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Entgeltumwandlung

Die Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge: So profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber davon.
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei der Entgeltumwandlung zahlen Arbeitnehmer einen Teil ihres Gehaltes in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ein.
  • Dadurch sparen Arbeitnehmer und Arbeitgeber Steuern- und Sozialabgaben.
  • Seit 2019, resp. ab 2022 muss der Arbeitgeber einen Teil seiner Einsparungen zurückzahlen, indem er dem Arbeitnehmer Zuschüsse gewährt.
  • Ob sich die Entgeltumwandlung wirklich lohnt, muss abgewogen werden. Denn im Alter werden auf die Leistungen Steuern und Sozialabgaben fällig. Zudem verkleinert sich die gesetzliche Rente.
  • In der bAV ist die Brutto– und Netto-Entgeltumwandlung möglich. Bei ersterem werden die Beiträge vom Bruttogehalt abgezogen, bei letzterem vom Nettogehalt.

Was ist eine Entgeltumwandlung?

Arbeitnehmer haben in der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) seit 2002 das Recht auf  Entgeltumwandlung. Sie wird auch Gehalthaltsumwandlung oder selten Lohnumwandlung genannt. Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren dabei von staatlicher Förderung.

Dazu zahlt der Arbeitnehmer einen Teil seines Bruttogehaltes in die betriebliche Altersvorsorge ein. Die Beiträge sind aber begrenzt. Der Anspruch besteht bei den Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionsfonds, Pensionskasse und „Sozialpartnermodell“ bis zu einer Höhe von 8% (steuerfrei) und bis zu 4% (sozialversicherungsfrei).

Dieser Anteil wird aber bei Gehältern nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung abgezogen (im Jahr 2019: 80.400 Euro West bzw. 73.800 Euro Ost pro Jahr). Die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung liegt im Jahr 2019 bei 54.450 Euro pro Jahr. Das bedeutet, 2019 können monatlich höchstens 268 Euro steuerfrei und 536 Euro sozialabgabefrei in die bAV eingezahlt werden. Pro Jahr sind dies 6432, respektive 3216 Euro.

Unbegrenzte Beiträge bei der Unterstützungskasse und Direktzusage

Bei den Durchführungswegen Direktzusage sowie Unterstützungskasse sind die steuerfreien Beiträge unbeschränkt. Bei den Sozialversicherungsbeiträgen liegt die Grenze wie bei den übrigen bAV-Formen bei 4 %. Daher lohnen sich die Direktzusage sowie Unterstützungskasse vor allem für gutverdienende Arbeitnehmer.

Mindestbeiträge in die bAV

Laut Betriebsrentengesetz gibt es einen Mindestbeitrag bei der Entgeltumwandlung, der sich jedes Jahr ändert. So müssen 2019 jährlich mindestens  233,63 Euro oder monatlich 19,47 Euro in die bAV geleistet werden, damit man von staatlicher Förderung profitiert.

… mehr zur betrieblichen Altervorsorge

Wie lassen sich durch die Entgeltumwandlung Steuern und Sozialabgaben sparen?

Indem Arbeitnehmer Lohnanteile in die bAV einzahlen, verringert sich ihr Bruttogehalt und somit Steuern und Sozialabgaben – bei den Sozialabgaben liegt das Sparpotential bei 20 Prozent. So zahlen Arbeitnehmer mehr in den Vorsorgevertrag ein, als ihnen netto an Einkommen fehlt. Wie hoch das Sparpotential ist, veranschaulicht folgende Beispielrechnung:

Steuervorteil durch Entgeltumwandlung mit einem bAV-Beitrag von 200 Euro monatlich

Ohne EGU* Mit EGU* Ersparnis
Monatsbrutto 3.000 € 2.800 €
Einkommensteuer 605 € 565 €  40 €
Sozialabgaben 439 € 386 €  53 €
Monatsnetto 1.956 € 1.849 €  93 €

*EGU: Entgeltumwandlung 

In der Beispielrechnung nehmen wir einen Durchschnittsverdiener, der über 23 Jahre alt und kinderlos ist, der Steuerklasse 1 angehört, seine Arbeitsstelle in Berlin-Ost hat, die Kirchensteuer nicht zahlt, rentenversicherungspflichtig ist und einen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent für die gesetzliche Krankenkasse zahlt. Er investiert monatlich 200 Euro von seinem Bruttogehalt in seine bAV. Effektiv spürt er am Monatsende davon jedoch nur eine Differenz von 107 Euro, die er weniger Netto hat, als vor der Entgeltumwandlung. Zusätzlich spart er insgesamt 93 Euro an Steuern und Sozialabgaben.

Übrigens brauchen Arbeitnehmer während der Ansparphase bei der Steuererklärung auf nichts besonderes zu achten. Die Beiträge sind automatisch in der Lohnsteuer drin, da das umgewandelte Gehalt direkt vom Lohn abgezogen wird.

Steuern und Sozialabgaben zahlt jeder Arbeitnehmer in bestimmter Höhe von seinem Bruttogehalt. Die sog. Einkommensteuer besteht aus: der Lohnsteuer, dem Solidaritätszuschlag sowie der Kirchensteuer. Wie hoch die Lohnsteuer ausfällt, hängt von der Steuerklasse ab. In Deutschland werden sechs Steuerklassen unterschieden.

In den Sozialabgaben sind folgende Zahlungen enthalten:

  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (18,6 Prozent)
  • Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (2,5 Prozent)
  • Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (14,6 Prozent + Zusatzbeitrag je nach Krankenkasse)
  • Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung (3,05 Prozent bis 3,3 Prozent)

An den Zahlungen der Sozialbeiträge beteiligt sich der Arbeitgeber ca. mit der Hälfte. Lediglich der Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung ist ein klein wenig geringer für den Arbeitgeber.

Entgeltumwandlung: Wie profitiert der Arbeitgeber?

Durch die Entgeltumwandlung reduziert auch der Arbeitgeber seine Lohnnebenkosten. Wie der Arbeitnehmer spart auch er etwa 20 Prozent Sozialabgaben. Deshalb muss er seit dem 1. Januar 2019 bei neu abgeschlossener Entgeltumwandlung einen Teil seiner Ersparnisse zurückgeben, indem er in die bAV seines Arbeitnehmers einen Zuschuss von 15 % leistet. Für bestehende Verträge gilt diese Regelung ab 2022.

… mehr zum Arbeitgeber-Zuschuss

Die Nachteile der Entgeltumwandlung im Alter

Während der Sparer bei der bAV im Berufsleben von staatlicher Förderung profitiert, entfällt diese im Alter. Die wichtigsten Fakten zur bAV in der Auszahlungsphase:

  • Wer eine bAV besitzt, muss in der Rentenphase die Zahlungen voll versteuern. In der Regel ist der Steuersatz geringer als im Erwerbsleben, da sich das Einkommen häufig reduziert. Zudem gelten Vergünstigungen.
  • Rentner zahlen die vollen Krankenkassenbeiträge alleine, wenn sie gesetzlich krankenversichert sind. Bezieht man also im Alter die Betriebsrente, zahlt man die kompletten Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung – also Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Anteil auf die Auszahlungen der bAV.
  • Die gesetzliche Rente fällt kleiner aus. Da man die bAV-Beiträge aus seinem Bruttolohn abgibt, zahlt man automatisch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Also: Je mehr man in die bAV-einzahlt, desto weniger fließt in die gesetzliche Rente.
… mehr zu den Nachteilen der betrieblichen Altersvorsorge

Wann ist die Entgeltumwandlung trotzdem sinnvoll?

Ob sich die Entgeltumwandlung trotz dieser Nachteile im Alter lohnt, hängt von den Bedingungen der betrieblichen Altersvorsorge ab. Damit Sie nicht 100 Jahre alt werden müssen, um Ihre eingezahlten Beiträge im Alter wiederzubekommen, sind folgende Faktoren entscheidend:

  • Wie hoch sind die Vergünstigungen bei Steuern und Abgaben?
  • Wie hoch ist der Arbeitgeber-Zuschuss?
  • Wie hoch ist die Rendite des Vertrags?

Mit dem Arbeitgeber-Zuschuss von 15 Prozent, kann eine bAV durchaus sinnvoll sein. Wichtig ist, dass Sie nicht ständig den Job wechseln. Denn nicht selten können beim Jobwechsel nicht alle Arbeitgeber-Beiträge mitgenommen werden.

Falls Sie wissen möchten, ob die bAV für Sie das Richtige ist, können Sie sich unter 030 – 120 82 82 8 oder unter kontakt@transparent-beraten.de an uns wenden. Unsere Experten helfen Ihnen gerne.

… mehr zur betrieblichen Altersvorsorge beim Jobwechsel

Was ist die Netto-Entgeltumwandlung?

In der betrieblichen Altersvorsorge entscheidet man zwischen Netto- und Brutto-Entgeltumwandlung. Bei ersterem werden die Beiträge vom Bruttogehalt abgezogen. In den oberen Kapiteln wurde diese Form ausführlich beschrieben. Es gibt aber noch die Netto-Entgeltumwandlung, bei der der Teil der bAV vom Nettolohn abgezogen wird. Die Steuern und Sozialabgaben verringern sich also nicht. Im Gegenzug erhält der Arbeitnehmer aber Riester-Rente Förderung in Form staatlicher Zulagen. Zudem darf der Angestellte bei der Steuererklärung seine Aufwendungen als Sonderausgaben aufführen.

Im Alter werden aber trotzdem Steuern auf den  Auszahlungen fällig und die bAV-Leistungen sind kranken- und pflegeversicherungspflichtig. Der Arbeitnehmer zahlt also während der Anspar- und Rentenphase Sozialabgaben. Aus diesem Grund lohnt sich die Netto-Gehaltsumwandlung trotz steuerlicher Absetzbarkeit und Riester-Förderung selten.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 05.09.2019 aktualisiert.
Über den Autor
Maja Sommerhalder
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