R+V Berufs­unfähigkeits­versicherung

Tarife, Testergebnisse und Erfahrungen.

Das erwartet Sie hier

Die R+V verkauft ihre Berufs­unfähigkeits­versicherung in drei Tariflinien und über die Volksbanken und Raiffeisenbanken. Was die Tarife leisten, was sie kosten, wie die Testhäuser sie bewerten und was Kunden berichten, steht hier.

Inhalt dieser Seite
  1. Auf einen Blick
  2. Aktuelle Testergebnisse
  3. Im Vergleich
  4. Tarife und Leistungen
  5. Für Ihre Gruppe
  6. Preise
  7. Laufende Aktionen
  8. Stärken und Schwächen
  9. Erfahrungen und Beschwerden
  10. Unsere Einschätzung
  11. Häufige Fragen
Foto von Mario Müller
Zuletzt aktualisiert am

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Berufs­unfähigkeits­versicherung der R+V steht in unserer Gesamtauswertung nicht unter den zehn gezeigten Anbietern für Arbeitnehmer.
  • Beim DFSI 2026 steht die R+V in allen fünf untersuchten Berufsgruppen unter den Testsiegern, mit der Gesamtbewertung „Hervorragend“.
  • Verkauft werden drei Tariflinien: classic, comfort und premium, dazu die Starter-Tarifart BVS mit reduziertem Beitrag in der Startphase.
  • Für Beamte, Selbständige und Heilberufe passt der Tarif besonders gut, für Azubis mit Wunsch nach der Linie premium weniger: Das IVFP bewertet sie 2025 nur mit „Gut“.
  • Die Beschwerdequote bei der BaFin liegt 2025 bei 0,40 je 100.000 Verträge, der Branchendurchschnitt bei 1,81.
  • Auf Trustpilot kommt die R+V auf 1,6 von 5 bei 5.807 Bewertungen, die das Gesamtunternehmen über alle Sparten betreffen.

R+V auf einen Blick

Wie gut ist die R+V?

Die Testhäuser bewerten die Tarife der R+V durchweg im oberen Feld. Das DFSI führt die BV Tariflinie Comfort in seiner Studie 2026 in allen fünf untersuchten Berufsgruppen unter den Testsiegern, mit der Gesamtbewertung „Hervorragend“. Das IVFP vergibt im SBU-Rating 2025 für Selbständige und medizinische Berufe die Höchstnote „Exzellent“, Finanztest benotet die geprüften Tarife 2026 mit „Sehr gut“ (1,1).

In unserer Gesamtauswertung, die je Zielgruppe die zehn besten Anbieter zeigt, ist die R+V nicht vertreten. Zum Bild gehört auch das Kundenurteil: Im EuroAtlas 2023 von ServiceValue steht die R+V ohne Auszeichnung, also unter dem Durchschnitt der bewerteten Häuser.

  • DFSI 2026: „Hervorragend“ (BV Tariflinie Comfort)
  • IVFP 2025: „Exzellent“ für Selbständige und medizinische Berufe
  • Finanztest 2026: „Sehr gut“ (1,1)

Was kostet sie?

Der Beitrag hängt bei der R+V an der Berufsgruppe, am Eintrittsalter, an der Gesundheitsprüfung, an der Höhe der Rente, an der Laufzeit und an den gewählten Bausteinen. Die Beispiele, die das Haus selbst veröffentlicht, gelten für Nichtraucher ohne gesundheitliche Einschränkungen und für ein Endalter von 67 Jahren.

ProfilMonatsrenteBeitrag im Monat
Student, 18 Jahre, Berufsgruppe A, Tarif classic1.000 €22,35 €
Studentin, 23 Jahre, BWL, Tarif comfort1.000 €28,85 €
Projektleiter, 48 Jahre, Tarif comfort mit AU-Klausel2.500 €115,74 €

Angaben der R+V, abgerufen am 16.09.2026. Dass die Einstufung des Berufs viel ausmacht, zeigen die Modellrechnungen des DFSI aus der Studie 2026: Den Beitrag der BV Tariflinie Comfort bewertet das Institut beim Modellkunden Student mit „hervorragend“ und beim selbständigen Fahrlehrer nur mit „befriedigend“.


Für wen passt sie?

  • Beamte (DU-Klausel): Echte und vollständige Dienstunfähigkeits­klausel ohne Mehrbeitrag, schon für Beamte auf Widerruf.
  • Selbständige: Vollständiger Verzicht auf die Prüfung einer Umorganisation bei allen Berufsbildern.
  • Ärzte und Heilberufe: Beim DFSI 2026 in allen drei Heilberufs-Modellen „Hervorragend“, auch in der Beitragsbewertung.
  • Schüler: Startphase von bis zu zehn Jahren mit reduziertem Beitrag bei voller Rentenhöhe.
  • Azubis: Die Linie premium kommt beim IVFP 2025 für Auszubildende nur auf „Gut“.
  • IT und MINT: Für den Modellkunden Programmierer bewertet das DFSI 2026 den Beitrag nur mit „gut“, 95,50 Euro netto gegenüber 61,40 Euro beim Elektroingenieur.

Was hinter jeder Einordnung steckt, steht mit Konditionen und Stolperfallen im Kapitel Für Ihre Gruppe.


Wer steckt hinter der R+V?

Risikoträger ist die R+V Lebens­versicherung AG mit Sitz in Wiesbaden, eine Gesellschaft der R+V Versicherungsgruppe. Ihre aufsichtsrechtliche Bedeckungsquote (SCR) lag zum 31. Dezember 2025 bei 289 Prozent nach 324 Prozent im Vorjahr, sie deckt die Solvenzkapitalanforderung damit fast dreifach. Standard und Poor’s bewertet die Finanzstärke der R+V Versicherung AG, der operativen Holding der Gruppe, im Rating Report vom 13. Mai 2026 mit A+ und stabilem Ausblick.

Bei der Aufsicht fällt die R+V kaum auf: Die Beschwerdequote liegt 2025 bei 0,40 je 100.000 Verträge, der Branchendurchschnitt bei 1,81. Die Publikumsbewertung fällt gegenteilig aus, auf Trustpilot kommt die R+V am 16.09.2026 auf 1,6 von 5 bei 5.807 Bewertungen über alle Sparten hinweg.

  • Risikoträger
    R+V Lebens­versicherung AG, Wiesbaden, R+V Versicherungsgruppe
  • Tarife
    R+V-Berufs­unfähigkeits­versicherung classic (BV29), comfort (BV30) und premium (BV31), dazu die Starter-Tarifart BVS; Leistung ab 50 Prozent Berufs­unfähigkeit, Verzicht auf die abstrakte Verweisung
  • Finanzstärke
    A+ mit stabilem Ausblick für die R+V Versicherung AG (Standard und Poor’s, 13.05.2026); Bedeckungsquote 289 Prozent (SFCR 2025)
  • Neugeschäft
    Offen; verkauft werden classic, comfort und premium in der Bedingungsfassung vom 01.04.2026

Berufs­unfähigkeits­versicherung der R+V im Test (2026)

Drei Häuser haben die BU-Tarife der R+V zuletzt geprüft: das DFSI 2026, das IVFP 2025 und Finanztest 2026. Die geprüften Tarife stammen dabei aus der Bedingungsgeneration vor der aktuellen.

Gesamtwertung aus allen Testergebnissen

Unsere Gesamtauswertung fasst die Ergebnisse von Franke und Bornberg, DFSI, IVFP, Finanztest und ServiceValue sowie die BaFin-Beschwerdequote zusammen und zeigt je Zielgruppe die zehn besten Anbieter. Die R+V ist in keiner der drei Auswertungen vertreten, eine Punktzahl trägt diese Seite deshalb nicht. Franke und Bornberg führt für die R+V derzeit kein Ergebnis, ServiceValue hat sie 2023 ohne Auszeichnung eingestuft.

Für die Gesamtwertung gilt: Wurde in einem Test ein Anbieter mit mehreren Tarifen bewertet, wird der Durchschnitt aller Bewertungen herangezogen. Wurde ein Anbieter in einem Test nicht bewertet, fließt dieser Test nicht in die Gesamtwertung des Anbieters ein.

Zur Gesamtauswertung der Berufs­unfähigkeits­versicherung


Das DFSI-Rating

Das Deutsche Finanz-Service Institut bewertet in seiner Studie vom 02.04.2026 die Tarife von 24 Gesellschaften mit 31 Tarifvarianten für fünf Berufsgruppen. Die Gesamtnote setzt sich aus 40 Prozent Tarifbedingungen, 35 Prozent Beitragsgestaltung und 25 Prozent Bonität zusammen, dazu kommen bis zu fünf Zusatzpunkte für die BU-Kompetenz des Hauses (Quelle: DFSI).

Bewertet wird die BV Tariflinie Comfort. Ihre Tarifbedingungen benotet das Institut in jedem der 14 Modellfälle mit „sehr gut“, die BU-Kompetenz der R+V durchgehend mit „hervorragend“. Unterschiede gibt es nur beim Beitrag.

ModellkundeBeitragsbewertungGesamtbewertung
Angestellte, BankkauffrauSehr gutHervorragend
Angestellte, ElektroingenieurSehr gutHervorragend
Angestellte, ProgrammiererGutHervorragend
Selbständige, FahrlehrerBefriedigendSehr gut
Selbständige, FinanzberaterGutHervorragend
Selbständige, RechtsanwaltHervorragendHervorragend
Beamte, FinanzbeamterGutHervorragend
Beamte, GymnasiallehrerGutHervorragend
Heilberufe, AllgemeinmedizinerHervorragendHervorragend
Heilberufe, AltenpflegerHervorragendHervorragend
Heilberufe, PsychotherapeutHervorragendHervorragend
Berufsanfänger, StudentHervorragendHervorragend
Berufsanfänger, AzubiSehr gutHervorragend
Berufsanfänger, SchülerHervorragendHervorragend

In 13 der 14 Modellfälle steht die R+V damit unter den Testsiegern ihrer Berufsgruppe. Nur beim selbständigen Fahrlehrer zieht der Beitrag die Gesamtbewertung auf „Sehr gut“ herunter.


Das IVFP-Rating

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung prüft im SBU-Rating 2025 nach eigenen Angaben 68 Tarife von 43 Gesellschaften anhand von über 100 Kriterien, getrennt nach sechs Berufsgruppen. In die Gesamtnote fließen die Teilbereiche Unternehmen, Rendite, Flexibilität und Transparenz ein (Quelle: IVFP).

Geprüft wurden die R+V-Berufs­unfähigkeitsPolice comfort und premium. Den Teilbereich Unternehmen benotet das Institut für beide Tarife und alle sechs Gruppen mit „Exzellent“, die Transparenz durchgehend mit „Sehr gut“.

BerufsgruppeTarifRenditeFlexibilitätGesamtnote
Kaufmännische BerufecomfortSehr gutSehr gutSehr gut
Kaufmännische BerufepremiumBefriedigendSehr gutGut
SelbständigecomfortExzellentSehr gutExzellent
SelbständigepremiumGutSehr gutSehr gut
StudentencomfortExzellentGutSehr gut
StudentenpremiumGutSehr gutSehr gut
AuszubildendecomfortGutGutSehr gut
AuszubildendepremiumGutSehr gutGut
Medizinische BerufecomfortExzellentSehr gutExzellent
Medizinische BerufepremiumGutSehr gutGut
Handwerkliche BerufecomfortExzellentSehr gutSehr gut
Handwerkliche BerufepremiumGutSehr gutSehr gut

Die Linie comfort schneidet in jeder Gruppe besser ab als premium. Grund ist der Teilbereich Rendite, in dem premium wegen des höheren Beitrags für dieselbe Rente zurückfällt.


Der Finanztest Vergleich

Finanztest, das Verbrauchermagazin der Stiftung Warentest, hat im Jahr 2026 insgesamt 55 Berufs­unfähigkeits­versicherungen verglichen. Das Qualitätsurteil besteht zu 75 Prozent aus den Versicherungs­bedingungen und zu 25 Prozent aus dem Antrag; ein nur teilweise erfülltes Kriterium führt zu Abzug. Die Ergebnistabelle des Instituts steht hinter einer Bezahlschranke.

TarifBedingungenAnträgeQualitätsurteil
SBU Comfort BV27 (07.25)Sehr gut (1,0)Gut (1,7)Sehr gut (1,1)
SBU Premium BV28 (07.25)Sehr gut (1,0)Gut (1,7)Sehr gut (1,1)

Beide Tarife bekommen dasselbe Urteil. Punkte kostet die R+V allein der Antrag, den Finanztest mit „Gut“ (1,7) benotet, während die Bedingungen mit 1,0 an der Spitze liegen.

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Berater

Im Vergleich zu anderen Berufs­unfähigkeits­versicherungen

R+V im Marktvergleich

AnbieterFranke und Bornberg ØDFSI ØIVFP ØFinanztest ØServiceValue EuroAtlasBeschwerde­quoteGesamt­wertung von 100
Logo Sparkassen-Versicherung SachsenSparkassen-Versicherung Sachsen–––Sehr gut––100
Logo Dialog Versicherung AGDialogFFF+HervorragendExzellentSehr gut––98
Logo Allianz Deutschland AGAllianzFFF+HervorragendSehr gutSehr gutSehr gut1,0293
Logo Canada Life Assurance Europe plcCanada LifeFFF–ExzellentSehr gut––92
Logo Lebensversicherung von 1871 a. G. MünchenLV 1871FFFHervorragendExzellentSehr gutSehr gut1,5092
Logo EUROPA VersicherungenEuropaFFFHervorragendExzellentSehr gutGut0,8689
Logo HDIHDIFFF+HervorragendExzellentSehr gutGut3,4788
Logo Hannoversche Lebens­versicherung AGHannoverscheFFF+HervorragendSehr gutSehr gutSehr gut1,9387
Logo ERGO Direkt AGErgoFFF+–Sehr gutSehr gutSehr gut1,3586
Logo Alte LeipzigerAlte LeipzigerFFF+HervorragendExzellentSehr gutUnter Durchschnitt1,1686
Quelle: Franke und Bornberg, DFSI, IVFP, Finanztest, ServiceValue EuroAtlas, www.transparent-beraten.de; für die Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität der Angaben wird keine Gewähr und keine Haftung übernommen

Die Auswertung zeigt die zehn besten Anbieter für Arbeitnehmer. Ein Strich heißt: In dieser Erhebung wurde der Anbieter nicht untersucht.

Die R+V steht in dieser Auswertung nicht, weil sie es nicht unter die ersten zehn geschafft hat. Praktisch heißt das: Wer allein nach unserer Punktzahl auswählt, landet bei einem anderen Haus. Wer nach einzelnen Bedingungen auswählt, findet bei der R+V dagegen Spitzenwerte, etwa den vollständigen Verzicht auf die Umorganisationsprüfung oder die Dienstunfähigkeits­klausel ohne Mehrbeitrag.

Alle Berufs­unfähigkeits­versicherungen im Vergleich

Tarife und Leistungen der Berufs­unfähigkeits­versicherung der R+V

Die drei Tariflinien bauen aufeinander auf: Was in classic steht, steht auch in comfort und premium. Dazu kommt die Starter-Tarifart BVS, die dieselben Linien mit einem reduzierten Beitrag in der Startphase anbietet. Gemeinsam ist allen die Leistung ab 50 Prozent Berufs­unfähigkeit, ein Prognosezeitraum von sechs Monaten und der Verzicht auf die abstrakte Verweisung.

TarifRente abSofortleistungReha-HilfeFür wen
classic (BV29)erst nach 18 Monaten Berufs­unfähigkeitneinneinEinstiegslinie mit dem niedrigsten Beitrag
comfort (BV30)rückwirkend ab Beginn der Berufs­unfähigkeitja, bei Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall2 Monatsrenten, höchstens 2.000 EuroStandardlinie
premium (BV31)rückwirkend ab Beginn der Berufs­unfähigkeitja, dazu Sofortkapital in Höhe einer Jahresrente6 Monatsrenten, höchstens 6.000 Eurower eine lebenslange Pflegerente mitversichern will
Start (BVS)wie in der gewählten Liniewie in der gewählten Liniewie in der gewählten LinieSchüler, Studenten und Azubis: reduzierter Beitrag in der Startphase

classic (BV29)

Die Einstiegslinie zahlt die vereinbarte Rente, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich sechs Monate lang zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. Auf die abstrakte Verweisung verzichtet die R+V in allen Berufsgruppen, auch bei überwiegend körperlicher Tätigkeit. Der Schutz gilt weltweit.

Der Unterschied zu den beiden anderen Linien steckt im Zeitpunkt: classic zahlt erst, wenn die Berufs­unfähigkeit 18 Monate angedauert hat. Eine Sofortleistung bei schweren Krankheiten und eine Rehabilitationshilfe gibt es in dieser Linie nicht.


comfort (BV30)

comfort enthält alle Leistungen von classic und zahlt die Rente rückwirkend ab Beginn der Berufs­unfähigkeit. Bei schweren Erkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall gibt es eine Sofortleistung, auch wenn eine Berufs­unfähigkeit noch nicht nachgewiesen ist.

Kehren Sie nach einer Rehabilitation oder einer beruflichen Reintegration in den Beruf zurück, zahlt die R+V in dieser Linie eine Rehabilitationshilfe von zwei Monatsrenten, höchstens 2.000 Euro. Die Wiedereingliederungshilfe von sechs Monatsrenten, höchstens 6.000 Euro, greift, wenn Sie nach einer Umschulung eine neue Tätigkeit aufnehmen.


premium (BV31)

premium enthält alles aus comfort und ergänzt zwei Leistungen. Tritt während der Vertragslaufzeit Pflegebedürftigkeit ein, zahlt die R+V zusätzlich zur Berufs­unfähigkeitsrente eine lebenslange Pflegerente in derselben Höhe. Bei erstmaliger Berufs­unfähigkeit kommt ein Sofortkapital in Höhe einer Jahresrente dazu.

Die Rehabilitationshilfe fällt hier mit sechs Monatsrenten und höchstens 6.000 Euro dreimal so hoch aus wie in comfort. Bezahlt wird das mit einem spürbar höheren Beitrag, weshalb das IVFP die Linie premium 2025 im Teilbereich Rendite durchweg schwächer bewertet als comfort.


Start (Tarifart BVS)

Die Starter-Variante richtet sich an Schüler, Studenten und Auszubildende. In der Startphase zahlen Sie einen reduzierten Beitrag, versichert ist aber schon die volle Rente. Die Startphase legen Sie zwischen zwei und zehn Jahren fest, längstens bis zum Alter von 35 Jahren; danach gilt der höhere Folgebeitrag für die restliche Laufzeit.

Ein Beispiel der R+V rechnet das vor: Für eine Schülerin im Alter von zwölf Jahren, Gymnasium, 1.000 Euro Monatsrente, Endalter 67, kostet der Tarif BVS in der Variante comfort 24,25 Euro im Monat, nach Ablauf der zehnjährigen Startphase 47,12 Euro.


Zusatzbausteine

Vier Bausteine lassen sich bei Vertragsabschluss dazunehmen. Die Arbeitsunfähigkeitsrente zahlt, wenn Sie mindestens sechs Monate ununterbrochen vollständig krankgeschrieben sind, rückwirkend ab dem ersten Tag und für höchstens 36 Monate in Höhe der vereinbarten BU-Rente; als Nachweis genügen ärztliche Bescheinigungen, mindestens eine davon vom Facharzt.

Die Leistungsdynamik erhöht die Rente im Leistungsfall jährlich um einen festen Prozentsatz, die Beitragsdynamik erhöht Beitrag und Rente schon während der Ansparzeit. Mit der chancenorientierten Überschussverwendung legt die R+V den Teil des Beitrags, der nicht in den Risikoschutz fließt, in einen von drei Fonds der Union Investment an; am Ende der Laufzeit steht eine steuerfreie Ablaufleistung.


Gesundheitsfragen und Annahmepraxis

Ohne Gesundheitsfragen gibt es die Berufs­unfähigkeits­versicherung der R+V nicht, das sagt das Haus selbst. Aus den Antworten ergibt sich die Normalannahme, ein Risikozuschlag, ein Ausschluss einzelner Erkrankungen oder die Ablehnung. Wer Vor­erkrankungen hat, sollte den Antrag deshalb nicht selbst stellen, sondern vorher anonym anfragen lassen.

Nach Vertragsschluss kommen Sie über die Nach­versicherungsgarantie ohne neue Gesundheitsprüfung an mehr Rente, etwa bei Heirat, Geburt eines Kindes, Berufseinstieg, Einkommenssprung oder Immobilien­finanzierung. Zwei Grenzen gelten: Erhöhen können Sie nur bis zum Alter von 50 Jahren, und die Gesamtabsicherung darf 80 Prozent Ihres aktuellen Nettoeinkommens nicht übersteigen, bestehende Anwartschaften bei anderen Versicherern eingerechnet. Innerhalb einer vereinbarten Karenzzeit und nach einer bereits beanspruchten Leistung ist die Erhöhung ausgeschlossen.

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Berater

Die Berufs­unfähigkeits­versicherung der R+V für Ihre Gruppe

Schüler

Für Schüler ist die Tarifart BVS gebaut. Sie kostet in der Startphase einen Bruchteil des späteren Beitrags, sichert aber sofort die volle Rente ab. Das DFSI bewertet den Modellkunden Schüler 2026 mit der Gesamtnote „Hervorragend“ und den Beitrag mit „hervorragend“, bei einem Nettobeitrag von 19,38 Euro.

Die Stolperfalle ist der Beitragssprung. Im Beispiel der R+V zahlt eine zwölfjährige Gymnasiastin zunächst 24,25 Euro im Monat und ab dem elften Jahr 47,12 Euro. Wer die Startphase auf zehn Jahre legt, sollte also wissen, dass sich der Beitrag danach beinahe verdoppelt.


Studenten

Studenten bekommen den günstigsten Einstieg des Hauses. Für eine Studentin der Wirtschaftswissenschaften, 21 Jahre, 1.000 Euro Rente, Endalter 67, nennt die R+V in der Tarifart BVS mit zehnjähriger Startphase 17,33 Euro im Monat, nach der Startphase 33,29 Euro. Ohne Startphase kostet comfort für eine 23-Jährige derselben Fachrichtung 28,85 Euro.

Die Nach­versicherungsgarantie greift ausdrücklich beim erfolgreichen Studienabschluss und beim ersten Karriereschritt, also genau dann, wenn das Einkommen steigt. Zu beachten: Das IVFP bewertet 2025 ausgerechnet die Flexibilität der Linie comfort für Studenten nur mit „Gut“, während Rendite und Unternehmen auf „Exzellent“ stehen.


Azubis

Auszubildende profitieren von derselben Starter-Logik wie Studenten und von einer fairen Einstufung: Das DFSI benotet den Beitrag für den Modellkunden Azubi 2026 mit „sehr gut“ bei 29,85 Euro netto, die Gesamtbewertung lautet „Hervorragend“.

Die Stolperfalle liegt in der Tarifwahl. Beim IVFP kommt die Linie premium für Auszubildende 2025 nur auf die Gesamtnote „Gut“, comfort dagegen auf „Sehr gut“. Wer als Azubi zur teuersten Linie greift, zahlt also mehr für ein schwächer bewertetes Paket.


Beamte (DU-Klausel)

Hier liegt die größte Stärke der R+V. Die Dienstunfähigkeits­klausel ist von Beginn an fester Bestandteil der Bedingungen, ohne Mehrbeitrag und ohne späteren Einschluss. Sie ist eine echte Klausel: Bei Dienstunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen genügen Entlassungsbescheid oder Versetzungsverfügung und das amtsärztliche Gutachten, einen 50-prozentigen Berufs­unfähigkeitsgrad verlangt die R+V dann nicht.

Abgesichert sind Beamte auf Widerruf, auf Probe und auf Lebenszeit in vollem Umfang, dazu Richter. Eine spezielle Klausel greift für Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug, wenn die besonderen Anforderungen des Dienstes nicht mehr erfüllt werden können. Die Stolperfalle ist der Preis: Das DFSI bewertet den Beitrag 2026 für den Finanzbeamten und den Gymnasiallehrer nur mit „gut“. Was sonst noch zählt, steht auf unserer Seite zur BU für Beamte.


Ärzte und Heilberufe

In den Heilberufen fährt die R+V ihr bestes Ergebnis ein. Das DFSI vergibt 2026 für alle drei Modellkunden, Allgemeinmediziner, Altenpfleger und Psychotherapeut, die Gesamtbewertung „Hervorragend“ und bewertet auch den Beitrag jeweils mit „hervorragend“. Das IVFP setzt die Linie comfort für medizinische Berufe 2025 auf „Exzellent“.

Zwei Punkte gehören dazu. Der Beitrag hängt stark am konkreten Beruf: Für den Altenpfleger rechnet das DFSI mit 97,51 Euro netto, für den Allgemeinmediziner mit 59,02 Euro. Und die Linie premium fällt beim IVFP für medizinische Berufe auf „Gut“ zurück, die Höchstnote gilt nur für comfort.


Handwerker

Für Handwerker zählt vor allem, dass die R+V auf die abstrakte Verweisung auch bei körperlicher Tätigkeit verzichtet. Das IVFP bewertet die Linie comfort für handwerkliche Berufe 2025 mit „Sehr gut“ und den Teilbereich Rendite sogar mit „Exzellent“.

Die Stolperfalle ist die Einstufung. Alle veröffentlichten Einstiegsbeiträge der R+V gelten für die Berufsgruppe A, also für Bürotätigkeit. Körperliche Gewerke landen in ungünstigeren Gruppen und zahlen deutlich mehr. Wie groß der Abstand ausfällt, zeigt der DFSI-Modellkunde Fahrlehrer, dessen Beitrag das Institut 2026 nur mit „befriedigend“ bewertet.


IT und MINT

Bürotätigkeit ist bei der R+V günstig eingestuft, und der weltweite Schutz ohne Meldepflicht passt zu Projekteinsätzen im Ausland. Das DFSI bewertet den Beitrag für den Elektroingenieur 2026 mit „sehr gut“ bei 61,40 Euro netto.

Innerhalb der Gruppe gibt es allerdings einen deutlichen Sprung: Für den Modellkunden Programmierer verlangt die R+V laut DFSI 95,50 Euro netto, die Beitragsbewertung sinkt auf „gut“. Wer in der IT arbeitet, sollte den Beitrag deshalb für den eigenen Tätigkeitsschlüssel rechnen lassen und nicht vom Ingenieursbeispiel ausgehen.


Selbständige

Selbständige finden bei der R+V die Kondition, an der sonst viele Verträge scheitern: Auf die Prüfung einer Umorganisation verzichtet das Haus vollständig, und zwar bei allen Berufsbildern. Damit kann der Versicherer im Leistungsfall nicht verlangen, dass Sie Ihren Betrieb umbauen, statt die Rente zu bekommen. Das IVFP setzt die Linie comfort für Selbständige 2025 auf „Exzellent“, das DFSI führt die R+V 2026 für Finanzberater und Rechtsanwalt unter den Testsiegern.

Die Nach­versicherungsgarantie greift auch bei der erstmaligen Aufnahme einer Selbständigkeit und bei einer Einkommenssteigerung. Die Stolperfalle bleibt der Beitrag: Für den Modellkunden Finanzberater rechnet das DFSI mit 152,79 Euro netto und bewertet den Beitrag nur mit „gut“, beim Fahrlehrer mit 87,78 Euro und „befriedigend“. Mehr dazu auf unserer Seite zur BU für Selbständige.


Berufs­unfähigkeits­versicherung für Ihre Berufsgruppe

Preise der Berufs­unfähigkeits­versicherung der R+V

Der Beitrag entsteht bei der R+V aus Tätigkeit und Berufsgruppe, Eintrittsalter, Ergebnis der Gesundheitsprüfung, gewünschter Rentenhöhe, Laufzeit und gewählten Bausteinen. Die Beispiele, die das Haus veröffentlicht, gelten für Nichtraucher ohne gesundheitliche Einschränkungen bei einem Endalter von 67 Jahren; der tatsächliche Beitrag kann höher oder niedriger ausfallen.

Für einen 18-jährigen Studenten der Wirtschaftsinformatik in der Berufsgruppe A mit 1.000 Euro Monatsrente nennt die R+V 22,35 Euro im Monat in classic, 25,83 Euro in comfort und 34,92 Euro in premium. Eine 23-jährige BWL-Studentin zahlt in comfort 28,85 Euro, ein 48-jähriger Projektleiter mit 2.500 Euro Rente, AU-Klausel und zwei Prozent Leistungsdynamik 115,74 Euro (Angaben der R+V, abgerufen am 16.09.2026). Für Selbständige nennt das Haus einen Einstieg ab 23,25 Euro, gerechnet für 23 Jahre, Berufsgruppe A und die Linie classic.

Wie stark der Beruf durchschlägt, zeigen die Modellrechnungen des DFSI zur BV Tariflinie Comfort aus der Studie 2026. Sie sind Rechnungen des Instituts für sein jeweiliges Modellprofil, keine Preisliste der R+V:

ModellkundeNettobeitragBruttobeitragBeitragsbewertung
Student16,24 €23,20 €Hervorragend
Azubi29,85 €42,64 €Sehr gut
Elektroingenieur61,40 €87,71 €Sehr gut
Bankkauffrau73,46 €104,94 €Sehr gut
Fahrlehrer87,78 €125,40 €Befriedigend
Finanzberater152,79 €218,27 €Gut

Der Nettobeitrag ist der Betrag nach Anrechnung der Überschüsse, der Bruttobeitrag der vertraglich garantierte Höchstbeitrag. Für neun der 14 DFSI-Modellfälle steht die Beitragsbewertung auf „hervorragend“ oder „sehr gut“, viermal auf „gut“ und einmal auf „befriedigend“. Preislich liegt die R+V damit im guten Mittelfeld. Wie sich Beiträge zwischen Anbietern unterscheiden, zeigt unsere Übersicht zu den Kosten der Berufs­unfähigkeits­versicherung.

Mit uns die ideale Berufs­unfähigkeits­versicherung finden

Unsere Beratung zur Berufs­unfähigkeits­versicherung ist von Finanztip empfohlen. Wir können Ihnen kostengünstige und leistungsstarke Berufs­unfähigkeits­versicherungen anbieten:

  • Anonyme Risikovoranfrage vorab
  • Vereinfachte Gesundheitsfragen
  • Besonders günstige Einstiegsbeiträge für junge Leute
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Laufende Aktionen

Derzeit keine laufende BU-Aktion

Für diesen Anbieter liegt aktuell keine Aktion mit vereinfachtem Zugang vor.

Alle aktuellen Aktionen zur Berufsunfähigkeitsversicherung im Überblick

Stärken und Schwächen

Wichtige Leistungen einer Berufs­unfähigkeits­versicherung

Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung zahlt Ihnen eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausüben können. Sie sichert damit Ihre Arbeitskraft ab, also den größten materiellen Wert eines Erwerbslebens. Entscheidend sind nicht die Werbe­versprechen, sondern die Bedingungen: der Verzicht auf die abstrakte Verweisung, eine Nach­versicherungsgarantie für Heirat, Geburt oder Immobilien­finanzierung, die rückwirkende Zahlung ab Eintritt der Berufs­unfähigkeit und ein weltweiter Schutz ohne Meldepflicht. Wichtig ist außerdem, wie ein Versicherer Ihren Beruf und Ihre Vor­erkrankungen einstuft, denn davon hängen Beitrag und Annahme ab. Optional lassen sich eine Arbeitsunfähigkeitsklausel, eine Dienstunfähigkeits­klausel für Beamte und eine Pflegeleistung einschließen.

Stärken der R+V

Die R+V verzichtet auf die abstrakte Verweisung in allen Berufsgruppen, auch bei überwiegend körperlicher Tätigkeit, und sie verzichtet bei allen Berufsbildern vollständig auf die Prüfung einer Umorganisation. Das sind die beiden Klauseln, an denen im Leistungsfall die meisten Verträge hängen. Für Beamte kommt die echte Dienstunfähigkeits­klausel ohne Mehrbeitrag dazu, die schon ab dem Beamtenverhältnis auf Widerruf greift.

Auch beim Rest des Vertragslebens ist das Haus großzügiger als viele Wettbewerber: Es begleitet den Wiedereinstieg mit Rehabilitationshilfe und einer Wiedereingliederungshilfe von sechs Monatsrenten bis 6.000 Euro, es erlaubt eine zinslose Beitragsstundung von bis zu 24 Monaten, und mit der Tarifart BVS lässt sich der Einstieg über eine Startphase von bis zu zehn Jahren verbilligen, ohne die Rentenhöhe zu kürzen.


Schwächen der R+V

Die Einstiegslinie classic zahlt erst, wenn die Berufs­unfähigkeit 18 Monate angedauert hat. Wer diese Wartezeit überbrücken muss, braucht Rücklagen oder direkt comfort. In classic fehlen außerdem die Sofortleistung bei schweren Erkrankungen und die Rehabilitationshilfe, das Sofortkapital gibt es nur in premium.

Die Nach­versicherung ist doppelt gedeckelt: Erhöhen können Sie nur bis zum Alter von 50 Jahren und nur bis zu 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens, fremde Anwartschaften eingerechnet. Innerhalb einer Karenzzeit und nach einer beanspruchten Leistung entfällt sie ganz. Die Arbeitsunfähigkeitsrente ist ein kostenpflichtiger Zusatzbaustein, setzt sechs Monate durchgehende Krankschreibung voraus und läuft über die gesamte Vertragslaufzeit höchstens 36 Monate. Eine eigenständige Arbeitsunfähigkeits­versicherung leistet früher.

Erfahrungen und Beschwerden

Bewertungen auf Bewertungsplattformen

Von den geprüften Publikums-Plattformen führt nur Trustpilot ein Profil der R+V mit Note und Anzahl. Dort steht die R+V Versicherung am 16.09.2026 bei 1,6 von 5 aus 5.807 Bewertungen (Quelle: Trustpilot). Gemessen werden dabei Kundenerfahrungen mit dem Gesamtauftritt des Hauses über alle Sparten, vor allem aus Kfz, Hausrat und Reise, nicht die Berufs­unfähigkeits­versicherung im Besonderen.

Die Publikumsbewertung fällt damit deutlich schwächer aus als die Testurteile. Das ist bei Versicherern der Regelfall: Bewertet wird dort fast immer ein Schadenfall oder eine Beitragserhöhung, während die Testhäuser Bedingungen und Beiträge prüfen.


Was Kunden berichten

Das wiederkehrende Thema der negativen Bewertungen ist die Bearbeitungsdauer und die Kommunikation nach einer Schadenmeldung. Ein Kunde schreibt am 31.08.2026: „Seit 12 Tagen hoffe ich auf irgendeine Nachricht, dass meine Schadenmeldung eingegangen ist.“ Ein anderer fasst denselben Punkt schärfer: „berechtigte Schadensansprüche werden extrem stark verzögert oder gänzlich abgelehnt“.

Die positiven Stimmen beschreiben das Gegenteil desselben Vorgangs. Eine Kundin berichtet am 21.08.2026 nach einem Hagelschaden: „Innerhalb von 5 Arbeitstagen war der Schaden reguliert.“ Ein Kunde lobt am 23.07.2026 die Erstattung hoher Behandlungskosten im Ausland. Alle diese Stimmen betreffen andere Sparten als die Berufs­unfähigkeit; belastbare Berichte zu BU-Leistungsfällen der R+V finden sich öffentlich nicht.


Umfrage zum Thema Kundenorientierung

Für den EuroAtlas Berufs­unfähigkeits­versicherer 2023 hat ServiceValue 3.285 Versicherungsnehmer zu 38 Gesellschaften befragt, und zwar nur solche, die dort selbst eine Berufs­unfähigkeits- oder Berufs­unfähigkeitszusatz­versicherung haben. Bewertet wurden Produktangebot, Versicherungs­bedingungen, Kundenservice, Kundenberatung und Preis-Leistungs-Verhältnis (Quelle: ServiceValue).

Die R+V steht in diesem Ranking ohne Auszeichnung, liegt also unter dem Durchschnitt aller bewerteten Anbieter. Das Ergebnis ist das aktuellste dieses Hauses, stammt aber aus dem Jahr 2023 und misst die Kundenwahrnehmung, nicht die Tarifqualität.


Beschwerden bei der BaFin

Bei der Finanzaufsicht fällt die R+V kaum auf. Für 2025 weist die BaFin bei 5.303.271 Verträgen im Bereich Lebens­versicherung 21 abschließend bearbeitete Beschwerden aus (Quelle: BaFin). Daraus errechnen wir eine Quote von 0,40 Beschwerden je 100.000 Verträge, gegenüber 1,81 im Branchendurchschnitt.

Die Umrechnung auf 100.000 Verträge stammt von uns, nicht von der BaFin, und die Statistik sagt nichts darüber, ob die Beschwerden berechtigt waren. Sie umfasst außerdem die gesamte Lebens­versicherung, nicht nur BU-Verträge. Eine anbieterbezogene Klagequote veröffentlicht die Aufsicht nicht.

Unsere Einschätzung als Experten

Einordnung

Die R+V ist ein Bedingungs-Anbieter, kein Preisführer. Wer die Klauseln liest, findet hier zwei Zusagen, die im Leistungsfall den Ausschlag geben: keine abstrakte Verweisung in keiner Berufsgruppe und keine Umorganisationsprüfung bei keinem Berufsbild. Dazu kommt eine Dienstunfähigkeits­klausel, die ohne Mehrbeitrag von Anfang an im Vertrag steht.

In den Einzelratings von DFSI, IVFP und Finanztest steht die R+V durchweg im oberen Feld. Schwach fällt allein das Kundenurteil aus: Im EuroAtlas 2023 von ServiceValue blieb sie ohne Auszeichnung.


Für wen ja, für wen nein

Ja für Beamte, Selbständige und Heilberufe, jeweils mit eigenem Betrieb oder eigener Praxis gerechnet. In diesen drei Gruppen liefert die R+V Konditionen, die anderswo Aufpreis kosten oder ganz fehlen, und sie wird von den Testhäusern genau dort am besten bewertet. Ja auch für Schüler und Studenten, wenn der Beitragssprung nach der Startphase eingeplant ist.

Nein, wenn der Monatsbeitrag entscheidet: Direkt­versicherer liegen darunter, und für die Modellkunden Programmierer, Finanzberater und Fahrlehrer bewertet das DFSI 2026 den Beitrag der R+V nur mit „gut“ oder „befriedigend“. Nein auch für Auszubildende, die auf die Linie premium schielen, die das IVFP 2025 in dieser Gruppe nur mit „Gut“ benotet.


Regulierungspraxis

Zur Leistungspraxis liegen zwei belastbare Anhaltspunkte vor. Das DFSI vergibt in seiner Studie 2026 für die BU-Kompetenz der R+V in jedem der 14 Modellfälle die Bestnote „hervorragend“. In diesen Teilbereich fließen nach Angaben des Instituts neun gleichgewichtete Kennzahlen ein, darunter Annahme-, Leistungs- und Ablehnungsquoten.

Die R+V selbst gibt ihre Leistungsquote mit 91,74 Prozent an, also den Anteil der abschließend bearbeiteten Anträge auf BU-Rente, die bewilligt wurden (Angabe der R+V, abgerufen am 16.09.2026). Nach eigener Darstellung meldet sich zudem spätestens 48 Stunden nach der Meldung ein Leistungsspezialist und bleibt für die Dauer der Prüfung Ansprechpartner. Beides sind Angaben des Hauses, keine Erhebung eines Dritten.

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Foto von Patrick Knittel
Berater

Häufige Fragen zur Berufs­unfähigkeits­versicherung der R+V

Welche Tarife der R+V-Berufs­unfähigkeits­versicherung gibt es und worin unterscheiden sie sich?

Es gibt drei Linien: classic (BV29), comfort (BV30) und premium (BV31). Alle drei leisten ab 50 Prozent Berufs­unfähigkeit und verzichten auf die abstrakte Verweisung. classic zahlt erst nach 18 Monaten Berufs­unfähigkeit, comfort und premium zahlen rückwirkend ab Beginn. premium ergänzt eine lebenslange Pflegerente und ein Sofortkapital in Höhe einer Jahresrente. Für junge Leute gibt es zusätzlich die Tarifart BVS mit reduziertem Startbeitrag.

Ab wann zahlt die R+V die Berufs­unfähigkeitsrente?

Die R+V zahlt, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich sechs Monate lang zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. In den Linien comfort und premium beginnt die Zahlung rückwirkend ab dem Eintritt der Berufs­unfähigkeit. In classic muss die Berufs­unfähigkeit dagegen erst 18 Monate angedauert haben. Die gesetzliche Definition der Berufs­unfähigkeit steht in § 172 VVG.

Wie viele BU-Anträge bewilligt die R+V?

Die R+V gibt ihre Leistungsquote mit 91,74 Prozent an. Diese Kennzahl sagt, wie viele von 100 abschließend bearbeiteten Anträgen auf eine BU-Rente bewilligt wurden. Es handelt sich um eine Angabe des Hauses selbst, nicht um eine Erhebung eines unabhängigen Instituts. Unabhängig davon bewertet das DFSI die BU-Kompetenz der R+V in seiner Studie 2026 in allen Modellfällen mit „hervorragend“.

Wie kann ich meine Rente bei der R+V später erhöhen?

Über die Nach­versicherungsgarantie, und zwar ohne neue Gesundheitsprüfung. Auslöser sind bestimmte Ereignisse wie Heirat, Geburt eines Kindes, Berufseinstieg, Studienabschluss, Einkommenssteigerung oder eine Immobilien­finanzierung. Möglich ist das bis zum Alter von 50 Jahren, außerhalb einer vereinbarten Karenzzeit und nur, solange noch keine Leistung beansprucht wurde. Die Gesamtabsicherung darf 80 Prozent Ihres aktuellen Nettoeinkommens nicht übersteigen.

Was kostet die Berufs­unfähigkeits­versicherung der R+V für einen Studenten?

Die R+V nennt für einen 18-jährigen Studenten der Wirtschaftsinformatik in der Berufsgruppe A, 1.000 Euro Monatsrente, Endalter 67, Nichtraucher, folgende Einstiegsbeiträge: 22,35 Euro im Monat in classic, 25,83 Euro in comfort und 34,92 Euro in premium. Mit der Tarifart BVS und zehnjähriger Startphase liegt der Startbeitrag für eine 21-jährige BWL-Studentin bei 17,33 Euro und steigt danach auf 33,29 Euro.

Bekomme ich bei der R+V eine BU ohne Gesundheitsfragen?

Nein. Für die selbständige Berufs­unfähigkeits­versicherung verlangt die R+V immer Gesundheitsfragen. Aus den Antworten ergibt sich die Normalannahme, ein Risikozuschlag, der Ausschluss einzelner Erkrankungen oder eine Ablehnung. Bei Vor­erkrankungen lohnt eine anonyme Risikovoranfrage, bevor ein förmlicher Antrag gestellt wird, weil eine Ablehnung sonst dokumentiert wird und spätere Anträge erschwert.

Was gilt bei der R+V für Beamte?

Die Dienstunfähigkeits­klausel ist ohne Mehrbeitrag fester Bestandteil der Bedingungen und gilt für Beamte auf Widerruf, auf Probe und auf Lebenszeit sowie für Richter. Bei Dienstunfähigkeit genügen der Entlassungsbescheid oder die Versetzungsverfügung und das amtsärztliche Gutachten, einen 50-prozentigen Berufs­unfähigkeitsgrad müssen Sie nicht nachweisen. Für Polizei, Feuerwehr und Justizvollzug greift zusätzlich eine spezielle Klausel.

Kann ich die Beiträge bei der R+V vorübergehend aussetzen?

Ja, über die zinslose Beitragsstundung. Möglich ist sie ab dem vierten Versicherungsjahr, bei Verträgen mit Beitragsstufe ab dem zweiten Versicherungsjahr nach Ende der Startphase, und zwar für bis zu 24 Monate. Voraussetzung ist, dass die restliche Versicherungsdauer zum Zeitpunkt der Stundung noch mindestens fünf Jahre beträgt.

Wie kündige ich meinen Vertrag bei der R+V?

Bei laufender Beitragszahlung können Sie jederzeit zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode kündigen, das regelt § 168 VVG in Verbindung mit § 176 VVG. Die Kündigung geht schriftlich an die R+V Lebens­versicherung AG. Wichtig: Kündigen Sie erst, wenn ein neuer Vertrag policiert ist, denn bei einem Wechsel werden die Gesundheitsfragen neu gestellt und Ihr Alter neu berechnet. Wer nur den Beitrag nicht mehr stemmt, fährt mit der Stundung oder einer Rentenreduzierung meist besser.

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Lena Mierbach
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