Das erwartet Sie hier
Ob Soldaten, Zeitsoldaten und ihre Familien eine private Krankenversicherung brauchen, was sie kostet und wie Sie die Zeit nach dem Dienst absichern.
Inhalt dieser Seite- Sind Soldaten privat versichert?
- Krankenversicherung bei der Bundeswehr
- Warum Soldaten eine PKV brauchen
- Anwartschaft: kleine oder große Anwartschaft?
- Soldaten auf Zeit: Beitragszuschuss statt Beihilfe
- Nach dem Dienstzeitende (DZE): GKV oder PKV?
- Was kostet eine PKV für Soldaten?
- Was leistet eine gute PKV für Soldaten?
- Absicherung für Familie und Ehepartner
- So wählen Sie als Soldat die richtige PKV aus
- Wie wir Sie als Soldat unterstützen
- Aktuelle Testergebnisse
- Die häufigsten Fragen zur PKV für Soldaten
Das Wichtigste in Kürze
- Soldaten sind während der Dienstzeit über die freie Heilfürsorge der Bundeswehr abgesichert und brauchen die private Krankenversicherung nur, um deren Lücken und die Zeit nach dem Dienst zu schließen.
- Nach dem Dienstende erhalten Berufssoldaten eine Beihilfe von 70 % – die restlichen 30 % deckt eine private Restkostenversicherung.
- Soldaten auf Zeit bekommen seit 2019 keine Beihilfe mehr, sondern einen Zuschuss von 50 % zu ihren Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen während des Bezugs der Übergangsgebührnisse.
- Die Pflegepflichtversicherung müssen Soldaten selbst abschließen und bezahlen; die Bundeswehr trägt diese Beiträge nicht.
- Eine schlanke PKV für Soldaten gibt es in unserer Beratungspraxis ab rund 190 € im Monat; der DtGV-Durchschnitt für einen 50-%-Beihilfetarif liegt bei 338,89 €.
- Eine früh abgeschlossene Anwartschaftsversicherung sichert die günstigen Eintrittsbedingungen und den PKV-Zugang nach dem Dienst – ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Robert Böhrk
Experte für Gesundheitsvorsorge
„Die freie Heilfürsorge sorgt für alles, um den Rest muss ich mich nach dem Dienst nicht kümmern“
Diesen Irrtum höre ich in meiner Beratungspraxis immer wieder. Tatsächlich endet die Heilfürsorge mit Ihrer Dienstzeit, und wer zu spät handelt, riskiert Risikozuschläge oder sogar eine Ablehnung. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt. Auf dieser Seite zeige ich Ihnen Schritt für Schritt, wann Sie als Soldat welche Absicherung wirklich brauchen.
Sind Soldaten privat versichert?
Das ist neu in 2026
Durchschnittlicher GKV-Zusatzbeitrag steigt: Der durchschnittliche GKV-Zusatzbeitrag steigt auf 2,9 Prozent (2025: 2,5 Prozent). Für Soldaten auf Zeit, die den 50-Prozent-Zuschuss in der gesetzlichen Kasse nutzen, erhöht das den selbst zu tragenden Beitragsanteil. → Abschnitt „Soldaten auf Zeit: Beitragszuschuss statt Beihilfe“
Versicherungspflichtgrenze steigt: Die Versicherungspflichtgrenze steigt auf 77.400 Euro im Jahr (2025: 73.800 Euro) – erst darüber ist nach dem Dienst ein freier Wechsel in die PKV möglich. → Abschnitt „Nach dem Dienstzeitende (DZE)“
Nein, Soldaten sind während ihrer Dienstzeit nicht privat krankenversichert und auch nicht gesetzlich pflichtversichert. Sie erhalten stattdessen die freie Heilfürsorge des Dienstherrn, die ihre medizinische Grundversorgung über die truppenärztliche Versorgung sicherstellt (Quelle: § 69a BBesG).
Eine PKV schließt zwei Lücken:
die Leistungen, die die Heilfürsorge im Dienst nicht abdeckt, und die Zeit nach dem Dienst, in der nur noch eine anteilige Beihilfe gezahlt wird. Genau deshalb brauchen auch Zeitsoldaten und die Familien von Soldaten früh eine passende Absicherung – nicht erst zum Dienstende.
Wer als Soldat, Soldatin auf Zeit oder als Angehöriger vorsorgt, entscheidet vor allem über zwei Dinge: den richtigen Zeitpunkt und die richtige Vertragsform.
Krankenversicherung bei der Bundeswehr
Die Krankenversicherung bei der Bundeswehr läuft während der aktiven Dienstzeit über die freie Heilfürsorge. Der Bund trägt dabei alle Kosten, die zur Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit über die truppenärztliche Versorgung anfallen (Quelle: § 69a BBesG; Bundeswehr-Heilfürsorgeverordnung).
Was ist die freie Heilfürsorge?
Die freie Heilfürsorge ist die kostenlose medizinische Versorgung, die alle Berufs- und Zeitsoldaten während ihrer Dienstzeit erhalten. Behandelt werden Soldaten dabei in Sanitätsbereichen der Kasernen und in Bundeswehrkrankenhäusern. Eine freie Arztwahl gibt es dabei in der Regel nicht.
Für Fachärzte oder spezielle Behandlungen ist eine Überweisung des Truppenarztes nötig. Ohne diese Überweisung übernimmt der Bund die Kosten nicht. Nur im Notfall dürfen Soldaten direkt einen niedergelassenen Arzt aufsuchen.
Experten-Tipp:
Die freie Heilfürsorge ist kein Rundumschutz
„Viele Soldaten sehen die freie Heilfürsorge als Rundumschutz und verschieben jede Zusatzabsicherung auf das Dienstende. Doch ohne freie Arztwahl und ohne direkten Facharztzugang stoßen Sie im Alltag schnell an Grenzen. Mein Rat: Sichern Sie schon im aktiven Dienst einen schlanken ambulanten Zusatztarif ab, der Ihnen Wahlfreiheit gibt – der Beitrag ist jung günstig.“
Pflegepflichtversicherung für Soldaten der Bundeswehr
Die Pflegepflichtversicherung müssen Soldaten selbst abschließen und selbst bezahlen. Obwohl Soldaten nicht sozialversicherungspflichtig sind, gilt für sie die allgemeine Pflegeversicherungspflicht (Quelle: § 23 SGB XI). Die Bundeswehr trägt diese Beiträge nicht.
In der privaten Pflegepflichtversicherung richtet sich der Beitrag nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand, nicht nach dem Einkommen. Für junge Soldaten ist die private Pflegeversicherung deshalb oft deutlich günstiger als der gesetzliche Beitrag.
Warum Soldaten eine private Krankenversicherung brauchen
Soldaten brauchen eine private Krankenversicherung, weil die Heilfürsorge wichtige Leistungen nicht abdeckt und nach dem Dienstende ganz wegfällt. Sie ist damit kein Rundumschutz, sondern eine gezielte Ergänzung.
Lücken im aktiven Dienst
Die freie Heilfürsorge weist im Dienst mehrere Lücken auf, zum Beispiel beim Zahnersatz, bei Sehhilfen und bei Behandlungen im Ausland. Für diese Bereiche müssen alle Soldaten selbst vorsorgen, wenn sie einen umfassenden Schutz wollen.
Nach dem Dienstende: Beihilfe und Restkostenversicherung
Mit der Pensionierung endet der Anspruch auf Heilfürsorge. Berufssoldaten erhalten danach eine lebenslange Beihilfe von 70 Prozent der beihilfefähigen Kosten (Quelle: § 46 BBhV). Die verbleibenden 30 Prozent müssen die Soldaten selbst absichern.
Diese Lücke schließt eine private Restkostenversicherung, auch Beihilfeergänzungstarif oder Restkostenversicherung genannt. Sie deckt genau den Anteil ab, den die Beihilfe nicht übernimmt. Weil sie nur 30 Prozent absichern muss, fällt ihr Beitrag deutlich niedriger aus als eine PKV-Vollversicherung.
Anwartschaft: kleine oder große Anwartschaft?
Eine Anwartschaftsversicherung sichert Soldaten den späteren Zugang zur privaten Krankenversicherung – zu den Bedingungen des frühen Abschlusses. Sie sollten sie so früh wie möglich abschließen, denn die PKV-Beiträge richten sich nach Alter und Gesundheitszustand.
Der Anspruch auf Heilfürsorge endet mit der Pensionierung. Ohne Vorsorge droht dann ein Risikozuschlag oder im schlechtesten Fall die Ablehnung des Antrags. Mit einer Anwartschaftsversicherung ist die spätere Aufnahme dagegen garantiert – auf Grundlage einer viel früher abgelegten Gesundheitsprüfung.
Kleine und große Anwartschaft im Vergleich
Bei der Anwartschaft gibt es zwei Varianten, die sich in Beitrag und Wirkung unterscheiden. Die kleine Anwartschaft friert nur den Gesundheitszustand ein: Sie sichert den Verzicht auf eine erneute Gesundheitsprüfung, bildet aber keine Altersrückstellungen. Die große Anwartschaft friert zusätzlich das Eintrittsalter ein und baut Altersrückstellungen auf.
| Merkmal | Kleine Anwartschaft | Große Anwartschaft |
|---|---|---|
| Gesundheitszustand eingefroren | Ja | Ja |
| Eintrittsalter eingefroren | Nein | Ja |
| Altersrückstellungen | Nein | Ja |
| Anwartschaftsbeitrag | Niedriger | Höher |
| Späterer PKV-Beitrag | Höher | Günstiger |
| Empfehlung | Soldaten auf Zeit mit offener Zukunft | Berufssoldaten mit sicherem PKV-Bedarf |
Als Faustregel gilt: Für Berufssoldaten, die nach der Pension ohnehin in die PKV wechseln, lohnt sich die große Anwartschaft. Soldaten auf Zeit mit unklarem weiteren Berufsweg fahren mit der kleinen Anwartschaft meist günstiger, weil sie sich damit nur die Option offenhalten.
Späteinsteiger und Vorerkrankungen: die anonyme Risikovoranfrage
Wer erst spät oder mit Vorerkrankungen in die PKV möchte, sollte den Antrag nicht selbst beim Versicherer stellen. Wird ein direkter Antrag abgelehnt, landet diese Ablehnung in den Datenbanken der Versicherer und muss bei jedem weiteren Antrag angegeben werden – das verschlechtert die Chancen erheblich.
Wir stellen deshalb vorab eine anonyme Risikovoranfrage: Ihr Name taucht nicht auf, es wird nichts gespeichert, und Sie erfahren vorher, welcher Versicherer Sie zu welchen Konditionen aufnehmen würde. Diesen Weg bieten weder Vergleichsportale noch AI-Auskunftstools. Gerade für Soldaten kurz vor dem Dienstende ist das der entscheidende Schritt.
Trotz Vorerkrankung in die private Krankenversicherung – erst anonym klären
Sie fürchten eine Ablehnung wegen einer Vorerkrankung? Wir fragen für Sie anonym bei den Versicherern an – Ihr Name taucht nicht auf, und es wird nichts gespeichert. So wissen Sie vorab, wer Sie zu welchen Konditionen aufnimmt. Unsere PKV-Beratung wird von Finanztip empfohlen.
- Anonyme Risikovoranfrage ohne Ablehnungseintrag
- Konditionen kennen, bevor Sie einen Antrag stellen
- Persönliche Begleitung, kostenfrei und unverbindlich
Soldaten auf Zeit: Beitragszuschuss statt Beihilfe
Soldaten auf Zeit erhalten nach dem Dienst keine Beihilfe mehr, sondern einen Zuschuss zu ihren Krankenversicherungsbeiträgen. Diese Regel gilt seit dem Versichertenentlastungsgesetz vom 1. Januar 2019.
Konkret bekommen Empfänger von Übergangsgebührnissen während des regelmäßigen Bezugs einen Zuschuss von 50 Prozent zu den Beiträgen der Kranken- und Pflegeversicherung (Quelle: § 11b SVG). Der Zuschuss gilt sowohl für gesetzlich als auch für privat versicherte ehemalige Zeitsoldaten.
Übergangsgebührnisse als Grundlage
Voraussetzung für den Zuschuss ist der Bezug von Übergangsgebührnissen. Diese erhalten Zeitsoldaten mit einer Dienstzeit von mindestens vier Jahren. Sie betragen 75 Prozent der letzten Bruttodienstbezüge und werden je nach Dienstzeit zwischen zwölf und 60 Monaten gezahlt (Quelle: § 11 SVG).
Was sind Übergangsgebührnisse?
Übergangsgebührnisse sind zeitlich befristete monatliche Zahlungen, die den Lebensunterhalt ehemaliger Soldaten beim Übergang ins zivile Erwerbsleben sichern. Wird nach der Dienstzeit eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufgenommen, richtet sich der gesetzliche Krankenversicherungsbeitrag nur noch nach dem Arbeitsentgelt. Der Zuschuss auf Basis der Übergangsgebührnisse entfällt dann in der Regel.
Nach dem Dienstzeitende (DZE): GKV oder PKV?
Nach dem Dienstzeitende müssen Soldaten aktiv entscheiden, wie sie sich krankenversichern – die Absicherung läuft nicht automatisch weiter. Welcher Weg sinnvoll ist, hängt vom weiteren Berufsweg ab.
Entscheidungshilfe je nach Berufsweg
- Studium nach dem Dienst: Häufig ist die studentische gesetzliche Krankenversicherung günstig. Eine kleine Anwartschaft hält die PKV-Option für später offen.
- Angestelltentätigkeit: Wer unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdient, wird gesetzlich pflichtversichert. Erst oberhalb dieser Grenze ist die PKV wieder frei wählbar.
- Selbständigkeit: Selbständige können frei zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung wählen – hier lohnt der genaue Vergleich.
- Beamtenlaufbahn: Wer in ein Beamtenverhältnis wechselt, erhält Beihilfe und sichert die Restkosten über einen beihilfekonformen PKV-Tarif ab.
Für Berufssoldaten stellt sich die GKV-Frage seltener: Sie erhalten Beihilfe und ergänzen diese über eine Restkostenversicherung. Für Soldaten auf Zeit ist die Weiche dagegen echt – und genau diese klären wir in der Beratung.
Fristen nach dem Dienstzeitende
Nach Ihrem Dienstzeitende sollten Sie sich zeitnah um Ihren Krankenversicherungsschutz kümmern, denn in Deutschland besteht eine allgemeine Versicherungspflicht (§ 193 Abs. 3 VVG). Als Soldat auf Zeit haben Sie ein besonderes Beitrittsrecht: Sie können der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung beitreten, müssen das der Krankenkasse aber innerhalb von drei Monaten nach dem Ausscheiden anzeigen (§ 9 Abs. 1 Nr. 8 und Abs. 2 SGB V).
Alternativ steht Ihnen die private Krankenversicherung offen. Wer sich zu spät entscheidet, kann das befristete GKV-Beitrittsrecht verlieren – eine automatische Rückkehr in eine frühere Krankenkasse gibt es bei vorheriger freier Heilfürsorge dagegen nicht.
Wer die Anwartschaft früh abgeschlossen hat, umgeht dieses Risiko: Die Aufnahme in die PKV ist dann garantiert und an keine erneute Prüfung gebunden.
Was kostet eine PKV für Soldaten?
Eine private Krankenversicherung für Soldaten kostet weniger als für viele andere Berufsgruppen, weil sie nur die Restkosten neben Heilfürsorge oder Beihilfe absichert. In unserer Beratungspraxis beginnen schlanke Beihilfetarife für junge Soldaten bei rund 190 Euro im Monat.
Kostenbeispiel aus einer aktuellen Studie
Die Deutsche Gesellschaft für Verbraucherstudien (DtGV) hat Tarife der privaten Krankenversicherung mit 50 Prozent Beihilfe ausgewertet (Quelle: DtGV-Studie 2025):
| Tarif | Monatsbeitrag |
|---|---|
| Günstigster Tarif | 263,59 € |
| Durchschnittlicher Monatsbeitrag | 338,89 € |
Diese Werte beziehen sich auf einen 50-Prozent-Beihilfetarif, wie ihn aktive Beamte haben. Pensionierte Soldaten mit 70 Prozent Beihilfe brauchen nur eine 30-Prozent-Restkostenversicherung – deren Beitrag liegt entsprechend niedriger. Das erklärt den Abstand zum genannten Einstiegswert von rund 190 Euro.
Diese Faktoren beeinflussen den Beitrag
- Alter beim Abschluss
- Gesundheitszustand
- Beihilfesatz (50, 70 oder 80 Prozent)
- Anbieter und Tarif
Beispiele für typische Profile
- Junger Soldat, Anwartschaft: Wer als Anwärter früh eine Anwartschaft abschließt, zahlt zunächst nur einen kleinen Anwartschaftsbeitrag und sichert sich die günstigen Eintrittsbedingungen.
- Familie mit unterschiedlichen Beihilfesätzen: Für Ehepartner (70 Prozent) und Kinder (80 Prozent) fällt der Restkostenanteil kleiner aus als für den Soldaten selbst. Der Familienbeitrag setzt sich deshalb aus mehreren, jeweils schlanken Tarifen zusammen.
Experten-Tipp:
Der zitierte Durchschnittsbeitrag führt Soldaten in die Irre
„Der oft zitierte Durchschnittsbeitrag von rund 339 Euro schreckt viele Soldaten ab – dabei zahlt kaum ein Soldat diesen Wert. Er gilt für 50-Prozent-Beamtentarife. Als pensionierter Soldat sichern Sie mit 70 Prozent Beihilfe nur den 30-Prozent-Restkostenanteil ab. Vergleichen Sie deshalb gezielt beihilfekonforme Restkostentarife für Ihren Satz – nicht den allgemeinen Durchschnitt.“
Ihr persönlicher Beitrag zur privaten Krankenversicherung als Soldat
Ob rund 190 Euro oder mehr: Ihr Beitrag hängt von Alter, Gesundheitszustand und Beihilfesatz ab. Wir berechnen ihn anhand Ihrer konkreten Daten und finden den passenden beihilfekonformen Tarif. Unsere Beratung ist kostenfrei.
- PKV-Beratung von Finanztip empfohlen
- Beitrag auf Basis Ihres Beihilfesatzes (50, 70 oder 80 Prozent)
- Vergleich beihilfekonformer Tarife mehrerer Versicherer
Was leistet eine gute PKV für Soldaten?
Eine gute PKV für Soldaten ergänzt gezielt die Leistungen, die Heilfürsorge oder Beihilfe nicht abdecken. Ein geringeres Leistungsspektrum als bei anderen Berufsgruppen genügt dafür meist.
Sinnvolle Bausteine sind:
Kostenersatz bei Vorsorgeuntersuchungen
Krankenversicherungsschutz im Ausland einschließlich Rücktransport
Zuschüsse für Hilfsmittel, Kuren, Reha und Sehhilfen
Ambulante Psychotherapie und psychologische Betreuung
Premiumleistungen im Krankenhaus wie Einbettzimmer, Zweibettzimmer oder Chefarztbehandlung
Weiterführende zahnmedizinische Behandlungen und Zahnersatz
Experten-Tipp:
Auslandsschutz ist für Soldaten kein verzichtbares Extra
„Auslandsschutz gilt bei Soldaten oft als verzichtbares Extra – schließlich sorgt der Dienstherr im Einsatz. Doch im Privaturlaub greift die Heilfürsorge nicht, und gerade der medizinisch sinnvolle Rücktransport ist selten gedeckt. Diese Lücke kann fünfstellig werden. Achten Sie deshalb auf einen Auslandsbaustein, der den Rücktransport ausdrücklich einschließt – nicht nur die Behandlung vor Ort.“
Absicherung für Familie und Ehepartner
Familienangehörige von Soldaten sind nicht über die truppenärztliche Versorgung abgesichert. Ehepartner und Kinder müssen sich eigenständig gesetzlich oder privat versichern – haben aber Anspruch auf Beihilfe.
Für den Ehepartner übernimmt die Beihilfe 70 Prozent und für Kinder je 80 Prozent der Kosten (Quelle: § 46 BBhV). Die Restkosten schließt auch hier eine private Restkostenversicherung. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung können Kinder in der PKV allerdings nicht kostenlos mitversichert werden.
Familien sollten deshalb früh prüfen, welche Absicherung sich lohnt: Kann der Ehepartner eine gesetzliche Familienversicherung nutzen? Oder ist ein beihilfekonformer PKV-Tarif günstiger? Für Ehepartner und Kinder lohnt sich der Vergleich beihilfekonformer Tarife.
Experten-Tipp:
Die ganze Familie privat zu versichern ist selten die beste Lösung
„Der Reflex, die ganze Familie in die private Krankenversicherung zu nehmen, ist selten die beste Lösung. Denn Kinder sind hier – anders als gesetzlich – nie kostenlos mitversichert. Ob sich ein beihilfekonformer Tarif oder die gesetzliche Familienversicherung lohnt, hängt am Einkommen des Ehepartners. Rechnen Sie beide Wege getrennt durch, statt pauschal alle privat abzusichern.“
So wählen Sie als Soldat die richtige PKV aus
Bei der Auswahl einer PKV für Soldaten kommt es auf beihilfekonforme Tarife, gute Testergebnisse und den passenden Zeitpunkt an. Fünf Punkte helfen bei der Entscheidung.
- Halten Sie nach Spezialversicherern Ausschau. Manche Versicherer bieten Tarife an, die eigens auf Zeit- und Berufssoldaten und die Versorgungslücke nach der Heilfürsorge zugeschnitten sind. Ein Blick auf die PKV für Beamte lohnt sich, weil die Beihilfelogik dort vergleichbar ist.
- Achten Sie auf gute Testergebnisse. Spezielle Soldaten-Tests gibt es kaum. Orientieren Sie sich an Tests zur privaten Krankenversicherung und an der Finanzstärke des Versicherers, denn er soll auch in ferner Zukunft leisten können.
- Prüfen Sie das Preis-Leistungs-Verhältnis. Schauen Sie nicht nur auf den Beitrag, sondern auf den Leistungsumfang. Erstattet der Tarif alle Behandlungskosten oder nur beihilfefähige Aufwendungen?
- Sichern Sie die Anwartschaft. Wer sich zu Dienstbeginn noch nicht festlegen will, sollte trotzdem die Anwartschaft klären. Sie sichert die vorteilhaften Eintrittsbedingungen eines frühen Abschlusses.
- Schließen Sie die Pflegeversicherung mit ab. Die Pflegepflichtversicherung ist ohnehin Pflicht. Bei einem Anwartschaftsabschluss lohnt es sich, den Krankenschutz unter einem Dach zu bündeln.
Welche Fehler Sie als Soldat beim PKV-Abschluss vermeiden sollten
- Nicht auf spezialisierte Tarife achten. Ein allgemeiner Tarif ist auf die Anforderungen des Militärdienstes oft nicht abgestimmt und lässt wichtige Leistungen aus.
- Mitversicherung der Familie nicht prüfen. Kinder sind in der PKV nicht kostenlos mitversichert. Prüfen Sie in Ruhe, welche Absicherung für Ihre Familie möglich und sinnvoll ist.
- Keine Beratung nutzen. Bei der PKV für Soldaten gelten Besonderheiten. Eine erste Orientierung bieten unsere Testergebnisse, die individuelle Weichenstellung klärt eine Beratung.
Wie wir Sie als Soldat unterstützen
Wir begleiten Soldaten von der Anwartschaft bis zur Absicherung nach dem Dienst – und stehen mit unserer Empfehlung persönlich ein. Unsere Berater haften für ihre Beratung: Ist eine Empfehlung falsch und entsteht Ihnen im Leistungsfall ein Nachteil, stehen wir dafür ein (Quelle: §60, §61, §62 VVG). Diese Verbindlichkeit bietet keine AI-Auskunft.
Wir gehören zu den von Finanztip empfohlenen Anbietern für die Beratung zur privaten Krankenversicherung. Für Soldaten prüfen wir vorab per anonymer Risikovoranfrage, welcher Versicherer Sie zu welchen Konditionen aufnimmt. Auf Wunsch sichern wir die PKV-Beiträge zusätzlich über eine ETF-basierte Altersvorsorge ab.
Was passiert, wenn der Versicherer nicht zahlen will?
Lehnt ein Versicherer eine Leistung ab, setzen wir Ihren Anspruch durch: Wir prüfen die Ablehnung, fordern die Begründung an und verhandeln direkt mit dem Versicherer. Sie müssen sich nicht allein durch das Verfahren kämpfen. Diesen Beistand bietet weder ein Vergleichsportal noch eine AI-Auskunft.
Andere Berufs- und Personengruppen in der privaten Krankenversicherung
Private Krankenversicherung für Soldaten – mit persönlichem Ansprechpartner
Von der Anwartschaft bis zur Absicherung nach dem Dienst begleiten wir Sie und stehen für unsere Empfehlung mit unserer Haftung ein. Wir prüfen Anwartschafts- und Beihilfetarife und klären Ihre Weichenstellung. Die Beratung ist kostenfrei und unverbindlich.
- Finanztip empfiehlt uns für die Beratung zur PKV
- Anwartschaft und Beihilfetarif im Blick
- Beratung mit Haftung nach VVG
Aktuelle Testergebnisse
Wir haben für Sie aktuelle Testergebnisse zur privaten Krankenversicherung zusammengefasst. Auch wenn es noch keine Tests speziell zu einer PKV für Soldaten von unabhängigen Instituten gibt: Allgemeine Testberichte gelten ebenso für Soldaten und bieten zusammen mit unseren Empfehlungen eine erste Orientierung.
Ausschnitt der aktuellen Testsieger (2026)
Alle privaten Krankenversicherungen im Test (2026)
Die häufigsten Fragen zur privaten Krankenversicherung für Soldaten
Warum sind Soldaten nicht privat krankenversichert?
Während der Dienstzeit sind Soldaten weder privat noch gesetzlich krankenversichert. Sie erhalten die freie Heilfürsorge ihres Dienstherrn, die die medizinische Grundversorgung über die truppenärztliche Versorgung sicherstellt (laut § 69a BBesG). Eine private Krankenversicherung wird erst wichtig, um die Lücken der Heilfürsorge zu schließen und die Zeit nach dem Dienst abzusichern.
Wie sind Soldaten versichert?
Soldaten sind während des aktiven Dienstes über die freie Heilfürsorge der Bundeswehr abgesichert. Behandelt werden sie über die truppenärztliche Versorgung, in der Regel ohne freie Arztwahl. Die Pflegepflichtversicherung müssen sie selbst abschließen. Nach dem Dienst greift statt der Heilfürsorge eine anteilige Beihilfe, deren Restkosten eine private Krankenversicherung deckt.
Warum sind Soldaten nicht sozialversicherungspflichtig?
Während ihrer Dienstzeit sind Soldaten weder kranken- noch rentenversicherungspflichtig; die medizinische Versorgung übernimmt die freie Heilfürsorge. Eine Ausnahme gilt für die Pflege: Hier besteht auch für Soldaten die allgemeine Pflegeversicherungspflicht (laut § 23 SGB XI), sodass sie eine Pflegepflichtversicherung selbst abschließen und bezahlen müssen.
Welche Beihilfe bekommen Soldaten?
Berufssoldaten bekommen nach der Pensionierung eine lebenslange Beihilfe von 70 Prozent der beihilfefähigen Kosten (laut § 46 BBhV); die restlichen 30 Prozent deckt eine private Restkostenversicherung. Während der aktiven Dienstzeit gibt es keine Beihilfe, sondern die freie Heilfürsorge. Soldaten auf Zeit erhalten seit 2019 statt einer Beihilfe einen Zuschuss von 50 Prozent zu ihren Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen.
Wann endet die freie Heilfürsorge für Soldaten?
Die freie Heilfürsorge endet mit dem Ende der Dienstzeit: bei Berufssoldaten mit der Pensionierung, bei Soldaten auf Zeit mit dem Dienstzeitende. Danach zahlt der Dienstherr keine Heilfürsorge mehr. Berufssoldaten erhalten stattdessen eine Beihilfe von 70 Prozent, Soldaten auf Zeit einen Beitragszuschuss von 50 Prozent während des Bezugs der Übergangsgebührnisse.
Welche Versicherungen brauchen Soldaten?
Pflicht ist für Soldaten allein die Pflegeversicherung. Sinnvoll sind darüber hinaus eine private Krankenversicherung oder eine früh abgeschlossene Anwartschaft, eine Dienst- und Privathaftpflichtversicherung, eine Dienstunfähigkeitsversicherung und eine private Altersvorsorge. Damit schließen Soldaten die Lücken der Heilfürsorge und sichern die Zeit nach dem Dienst ab.
Was kostet eine private Krankenversicherung für Soldaten?
Eine private Krankenversicherung für Soldaten ist bereits ab rund 190 Euro im Monat möglich. Der genaue Beitrag hängt von Alter, Gesundheitszustand, Beihilfesatz und Tarif ab. Weil die private Krankenversicherung bei Soldaten nur die Restkosten neben Heilfürsorge oder Beihilfe absichert, fällt der Beitrag niedriger aus als bei vielen anderen Berufsgruppen.
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