Das erwartet Sie hier
Warum Sie Ihren Anwalt in jeder Rechtsschutzversicherung frei wählen dürfen, wann sich ein Partneranwalt lohnt und welche Kosten trotzdem bei Ihnen bleiben.
Inhalt dieser Seite- Dürfen Sie mit Rechtsschutzversicherung Ihren Anwalt frei wählen?
- Partneranwalt oder freie Anwaltswahl: Was ist besser für Sie?
- Gilt die freie Anwaltswahl auch ohne Rechtsschutzversicherung?
- Wie beauftragen Sie mit Rechtsschutzversicherung den richtigen Anwalt?
- Wann kostet Sie die freie Anwaltswahl trotzdem Geld?
- Häufige Fragen (FAQ)
Das Wichtigste in Kürze
- Freie Anwaltswahl ist Gesetz: Jede Rechtsschutzversicherung muss sie gewähren, vor Gericht und außergerichtlich (§ 127 VVG). Ein Tarif ohne sie ist nicht erlaubt.
- Partneranwälte sind ein Angebot: Versicherer dürfen sie mit einer geringeren oder entfallenden Selbstbeteiligung belohnen, aber keinen unzulässigen Druck ausüben.
- Bezahlt wird die gesetzliche Vergütung: Honorare über dem RVG, ein Anwaltswechsel oder ein weit entfernter Anwalt kosten Sie unter Umständen selbst Geld.
- Erst die Deckungszusage, dann der Auftrag: So wissen Sie vorher, welche Kosten der Versicherer für Ihren Anwalt übernimmt.
Dürfen Sie mit Rechtsschutzversicherung Ihren Anwalt frei wählen?
Ja, immer. Das Versicherungsvertragsgesetz gibt Ihnen das Recht, den Anwalt für Ihren Fall selbst auszusuchen, und kein Versicherer darf davon zu Ihrem Nachteil abweichen. Die freie Anwaltswahl ist deshalb kein Tarifmerkmal, das Sie vergleichen müssten. Unterschiede gibt es nur bei den Anreizen, mit denen Versicherer Sie zu einem Partneranwalt lenken.
Was bedeutet freie Anwaltswahl?
Freie Anwaltswahl heißt, dass Sie nicht an einen Anwalt gebunden sind, den Ihre Rechtsschutzversicherung vorschlägt. Sie dürfen den Rechtsanwalt beauftragen, dem Sie vertrauen, und zwar für Gerichts- und Verwaltungsverfahren ebenso wie für die außergerichtliche Vertretung (Quelle: VVG § 127). Der Versicherer trägt dann die Kosten im vereinbarten Umfang.
Von dieser Regel darf kein Vertrag zu Ihrem Nachteil abweichen (Quelle: VVG § 129). Eine Rechtsschutzversicherung mit freier Anwaltswahl ist also jede Rechtsschutzversicherung. Auch die Musterbedingungen des GDV sagen es ausdrücklich: Den Rechtsanwalt wählen Sie aus. Der Versicherer sucht nur dann einen aus, wenn Sie das wünschen oder keinen benennen und es eilt.
| Frage | Regel | Grundlage |
|---|---|---|
| Wer wählt den Anwalt? | Sie, vor Gericht und außergerichtlich | § 127 VVG |
| Gilt das in jedem Tarif? | Ja, keine Abweichung zu Ihrem Nachteil | § 129 VVG |
| Darf der Versicherer Anreize setzen? | Ja, ohne unzulässigen Druck | BGH, IV ZR 215/12 |
| Wer wählt, wenn Sie keinen benennen? | Der Versicherer, wenn sofort ein Anwalt nötig ist | GDV-Musterbedingungen |
| Haftet der Versicherer für den Anwalt? | Nein | GDV-Musterbedingungen |
Partneranwalt oder freie Anwaltswahl: Was ist besser für Sie?
Das hängt davon ab, ob Sie schon einen Anwalt Ihres Vertrauens haben. Viele Versicherer arbeiten mit Partneranwälten und belohnen deren Wahl, meist über eine geringere Selbstbeteiligung. Das ist erlaubt, solange die Entscheidung bei Ihnen bleibt. Wer ohnehin keinen Anwalt kennt, spart damit Geld, wer einen bestimmten Fachanwalt will, wählt ihn trotzdem.
Partneranwalt oder freie Anwaltswahl
Partneranwälte sind Kanzleien, mit denen ein Versicherer zusammenarbeitet und die er seinen Kunden auf Wunsch empfiehlt. Für Sie bleibt der Vorschlag ein Angebot, keine Pflicht. Der Europäische Gerichtshof hat 2013 entschieden, dass ein Versicherer die freie Anwaltswahl nicht davon abhängig machen darf, ob er selbst einen externen Anwalt für nötig hält (Quelle: EuGH, C-442/12).
Höhere Selbstbeteiligung
Der wichtigste Hebel der Versicherer ist die Selbstbeteiligung. Wer einen Anwalt aus dem Netzwerk nimmt, zahlt in manchen Tarifen weniger oder gar nichts, wer selbst wählt, trägt die volle Selbstbeteiligung. Der Bundesgerichtshof hält solche Modelle für zulässig, solange die Grenze „unzulässigen psychischen Drucks“ nicht überschritten wird (Quelle: BGH, IV ZR 215/12).
Im entschiedenen Fall ging es um ein Schadenfreiheitssystem: Wer den empfohlenen Anwalt wählte, wurde nach einem Fall nicht zurückgestuft. Die Rückstufung kostete höchstens 150 Euro je Fall, das hielt der Bundesgerichtshof am 04.12.2013 für vertretbar. Ein Tarif darf also belohnen, aber nicht so stark bestrafen, dass Ihnen praktisch keine Wahl mehr bleibt.
| Versicherer | Anreiz für den empfohlenen Anwalt | Stand |
|---|---|---|
| DEURAG | Modell SB-Vario: geringere Selbstbeteiligung bei einem Anwalt aus dem DEURAG-Netzwerk | Anbieterangabe, 13.10.2026 |
| ARAG | Verkehrsrechtsschutz Sofort: Selbstbeteiligung von 150 € entfällt beim empfohlenen Anwalt | Anbieterangabe, 13.10.2026 |
| ÖRAG | Bauherren-Rechtsschutz: 150 € weniger Selbstbeteiligung bei einer empfohlenen Kanzlei | Anbieterangabe, 13.10.2026 |
Partneranwälte: Vor- und Nachteile
Ob ein Partneranwalt für Sie passt, entscheiden Sie am besten nach Ihrem Fall. Bei einem alltäglichen Streit, etwa um eine Rechnung oder ein Bußgeld, spricht wenig gegen die Empfehlung, zumal Sie Geld sparen. Bei einem Streit, in dem es um viel geht, zählt die Erfahrung im Rechtsgebiet mehr als die gesparte Selbstbeteiligung.
- Geringere oder entfallende Selbstbeteiligung in vielen Tarifen
- Schnelle Vermittlung, wenn Sie keinen Anwalt kennen
- Der Anwalt kennt die Abläufe mit dem Versicherer
- Sie suchen sich Rechtsgebiet und Erfahrung des Anwalts nicht selbst aus
- Der Anwalt arbeitet regelmäßig mit dem Versicherer zusammen, der ihn bezahlt
- Der Versicherer haftet nicht für Fehler des Anwalts, auch nicht für einen empfohlenen
Partneranwalt oder selbst gewählter Anwalt?
Haben Sie bereits einen Anwalt, der Ihren Fall kennt, nehmen Sie ihn. Ihre Versicherung muss die gesetzliche Vergütung dieses Anwalts übernehmen, sofern der Fall versichert ist. Kennen Sie niemanden, ist der Vorschlag des Versicherers ein bequemer Einstieg. Fragen Sie vorher nach, ob der empfohlene Anwalt Fachanwalt für Ihr Rechtsgebiet ist, etwa im Arbeitsrechtsschutz.
Jetzt Rechtsschutz-Tarife vergleichen
Über unseren Partner Mr-Money vergleichen Sie Rechtsschutzversicherungen selbst und schließen direkt online ab.
Gilt die freie Anwaltswahl auch ohne Rechtsschutzversicherung?
Ja. Wer keine Rechtsschutzversicherung hat, sucht sich seinen Anwalt ohnehin selbst aus, auch mit Prozesskostenhilfe wird ein Anwalt Ihrer Wahl beigeordnet. Der Unterschied liegt bei den Kosten: Ohne Versicherung zahlen Sie den Anwalt selbst, mit Prozesskostenhilfe übernimmt der Staat einen Teil. Beim Rechtsschutz der Gewerkschaft gelten deren eigene Regeln.
Freie Anwaltswahl für Nichtversicherte
Das Recht, den eigenen Anwalt zu wählen, hat jeder, der einen Anwalt beauftragt. Ohne Versicherung tragen Sie das Kostenrisiko allerdings allein. Vor dem Amtsgericht dürfen Sie sich in Zivilsachen in der Regel selbst vertreten, vor Landgericht und Oberlandesgericht brauchen Sie einen Anwalt. Wie teuer typische Streitfälle werden, zeigt unsere Seite zu den typischen Schadensfällen.
Höhere Kosten ohne Versicherung
Besonders deutlich wird das vor dem Arbeitsgericht. In der ersten Instanz zahlt jede Seite ihren eigenen Anwalt, auch wer gewinnt, bekommt diese Kosten nicht erstattet (Quelle: ArbGG § 12a). Bei einer Kündigungsschutzklage mit 3.500 Euro Bruttogehalt kostet der eigene Anwalt in der ersten Instanz 2.127,13 Euro, nach den Gebühren seit 01.06.2025.
Verlieren Sie das Urteil, kommen 627 Euro Gerichtskosten hinzu, zusammen also 2.754,13 Euro. Viele Arbeitnehmer verzichten deshalb auf eine Klage, obwohl sie die Kündigung für unwirksam halten. Eine Rechtsschutzversicherung mit dem Baustein Beruf übernimmt diese Kosten nach der Wartezeit von in der Regel drei Monaten.
Freie Anwaltswahl bei Prozesskostenhilfe?
Auch mit Prozesskostenhilfe wählen Sie Ihren Anwalt selbst. Das Gericht ordnet Ihnen einen Anwalt Ihrer Wahl bei, wenn Anwaltszwang besteht oder die Vertretung erforderlich ist (Quelle: ZPO § 121). Der Anwalt darf das Mandat ablehnen, das hat aber nichts mit der Prozesskostenhilfe zu tun. Sagen Sie ihm gleich zu Beginn, dass Sie Prozesskostenhilfe beantragen.
Prozesskostenhilfe bekommt, wer die Kosten nicht oder nur in Raten aufbringen kann, wenn die Klage hinreichende Aussicht auf Erfolg hat und nicht mutwillig ist (Quelle: ZPO § 114). Darüber entscheidet das Gericht, bei dem der Prozess läuft. Je nach Einkommen zahlen Sie Raten, höchstens 48 Monatsraten über alle Instanzen.
Eine Lücke bleibt: Verlieren Sie, müssen Sie dem Gegner seine Anwaltskosten trotzdem erstatten, die Prozesskostenhilfe deckt sie nicht. Für die Beratung vor einem Prozess gibt es die Beratungshilfe, die Sie beim Amtsgericht an Ihrem Wohnsitz beantragen (Quelle: BerHG § 1). Dem Anwalt zahlen Sie dann nur 15 Euro.
Gewerkschaftsrechtsschutz: Freie Anwaltswahl möglich?
Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern Rechtsschutz im Arbeits- und Sozialrecht über den Mitgliedsbeitrag. Das ist eine Leistung der Gewerkschaft, keine Versicherung, das Versicherungsvertragsgesetz und damit die freie Anwaltswahl gelten dort nicht. Vor dem Arbeitsgericht der ersten Instanz vertreten in der Regel Rechtssekretäre der Gewerkschaft. Ob ein Anwalt Ihrer Wahl bezahlt wird, regeln Satzung und Richtlinien Ihrer Gewerkschaft.
Wie beauftragen Sie mit Rechtsschutzversicherung den richtigen Anwalt?
In vier Schritten: Fall melden und Deckungszusage einholen, Anwalt auswählen, Anwalt benennen und vollständig informieren. Wer den Anwalt vor der Zusage beauftragt, riskiert, dass der Versicherer einzelne Kosten nicht übernimmt. Bei Eilfristen, etwa der Kündigungsschutzklage, handeln Sie trotzdem sofort und melden parallel.
1. Fall melden
Melden Sie den Streit unverzüglich bei Ihrem Versicherer, telefonisch oder schriftlich, mit dem Datum des ersten Verstoßes.
2. Deckungszusage abwarten
Der Versicherer bestätigt, welche Kosten er übernimmt. Kosten vor der Zusage trägt er nur, soweit er sie auch sonst getragen hätte.
3. Anwalt auswählen
Suchen Sie einen Anwalt mit Erfahrung im Rechtsgebiet, auf Wunsch nennt Ihnen der Versicherer einen Partneranwalt.
4. Anwalt informieren
Geben Sie dem Anwalt alle Unterlagen und die Deckungszusage. Er rechnet seine Kosten direkt mit dem Versicherer ab.
Hinweise zur Anwaltssuche
Am Anfang steht die Frage nach dem Rechtsgebiet: Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht hilft bei der Kündigung, einer für Verkehrsrecht beim Unfall. Ob ein Anwalt zugelassen ist, prüfen Sie im amtlichen Anwaltsverzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer. Empfehlungen aus Ihrem Umfeld sind ein guter Startpunkt, ersetzen aber nicht das eigene Gespräch.
Achten Sie im ersten Termin darauf, ob der Anwalt Ihren Fall verständlich einschätzt und Fristen benennt. Fragen Sie auch, ob er nach der gesetzlichen Vergütung abrechnet. Verlangt er ein höheres Honorar, zahlt Ihr Versicherer nur den gesetzlichen Teil. Was ein Rechtsstreit insgesamt kostet, lesen Sie im Ratgeber zur Rechtsschutzversicherung.
Wann kostet Sie die freie Anwaltswahl trotzdem Geld?
Wenn Ihr Anwalt mehr verlangt, als die Versicherung zahlen muss. Der Versicherer übernimmt die gesetzliche Vergütung eines Anwalts am Ort des zuständigen Gerichts, nicht jede Rechnung. Mehrkosten durch einen Anwaltswechsel, ein Sonderhonorar oder einen weit entfernten Anwalt können bei Ihnen hängen bleiben.
Diese Fehler sollten Sie vermeiden
- Den Anwalt vor der Deckungszusage beauftragen, ohne dass eine Frist drängt
- Eine Honorarvereinbarung über dem RVG unterschreiben:
Den Aufschlag zahlen Sie selbst - Den Anwalt mitten im Verfahren wechseln:
Mehrkosten mehrerer Anwälte übernimmt der Versicherer nach den Musterbedingungen nicht - Einen Anwalt fern vom Gericht wählen:
Einen zusätzlichen Verkehrsanwalt zahlt der Versicherer nach den Musterbedingungen nur ab 100 km Entfernung und nur in der ersten Instanz - Sich von einer niedrigeren Selbstbeteiligung zu einem Anwalt ohne Erfahrung im Rechtsgebiet lenken lassen
Experten-Tipp:
Partneranwalt bewusst wählen
„Sollten Sie grundsätzlich damit einverstanden sein, den Partneranwalt der Versicherung zu wählen anstatt sich selbst einen Anwalt zu suchen, informieren Sie sich über Tarife, bei denen dies auch ‚belohnt‘ wird. Dieses kann zum Beispiel ein Tarif mit einer besonders niedrigen Selbstbeteiligung sein, oder ein Tarif, bei dem die Selbstbeteiligung sogar komplett wegfällt, wenn ein Partneranwalt gewählt wird.“
Beim Vergleich lohnt deshalb der Blick in die Regeln zur Selbstbeteiligung, nicht auf die Anwaltswahl selbst, denn die gilt überall. Prüfen Sie, ob der Tarif einen Partneranwalt belohnt und ob die Selbstbeteiligung auch bei einer reinen Erstberatung anfällt. Wie die Tarife insgesamt abschneiden, zeigt unser Rechtsschutzversicherung-Test.
Die häufigsten Fragen zur freien Anwaltswahl
Haben alle Rechtsschutzversicherungen freie Anwaltswahl?
Ja. Laut § 127 VVG dürfen Sie in jeder Rechtsschutzversicherung Ihren Anwalt frei wählen, vor Gericht wie außergerichtlich. Kein Vertrag darf davon zu Ihrem Nachteil abweichen. Tarife unterscheiden sich nur darin, ob sie die Wahl eines Partneranwalts belohnen.
Kann ich mit Rechtsschutzversicherung meinen Anwalt selbst aussuchen?
Ja. Sie benennen Ihrem Versicherer den Anwalt Ihrer Wahl, und er übernimmt dessen gesetzliche Vergütung, sofern der Fall versichert ist. Nur wenn Sie keinen Anwalt nennen und es eilt, wählt der Versicherer aus. Holen Sie vor dem Auftrag die Deckungszusage ein.
Muss ich den Partneranwalt meiner Versicherung nehmen?
Nein. Der Partneranwalt ist ein Angebot. Ihr Versicherer darf Sie mit einer geringeren Selbstbeteiligung zu ihm lenken, aber keinen so starken Druck ausüben, dass Ihnen keine Wahl mehr bleibt. So hat es der Bundesgerichtshof am 04.12.2013 entschieden (Aktenzeichen IV ZR 215/12).
Was kostet es mich, wenn ich einen eigenen Anwalt wähle?
In vielen Tarifen nur die volle Selbstbeteiligung statt einer reduzierten. Teurer wird es, wenn Ihr Anwalt mehr als die gesetzliche Vergütung verlangt, wenn Sie den Anwalt wechseln oder wenn er weit vom Gericht entfernt sitzt. Diese Mehrkosten übernimmt der Versicherer nach den Musterbedingungen nicht.
Gilt die freie Anwaltswahl auch außergerichtlich?
Ja. Das Gesetz erstreckt die freie Anwaltswahl ausdrücklich auf die sonstige Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen, also auch auf Schreiben an den Gegner und Verhandlungen vor einer Klage. Der Europäische Gerichtshof hat das 2013 bestätigt, auch für Verfahren ohne Anwaltszwang.
Wer haftet, wenn der Partneranwalt einen Fehler macht?
Der Anwalt selbst. Nach den Musterbedingungen des GDV haftet der Versicherer nicht für den Anwalt, auch nicht, wenn er ihn empfohlen hat. Prüfen Sie deshalb auch beim Partneranwalt, ob er Erfahrung in Ihrem Rechtsgebiet hat.
Habe ich bei Prozesskostenhilfe freie Anwaltswahl?
Ja. Laut § 121 ZPO ordnet Ihnen das Gericht einen Anwalt Ihrer Wahl bei. Der Anwalt darf das Mandat ablehnen. Prozesskostenhilfe deckt aber nicht die Kosten des Gegners, wenn Sie verlieren.
Habe ich beim Gewerkschaftsrechtsschutz freie Anwaltswahl?
Nicht automatisch. Gewerkschaftsrechtsschutz ist eine Mitgliederleistung und keine Versicherung, § 127 VVG gilt dort nicht. Vertreten werden Sie meist durch Rechtssekretäre der Gewerkschaft. Ob ein Anwalt Ihrer Wahl bezahlt wird, regeln die Richtlinien Ihrer Gewerkschaft.
Muss ich die Deckungszusage abwarten, bevor ich einen Anwalt beauftrage?
Das ist der sichere Weg. Kosten, die vor der Zusage entstehen, trägt der Versicherer nur, soweit er sie auch bei vorheriger Zusage getragen hätte. Drängt eine Frist, etwa die drei Wochen für eine Kündigungsschutzklage, beauftragen Sie den Anwalt sofort und melden den Fall parallel. Mehr dazu, falls der Versicherer ablehnt, lesen Sie unter Rechtsschutzversicherung zahlt nicht.
Zahlt die Rechtsschutzversicherung auch einen Anwalt in einer anderen Stadt?
Ja, aber nur die gesetzliche Vergütung eines Anwalts am Ort des zuständigen Gerichts. Wohnen Sie mehr als 100 km vom Gericht entfernt, übernimmt der Versicherer nach den Musterbedingungen zusätzlich einen Verkehrsanwalt an Ihrem Wohnort, allerdings nur in der ersten Instanz.
Haben Sie alles gefunden?
Hier finden Sie weitere interessante Inhalte zum Thema:
Schnelle Frage, Kritik oder Feedback?
Wir helfen Ihnen gern. Professionelle Beratung von echten Menschen. Rufen Sie uns zum Ortstarif an oder schreiben Sie uns per E‑Mail.