Das erwartet Sie hier
In welcher Höhe Sie die private Pflegeversicherung und Pflegezusatzversicherung von der Steuer absetzen können und wo Sie die Beiträge in der Steuererklärung eintragen.
Inhalt dieser SeiteDas Wichtigste in Kürze
Private Pflegeversicherung: Was ist absetzbar?
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Übersicht: Pflegeversicherung absetzen
| Absetzbar? | In welchem Umfang? | Wo eintragen? | |
|---|---|---|---|
| Private Pflegeversicherung | Vollständig | Anlage „Vorsorgeaufwand“ | |
| Private Pflegezusatzversicherung | Bis zur Höchstgrenze | Anlage „Vorsorgeaufwand“ | |
| Gesetzliche Pflegeversicherung | Vollständig | Anlage „Vorsorgeaufwand“ |
Private Pflegeversicherung: steuerlich absetzbar?
Die Beiträge zur privaten Pflegeversicherung können in kompletter Höhe als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer abgesetzt werden. Im Gegensatz zur privaten Krankenversicherung in der Steuer werden die Beiträge zur privaten Pflegeversicherung vollständig anerkannt.
Alle Infos zur privaten Pflegeversicherung
Pflegezusatzversicherung: steuerlich absetzbar?
Wer eine private Pflegezusatzversicherung abschließt, auch den staatlich geförderten Pflege-Bahr, kann diese Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend machen. Dafür gilt ein gemeinsamer Höchstbetrag mit den Beiträgen zur Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung: 1.900 Euro im Jahr für Arbeitnehmer, Beamte und Rentner mit Zuschuss, 2.800 Euro für Selbständige ohne Zuschuss. Meist wird dieser Höchstbetrag durch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung bereits ausgeschöpft, dann wirken sich die Zusatzbeiträge steuerlich nicht mehr aus. Der Bundesfinanzhof hat diese Begrenzung als verfassungsgemäß bestätigt (Urteil vom 24. Juli 2025, X R 10/20).
Gesetzliche Pflegeversicherung: steuerlich absetzbar?
Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung können als „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen:
Die Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung sind, wie die zur Pflegepflichtversicherung auch, in tatsächlicher Höhe absetzbar.
Neben den Beiträgen sind auch die Pflegeleistungen steuerlich geregelt: Pflegegeld und andere Leistungen aus der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung sind steuerfrei. Steuerfrei bleiben auch Zahlungen, die pflegende Angehörige bis zur Höhe des Pflegegeldes für die Pflege erhalten (Quelle: Einkommensteuergesetz § 3).
Pflegen Sie einen Angehörigen ab Pflegegrad 2 persönlich in seiner oder Ihrer Wohnung und erhalten Sie dafür keine Einnahmen, steht Ihnen der Pflege-Pauschbetrag zu: 600 Euro im Jahr bei Pflegegrad 2, 1.100 Euro bei Pflegegrad 3 und 1.800 Euro bei Pflegegrad 4 oder 5. Dafür brauchen Sie die Steuer-Identifikationsnummer der gepflegten Person (Quelle: Einkommensteuergesetz § 33b).
Bezahlen Sie Pflege- und Betreuungsleistungen oder Ihre eigene Heimunterbringung selbst, können Sie 20 Prozent der darin enthaltenen Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen, höchstens 4.000 Euro im Jahr (Quelle: Einkommensteuergesetz § 35a).
Steuervorteile ersetzen keine Vorsorge
Wer einen Angehörigen pflegt oder ein Pflegeheim mitbezahlt, sieht schnell, was Pflege kostet. Die Steuer trägt davon nur einen kleinen Teil.
Eigenanteil im Heim
Im ersten Jahr im Heim zahlen Pflegebedürftige im Schnitt 3.364 Euro im Monat selbst (Stand 1. Juli 2026).
Steuerabzug begrenzt
Für Pflege, Betreuung und Heim ziehen Sie höchstens 4.000 Euro im Jahr von der Steuerschuld ab. Der Pflege-Pauschbetrag liegt bei höchstens 1.800 Euro.
Lücke schließen
Eine Pflegetagegeldversicherung zahlt im Pflegefall einen festen Betrag. Diese Leistung ist steuerfrei.
Pflegezusatzversicherung jetzt berechnen
Sie pflegen einen Angehörigen oder zahlen ein Pflegeheim mit? Dann wissen Sie, was Pflege kostet. Prüfen Sie rechtzeitig Ihre eigene Vorsorge. Unser Partner Holger Rasch zeigt Ihnen passende Tarife und den Beitrag.
- Beitrag sofort online berechnen
- Persönliche Beratung durch Holger Rasch am Telefon oder per Video
- Vergleich der Tarife mehrerer Versicherer
Schritt für Schritt: Die Pflegeversicherung richtig absetzen
So tragen Sie private Pflegeversicherungsbeiträge in der Steuererklärung ein
- Anlage Vorsorgeaufwand
Alle Beiträge zur Pflegeversicherung werden in diese Anlage eingetragen. - Private Pflegepflichtversicherung
Tragen Sie Ihre Beiträge im Abschnitt für die private Kranken- und Pflegeversicherung ein. - Private Pflegezusatzversicherungen
Tragen Sie Ihre Beiträge in derselben Anlage in der Zeile für Zusatzversicherungen ein. - Arbeitgeberzuschüsse nicht vergessen
Als Arbeitnehmer tragen Sie die Zuschüsse, die Ihr Arbeitgeber für Sie zahlt, in die dafür vorgesehene Zeile ein. - Für andere Personen übernommene Beiträge
Diese werden in einem eigenen Abschnitt der Anlage eingetragen (Ausnahme: Kinder, bei denen Sie einen Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben; Beiträge für diese tragen Sie in der Anlage Kind ein).

Ab 2026: keine Papierbescheinigung mehr für Arbeitgeber
Seit dem 1. Januar 2026 meldet Ihr Versicherer die Beiträge zu Ihrer privaten Kranken- und Pflegepflichtversicherung elektronisch über das Bundeszentralamt für Steuern an die Finanzverwaltung. Dort werden sie in Ihren elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) hinterlegt. Ihr Arbeitgeber ruft diese Daten automatisch ab, Sie müssen keine Papierbescheinigung mehr vorlegen. Sie können der Übermittlung widersprechen (Quelle: Bundesfinanzministerium).
Wichtig: Prüfen Sie die von Ihrem Versicherer gemeldeten Daten und stellen Sie sicher, dass Ihre Steuer-ID hinterlegt ist. Korrekturen laufen über Ihren Versicherer und Ihren Arbeitgeber, das Finanzamt kann die gemeldeten Daten nicht ändern.
So tragen Sie gesetzliche Pflegeversicherungsbeiträge in der Steuererklärung ein
- Anlage Vorsorgeaufwand
Alle Beiträge zur Pflegeversicherung werden in diese Anlage eingetragen. - Gesetzliche Pflegepflichtversicherung für Arbeitnehmer
Tragen Sie Ihre Beiträge im Abschnitt für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung ein. - Gesetzliche Pflegepflichtversicherung für freiwillig Versicherte
Tragen Sie Ihre Beiträge im selben Abschnitt in die Zeilen für freiwillig Versicherte ein.

Spartipps für privat Krankenversicherte
Haben Sie eine private Pflegepflichtversicherung abgeschlossen, dann sind Sie wahrscheinlich auch privat krankenversichert. Wir haben Ihnen einige Spartipps zusammengestellt, wie Sie auch bei Ihrer privaten Krankenversicherung mitunter sparen können:
Steuerersparnis durch Beitragsvorauszahlung
Sie können mitunter Ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung einige Jahre im Voraus bezahlen und so in der Regel Steuern sparen. Wie das genau funktioniert, erklären wir auf unserer separaten Seite:
Rückerstattung von Beiträgen
Reichen Sie ein Jahr lang keine Rechnungen ein, dann erhalten Sie mitunter von Ihrer Versicherung Beiträge zurückerstattet. Mit wie viel Rückerstattung Sie rechnen können, erfahren Sie in unserem Ratgeber:
Gesundheitsbonus
Nehmen Sie ein Jahr lang keine Leistungen der privaten Krankenversicherung in Anspruch, dann können Sie von manchen Anbietern und abhängig vom Tarif einen Bonus erhalten. Erfahren Sie auf unserer separaten Seite, wie hoch der Bonus ausfallen kann:
Experten-Tipp:
Experte für Pflegeversicherungen
„Die Steuer sollte bei der Pflegezusatzversicherung nicht den Ausschlag geben. Bei den meisten Versicherten schöpfen schon die Beiträge zur Kranken- und Pflegepflichtversicherung den Höchstbetrag aus. Entscheidend ist die Leistung im Pflegefall. Das Pflegetagegeld ist steuerfrei und steht Ihnen voll zur Verfügung. Prüfen Sie deshalb, ob die Höhe zu Ihrer Lücke passt. Schließen Sie außerdem früh und gesund ab. Der Beitrag richtet sich nach dem Eintrittsalter.“
Die häufigsten Fragen zur privaten Pflegeversicherung in der Steuer
Kann ich Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung steuerlich absetzen?
Ja, Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung gelten als Sonderausgaben und können in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen in tatsächlicher Höhe geltend gemacht werden.
Sind Beiträge zur privaten Pflegezusatzversicherung ebenfalls absetzbar?
Beiträge zu privaten Pflegezusatzversicherungen können grundsätzlich als sonstige Vorsorgeaufwendungen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. In der Praxis wirken sich die Beiträge allerdings meist nicht auf die Steuerlast aus, da die Höchstgrenze für Vorsorgeaufwendungen oft bereits durch die Versicherungsbeiträge der Kranken- und Pflegepflichtversicherung ausgeschöpft ist.
Wo trage ich die Beiträge zur privaten Pflegeversicherung in der Steuererklärung ein?
Ob private Pflegepflichtversicherung, Pflegezusatzversicherung oder gesetzliche Pflegeversicherung: Alle Pflegeversicherungen werden in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ eingetragen. Die Zeilennummern ändern sich von Jahr zu Jahr, orientieren Sie sich deshalb an den Bezeichnungen im aktuellen Formular.
Was ist der Unterschied zwischen Pflegepflicht- und Pflegezusatzversicherung hinsichtlich der Steuer?
Die private Pflegepflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und ihre Beiträge sind als Sonderausgaben in voller Höhe absetzbar. Die Pflegezusatzversicherung ist freiwillig und dient der zusätzlichen Absicherung. Ihre Beiträge können ebenfalls als Sonderausgaben geltend gemacht werden, jedoch nur im Rahmen der Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen.
Kann ich Beiträge zur Pflegeversicherung für Familienmitglieder absetzen?
Ja, wenn Sie Beiträge zur Pflegeversicherung für mitversicherte Familienmitglieder (zum Beispiel Ehepartner oder Kinder) zahlen, können Sie diese Beiträge in Ihrer Steuererklärung als Sonderausgaben angeben. Voraussetzung ist, dass Sie wirtschaftlich belastet sind, also die Beiträge tatsächlich selbst tragen.
Muss ich Rückerstattungen oder Arbeitgeberzuschüsse berücksichtigen?
Ja. Erstattete Beiträge oder vom Arbeitgeber übernommene Anteile mindern den absetzbaren Betrag, weil nur die tatsächlich selbst getragenen Beiträge steuerlich relevant sind.
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