Rechts­schutz­versicherung für die Landwirtschaft

Kosten, Leistungen, aktuelle Testergebnisse und Vergleich (2022)
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Das erwartet Sie hier

Was kostet eine Rechts­schutz­versicherung für Landwirte, welche Leistungen sollten mitversichert sein und worauf müssen Landwirte besonders achten.

Inhalt dieser Seite
  1. Warum ist ein Rechts­­schutz für Landwirte sinnvoll?
  2. Leistungen im Überblick
  3. Kosten
  4. Aktuelle Testergebnisse
  5. Rechts­­schutztarife vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Rechts­schutz­versicherung für Landwirte schützt diese vor den finanziellen Folgen von Rechtsstreitigkeiten.
  • In der Landwirtschaft gehen private und betriebliche Bereiche oft ineinander über. Eine speziell auf Landwirte abgestimmte Rechts­schutz­versicherung umfasst daher den Privat- und Betriebs­rechts­schutz.
  • Die Kosten der Landwirtschafts-Rechts­schutz­versicherung richten sich unter anderem nach der Größe der bewirtschafteten Fläche, der Deckungssumme und der vereinbarten Selbstbeteiligung.

Warum ist eine Rechts­schutz­versicherung für Landwirte sinnvoll?

Landwirte sind in zahlreichen Funktionen tätig. Sie sind:

  • Betriebsinhaber
  • Immobilienbesitzer, -nutzer und eventuell -verpächter
  • Arbeitgeber
  • Produzent
  • Verkäufer
  • Verkehrsteilnehmer

In allen diesen Funktionen kann es zu rechtlichen Konflikten kommen. Rechtsstreitigkeiten sind häufig mit hohen Kosten verbunden, welche die Existenz des Hofes gefährden können. Eine Besonderheit bei landwirtschaftlichen Betrieben ist, dass Geschäftssphäre und Privatsphäre meist ineinander fließen. Aus diesem Grund wird eine Rechts­schutz­versicherung benötigt, die beides abdeckt – geschäftliche und private Rechtsrisiken. Eine Rechts­schutz­versicherung für die Landwirtschaft macht das möglich.

Eine Rechts­schutz­versicherung deckt bei rechtlichen Konflikten die Kosten für Anwälte, Gericht, Sachverständige, Zeugen, Dolmetscher, Reisekosten und falls nötig auch die Kosten der Gegenseite. Viele Versicherer übernehmen auch die Kosten für eine telefonische Beratung durch einen Anwalt. Eine gute Rechts­schutz­versicherung trägt somit zur Sicherung der geschäftlichen Existenz bei.

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Rechts­schutz­versicherung für Landwirte: Die Leistungen

Rechts­schutz für Landwirte stellt üblicherweise eine Kombination aus einem speziellen agrarbezogenen Firmen­rechts­schutz und einem Privat­rechts­schutz dar. Er funktioniert wie eine „normale“ Rechts­schutz­versicherung. Das heißt, die Versicherung übernimmt bei Rechtsstreitigkeiten:

  • anfallende Gerichtskosten,
  • Zeugengelder und Sachverständigen-Kosten,
  • die Anwaltskosten,
  • die Kosten der Gegenseite (zum Beispiel für einen Anwalt), soweit diese zu tragen sind.

Viele Leistungen bereits beim Basis-Schutz

In der Regel zahlt die Versicherung auch die Kosten für eine telefonische Erstberatung durch einen Anwalt. Zum Teil werden die Kosten für Mediationsverfahren (außergerichtliche Streitschlichtungen) übernommen. Die Kostenübernahme erfolgt in tatsächlicher Höhe bis zur vereinbarten Versicherungssumme oder unbegrenzt. Die Rechts­schutz­versicherung leistet nicht bei Geldstrafen oder Bußgeldern. Sie ist auch nicht für Schadensersatz oder Schmerzensgelder zuständig.

Alle Leistungen der Rechts­schutz­versicherung im Überblick


Rechts­schutz­versicherung Landwirtschaft – mögliche Bausteine

Nicht jedes Versicherungsunternehmen bietet überhaupt eine Rechts­schutz­versicherung für die Landwirtschaft an. Häufig haben die Anbieter aufgrund ihrer Historie oder Ausrichtung eine besondere Nähe zum Agrar-Sektor. Das ist aber nicht zwingend.

Wie bei Rechts­schutz­versicherungen üblich, ist der Versicherungs­schutz meist modular aufgebaut. Ein Landwirt kann sich dann seinen Rechts­schutz nach Bedarf selbst zusammenstellen.

Beim Aufbau und bei den Bausteinen gibt es begrenzte Unterschiede. Im Basis-Schutz werden üblicherweise mindestens der Land- und Forstwirtschaftliche Bereich und der Verkehrsbereich abgedeckt, auch der Privatbereich und Immobilien-Rechts­schutz sind oft automatisch mit erfasst. Dieser Basis-Schutz kann dann mit zusätzlichen Bausteinen erweitert werden.

Firmen­rechts­schutz für land- und forstwirtschaftlichen Bereich

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In diesem Bereich werden die rechtlichen Risiken des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs abgedeckt. Es handelt sich um einen auf den Agrar-Sektor ausgerichteten Firmen­rechts­schutz. Landwirtschaftliche Nebenbetriebe sind zum Teil mit eingeschlossen, zum Teil müssen sie über Zusatz-Bausteine extra versichert werden. In der Regel ist ein Steuer- und Sozial­rechts­schutz enthalten, ebenso Verwaltungs­rechts­schutz, Vertrags- und Sachen­rechts­schutz. Zum Teil ist in diesem Modul auch ein Arbeitgeber-Rechts­schutz bei Auseinandersetzungen mit Angestellten vorgesehen. Der Rechts­schutz gilt üblicherweise für den Landwirt selbst, mithelfende Familienangehörige und Angestellte in Ausübung ihrer Tätigkeit.

Schadensbeispiel Agrar-Firmen­rechts­schutz

Aufgrund eines qualitativen mangelhaften Tierfutters erkrankt ein Teil des Viehbestands. Obwohl nachgewiesen werden kann, dass die Erkrankung auf das Futter zurückzuführen, verweigert der Hersteller Schadensersatz. Landwirtschaftlicher Rechts­schutz hilft, die Ansprüche durchzusetzen.

Privater Rechts­schutz

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Der private Rechts­schutz ist für rechtliche Auseinandersetzungen gedacht, die außerhalb der landwirtschaftlichen Betriebstätigkeit im Privatbereich auftreten. Die sind selbstverständlich wie bei jeder anderen Privatperson möglich – bei Freizeitaktivitäten, Einkäufen, im Behördenverkehr usw.. Der Privat­rechts­schutz schließt neben dem Landwirt auch Familienangehörige mit ein. Dazu gehören neben dem Ehepartner und Kindern ggf. auch Mitinhaber, Altenteiler und Hoferben, die auf dem Hof oder in unmittelbarer Nähe leben.

Immobilien-Rechts­schutz

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Ohne Grund und Boden sowie Wirtschafts- und Wohngebäude ist ein landwirtschaftlicher Betrieb kaum vorstellbar. Deshalb gehört Rechts­schutz für selbst genutzte Immobilien meist von vornherein mit zur Rechts­schutz­versicherung für die Landwirtschaft. Soweit es bei Rechtsstreitigkeiten um Bodenflächen geht, spielt es keine Rolle, ob es sich um eigenen und eigengenutzten Boden, gepachtete oder verpachtete Flächen handelt – alles ist im Versicherungs­schutz abgedeckt. Häufig vermieten Landwirte zusätzlich auch Ferienwohnungen oder -zimmer. Vermieter­rechts­schutz in diesem Zusammenhang muss oft extra vereinbart werden.

Schadensbeispiel für Immobilien­rechts­schutz

Die Pacht für ein Betriebsgebäude wird vom Eigentümer drastisch erhöht. Der das Gebäude nutzende Landwirt ist der Auffassung, dass das nicht im Einklang mit dem abgeschlossenen Pachtvertrag steht und klagt vor Gericht gegen die Erhöhung. Seine Rechts­schutz­versicherung für die Landwirtschaft trägt die Kosten des Verfahrens.

Verkehrs-Rechts­schutz

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Ein guter Verkehrs­rechts­schutz ist bei Landwirten wichtig. Denn die Teilnahme am Verkehr mit Traktoren, Anhängern und Spezial-Maschinen (Erntemaschinen, Rübenroder usw.) birgt besondere Risiken. Verkehrs-Rechts­schutz gehört daher zum Standard bei einer Rechts­schutz­versicherung für die Landwirtschaft. Er gilt für Landwirte und mitversicherte Familienangehörige als Eigentümer, Halter, Fahrer oder Insassen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen. In der Regel sind Privat-Fahrzeuge mit eingeschlossen. Zum Verkehrs-Rechts­schutz gehört auch ein entsprechender Ordnungswidrigkeiten- und Straf­rechts­schutz.

Weitere Bausteine

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Soweit sie nicht schon im Basis-Schutz berücksichtigt sind, kann die Rechts­schutz­versicherung oft noch um folgende weiteren Bausteine erweitert werden:

  • Arbeitgeber-Rechts­schutz: greift bei rechtlichen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit angestellten Mitarbeitern (u.a. wegen Kündigungen, Abmahnungen, Gehaltsforderungen oder des Vorwurfs von Schwarzarbeit)
  • Arbeits­rechts­schutz: kann dann sinnvoll sein, wenn der Landwirt neben dem Betrieb zusätzlich noch einer angestellten Erwerbstätigkeit nachgeht
  • Spezial-Straf­rechts­schutz: bietet Rechts­schutz beim Vorwurf von vorsätzlich begangenen Straftaten; der normale Straf­rechts­schutz deckt meist nur Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit ab
  • Nebenbetriebs-Rechts­schutz: oft gehört zum Landwirtschaftsbetrieb noch ein Nebenbetrieb (Hofladen, Brauerei, Back- oder Metzgerbetrieb, Reitschule usw.). Solche Nebenbetriebe sind nicht immer im Rahmen des normalen landwirtschaftlichen Betriebs-Rechts­schutzes abgedeckt. Dann bietet sich dieser Zusatzbaustein an.

Flurbereinigung und Enteignung

Bei Landwirtschaftsbetrieben kommt es relativ häufig zu Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Flurbereinigungen, Planfeststellungsverfahren oder Enteignungsverfahren wegen Straßenbau. Es sollte darauf geachtet werden, dass solche Verfahren – zum Beispiel im Rahmen des Immobilien-Rechts­schutzes – mit in den Geltungsbereich der Rechts­schutz­versicherung fallen.


Wer ist im Rechts­schutz für Landwirte versichert?

Der Landwirtschafts- und Verkehrs­rechts­schutz gilt für den Versicherungsnehmer, den Lebenspartner und die minderjährigen Kinder. Ebenfalls versichert sind alle volljährigen Kinder, die noch nicht berufstätig sind und keinen Lebenspartner haben. Je nach Versicherer umfasst der Versicherungs­schutz zudem verwandte und verschwägerte Personen, die im selben Haushalt leben und dort gemeldet sind, auf dem Hof lebende Mitarbeiter sowie Hoferben und Altenteiler.


Was ist ein Cross Compliance Rechts­schutz?

Als Zusatz-Baustein wird häufig ein sogenannter Cross Compliance Rechts­schutz angeboten. Unter Cross Compliance werden Direktzahlungen der EU an Landwirte bei Einhaltung bestimmter Umwelt-, Tier- und Natur­schutz-Standards verstanden. Bei Verstößen gegen die Förderrichtlinien kann es zu Förderkürzungen oder sogar Rückforderungen kommen. Für betroffene Landwirte bedeutet das unter Umständen einen hohen finanziellen Verlust. Der Cross Compliance Rechts­schutz hilft hier bei rechtlichen Auseinandersetzungen.

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Was kostet Rechts­schutz für Landwirte?

Wie hoch die Beiträge für den Landwirtschafts­rechts­schutz ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Höhe der gewählten Deckungssumme
  • Anzahl der gewählten Versicherungsbausteine
  • Größe der bewirtschafteten Fläche in Hektar
  • Anzahl der versicherten Angehörigen und Mitarbeiter
  • Höhe der Selbstbeteiligung
  • gewählte Zahlungsperiode (monatlich, vierteljährlich, jährlich)

Beiträge senken durch Selbstbeteiligung

Rechts­schutz­versicherungen bieten häufig Selbstbeteiligungen von 150 bis 1.000 Euro an. Mit einem Selbstbehalt von 150 Euro lassen sich die Versicherungsbeiträge bereits deutlich senken. Wer nur selten rechtliche Hilfe in Anspruch nimmt, sollte die Selbstbeteiligung allerdings nicht zu hoch ansetzen. Durch einen zu hohen Selbstbehalt kann die Rechts­schutz­versicherung ihren Zweck verfehlen, da die Versicherungsnehmer doch den Großteil der anfallenden Kosten selbst tragen müssen.

Was kostet Sie als Landwirt eine Rechts­schutz­versicherung?

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Rechts­schutz­versicherung für Landwirte: Testsieger 2022

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Um die passende Rechts­schutz­versicherung für Ihren landwirtschaftlichen Betrieb zu finden, kann auch ein Blick in aktuelle Testberichte aufschlussreich sein. So gibt es zahlreiche Institute, die sowohl die Privat­rechts­schutz­versicherung als auch Firmen­rechts­schutz­versicherungen unter die Lupe genommen haben. Wir haben Ihnen die aktuellen Testsieger auf unserer separaten Seite zusammengetragen:

Rechts­schutz­versicherung im Test (2022)

Firmen­rechts­schutz im Test (2022)

Rechts­schutz­versicherung für Landwirte im Vergleich

Suchen Sie als Landwirt nach einer passenden Rechts­schutz­versicherung, sollten Sie verschiedene Anbieter und Tarife miteinander vergleichen. Die Tarife unterscheiden sich nämlich oft nicht nur im Preis, sondern auch im Leistungsumfang. Was bei einem Anbieter zum Basis­schutz gehört, müssen Sie bei einer anderen Versicherung als Zusatzbaustein abschließen. Prüfen Sie daher vor Versicherungsabschluss, welche Leistungen konkret versichert werden und welche Personen mitversichert sind.


Das wird im Versicherungsantrag abgefragt

  • Größe der bewirtschafteten Fläche in Hektar
  • Mitgliedschaft in einer landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft
  • Anzahl und Art der betrieblichen genutzten Fahrzeuge
  • Anzahl und Art der gewerblich genutzten Immobilien
  • Anzahl der mitversicherten Personen
  • Vorhandensein und Art gewerbesteuerpflichtiger Nebenbetriebe
  • Betrieb des Hofes als natürliche oder juristische Person
  • Höhe der Selbstbeteiligung

Ermitteln Sie Ihren Bedarf

Damit Sie gut abgesichert sind, aber nicht zu viel für Ihre Rechts­schutz­versicherung bezahlen, muss der Tarif möglichst genau zu Ihren Bedürfnissen passen. Ermitteln Sie vor dem Versicherungsvergleich daher Ihren persönlichen Bedarf. Wer überwiegend Nutztierhaltung betreibt, braucht zum Beispiel einen anderen Versicherungs­schutz als ein Hofbetreiber, der auch Fremdenzimmer vermietet. Beachten Sie dabei auch, dass die Betriebs­haftpflicht bereits einen passiven Rechts­schutz beinhaltet, der etwa bei vielen Schadensersatzforderungen greift.


Leistungsausschlüsse vergleichen

Ebenso wichtig wie ein Vergleich des Leistungsumfangs ist ein Vergleich, welche Leistungen die Versicherer explizit ausschließen. So kann es sein, dass einige Versicherer besonders häufig vorkommende und kostspielige Rechtsstreitigkeiten gar nicht übernehmen. Dazu gehören etwa Prozesse im Familien- und Erbrecht, Streitfälle im Zusammenhang mit Bautätigkeiten oder Verwaltungsstreitigkeiten, etwa um die Agrarförderung.

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Katharina Tennius
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