Hunde­haftpflicht steuerlich absetzen

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von Swantje Niemann
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Wie sich Ihre Hunde­haftpflicht­versicherung auf Ihre Steuern auswirkt und wo Sie diese in der Steuererklärung eintragen können.

Inhalt dieser Seite
  1. Ist die Hunde­­haftpflicht absetzbar?
  2. Wo in der Steuerklärung eintragen?
  3. Höchstgrenze
  4. Weitere absetzbare Kosten

Das Wichtige in Kürze

  • Die Hunde­haftpflicht lässt sich über die Einkommens­teuererklärung steuerlich absetzen.
  • Die gesetzliche Grundlage liefert der finanzielle Schutz des Versicherungs­nehmers durch die Versicherung.
  • Die steuerliche Absetzbarkeit ist nur über die sogenannten „sonstigen Vorsorge­aufwendungen“ möglich.
  • Häufig ist das Absetzen kaum oder nur geringfügig möglich, denn die sonstigen Vorsorge­aufwendungen sind auf 1.900 Euro (Angestellte) bzw. 2.800 Euro (Selbständige) gedeckelt.

Ist die Hunde­haftpflicht­versicherung steuerlich absetzbar?

Versicherungs­kosten werden in der Einkommens­teuererklärung erfasst, sofern diese in einem privaten Rahmen entstehen. Dort werden sie unter den „Sonder­ausgaben“ und genauer als „(sonstige) Vorsorge­aufwendungen“ geführt. Diese wurden zum wirtschaftlichen Schutz ins Leben gerufen. Der Gesetzgeber gibt Personen mit einem zu versteuernden Einkommen damit die Gelegenheit, die Kosten für Versicherungen dem erzielten Einkommen gegenüberzustellen, um sich durch die Versicherungen wiederum gegen sehr kostspielige Ausnahmefälle abzusichern.

Nur Steuerpflichtige können die Hunde­haftpflicht absetzen

Die steuerliche Absetzbarkeit der Hunde­haftpflicht­versicherung ist nur dann gegeben, wenn der Hundehalter tatsächlich ein zu versteuerndes Einkommen erzielt. Kosten „abzusetzen“ bedeutet, die Einkünfte zu reduzieren, um im Gegenzug weniger Steuern zu zahlen. Die Steuerlast wird aufgrund des progressiven Steuersatzes sowohl relativ (der auf das zu versteuernde Einkommen angewandte Steuersatz in Prozent) als auch absolut (in Euro) reduziert. Wer hingegen unterhalb des Freibetrages verdient, muss in Deutschland keine Steuern zahlen und kann folglich auch nichts „absetzen“.

Experten-Tipp:

Gewerbetreibende, die beispielsweise eine Hundepension betreiben, können die Kosten für die gewerbliche Tier­haftpflicht­versicherung ebenfalls steuerlich geltend machen. Dazu müssen diese als Betriebs­ausgaben in der Steuerklärung aufgeführt werden“

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Benjamin Mai
Berater

Wo wird die Hunde­haftpflicht­versicherung in der Steuererklärung eingetragen?

Die Hunde­haftpflicht­versicherung können Sie auf Seite 3 des Mantelbogens unter “sonstige Vorsorge­aufwendungen” in Zeile 48 eintragen.

Ausschnitt aus der Steuerklärung, Zeile 48 "Unfall und Haftpflichtversicherungen ..." ist rot markiert.

In der Spalte der sonstigen Vorsorge­aufwendungen befinden sich neben der Hunde­haftpflicht einige weitere Kostenpositionen, darunter beispielsweise:

Unterscheidung: Vorsorge­aufwendungen und sonstige Vorsorge­aufwendungen

Einige Kosten für die eigene Vorsorge­ werden gesondert erfasst, so beispielsweise Beiträge für die gesetzliche Renten­versicherung oder die Rürup-Rente. Außerdem sind einige Positionen in unbegrenzter Höhe absetzbar, beispielsweise die Basis-Absicherung der Kranken­­versicherung. Jedoch ist zu bedenken, dass alle Kosten für die Kranken­­versicherung, die über die Basis-Absicherung hinausgehen, wiederum in die „sonstigen Vorsorge­aufwendungen“ fallen.

Was ist die Höchstgrenze, die steuerlich abgesetzt werden kann?

Einkommens­teuerpflichtige Steuerzahler erhalten die Gelegenheit, die Beiträge für alle Vorsorge­aufwendungen steuerlich abzusetzen und ihre Steuerlast zu reduzieren. In der Praxis ist das allerdings kaum möglich. Grund hierfür sind die Höchstgrenzen, die der Gesetzgeber für die „sonstigen Vorsorge­aufwendungen“ festgesetzt hat.

Eine Hunde­haftpflicht­versicherung wird als eine solche “sonstige Vorsorge­aufwendung” gewertet. Die Grenzen gelten jeweils pro Jahr und sind im Einkommens­teuergesetz § 10 Abs. 4 festgehalten. Sie werden in der Steuererklärung lediglich bis zu einer maximalen Höhe anerkannt:

  • 1.900 Euro bei Angestellten
  • 2.800 Euro bei Freiberuflern und Selbständigen

Höchstgrenze wird meist überschritten

Hier entsteht im Regelfall eine Situation, wo die abzusetzenden Beiträge die maximale Höhe der Absetzbarkeit übersteigen. Abhängig ist dies von der eigenen individuellen Situation. Wer beispielsweise als Freiberufler eine private Kranken­­versicherung sowie eine Berufs­unfähigkeits­versicherung unterhält, erreicht die Höchstgrenze in der Regel schon allein dadurch. Falls nicht, wird die Lücke meist durch die Beiträge zur privaten Haftpflicht­versicherung geschlossen.

Steuerminderung ist nicht sicher

Die Kosten der Hunde­haftpflicht­versicherung werden in der Einkommens­steuererklärung geführt und anerkannt. Wenn die Absetzbarkeit der sonstigen Vorsorge­aufwendungen jedoch schon mit anderen Versicherungen und Vorsorge­leistungen ausgereizt wird, entsteht in der Praxis keinerlei Vorteil. Der Hundehalter erhält dann also effektiv nicht mehr Geld vom Finanzamt zurück, als er ohne eine Erwähnung der Hunde­haftpflicht bekommen würde. Dennoch sollte diese natürlich unbedingt mit aufgeführt werden, da dadurch keine Nachteile entstehen, aber zumindest die Chance auf einen steuerlichen Vorteil besteht.

Weitere Kosten für den Hund, die steuerlich erfasst werden können

Zunächst entscheidet immer die individuelle Situation und wie viele Kosten bereits aufgeführt wurden. Existieren in den jeweiligen Bereichen noch finanzielle Spielräume, wäre eine Absetzbarkeit in diesen Situationen denkbar:

  • Hundesitter, die im eigenen Zuhause arbeiten, lassen sich als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ erfassen
  • Gassi-Services sind mitunter ebenfalls haushaltsnahe Dienstleistungen, sofern sie „im Paket“ mit anderen Leistungen berechnet werden, deren Ausführung im Zuhause des Hundehalters stattfindet.

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