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Vorauszahlungen in der privaten Krankenversicherung

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von Lara Claussen
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Das erwartet Sie hier

Das Wichtige in Kürze

  • Je nach Ihrer Berufsgruppe können Sie 1.900 Euro oder 2.800 Euro als Sonderausgaben von der Steuer absetzen.
  • Durch die Vorauszahlung von Krankenversicherungsbeiträgen sind Steuerersparnisse möglich.
  • Sprechen Sie im Vorfeld mit einem Steuerberater oder Versicherungsexperten, um die bestmöglichen Ersparnisse zu erzielen.

Mit PKV-Vorauszahlungen Steuern sparen

Seit 2020 können Mitglieder der privaten Krankenversicherung ihre Beiträge bis zu 3 Jahre im Voraus zahlen (vormals nur für 2,5 Jahre). Zahlen privat Versicherte also 36 Monatsbeiträge auf einmal, dann können sie rund 2.500 Euro an Einkommenssteuer sparen – ganz legal.

Steuerentlastung mit dem Bürgerentlastungsgesetz

Seit der Einführung des Bürgerentlastungsgesetzes im Jahr 2010 ist es Versicherungsnehmern möglich, Beiträge zur privaten Krankenversicherung gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen. In der Vergangenheit war dies lediglich bis zu einem maximalen Vorsorgeaufwendungssatzes möglich. Aktuell werden in der Regel nicht 100 Prozent der Versicherungsbeiträge steuerlich berücksichtigt, sondern 70 bis 80 Prozent. Die Beiträge von Ehepartnern sowie von Kindern können unter Umständen allerdings mit aufgenommen werden.

Steuerersparnis abhängig vom gewählten Versicherungstarif

Grundsätzlich werden die Beiträge zur privaten Krankenversicherung monatlich entrichtet. Wer finanzielle Rücklagen gebildet hat, kann die Versicherungsbeiträge allerdings auch im Voraus entrichten – was zu einer deutlichen Ersparnis führen kann.

Wie hoch die Ersparnis tatsächlich ausfällt, hängt größtenteils von der Höhe des Versicherungsbeitrags, vom Selbstbehalt und dem Versicherungstarif ab. Im Durchschnitt ist eine Ersparnis pro Jahr von bis zu 2.000 Euro möglich. Weiter unten in diesem Artikel finden Sie ein Rechenbeispiel.

Für wen sind Vorauszahlungen sinnvoll?

Vorauszahlungen lohnen sich vor allem für privat krankenversicherte Beamte und Selbstsändige, bei denen sich die sonstigen Versorgeaufwendungen, wie die Beiträge zur Arbeitslosen-, Unfall-, oder Haftplichtversicherung, gar nicht oder nur bedingt auf die Sonderausgaben auswirken. Ebenfalls lohnen kann es sich, wenn im Jahr der Vorauszahlung der Grenzsteuersatz voraussichtlich hoch sein wird.

Beachten Sie: Eine deutliche Steuerersparnis gibt es mitunter erst, wenn die Beiträge für 3 Jahre im Voraus gezahlt werden! Bei einem geringeren Zeitraum muss der Einzelfall betrachtet werden – ganz besonders, wenn die finanziellen Mittel mit Fremdkapital gestellt werden müssen. Womöglich heben die Kreditzinsen den Vorteil der Steuerersparnis wieder auf.

Für wen machen Vorauszahlungen eher weniger Sinn?

Für Versicherungsnehmer der gesetzlichen Krankenversicherung hingegen lohnen sich Vorauszahlungen nicht, da der Arbeitgeber die Beiträge monatlich abführen muss. Auch für Ehepartner, bei denen ein Teil privat und der andere gesetzlich versichert ist, lohnen sich Vorauszahlungen nicht. Gleiches gilt für Rentner und Pensionäre.

Welche Vorauszahlungen können steuerlich geltend gemacht werden?

Grundsätzlich gilt: Gegenüber dem Finanzamt können lediglich Leistungen der privaten Krankenversicherung geltend gemacht werden, die zur medizinischen Grundversorgung zählen! Hierzu gehören sämtliche Versicherungsleistungen, die auch von der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt werden. Im Gegensatz dazu können Zusatzleistungen wie etwa Behandlungen beim Heilpraktiker, Einzelzimmer und Chefarztbehandlung nur bedingt steuerlich abgesetzt werden.

Zusatzleistungen nur absetzbar, wenn die Höchstgrenze noch nicht überschritten ist

Zusatzleistungen können nur in den seltensten Fällen und unter Berücksichtigung bestimmter Voraussetzungen steuerlich abgesetzt werden. Dies ist vor allem nur dann möglich, wenn die steuerlich anrechenbare Höchstgrenze nicht bereits durch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung erreicht wurden. Zuletzt lag diese Höchstgrenze bei gut 4.000 Euro. Wurde der Höchstbetrag mit den Grundleistungen nicht erreicht, können bis zu dieser Grenze auch Zusatzleistungen aufgeführt werden.

… mehr zur privaten Krankenzusatzversicherung in der Steuererklärung

Vorauszahlung mit dem Versicherer absprechen

Eine Vorauszahlung an die private Krankenversicherung muss mindestens die Beiträge für 12 Monate umfassen. Wer seine PKV-Beiträge im Voraus bezahlen möchte, sollte sich allerdings vorab erkundigen, ob dies bei der eigenen Versicherung überhaupt möglich ist, denn nicht jede Versicherung ist damit einverstanden – und gewährt einen Rabatt. Wenn Rabatte für eine Vorauszahlung gewährt werden, dann häufig von drei bis fünf Prozent.

Experten-Tipp: Anspruch auf Rückzahlung bei Kündigung

Bei einer Kündigung des Versicherungsvertrags werden die im Voraus gezahlten Beiträge erstattet. Allerdings muss auch die Steuererklärung um diesen Beitrag berichtigt werden.

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Robert Böhrk
Berater

Die PKV in der Steuer

Mehr dazu, wie Sie die Beiträge zur privaten Krankenversicherung – auch unabhängig einer Vorauszahlung – steuerlich absetzen können und wo Sie diese in der Steuererklärung eintragen, haben wir Ihnen hier zusammengefasst:

PKV in der Steuer

Rechenbeispiel: So viel können Sie mit Vorauszahlungen sparen

Frau F. ist selbstständig und entschließt sich, die Beiträge für ihre private Krankenversicherung 3 Jahre im Voraus zu zahlen, um diese von ihrer aktuellen Steuerklärung abzusetzen. Dabei gilt: Grundsätzlich können Versicherungen mit bis zu 2.800 Euro in der Steuer vermerkt werden. Frau F. zahlt einen monatlichen Krankenkassenbeitrag von 500 Euro.

Berechnung: Vorauszahlung für 3 Jahre

BeitragKosten
Monatlicher PKV-Beitrag500 Euro
Jahresbeitrag PKV (500 x 12)6.000 Euro
Vorauszahlung für 3 Jahre (36 Monate)18.000 Euro
Jahresbeitrag + Vorauszahlung24.000 Euro

Berechnung: Steuerersparnis durch Vorauszahlung

Maximale Steuerbegünstigung Betrag
1. Jahr2.800 Euro
2. Jahr2.800 Euro
3. Jahr2.800 Euro
Summe der maximalen Steuerbegünstigung für 3 Jahre8.400 Euro
Ersparnis bei einem Steuersatz von 30%2.520 Euro

Frau F. spart also insgesamt 2.520 Euro an Einkommenssteuer, wenn sie in einem Jahr 24.000 Euro an ihre PKV auf einmal zahlt.

Beitragsanpassungen ändern nichts an Vorauszahlung

Entscheidet sich ein Versicherer, eine Beitragsanpassungen vorzunehmen, ändert sich nichts an der bereits getätigten Vorauszahlung. In dem Fall findet eine Verrechnung der bereits entrichteten Versicherungsbeiträge statt, sodass die gezahlten Beiträge womöglich für weniger Monate als gedacht ausreichen.

Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung

Fazit

Die Vorauszahlung der Versicherungsbeiträge der privaten Krankenversicherung kann ausgesprochen lukrativ sein. Allerdings sollten Versicherungsnehmer Rücksprache sowohl mit einem Steuerberater als auch mit einem unserer Versicherungsfachleute halten. Denn es kann sein, dass die Versicherung keine Rabatte vergibt, sodass sich Vorauszahlungen gar nicht rechnen. Falls Sie herausfinden möchten, welche private Krankenversicherung Rabatte für Vorauszahlungen gewährt, nutzen Sie gerne unseren PKV-Tarifvergleich. Auf Grundlage Ihrer Angaben erstellen unsere Experten für private Krankenversicherung einen persönlichen Vergleich von Angeboten für Sie – kostenfrei und unverbindlich.

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