvorsorge in Betracht ziehen und diejenige wählen, die am besten zur persönlichen Situation und Bedarf passt. Wer zusätzlich für das Alter vorsorgen und die Rentenlücke zur geringen gesetzlichen Rente schließen möchte, stehen zudem zahlreiche Formen der privaten Altersvorsorge offen – Alternativen zur Riester-Rente gibt es genug. Dennoch wurden und werden auch in Zukunft sicherlich noch einige Vorschläge für eine Reformierung der Riester-Rente gemacht werden.

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