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Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung und Krebs

Beim Abschluss einer Be­rufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung nach dem Krebs muss man meist mit einer Ablehnung rechnen.
Das Wichtigste in Kürze
  • Es besteht ein sehr hohes Risiko, wegen Krebserkrankungen berufsunfähig zu werden.
  • Eine gute Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung (BU) leistet sowohl bei Krebserkrankungen als auch bei Folgeerkrankungen.
  • Bei der Erkrankung an Krebs können Versicherungsnehmer mit einem vereinfachten Nachweis einmalige Leistungen für 15 Monate bekommen.
  • Wer nach einer ausgestandenen Krebserkrankung eine Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung abschließen möchte, muss meist mit einer Ablehnung rechnen.
  • Eine Dread-Disease-Versicherung stellt in diesem Fall eventuell eine Alternative dar.

Krebs als Ursache für Be­rufs­un­fähig­keit

Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2017 stellt Krebs die dritthäufigste Ursache für Be­rufs­un­fähig­keit dar. Mehr als 15 Prozent aller Ver­sicherungs­nehmer können aufgrund einer Krebserkrankung ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen. Lediglich psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Skelett- und Be­wegungs­apparates sind noch häufiger für eine Be­rufs­un­fähig­keit verantwortlich.

Be­rufs­un­fähig­keit häufig durch Therapie und Folgeerkrankungen

Eine Krebserkrankung zieht zwar nicht unbedingt den dauerhaften Ausstieg aus dem Berufsleben nach sich, viele Patienten durchlaufen jedoch eine intensive Therapie. Während dieser Zeit müssen sie beruflich kürzer treten, in einigen Fällen können sie ihrer Tätigkeit zeitweise gar nicht mehr nachgehen. Nach einer erfolgreichen Therapie führen eventuell Spätfolgen des Tumors und der Behandlung dazu, dass eine sofortige Rückkehr in den Beruf nicht möglich ist. Auch psychische Erkrankungen, etwa durch die Angst vor wieder­kehrenden Tumoren, können die Arbeits­fähigkeit beeinträchtigen.

Mögliche Folgeerkrankungen der Krebstherapie
  • Herzschwäche bis hin zum Herzinfarkt
  • Unfruchtbarkeit
  • Eingeschränkte Lungenfunktion
  • Nervenschäden
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Kognitive Einschränkungen durch Bestrahlung des Gehirns
  • Zweittumore als Spätfolgen der Behandlung
  • Depressionen

Krebsrisiko steigt – private BU hilft finanziell

Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass im Jahr 2016 etwa 492.000 Menschen neu an Krebs erkrankt sind. Medizinischen Experten zufolge soll die Zahl der Neuerkrankungen in den kommenden Jahren noch zunehmen. Ohne ausreichende Absicherung geht eine Be­rufs­un­fähig­keit aufgrund von Krebs mit großen finanziellen Einbußen daher. Eine private Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung oder auch eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung springen ein, wenn Sie nicht mehr arbeiten können – unabhängig von gesetzlichen Vorgaben.

… mehr zu den Ursachen für Berufsunfähigkeit

Wann zahlt die Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung bei Krebs?

In vielen Fällen kann Krebs heute geheilt werden. Ob der alte Beruf nach einer ausgestandenen Krebserkrankung noch ausgeübt werden kann, ist jedoch oft fraglich. Zumindest in der ersten Zeit nach der Behandlung müssen viele Betroffene kürzer treten. Private Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ungen leisten in der Regel bei Krebserkrankungen, wenn sie ihren Definitionen des Krankheitsbildes entsprechen.

So definieren Versicherer Krebserkrankungen

Wie BU-Versicherer die Erkrankung an Krebs genau definieren, ist meist in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen zur Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung fest­gehalten. Eine mögliche Definition – und somit Bedingung für die BU-Leistungen – liest sich beispielsweise so:

„Wir leisten, wenn der Versicherte an Krebs erkrankt und ein Facharzt einen der folgenden Punkte bestätigt:

  • Der Versicherte hat eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie begonnen oder sie steht unmittelbar bevor.
  • Eine Operation von Krebs führt dazu, dass:
    • der Versicherte lebenslang Medikamente einnehmen muss oder
    • ein Grad der Behinderung des Versicherten festgestellt wird oder
    • eine dauerhafte Einschränkung der Berufsfähigkeit des Versicherten vorliegt.
  • Der Versicherte befindet sich wegen der Schwere der Krebserkrankung in einer palliativen Therapie.“

Wie erhalte ich Leistungen aus meiner BU?

Können Sie Ihrer zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr zu mindestens 50 Prozent nachkommen, zahlt die Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung eine Be­rufs­un­fähig­keits­rente aus. Außerdem muss die Be­rufs­un­fähig­keit für mindestens sechs Monate bestehen oder seit sechs Monaten vorliegen. Eine gute Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung deckt dabei nicht nur die Krebserkrankung selbst ab. Ein Rentenanspruch besteht auch bei Folgeschäden, wenn diese dazu führen, dass Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Als Nachweise sind zusammen mit dem Leistungsantrag ausführliche Atteste des behandelnden Arztes einzureichen. Der Mediziner bestätigt den Grad der Be­rufs­un­fähig­keit und stellt eine Prognose, für wie lange Sie Ihrer Arbeit voraussichtlich fern bleiben werden.

… mehr zum Thema „Wann ist man berufsunfähig?“

Abstrakte Verweisung ausschließen
Möchten Sie gut abgesichert sein, achten Sie darauf, beim Versicherungs­abschluss die sogenannte abstrakte Verweisung auszuschließen. Enthält der Ver­sicherungs­vertrag eine Klausel zur abstrakten Verweisung, kann der Versicherer Sie auch bei bestehender Krebserkrankung dazu auffordern, einem alternativen Beruf nachzugehen. Bei Ausschluss der abstrakten Verweisung zahlt die Versicherung dagegen, wenn Sie Ihren aktuellen Beruf nicht mehr zu 50 Prozent ausüben können.
… mehr zur abstrakten Verweisung

Besondere BU-Leistungen bei Diagnose Krebs

Wenn der Versicherungsnehmer an Krebs erkrankt, leistet der BU-Versicherer in Form einer sofortigen, einmaligen Leistung und der gängigen Leistungen der Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung. Die Bedingungen und Beantragung dieser Leistungen sind bei der Krebserkrankung im Versicherungsvertrag festgehalten.

Bei einer Krebserkrankung reicht ein vereinfachter Nachweis der BU-Diagnose aus. Dieser besteht i. d. R. lediglich aus einem onkologischen Bericht eines Facharztes. Der Bericht muss u. a. den genauen Zeitpunkt der Diagnose, die Art und Ausbreitung der Krebserkrankung sowie den Behandlungsplan enthalten. Welche Nachweise genau gefordert werden, bestimmt der Versicherer. Der Leistungs­antrag bei Krebserkrankung muss innerhalb von 6 Monaten nach Diagnose beim Versicherer eingehen. Nach eingehender Prüfung entscheidet dieser dann, ob Zahlungen an den Erkrankten erfolgen.

Voraussetzung für den vereinfachten Nachweis ist jedoch, dass die Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung nicht im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge geschlossen wurde, und, dass der BU-Vertrag bereits seit mind. 6 Monaten besteht.

Die Sofortleistung bei Krebs erbringt der Versicherer für einen bestimmten Zeitraum, i. d. R. für 15 Monate. In diesen 15 Monaten ist der gleichzeitige Bezug von BU-Leistungen nicht möglich. Leistungen wegen Be­rufs­un­fähig­keit müssen dann noch einmal separat beantragt werden, am besten schon während der 15 Monate. Der Versicherer prüft dann noch einmal, ob Berufsunfähigkeit im Sinne der Ver­trags­bedingungen vorliegt und zahlt die Be­rufs­un­fähig­keits­rente nach Ablauf der 15 Monate aus.
Wer nach ausgeheilter Krebserkrankung in den alten oder in einen neuen Beruf zurückkehren möchte, wird vom BU-Versicherer i. d. R. unterstützt. Der Versicherer zahlt dann eine einmalige Starthilfe, die sog. Wie­der­ein­gliederungs­hilfe, in Höhe von 3, 6 oder 12 Monatsraten. Oftmals ist dies an die Bedingung gebunden, dass die Leistungs­dauer für die BU-Rente noch einige Monate lang besteht, z. B. 12 Monate.
… mehr zu den Leistungen einer BU

Ist der Abschluss einer BU trotz Krebs noch möglich?

Wer eine Krebserkrankung ohne finanzielle Hilfe bei Be­rufs­un­fähig­keit durchgestanden hat, wünscht sich danach meist eine gute Absicherung. Nach ausgeheilter Krebserkrankung ist es jedoch schwierig, eine Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung abzuschließen. Bei vielen Krebserkrankungen besteht die Gefahr, dass die Tumore einige Zeit nach der Behandlung zurückkehren. Krebs sehen die meisten Versicherungen daher als zu großen Risikofaktor an und lehnen BU-Antrage häufig ab. Auch ein bereits Jahre zurückliegendes, erfolgreich behandeltes Krebsleiden kann zur Ablehnung führen.

BU-Risiko wird individuell und sehr genau geprüft

Die Versicherer führen vor Vertragsabschluss eine gründliche Risikoprüfung durch. Dabei müssen Sie alle Krankheiten aus den vergangenen fünf, bei stationären Aufenthalten aus den letzten zehn Jahren angeben. Die Gesundheitsfragen sollten in jedem Fall wahrheitsgemäß beantwortet werden. Stellt die Versicherung im Leistungsfall Falsch­angaben fest, kann sie die Auszahlung der BU-Rente verweigern.

Ganz unmöglich ist der Abschluss einer Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung nach überstandener Krebserkrankung jedoch nicht. Die Versicherungen schätzen das Risiko individuell ein. Gerade Krebs hat sehr viele unterschiedliche Er­scheinungs­formen. Abhängig von der Schwere und dem Grad der Erkrankung kann ein Anbieter daher doch zu dem Schluss kommen, dass eine Versicherung möglich ist, z. B. durch einen Risikozuschlag oder den Ausschluss der Leistung bei Krebs.

… mehr zum Thema „BU abgelehnt – was tun?“
Das fragen die Versicherer beim Antrag

„Wurde eine Krebserkrankung festgestellt (bösartiger Tumor, Leukämie, Lymphome)?“

Achtung: Hierbei handelt es sich um eine zeitlich unbefristete Frage. Anders als bei der Abfrage anderer Erkrankungen und Beschwerden kann man hier nicht auf die verschiedenen Betrachtungszeiträume der Versicherer von 5 oder 10 Jahren hoffen. Eine vergangene Krebserkrankung ist also in jedem Fall anzugeben und mit weiteren Dokumenten zu belegen.

… mehr zu den Gesundheitsfragen in der BU

Führen Sie eine anonyme Risiko­voranfrage durch

Anträge auf Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung werden ins zentrale Verzeichnis der Versicherer, dem Hinweis- und Informationssystem (HIS) – aufgenommen. Sind dort bereits einige Ablehnungen zu finden, wird es deutlich schwieriger, einen Vertrag abzuschließen. Wurden Sie in der Vergangenheit wegen Krebs behandelt, sollten Sie vor dem Antrag auf Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung eine anonymisierte Risiko­voranfrage stellen. Dabei erhalten die Versicherungen lediglich die Gesundheitsdaten, nicht aber die persönlichen Daten des Antrag­stellers. So kann ermittelt werden, ob und unter welchen Konditionen eine Versicherung bei verschiedenen Anbietern möglich ist.

Wenden Sie sich hierzu gern an uns. Unsere erfahrenen BU-Experten wissen, worauf es beim Antrag auf Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung mit Krebserkrankung ankommt. Auch können wir für Sie eine anonyme Risikovoranfrage durchführen. Kontaktieren Sie uns unter 030 – 120 82 82 8 oder unter kontakt@transparent-beraten.de. Sie können uns auch über das kostenlose Vergleichs­formular Ihre Anfrage senden. Wenn Sie möchten, dann schicken Sie uns das ausgefüllte Formular zur Risikovoranfrage schon einmal zu. Dieses finden Sie im Beitrag zur „Risikovoranfrage in der BU“.

… mehr zur Risikovoranfrage (inkl. Formular)

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Gibt es Alternativen zur Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung?

Krebsversicherung

Immer mehr Versicherer bieten heute eine sogenannte Krebsversicherung an. Diese Policen zahlen eine zuvor vereinbarte Summe aus, wenn der Versicherungsnehmer an Krebs erkrankt. Die Versicherungsbedingungen legen dabei fest, welche Arten und Stadien von Krebs einen Leistungsfall darstellen. Als Alternative zur Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung eignet sich eine Krebsversicherung jedoch nur bedingt. Die BU bietet einen weit größeren Leistungsumfang: Versichert ist neben Krebs auch die Be­rufs­un­fähig­keit aufgrund jeder weiteren Erkrankung, ebenso sind Folgeerkrankungen mit eingeschlossen.

… mehr zur Krebsversicherung

Dread-Disease-Versicherung

Die Dread-Disease-Versicherung zahlt einmalig eine zuvor vereinbarte Summe aus, wenn der Versicherungsnehmer an einer schweren Krankheit erkrankt. Jeder Versicherungsanbieter erstellt dabei einen individuellen Katalog von schweren Erkrankungen, die sich versichern lassen. Krebserkrankungen ab einem gewissen Schweregrad gehören i. d. R. dazu. Das Geld erhalten Sie unabhängig davon, ob Sie noch arbeiten können und wie lange die Erkrankung dauert.

Anders als die BU ersetzt die Dread-Disease-Versicherung nicht den Einkommensausfall im Krankheitsfall. Außerdem sind eben nicht alle Krankheiten versichert. Noch dazu ist eine Dread-Disease-Versicherung vergleichsweise teuer. Mit der Höhe der Versicherungssumme steigen auch die monatlichen Beiträge. Eine Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung ist daher die bessere Wahl.

… mehr zur Dread-Disease-Versicherung

Wann die Dread-Disease-Versicherung die bessere Wahl ist

Wer allerdings weder eine Be­rufs­un­fähig­keits­ver­sicher­ung noch eine Er­werbs­un­fähig­keits­ver­siche­rung abschließen kann, erhält mit einer Dread-Disease-Versicherung wenigsten einen finanziellen Ausgleich bei schweren Erkrankungen. Mit der einmalig ausgezahlten Summe lassen sich zum Beispiel laufende Finanzierungen decken. Selbständige können das Geld auch verwenden, um den Betrieb am Laufen zu halten.

Was letztendlich die beste Wahl ist, hängt von der persönlichen Situation ab. Am besten lassen Sie sich umfassend beraten. Unsere Experten zur Arbeitskraft- und Existenzabsicherung können Ihnen helfen, die optimale Absicherung für sich zu finden. Kontaktieren Sie uns telefonisch unter 030 – 120 82 82 8 oder per E-Mail unter kontakt@transparent-beraten.de

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.08.2020 aktualisiert.
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Müni Enkhsaikhan
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