Lohnt sich der Beihilfeergänzungstarif und wie können Beamte profitieren?

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von Munkhjin Enkhsaikhan
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Wieviel kostet ein Beihilfeergänzungstarif, was sollte er leisten und wie Sie als Beamter davon profitieren können.

Inhalt dieser Seite
  1. Was ist ein Beihilfeergänzungstarif?
  2. Wozu dient der Beihilfeergänzungstarif?
  3. Leistungen des Beihilfeergänzungstarifs
  4. Was kosten Beihilfeergänzungstarife?
  5. So schließen Sie den optimalen Tarif ab
  6. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Ein Beihilfeergänzungstarif schließt die Lücken, die die Beihilfe und die private Kranken­­versicherung (PKV) beim Kranken­schutz von Beamten hinterlassen können.
  • Es handelt sich dabei um Tarife extra für Beamte und um Zusatz­versicherungen zur Beihilfe.
  • Die Kosten für einen Beihilfeergänzungstarif beginnen bereits ab 10 € im Monat.

Kurzgefasst: Was ist der Beihilfeergänzungstarif der PKV?

Der Beihilfeergänzungstarif der privaten Kranken­­versicherungen ist ein Tarif, der die Lücken der Beihilfe und der privaten Kranken­­versicherung schließt. Der Dienstherr übernimmt durch die Beihilfe einen gewissen Teil der Krankheits­kosten, jedoch nicht für alle Leistungen. Auch ein PKV-Tarif für Beamte leistet nicht immer und zu 100 Prozent. Die Differenz müssten Sie als Beamter selbst tragen. Mit einem zusätzlichen Beihilfeergänzungstarif schützen Sie sich vor extra-Kosten. Wir erklären Ihnen in den folgenden Kapiteln, warum der Beihilfeergänzungstarif notwendig und was bei der Wahl des Tarifs wichtig ist.

Vorteil für Beamte: Gerade wegen der Beihilfe benötigen Sie prinzipiell keinen PKV-Volltarif. Die Restkosten­versicherung, auch Prozentualtarif oder Beamtentarif genannt, fällt daher deutlich günstiger aus. Es müssen schließlich nur die Restkosten der Beihilfe versichert werden.

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Wozu dient der Beihilfeergänzungstarif?

Beihilfeergänzungstarife können von Beamten abgeschlossen werden, um jene Krankheits­kosten abzusichern, die nicht vom Dienstherrn oder der eigenen PKV übernommen werden. Beihilfeberechtigte bekommen zwar von ihrem Dienstherren einen Teil der medizinischen Kosten durch die Beihilfe ersetzt, allerdings müssen sie einen Teil selbst zuzahlen. Diesen Teil können sie durch eine private Kranken­­versicherung absichern. Durch die Beihilfe und einen ergänzend abgeschlossenen PKV-Tarif sollen alle Kosten abgedeckt werden – so die Theorie. Dies ist in der Realität jedoch oft nicht der Fall.


Beihilfe und PKV bergen oft Leistungs­lücken

Die Beihilfe und der ergänzende PKV-Vertrag des Beamten haben oftmals nicht den gleichen Leistungs­umfang. Es kann also passieren, dass die Beihilfe zwar leistet, die PKV aber gerade für diese Behandlung keine Leistung vorsieht oder andersherum. Dann muss der Beamte diesen Teil letztendlich doch selbst zahlen.

Lücken in der Beihilfe

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Besonders die Beihilfe weist im Leistungs­bereich teilweise Lücken bzw. Einschränkungen auf. Welche Kosten durch die Beihilfe übernommen werden, ist in der gesetzlichen Beihilfeverordnung geregelt. Dort ist auch nachzulesen, an welchen Stellen die Leistungs­lücken zu finden sind. Problematisch ist außerdem, das diese Verordnung zukünftig noch verändert werden kann, das heißt, es können weitere Leistungen gestrichen werden.

Lücken in der PKV

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Der ergänzende Beamtentarif kann, je nach Tarifart, ebenfalls Leistungs­lücken oder Einschränkungen aufweisen. Der Leistungs­umfang der privaten Kranken­­versicherung ist im Bedingungswerk geregelt. Ein Vorteil bei dem PKV-Vertrag: Der Leistungs­umfang darf, anders als bei der Beihilfeverordnung, nicht einfach von der Versicherung geändert bzw. eingeschränkt werden. Da beide Tarife unterschiedliche Leistungs­einschränkungen aufweisen können, kommt es oft dazu, dass eben nicht 100 Prozent der Leistungen abgedeckt werden. Für diesen Fall wurde der Beihilfeergänzungstarif eingeführt.

Beihilfeergänzungstarif als Lösung

Da sowohl Beihilfe als auch PKV-Tarif unterschiedliche Leistungs­spektren bzw. -lücken aufweisen, kann man generell nicht davon ausgehen, dass in jedem Fall 100 Prozent der Kosten durch Beihilfe und PKV ersetzt werden. Diese Lücken treten unter anderem besonders oft in Bezug auf folgende Leistungs­bereiche auf:

  • Heilpraktiker­behandlungen
  • Brillen, Kontaktlinsen
  • Kuren
  • Zahnersatz
  • Reha

Die Leistungen der privaten Kranken­­versicherungen unterschiedet sich zwischen den einzelnen Anbietern und Tarifen stark. Zudem sehen die Beihilfeverordnungen in den verschiedenen Bundes­ländern unterschiedliche Regelungen vor. Aus diesem Grund bieten mittlerweile die meisten Kranken­­versicherungen Beihilfeergänzungstarife an, die eben diese Lücken, die von Beihilfe und PKV gelassen werden, teilweise oder komplett schließen können.

Experten-Tipp: Wahlleistungen zur Beihilfe sinnvoll

„Insbesondere für Beamte ist der sog. Beihilfeergänzungstarif sehr wichtig. Dieser schließt – kurz gesagt – noch einmal die Lücke zwischen der Beihilfe und der privaten Kranken­­versicherung.“

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Signatur von Robert Böhrk
Robert Böhrk
Berater

Leistungen des Beihilfeergänzungstarifs

Die Leistungen eines Beihilfeergänzungstarifes sind je nach Tarif unterschiedlich. Grundsätzlich sind Beihilfeergänzungstarife für Beamte vergleichbar mit privaten Kranken­zusatz­versicherungen, die anderen Versicherten offen stehen. Die meisten Tarife bieten die Übernahme der Kosten für folgende Leistungen an:

  • Zahnbehandlungen
  • Kurtagegeld
  • Kranken­haus­tagegeld
  • Ambulante Aufwendungen
  • Auslands­reisekranken­versicherung
  • Wahlleistungen wie Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung

Beispiel: So teilen sich Beihilfe, Ergänzungstarif und PKV die Behandlungs­kosten

Sie benötigen Zahnersatz und suchen einen Zahnarzt auf. Dieser rechnet seine Leistungen mit dem 3,5 fachen Satz der GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) ab. Sie erhalten zwei Inlays und zwei Goldkronen. Die Kosten belaufen sich auf 3.600 Euro. Sie erhalten als alleinstehender Beamter 50 Prozent Beihilfe, sind privat versichert und haben zusätzlich einen Beihilfeergänzungstarif abgeschlossen, der Zahnersatz einschließt.

Gesamtkosten der Behandlung3.600 €
Kostenübernahme durch Beihilfe (theoretisch 50 %,
jedoch gibt es laut Beihilfeverordnung Kürzungen im Bereich Zahnersatz,
so erstattet die Beihilfe hier nur 40 %)
1.440 €
Kostenübernahme PKV (80 %)1.152 €
Beihilfeergänzungstarif288 €
Ihr Eigentanteil0 €

Ohne Beihilfeergänzungstarif hätten Sie einen Eigenanteil von 288 Euro gehabt.

Was kostet ein Beihilfeergänzungstarif?

Da der Beihilfeergänzungstarif lediglich die Krankheits­kosten versichert, die nach Beihilfe und PKV noch übrig bleiben, sind die Kosten für den Beamten überschaubar. So betragen die Kosten für einen Beihilfeergänzungstarif für einen 35-jährigen Beamten für den Bereich Einzelzimmer und Chefarztbehandlung zwischen 10 und 20 Euro im Monat. Beachten Sie, dass diese Kosten zu den Kosten für die PKV für Beamte hinzukommen.

Kosten PKV-Voll­versicherung211 €
Kosten Beihilfeergänzungstarif 15 €
Gesamtkosten226 €

Die genauen Kosten des Beihilfeergänzungstarifs sind jedoch von mehreren Faktoren abhängig, beispielsweise von:

  • Alter bei Versicherungs­beginn
  • Vorerkrankungen
  • konkreten Leistungen, die abgedeckt werden
  • konkrete Beihilfeverordnung

Die Kosten steigen stark an, wenn der Tarif von einem älteren Versicherungs­nehmer abgeschlossen wird. Mit 55 Jahren zahlt man zwischen 30 und 50 Prozent mehr für einen Beihilfeergänzungstarif als mit 35.

Mehr zur privaten Kranken­­versicherung im Alter

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So schließen Sie den optimalen Beihilfeergänzungstarif ab

Weil die Beihilfeergänzungstarife weder inhaltlich noch preislich gleich sind, sollte man vor dem Abschluss genau vergleichen, welche Tarife das beste Preis-Leistungs­-Verhältnis bieten und ob der Leitungsumfang zu den individuellen Bedürfnissen und den Leistungs­lücken der Beihilfe und des PKV-Vertrags passt.

Den eigenen Bedarf prüfen

Zunächst sollte sich der Versicherte einen Überblick darüber verschaffen, welche Leistungen bzw. Leistungs­lücken die Beihilfe und der persönliche PKV-Vertrag aufweisen. Dazu muss zum einen die Beihilfeverordnung des entsprechenden Bundes­landes und das Bedingungswerk des persönlichen PKV-Vertrags überprüft werden. Wenn es in bestimmten Bereichen Lücken gibt, dann sollte hier der Ergänzungstarif greifen.

Nutzen Sie die Hilfe von unseren Experten

Wer sich in diesem Bereich unsicher fühlt, oder wem dies schlicht zu viel Aufwand ist, der kann sich von einem unserer kompetenten Experten unterstützen lassen. Diese überprüfen, welche Lücken bestehen und suchen diejenigen Tarife heraus, die in Bezug auf das Preis-Leistungs­-Angebot am besten zu dem Versicherten passen.


Beihilfeergänzungstarife im Test

Unabhängige Testberichte können Ihnen als erste Orientierung bei der Wahl passender Angebote dienen. Im Juli 2016 hat Stiftung Warentest letztmals Beihilfeergänzungstarife für Beamte auf ihr Preis-Leistungs­-Verhältnis hin überprüft. Getestet wurden dabei 53 Tarife, Modellkunde war ein 35-jähiger Beamter. Die Experten zeigten auf, welche Zuschüsse durch die Ergänzungstarife erwartet werden können und ob sich dementsprechend der Abschluss eines solchen Vertrags lohnt. Den kompletten Report finden Sie hier. Falls Sie sich für allgemeine Testberichte zu Tarifen der privaten Kranken­­versicherung interessieren, haben wir die aktuellsten Testberichte hier für Sie zusammengefasst:

PKV im Test: Aktuelle Testsieger (2021)

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Fazit

In vielen Fällen lohnt sich der Abschluss eines Beihilfeergänzungstarifs. Die Versicherungs­prämien sind überschaubar und Sie als Beamter bleiben geschützt vor jeglichen zusätzlichen Kosten. Denn die Beihilfe und auch die PKV für Beamte übernehmen in der Praxis nicht immer 100 Prozent aller Kosten. Achten Sie jedoch unbedingt drauf, dass Ihr Beihilfeergänzungstarif auf Ihren Bedarf zugeschnitten ist. Prüfen Sie vor dem Abschluss genau, ob und in welchen Leistungs­bereichen die Notwendigkeit eines Ergänzungstarifs besteht.

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