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Berufsunfähigkeitsversicherung und Migräne

Wann zahlt die Versicherung & ist man mit Migräne noch versicherbar?
Das Wichtigste in Kürze
  • Migräne kann bis zur Berufsunfähigkeit führen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt vor finanziellen Einbußen.
  • Ob der Abschluss einer Berufs­unfähig­keits­versicherung mit Migräne möglich ist, hängt von der individuellen Risikoprüfung der Versicherer ab.
  • Eine anonyme Risikovoranfrage hilft, Ihre Chancen vorher ein­zuschätzen. Für den Antrag sollten Sie ärztliche Befunde bereit halten.
  • Auch den Leistungsfall bei Berufsunfähigkeit wegen Migräne prüft die Versicherung genau.

Migräne als Ursache für Berufsunfähigkeit

Etwa 10 bis 15 % der Erwachsenen weltweit leiden unter Migräne. Die Attacken umfassen weit mehr als nur Kopfschmerzen: Bei vielen Betroffenen gehen die Anfälle mit einer Aura einher, neuro­logischen Symptomen wie Lichtblitzen oder ein Flimmern vor den Augen. Gerüche verursachen Übelkeit, die Augenlider sind schwer, Geräusche und Licht verstärken die ohnehin schon schweren Kopfschmerzen. Viele Betroffenen halten es während der Attacken nur im abgedunkelten Zimmer aus.

Migräne schränkt nicht nur im Alltag ein, sondern beeinträchtigt auch die Arbeitsleistung. Die Schmerzklinik Kiel geht davon aus, dass pro Jahr rund 650.000 Arbeitstage aufgrund von Migräne­attacken verloren gehen. Häufig auf­tretende Migräne­anfälle können bis zur Berufs­unfähigkeit führen. Diese geht mit erheb­lichen finanziellen Einschnitten einher. Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) können Beschäftige ihre Existenz absichern. Vor dem Abschluss einer BU steht jedoch eine ausführliche Risikoprüfung. Ob Migränepatienten ein Versicherungsschutz gewährt wird, hängt von der Schwere der Erkrankung und den Bedingungen der einzelnen Versicherer ab.

… mehr zu den Ursachen für Berufsunfähigkeit

Millionen von Menschen leiden unter Migräne
Informationen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) zufolge sind in Deutschland rund 3,7 Millionen Frauen und 2 Millionen Männer von Migräne betroffen. Am häufigsten tritt Migräne in der Alters­gruppe der 35- bis 45-jährigen auf. Die Hälfte der Betroffenen erleidet eine Attacke pro Monat. Bei jedem zehnten Migränepatienten sind es vier oder mehr Attacken (Quelle).

Berufsunfähigkeitsver­siche­rung trotz Migräne möglich?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung erlaubt es Ihnen, im Versicherungsfall Ihren Lebensstandard zu halten. Sollten Sie wegen der Migräne bestimm­ten Voraussetzungen nach nicht mehr arbeiten können, zahlt Ihnen der Versicherer eine Berufsunfähigkeitsrente. Bevor Sie eine Versicherung abschließen können, führen die Versicherer jedoch eine ausführliche Risiko­prüfung durch. Ob Sie trotz Migräne eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, hängt unter anderem von der Schwere der Erkrankung ab.

Das fragt der Versicherer

Zu diesem Zweck müssen Sie im Antrag zahlreiche Gesundheitsfragen beantworten. Bezüglich der Migräne handelt es sich i. d. R. um folgende:

„Bestehen oder bestanden in den letzten X Jahren Krankheiten, Unfallfolgen oder körperliche Schäden des Gehirns (auch Migräne, Kopfschmerzen [mehr als 12-mal im Jahr oder länger als 48 Stunden], Demenz) oder der Nerven (auch Epilepsie, Lähmung, Multiple Sklerose)?“

Beantworten Sie diese Frage mit „Ja“, müssen Sie im Antrag weitere Angaben machen. Dazu gehören etwa Einzelheiten zur Diagnose, Medikation, Dauer der Behandlung sowie die behandelnden Ärzte.

Anhand der Gesundheitsfragen möchten die Versicherer ihr Risiko bei Aufnahme des Antragstellers einschätzen. Die Risiko­überprüfung soll verhindern, dass die Versicherung aufgrund einer bestehenden oder sich anbahnenden Krankheit Leistungen zahlen muss. Treten regelmäßig schwere Migräneattacken auf, die ein- oder sogar mehrmals im Monat zu Arbeits­ausfällen führen, ist der Versicherung das Risiko eventuell zu hoch und sie lehnt die Aufnahme in die Berufs­unfähig­keits­ver­sicherung ab.
Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten
Die Angst vor einer Ablehnung der Berufsunfähigkeitsversicherung ist groß. Dennoch sollten Sie sich nicht dazu verleiten lassen, eventuelle Vor­er­krankungen zu verschweigen. Beantworten Sie die Gesundheitsfragen in jedem Fall ehrlich und geben Sie alle ärztlichen Behandlungen an. Stellt die Versicherung bei Eintritt des Leistungsfalls fest, dass Sie im Aufnahmeantrag falsche Angaben gemacht haben, kann sie die Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente verweigern. Denn dann haben Sie Ihre vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt.
… mehr zu Gesundheitsfragen in der BU

So bewerten BU-Versiche­rer die Vorerkrankung Migräne

Auch mit Migräne bestehen Chancen auf die Aufnahme in eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Risikoprüfung der Versicherer erfolgt individuell. So kann es durchaus sein, dass ein Versicherer Migränepatienten ablehnt, während ein anderer Versicherte mit Migräne unter gewissen Einschränkungen aufnimmt. Wieder andere Versicherer schließen den Vertrag trotz bestehender Migräneerkrankung ohne Ein­schränkungen ab.

Grundsätzlich gilt: Eine leichte Migräne (meistens ohne Aura, teilweise aber auch mit Aura) wird häufig unter normalen Bedingungen an­genommen. Bei häufigen Migräneattacken oder einer schweren Migräne stellen Versicherer oftmals Rückfragen und holen sich genauere Angaben ein. Die Annahme von BU-Antragstellern mit Migräne ist jedoch wie bei vielen Vor­er­krankungen eine Einzelfallentscheidung.

Genaue Angaben & ärztliche Befunde
Im Verlauf der Risikoprüfung wird der Versicherer vermutlich genaue Angaben darüber wünschen, wie häufig Ihre Migräneattacken auftreten und wie schwer diese ausfallen. Machen Sie so genaue Angaben wie möglich und legen Sie Ihrem Antrag auch medizinische Befunde mit bei. In aller Regel wird die Versicherung ohnehin einen Bericht oder eine Prognose Ihres Arztes zu Ihrer Migräneerkrankung anfordern. Eine genaue und saubere Aufarbeitung Ihrer Gesundheitshistorie mit entsprechenden Belegen durch aktuelle ärztliche Stellung­nahmen hilft der Versicherung, sich ein genaues Bild über die Situation zu machen. Umso leichter kann sie einschätzen, ob und unter welchen Bedingungen eine Aufnahme in Frage kommt.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit Risikozuschlag oder Leistungs­ausschluss

Liegen beim Abschluss der BU Vorerkrankungen wie eine Migräne vor, kann der Versicherungsvertrag unter Umständen nur mit gewissen Einschränkungen geschlossen werden. Werden Ihnen verschiedene Varianten angeboten (etwa von verschiedenen Versicherern), sollten Sie genau abwägen, welche Situation für Sie günstiger ist. Wenn Sie Hilfe dabei benötigen, betreut Sie auch gern einer unserer Versicherungsexperten.

Erhebt die Versicherung einen Risikozuschlag, zahlen Ver­sicherungs­nehmer höhere Beiträge. Tritt der Versicherungsfall ein, erhält er die volle vereinbarte Summe ausbezahlt.
Wird ein Leistungsausschluss vereinbart, erhalten die Versicherungsnehmer nur dann eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn die Berufsunfähigkeit nicht auf seine Migräne zurückzuführen ist.

… mehr zur BU trotz Vorerkrankung

Anonyme Risikovoranfrage
Lehnt ein Versicherer Ihren Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung ab, wird dies in einer bundesweiten Datenbank gespeichert. Das kann den Abschluss eines Vertrages bei einer anderen Versicherungsgesellschaft beschweren. Bevor Sie selbst Anträge bei mehreren Versicherungen stellen, lassen Sie besser eine anonyme und unverbindliche Risikovoranfrage durch einen unserer unabhängigen Versicherungsmakler durchführen. Dabei wird ein Antrag auf BU mit all Ihren Gesundheitsdaten, jedoch ohne Ihren Namen an mehrere Versicherer gesendet. Somit bekommen Sie eine erste Einschätzung, wie Ihre Chancen auf Versicherungsschutz auf dem BU-Markt mit Migräne sind.

So können wir Ihnen helfen

Gerade Menschen mit Vorerkrankungen sollten sich beim Abschluss einer Be­rufs­unfähig­keits­versicherung helfen lassen. Wir haben hauseigene Versicherungsexperten, die sich auf die BU spezialisiert haben. Seit mehreren Jahren beraten und betreuen sie die verschieden­sten Kunden. Nutzen Sie diese Erfahrung. Im Artikel zur Risikovoranfrage in der BU finden Sie ein Formular, welches Sie uns ausgefüllt zurückschicken können. Daraufhin wird sich ein BU-Berater an die anonyme Voranfrage für Sie machen.

… mehr zur Risikovoranfrage
Möchten Sie direkt einen Vergleich aktueller BU-Angebote, können wir Ihnen ebenfalls damit helfen. Kontaktieren Sie uns für eine ausführliche Beratung unter 030 – 120 82 82 8 oder unter kontakt@transparent-beraten.de oder über unser kostenfreies Vergleichsformular. In einem Gespräch kann der BU-Experte mit Ihnen zusammen ermitteln, welche Anbieter und Tarife infrage kommen würden. Auch hilft er Ihnen mit dem Antrag und der Gesundheitsprüfung, damit Sie umfassend abgesichert sind – trotz Migräne.

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Berufsunfähigkeitsrente aufgrund von Migräne: Wann zahlt die Ver­sicherung?

Berufsunfähigkeit besteht, wenn Sie Ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit über einen Zeitraum von sechs Monaten oder länger zu mindestens 50 % nicht mehr nachkommen können. Beantragen Sie eine Berufsunfähigkeitsrente aufgrund von Migräne, wird Ihr Versicherer genau prüfen, ob ein Leistungsfall vorliegt. Denn so schwer Migräne­attacken auch sind, sie gehen wieder vorüber. Eine Berufsunfähigkeit aufgrund von Migräne erfordert daher ausführliche ärztliche Stellungnahmen zum Grad der Berufsunfähigkeit sowie zur Prognose. Dem Leistungsantrag sollten Sie daher alle nötigen Unterlagen direkt beifügen.

… mehr zum Leistungsantrag

Abstrakte Verweisung ausschließen

Zu den möglichen Klauseln des Ver­sicherungs­vertrags gehören die konkrete und abstrakte Verweisung. Die konkrete Verweisung zählt zu den Standardklauseln und besagt, dass die Versicherung keine Be­rufs­unfähig­keits­rente zahlen muss, wenn der Versicherte freiwillig einer anderen Tätigkeit nachgeht.

Die abstrakte Verweisung sieht vor, dass Versicherungsnehmer zunächst auf eine andere berufliche Tätigkeit verwiesen werden. Eine Berufsunfähigkeitsrente erhält der Versicherte erst, wenn er auch anderen beruflichen Tätigkeiten nicht mehr nachkommen kann. Beide Klauseln zur Verweisung sollten beim Vertrags­abschluss ausgeschlossen werden.

… mehr zur abstrakten Verweisung
Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.11.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Maja Sommerhalder
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