So setzen Sie die Beiträge zur privaten Pflege­versicherung von der Steuer ab

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In welcher Höhe Sie die private Pflege­­versicherung und Pflegezusatz­versicherung von der Steuer absetzen können und wo Sie die Beiträge in der Steuererklärung eintragen.

Inhalt dieser Seite
  1. Private Pflege­­versicherung: Was ist absetzbar?
  2. Schritt für Schritt: Die Pflege­­versicherung richtig absetzen
  3. Spartipps für privat Kranken­versicherte
  4. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das Wichtigste in Kürze

  • Grundsätzlich können die Beiträge zur privaten Pflege­pflicht­versicherung, Pflegezusatz­versicherung sowie gesetzlichen Pflege­versicherung steuerlich abgesetzt werden.
  • Private und gesetzliche Pflegepflicht­versicherung können in tatsächlicher Höhe abgesetzt werden. Die private Pflegezusatz­versicherung nur bis zu einer steuerlichen Höchstgrenze.
  • Pflege­versicherungen müssen in die Anlage „Vorsorgeaufwand“ der Steuererklärung eingetragen werden.

Private Pflege­versicherung: Was ist absetzbar?

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Übersicht: Pflege­versicherung absetzen

Absetzbar?In welchem Umfang?Wo eintragen?
Private Pflege­versicherungIcon Check Haken grünVollständigAnlage „Vorsorgeaufwand“
Private Pflegezusatz­versicherungIcon Check Haken grünBis zur HöchstgrenzeAnlage „Vorsorgeaufwand“
Gesetzliche Pflege­versicherungIcon Check Haken grünVollständigAnlage „Vorsorgeaufwand“

Private Pflege­versicherung: steuerlich absetzbar?

Die Beiträge zur privaten Pflege­versicherung können in kompletter Höhe als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer abgesetzt werden. Im Gegensatz zur privaten Kranken­versicherung in der Steuer werden die Beiträge zur privaten Pflege­versicherung vollständig anerkannt.

Alle Infos zur privaten Pflege­versicherung


Pflegezusatz­versicherung: steuerlich absetzbar?

Wer eine private Pflegezusatz­versicherung abschließt, auch den staatlich geförderten Pflege-Bahr, kann diese Beiträge als sonstige Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend machen. Dafür gilt ein gemeinsamer Höchstbetrag mit den Beiträgen zur Basiskranken- und Pflegepflicht­versicherung: 1.900 Euro im Jahr für Arbeitnehmer, Beamte und Rentner mit Zuschuss, 2.800 Euro für Selbständige ohne Zuschuss. Meist wird dieser Höchstbetrag durch die Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung bereits ausgeschöpft, dann wirken sich die Zusatzbeiträge steuerlich nicht mehr aus. Der Bundesfinanzhof hat diese Begrenzung als verfassungsgemäß bestätigt (Urteil vom 24. Juli 2025, X R 10/20).


Gesetzliche Pflege­versicherung: steuerlich absetzbar?

Die Beiträge zur gesetzlichen Pflege­versicherung können als „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen:

  • Die Beiträge zur eigenen Pflegepflicht­versicherung
  • Die Beiträge zur Pflegepflicht­versicherung des Ehe-/Lebenspartners
  • Die Beiträge zur Pflegepflicht­versicherung der Kinder

Die Beiträge zur gesetzlichen Pflege­versicherung sind, wie die zur Pflegepflicht­versicherung auch, in tatsächlicher Höhe absetzbar.

Neben den Beiträgen sind auch die Pflegeleistungen steuerlich geregelt: Pflegegeld und andere Leistungen aus der gesetzlichen oder privaten Pflege­versicherung sind steuerfrei. Steuerfrei bleiben auch Zahlungen, die pflegende Angehörige bis zur Höhe des Pflegegeldes für die Pflege erhalten (Quelle: Einkommensteuergesetz § 3).

Pflegen Sie einen Angehörigen ab Pflegegrad 2 persönlich in seiner oder Ihrer Wohnung und erhalten Sie dafür keine Einnahmen, steht Ihnen der Pflege-Pauschbetrag zu: 600 Euro im Jahr bei Pflegegrad 2, 1.100 Euro bei Pflegegrad 3 und 1.800 Euro bei Pflegegrad 4 oder 5. Dafür brauchen Sie die Steuer-Identifikationsnummer der gepflegten Person (Quelle: Einkommensteuergesetz § 33b).

Bezahlen Sie Pflege- und Betreuungsleistungen oder Ihre eigene Heimunterbringung selbst, können Sie 20 Prozent der darin enthaltenen Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen, höchstens 4.000 Euro im Jahr (Quelle: Einkommensteuergesetz § 35a).


Steuervorteile ersetzen keine Vorsorge

Wer einen Angehörigen pflegt oder ein Pflegeheim mitbezahlt, sieht schnell, was Pflege kostet. Die Steuer trägt davon nur einen kleinen Teil.

Eigenanteil im Heim

Im ersten Jahr im Heim zahlen Pflegebedürftige im Schnitt 3.364 Euro im Monat selbst (Stand 1. Juli 2026).

Steuerabzug begrenzt

Für Pflege, Betreuung und Heim ziehen Sie höchstens 4.000 Euro im Jahr von der Steuerschuld ab. Der Pflege-Pauschbetrag liegt bei höchstens 1.800 Euro.

Lücke schließen

Eine Pflegetagegeld­versicherung zahlt im Pflegefall einen festen Betrag. Diese Leistung ist steuerfrei.

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Sie pflegen einen Angehörigen oder zahlen ein Pflegeheim mit? Dann wissen Sie, was Pflege kostet. Prüfen Sie rechtzeitig Ihre eigene Vorsorge. Unser Partner Holger Rasch zeigt Ihnen passende Tarife und den Beitrag.

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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Schritt für Schritt: Die Pflege­versicherung richtig absetzen

So tragen Sie private Pflege­versicherungsbeiträge in der Steuererklärung ein

  1. Anlage Vorsorgeaufwand
    Alle Beiträge zur Pflege­versicherung werden in diese Anlage eingetragen.
  2. Private Pflegepflicht­versicherung
    Tragen Sie Ihre Beiträge im Abschnitt für die private Kranken- und Pflege­versicherung ein.
  3. Private Pflegezusatz­versicherungen
    Tragen Sie Ihre Beiträge in derselben Anlage in der Zeile für Zusatz­versicherungen ein.
  4. Arbeitgeberzuschüsse nicht vergessen
    Als Arbeitnehmer tragen Sie die Zuschüsse, die Ihr Arbeitgeber für Sie zahlt, in die dafür vorgesehene Zeile ein.
  5. Für andere Personen übernommene Beiträge
    Diese werden in einem eigenen Abschnitt der Anlage eingetragen (Ausnahme: Kinder, bei denen Sie einen Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben; Beiträge für diese tragen Sie in der Anlage Kind ein).
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Ab 2026: keine Papierbescheinigung mehr für Arbeitgeber

Seit dem 1. Januar 2026 meldet Ihr Versicherer die Beiträge zu Ihrer privaten Kranken- und Pflegepflicht­versicherung elektronisch über das Bundeszentralamt für Steuern an die Finanz­verwaltung. Dort werden sie in Ihren elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) hinterlegt. Ihr Arbeitgeber ruft diese Daten automatisch ab, Sie müssen keine Papierbescheinigung mehr vorlegen. Sie können der Übermittlung widersprechen (Quelle: Bundesfinanzministerium).

Wichtig: Prüfen Sie die von Ihrem Versicherer gemeldeten Daten und stellen Sie sicher, dass Ihre Steuer-ID hinterlegt ist. Korrekturen laufen über Ihren Versicherer und Ihren Arbeitgeber, das Finanzamt kann die gemeldeten Daten nicht ändern.


So tragen Sie gesetzliche Pflege­versicherungsbeiträge in der Steuererklärung ein

  1. Anlage Vorsorgeaufwand
    Alle Beiträge zur Pflege­versicherung werden in diese Anlage eingetragen.
  2. Gesetzliche Pflegepflicht­versicherung für Arbeitnehmer
    Tragen Sie Ihre Beiträge im Abschnitt für die gesetzliche Kranken- und Pflege­versicherung ein.
  3. Gesetzliche Pflegepflicht­versicherung für freiwillig Versicherte
    Tragen Sie Ihre Beiträge im selben Abschnitt in die Zeilen für freiwillig Versicherte ein.
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Spartipps für privat Kranken­versicherte

Haben Sie eine private Pflegepflicht­versicherung abgeschlossen, dann sind Sie wahrscheinlich auch privat krankenversichert. Wir haben Ihnen einige Spartipps zusammengestellt, wie Sie auch bei Ihrer privaten Kranken­versicherung mitunter sparen können:

Steuerersparnis durch Beitrags­vorauszahlung

Sie können mitunter Ihre Beiträge zur privaten Kranken­versicherung einige Jahre im Voraus bezahlen und so in der Regel Steuern sparen. Wie das genau funktioniert, erklären wir auf unserer separaten Seite:

Vorauszahlung der PKV-Beiträge


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Rückerstattung von Beiträgen

Reichen Sie ein Jahr lang keine Rechnungen ein, dann erhalten Sie mitunter von Ihrer Versicherung Beiträge zurückerstattet. Mit wie viel Rückerstattung Sie rechnen können, erfahren Sie in unserem Ratgeber:

Beitragsrückerstattung: Wie viel zahlt die PKV zurück?


Gesundheitsbonus

Nehmen Sie ein Jahr lang keine Leistungen der privaten Kranken­versicherung in Anspruch, dann können Sie von manchen Anbietern und abhängig vom Tarif einen Bonus erhalten. Erfahren Sie auf unserer separaten Seite, wie hoch der Bonus ausfallen kann:

Wie viel Gesundheitsbonus gibt es?

Experten-Tipp:
Experte für Pflege­­versicherungen

„Die Steuer sollte bei der Pflegezusatz­versicherung nicht den Ausschlag geben. Bei den meisten Versicherten schöpfen schon die Beiträge zur Kranken- und Pflegepflicht­versicherung den Höchstbetrag aus. Entscheidend ist die Leistung im Pflegefall. Das Pflegetagegeld ist steuerfrei und steht Ihnen voll zur Verfügung. Prüfen Sie deshalb, ob die Höhe zu Ihrer Lücke passt. Schließen Sie außerdem früh und gesund ab. Der Beitrag richtet sich nach dem Eintrittsalter.“

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Holger Rasch
Experte für Pflege­versicherungen

Die häufigsten Fragen zur privaten Pflege­versicherung in der Steuer

Kann ich Beiträge zur privaten Pflegepflicht­versicherung steuerlich absetzen?

Ja, Beiträge zur privaten Pflegepflicht­versicherung gelten als Sonderausgaben und können in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwendungen in tatsächlicher Höhe geltend gemacht werden.

Sind Beiträge zur privaten Pflegezusatz­versicherung ebenfalls absetzbar?

Beiträge zu privaten Pflegezusatz­versicherungen können grundsätzlich als sonstige Vorsorgeaufwendungen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. In der Praxis wirken sich die Beiträge allerdings meist nicht auf die Steuerlast aus, da die Höchstgrenze für Vorsorgeaufwendungen oft bereits durch die Versicherungsbeiträge der Kranken- und Pflegepflicht­versicherung ausgeschöpft ist.

Wo trage ich die Beiträge zur privaten Pflege­versicherung in der Steuererklärung ein?

Ob private Pflegepflicht­versicherung, Pflegezusatz­versicherung oder gesetzliche Pflege­versicherung: Alle Pflege­versicherungen werden in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ eingetragen. Die Zeilennummern ändern sich von Jahr zu Jahr, orientieren Sie sich deshalb an den Bezeichnungen im aktuellen Formular.

Was ist der Unterschied zwischen Pflegepflicht- und Pflegezusatz­versicherung hinsichtlich der Steuer?

Die private Pflegepflicht­versicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und ihre Beiträge sind als Sonderausgaben in voller Höhe absetzbar. Die Pflegezusatz­versicherung ist freiwillig und dient der zusätzlichen Absicherung. Ihre Beiträge können ebenfalls als Sonderausgaben geltend gemacht werden, jedoch nur im Rahmen der Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen.

Kann ich Beiträge zur Pflege­versicherung für Familienmitglieder absetzen?

Ja, wenn Sie Beiträge zur Pflege­versicherung für mitversicherte Familienmitglieder (zum Beispiel Ehepartner oder Kinder) zahlen, können Sie diese Beiträge in Ihrer Steuererklärung als Sonderausgaben angeben. Voraussetzung ist, dass Sie wirtschaftlich belastet sind, also die Beiträge tatsächlich selbst tragen.

Muss ich Rück­erstattungen oder Arbeitgeber­zuschüsse berücksichtigen?

Ja. Erstattete Beiträge oder vom Arbeit­geber übernommene Anteile mindern den absetzbaren Betrag, weil nur die tatsächlich selbst getragenen Beiträge steuerlich relevant sind.

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Beitragsbemessungsgrenze Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine Rechengröße, die festlegt, bis zu welchem Betrag das Einkommen von gesetzlich Versicherten zur Beitragsberechnung der gesetzlichen Sozialversicherungen herangezogen wird. Es gibt verschiedene Werte für die Kranken- und Rentenversicherung.
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