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Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge

Diese Steuern und So­zi­al­ab­ga­ben werden fällig
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei der Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge hängt die Höhe der Steuern und Sozialabgaben vom persönlichen Steuersatz ab.
  • Während der Ansparphase spart der Arbeitnehmer diese Kosten.
  • Seit 2020 wird der Be­triebs­rent­ner bei den So­zi­al­ab­ga­ben entlastet.
  • Ob sich die Betriebsrente trotz der nachgelagerten Versteuerung lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Wir beraten Sie gerne.

Was passiert, wenn die be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge ausgezahlt wird?

Viele Arbeitnehmer zahlen einen Teil ihres Gehaltes in die be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge (bAV) ein, um ihre gesetzliche Rente aufzustocken. Dabei sparen sie während der Ansparphase über die Entgeltumwandlung Steuern und So­zi­al­ab­ga­ben.

2021 gelten folgende Freibeträge:

  • sozialabgabenfrei: 284 Euro
  • steuerfrei:  568 Euro

Auf Auszahlung werden Steuern und So­zi­al­ab­ga­ben fällig

Etwas anders sieht es aus, wenn die Betriebsrente ausgezahlt wird. Meistens ist es soweit, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht wird. Optional ist die Auszahlung der Betriebsrente schon ab dem 62. und bei vor 2012 abgeschlossenen Verträgen ab dem 60. Geburtstag möglich.

Doch auf diese werden im Alter Steuer- und So­zi­al­ab­ga­ben fällig. Ein großer Teil dieser Abgaben, die Arbeitnehmer im Berufsleben gespart haben, werden also nur auf das Rentenalter verschoben. Warum die be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge trotzdem eine lohnenswerte Investition sein kann, erfahren Sie in den nächsten Abschnitten.

… mehr zur betrieblichen Altersvorsorge
Wie wird die Betriebsrente ausgezahlt?

Bei der Auszahlung der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge können Sie sich im Wesentlichen zwischen den folgenden 3 Varianten entscheiden:

  • Lebenslange Rente: Hier erhalten Sie bis zu Ihrem Lebensende jeden Monat einen bestimmten Betrag, der abhängig von Ihrem angesparten Kapital ist.
  • Vollständige Ka­pi­tal­aus­zahl­ung: Das gesamte angesparte Alterskapital wird auf einmal ausgezahlt.
  • Teilweise Ka­pi­tal­aus­zahl­ung: Ein Teil des Kapitals wird ausgezahlt – häufig beträgt der Anteil rund 30 Prozent. Der Rest des Kapitals wird als lebenslange Rente geleistet.

Unser Service für Sie

„Von der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge habe ich nichts, weil im Alter sowieso wieder alles für Steuern und So­zi­al­ab­ga­ben drauf geht“. Das hören unsere Experten der betrieblichen Altersvorsorge sehr oft, und dies stimmt so nicht. Es kommt immer auf den Einzelfall an, denn schließlich spielen hier ganz viele Faktoren mit, wie der Arbeitgeber-Zuschuss oder die zu erwartende Rendite. Hier ist eine professionelle Beratung vor Vertragsabschluss oft essenziell.

In der individuellen Beratung stellen unsere Experten die Ersparnisse bei den Steuern und So­zi­al­ab­ga­ben während der Ansparphase und die Abgaben während der Auszahlungsphase gegenüber. Da im Alter gewöhnlich die Steuerlast geringer ist, hat man dann häufig dennoch etwas von seiner Betriebsrente.

BERATER-TIPP

»In gewissen Fällen raten wir aber durchaus von einer be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge ab und prüfen Alternativen. So profitiert beispielsweise eine Mutter, die halbtags arbeitet und drei Kinder hat, mit einer Riester-Rente von mehr Förderung. Mittlerweile gibt es sogar Tarife, bei denen man jedes Jahr neu entscheiden kann, ob man in die bAV oder in die Riester-Rente investieren will. So kann man nach seiner aktuellen Situation das Beste für sich herausholen.«

So erreichen Sie uns

Möchten Sie wissen, ob sich die be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge für Sie lohnt, können Sie uns gerne unter 030 – 120 82 82 8 oder kontakt@transparent-beraten.de kontaktieren. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr zu unserem Service im Bereich der bAV.


Welche Steuern fallen bei der Auszahlung an?

Ob Sie eine lebenslange Rente oder eine Ka­pi­tal­aus­zahl­ung wählen: Die Auszahlungen müssen bAV-Bezieher als sogenannte Einkünfte voll versteuern. Immerhin verringert sich der persönliche Steuersatz in der Regel im Ruhestand deutlich. Das liegt einerseits daran, dass man im Alter meistens weniger steuerpflichtige Einnahmen erhält. Andererseits profitieren Rentner vom sogenannten Altersentlastungsbetrag. Dieser wird aber jedes Jahr stufenweise abgebaut, bis er 2040 ganz wegfällt.

In der Regel sind die Steuern aufgrund der Steuerprogression bei der Ka­pi­tal­aus­zahl­ung höher. Nur bei den Durch­führ­ungs­we­gen Unterstützungskasse und Direktzusage können Rentner allenfalls von der sogenannten Fünftelregelung profitieren. Die Ka­pi­tal­aus­zahl­ung wird steuerlich so behandelt, als erhielte der Bezieher diese gleichmäßig auf die nächsten fünf Jahre verteilt.
Bei der Rentenvariante gibt es zwar einen positiven Steuereffekt, allerdings ist auch das sogenannte Langlebigkeitsrisiko abgedeckt. Das bedeutet, man muss ein bestimmtes Alter erreichen, damit man mehr Rente ausgezahlt bekommt, als man in die bAV eingezahlt hat. Anderseits muss man bei der Ka­pi­tal­aus­zahl­ung selbst dafür sorgen, dass das Geld bis ins hohe Alter reicht.

Betriebsrenten wie Direktversicherungen, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, werden steuerlich etwas anders behandelt. Denn auf die Einzahlungen werden bereits in der Ansparphase 20 Prozent Steuern fällig.

In der Auszahlungsphase fallen dafür auf die Betriebsrente weniger Steuern an. Sie wird mit einem reduzierten Ertragsteil versteuert. Einmalauszahlungen sind gar steuerfrei. Allerdings müssen genau so wie bei den jüngeren Verträgen die vollen Kran­ken­ver­si­cher­ungs­bei­trä­ge auf die Betriebsrente bezahlt werden. Man nennt dies auch  Doppelverbeitragung. Denn bei solchen Altverträgen hat man während der Ansparphase bereits So­zi­al­ab­ga­ben bezahlt.

Steuerklärung bei Einmalzahlung abgeben
Entscheidet man sich für die Einmalzahlung bzw. Kapitalauszahlung, dann ist man verpflichtet, für das betreffende Jahr des Geldeingangs eine Steuererklärung abzugeben. Andernfalls würde das Finanzamt nicht mitbekommen, dass die Geldsumme auf Ihr Konto eingegangen ist. Die Auszahlung der bAV ist in der Anlage R einzutragen.

Nähere Informationen hierzu und zu allen steuerlichen Details der bAV lesen Sie hier:

Steuern & Steuererklärung in der bAV

Welche So­zi­al­ab­ga­ben fallen bei der Auszahlung an?

Im Rentenalter werden folgende Zahlungen fällig:

Sofern der Rentner in der GKV pflichtversichert oder freiwillig versichert ist, muss er seine Krankenkassenbeiträge in voller Höhe selbst zahlen, denn der Arbeitgeberbeitrag zur GKV fällt im Alter weg. Im Gegensatz zur gesetzlichen Rente übernimmt die Rentenversicherung auch keinen Anteil. Insgesamt muss der Rentner rund 18 Prozent So­zi­al­ab­ga­ben abführen. Mitglieder der privaten Kran­ken­ver­si­cher­ung müssen keine Sozialversicherungsbeiträge bezahlen.

Entlastung für Betriebsrentner ab 2020
Seit dem 1. Januar 2020 werden Rentner bei den So­zi­al­ab­ga­ben entlastet. Denn neu gilt ein monatlicher Freibetrag von 164,50 Euro (2021). Erst für Anteil der Betriebsrente, die über diese Summe hinausgehen, müssen Krankenkassenbeiträge bezahlt werden. Dieser Anteil wird dann mit dem aktuellen Beitragssatz der Kran­ken­ver­si­cher­ung verrechnet. Der Freibetrag ändert sich jedes Jahr gemäß der durchschnittlichen Lohnentwicklung. Davon profitieren auch Rentner, die schon vor 2020 Leistungen aus der bAV erhielten.

Freibetrag ersetzt Freigrenze

Der Freibetrag ersetzt die Freigrenze, die es vor 2020 gab. Für Betriebsrenten bis zu einer Summe von 155,75 Euro (2019) mussten keine Krankenkassenbeiträge abgegeben werden. Bekam jemand mehr, musste er auf die komplette Summe So­zi­al­ab­ga­ben zahlen. Wie sich dies auf die Betriebsrente auswirkt, sehen Sie im Rechenbeispiel in der Box.

Ein Betriebsrentner erhält im Monat 200 Euro. Bisher wurden ihm davon ein Krankenkassenbeitrag von insgesamt  15,6 % abgerechnet. Neu wird ihm aber von seiner Betriebsrente ein Freibetrag von aktuell 164,50 Euro abgezogen. Das heißt, nur noch auf eine Summe von 35,50 Euro wird der Kassenbeitrag von 15,6 % fällig. Wie Sie in der Tabelle sehen, spart der Betriebsrentner so So­zi­al­ab­ga­ben von rund 24,84 Euro pro Monat.

Jahr 2019 2020 2021
Betriebsrente 200 € 200 € 200 €
GKV-Beitrag 31,20 € 6,36 € 5,54 €

Was Ihre Auszahlung sonst noch be­ein­flusst

Von weniger So­zi­al­ab­ga­ben profitieren bAV-Bezieher, die nach einem Jobwechsel privat in eine Direktversicherung oder Pensionskasse einzahlten. Auf diesen Teil der angesparten Rente fallen keine GKV-Beiträge an. Allerdings muss man dafür nach dem Jobwechsel den Vertrag auf sich umschreiben lassen. Ist nach wie vor der ehemalige Arbeitgeber Vertragsnehmer, müssen die vollen Kassenbeiträge entrichtet werden.
Wer im Alter Leistungen aus der Grundsicherung bezieht, profitiert seit 2018 von einem Freibetrag bei der betrieblichen Altersvorsorge. Das heißt, 200 Euro der Betriebsrente wird nicht mehr auf die Grundsicherung angerechnet. Somit haben auch Geringverdiener seit der Einführung des Betriebsrenten­­­stärkungsgesetzes (BRSG) mehr von ihrer zusätzlichen Altersvorsorge.

Erklärvideo: Die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber: Mit Tipps vom Experten


Fazit: Lohnt sich die bAV in der Aus­zahl­ungs­pha­se?

Nachgelagerte Besteuerung und So­zi­al­ab­ga­ben im Alter: Diese Fakten lassen so manchen Arbeitnehmer an der be­trieb­li­chen Al­ters­vor­sor­ge zweifeln. Gemäß unserem Experten Tim Vogler hat der Staat in den letzten Jahren viel getan, um die bAV attraktiver zu machen: „Beispiele sind dafür der Freibetrag bei den Sozialversicherungsbeiträgen oder der verpflichtende Arbeitgeberzuschuss.“ Und es sei gut möglich, dass noch weitere Verbesserungen für Betriebsrentner folgen.

Grundsätzlich ist die bAV sinnvoll, wenn die Vertragskonditionen attraktiv sind und der Chef mitzahlt. Das bedeutet, Verträge mit guten Renditen und geringen Verwaltungskosten zahlen sich am Ende aus. Auch machen Zuschüsse des Arbeitgebers Nachteile bei den Steuern und So­zi­al­ab­ga­ben im Alter oft wett. Diese dürfen Sie ruhig einfordern. Denn seit 2019 muss der Chef bei neuen Verträgen einen Zuschuss von 15 Prozent zahlen. Ab 2022 gilt diese Regelung auch für ältere Verträge.

Zusammengefasst: Warum die bAV sinnvoll ist:

Gründe für die bAV


Mit Expertenberatung zur passenden bAV

Wir helfen Ihnen gerne dabei, für Sie die richtige Antwort zu finden und prüfen auch mögliche Alternativen. Kontaktieren Sie uns unter 030 – 120 82 82 8 oder kontakt@transparent-beraten.de. Nutzen Sie auch das folgende Formular zur Kontaktaufnahme.

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Die häufigsten Fragen zur Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge

Die Auszahlungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge werden voll versteuert – diese gelten als sog. „sonstige Einkünfte“. Entscheidet man sich für eine Einmalzahlung, ist auch eine Steuererklärung an das Finanzamt notwendig. Die Auszahlung wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Dieser ist im Rentenalter in der Regel deutlich geringer als im Erwerbsleben.
Die Betriebsrente wird mit dem Eintritt in das Rentenalter ausgezahlt. Die Laufzeit eines bAV-Vertrages wird bei Vertragsabschluss auch in der Regel mit genau diesem Renteneintrittsalter bestimmt.
Eine vorzeitige Auszahlung der Betriebsrente ist in der Regel nicht möglich – auch nicht bei einem Jobwechsel. Auch eine Kündigung des bAV-Vertrages bedeutet nicht die vorzeitige Auszahlung des angesparten Kapitals. Ausnahmen gibt es, wenn es sich um eine sehr geringe Rentenauszahlung handelt. Frühestens kann die Betriebsrente mit 60 ausgezahlt werden. Dies ist jedoch nur bei älteren Verträgen eine Option.
Wenn Sie eine Direktversicherung oder eine bAV über eine Pensionskasse vor 2005 abgeschlossen haben, ist die Auszahlung steuerfrei. Jedoch nur dann, wenn die bAV-Beiträge in der Ansparphase bereits pauschal versteuert wurden und Sie als Auszahlung die Methode der Einmalzahlung wählen. Auch muss der Vertrag mind. 12 Jahre geführt und es muss für mind. 5 Jahre eingezahlt worden sein.

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Dieser Artikel wurde zuletzt am 04.02.2021 aktualisiert.
Über den Autor
Maja Sommerhalder
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