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Berufsunfähigkeitsversicherung – Beiträge von der Steuer absetzen

So verhalten sich die Beiträge und die Rentenzahlung der Berufsunfähigkeitsversicherung in der Steuer
Das Wichtigste in Kürze
  • Grundsätzlich können Versicherte die geleisteten Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) steuerlich geltend machen.
  • BU-Beiträge sind steuerlich als Sonderausgaben zu berücksichtigen.
  • Höhe und Umfang der Absetzbarkeit hängt vom Höchstbetrag ab. Dieser liegt bei Arbeitnehmern bei 1.900 Euro und bei Selbstständigen bei 2.800 Euro.
  • Die BU-Rente ist zu versteuern, wobei die Höhe von der Vertragslaufzeit abhängt
  • Zu unterscheiden ist zwischen der Berufsunfähigkeitsversicherung und Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ), die mit anderen Altersvorsorge-Maßnahmen kombiniert ist.
  • Bei Kombination mit einer Rürup-Rente lassen sich ebenfalls Steuern absetzen.

Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung von der Steuer absetzen

Grundsätzlich sind die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung steuerlich absetzbar. Art und Umfang der Absetzbarkeit sind abhängig von der Art der BU-Versicherung. Bezogen auf die gewählte Versicherungsform, greifen verschiedene Höchstgrenzen.

Die zur BU gezahlten Beiträge fallen steuerlich unter die Sonderausgaben. Damit mindern sie das zu versteuernde Einkommen. Die Beiträge lassen sich vom gesamten zu versteuernden Einkommen abziehen. Sie tragen damit zum Sinken der Steuerlast bei, was sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige gilt.

… mehr zur Berufsunfähigkeitsversicherung

BU-Beiträge als Sonderausgaben
Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind in der Steuererklärung als Sonderausgaben anzugeben. Versicherte und Steuerpflichtige finden im Vordruck der Steuererklärung eine Zeile, in der sie die Versicherungsbeiträge des Vorjahrs eintragen können.

Wie viel lässt sich steuerlich berücksichtigen?

In welchem Umfang der Jahresbeitrag der Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Steuer berücksichtigt werden kann, ist vom jährlich absetzbaren Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen abhängig. Dieser hängt von der Art der Beschäftigung ab und beträgt bei Angestellten 1.900 Euro und bei Selbständigen 2.800 Euro (Stand: 2020).

Zu berücksichtigen ist, dass zu den Vorsorgeaufwendungen auch die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zählen. Sollte die Summe aus den jährlichen Beiträgen für diese Versicherungen unter dem Höchstbetrag (beispielsweise 1.900 Euro) liegen, so lassen sich andere Versicherungsbeiträge bis zur Höhe der Differenz absetzen.

Formel der Absetzbarkeit der BU-Beiträge für Arbeitnehmer

Die Formel (für Arbeitnehmer) lautet daher:

1.900 Euro – jährliche Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung
= jährlich steuerlich absetzbare Summe anderer Vorsorgeaufwendungen (darunter die BU)

In der Praxis übersteigen die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge meist diese Höchstgrenze. Schon bei einem monatlichen Bruttoverdienst von 2.000 Euro wird der absetzbare Höchstbetrag überstiegen. Damit ist keine Möglichkeit mehr gegeben, die Berufsunfähigkeitsversicherung abzusetzen. Selbständige haben aufgrund der höher angesiedelten Obergrenze einen etwas größeren Spielraum.

BU-Beiträge als Kosten geltend machen

Damit Versicherte einen Teil der Beiträge zurückerhalten, müssen sie diese als Kosten geltend machen. Unabhängig von der Beschäftigungsart (Arbeitnehmer oder selbständig) ist hierfür die Rubrik Sonderausgabenabzug vorgesehen. Dies umfasst sowohl:

  • die eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherungen
  • als auch die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherungen (beispielsweise im Zusammenhang mit einer Rürup- oder Riester-Rente)
Zusammensetzung der Beiträge zur BU
Höhe und Umfang der Beiträge sowie der Leistung hängen von verschiedenen Aspekten ab. Gleiches gilt auch für die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge. Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind i. d. R. abhängig von:

… mehr zu den Kosten einer BU

Steuerliche Aspekte der BU-Rente

Versicherte sollten berücksichtigen, dass auch auf die Berufsunfähigkeitsrente Steuern zu zahlen sind. Tritt der Versicherungsfall, also die Berufsunfähigkeit vor dem Renteneintrittsalter, ein, so leistet der Versicherer. Die gezahlte BU-Rente ist zu versteuern, wobei die Höhe dieser Steuern in erster Linie von der Vertragslaufzeit abhängig ist. Ausschlaggebend ist also, bis zu welchem Alter die BU-Rente auszuzahlen ist.

Hierbei gilt, dass der zu versteuernde Anteil umso kleiner ist, je kürzer die Bezugsdauer der Rente ausfällt. Allgemein fallen für die ausgezahlte Rente wenig Steuern an. Die Versteuerung der privaten BU-Rente erfolgt ähnlich wie eine private Altersrente mit dem sogenannten Ertragsanteil. Mit zunehmender Bezugsdauer der Rente steigt jedoch der Anteil, den BU-Versicherte zu versteuern haben.

Handelt es sich beim zu versteuernden Gesamteinkommen (inklusive BU-Rente) um einen Betrag unterhalb des Grundfreibetrags, fallen keine Steuern an.

… mehr zur Berufsunfähigkeitsrente

Abgrenzung zwischen Arbeitnehmern und Selbständigen in der BU

Der maßgebliche Unterschied in der steuerlichen Behandlung der Beiträge zur BU im Hinblick auf Selbständige und Angestellten liegt in der jeweiligen Höchstgrenze. Die Höchstgrenze liegt für Selbständige deutlich höher als für abhängig Beschäftigte. Damit berücksichtigt der Gesetzgeber, dass Selbständige in besonderem Maße auf private Vorsorgeaufwendungen angewiesen sind.

BERATER-TIPP

»Sowohl Selbständige als auch Angestellte ziehen auch andere Versicherungsbeiträge (beispielsweise die private Krankenversicherung oder private Rentenversicherung) in der Steuererklärung heran. Damit ist der Höchstwert schnell erreicht, was zur Folge hat, dass das Finanzamt nicht sämtliche Kosten anerkennen kann. Eine Steuerersparnis der BU lässt sich oftmals höchstens in der Kombination mit der Rürup-Rente erzielen.«

… mehr zu den Berufsgruppen in der BU

Unterschiedliche Behandlung bei BU und BUZ

Grundsätzlich wird in puncto Steuer zwischen der reinen Berufsunfähigkeitsversicherung als selbstständiger Versicherung sowie der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) unterschieden. Letztere ist eine als Zusatzversicherung abgeschlossene Versicherung, die mit anderen Formen der Altersvorsorge verknüpft ist. Versicherte müssen bei der entsprechenden Angabe in der Steuererklärung die jeweilige Versicherungsform unterscheiden, damit das Finanzamt die steuerliche Absetzbarkeit anerkennt. Im Fall, dass Versicherte zu hohe Beiträge absetzen, müssen sie als Steuerpflichtige mit Nachforderungen rechnen.

… mehr zur Altersvorsorge in der Steuer

BU in Kombination mit der Rürup-Rente

Bei Verbindung mit anderen Altersvorsorge-Maßnahmen, wie etwa einer Rürup-Rente, ist mit höherer steuerlicher Entlastung zu rechnen. Die oben aufgeführten steuerlich absetzbaren Höchstgrenzen gelten in dem Falle nicht mehr. In Kombination mit der Rürup-Rente beträgt der anrechenbare Höchstbetrag im Jahr 2020 25.046 Euro jährlich (beziehungsweise 50.092 Euro bei Verheirateten).

Achtung: Bei Kombination mit der Rürup-Rente ist darauf zu achten, dass die Beiträge zum Großteil auf die Vorsorge entfallen. Mehr als 50 Prozent müssen Versicherte hierbei für die Altersvorsorge aufbringen. Nur unter dieser Voraussetzung sind die Beiträge für die gekoppelte BU steuerlich voll absetzbar. Außerdem müssen für beide Formen der Vorsorge Rentenzahlungen vorgesehen sein.

… mehr zur Rürup-Rente in der Steuer

BU in Kombination mit der Riester-Rente

Auch im Hinblick auf die Riester-Rente können Versicherte vergleichbare steuerliche Vorteile erzielen. Bei Verknüpfung dieser Rentenform mit der BU lassen sich auch hier die Beiträge von dem steuerpflichtigen Einkommen abziehen. Der Anteil der BU an den gesamten zu entrichteten Beiträgen darf in diesem Fall allerdings nicht bei über 20 Prozent liegen.

… mehr zum Thema Riester-Rente und BU kombinieren
Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.09.2020 aktualisiert.
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Müni Enkhsaikhan
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