Rechtsschutz­versicherung für die Landwirtschaft

Kosten, Leistungen, aktuelle Testergebnisse und Vergleich (2021)
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Das erwartet Sie hier

Was kostet eine Rechtsschutz­versicherung für Landwirte, welche Leistungen sollten mitversichert sein und worauf müssen Landwirte besonders achten.

Inhalt dieser Seite
  1. Warum ist ein Rechtsschutz für Landwirte sinnvoll?
  2. Leistungen im Überblick
  3. Kosten
  4. Aktuelle Testergebnisse
  5. Rechtsschutztarife vergleichen

Das Wichtige in Kürze

  • Eine Rechtsschutz­versicherung für Landwirte schützt diese vor den finanziellen Folgen von Rechtsstreitigkeiten.
  • In der Landwirtschaft gehen private und betriebliche Bereiche oft ineinander über. Eine speziell auf Landwirte abgestimmte Rechtsschutz­versicherung umfasst daher den Privat- und Betriebs­­rechtsschutz.
  • Die Kosten der Landwirtschafts-Rechtsschutz­versicherung richten sich unter anderem nach der Größe der bewirtschafteten Fläche, der Deckungssumme und der vereinbarten Selbstbeteiligung.

Warum ist eine Rechtsschutz­versicherung für Landwirte sinnvoll?

Landwirte sind in zahlreichen Funktionen tätig. Sie sind:

  • Betriebs­inhaber
  • Immobilienbesitzer, -nutzer und eventuell -verpächter
  • Arbeitgeber
  • Produzent
  • Verkäufer
  • Verkehrsteilnehmer

In allen diesen Funktionen kann es zu rechtlichen Konflikten kommen. Rechtsstreitigkeiten sind häufig mit hohen Kosten verbunden, welche die Existenz des Hofes gefährden können. Eine Besonderheit bei landwirtschaftlichen Betrieben ist, dass Geschäftssphäre und Privatsphäre meist ineinander fließen. Aus diesem Grund wird eine Rechtsschutz­versicherung benötigt, die beides abdeckt – geschäftliche und private Rechtsrisiken. Eine Rechtsschutz­versicherung für die Landwirtschaft macht das möglich.

Eine Rechtsschutz­versicherung deckt bei rechtlichen Konflikten die Kosten für Anwälte, Gericht, Sachverständige, Zeugen, Dolmetscher, Reisekosten und falls nötig auch die Kosten der Gegenseite. Viele Versicherer übernehmen auch die Kosten für eine telefonische Beratung durch einen Anwalt. Eine gute Rechtsschutz­versicherung trägt somit zur Sicherung der geschäftlichen Existenz bei.

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Rechtsschutz­versicherung für Landwirte: Die Leistungen

Rechtsschutz für Landwirte stellt üblicherweise eine Kombination aus einem speziellen agrarbezogenen Firmen­rechtsschutz und einem Privat­rechtsschutz dar. Er funktioniert wie eine „normale“ Rechtsschutz­versicherung. Das heißt, die Versicherung übernimmt bei Rechtsstreitigkeiten:

  • anfallende Gerichtskosten,
  • Zeugengelder und Sachverständigen-Kosten,
  • die Anwaltskosten,
  • die Kosten der Gegenseite (zum Beispiel für einen Anwalt), soweit diese zu tragen sind.

Viele Leistungen bereits beim Basis-Schutz

In der Regel zahlt die Versicherung auch die Kosten für eine telefonische Erstberatung durch einen Anwalt. Zum Teil werden die Kosten für Mediationsverfahren (außergerichtliche Streitschlichtungen) übernommen. Die Kostenübernahme erfolgt in tatsächlicher Höhe bis zur vereinbarten Versicherungs­summe oder unbegrenzt. Die Rechtsschutz­versicherung leistet nicht bei Geldstrafen oder Bußgeldern. Sie ist auch nicht für Schadensersatz oder Schmerzensgelder zuständig.

Alle Leistungen der Rechtsschutz­versicherung im Überblick


Rechtsschutz­versicherung Landwirtschaft – mögliche Bausteine

Nicht jedes Versicherungs­unternehmen bietet überhaupt eine Rechtsschutz­versicherung für die Landwirtschaft an. Häufig haben die Anbieter aufgrund ihrer Historie oder Ausrichtung eine besondere Nähe zum Agrar-Sektor. Das ist aber nicht zwingend.

Wie bei Rechtsschutz­versicherungen üblich, ist der Versicherungs­schutz meist modular aufgebaut. Ein Landwirt kann sich dann seinen Rechtsschutz nach Bedarf selbst zusammenstellen.

Beim Aufbau und bei den Bausteinen gibt es begrenzte Unterschiede. Im Basis-Schutz werden üblicherweise mindestens der Land- und Forstwirtschaftliche Bereich und der Verkehrsbereich abgedeckt, auch der Privatbereich und Immobilien-Rechtsschutz sind oft automatisch mit erfasst. Dieser Basis-Schutz kann dann mit zusätzlichen Bausteinen erweitert werden.

Firmen­rechtsschutz für land- und forstwirtschaftlichen Bereich

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In diesem Bereich werden die rechtlichen Risiken des land- und forstwirtschaftlichen Betriebs­ abgedeckt. Es handelt sich um einen auf den Agrar-Sektor ausgerichteten Firmen­rechtsschutz. Landwirtschaftliche Nebenbetriebe sind zum Teil mit eingeschlossen, zum Teil müssen sie über Zusatz-Bausteine extra versichert werden. In der Regel ist ein Steuer- und Sozial­rechtsschutz enthalten, ebenso Verwaltungs­rechtsschutz, Vertrags- und Sachen­rechtsschutz. Zum Teil ist in diesem Modul auch ein Arbeitgeber-Rechtsschutz bei Auseinandersetzungen mit Angestellten vorgesehen. Der Rechtsschutz gilt üblicherweise für den Landwirt selbst, mithelfende Familienangehörige und Angestellte in Ausübung ihrer Tätigkeit.

Schadensbeispiel Agrar-Firmen­rechtsschutz

Aufgrund eines qualitativen mangelhaften Tierfutters erkrankt ein Teil des Viehbestands. Obwohl nachgewiesen werden kann, dass die Erkrankung auf das Futter zurückzuführen, verweigert der Hersteller Schadensersatz. Landwirtschaftlicher Rechtsschutz hilft, die Ansprüche durchzusetzen.

Privater Rechtsschutz

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Der private Rechtsschutz ist für rechtliche Auseinandersetzungen gedacht, die außerhalb der landwirtschaftlichen Betriebs­tätigkeit im Privatbereich auftreten. Die sind selbstverständlich wie bei jeder anderen Privatperson möglich – bei Freizeitaktivitäten, Einkäufen, im Behördenverkehr usw.. Der Privat­rechtsschutz schließt neben dem Landwirt auch Familienangehörige mit ein. Dazu gehören neben dem Ehepartner und Kindern ggf. auch Mitinhaber, Altenteiler und Hoferben, die auf dem Hof oder in unmittelbarer Nähe leben.

Immobilien-Rechtsschutz

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Ohne Grund und Boden sowie Wirtschafts- und Wohngebäude ist ein landwirtschaftlicher Betrieb kaum vorstellbar. Deshalb gehört Rechtsschutz für selbst genutzte Immobilien meist von vornherein mit zur Rechtsschutz­versicherung für die Landwirtschaft. Soweit es bei Rechtsstreitigkeiten um Bodenflächen geht, spielt es keine Rolle, ob es sich um eigenen und eigengenutzten Boden, gepachtete oder verpachtete Flächen handelt – alles ist im Versicherungs­schutz abgedeckt. Häufig vermieten Landwirte zusätzlich auch Ferienwohnungen oder -zimmer. Vermieter­rechtsschutz in diesem Zusammenhang muss oft extra vereinbart werden.

Schadensbeispiel für Immobilien­rechtsschutz

Die Pacht für ein Betriebs­gebäude wird vom Eigentümer­ drastisch erhöht. Der das Gebäude nutzende Landwirt ist der Auffassung, dass das nicht im Einklang mit dem abgeschlossenen Pachtvertrag steht und klagt vor Gericht gegen die Erhöhung. Seine Rechtsschutz­versicherung für die Landwirtschaft trägt die Kosten des Verfahrens.

Verkehrs-Rechtsschutz

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Ein guter Verkehrs­rechtsschutz ist bei Landwirten wichtig. Denn die Teilnahme am Verkehr mit Traktoren, Anhängern und Spezial-Maschinen (Erntemaschinen, Rübenroder usw.) birgt besondere Risiken. Verkehrs-Rechtsschutz gehört daher zum Standard bei einer Rechtsschutz­versicherung für die Landwirtschaft. Er gilt für Landwirte und mitversicherte Familienangehörige als Eigentümer­, Halter, Fahrer oder Insassen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen. In der Regel sind Privat-Fahrzeuge mit eingeschlossen. Zum Verkehrs-Rechtsschutz gehört auch ein entsprechender Ordnungswidrigkeiten- und Straf­rechtsschutz.

Weitere Bausteine

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Soweit sie nicht schon im Basis-Schutz berücksichtigt sind, kann die Rechtsschutz­versicherung oft noch um folgende weiteren Bausteine erweitert werden:

  • Arbeitgeber-Rechtsschutz: greift bei rechtlichen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit angestellten Mitarbeitern (u.a. wegen Kündigungen, Abmahnungen, Gehaltsforderungen oder des Vorwurfs von Schwarzarbeit)
  • Arbeits­­rechtsschutz: kann dann sinnvoll sein, wenn der Landwirt neben dem Betrieb zusätzlich noch einer angestellten Erwerbs­tätigkeit nachgeht
  • Spezial-Straf­rechtsschutz: bietet Rechtsschutz beim Vorwurf von vorsätzlich begangenen Straftaten; der normale Straf­rechtsschutz deckt meist nur Strafverfahren wegen Fahrlässigkeit ab
  • Nebenbetriebs-Rechtsschutz: oft gehört zum Landwirtschaftsbetrieb noch ein Nebenbetrieb (Hofladen, Brauerei, Back- oder Metzgerbetrieb, Reitschule usw.). Solche Nebenbetriebe sind nicht immer im Rahmen des normalen landwirtschaftlichen Betriebs­-Rechtsschutzes abgedeckt. Dann bietet sich dieser Zusatzbaustein an.

Flurbereinigung und Enteignung

Bei Landwirtschaftsbetrieben kommt es relativ häufig zu Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Flurbereinigungen, Planfeststellungsverfahren oder Enteignungsverfahren wegen Straßenbau. Es sollte darauf geachtet werden, dass solche Verfahren – zum Beispiel im Rahmen des Immobilien-Rechtsschutzes – mit in den Geltungsbereich der Rechtsschutz­versicherung fallen.


Wer ist im Rechtsschutz für Landwirte versichert?

Der Landwirtschafts- und Verkehrs­rechtsschutz gilt für den Versicherungs­nehmer, den Lebenspartner und die minderjährigen Kinder. Ebenfalls versichert sind alle volljährigen Kinder, die noch nicht berufstätig sind und keinen Lebenspartner haben. Je nach Versicherer umfasst der Versicherungs­schutz zudem verwandte und verschwägerte Personen, die im selben Haushalt leben und dort gemeldet sind, auf dem Hof lebende Mitarbeiter sowie Hoferben und Altenteiler.


Was ist ein Cross Compliance Rechtsschutz?

Als Zusatz-Baustein wird häufig ein sogenannter Cross Compliance Rechtsschutz angeboten. Unter Cross Compliance werden Direktzahlungen der EU an Landwirte bei Einhaltung bestimmter Umwelt-, Tier- und Naturschutz-Standards verstanden. Bei Verstößen gegen die Förderrichtlinien kann es zu Förderkürzungen oder sogar Rückforderungen kommen. Für betroffene Landwirte bedeutet das unter Umständen einen hohen finanziellen Verlust. Der Cross Compliance Rechtsschutz hilft hier bei rechtlichen Auseinandersetzungen.

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Was kostet Rechtsschutz für Landwirte?

Wie hoch die Beiträge für den Landwirtschafts­rechtsschutz ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Höhe der gewählten Deckungssumme
  • Anzahl der gewählten Versicherungs­bausteine
  • Größe der bewirtschafteten Fläche in Hektar
  • Anzahl der versicherten Angehörigen und Mitarbeiter
  • Höhe der Selbstbeteiligung
  • gewählte Zahlungsperiode (monatlich, vierteljährlich, jährlich)

Beiträge senken durch Selbstbeteiligung

Rechtsschutz­versicherungen bieten häufig Selbstbeteiligungen von 150 bis 1.000 Euro an. Mit einem Selbstbehalt von 150 Euro lassen sich die Versicherungs­beiträge bereits deutlich senken. Wer nur selten rechtliche Hilfe in Anspruch nimmt, sollte die Selbstbeteiligung allerdings nicht zu hoch ansetzen. Durch einen zu hohen Selbstbehalt kann die Rechtsschutz­versicherung ihren Zweck verfehlen, da die Versicherungs­nehmer doch den Großteil der anfallenden Kosten selbst tragen müssen.

Was kostet Sie eine Rechtsschutz­versicherung?

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Rechtsschutz­versicherung für Landwirte: Testsieger 2021

Um die passende Rechtsschutz­versicherung für Ihren landwirtschaftlichen Betrieb zu finden, kann auch ein Blick in aktuelle Testberichte aufschlussreich sein. So gibt es zahlreiche Institute, die sowohl die Privat­rechtsschutz­versicherung als auch Firmen­rechtsschutz­versicherungen unter die Lupe genommen haben. Wir haben Ihnen die aktuellen Testsieger auf unserer separaten Seite zusammengetragen:

Rechtsschutz­versicherung im Test (2021)

Firmen­rechtsschutz im Test (2021)

Rechtsschutz­versicherung für Landwirte im Vergleich

Suchen Sie als Landwirt nach einer passenden Rechtsschutz­versicherung, sollten Sie verschiedene Anbieter und Tarife miteinander vergleichen. Die Tarife unterscheiden sich nämlich oft nicht nur im Preis, sondern auch im Leistungsumfang. Was bei einem Anbieter zum Basisschutz gehört, müssen Sie bei einer anderen Versicherung als Zusatzbaustein abschließen. Prüfen Sie daher vor Versicherungs­abschluss, welche Leistungen konkret versichert werden und welche Personen mitversichert sind.


Das wird im Versicherungs­antrag abgefragt

  • Größe der bewirtschafteten Fläche in Hektar
  • Mitgliedschaft in einer landwirtschaftlichen Berufs­genossenschaft
  • Anzahl und Art der betrieblichen genutzten Fahrzeuge
  • Anzahl und Art der gewerblich genutzten Immobilien
  • Anzahl der mitversicherten Personen
  • Vorhandensein und Art gewerbesteuerpflichtiger Nebenbetriebe
  • Betrieb des Hofes als natürliche oder juristische Person
  • Höhe der Selbstbeteiligung

Ermitteln Sie Ihren Bedarf

Damit Sie gut abgesichert sind, aber nicht zu viel für Ihre Rechtsschutz­versicherung bezahlen, muss der Tarif möglichst genau zu Ihren Bedürfnissen passen. Ermitteln Sie vor dem Versicherungs­vergleich daher Ihren persönlichen Bedarf. Wer überwiegend Nutztierhaltung betreibt, braucht zum Beispiel einen anderen Versicherungs­schutz als ein Hofbetreiber, der auch Fremdenzimmer vermietet. Beachten Sie dabei auch, dass die Betriebs­­haftpflicht bereits einen passiven Rechtsschutz beinhaltet, der etwa bei vielen Schadensersatzforderungen greift.


Leistungsausschlüsse vergleichen

Ebenso wichtig wie ein Vergleich des Leistungsumfangs ist ein Vergleich, welche Leistungen die Versicherer explizit ausschließen. So kann es sein, dass einige Versicherer besonders häufig vorkommende und kostspielige Rechtsstreitigkeiten gar nicht übernehmen. Dazu gehören etwa Prozesse im Familien- und Erbrecht, Streitfälle im Zusammenhang mit Bautätigkeiten oder Verwaltungsstreitigkeiten, etwa um die Agrarförderung.

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Foto von Katharina Tennius
Katharina Tennius
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