Private Kranken­­versicherung im Alter

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von Lara Claussen
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Mit welchen Kosten für die private Kranken­­versicherung Sie im Alter rechnen müssen und wie Sie diese senken können

Inhalt dieser Seite
  1. Ist die PKV im Alter unbezahlbar?
  2. PKV Kosten im Alter
  3. Beitrags­­entlastungen der PKV
  4. 5 Tipps: Beiträge im Alter sparen
  5. Ist ein Wechsel in die GKV sinnvoll?
  6. Fazit

Das Wichtige in Kürze

  • Die private Kranken­­versicherung gilt im Alter als teuer – die Kosten lassen sich jedoch eindämmen.
  • Neben dem Beitrags­entlastungstarif haben PKV-Versicherte die Möglichkeit, mit Hilfe von Altersrückstellungen ihre Kosten zu senken.
  • Darüber hinaus gibt es noch weitere Möglichkeiten, im Alter Beiträge zu reduzieren.
  • Eine Rückkehr in die gesetzliche Kranken­kasse ist im Alter jedoch oft schwierig und nicht immer möglich.

Ist die private Kranken­­versicherung im Alter nicht mehr bezahlbar?

Die private Kranken­­versicherung hat den Ruf, im Alter teuer zu werden. Gerade für PKV-Versicherte in Rente steigen die Kosten mit Beginn des Ruhestandes an. Grund dafür ist für Angestellte unter anderem der wegfallende Arbeitgeberanteil (Selbständige und Freiberufler mussten ihre Versicherung bereits vorher vollständig selbst tragen). Wer im Rentenalter in die PKV wechseln möchte, muss ebenfalls mit höheren Beitrags­kosten rechnen. Vor allem Risikofaktoren oder Vorerkrankungen beeinflussen die Höhe der monatlichen PKV-Kosten. Dennoch muss eine private Kranken­­versicherung im Alter nicht immer zur Bürde werden.


Alter und Gesundheit beeinflussen die Beiträge

Die private Kranken­­versicherung kalkuliert ihre Versicherungs­prämien aufgrund des Alters und des Gesundheits­zustands eines Versicherten. Das Eintrittsalter hat deshalb einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der Beiträge. Ist der Versicherte mit Risikofaktoren oder Vorerkrankungen belastet, muss er außerdem mit einem Risikozuschlag rechnen.

Mit dieser Beitrags­kalkulation will sich der Versicherer frühzeitig vor enormen Kostenerstattungen im Alter schützen. Letztlich verlagert der Versicherer damit das Kostenrisiko teilweise auf den Versicherten.

Kosten der privaten Kranken­­versicherung im Alter

Die Kosten einer privaten Kranken­­versicherung sind im Alter vor allem dann hoch, wenn ein Neuvertrag abgeschlossen wird. Das heißt, gesetzlich Versicherte, die erst mit 50 Jahren in die PKV wechseln und bereits Vorerkrankungen haben, müssen mit vergleichsweise hohen Beiträgen rechnen. Wer jedoch bereits seit vielen Jahren privat versichert ist, muss sich – mit einem guten Vertrag – keine Sorgen wegen hoher Versicherungs­kosten im Alter machen. Mit einem guten Beitrags­entlastungstarif und den angesparten Altersrückstellungen können die Beiträge im Alter sogar sinken.

Mehr zu den Kosten der Privaten Kranken­­versicherung


Rechenbeispiel: Kosten im Alter

Die Beitrags­kosten für PKV-Neukunden ab 50 Jahren können je nach Anbieter und Tarif stark variieren. Um zu verdeutlichen mit welchen monatlichen Kosten Sie rechnen müssen, haben wir verschiedene Angebote anhand eines Modellkunden erstellt.

Modellkunde – Neuvertrag:

Geschlecht: weiblich
Geburtsdatum: 15.03.1968
Beruf: Arbeitnehmerin
Jahreseinkommen: 66.000 Euro
Selbstbeteiligung: 600 Euro
Vorerkrankungen: Keine

Beitrags­kosten
(insgesamt)
Eigenanteil
(abzgl. Arbeitgeberzuschuss)
Anbieter 1ab 758,85 Euroab 379,42 Euro
Anbieter 2ab 793,56 Euroab 396,78 Euro
Anbieter 3ab 803,07 Euroab 401,53 Euro

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Diese Beitrags­entlastungen bietet die private Kranken­­versicherung im Alter

Die privaten Kranken­­versicherer haben freiwillig und aufgrund gesetzlicher Vorgaben verschiedene Stellschrauben eingeführt, die dafür sorgen sollen, dass die PKV im Alter nicht zu teuer wird. Ab einem Alter von 60 Jahren fallen verschiedene Zusatzkosten weg und langfristige Vorsorge­­maßnahmen wie die Beitrags­entlastung beginnt zu greifen, sodass die Beiträge im Alter bei geschickter Planung sogar sinken können. Dies gilt allerdings vor allem für Bestandskunden.

Zeitpunkt Änderung
Alter: 60Der gesetzlich festgelegte 10-Prozent-Zuschlag entfällt.
Alter: 65Die Mittel aus den Alterungsrückstellungen führen zu einer Stabilisierung der Beiträge.
RentenbeginnBeitrag für ein versichertes Kranken­tagegeld entfällt.
RentenbeginnBezieher einer gesetzlichen Rente, erhalten auf Antrag einen Kostenzuschuss in Höhe von 7,95 Prozent ihres Rentenanspruchs.
RentenbeginnVersicherungs­beiträge reduzieren sich, wenn ein Beitrags­entlastungstarif abgeschlossen wurde, der mit Rentenbeginn greift.

Was sind Altersrückstellungen?

Um frühzeitig gegen zu hohe Beiträge im Alter vorzusorgen, bilden die Anbieter von privaten Kranken­­versicherungen sog. Alterungsrückstellungen. Dafür werden die individuellen Kosten der privaten Kranken­­versicherung so kalkuliert, dass die Versicherten in jungen Jahren etwas mehr bezahlen als notwendig wäre, um die durchschnittlich zu erwartenden Ausgaben im Alter decken zu können. Denn diese steigen in der Regel zunehmend an, da Versicherte im Alter verstärkt Gesundheits­leistungen in Anspruch nehmen.

Was passiert mit den Altersrückstellungen bei einem PKV-Wechsel?

Wer seine PKV-Tarif wechseln möchte, sollte sich dies gut überlegen. Denn die Altersrückstellungen gehen dabei häufig verloren. Ob und wie viel der Altersrückstellungen verloren gehen, hängt vom Zeitraum des Vertragsabschlusses ab. Wer seine private Kranken­­versicherung vor dem 1. Januar 2009 abgeschlossen hat, verliert sämtliche Altersrückstellungen. Kunden, die nach dem 1. Januar 2009 einen PKV-Vertrag abgeschlossen haben, können einen Teil ihrer Rückstellungen mitnehmen. Dieser entspricht der Höhe der Rückstellungen, die der Versicherungs­nehmer angesammelt hätte, wäre er die ganze Zeit im Basistarif versichert gewesen.

Häufige Fragen zum Thema Beitrags­entlastung im Alter

Was ist ein Beitrags­entlastungstarif?

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Für den Beitrags­entlastungstarif zahlt der Versicherte einen zusätzlichen Beitrag, der verzinslich angelegt wird. Das so angesparte Guthaben wird im Alter für eine garantierte Senkung der Beiträge verwendet. Die Beitrags­entlastungstarife unterscheiden sich je nach Anbieter.

Lohnt sich ein Beitrags­entlastungstarif im Alter?

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Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantwortet. Grundsätzlich kommt der Beitrags­entlastungstarif einem Sparvertrag gleich, der dazu dient die Beitrags­kosten im Alter gering zu halten. Leider fällt die damit verbundene Verzinsung häufig sehr niedrig aus. Sinnvoll ist der Beitrags­entlastungstarif vor allem für privatversicherte Angestellte. Hier können Arbeitgeber einen Teil der Kosten übernehmen. Zudem ist der Beitrags­entlastungstarif steuerlich absetzbar.

Was sollte beim Beitrags­entlastungstarif beachtet werden?

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Grundsätzlich gilt für einen Beitrags­entlastungstarif folgendes:

Je früher ein solcher Tarif abgeschlossen wird, desto günstiger sind die Beiträge. Die garantierte Beitrags­senkung erfolgt i. d. R. mit Rentenbeginn. Der Zeitpunkt kann aber auch vorverlegt oder nach hinten verschoben werden. Je nach Anbieter liegt die Ermäßigung zwischen 60 und 100 Prozent der Versicherungs­beiträge. Die Höhe des Zusatzbeitrags kann nachträglich angepasst werden. Die Kosten für den Beitrags­entlastungtarif müssen für die gesamte Laufzeit der Versicherung gezahlt werden. Also auch, wenn die Beitrags­entlastung aktiv ist. Der Beitrag kann vom Arbeitgeber bezuschusst werden und ist im Rahmen der Kranken­kassenbeiträge steuerlich absetzbar. Die Beitrags­reduzierung in der Rente ist steuerfrei.

Was ist der gesetzliche 10-Prozent-Zuschlag?

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Um zusätzlich eine Beitrags­entlastung für die private Kranken­­versicherung im Alter zu garantieren, führte der Gesetzgeber den 10-Prozent-Zuschlag ein. Der Zuschlag muss i. d. R. zwischen dem 22. und 60. Lebensjahr gezahlt werden und ist für alle Neuversicherten seit 1. Januar 2000 verbindlich. Wer bereits vorher privat versichert war, konnte der Anwendung des 10-Prozent-Zuschlags widersprechen. Anderenfalls erfolgte eine schrittweise Einführung.

PKV Beiträge senken – 5 Tipps

Neben den allgemeinen Entlastungsmöglichkeiten der PKV, haben private Versicherte noch weitere Optionen, um ihre Beitrags­kosten im Alter zu senken. Wir haben die wichtigsten 5 Tipps einmal für Sie zusammengefasst:

Selbstbeteiligung erhöhen

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Durch die Erhöhung der Selbstbeteiligung lassen sich zum Teil erhebliche Beitrags­reduzierungen erreichen. Allerdings sollten Versicherte beachten, dass sie dann einen größeren Anteil an den Behandlungs­kosten selbst zahlen müssen. Hinzu kommt, dass eine spätere Reduzierung des Selbstbehalts schwierig werden kann, wenn der Versicherer beispielsweise eine erneute Gesundheits­prüfung fordert.

Leistungen reduzieren

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Die Versicherungs­beiträge können auch reduziert werden, indem man auf bestimmte Leistungen verzichtet. Dafür bieten sich beispielsweise Leistungen wie die Unterbringung im Einzelzimmer und Chefarztbehandlung an. Inwiefern solche freiwilligen Leistungs­ausschlüsse in Ihrem konkreten Tarif möglich sind, können Sie mit Ihrem Versicherungs­makler oder direkt mit ihrem Anbieter besprechen.

Mehr zu den Leistungen der privaten Kranken­­versicherung

Wechsel in den Basis- bzw. Standardtarif

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Der Wechsel in den Basis- bzw. Standardtarif ist für Versicherte jederzeit möglich. Basis- und Standardtarif bieten ein ähnliches Leistungs­niveau, welches dem der gesetzlichen Kranken­­versicherung entspricht. Sie unterscheiden sich allerdings in den Zugangsvoraussetzungen und den Kosten.

Mehr zum Basistarif der privaten Kranken­­versicherung

Wechsel in gleichwertigen, aber günstigeren Tarif

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Laut § 204 des Versicherungs­vertragsgesetzes haben Versicherte das Recht innerhalb der Versicherungs­unternehmens in einen günstigeren Tarif mit gleichartigen Leistungen zu wechseln – wenn ein solcher Tarif zur Verfügung steht. Der Versicherer ist verpflichtet den Kunden dahingehend zu beraten. Er darf bei einem solchen internen Wechsel auch keine neue Gesundheits­prüfung verlangen oder neue Wartezeiten festlegen.

Mehr zu private Kranken­­versicherung wechseln

Beitrags­rückerstattung

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Handelt es sich um einen Tarif mit Beitrags­rückerstattung, erhalten Sie einen Teil Ihrer Versicherungs­beiträge zurück, wenn Sie keine Leistungen in Anspruch nehmen. Werden mehrere Jahre hintereinander keine Leistungen in Anspruch genommen, steigt die Höhe der Beitrags­rückerstattung. So können bis zu sechs Monatsbeiträge zurückerstattet werden, was einer Einsparung von 50 Prozent der Kosten bedeutet. Allerdings ist diese Variante der Kostenreduzierung i. d. R. eher für junge Versicherte realisierbar.

Mehr zur Beitrags­rückerstattung in der privaten Kranken­­versicherung

Wichtig: Jede Beitrags­anhebung berechtigt zum Wechsel

Sobald der Anbieter der privaten Kranken­­versicherung im Alter eine Beitrags­anhebung geltend macht, steht dem Versicherten ein Wechselrecht nach § 204 des Versicherungs­vertragsgesetzes zu. Der Versicherer muss den Versicherten auf dieses Recht hinweisen. Bei Versicherten über 60 Jahren muss außerdem ein Angebot für einen Wechsel in einen gleichwertigen Tarif mit günstigeren Beiträgen angeboten werden. Dieser Tarif kann auch höhere Leistungen enthalten. Dann ist es dem Versicherer auch gestattet dafür eine Gesundheits­prüfung zu verlangen. Alternativ kann der Versicherte den Ausschluss dieser Leistungen vom Versicherungs­schutz fordern.

PKV im Alter nicht mehr bezahlbar – Ist ein Wechsel in die GKV sinnvoll?

Um steigenden Beitrags­kosten in der private Kranken­­versicherung zu entgehen, möchte viele Privatversicherte zurück in GKV wechseln. Dies ist allerdings nur bedingt möglich und kommt für viele Versicherungs­nehmer ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr in Frage. Es ist daher viel mehr eine Frage der Machbarkeit als eine Frage der Sinnhaftigkeit.

Grundsätzlich können Sie nur in die gesetzliche Kranken­kasse zurück wechseln, wenn Sie mindestens 90 Prozent der zweiten Hälfte Ihres Erwerbs­lebens in der GKV pflichtversichert waren. In dem Fall werden die Kranken­kassen-Beiträge abzüglich eines Zuschusses aus der Rente berechnet. Ansonsten ist eine Rückkehr in die GKV ab dem 55. Lebensjahr ausgeschlossen.

PKV-Versicherten bleibt häufig nur der Wechsel innerhalb der eigenen privaten Kranken­­versicherung. Ermöglicht wird diese durch das sogenannte Versicherungs­vertragsgesetz (VVG). Mehr zum Thema GKV Wechsel im Alter erfahren Sie hier:

Mehr zur privaten Kranken­­versicherung für Rentner

Fazit

Für die private Kranken­­versicherung im Alter lässt sich folgendes festhalten: Ja, die Beiträge steigen, das muss die PKV allerdings nicht unbezahlbar machen. Privatversicherte haben verschiedene Möglichkeiten ihre Beiträge im Alter zu senken. Die wichtigsten Tipps haben wir hier noch einmal kurz zusammen gefasst:

  • Wechsel in gleichwertigen, aber günstigeren Tarif
  • Wechsel in den Standard-/Basistarif
  • Beitrags­rückerstattung nutzen
  • Altersrückstellungen ansammeln
  • Beitrags­entlastungstarif wählen
  • Selbstbeteiligung erhöhen
  • Leistungs­umfang reduzieren

Grundsätzlich lohnt es sich, sich frühzeitig zu überlegen, wie Sie die Beiträge für die PKV im Alter finanzieren wollen. Setzen Sie sich dafür unbedingt mit Ihren Tarif­bedingungen auseinander und ziehen Sie ggf. einen Tarifvergleich zu Rate. Dieser gibt Ihnen einen guten Überblick über die Leistungen und Kosten eines PKV-Tarifs sowie die Entlastungsmöglichkeiten im Alter. Nutzen Sie dafür gern unser kostenfreies Formular:

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Katharina Tennius
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