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Förderung der betrieblichen Altersvorsorge

So profitieren Sie von der staatlichen Förderung
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Staat unterstützt die be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge (bAV) mit verschiedenen För­de­rungs­maß­nah­men.
  • So können Arbeitnehmer über die bAV 4 % So­zi­al­ver­si­cher­ungs­bei­trä­ge und 8 % Steuern in Abzug bringen. Davon profitiert auch der Arbeitgeber.
  • Arbeitgeber sparen zudem Steuern, wenn sie in die bAV von Ge­ring­ver­die­nern investieren.
  • Weiter fördert der Staat die bAV in der Aus­zah­lungs­pha­se, über die Riester-Rente und den Ar­beit­ge­ber-Zuschuss.
  • Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie von der Förderung in der bAV am meisten profitieren.

Wie fördert der Staat die be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge?

Die gesetzliche Rente reicht oft nicht dazu aus, den Lebensstandard im Alter zu halten. Mit der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge (bAV) können Arbeitnehmer ihre Rentenlücken schließen. Sie wird auch als zweite Säule des deutschen Vorsorgesystems bezeichnet, die der Staat mit verschiedenen Förderungen unterstützt.

Diese hat er in der Vergangenheit sogar noch ausgebaut, damit möglichst viele Angestellte mit der bAV fürs Alter vorsorgen. Möglich sind steuerliche Vorteile, verpflichtende Arbeitgeber-Zuschüsse und Förderungen für Geringverdiener.

Wer hat Anspruch auf die Förderung?
  • Befristet und unbefristet angestellte Mitarbeiter
  • Teilzeit-Mitarbeiter
  • Minijobber
  • Auszubildende
  • Geschäftsführer 
… mehr zur betrieblichen Altersvorsorge

Unser Service und unsere Tipps für Sie

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie von der Förderung in der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge am besten profitieren, beraten wir Sie gerne. Unsere Experten sind unter 030 – 120 82 82 8 oder kontakt@transparent-beraten.de erreichbar. In diesem Beitrag lesen Sie mehr zu unserem Service in der bAV.

Denn oft ist es Mitarbeitern unklar, bei welcher bAV-Form welche Förderung in Frage kommt, sagt unser Spezialist für betriebliche Altersversorgung Tim Vogler: „Verwirrung gibt es auch häufig beim Thema verpflichtende Arbeitgeber-Zuschüsse.“ Denn nicht immer habe ein Angestellter das Anrecht auf einen Zuschuss von 15 %: „Etwa wenn er zu viel verdient.“

Doch auch Arbeitgeber können etwas dazu beitragen, um ihren Mitarbeitern die maximale Förderung zu ermöglichen, sagt Vogler: „Etwa wenn sie ihnen die bAV über die Durchführungswege Di­rekt­ver­si­cher­ung und Un­ter­stütz­ungs­kas­se gleichzeitig anbieten. So können Arbeitnehmer zwei Mal So­zi­al­ver­si­cher­ungs­bei­trä­ge von 4 % in Abzug bringen.“ Allerdings sei nicht jedes Unternehmen bereit, die bAV über die Un­ter­stütz­ungs­kas­se abzuwickeln: „Dies gilt es zu respektieren.“


Förderung bei den Steuern und So­zi­al­ab­ga­ben

Wer einen Teil seines Gehalts in eine Di­rekt­ver­si­cher­ung, Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder das Sozialpartnermodell der betrieblichen Altersvorsorge einzahlt, profitiert von einer Förderung bei den Steuern und So­zi­al­ab­ga­ben. Über die Ent­gelt­um­wand­lung können Arbeitnehmer 8 % ihres Lohnes ohne Abzug von Steuern und 4 % ohne Abzug von So­zi­al­ab­ga­ben in die bAV investieren.

Allerdings gibt es dabei eine Grenze, die sich nach der Bei­trags­be­mess­ungs­gren­ze der gesetzlichen Rentenversicherung West richtet und sich jährlich ändert. 2020 können demnach monatlich 552 und jährlich 6.624 Euro steuerfrei in die Betriebsrente fließen. Der sozialabgabefreie Anteil beiträgt monatlich 276 Euro und jährlich 3.312 Euro.

Auch der Arbeitgeber profitiert

Unbegrenzt ist der steuerfreie Anteil bei den Durchführungswegen Un­ter­stütz­ungs­kas­se und der Direktzusage. Sie eignet sich deshalb besonders für Gutverdiener, deren Gehalt über der Bei­trags­be­mess­ungs­gren­ze der gesetzlichen Rentenversicherung liegt. Bei den So­zi­al­ab­ga­ben liegt die Grenze wie bei den anderen Durchführungswegen bei 4 %.

Die So­zi­al­ab­ga­ben reduzieren sich auch beim Arbeitgeber durch die Ent­gelt­um­wand­lung. Und zwar genau so wie beim Mitarbeiter um etwa 20 %. Denn der Arbeitgeber zahlt weniger Lohnnebenkosten, wenn ein Teil des Bruttogehaltes in die bAV fließt.

… mehr zu den Steuern in der bAV
Was ist die Bei­trags­be­mess­ungs­gren­ze?

Als Bei­trags­be­mess­ungs­gren­ze (BBG) wird der maximale Bruttolohnbetrag bezeichnet, auf dem Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung West abgezogen werden. Sie ändert sich jedes Jahr und liegt 2020 bei 82.800 Euro West. Angestellte können von diesem Betrag  8 % steuerfrei und 4 % sozialabgabenfrei  in die bAV investieren.


Förderung für Ge­ring­ver­die­ner

Mit der Einführung des Be­triebs­ren­ten­stär­kungs­ge­setzes (BRSG) von 2018 hat der Staat Maßnahmen getroffen, damit die betriebliche Altersvorsorge auch für Geringverdiener attraktiver wird. Dazu müssen aber Arbeitgeber 240 bis 480 Euro in die bAV von ihren Mitarbeitern einzahlen, die maximal 2.200 Euro brutto im Monat verdienen.

Im Gegenzug erstattet der Staat den Arbeitgebern 30 % dieses Zuschusses. Das heißt, sie können bei der der nächsten Lohnsteuermeldung bis 144 Euro in Abzug bringen. Um davon zu profitieren, muss es sich aber um eine reine arbeitgeberfinanzierte bAV handeln. Der Mitarbeiter hat kein Recht auf diese Art der Förderung.

Freibeträge auf die Grund­si­cher­ung in der Aus­zah­lungs­pha­se

Auch im Alter profitieren Geringverdiener von der Förderung der bAV, sofern sie Leistungen aus der Grund­si­cher­ung erhalten. Auf diese wird die Betriebsrente bis zu einem Freibetrag von rund 200 Euro nicht angerechnet.


Förderung der Ries­ter-bAV

Angestellte können auch die Förderung der Riester-Rente im Rahmen der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge in Anspruch nehmen. Dabei profitieren sie von Zulagen und Steuervorteilen. Das Riestern stellt eine Alternative oder Ergänzung zur klassischen bAV dar. Insbesondere für Mitarbeiter, die aufgrund eines geringen Einkommens wenig Steuern zahlen, ist dies attraktiv. Denn sie sparen über die klassische bAV vergleichsweise wenig Steuern und So­zi­al­ver­si­cher­ungs­bei­trä­ge.

Abgewickelt wird die Riester-Förderung in der bAV über eine Di­rekt­ver­si­cher­ung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds. Während die Mitarbeiter-Beiträge bei der klassischen bAV aus dem Bruttogehalt geleistet werden, werden sie bei der Riester-bAV aus dem Nettogehalt finanziert – also nach Abzug von Steuern und So­zi­al­ab­ga­ben.

Auf diese Einzahlungen gewährt der Staat dafür jährlich eine Grundzulage von 175 Euro und pro Kind eine Zulage von 300 respektive 185 Euro. Im Alter müssen auf die Leistungen der Riester-bAV keine So­zi­al­ab­ga­ben, sondern nur Steuern bezahlt werden.

… mehr zur Riester-Rente

Förderung durch den Arbeitgeber-Zu­schuss

Bei der be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge über die Ent­gelt­um­wand­lung ist der Arbeitgeber ab 2022 verpflichtet, einen Zuschuss von 15 % zu leisten, soweit er durch die Umwandlung Lohnnebenkosten einspart. Für neu abgeschlossene Verträge gilt diese Pflicht schon seit 2019. Der Zuschuss ist ein Ausgleich für die So­zi­al­ab­ga­ben, die das Unternehmen durch die Ent­gelt­um­wand­lung einspart.

Diese Pflicht gilt für die Durch­führ­ungs­we­ge Di­rekt­ver­si­cher­ung, Pensionsfonds, Pensionskasse und Sozialpartnermodell. Nicht aber für die Un­ter­stütz­ungs­kas­se und die Direktzusage.

… mehr zum Arbeitgeber-Zuschuss

Förderung beim Job­wech­sel

Beim Jobwechsel darf der Arbeitnehmer bei den Durchführungswegen Di­rekt­ver­si­cher­ung, Pensionsfonds und Pensionskasse seine unverfallbaren Ansprüche aus der Betriebsrente mitnehmen. Der Staat fördert dies durch eine steuerfreie Übertragung.

Diese gilt auch für die Un­ter­stütz­ungs­kas­se und Direktzusage. Allerdings haben Angestellte hier kein Anrecht darauf, dass der neue Arbeitgeber diese Formen der bAV weiterführt. Die erworbenen Anwartschaften bleiben aber trotzdem erhalten.

… mehr zur bAV beim Jobwechsel
Förderung, wenn das Arbeitsverhältnis vorübergehend ruht

Das Arbeitsverhältnis kann vorübergehend ruhen, etwa bei einem Stellenwechsel, Arbeitseinsatz im Ausland, der Elternzeit oder einem Sabbatical. Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, die Beiträge bis zu zehn Jahren in die betriebliche Altersvorsorge steuerfrei nachzuzahlen. Pro Kalenderjahr betragen die steuerfreien Beitrage 8 % der aktuellen Bei­trags­be­mess­ungs­gren­ze.


Förderung durch Schutzmaßnahmen

Bei Arbeitslosigkeit muss ein Versicherter nicht um seine be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge fürchten. Sie ist genauso wie viele andere Rentenversicherungen Hartz-IV-sicher. Anders ist dies beim übrigen Vermögen. Der Staat verlangt, dass Bezieher von Arbeitslosengeld II dieses zunächst aufbrauchen.

Die Betriebsrente ist auch abgesichert, falls der Arbeitgeber Insolvenz anmeldet. Bei den Durchführungswegen Direktzusage, Un­ter­stütz­ungs­kas­se und Pensionsfonds springt der Pensionssicherungsverein (PSVaG) ein. Nicht betroffen von der Insolvenz sind Pensionskassen und Di­rekt­ver­si­cher­ung, da sie bei externen Vorsorgeeinrichtungen abgewickelt werden. Wenn diese Versorgungseinrichtungen Pleite gehen, muss der Arbeitgeber einspringen.


Förderung in der Auszahlungsphase

Wird die Betriebsrente im Alter ausbezahlt, muss sie versteuert werden. Immerhin fällt der Steuersatz bei der Auszahlung meistens geringer aus. Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung müssen zudem auf die Leistungen den vollen Beitrag zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Das sind rund 18 %.

Hier gibt es aber seit 2020 eine Art Förderung in Form eines Freibetrages von 159,25 Euro. Nur auf die Betriebsrente, die diese Summe übersteigt, müssen Kassenbeiträge errichtet werden.

… mehr zur Auszahlung der bAV
Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.11.2020 aktualisiert.
Über den Autor
Maja Sommerhalder
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