Gebäude­versicherung richtig von der Steuer absetzen

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von Munkhjin Enkhsaikhan
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So werden die Beiträge zur Gebäude­versicherung korrekt von der Steuer abgesetzt und wie auch Gewerbetreibende von Steuerersparnissen profitieren.

Inhalt dieser Seite
  1. Gebäude­­versicherung steuerlich absetzen?
  2. Ausnahmen und Sonder­­regelungen
  3. Tipps für Selbständige und Gewerbe

Das Wichtige in Kürze

  • Da es sich bei der Gebäude­versicherung um eine Sach­versicherung handelt, ist eine steuerliche Erfassung dieser im Normalfall nicht vorgesehen.
  • Ausnahmen zu dieser Regelung existieren jedoch, beispielsweise wenn die Immobilie genutzt wird, um steuerpflichtige Einkünfte zu generieren.
  • Eine anteilige steuerliche Erfassung ist ggf. möglich, wenn ein Teil der Immobilie für berufliche Zwecke genutzt wird, vor allem in Form des Arbeits­zimmers.
  • Im Mietfall ist eine steuerliche Erfassung normalerweise weder für den Ver- noch für den Mieter möglich.

Gebäude­versicherung in der Steuererklärung absetzen: Ist das möglich?

Der Gesetzgeber erlaubt eine steuerliche Erfassung primär für personenbezogene Versicherungen. So lassen sich beispielsweise die Kranken­- und Pflege­versicherung steuerlich geltend machen, aber auch diese nur in Form von Vorsorge­aufwendungen bis zu 1.900 Euro (Arbeitnehmer) oder 2.800 Euro (Selbständige) pro Jahr. Nicht nur wird diese Grenze im Regelfall schon leicht durch die Kranken­­versicherung ausgereizt, auch sieht das Steuerrecht keine pauschale Erfassung von Sach­versicherungen vor – zu denen die Gebäude­versicherung zwangsläufig zählt.

Der Fokus auf Personen­versicherungen soll aus Sicht des Gesetzgebers sicherstellen, dass sich Menschen gegenüber persönlichen Risiken, wie Krankheit und Alter, absichern können. Sach­versicherungen sind hingegen immer solche, die (wirtschaftliche) Schäden an Eigentum und Besitz erfassen. Aufgrund der Eingliederung der Gebäude- in die Sach­versicherungen, ist eine steuerliche Erfassung nur in sehr wenigen Ausnahmefällen vorgesehen, die zudem oftmals keine unmittelbare Absetzbarkeit der Versicherung selbst ermöglichen, sondern nur einzelner Bestandteile. Darüber erfahren Sie mehr im nächsten Abschnitt.

Versicherungs­beiträge richtig von der Steuer absetzen

Ausnahmen und Sonder­regelungen zur steuerlichen Absetzbarkeit der Gebäude­versicherung

Der Gesetzgeber hat im Steuerrecht eine Ausnahmeregelung für die eigentliche Nicht-Absetzbarkeit der Gebäude­versicherung geschaffen. Diese trifft dann zu, wenn die Immobilie aktiv verwendet wird, um steuerpflichtige Einkünfte für den Eigentümer­ und damit Halter der Versicherung zu generieren. Eine steuerliche Erfassung wäre dann umgeleitet über die „Werbungskosten“ möglich, welche auch eine Reihe von anderen, nicht im Zusammenhang mit der Immobilie stehenden Kosten berücksichtigen. Das trifft jedoch nur dann zu, wenn die Versicherungs­beiträge nicht anderweitig belastet werden können.

Diese „Ausnahme von der Ausnahme“ ist wichtig, denn dadurch ist keine steuerliche Erfassung bei einer Vermietung möglich, obwohl mit dieser steuerpflichtige Einkünfte generiert werden. Grund hierfür ist die Möglichkeit seitens des Vermieters, die Kosten für die Gebäude­versicherung an den Mieter weiterzugeben, was über die Nebenkostenabrechnung geschieht. Der Mieter muss also im Rahmen seiner Nebenkosten für die Gebäude­versicherung (in Mehrfamilienhäusern anteilig) aufkommen, obwohl selbige der Vermieter hält. Dieser darf die Kosten dann natürlich nicht länger steuerlich erfassen, da er sonst in zweifacher Hinsicht Vorteile erlangen würde.

Auf der anderen Seite ist der Mieter ebenfalls nicht in der Lage, die umgelagerten Kosten für die Gebäude­versicherung steuerlich abzusetzen. Er bleibt letztlich, in einem Großteil der Fälle, auf diesen Kosten „sitzen“. Erneut existieren hier Ausnahmen von den Ausnahmen, welche im nächsten Abschnitt behandelt werden.


Die Immobilie mit Gebäude­versicherung befindet sich in Eigennutzung

Jene, die ihre Immobilie selbst bewohnen und sie (teilweise) als Arbeits­platz nutzen, können anteilige Kosten mit Hinblick auf das Arbeits­zimmer steuerlich geltend machen. Möglich ist das bei Menschen, denen kein anderer Arbeits­platz zur Verfügung steht, bis zu einer Summe von 1.250 Euro pro Jahr. Wer seinen beruflichen Mittelpunkt im eigenen Zuhause hat, beispielsweise Selbständige mit dauerhaftem Homeoffice, kann sie theoretisch in unbegrenzter Höhe geltend machen. Wichtig ist jedoch, dass beide tatsächlich ein Arbeits­zimmer in der Immobilie haben.

Mit Hinblick darauf sind die folgenden Regelungen zu berücksichtigen:

  • Ein klar abgegrenztes Zimmer, welches primär dem Zweck der Arbeit dient.
  • Wohnzimmer können, auch wenn sich da der Schreibtisch befindet, nicht als Arbeits­zimmer geltend gemacht werden.
  • Das Arbeits­zimmer muss entsprechend eingerichtet sein, es darf also beispielsweise kein Bett und keine Wohnlandschaft beherbergen.

Die Gebäude­versicherung lässt sich nun anteilig für das Arbeits­zimmer steuerlich erfassen. Wie hoch der Anteil der Gesamtkosten bemessen ist, wird über die Quadratmeteranzahl ausgerechnet. Umfasst die gesamte Immobilie beispielsweise 100 m², während das Arbeits­zimmer 15 m² groß ist, könnten 15 Prozent anteilig an der Gebäude­versicherung eine steuerliche Berücksichtigung erhalten. Kostet die Versicherungs­police im Jahr 200 Euro, wären das also 30 Euro.

Steuerliche Behandlung bei Selbständigen und Gewerbetreibenden

Selbständige und Freiberufler können das Arbeits­zimmer natürlich ebenfalls steuerlich erfassen. Es gelten die identischen, eben genannten Vorschriften. Selbständige erfassen die Gebäude­versicherung aber in der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung oder einer Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung. Die Kosten dieser werden dann also anteilig den erzielten Umsätzen gegenübergestellt und wirken sich auf den Gewinn aus. Da die Gebäude­versicherung damit den Gewinn mindert, reduziert sich auch die Steuerlast, da weniger Einkommen versteuert wird. Mitunter sogar doppelt, da sich, je nach Einkommen, auch der progressive Steuersatz (in Prozent) reduzieren könnte.

Gewerbetreibende und Unternehmen, die eine Immobilie als Sitz ihres Unternehmens nutzen, unterliegen den eben genannten Einschränkungen nicht. Sie können die Kosten, die im Zusammenhang mit der Gebäude­versicherung auftreten, in voller Höhe steuerlich geltend machen. Erneut werden die Kosten dann beispielsweise in der Bilanz beziehungsweise in der GuV im Rechnungswesen erfasst, um durch die damit entstandenen Kosten die Gewinne und somit die Steuerlast des Gewerbes/Unternehmens zu reduzieren.

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