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Leistungsantrag für die Berufs­unfähigkeitsver­sicherung

Wichtig beim Leistungsantrag auf BU-Rente ist die lückenlose Schilderung Ihres Falles
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Leistungsantrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist der Antrag auf die Berufs­unfähigkeitsrente. Sie stellen ihn, wenn Sie Leistungen aus Ihrer BU beziehen wollen.
  • Der Versicherer prüft anhand des Leistungsantrags, ob Anspruch auf BU-Rente besteht und in welcher Höhe Sie Leistungen erhalten.
  • Lassen Sie sich von den engen formalen Vorgaben des Leistungs­antrags nicht verunsichern und schildern Sie Ihren Fall genau, sachlich und logisch nachvoll­ziehbar.
  • Reichen Sie Ihren Leistungsantrag möglichst inklusive aller erfor­derlichen Unterlagen ein.
  • Ihre Versicherung wird Kontakt zu Ihren Ärzten aufnehmen wollen. Es empfiehlt sich jedoch, lediglich eine beschränkte Schweige­pflicht­ent­bindung abzugeben.

Wie sieht der Leistungs­antrag auf Berufs­unfähig­keits­rente aus?

Sind Sie berufsunfähig geworden und möchten Leistungen beziehen, müssen Sie dies Ihrem Versicherer gegenüber zunächst nachweisen. Dazu dient der Leistungsantrag.

Bevor der Versicherer eine Berufs­unfähig­keits­rente (BU-Rente) auszahlt, wird genau geprüft, ob tatsächlich ein Leistungs­anspruch gegeben ist. Dafür muss die sogenannte 50 Prozent-Regel erfüllt sein: Der Versicherungsnehmer kann nur noch 50 Prozent der vor Eintritt der Berufs­unfähig­keit ausgeübten Tätigkeit verrichten. Laut Branchenverband GDV werden rund ein Viertel aller Anträge auf BU-Rente abgelehnt. Damit Ihnen das nicht passiert, gilt es, den Leistungsantrag für die Berufs­unfähig­keits­ver­sicherung sorgfältig und gewissenhaft auszufüllen.

Der Leistungsantrag besteht aus Formularen und Fragebögen, deren Aufbau und Inhalt jeder Versicherer individuell gestaltet. Er kann bis zu 20 Seiten und mehr umfassen. Nehmen Sie sich für das Ausfüllen dieser Formulare auf jeden Fall ausreichend Zeit. Fehlerhafte und unvollständige Angaben können dazu führen, dass sich die Auszahlung der BU-Rente verzögert. Im schlimmsten Fall wird der Leistungsantrag abgelehnt.

Von den Formalien nicht verunsichern lassen
Oft macht der Leistungsantrag der Ver­sicherungs­gesell­schaften enge formale Vorgaben oder besteht nur aus einem Fragebogen, der kaum Raum für persön­liche Ausführungen lässt. Lassen Sie sich von solchen Vorgaben nicht ver­unsichern. Benötigen Sie mehr Platz, um Ihren individuellen Fall zu schildern, nutzen Sie zusätzliche Blätter. Bleiben Sie dabei möglichst sachlich und beschränken Sie sich auf relevante Informationen, die Ihre Versicherung zur Bearbeitung des Falles wissen muss.
… mehr zur Berufsunfähigkeitsrente


Wann müssen Sie den Leistungsantrag ein­reichen?

Wichtig für eine problemlose Bewilligung der Berufs­unfähig­keit­srente ist auch der Zeitpunkt, zu dem Sie Ihren Leistungsantrag ausfüllen und einreichen. Eine gute Versicherung zahlt die Leistungen rückwirkend zum Eintritt der Berufs­unfähig­keit. Idealerweise füllen Sie den Antrag erst aus, wenn alle erforderlichen Unter­lagen vorliegen und Sie Ihren Fall lückenlos schildern können.

Zu früh ist ein Antrag auch gestellt, wenn Sie noch Krankengeld beziehen und dieses den Anspruch aus der Berufsunfähigkeitsversicherung über­steigt. Warten Sie daher, bis Ihre Kranken­versicherung die Arbeitsunfähigkeit beendet und eine vorliegende Berufsunfähigkeit bestätigt.

Unterlagen für den Leistungsantrag

Zusammen mit Ihrem Leistungsantrag müssen Sie eine Reihe von Unterlagen einreichen. Ist Ihr Antrag unvollständig, wird Ihre Versicherung die fehlenden Angaben nachfordern, die Sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums nachreichen müssen. Holen Sie daher alle erforder­lichen Unterlagen zum Nachweis so früh wie möglich ein.

In der Regel verlangen die Versicherungen folgende Belege:

  • Ausführliche Erklärung über Ursache, Beginn und Art der Berufsunfähigkeit
  • Detaillierte Berichte der behandelnden Ärzte zum Grad und der voraus­sichtlichen Dauer der Berufs­unfähigkeit, zum Status quo der Erkrankung sowie eine Prognose über den Verlauf der Beschwerden
  • Angaben zu Ihrer ausgeübten beruf­lichen Tätigkeit zum Eintritt der Berufsunfähigkeit inklusive genauer Zeitangaben, am besten in tabellarischer Darstellung
Aus der Tätigkeitsbeschreibung sollte für die Versicherung ersichtlich sein, welche Teil­tätigkeiten untrennbar mit einem Gesamt­vorgang verbunden sind. Mit einem steifen Knie können Sie zum Beispiel noch Bürotätigkeiten verrichten. Eventuell setzen diese Büro­tätigkeiten jedoch andere Auf­gaben voraus, etwa Ortsbegehungen, die Sie krankheitsbedingt nicht mehr ausüben können. Dieser Zusammenhang muss aus Ihrer Tätigkeitsbeschreibung hervorgehen.

Welche möglichen Fall­stricke gibt es beim Ausfüllen des Leistungs­antrags?

Widersprüchliche oder gar falsche Angaben im Leistungsantrag führen dazu, dass die Versicherung die BU-Rente kürzt oder überhaupt keine Leistungen auszahlt. Ihre Angaben im Leistungsantrag zur BU-Rente sollten daher mit den Angaben über­einstimmen, die Sie bereits gegenüber anderen Versicherungen, etwa Ihrer Kranken­versicherung, gemacht haben. Darüber hinaus müssen Ihre Angaben zu den Informationen Ihrer Ärzte passen, und zwar für die letzten zehn Jahre. Alle Angaben zu Ihrer beruflichen Tätigkeit sollten zudem von Ihrem Arbeitgeber bestätigt werden können. Stehen Ihre Aussagen im Konflikt mit dem Arbeitsrecht, wird das kaum ein Arbeitgeber gerne zugeben.

Stellen Sie einen Leistungsantrag auf BU-Rente, wird Ihre Versicherung Ihre Angaben prüfen und dazu auch Kontakt mit Ihren behandelnden Ärzten aufnehmen. Damit Ihre Versicherung die nötigen Informationen einholen kann, müssen Sie Ihre Ärzte von der Schweigepflicht entbinden. Zu diesem Zweck haben Sie oft schon beim Abschluss Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung eine Schweigepflichtentbindung ausgefüllt. Spätestens bei der Antragstellung zur BU-Rente wird Ihre Versicherung eine solche Schweigepflichtentbindung verlangen.

Achten Sie genau darauf, welche Art von Schweigepflichtentbindung Sie gewähren:

  • Die umfassende Schweige­pflicht­entbindung: Ihr Versicherer darf pauschal bei allen Ihren Ärzten Informationen einholen, ohne Sie vorher darüber informieren zu müssen.
  • Die beschränkte Schweige­pflicht­entbindung: Ihr Versicherer darf erst Informationen von Ihren Ärzten einholen, wenn Sie für jeden Arzt eine separate Einverständnis geben.

Mit einer beschränkten Schweige­pflicht­ent­bindung behalten Sie die Kontrolle über Ihre Gesundheitsdaten und können mit Ihrem Arzt besprechen, welche Informationen er an die Versicherung weitergibt.

Um Rückfragen zu klären und fehlende Informationen einzuholen, rufen viele Versicherungen bei den Antragstellern an. Am besten geben Sie am Telefon jedoch keine Auskunft, sondern bitten darum, die Fragen schriftlich zu beantworten. Das gibt Ihnen mehr Zeit, die Antworten zu formulieren und mit den restlichen Unter­lagen abzustimmen. Zudem Sind diese Angaben dann sicherer und rechts­verbindlicher, als mündliche Aussagen.

Weitere Fragen zum BU-Leistungsantrag

Wie lange es dauert, bis Ihr Leistungsantrag bearbeitet und Sie die BU-Rente ausgezahlt bekommen, hängt natürlich von der Ver­siche­rungs­gesell­schaft und deren inter­nen Abläufen ab. Grundsätzlich leistet jede gute BU auch rückwirkend. Das heißt: Auch wenn die Prüfung länger dauern sollte, wird die BU-Rente rückwirkend ab Beginn der Berufsunfähigkeit gezahlt.

Die Experten von Franke und Bornberg ermittelten in ihrer Studie zur BU-Leistung der Versicherer 2018, dass im Jahr 2016 bei den untersuchen Gesellschaften ca. 150 Tage vergingen, bis auf das Eintreffen der BU-Anzeige mit dem Versand der Ent­scheidung reagiert wurde. Dabei nehmen sich die Versicherer für eine Ablehnung des BU-Leistungsantrags mehr Zeit, als für eine positive Rückmeldung (Quelle).

Zu beachten ist jedoch, dass an der langen Bearbeitungsdauer nicht allein der Ver­sicherer Schuld ist. Franke und Bornberg erläutern in Ihrer Untersuchung, dass häufig Versicherungsnehmer den Leistungs­antrag zwar stellen, jedoch den Fragebogen nicht ausgefüllt wieder zurück­senden oder nur mit starker Verzögerung. Und auch dies ist nicht Verschulden des Versicherten allein: Rück­fragen bei allen Ärzten, einholen aller Unterlagen und das Ausfüllen des umfang­reichen Fragebogens können viel Zeit kosten.

Natürlich kann Ihr Leistungsantrag auf BU-Rente auch abgelehnt werden. Haben Sie alle nötigen Unterlagen fristgemäß ein­gereicht und alles geschildert, kann der BU-Versicherer dennoch aus verschiedenen Gründen ablehnen:

Die Experten von Franke und Bornberg ermitteln in ihrer BU-Leistungsstudie 2018, dass insgesamt 76 Prozent aller Leistungsanträge auf Berufs­un­fähig­keits­rente anerkannt werden. Nur knapp 24 Prozent werden abgelehnt. Dies bedeutet: 3 von 4 berufsunfähigen Versicherten erhalten ihre BU-Rente (Quelle).


Am besten schon vor Abschluss der BU be­raten lassen

Der Leistungsantrag für die Berufs­unfähig­keits­ver­sicherung ist äußerst komplex. Von einer positiven Prüfung hängt zudem Ihre zukünftige finanzielle Versorgung ab. Entsprechende Sorgfalt sollten Sie beim Ausfüllen walten lassen. Viele Versicherungen bieten Be­troffenen an, sie beim Ausfüllen des Leistungs­antrags zu unterstützen. Dabei sollten Sie sich jedoch bewusst sein, dass Ver­sicherungs­unter­nehmen in erster Linie darauf bedacht sind, keine unnötigen Leistungen zahlen zu müssen.

Auf der sicheren Seite stehen Sie, wenn Sie sich bereits vor Abschluss der Versicherung von uns beraten und betreuen lassen. Unsere BU-Experten helfen Ihnen nicht nur dabei, den richtigen Tarif und die besten Konditionen zu finden, sondern unterstützen Sie auch bei der allem, was nach Vertragsabschluss kommt. Dazu gehört auch die Bearbeitung des Leistungsantrags. Haben Sie Interesse an einer BU? Dann kontak­tieren Sie uns unter 030 – 120 82 82 8 oder unter kontakt@transparent-beraten.de. Oder nutzen Sie unser kostenfreies Vergleichsformular, um Ihren persönlichen Tarifvergleich anzufordern.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 09.03.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Claudia Täubner
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