ETF-Sparpläne mit einer betrieblichen Altersvorsorge kombinieren – bessere Performance und mehr Sicherheit

Das Wichtigste in Kürze

  • In ETFs kann im Rahmen einer bAV angelegt werden. Dabei sind bis zu 35 Prozent mehr Performance im Vergleich zu einem privaten ETF-Sparplan möglich.
  • Die Kranken­versicherung, die Arbeitgeberförderung und das Alter des Arbeitnehmers beeinflussen dabei maßgeblich die Performance des ETFs.
  • Vorteile einer Integration von ETFs in eine bAV sind vor allem mehr Sicherheit und bessere Renditechancen.
  • Nachteile können unter anderem wenig Flexibilität bei der ETF-Auswahl und hohe Abzüge beim Renteneintritt sein.
  • ETFs als Teil einer bAV lohnen sich für Arbeitnehmer besonders, wenn sie um die 30 Jahre alt und privat krankenversichert sind und der Arbeitgeberzuschuss über den gesetzlich vorgeschriebenen 15 Prozent liegt.
  • Auch gesetzlich Versicherte können von diesem System profitieren, jedoch weniger als privat Versicherte. Genaue Beispielrechnungen finden Sie unten.

Das erwartet Sie hier

Warum Sie ETF-Sparpläne in eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) integrieren sollten, wie das Ganze funktioniert, welche Vor- und Nachteile es hat und konkrete Rechenbeispiele, wie Anleger von über 30 Prozent mehr Performance profitieren können.

Inhalt dieser Seite
  1. Warum eine Kombination von ETFs mit einer bAV sinnvoll ist
  2. Konkretes Rechenbeispiel für gesetzlich Versicherte
  3. Konkretes Rechenbeispiel für privat Versicherte
  4. Wie funktioniert das Ganze?
  5. Das müssen Arbeitgeber wissen
  6. Was spricht gegen dieses Modell?
  7. Fazit

ETF-Sparplan vs. betriebliche Altersvorsorge – Warum eine Kombination sinnvoll ist

Icon Hand mit Balkendiagramm

Ein privater ETF-Sparplan ist durch seine hohen Renditechancen oft attraktiver als eine klassische betriebliche Altersvorsorge (bAV) – vor allem wegen der aktuell geringen Zinsen bei einer fest verzinsten Sparform wie einer bAV und der hohen Abschlusskosten. Dafür bietet eine bAV mehr Sicherheiten und Garantien.

Durch eine Kombination von ETFs und einer betrieblichen Altersvorsorge kann die Performance gegenüber einem privaten Sparplan jedoch teils deutlich erhöht und dabei Risiken reduziert werden.

Höheres Risiko bei ETF-Sparplänen vs. klassische bAV

Eine betriebliche Altersvorsorge wird nicht privat, sondern – und wie der Name schon sagt – im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses aufgebaut. Daran sind bestimmte Sicherheiten geknüpft, die Anleger bei einer privaten Altersvorsorge mittels ETFs nicht haben. Sie gehen privat ein Risiko ein. Im schlimmsten Falle können Sie am Ende weniger ausbezahlt bekommen, als Sie in die ETFs investiert haben.

  • Bei ETFs ist die Rendite – wie bei allen aktienbasierten Produkten – unsicher. Bei einem privaten ETF-Sparplan haben Anleger keine Sicherheit, wie viel Rendite sie (mindestens) erzielen werden. Ganz im Gegenteil – sie können auch Verluste machen.
  • Für die meisten Formen der betrieblichen Altersvorsorge hingegen gilt die sogenannte Einstandspflicht. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die dem Arbeitnehmer zugesagten Leistungen zu erfüllen. Verluste sind hier in der Regel nicht möglich. Es wird eine bestimmte Rendite garantiert.

Höhere Rendite bei ETF-Sparplänen vs. staatliche- und Arbeitgeberförderung einer bAV

  • Mit einem privaten ETF-Sparplan haben Anleger höhere Renditechancen als mit einer klassischen betrieblichen Altersvorsorge. Letztere ist aufgrund hoher Kosten und niedriger Zinsen aktuell oft nur wenig rentabel.
  • Bei einer betrieblichen Altersvorsorge hingegen können Arbeitnehmer finanzielle Förderung vom Staat und von ihrem Arbeitgeber erhalten. Diese Förderungen stehen bei einem privaten ETF-Sparplan nicht zur Verfügung.

Icon Zielscheibe Volltreffer

ETF-Sparplan im Rahmen einer bAV – das Beste aus zwei Welten

Private ETF-Sparpläne punkten also mit potenziell hohen Renditechancen. Hingegen punktet die betriebliche Altersvorsorge mit mehr Sicherheit und Fördermöglichkeiten. Werden ETFs nun in eine betriebliche Altersvorsorge integriert, kann von allem profitiert werden: Sicherheit, Fördermöglichkeiten und hohe Renditechancen.

Konkrete Rechenbeispiele der zwei Modelle im Vergleich

Wenn ETFs in eine betriebliche Altersvorsorge integriert werden, dann kann bei der richtigen Konstellation eine bis zu 30 Prozent bessere Performance erzielt werden als mit einem privaten ETF-Sparplan. In den folgenden Rechenbeispielen zeigen wir, wie das möglich ist. Im ersten Rechenbeispiel gehen wir zunächst auf eine Person ein, die gesetzlich krankenversichert ist. Im Folgenden dann auf die privat versicherte Person, welche bis zu 30 Prozent mehr Performance erzielen kann.

Icon Personalbeschaffung

ETF-basierte bAV für gesetzlich versicherte Person

Im Folgenden werden für eine Person zwei Szenarien entworfen:

  1. mit einem privaten ETF-Sparplan
  2. mit ETF im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge.

Die Ausgangslage

Der Ausgangspunkt: Die Person ist 37 Jahre alt und wird mit 67 Jahren in Rente gehen. Sie ist gesetzlich krankenversichert. Um fürs Alter zu sparen, gibt die Person monatlich knapp 110 Euro von ihrem Nettogehalt aus.

ETF-SparplanETF im Rahmen einer bAV
Alter3737
Kranken­versicherunggesetzlichgesetzlich
Renteneintrittsalter6767
Sparbetrag109,57 €109,57 €
ProduktinformationenGlobalPortfolioOneDirekt­versicherung mit Entgeltumwandlung
Verteilung: 65 % Anlage am ETF, 35 % Anlage am Deckungsstock

Rechenbeispiel

ETF-SparplanETF in bAV
Steuerersparnis (pro Monat)65,47 €
Sozialabgaben-Ersparnis (pro Monat)52,28 €
15 % Arbeitgeberzuschuss (pro Monat)38,09 €
Altersvorsorgewirksame Leistungen26,59 €
Sparbetrag (gesamt aus netto)109,57 €109,57 €
Laufzeit bis Renteneintritt in Monaten360360
Laufende Kosten ETF (pro Jahr)0,70 %
Laufende Verwaltung bAV (pro Jahr)0,80 %
Verzinsung Deckungsstock (pro Jahr)3,25 %
Verzinsung Kapitalanlage6 %6 %
Gesamtrendite (pro Jahr)5,30 %3,78 %
Gesamtergebnis vor Steuern96.419,97 €194.987,27 €
Abgeltungssteuer7.709,05 €
Einkommenssteuer86.398,86 €
Kranken­versicherung31.587,94 €
Freibetrag GKV20.370 €
Pflege­versicherung5.947,11 €
Gesamtergebnis nach Steuern88.710,91 €91.423,36 €
Unterschied Performance3,06 %

Rechenbeispiel: 17 Prozent mehr Performance, wenn der Arbeitgeber mehr fördert

Die Arbeitgeberförderung kann ein extrem starker Hebel sein: In diesem Beispiel vergibt der Arbeitgeber höhere altersvorsorgewirksame Leistungen – 29 Euro im Monat mehr. Dies können Arbeitgeber idealerweise statt einer Gehaltserhöhung tun. In der Summe tut sich nicht viel, jedoch ist die Performance im Gegensatz zu einem klassischen ETF-Sparplan deutlich höher, da der Eigenbeitrag des Arbeitnehmers sinkt.

ETF-SparplanETF in bAV
Mindestförderung
ETF in bAV
Höhere Förderung
Steuerersparnis (pro Monat)65,47 €57,06 €*
Sozialabgaben-Ersparnis (pro Monat)52,28 €45,57 €*
15 % Arbeitgeberzuschuss (pro Monat)38,09 €38,09 €
Altersvorsorgewirksame Leistungen26,59 €55,59 €
Sparbetrag (gesamt aus netto)109,57 €109,57 €95,50 €*
Laufzeit bis Renteneintritt in Monaten360360360
Laufende Kosten ETF (pro Jahr)0,70 %
Laufende Verwaltung bAV (pro Jahr)0,80 %0,80 %
Verzinsung Deckungsstock (pro Jahr)3,25 %3,25 %
Verzinsung Kapitalanlage6 %6 %6 %
Gesamtrendite (pro Jahr)5,30 %3,78 %3,78 %
Gesamtergebnis vor Steuern96.419,97 €194.987,27 €194.987,27 €
Abgeltungssteuer7.709,05 €
Einkommenssteuer86.398,86 €86.398,86 €
Kranken­versicherung31.587,94 €31.587,94 €
Freibetrag GKV20.370 €20.370 €
Pflege­versicherung5.947,11 €5.947,11 €
Gesamtergebnis nach Steuern88.710,91 €91.423,36 €91.423,36 €
Unterschied Performance3,06 %17,35 %
* Durch die Erhöhung der altersvorsorgewirksamen Leistungen und bei gleichbleibendem Einzahlungsbeitrag verringert sich der Netto-Eigenbeitrag des Arbeitnehmers. Dadurch ist die Steuer- und Sozialabgabenersparnis auch geringer.

Erläuterung der einzelnen Punkte

  • Die laufenden Kosten sind bei einer betrieblichen Altersvorsorge mit ETF höher als bei einem privaten Sparplan. In diesen laufenden Kosten stecken auch bereits laufende Kosten für den ETF-Anteil der bAV mit drin.
  • Zudem wird eine Abschlussprovision fällig, die in unserem Musterfall bereits in der Rendite als „Renditeschaden“ berücksichtigt ist. Eine Abschlussprovision fällt beim ETF-Sparplan in der Regel nicht an.
  • Egal, ob betriebliche Altersvorsorge mit ETF oder ETF-Sparplan – es müssen Steuern und je nach Auszahlungshöhe der Solidaritätszuschlag gezahlt werden: Bei dem ETF-Sparplan ist es die Abgeltungssteuer auf die Erträge, bei der betrieblichen Altersvorsorge mit ETF wird die Einkommenssteuer fällig.
  • Bei einer betrieblichen Altersvorsorge mit ETF profitiert die Person durch die Entgeltumwandlung von Förderungen. Dazu gehören Ersparnisse bei Steuern und Sozialabgaben sowie der Arbeitgeberzuschuss. Außerdem zahlt der Arbeitgeber in unserem Rechenbeispiel altersvorsorgewirksame Leistungen. Darauf hat die Person bei einem privaten ETF-Sparplan keinen Anspruch.
  • Schließt die Person eine betriebliche Altersvorsorge mit ETF ab, erhält sie Zinsen für den im Deckungsstock angelegten Anteil. Dafür ist die Gesamtrendite, die mit einem ETF-Sparplan erzielt werden kann, höher als bei einer betrieblichen Altersvorsorge mit ETF.

Infos zum hier verwendeten ETF-Sparplan

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Ausgabeaufschlag0 %
Laufende Kosten (pro Jahr)0,70 %
Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag26,38 %

Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr, die beim Erwerb von ETFs anfallen kann. Er dient zum Beispiel der Deckung der Vertriebskosten. Meistens fällt bei ETFs kein Ausgabeaufschlag an. Daher haben unsere Experten hier 0 Prozent angesetzt. Für die jährlich laufenden Kosten wurden in diesem Rechenbeispiel 0,70 Prozent veranschlagt. Bei Renteneintritt müssen auf das Kapital Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag gezahlt werden. Unsere Experten rechnen hier mit 26,38 Prozent.

Infos zur hier verwendeten ETF basierten betrieblichen Altersvorsorge

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Mit folgenden Werten wurde unser Szenario berechnet:

Abschlussprovision (pro Jahr) (60 Monate lang)0 %
ETF-Anteil65 %
Deckungsstock-Anteil35 %
Laufende Kosten (pro Jahr)0,80 %
Einkommenssteuer und Solidaritätszuschlag44,31 %

Bei Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge kann eine Provision fällig werden, die meist in einem Zeitraum von 60 Monaten abbezahlt wird. Für unseren Musterfall haben unsere Experten einen Versicherer herangezogen, der diese Abschlusskosten bereits in der Rendite als „Renditeschäden“ berücksichtigt hat. Für dieses Szenario werden 65 Prozent des Sparbetrags in den ETF angelegt, der Rest und damit 35 Prozent wandern in den sogenannten Deckungsstock. Das ist ein Sondervermögen, das zur Deckung der Ansprüche der Versicherten bestimmt ist. Auch bei der betrieblichen Altersvorsorge entstehen jährliche laufende Kosten – in diesem Rechenbeispiel 0,80 Prozent. Außerdem müssen bei Rentenbeginn auf das Kapital Einkommenssteuer und Solidaritätszuschlag gezahlt werden. Unsere Experten rechnen hier mit 44,31 Prozent.

Icon Kreis abgehakt

Kostenfreie Beratung durch unsere erfahrenen Experten

Möchten Sie Ihren ETF-Sparplan mit einer betrieblichen Altersvorsorge kombinieren, dann wenden Sie sich gern direkt an uns. Unsere erfahrenen Experten für die betriebliche Altersvorsorge stehen Ihnen gern zur Verfügung, um die für Sie passende betriebliche Altersversorgung mit ETFs zu finden und mit Ihnen alle Möglichkeiten genauestens durchzurechnen – kostenfrei und unverbindlich.

ETF-basierte bAV für privat versicherte Person

Die Art der Kranken­versicherung wirkt sich auf die Höhe der betrieblichen Altersvorsorge mit ETF stark aus. Nach unseren Berechnungen können privat Krankenversicherte mit einer betrieblichen Altersvorsorge mit ETF rund 23 Prozent mehr Performance im Vergleich zum privaten ETF-Plan erreichen.

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich eine private Kranken­versicherung (PKV) im Vergleich zu einer gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV) auf die Performance auswirkt.

GKVPKV
Steuerersparnis (pro Monat)65,47 €65,47 €
Sozialabgaben-Ersparnis (pro Monat)52,28 €52,28 €
15 % Arbeitgeberzuschuss (pro Monat)38,09 €38,09 €
Altersvorsorgewirksame Leistungen26,59 €26,59 €
Sparbetrag (gesamt aus netto)109,57 €109,57 €
Laufzeit bis Renteneintritt in Monaten360360
Laufende Verwaltung bAV (pro Jahr)0,80 %0,80 %
Verzinsung Deckungsstock (pro Jahr)3,25 %3,25 %
Verzinsung Kapitalanlage6 %6 %
Gesamtrendite (pro Jahr)3,78 %3,78 %
Gesamtergebnis vor Steuern194.987,27 €194.987,27 €
Einkommenssteuer86.398,86 €86.398,86 €
Kranken­versicherung31.587,94 €0 €
Freibetrag GKV20.370 €
Pflege­versicherung5.947,11 €0 €
Gesamtergebnis nach Steuern91.423,36 €108.588,41 €
Unterschied Performance3,06 %22,41 %

Mehr Arbeitgeberförderung bedeutet deutlich mehr Performance (über 30 Prozent)

Die Höhe der Arbeitgeberförderung beeinflusst maßgeblich, ob ETFs im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge besser performen als ein ETF-Sparplan. In folgendem Beispiel vergibt der Arbeitgeber eine um 29 Euro höhere Förderung in Form von altersvorsorgewirksamen Leistungen. Dies ist eine gängige und sinnvolle Alternative zu einer Gehaltserhöhung. Dadurch verringert sich der Netto-Eigenanteil des Arbeitnehmers – womit er als privat Versicherter fast 39 Prozent mehr Performance erzielen kann.

ETF-SparplanETF in bAV
Mindestförderung
ETF in bAV
Höhere Förderung
Steuerersparnis (pro Monat)65,47 €57,06 €‘
Sozialabgaben-Ersparnis (pro Monat)52,28 €45,57 €*
15 % Arbeitgeberzuschuss (pro Monat)38,09 €38,09 €
Altersvorsorgewirksame Leistungen26,59 €55,79 €
Sparbetrag (gesamt aus netto)109,57 €109,57 €95,50 €*
Laufzeit bis Renteneintritt in Monaten360360360
Laufende Kosten ETF (pro Jahr)0,70 %
Laufende Verwaltung bAV (pro Jahr)0,80 %0,80 %
Verzinsung Deckungsstock (pro Jahr)3,25 %3,25 %
Verzinsung Kapitalanlage6 %6 %6 %
Gesamtrendite (pro Jahr)5,30 %3,78 %3,78 %
Gesamtergebnis vor Steuern96.419,97 €194.987,27 €194.987,27 €
Abgeltungssteuer7.709,05 €
Einkommenssteuer86.398,86 €86.398,86 €
Kranken­versicherung0 €0 €
Freibetrag GKV
Pflege­versicherung0 €0 €
Gesamtergebnis nach Steuern88.710,91 €108.588,41 €108.588,41 €
Unterschied Performance22,41 %39,38 %
* Durch die Erhöhung der altersvorsorgewirksamen Leistungen und bei gleichbleibendem Einzahlungsbeitrag verringert sich der Netto-Eigenbeitrag des Arbeitnehmers. Dadurch ist die Steuer- und Sozialabgabenersparnis auch geringer.

Grundfunktionsweise einer ETF-basierten betrieblichen Altersvorsorge

Im Grundaufbau gleicht die betriebliche Altersvorsorge mit ETF einer normalen betrieblichen Altersvorsorge: Über den Arbeitgeber können Arbeitnehmer eine zusätzliche Rente aufbauen und profitieren dabei von Zuschüssen und Förderungen. Wie die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitnehmer aufgebaut ist, können Sie auf unserer separaten Seite zum Thema nachlesen.

Der große Unterschied der bAV mit ETF: Ein Teil der Einzahlungen wird in ausgewählte ETFs investiert.


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Was passiert bei Renteneintritt mit einer ETF-basierten betrieblichen Altersvorsorge?

Ob bei einer betrieblichen Altersvorsorge mit oder ohne ETFs – bei Renteneintritt haben Arbeitnehmer die drei gleichen Optionen:

  1. Sie können sich die Altersvorsorge als lebenslange monatliche Rente auszahlen lassen.
  2. Je nach Durchführungsweg der betrieblichen Altersvorsorge können sich Arbeitnehmer das gesamte Kapital oder
  3. einen Teil davon auszahlen lassen. Den Rest erhalten sie dann als monatliche Rente.

So funktioniert die Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge

Was eine betriebliche Altersvorsorge mit ETFs für Arbeitgeber bedeutet

Arbeitnehmer können mit einer ETF-basierten betrieblichen Altersvorsorge meist höhere Renten erzielen als mit einer betrieblichen Altersvorsorge ohne ETFs. Unternehmen können also ihre Attraktivität noch steigern, wenn sie eine ETF-basierte betriebliche Altersvorsorge anbieten. Zudem können so Mitarbeiter längerfristig an das Unternehmen gebunden werden. Ob Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge mit oder ohne ETFs anbieten, macht dabei haftungstechnisch keinen Unterschied. Auch der Aufwand unterscheidet sich kaum.

Das müssen Arbeitgeber zur betrieblichen Altersvorsorge wissen

Was spricht gegen das Modell ETF-Sparplan in der bAV?

Für welche Personengruppe lohnt sich eine ETF-basierte bAV nicht?

Unsere Berechnungen zeigen, dass viele Arbeitnehmer eine bessere Performance erzielen können, wenn sie in ETFs im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge anlegen. Es gibt jedoch drei Faktoren, die dazu führen können, dass ein ETF-Sparplan doch mehr Ertrag bietet als eine betriebliche Altersvorsorge mit ETFs. Diese drei Faktoren sind:

  • Das Alter des Anlegers
  • Seine ETF-Kenntnisse
  • Die ETF-Performance

Ein Anleger mit Mitte 20, der sich gut mit ETFs auskennt und so eine hohe Performance mit seinen privaten ETFs erzielen kann, wird mehr Gewinn mit seinem privaten ETF-Sparplan erzielen als im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge.


Was spricht allgemein gegen eine ETF-basierte betriebliche Altersvorsorge?

Wenig Flexibilität bei ETF-Auswahl

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Anleger können private ETF-Sparpläne nicht in eine betriebliche Altersvorsorge mitbringen. Natürlich können Arbeitnehmer versuchen, den gleichen oder einen ähnlichen ETF-Sparplan in ihre betriebliche Altersvorsorge zu integrieren. Wie frei Arbeitnehmer bei einer betrieblichen Altersvorsorge die ETFs auswählen oder wie flexibel sie diese wechseln können, ist jedoch vom Arbeitgeber abhängig. Bei einem privaten ETF-Sparplan sind Anleger hierbei nicht eingeschränkt.

Keine Kündigung möglich

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Eine ETF-basierte betriebliche Altersvorsorge kann je nach Gestaltung grundsätzlich nicht gekündigt werden. Arbeitnehmer erhalten ihre Auszahlung erst mit Beginn der Rente.

Unsicherheit bei Vertragsmitnahme bei Jobwechsel

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Grundsätzlich können Arbeitnehmer ihre betriebliche Altersvorsorge mit ETFs zu einem neuen Arbeitgeber mitnehmen. Dieser ist allerdings nicht verpflichtet, den Vertrag zu den gleichen Konditionen fortzuführen. So können für Arbeitnehmer Nachteile entstehen. Hier raten wir Arbeitnehmern, im Falle eines Jobwechsels mit dem neuen Arbeitgeber im Vorfeld zu klären, wie die betriebliche Altersvorsorge konkret ausgestaltet werden kann. Im Zweifelsfall können Arbeitnehmer ihre ETFs privat fortführen.

Weniger gesetzliche Renten­versicherung

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Arbeitnehmer können in ihre betriebliche Altersvorsorge einzahlen, indem sie dafür einen Teil ihres Bruttogehalts nutzen. Durch diese Entgeltumwandlung reduziert sich das Bruttogehalt. Dadurch fließen weniger Beiträge in die Sozial­versicherung (Rente-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfall­versicherung) und gegebenenfalls andere Sozialleistungen (zum Beispiel Elterngeld). Die gesetzliche Rente fällt also geringer aus als ohne betriebliche Altersvorsorge. Arbeitgeberzuschuss und staatliche Förderungen gleichen das jedoch in der Regel mehr als aus.

Hohe Abzüge bei Renteneintritt möglich

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Bei einer betrieblichen Altersvorsorge entstehen bei Beginn der Rente Kosten:

  • Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge können Provisionen fällig werden.
  • Auf eine teilweise oder vollständige Kapitalauszahlung müssen Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden. Aufgrund der Steuerprogression können diese das Kapital des Arbeitnehmers stark mindern.
  • Sind Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert, müssen sie außerdem auch den Teil zur Kranken- und Pflege­versicherung übernehmen, den während ihres Berufslebens der Arbeitgeber gezahlt hat. Sie zahlen dann also die vollen Beiträge.

Beachten Sie: All diese Faktoren sind in unseren Beispielrechnungen jedoch enthalten.

Fazit

Im Vergleich zu einem privaten ETF-Sparplan oder einer klassischen betrieblichen Altersvorsorge, können Arbeitnehmer mit ETFs im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge in der Regel eine bessere Performance erzielen. Wie hoch diese Performance genau ausfällt, hängt hierbei von vielen Faktoren ab, welche wir oben genau erläutert haben. Für Arbeitgeber stellt die Integration von ETFs in bestehende Vorsorge-Modelle keinen großen Mehraufwand dar.

Nur für eine Personengruppe lohnt sich dieses Modell kaum: sehr junge Arbeitnehmer, die sich selbst sehr gut mit ETFs auskennen und somit mit privaten ETF-Sparplänen noch mehr Rendite erzielen können.

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Foto von Katharina Burnus
Katharina Burnus
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