Gesundheits­bonus für gesundheits­bewusste Personen in der privaten Kranken­versicherung

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Wie hoch der Gesundheits­bonus in der privaten Kranken­versicherung ausfallen kann, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und worauf Sie beim Gesundheits­bonus achten sollten.

Inhalt dieser Seite
  1. Gesundheits­­bonus in der PKV
  2. Voraussetzungen für den Gesundheits­­bonus
  3. Gesundheits­­bonus und Vorsorgeuntersuchungen
  4. Auszahlung des Gesundheits­­bonus
  5. Gesundheits­­bonus in der Steuer
  6. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Ein Gesundheits­bonus in der privaten Kranken­versicherung soll zu einem gesundheits­bewussten Verhalten motivieren.
  • Je nach Tarif gibt es einen Gesundheits­bonus von bis zu 400 Euro im Jahr. Um diesen zu erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
  • Ob ein Gesundheits­bonus sinnvoll ist, hängt immer vom individuellen Einzelfall ab.

Gesundheits­bonus in der privaten Kranken­versicherung

Ein Gesundheits­bonus in der privaten Kranken­versicherung (PKV) soll Versicherte zu einem besonders gesundheits­bewussten Verhalten motivieren. Dabei können sowohl die Versicherten durch die Gesundheits­vorsorge, als auch die Versicherer durch langfristig gesenkte Kosten profitieren.

Ob und in welcher Höhe ein Gesundheits­bonus angeboten wird, hängt immer von dem jeweiligen Versicherer, dem gewählten Tarif und den darin enthaltenen Voraussetzungen sowie Bedingungen ab. Zudem kann entweder ein fester oder ein erfolgsabhängiger Gesundheits­bonus vereinbart sein. Bei einem erfolgsabhängigen Gesundheits­bonus entscheidet der erwirtschaftete Unternehmensüberschuss, ob und in welcher Höhe ausgezahlt wird. In dieser Hinsicht verhält sich der Gesundheits­bonus ähnlich einer Beitrags­rückerstattung.

Verhaltensbonus

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Ein Verhaltensbonus ist im Prinzip nur eine andere Bezeichnung für einen Gesundheits­bonus. Auch hier gelten bestimmte Voraussetzungen und Bedingungen, damit der Verhaltensbonus an den Versicherten ausgezahlt wird.

Beispiel: Wie viel Gesundheits­bonus gibt es?

Eine Versicherungs­gesellschaft legt fest, dass in bestimmten Tarifvarianten ein Gesundheits­- oder Verhaltensbonus vergeben wird. Auch die Voraussetzungen, die der Versicherte erfüllen muss, sind festgelegt (siehe nächstes Kapitel). Der Versicherer zahlt diesen Bonus gestaffelt aus. Der Gesundheits­bonus gestaltet sich dann wie folgt:

  • Erstes leistungsfreies Kalenderjahr: 400 Euro
  • Zweites leistungsfreies Kalenderjahr: 500 Euro
  • Drittes und alle weiteren leistungsfreien Kalenderjahre: 600 Euro

Die konkreten Bedingungen, wie viel Gesundheits­bonus ausgezahlt wird, entscheidet der Anbieter selbst. Dies ist oft auch von Tarif zu Tarif unterschiedlich: In Premium-Tarifen ist der Bonus oft höher.

Voraussetzungen für den Gesundheits­bonus in der PKV

Abhängig von der jeweiligen privaten Kranken­versicherung und ihren Tarif können bestimmte Voraussetzungen für einen Gesundheits­bonus und dessen Auszahlung gelten. Diese können beispielsweise sein:

  • Leistungs­freiheit mit Ausnahme der tariflichen Vorsorgeuntersuchungen, Zahnvorsorge und Schutzimpfungen
  • Der Tarif besteht seit einer bestimmten Mindest­dauer
  • Der Tarif besteht noch eine bestimmte Mindest­dauer weiter
  • Alle Beiträge wurden gezahlt
  • Der Vertrag ruht nicht
  • Es liegt keine Hilfebedürftigkeit gemäß SGB II oder SGB XII vor

Gesundheits­bonus und Vorsorgeuntersuchungen

Auch wenn ein Gesundheits­bonus an Voraussetzungen und Bedingungen genknüpft ist, fallen Vorsorgeuntersuchungen in der Regel nicht darunter. In den meisten Fällen werden diese sogar vom Versicherer gefördert, damit mögliche Krankheiten frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Versicherte erhalten dazu von ihrer privaten Kranken­versicherung unter anderem sogenannte Vorsorge-Gutscheine oder Vorsorge-Schecks. Auf diesen können sich Vorschläge zu bestimmten Vorsorgeuntersuchungen und Leistungen befinden, die der Versicherte mit seinem Arzt besprechen kann.

Wird eine Vorsorgeuntersuchung durchgeführt, lässt der Versicherte seinen Arzt einen Nachweis darüber ausfüllen und reicht diesen bei seiner privaten Kranken­versicherung ein. Diese erstattet dann die für die Vorsorge vorgesehene Summe an den Versicherungs­nehmer. Die Rechnung für die Vorsorgeuntersuchung bezahlt der privat Versicherte dann selbst und reicht sie nicht bei seinem Versicherer ein.

Kosten für Vorsorgeuntersuchungen

Private Kranken­versicherungen legen in den meisten Fällen fest, bis zu welcher Höhe Kosten für eine Vorsorgeuntersuchung, die keinen Einfluss auf den Gesundheits­bonus hat, erstattet werden. Liegen die realen Kosten für die Vorsorgeuntersuchung höher, beispielsweise weil eine zusätzliche Leistung vom Arzt erbracht wurde, muss der Patient diese Mehrkosten selbst zahlen, um weiterhin einen Anspruch auf den Gesundheits­bonus zu haben.

Auszahlung des Gesundheits­bonus

Ob und in welcher Höhe ein Gesundheits­bonus ausgezahlt wird, hängt vom Anbieter der privaten Kranken­versicherung und dem gewählten Tarif ab. In der Regel wird der Gesundheits­bonus dann im Laufe des Folgejahres an den Versicherten ausgezahlt und muss vorher nicht beantragt werden. Für das erste Versicherungs­jahr wird der Gesundheits­bonus entsprechend anteilig gezahlt. Das heißt, ist ein Versicherter zum 01.07. in die private Kranken­versicherung eingetreten, erhält er im Folgejahr die Hälfte des Gesundheits­bonus für sein erstes Versicherungs­jahr.

Gesundheits­bonus und Arbeitgeber

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Auch wenn der Arbeitgeber einen Arbeitgeberzuschuss zur privaten Kranken­versicherung zahlt, muss der ausgezahlte Gesundheits­bonus nicht mit diesem geteilt werden. Der Gesundheits­bonus steht alleine dem Versicherten zu.

Auszahlung erfolgt nachträglich

Besonders wichtig ist, dass Sie den Gesundheits­bonus nicht im Voraus in die zu zahlenden Beiträge einkalkulieren und aufgrund dessen eine private Kranken­versicherung abschließen. Denn der Gesundheits­bonus wird in den meisten Fällen erst nachträglich ausgezahlt und kann beispielsweise nach einem Leistungs­anspruch auch ganz wegfallen. Wählen Sie Ihre private Kranken­versicherung daher immer so, dass Sie die Beiträge auch ohne Gesundheits­bonus tragen können. Denn eine private Kranken­versicherung wird vor allem für den Fall abgeschlossen, dass man einmal krank wird und die bestmöglichen Leistungen braucht.

Gesundheits­bonus in der Steuer

Das Finanzamt berücksichtigt in der Einkommens­teuererklärung nur Beiträge zur privaten Kranken­versicherung steuermindernd, die vom Versicherten auch tatsächlich gezahlt wurden. Wird ein Gesundheits­bonus ausgezahlt, muss dieser im Jahr der Auszahlung in der Steuererklärung mit den gezahlten Beiträgen verrechnet werden. Hier lohnt es sich, im Vorfeld zu prüfen, ob sich die Auszahlung des Gesundheits­bonus lohnt oder ob dadurch steuerliche Nachteile entstehen können. Mehr Informationen zur privaten Kranken­versicherung in der Steuer erhalten Sie hier:

PKV in der Steuer

Fazit

Die Auszahlung eines Gesundheits­bonus in der privaten Kranken­versicherung kann sich lohnen, muss aber nicht immer sinnvoll sein. Privat Versicherte sollten sich im Vorfeld über die Voraussetzungen und Bedingungen ihres Versicherers informieren und individuell entscheiden, ob sie den Gesundheits­bonus in Anspruch nehmen wollen. Denn nicht immer werden Vorsorgeuntersuchungen komplett gezahlt und auch in der Steuererklärung kann sich ein ausgezahlter Gesundheits­bonus unter Umständen negativ bemerkbar machen.

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