Das verrät die Klagequote der Berufs­unfähigkeits­versicherung

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Was die Klagequote einer Berufs­unfähigkeits­versicherung aussagt, auf welche anderen Kriterien Sie achten sollten und wie die Quoten verschiedener großer Anbieter aussehen.

Inhalt dieser Seite
  1. Klagequote: Wie oft muss die Leistung eingeklagt werden?
  2. Ist die Klagequote ein sinnvolles Auswahlkriterium?
  3. Einige Versicherer im Vergleich

Das Wichtige in Kürze

  • Die Klage­quote oder Prozess­quote gibt an, über wie viele Leistungs­­fälle eines Versicherers ein Gerichts­verfahren geführt wurde.
  • Diese Zahl kann Interessierten dabei helfen, abzuschätzen, ob der Versicherer im Ernstfall zuverlässig leistet.
  • In der Praxis ist die Klage­quote ein hilfreiches, aber bei weitem nicht das einzige Kriterium, um eine Berufs­­unfähig­keits­versiche­rung (BU) auszuwählen.

Klage­quote: Wie oft muss die Berufs­unfähigkeitsrente eingeklagt werden?

In Medienberichten ist öfter zu hören, dass BU-Versicherer im Leistungs­fall alles versuchen, um die vereinbarte Rente nicht auszahlen zu müssen. Die Klagequote ist eine Kennzahl, die dabei helfen soll, zu beurteilen, wie zuverlässig ein Versicherer wirklich zahlt. Sie bildet ab, über wie viele Leistungs­fälle Gerichtsverfahren geführt werden (eine Quote von 2% bedeutet beispielsweise, dass in 2 von 100 Fällen ein Prozess geführt wurde). Man muss sich jedoch die Frage stellen, ob diese Zahl wirklich aussagekräftig genug ist, um daraus ein Urteil abzuleiten.

Mehr zur Berufs­unfähigkeits­versicherung

Häufigster Streitpunkt 2019: Psychische Erkrankungen

Nach einer Umfrage des Analysehauses Franke und Bornberg unter verschiedenen Versichern haben diese bei 5,5% aller Leistungs­prüfungen ein Gutachten in Auftrag gegeben. In einer zufälligen Stichprobe der Analysten waren es sogar 9,2%. In der Stichprobe wurden 60% aller Gutachten für Fälle von psychischen Erkrankungen eingeholt. Mit 17% folgte als zweitgrößte Gruppe die Orthopädie. (Quelle)

Wie sinnvoll ist die Klage­quote als Auswahl­kriterium?

Grundsätzlich ist die Klagequote ein wichtiger Aspekt, den man bei der Wahl eines Versicherers zurate ziehen kann. Das Problem an der Klage- oder Prozessquote ist, dass diese Zahl für sich betrachtet jedoch keinen Aufschluss darüber gibt, wie viele Prozesse gewonnen oder verloren wurden. Zum Beispiel kann ein Versicherer auch mit tatsächlich unberechtigten Ansprüchen konfrontiert sein, und hat dann die Pflicht, die gesamte Versicherungs­gemeinschaft vor Betrug zu schützen. Sonst würden die Versicherungs­prämien für alle steigen.

Zudem hängt die Klagequote auch davon ab, wie neu ein Versicherer am Markt ist (junge Unternehmen haben noch wenig Kunden und dementsprechend auch wenig Leistungs­fälle) oder wie die Versicherungs­­bedingungen ausgestaltet sind. Wenn diese ungünstig für die Versicherten sind, dann werden diese aufgrund schlechter Erfolgsaussichten auch weniger oft klagen. Zudem nützt die niedrige Prozessquote nichts, wenn auf andere wichtige Kriterien nicht geachtet wird – sie bietet keinerlei Garantie oder Schutz. Die Klagequote sollte darum auf keinen Fall das einzige Kriterium sein, nach dem eine Versicherung ausgewählt wird.

Wichtige Auswahlkriterien für die BU

Eine Berufs­­unfähig­keits­versiche­rung ist eine sehr individuelle Angelegenheit, da Anforderungen und Kosten vor allem von der eigenen persönlichen Situation abhängen. Das Wichtigste sollte also sein, darauf zu achten, dass der Versicherer die Leistungen bietet, die man sich wünscht: z.B. eine ausreichend hohe Berufs­­unfähig­keits­rente, Nach­­versicherungs­­garantien, Dynamik o.ä.. Zudem sollte man die Versicherungs­­­bedingungen genau lesen: Gibt es eine abstrakte Verweisung? Oder, besonders wichtig für Selbständige: Was genau besagt die Um­organisations­klausel?

Wichtige Klauseln und Regelungen der Berufs­unfähigkeits­versicherung

Abstrakte Verweisung

Die abstrakte Verweisung ist einer der Punkte, um den in der BU am häufigsten gestritten wird. Wenn eine solche Klausel in den Vertrags­bedingungen enthalten ist, dann hat der Versicherer relativ weitreichende Möglichkeiten, Sie, im Fall dass Sie berufsunfähig werden, auf einen anderen Job zu verweisen. Dieser neue Beruf muss zwar Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten und auch Ihrer bisher erreichten Lebensstellung entsprechen, aber es ist völlig irrelevant dabei, ob es in dem neuen Job gerade freie Stellen gibt oder nicht. Auch wenn Sie in dem neuen Beruf keine Stelle finden, zahlt der Versicherer nicht. Gerichtsurteile zur abstrakten Verweisung fielen zwar oft zugunsten der Versicherten aus, aber darauf sollte man sich nicht verlassen.

Einige Versicherer im Vergleich

In der folgenden Tabelle finden Sie einige BU-Versicherer mit ihren Klagequoten im Vergleich.

VersichererKlagequote
Allianz1,35%
Alte Leipziger0,80%
Continentale1,07%
HDI1,12%
Swiss Life1,02%
WWK2,19%
Zurich3,43%
Durchschnitt2,12%

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