So setzen Sie private Kranken­zusatz­versicherungen steuerlich absetzen

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von Munkhjin Enkhsaikhan
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Welche privaten Kranken­zusatz­versicherungen können überhaupt von der Steuer abgesetzt werden und wie viel können Sie geltend machen.

Inhalt dieser Seite
  1. Kranken­­zusatz­­versicherung in der Steuer
  2. Welche Zusatz­­versicherungen steuerlich absetzen?
  3. Wie viel kann steuerlich abgesetzt werden?
  4. Wo Sie Unterstützung mit der Steuer bekommen

Das Wichtige in Kürze

  • Grundsätzlich können private Kranken­zusatz­versicherungen steuerlich abgesetzt werden.
  • Es kommt jedoch darauf an, ob die Absicherung Ihrer Vorsorge­ dient. In manchen Fällen ist dies auch Auslegungssache.
  • Eine private Zahn­zusatz­ver­sicherung kann beispielsweise steuerlich geltend gemacht werden, zusätzliche Leistungen wie Chefarztbehandlungen dagegen nicht.
  • In jedem Fall ist die Höchstgrenze von 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro für Vorsorge­aufwendungen einzuhalten.

Kranken­zusatzversiche­rung und die Steuer

Als Ersatz einstiger Kassenleistungen sind private Kranken­zusatz­versicherungen weit verbreitet. Unter den richtigen Umständen können Sie auch Ihre private Zusatz­versicherung steuerlich absetzen.

Im Vergleich zu den Beiträgen zu Ihrer reguläre gesetzlichen oder privaten Kranken­­versicherung ist es bei der Steuer auf Kranken­­zusatz­ver­sicherungen weniger einfach. Um gute Chancen auf eine Steuerrückzahlung zu haben, müssen die Zusatztarife einerseits Ihrer Vorsorge­ dienen und andererseits dürfen die Beiträge insgesamt nicht zu hoch sein.

Vorsorge­-Zusatz­­versicherungen steuerlich absetzen

Das entscheidende Kriterium, um Ihre Kranken­zusatz­versicherung steuerlich absetzen zu können, ist ihre Notwendigkeit zur persönlichen Vorsorge­. Deshalb werden längst nicht alle Zusatz­versicherungen vom Finanzamt mit einer steuerlichen Entlastung berücksichtigt.

Folgende Kranken­zusatz­versicherungen können in der Regel steuerlich abgesetzt werden:

Nicht abgesetzt werden können dagegen beispielsweise:


Entscheidung ist manchmal Auslegungssache

Mitunter ist es bei einzelnen Kranken­zusatz­versicherungen nicht so einfach zu entscheiden, ob sie auch vom Finanzbeamten als Vorsorge­kosten anerkannt werden. So können Sie Erläuterungen finden, bei denen eine Kranken­tagegeld­versicherung als steuerlich absetzbar gezählt wird. Es gibt aber auch Ratgeber, die zu einer anderen Wertung kommen. Im Zweifel gilt aber immer die Regel: Lieber eine Versicherung zu viel der Steuer melden, als dass Sie sich eine Rückzahlung entgehen lassen.

Höchstgrenze der Absetzbarkeit beachten

Wie weit Sie die Ausgaben für Zusatz­ver­sicherungen steuerlich geltend machen können, wird vom gesetzlich festgelegten Höchstbetrag begrenzt. Je nach Ihrer persönlichen Lebenssituation und Ihrem beruflichen Status besteht ein entsprechender steuerlicher Spielraum.

Für Arbeitnehmer

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Arbeitnehmern steht ein Höchstbetrag von 1.900 Euro zur Verfügung. Doch häufig gibt es da kaum noch Spielraum, um Zusatz­versicherungen gegenüber der Steuer geltend zu machen. Ein Großteil des absetzbaren Betrags wird häufig von schon von den gesetzlichen Pflicht­versicherungen in Anspruch genommen. Die Grenze gilt auch für Beamte.

Für Selbständige und Freiberufler

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Selbständigen bzw. Freiberuflern wird ein höheres Kontingent von 2.800 Euro im Jahr eingeräumt, da hier die Kosten vollständig selbst getragen werden müssen. Und auch mit einem Ehepartner ändert sich Ihr steuerlicher Höchstbetrag. Wechseln Sie vom Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit oder haben Sie geheiratet, dann lohnt sich spätestens dann die Angabe Ihrer Zusatz­versicherungen in der Steuererklärung.

Als Freiberufler haben Sie den zusätzlichen Vorteil, dass Sie im Krankheits­fall auf einen finanziellen Ausgleich angewiesen sind. Deshalb sollte ein Kranken­tagegeld bzw. ein Kranken­haus­tagegeld bessere Chancen auf Anerkennung durch die Steuerbehörde haben.

Versicherungen in der Steuer

Grundsätzlich können Beiträge für Versicherungen in der Steuer geltend gemacht werden. Dazu gehören vor allem Beiträge zu Kranken­­ver­sicherungen und der privaten Altersvorsorge, aber auch einige Sach­­versicherungen. Versicherungs­beiträge können als Vorsorge­aufwendungen bzw. Sonder­ausgaben geltend gemacht werden. Es sind stets die jeweiligen Bedingungen und Besonderheiten zu beachten.

Einen Überblick, wie Versicherungs­beiträge von der Steuer abgesetzt werden können, erhalten Sie hier:

Versicherungen und Steuer: Eine Orientierungshilfe

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Sich selbst um die jährliche Steuererklärung zu kümmern, bedeutet vor allem, dass Sie immer die aktuellen Regelungen im Blick haben müssen. Um sich diese Arbeit zu sparen, verlassen sich viele Einkommens­bezieher auf die Unterstützung durch Steuerexperten.

Sie haben dabei grundsätzlich die Wahl zwischen einem Steuerberater und der Mitgliedschaft in einem Lohnsteuerhilfeverein für Arbeitnehmer. In jedem Fall ist Ihr klarer Vorteil, dass Sie alle Belege und Rechnungen gesammelt an einen Spezialisten abgeben und nur noch auf den Bescheid am Ende warten brauchen.

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