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Rechts­schutz­versicherung in der Steuererklärung

Arbeitnehmer können nur den Arbeitsrechtsschutz steuerlich absetzen, Selbständige den kompletten Beitrag.
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Rechtsschutzversicherung ist nur bedingt steuerlich absetzbar.
  • Arbeitnehmer können nur den Anteil für den Arbeits­rechts­schutz geltend machen.
  • Dazu muss dieser Anteil genauestens aufgeschlüsselt und als Werbekosten angegeben werden. Beachten Sie den Werbekostenpauschbetrag.
  • Selbständige können ihren Firmenrechtsschutz in voller Höhe in der Steuererklärung als Betriebsausgaben absetzen.

Rechts­schutz­ver­siche­rung in der Steuer­erklärung

Die steuerliche Absetzbarkeit der Rechtsschutzversicherung unterscheidet sich für Arbeitnehmer und Selbständige. Arbeitnehmer können nur einen Teil ihrer Kosten für eine Rechtsschutzversicherung steuerlich absetzen. Den Großteil der Ausgaben für den Rechtsschutz lassen sich dagegen nicht in der Steuererklärung vorteilhaft angeben. Grund hierfür ist der Umstand, dass die betreffenden Rechtsschutz-Bausteine nicht der Vorsorge dienen. Die Ausnahmen gehen zurück auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs. Darin wird eine punktgenaue Angabe der Kosten für beruflichen Rechtsschutz verlangt.

Selbständige und Freiberufler dagegen können ihre Kosten für die Versicherung in voller Höhe geltend machen. Mehr dazu im Abschnitt Was können Selbständige vom Rechtsschutz steuerlich absetzen?.


Nur Arbeits­rechts­schutz steuerlich absetzbar

Arbeitnehmer können nur die Beiträge zur Arbeitsrechtsschutzversicherung als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Dies liegt daran, dass nur die Aufwendungen für den Arbeitsrechtsschutz im Zusammenhang mit dem Arbeitsleben stehen

Folgende Szenarien sind dabei möglich:

Wenn Sie eine eigenständige Arbeitsrechtsschutzversicherung haben, dann können Sie den kompletten Betrag als Werbungskosten geltend machen. Dies ist mittlerweile jedoch ein sehr seltenes Szenario.
Haben Sie einen Privatrechtsschutz mit beispielsweise den Rechtsschutz-Bausteinen Beruf und Verkehr, dann können Sie nur die Kosten für den Baustein „Arbeits- bzw. Berufsrechtsschutz“ geltend machen. Dieses Szenario ist fast immer der Fall, da der Arbeitsrechtsschutz in der Regel nur in Kombination mit dem Privatrechtsschutz abgeschlossen werden kann.
BERATER-TIPP

»Für die Steuererklärung ist es wichtig zu wissen, wie hoch der Anteil der Beiträge ist, den Sie für den Arbeitsrechtsschutz zahlen, da Sie nur dies steuerlich geltend machen können. Für den Fall, dass Ihr Versicherer die Versicherungsprämie nicht konkret aufschlüsselt, können Sie Ihren Anbieter um eine separate Aufstellung Ihres Versicherungsbeitrages bitten. Dies sollten Sie auch tun, damit Sie diese Bescheinigung der Steuererklärung beilegen können.«

Diese Bausteine sind nicht steuerlich absetzbar
Folgende Bausteine der Rechtsschutzversicherung können nicht in der Steuererklärung geltend gemacht werden:

Alle Infos zur Rechtsschutzversicherung allgemein und zu den einzelnen Bausteinen:

Rechtsschutzversicherung


Wie viel kann ich vom Rechts­schutz steuerlich geltend machen?

Rechenbeispiel: Rechtsschutzversicherung in der Steuer
Um dies zu veranschaulichen, ziehen wir einen Musterkunden mit folgenden Eckdaten heran:

  • 47 Jahre, verheiratet, 2 Kinder
  • Tarif: Familientarif
  • Rechtsbereiche: Privat, Beruf, Verkehr und Wohnen
  • Jährliche Versicherungsprämie: 319,65 Euro
  • Anteil Arbeitsrechtsschutz: 137,45 Euro

 
Gehen wir davon aus, dass unser Musterkunde den Werbekostenpauschbetrag von 1.000 Euro bereits überschritten hat, erhält er durch die Rechtsschutzversicherung eine Steuerersparnis von knapp 138 Euro.

Wichtig: Werbekosten­pauschbetrag muss überschritten sein

Das Absetzen der Rechtsschutzversicherung lohnt sich für Arbeitnehmer nur, wenn sie den Werbekostenpauschbetrag von 1.000 Euro bereits durch andere berufliche Aufwendungen überschritten haben. Als Werbekosten zählen beispielsweise auch folgende Kosten:

  • Fahrtkosten zur Arbeit
  • Bewerbungskosten
  • Kosten für Arbeitsmittel
  • Kosten für Weiterbildungen

Den Werbekostenpauschbetrag von 1.000 Euro bekommen Sie auf jeden Fall, wenn Sie eine Steuererklärung abgeben. Sie müssen in der Regel auch keine Belege dafür einsenden. Für jede Aufwendung, die darüber liegt, brauchen Sie jedoch einen entsprechenden Nachweis, wie im Falle der Rechtsschutzversicherung.

Welche Versicherungsbeiträge Sie noch von der Steuer absetzen können, erfahren Sie hier:

Versicherungen in der Steuer: Orientierungshilfe


Wo trage ich die Rechts­schutz­ver­siche­rung in der Steuer­erklärung ein?

Als Arbeitnehmer benötigen Sie die Anlage N Ihrer Steuererklärung. Darauf finden Sie den Abschnitt „Werbungskosten“ und darin den Absatz zu „Weitere Werbungskosten“. Dort geben Sie in die Zeile 47 bzw. 48 „Sonstiges“ die Kosten Ihrer Arbeitsrechtsschutzversicherung an:

Vergessen Sie nicht, der Steuererklärung die Bestätigung Ihres Versicherers über die Höhe des Arbeitsrechtsschutzes beizulegen. Damit ist für das Finanzamt der Beleg über die tatsächlichen Aufwendungen für den Arbeitsrechtsschutz erbracht.


Rechts­schutz als Selbständiger steuerlich absetzen

Selbständige und Freiberufler haben die Möglichkeit, die Rechtsschutzversicherung ihrer Firma in voller Höhe steuerlich abzusetzen. Die Firmenrechtsschutzversicherung kann in der Steuererklärung als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Dazu benötigen Sie als Selbständiger die Anlage EÜR Ihrer Steuererklärung. Dort finden Sie unter dem Abschnitt „Betriebsausgaben“ den Absatz „Sonstige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben“. Hierzu zählen alle Beiträge, Gebühren und Versicherungsbeiträge (außer für Kfz- und Gebäudeversicherung), die Sie als Firma zahlen. Die Gesamtsumme tragen Sie in die Zeile 55 ein:


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Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.04.2020 aktualisiert.
Über den Autor
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